Bolanger Sonntag um 14:39 nochmal etwas zur Berechnung des Einkommens bei der 100KEUR-Grenze, auch wenn das ganze ggf. bald hinfällig wird. Es wurde erwähnt, dass auch Kapitalerträge bzw. die Vorabpauschale angerechnet wird. Wie sieht es da denn mit negativen Einkünften aus und einem Verlustvortrag? Man kassiert zwar Gewinne aus Aktien, verrechnet diese aber mit Verlusten aus Vorjahren? Oder man kassiert Zinsen, die mit einem Verlustvortrag aus einem ausgefallenen Darlehen verrechnet werden? Ich vermute, dass es um die Gesamteinkünfte unter Berücksichtigung der Verluste geht? Zur Moral des ganzen: Es könnte auch helfen, eine Zweiklassenpflege einzuführen und private Vorsorge zu stärken. Ich stecke nicht im Thema, habe aber gehört, dass seit gar nicht zu langer Zeit jedes Heim Einzelbettzimmer vorhalten muss. Davor war eine Doppelbelegung möglich. Tut dat Not? Da könnte der Abschluss einer privaten, freiwilligen Versicherung hilfreich sein. Wer sie nicht hat muss zwar nicht unter der Brücke schlafen, bekommt aber weiterhin nur das Doppelzimmer oder gar Dreibettzimmer. Es muss einen Anreiz geben, für die eigene Pflege vorzusorgen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nachdenklich Sonntag um 14:45 vor 16 Minuten von ohnePeil: In diesem Fall ist das Kind genauso unschuldig an der Situation wie der Steuerzahler Das ganze hat doch überhaupt nichts mit "schuldig" zu tun. Jedenfalls nicht in dem Sinne, daß jemand Schuld an einer Situation hat, sondern höchstens in dem Sinne, daß man etwas schuldig ist. Und das wäre dann Folge von Solidarität. Solidarität entsteht aber in erster Linie in kleinen Gruppen. Zuvorderst natürlich in der Familie. Ich fühle mich meinen Familienmitgliedern gegenüber weitaus eher solidarisch als irgendwelchen Fremden. Und auf das Verhalten meiner Familienmitglieder habe ich auch ein deutlich größeren Einfluß als auf das Verhalten der Allgemeinheit. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CorMaguire Sonntag um 14:52 vor 4 Minuten von Bolanger: .... Zur Moral des ganzen: Es könnte auch helfen, eine Zweiklassenpflege einzuführen und private Vorsorge zu stärken. Ich stecke nicht im Thema, habe aber gehört, dass seit gar nicht zu langer Zeit jedes Heim Einzelbettzimmer vorhalten muss. ... Ich würde mal sagen Zweiklassenpflege gibt es längst. Es gibt größere Zimmer für Selbstzahler oder Luxuspflegeheim oder Pflege zu Hause. Einzelzimmer ist afaik nicht bundeseinheitlich. In manchen Bundesländern gibt es afaik noch Zweibettzimmer. vor 4 Minuten von Bolanger: .... Tut dat Not?... Frag Dich selbst Und Einkommensberechnung habe ich noch das in der Linkliste --> https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-im-heim/elternunterhalt-so-berechnen-sie-ihn-richtig-107183 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nachdenklich Sonntag um 14:57 vor 6 Minuten von Bolanger: Zur Moral des ganzen: Es könnte auch helfen, eine Zweiklassenpflege einzuführen und private Vorsorge zu stärken. Ich stecke nicht im Thema, habe aber gehört, dass seit gar nicht zu langer Zeit jedes Heim Einzelbettzimmer vorhalten muss. Davor war eine Doppelbelegung möglich. Tut dat Not? Da könnte der Abschluss einer privaten, freiwilligen Versicherung hilfreich sein. Wer sie nicht hat muss zwar nicht unter der Brücke schlafen, bekommt aber weiterhin nur das Doppelzimmer oder gar Dreibettzimmer. Es muss einen Anreiz geben, für die eigene Pflege vorzusorgen. Insgesamt müssen wir uns überlegen, ob unsere Standards für soziale Leistungen zu hoch sind. Natürlich ist ein Dreibettzimmer für die alten Herrschaften nicht wünschenswert. Ich gönne jedem das komfortable Einzelzimmer. Aber auf Kosten der Allgemeinheit? Wenn sich jemand sein Leben lang abgerackert hat, sich nie was gegönnt hat, keine gut verdienenden Kinder hat und dann später auf Pflege angewiesen ist, dann würde ich sogar dafür plädieren, daß die Solidargemeinschaft das komfortable Einzelzimmer finanziert. Wenn aber jemand meint, er müsse jedes Jahr in Urlaub fliegen und damit seine Rücklagen verbraucht, dann sollte er sich im Alter mit dem Dreibettzimmer abfinden. Das ist natürlich nur ein hypothetischer Gedanke, da es in der Praxis nicht möglich ist, wirklich festzulegen, wer unverschuldet arm ist und wer sein Geld verschwendet hat. Diese Haltung - selber für sich und seine Familie zu sorgen, damit man nicht der Allgemeinheit zur Last fällt - sollte aber Grundlage des Verhaltens und der gesetzlichen Regelungen sein. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Sonntag um 14:58 Luxuspflegeheime (im Gegensatz zu Altersheimen) gibt es keineswegs überall und zumindest bei uns hier, bist Du froh, überhaupt einen Platz zu bekommen, wenn es zu Hause nicht mehr geht. Die 24-Stundenpflege zu Hause ist tatsächlich oft schon "günstiger" als die im Heim, aber irgendwann geht es zu Hause auch mit einer Vollzeitkraft nicht mehr. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Gabriele Sonntag um 17:18 Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt die 100.000 €- Grenze wieder abgeschafft wird? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Sonntag um 17:26 Vielleicht nicht abgeschafft aber reduziert? Erst mal wurde von der CDU ein Versuchsballon gezündet. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger Sonntag um 17:38 Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass diese Grenze kippt. Zum einen scheint sie willkürlich festgelegt zu sein, zum anderen wird recht einfach argumentiert, dass man damit "nur" zum Stand von vor 2018 zurückkehrt. Die Gesellschaft kennt ein Pflegesystem ohne diese Grenze. Was mir bei dieser Debatte und auch allen anderen (Einkommensteuer, Rente, GRV) fehlt ist ein Konsens zu grundlegenden Fragen. Da wirft ein Minister oder eine Kommission einen Reformvorschlag in die Medien, um diesen dort zerreißen zu lassen und wundert sich dann, dass dieser Vorschlag schlecht ankommt. Stattdessen sollte man grundlegende Fragen in der Öffentlichkeit zuerst diskutieren und erst nach einer Meinungsbildung die Details angehen. Wollen wir eine Zweiklassenpflege? Soll jeder zwangsweise an der PV teilnehmen müssen? Soll das System ohne Zuschüsse sich selbst finanzieren? Soll es sowas wie eine Bürgerversicherung werden? Erst wenn sich die Medien und Interessenverbände daran ausgetobt haben sollte man in die Details der Ausgestaltung gehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Sonntag um 17:41 Meines Wissens haben wir eine Pflichtversicherung für die Pflege, nur sind die Einnahmen nicht ausreichend für den Moloch von Ausgaben. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
ohnePeil Sonntag um 17:56 Richtig tief drin bin ich da nicht. Aber bei den niedrigen Pflegestufen geht es nicht um ruinöse Ausgaben. Die Pflegestufe 1 dient oft dazu, um jemanden aus dem weiteren Umfeld fürs Putzen zu bezahlen. Ich würde eher hier den Rotstift ansetzen als bei den höheren Stufen. Und ein bisschen Bewegung in den eigenen vier Wänden hat noch kaum jemandem geschadet.... Ausserdem: davon, dass die Bude nicht tiptop ist, ist noch niemand gestorben. Und es scheint ein Bombengeschäft zu sein: irgendwie muss jemand, der genauso heißt wie mein Mann, pflegebedürftig geworden sein. Ständig wird bei uns angerufen, um uns irgendwelche Sets und ähnliches anzudrehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Ramstein Sonntag um 18:00 · bearbeitet Sonntag um 18:10 von Ramstein vor 28 Minuten von Sapine: Meines Wissens haben wir eine Pflichtversicherung für die Pflege, nur sind die Einnahmen nicht ausreichend für den Moloch von Ausgaben. Nein. Das versucht der politisch gewählte Titel zu suggerieren, aber das ist irreführend. Wir haben eine Pflegekostenzuschussversicherung. Nachtrag: Wikipedia ist zwar nicht die beste Quelle, aber das SGB liest sich nicht so leicht. Zitat Alle Leistungen mit Ausnahme der technischen Hilfsmittel und der Pflegekurse sind der Höhe nach begrenzt. Dies ist Ausdruck des politischen Willens, die Pflegeversicherung nicht als Vollversicherung zu konzipieren, um die Beiträge stabil zu halten und die Ausgabenentwicklung steuern zu können. Es handelt sich somit nicht um ein „Bedarfsdeckungssystem“, sondern um ein „Budgetierungssystem“; die tatsächlich entstehenden Kosten übersteigen häufig die von der Versicherung erstatteten Beträge. Der selbst aufzubringende Anteil steigt im Laufe der Zeit, solange die fixen Höchstbeträge nicht an die inflationsbedingt steigenden Kosten angepasst werden. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Sonntag um 18:02 · bearbeitet Sonntag um 18:09 von Sapine Die Putzhilfe für Pflegegrad 1 steht sicher schon drauf auf der Streichliste, ob nun direkt oder Indirekt durch Streichung des ersten Pflegegrads lass ich mich noch überraschen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 18:16 Eine interessante Fragestellung hätte ich bezüglich der Handhabung vor 2018: Das Kind ist mit 50 Jahren FIRE gegangen und arbeitet somit nicht mehr. Es lebt ausschließlich vom zuvor angesparten Vermögen (1 Mio. Euro) durch 20.000 Euro Kapitalverzehr plus den darauf anfallenden Zinsen und Dividenden (20.000 Euro). Also 40.000 Euro brutto im Jahr bzw. 3.333 Euro Monat / brutto. Die 20.000 Euro bzw. 1.666 Euro brutto Zinsen und Dividenden dürften Einkommen im Sinne des Gesetztes sein aber unter den 1.800 Euro brutto/Monat (2018er Wert für Alleinstehende) liegen. Spannend wird es nun beim Vermögen, was ja für die Lebenshaltung verbraucht wird. 1. Wieviel ist vom Vermögen geschützt, wenn das Geld bis zum Lebensende komplett reichen muss? 2. Wieviel ist davon geschützt, wenn das Geldzumindest bis zur GRV-Rente reichen muss? 3. Wieviel ist davon geschützt, wenn das Geldzumindest bis zur GRV-Rente reichen muss, die GRV-Rente dabei aber massiv unter dem Selbstgehalt von 2.500 Euro (geschätzt) liegt? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor Sonntag um 18:17 · bearbeitet Sonntag um 18:18 von LongtermInvestor Übersehe ich was? Ist es wirklich so ein Problem wenn das Einkommen und Vermögen der Eltern nicht ausreicht einen Teil zu übernehmen? Wenn die Ausführungen hier stimmen sieht es so aus: https://www.sparkasse.de/pk/ratgeber/familie/eltern-und-kinder/elternunterhalt.html Neu ab 2026: Von dem bereinigten Nettoeinkommen, das den Mindestselbstbehalt von 2.650Euro übersteigt, muss das Kind nur noch 30 Prozent als Elternunterhalt einsetzen. 70 Prozent dieses Mehrbetrags bleiben beim Kind (früher: 50 Prozent). Beispiel: Bereinigtes Nettoeinkommen 4.000 Euro - Selbstbehalt 2.650 Euro = Überschuss 1.350 Euro - davon 30 Prozent = 405 Euro maximaler Elternunterhalt. Dieser Aufwand kann dann auch noch von der Steuer abgesetzt werden, bleibt vielleicht noch 250 Euro Nettobelastung übrig. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
ohnePeil Sonntag um 18:23 Das Problem ist, dass Du an deine Ersparnisse ran musst, wenn der errechnete Unterhalt die Kosten nicht deckt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros Sonntag um 18:36 · bearbeitet Sonntag um 18:37 von Lazaros vor 13 Minuten von ohnePeil: Das Problem ist, dass Du an deine Ersparnisse ran musst, wenn der errechnete Unterhalt die Kosten nicht deckt. Was spricht dagegen deine Eltern bei dir aufnehmen und dich um sie zu kümmern? Übrigens zu der Zimmerdiskussion.: Der Flaschenhals bei den Pflegeheimen ist nicht, ob die Bewohner in Einbett-, Zweibett- oder Mehrbettzimmern liegen. Zimmer sind aus meiner Erfahrung immer genügend frei. Das Problem ist der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal und fehlendes Geld um zusätzliches qualifiziertes Personal einzustellen (sofern überhaupt auffindbar). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 18:47 vor 9 Minuten von Lazaros: Was spricht dagegen deine Eltern bei dir aufnehmen und dich um sie zu kümmern? - Die eigene Wohnungssituation (Haus bedeutet nicht immer dass das pflegegerecht ist) - Der Pflegegrad der Eltern - Die eigene berufl. Situation - Die eigene familiäre Situation - Die eigene psychische Gesundheit Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
ohnePeil Sonntag um 18:49 vor 9 Minuten von Lazaros: Was spricht dagegen deine Eltern bei dir aufnehmen und dich um sie zu kümmern? Zum Glück habe ich das Problem nicht. Aber die Eltern brauchen ein eigenes Zimmer (das oft nicht vorhanden ist), ggf. jemanden, der 24h am Tag zu Hause und sprungbereit ist, die Wohnung muss barrierefrei sein, und das aufnehmende Kind muss auch körperlich zur Pflege imstande sein. Ausserdem sind ältere Leute aus meiner Erfahrung heraus charakterlich oft sehr schwierig, nicht jeder verträgt das. Der Ehe/Lebenspartner muss auch einverstanden sein.... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros Sonntag um 18:52 · bearbeitet Sonntag um 18:54 von Lazaros vor 6 Minuten von Holgerli: - Die eigene Wohnungssituation (Haus bedeutet nicht immer dass das pflegegerecht ist) - Der Pflegegrad der Eltern - Die eigene berufl. Situation - Die eigene familiäre Situation - Die eigene psychische Gesundheit In den meisten Ländern der Welt geht es trotzdem. Und wie ich ein Kind war (also vor 50 Jahren) ging's auch. Pflegeheime waren quasi bei uns nicht existent, auch keine Pflegedienste. vor 5 Minuten von ohnePeil: Aber die Eltern brauchen ein eigenes Zimmer (das oft nicht vorhanden ist), ggf. jemanden, der 24h am Tag zu Hause und sprungbereit ist, die Wohnung muss barrierefrei sein, und das aufnehmende Kind muss auch körperlich zur Pflege imstande sein. Ausserdem sind ältere Leute aus meiner Erfahrung heraus charakterlich oft sehr schwierig, nicht jeder verträgt das. Der Ehe/Lebenspartner muss auch einverstanden sein.... Wenn es nicht geht oder man nicht will, dann muss man halt für die Aufbewahrung seiner Eltern zahlen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
ohnePeil Sonntag um 18:56 vor 3 Minuten von Lazaros: In den meisten Ländern der Welt geht es trotzdem. Und wie ich ein Kind war (also vor 50 Jahren) ging's auch. Pflegeheime waren quasi bei uns nicht existent, auch keine Pflegedienste. Ja, irgendwo im Kinderzimmer mit reingeschoben.... Am Tag sind sie dann alleine. vor 4 Minuten von Lazaros: Wenn es nicht geht oder man nicht will, dann muss man halt für die Aufbewahrung seiner Eltern zahlen. Eigentlich sehe ich es als Normalfall, dass man seine Finanzen so plant, dass man im Alter bei niemandem auf dem Geldbeutel liegt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 Sonntag um 19:28 · bearbeitet Sonntag um 19:57 von Fondsanleger1966 vor 2 Stunden von ohnePeil: Die Pflegestufe 1 dient oft dazu, um jemanden aus dem weiteren Umfeld fürs Putzen zu bezahlen. Ich würde eher hier den Rotstift ansetzen als bei den höheren Stufen. Im Pflegegrad 1 - Pflegestufen existieren schon lange nicht mehr - gibt es den Entlastungsbeitrag von derzeit 131 Euro im Monat. Dafür kann ein Angehöriger, der z.B. einen Demenzkranken 24/7 betreut, für ca. 4 Stunden im Monat jemanden kommen lassen, der auf den Demenzkranken aufpasst, damit der pflegende Angehörige z.B. 1-2 Mal im Monat eine Angehörigen-Selbsthilfegruppe aufsuchen kann. Das ist oft eine große Hilfe, weil dort viele zum ersten Mal erfahren, wie sie mit Demenzkranken sinnvoll umgehen können und so der Schritt ins Pflegeheim z.T. noch um 1-2 Jahre verzögert werden kann. Oder es kommt alle 2 Wochen jemand für 2 Stunden vorbei, um zu helfen (ideal wäre jede Woche 1 Stunde). Das kann putzen sein oder auch etwas anderes. Der eigentliche Grund ist aber, das durch den regelmäßigen Kontakt Alleinstehende sehr viel länger nicht in eine stationäre Betreuung müssen. Ich habe so etwas im Zivildienst gemacht. Teilweise konnten wir das Pflegeheim dadurch auch ganz vermeiden. Ohne regelmäßige Besuche funktioniert das aber nicht. Ich habe z.B. mal bei einem solchen Besuch eine an Parkinson erkrankte ca. 75-80jährige Frau auf dem Boden ihres Badezimmers in Glasscherben liegend vorgefunden. Die Tür im Bad war zugeflogen, das Füllungsglas zersprungen und die sehr hagere Frau kam aufgrund ihrer Erkrankung allein nicht mehr hoch. Auch einen schleichenden mentalen Abbau bei Alleinstehenden bekommt ohne solche regelmäßigen Besuche nicht rechtzeitig genug mit. Deshalb wird es dann halt einfach deutlich früher ins Heim gehen - und dadurch wird es richtig teuer. Da sind wir dann schnell beim Kostenfaktor 30x, wenn der Staat einspringen muss. vor 2 Stunden von ohnePeil: Richtig tief drin bin ich da nicht. vor 2 Stunden von ohnePeil: Und ein bisschen Bewegung in den eigenen vier Wänden hat noch kaum jemandem geschadet.... Ausserdem: davon, dass die Bude nicht tiptop ist, ist noch niemand gestorben. Es ist nicht zu übersehen, dass Du nur wenig wirklichen Einblick in das Thema hast. vor 2 Stunden von ohnePeil: Und es scheint ein Bombengeschäft zu sein: irgendwie muss jemand, der genauso heißt wie mein Mann, pflegebedürftig geworden sein. Ständig wird bei uns angerufen, um uns irgendwelche Sets und ähnliches anzudrehen. Da geht es um 42 Euro im Monat für Pflegehilfsmittel wie Hand- oder Flächendesinfektion, Einmalhandschuhe, Bettschutz gegen Urin usw. Für den typischen WPF-Leser sind das Peanuts, über die er mglw. schallend lacht. Für geschätzt 60% bis 80% der pflegenden Angehörigen - die dem Staat durch ihre Pflegeleistung jeden Monat Hunderte oder Tausende von Euros sparen! - dürfte diese Leistung zumindest eine kleine Anerkennung sein, damit sie das nicht auch noch vom eigenen Geld kaufen müssen. Jetzt sollen den pflegenden Angehörigen auch noch die Rentenpunkte kürzt werden. Ich bin mal gespannt, was passiert, wann diese Millionen von Menschen sich sagen: "Warum diese Selbstausbeutung noch weitermachen? Lass doch mal den Staat ran!" Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 19:35 · bearbeitet Sonntag um 19:38 von Holgerli vor 45 Minuten von Lazaros: Und wie ich ein Kind war (also vor 50 Jahren) ging's auch. Pflegeheime waren quasi bei uns nicht existent, auch keine Pflegedienste. Da wurdest Du auch nicht regelmäßig 85 oder 90 Jahre alt und dement. 1975 lag die durchschnittliche Restlebenserwartung eines Rentners bei Rentenantritt bei 12 Jahren einer Rentnerin bei 15 Jahren. Heisst: Mit 77 bzw. 80 Jahren war durchschnittlich Ende. Bei irgendwas zwischen 75 und 80 Jahren verorte ich subjektiv das Alter wo Senioren heute "komisch" werden und körperlich gebrechlich. Also kein großartiges Problem die damals im eigenen Haushalt leben zu lassen. Das Problem sind heute die 80+ bzw. 85+ Rentner. vor 41 Minuten von ohnePeil: Eigentlich sehe ich es als Normalfall, dass man seine Finanzen so plant, dass man im Alter bei niemandem auf dem Geldbeutel liegt. Aus eigener Erfahrung: Nein. Weil alt, pflegebedürftig oder dement werden immer nur die anderen. Und das ist der Fall, wenn man es kann. Der andere Fall ist z.B. die Altenpflegerin: Will soll die selber für ihr Alter vorsorgen bei dem Gehalt? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 20:04 Vermutlich wird das wieder ein sehr emotionale Diskussion, weil hier Lebensentwürfe, Moralvorstellungen und Religion hart aufeinander prallen. Siehe Seiten 2 & 3. Deswegen werde ich hier wohl ab jetzt nur noch sehr begrenzt posten, wenn es nicht um finanzielle Aspekte des Themas geht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros Sonntag um 20:29 vor 22 Minuten von Holgerli: Deswegen werde ich hier wohl ab jetzt nur noch sehr begrenzt posten, wenn es nicht um finanzielle Aspekte des Themas geht. "Silent Treatment"? So was kann auch "in die Hose gehen". Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 20:32 vor 2 Minuten von Lazaros: "Silent Treatment"? So was kann auch "in die Hose gehen". Nein, aber schau Dir die Seiten 2 und 3 an. Da habe ich schon mal was geschrieben was wohl zu kontrovers und schwups gingen die Emotionen hoch. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag