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krett

Lindner-Rente (Reform der priv. Altersvorsorge 2024/25)

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Malwas

Ich finde es weiterhin unsinnig den Kostendeckel noch tiefer setzen zu wollen. Wenn es sich nicht rechnet, das Produkt zu vertreiben, dann wird es einfach nicht unter die Leute gebracht. Vor allem wenn es bessere Alternativen gibt. Die Leute, die ein kostengünstiges Altersvorsorgeprodukt abschließen sollten, werden nie davon erfahren. Dann bleibt es für die eben bei Rürup mit BU.

Natürlich wäre es schön, wenn der allgemeine Bürger günstige Produkte zur Auswahl hat, aber wenn das die Gesamtbevölkerung betreffen soll, und nicht nur die gut informierten Privatentscheider, muss man einfach realistisch sein.

 

Vor allem gilt das sowieso nur für das Standardprodukt. Das ist ja minderwertig und unflexibel. Viel besser wäre doch ein Premium Altersvorsorgedepot mit integrierter Vermögensverwaltung. Da hat man dann viel mehr Freiheiten. Auch was Kosten und Vertriebsprovisionen angeht.

 

Die eigentlich Lösung ist und bleibt, dass der Staat selbst ein entsprechendes Produkt auf den Markt bringt, wo die Kosten deutlich unter dem Kostendeckel liegen, und auch die Vermarktung dafür übernimmt.

 

vor 33 Minuten von satgar:

Meiner Meinung nach könnte man sich die Förderung für Geringverdiener nochmal ansehen, da diese bei Riester 1.0 besser ausgestaltet ist für diese Personen, als bei Riester 2.0

Das sehe ich auch so.

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 13 Minuten von Malwas:

Ich finde es weiterhin unsinnig den Kostendeckel noch tiefer setzen zu wollen. Wenn es sich nicht rechnet, das Produkt zu vertreiben,

Ich verstehe deinen Punkt. Das war bei Riester 1.0 in der Anfangszeit übrigens auch so. Dort gab es Beschränkungen für die Provisionen, was dazu führte, dass die Produkte wie Blei in den Regalen liegen blieben. Erst als man dies aufhob, stürzte sich der Vertrieb darauf und es wurde verkauft wie geschnitten Brot.

 

Die Frage ist halt, ob man das wirklich gut finden muss. Oder finden soll. Wenn ein Produkt erst durch ausreichende Provision in den Markt gedrückt werden kann, so gut es auch sonst sein mag, es aber sonst nicht an die Abnehmer gelangt, weil sich diese mit dem Thema Altersvorsorge selbst aktiv nicht beschäftigen (wollen). Ich sehe das Dilemma. Bin aber nach den Erfahrungen mit Riester 1.0 eher der Meinung und gewillt, das Thema nicht wieder zugunsten der Anbieter und Vertriebe zu entscheiden im Sinne des "besser eine zu teuer Altersvorsorge als keine Altersvorsorge". Es gibt ja auch nicht immer nur die Extreme mit "es muss ganz ganz günstig sein wie der Schweden Fonds mit 0,10% Kostensatz je Jahr" und es darf unbegrenzt viel Kosten. Sondern man kann ja einen Deckel einziehen. Die Frage ist wie immer nur, wo er liegen mag. Und wie die Kosten auch anfallen. Verteilt es sich auf die gesamte Laufzeit, ist das für Verbraucher in jedem Fall ein Fortschritt im Vergleich zu jetzt bei den Versicherungslösungen mit Upfront Provision. Wenn man sich eventuell Richtung 1,0% Produktkosten inkl. Fonds TER je Jahr bewegt, fände ich das auch nicht verkehrt. Ob es jetzt für alles und jedes weniger als 0,5% sein muss, darüber lässt sich unter den o.g. Gründen und Aspekten ja noch streiten.

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Schwachzocker
vor 7 Minuten von satgar:

Ich verstehe deinen Punkt. Das war bei Riester 1.0 in der Anfangszeit übrigens auch so. Dort gab es Beschränkungen für die Provisionen, was dazu führte, dass die Produkte wie Blei in den Regalen liegen blieben. Erst als man dies aufhob, stürzte sich der Vertrieb darauf und es wurde verkauft wie geschnitten Brot.

Theoretisch ergibt sich automatisch ein Kostendeckel, weil der Kunde weiterhin entscheiden kann, auf diese Produkte zu pfeifen, und sich einen ganz normalen ETF für 0,2% p.a. ins Depot zu legen. Dies wäre dann die Referenz zu den staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten mit seinen Vor- und Nachteilen.

Wenn ich mich entscheiden muss zwischen ein Produkt zu 0,2% p.a. und ein anderes mit 1,5% p.a., dann frage ich doch, was es da so Tolles gibt und fange an zu rechnen.

 

Und mit den Leuten, die alles unterschreiben, was man ihnen vorlegt, habe ich überhaupt kein Problem. Es gibt ja eine Grundsicherung. Die ist auch für Dumme da. 

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Nachdenklich
vor 37 Minuten von Malwas:

Die eigentlich Lösung ist und bleibt, dass der Staat selbst ein entsprechendes Produkt auf den Markt bringt, wo die Kosten deutlich unter dem Kostendeckel liegen, und auch die Vermarktung dafür übernimmt.

Bitte nicht!

 

Ich möchte genau das nicht!  Der Staat sollte seine Finger da soweit wie möglich raus halten. 

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i++
· bearbeitet von i++
Am 31.1.2026 um 14:44 von poipoi:

Das ist die finale Stellungnahme des Bundesrats: 

 

Stellungnahme (30.01) des Bundesrats

Es gibt einen neuen Entwurf der Bundesregierung: https://dserver.bundestag.de/btd/21/040/2104088.pdf

Zum Standardprodukt heißt es:

Zitat

Die Bundesregierung lehnt den Vorschlag ab.

Ein einheitliches Standardprodukt, das von einer öffentlichen Stelle oder einem Zusammenschluss privater An-

bieter angeboten wird, ist nicht erforderlich. Der Gesetzentwurf beinhaltet bereits ein privatwirtschaftliches An-

gebot von Standarddepots, das grundsätzlich von allen Anbietern von Altersvorsorgeprodukten angeboten wer-

den muss. 

Kostendeckel wird überprüft:

Zitat

Die Bundesregierung kommt der Bitte um Prüfung nach.

Das Thema (Lesung) steht für den 26.2. auf der Tagesordnung im Bundestag. Nach diesem Kalender: https://www.bundestag.de/parlament/plenum/tagesordnungen.

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s1lv3r
Am 13.2.2026 um 17:05 von satgar:

Wenn man sich eventuell Richtung 1,0% Produktkosten inkl. Fonds TER je Jahr bewegt, fände ich das auch nicht verkehrt.

 

Mit einem Kostendeckel von 1,0% kommen wir aber in die irgendwie seltsame Situation, dass sehr viele frei verkäufliche aktive Fonds außerhalb dieser Versicherung (ggf. sogar von den gleichen Personen vertrieben) weiter munter an den Mann gebracht werden, die selben Fonds dann aber innerhalb einer Versicherung, die nur als Mantel für Fonds dient, nicht mehr möglich sind. Das wäre für mich irgendwie abstrus, denn entweder man muss die Leute bei der Altersvorsorge vor zu hohen Kosten schützen, oder eben nicht ...

 

Ich tendieren daher irgendwie dazu, dass man die Leute nicht vor sich selber beschützen kann. Wenn die nicht - zumindest langfristig - selber darauf kommen, dass es nicht klug sein kann 1% 2% oder 5% ihres Anlagebetrags jährlich einfach jemand anderem zu geben, werden sie immer wieder in irgendwelche Fallen laufen ... eine komplizierte Regulatorik mit einem Kostendeckel ist da doch einfach nur ein weiterer reiner Papiertiger.

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Schwachzocker
vor 50 Minuten von s1lv3r:

...

Ich tendieren daher irgendwie dazu, dass man die Leute nicht vor sich selber beschützen kann. Wenn die nicht - zumindest langfristig - selber darauf kommen, dass es nicht klug sein kann 1% 2% oder 5% ihres Anlagebetrags jährlich einfach jemand anderem zu geben, werden sie immer wieder in irgendwelche Fallen laufen ... eine komplizierte Regulatorik mit einem Kostendeckel ist da doch einfach nur ein weiterer reiner Papiertiger.

:thumbsup:

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krett
vor 53 Minuten von s1lv3r:

 

Mit einem Kostendeckel von 1,0% kommen wir aber in die irgendwie seltsame Situation, dass sehr viele frei verkäufliche aktive Fonds außerhalb dieser Versicherung (ggf. sogar von den gleichen Personen vertrieben) weiter munter an den Mann gebracht werden, die selben Fonds dann aber innerhalb einer Versicherung, die nur als Mantel für Fonds dient, nicht mehr möglich sind. Das wäre für mich irgendwie abstrus, denn entweder man muss die Leute bei der Altersvorsorge vor zu hohen Kosten schützen, oder eben nicht ...

 

Ich tendieren daher irgendwie dazu, dass man die Leute nicht vor sich selber beschützen kann. Wenn die nicht - zumindest langfristig - selber darauf kommen, dass es nicht klug sein kann 1% 2% oder 5% ihres Anlagebetrags jährlich einfach jemand anderem zu geben, werden sie immer wieder in irgendwelche Fallen laufen ... eine komplizierte Regulatorik mit einem Kostendeckel ist da doch einfach nur ein weiterer reiner Papiertiger.

 

Ist eigentlich inzwischen bekannt wie diese Kosten berechnet werden? Also sind das wirklich die direkten Kosten der Bank UND die Kosten eines Fonds (TER) oder nur ersteres?

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 4 Minuten von krett:

 

Ist eigentlich inzwischen bekannt wie diese Kosten berechnet werden? Also sind das wirklich die direkten Kosten der Bank UND die Kosten eines Fonds (TER) oder nur ersteres?

Es ist nicht bekannt. Aber es gibt ja schon eine Berechnungsvorgabe, die von der Stelle PIA umgesetzt wird. Dort gibt es in den Produktinformationsblättern eine Effektivkostenquote je Jahr. Und das wird sich hier mitnichten ändern.


Das heißt: die Produktinformationsblätter und die Kostenausweise bleiben genau gleich. Und die Effektivkostenquote weist bisher alle Vertragskosten inkl. TER des gewählten Fonds aus.

 

https://produktinformationsstelle.de/effektivkosten/

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fgk

Es sind alle Kosten:

Zitat

§ 2a Kosten, Verordnungsermächtigung

(1) Anbieter eines Altersvorsorgevertrages gemäß § 1 Absatz 1, 1a Nummer 2, Absatz 1b oder 1c haben zu ermitteln, in welcher Höhe sich bis zum Beginn der Auszahlungsphase die Kosten mindernd auf die Rendite des Vertrags auswirken (Effektivkosten). Die Ermittlung der Effektivkosten erfolgt gemäß der Ermittlung des Gesamtkostenindikators nach Anhang VI der Delegierten Verordnung (EU) 2017/653.

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX:32017R0653
 

Zitat

Berechnung des Gesamtkostenindikators

70.

Der Gesamtkostenindikator wird berechnet als Differenz zwischen den beiden Prozentsätzen iund r, wobei r dem jährlichen internen Zinsfuß im Verhältnis zu den Bruttozahlungen des Kleinanlegers und den geschätzten Leistungszahlungen an den Kleinanleger während der empfohlenen Haltedauer und i dem jährlichen internen Zinsfuß für das jeweilige kostenfreie Szenario entspricht.

71.

Die Schätzung der künftigen Leistungszahlungen gemäß Nummer 70 dieses Anhangs erfolgt auf der Grundlage der folgenden Annahmen:

a)

außer bei den in Anhang IV Nummer 17 genannten PRIIP wird der jährliche interne Zinsfuß, d. h. die Performance des PRIIP unter Anwendung der Methodik und der zugrunde liegenden Hypothese berechnet, die für die Schätzung des mittleren Szenarios im Abschnitt ‚Performance-Szenarien‘ im Basisinformationsblatt herangezogen wurde;

b)

die Leistungszahlungen werden unter der Annahme geschätzt, dass alle in die Gesamtkosten gemäß Nummer 62 dieses Anhangs einberechneten Kosten abgezogen werden;

c)

bei den in Anhang IV Nummer 17 genannten PRIIP und bei OGAW- oder Nicht-OGAW-Fonds, für die PRIIP-Hersteller das Basisinformationsblatt für Anleger gemäß Artikel 14 Absatz 2 dieser Verordnung nutzen, beträgt die Performance 3 %.

72.

Für die Berechnung des kostenfreien Szenarios gemäß Nummer 70 dieses Anhangs gilt Folgendes:

a)

zur Berechnung von i werden entweder die Bruttozahlungen des Kleinanlegers aus der Berechnung von r um die offenzulegenden Kosten verringert oder die voraussichtlichen Leistungszahlungen an den Kleinanleger aus der Berechnung von r werden unter der Annahme erhöht, dass die offenzulegenden Kostenbeträge zusätzlich angelegt wurden. Damit entspricht i dem jährlichen internen Zinsfuß im Verhältnis zu diesen bereinigten Zahlungen des Kleinanlegers bzw. an den Kleinanleger;

b)

wenn die offenzulegenden Kosten als konstanter Prozentsatz des Werts der Vermögenswerte ausgedrückt werden können, dürfen sie in der unter Nummer 72 Buchstabe a dieses Anhangs beschriebenen Berechnung außer Acht gelassen und stattdessen anschließend zum Prozentsatz des jährlichen internen Zinsfußes i für das jeweilige kostenfreie Szenario hinzuaddiert werden.

Spezifische Anforderungen für andere PRIIP als Investmentfonds:

73.

Für die Berechnung des kostenfreien Szenarios gemäß Nummer 70 dieses Anhangs für andere PRIIP als Investmentfonds werden die Bruttozahlungen des Kleinanlegers aus der Berechnung von r gemäß Nummer 72 dieses Anhangs um die offenzulegenden Kosten verringert

 

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krett
vor 45 Minuten von fgk:


Dann werden wir bestimmt nicht bei 1% landen. Mit viel Glück 1,25%, eher 1,3% oder 1,4%…

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 16 Minuten von krett:


Dann werden wir bestimmt nicht bei 1% landen. Mit viel Glück 1,25%, eher 1,3% oder 1,4%…

Das glaube ich ganz und gar nicht.

 

Bitte nochmal klargestellt: der Kostendeckel der Politik soll sich auf ein Standardangebot beziehen, welches jeder Anbieter anzubieten hat. Daneben soll es frei vereinbare Angebote geben, die alle anbieten können. Hier wird es neben den Versicherern auch Fondsgesellschaften wie DEKA, DWS oder auch Fidelity geben, aber auch Neobroker wie Scalable oder Trade Republic. 


Es wird einen sehr starken Wettbewerb geben. Daher bin ich davon überzeugt, dass wir gerade im Onlinevertrieb inkl. Fonds TER bei um die 0,5% und weniger landen werden. Wenn man dort einen UBS MSCI World mit 0,06% TER wählt, und dann ein sehr günstiges Angebot eines Neobrokers, dürften extrem niedrige Kosten möglich sein.

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s1lv3r
vor 3 Minuten von krett:

Dann werden wir bestimmt nicht bei 1% landen. Mit viel Glück 1,25%, eher 1,3% oder 1,4%…

 

Am Ende wäre es wohl eine reine Lobbyisten-Frage, welche Höchstgrenze die Versicherungslobby im Gesetzgebungsprozess erreichen bzw. verhindern kann. 

 

Von dem was tatsächlich an Kosten in der Praxis erreicht werden könnte, könnte man garantiert eine Kostenquote von unter 0,5% p.a. erreichen. Das ist ja auch ein Bereich der Gesamtkosten in dem günstige Versicherungen bei den jetzt bestehenden Altersvorsorge-Produkten (Riester, Rürup, etc.) schon jetzt landen. Und das Altersvorsorgedepot soll ja einfacher sein, weniger Bürokratie erfordern und ggf. auch von anderen Finanzdienstleistern (Neobrokern, etc.) angeboten werden und nicht nur von reinen Versicherungen ...

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satgar
vor 15 Minuten von s1lv3r:

Von dem was tatsächlich an Kosten in der Praxis erreicht werden könnte, könnte man garantiert eine Kostenquote von unter 0,5% p.a. erreichen. Das ist ja auch ein Bereich der Gesamtkosten in dem günstige Versicherungen bei den jetzt bestehenden Altersvorsorge-Produkten (Riester, Rürup, etc.) schon jetzt landen. Und das Altersvorsorgedepot soll ja einfacher sein, weniger Bürokratie erfordern und ggf. auch von anderen Finanzdienstleistern (Neobrokern, etc.) angeboten werden und nicht nur von reinen Versicherungen ...

Absolut deiner Meinung, vollste Zustimmung. Dass es nicht so günstig wird wie ein normales Depot bei nem Neobroker sollte klar sein. Das muss alles zertifiziert werden bei Bafin und PIA, und auch die Anbindungen an die Zulagenstelle zur Verbuchung der Zulagen usw. kosten Geld. Mehr Geld als ein 08/15 Neobroker Depot. Aber ich bin absolut sicher, und du hast die Beispiele genannt, dass das unter 0,5% Effektivkostenquote inkl. typischer Aktien ETF TER mit bis zu 0,20% p.a. möglich sein wird.

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Bolanger
vor 2 Stunden von s1lv3r:

Ich tendieren daher irgendwie dazu, dass man die Leute nicht vor sich selber beschützen kann.

Richtig, aber man kann die Allgemeinheit davor schützen, teure Lösungen nicht noch mit Geldern der Allgemeinheit zu fördern. 

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krett
vor 48 Minuten von satgar:

Das glaube ich ganz und gar nicht.

 

Bitte nochmal klargestellt: der Kostendeckel der Politik soll sich auf ein Standardangebot beziehen, welches jeder Anbieter anzubieten hat. Daneben soll es frei vereinbare Angebote geben, die alle anbieten können. Hier wird es neben den Versicherern auch Fondsgesellschaften wie DEKA, DWS oder auch Fidelity geben, aber auch Neobroker wie Scalable oder Trade Republic. 


Es wird einen sehr starken Wettbewerb geben. Daher bin ich davon überzeugt, dass wir gerade im Onlinevertrieb inkl. Fonds TER bei um die 0,5% und weniger landen werden. Wenn man dort einen UBS MSCI World mit 0,06% TER wählt, und dann ein sehr günstiges Angebot eines Neobrokers, dürften extrem niedrige Kosten möglich sein.

Ich bezog mich auf dem Kostendeckel im Gesetz. Das viele Anbieter deutlich unter 1% liegen werden, unterschreibe ich sofort.

Ich würde sogar noch weiter gehen: Das Gesetz könnte vorschreiben, das exakt 0€ Kosten anfallen dürfen, das also keine Bank oder Versicherung Geld mit dem Altersvorsorgedepot verdienen darf und trotzdem würden alle relevanten Banken (Neobroker, Sparkassen, Deutsche Bank...) das Altersvorsorgedepot anbieten. Keine Bank kann es sich leisten es NICHT anzubieten und Kunden zu verlieren.

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Nachdenklich
vor 18 Minuten von Bolanger:

Richtig, aber man kann die Allgemeinheit davor schützen, teure Lösungen nicht noch mit Geldern der Allgemeinheit zu fördern. 

Ich bin überzeugt davon, daß es der Allgemeinheit mehr nützen würde, wenn der Staat möglichst wenig Vorgaben machen würde.

Eine Vorgabe, die ich akzeptieren würde, wäre die Verpflichtung, daß der Anbieter die Kosten komplett so deutlich offenlegen muß, daß man sie nicht übersehen kann.

Meinetwegen kann man es verpflichtend machen, daß der Anleger diese Kostenquote drei mal laut und vernehmlich aufsagen muß. :narr:

Wenn ich hier im Forum mitlese, dann entsteht bei mir der Eindruck, daß ein Großteil der Teilnehmer der Meinung ist, daß Europa und insbesondere Deutschland wegen eines Mangels an Initiativen und Neuerungsbereitschaft - also wegen Risikoaversität -  auf dem absteigenden Ast sei. Und bei diesem Thema wird schon wieder nach dem Staat gerufen, der die Schwachen und die Dummen schützen soll. So wird das nichts.

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Amnesty
vor 43 Minuten von Nachdenklich:

Ich bin überzeugt davon, daß es der Allgemeinheit mehr nützen würde, wenn der Staat möglichst wenig Vorgaben machen würde.

Fände ich grundsätzlich auch gut.

Als Steuerzahler möchte ich dann aber nicht, dass die komplette Förderung bei hohen prozentualen Gebühren auf das Gesamtportfolio (auch in der Entsparphase) an die Anbieter fließt.

 

Wenn man auf Einfachheit und Eigenverantwortung setzen wollte, hätte man gar keine neuen Angebote kreieren müssen. Eine Erhöhung des Sparerpauschbetrags hätte dann ausgereicht. 

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Bolanger
vor 42 Minuten von Nachdenklich:

Eine Vorgabe, die ich akzeptieren würde, wäre die Verpflichtung, daß der Anbieter die Kosten komplett so deutlich offenlegen muß, daß man sie nicht übersehen kann.

Das müssen sie bei anderen Versicherungen schon seit langem. Wird eben schwer die Kosten in EUR einfach mit einer Zahl bei Anlageformen anzugeben, deren Entwicklung ungewiss ist. Und leider versteh nicht jeder, wie viel er nun tatsächlich zahlt, wenn die Kostenquote 0,6% ist. 

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 56 Minuten von Nachdenklich:

Eine Vorgabe, die ich akzeptieren würde, wäre die Verpflichtung, daß der Anbieter die Kosten komplett so deutlich offenlegen muß, daß man sie nicht übersehen kann.

Gibt es doch alles schon. Und das muss auch alles vor Abschluss ausgehändigt werden. Und der Verkäufer seinen Vermittler Status offen legen, und eine Beratungsdokumentation machen, und für manche Produkte eine Überprüfung der Angemessenheit- und geeignetheit anhand der Erfahrungen und Kenntnisse, und und und. Wenn das aber einfach nicht angesprochen oder ausgehändigt wird, läuft das alles ins Leere.

 

Sonst seien wir mal ehrlich: sonst würden viele Produkte der Strukturvertriebe oder des Bankenvertriebs, auch aktive Fonds, im regal liegen bleiben und vom Kunden nicht gekauft. 
 

Alles noch transparenter zu machen, noch früher aushändigen zu müssen und mit der 10ten Unterschrift zu quittieren, wird den Bürger nicht schützen.

vor 11 Minuten von Bolanger:

Und leider versteh nicht jeder, wie viel er nun tatsächlich zahlt, wenn die Kostenquote 0,6% ist. 

Absolut. Wie oft gibt es Kunden die finden in Unterlagen „4,5% Kosten auf jeden Sparbeitrag“ und dann eine RiY von 0,6% p.a. insgesamt und fragen sich, wie das sein kann. Auch zuletzt fragte das hier jemand im Forum in dieser Art und Weise. Kosten muss man auch verstehen. Wie hoch sie sind, worauf sie sich genau beziehen, wie lange sie anfallen und über welchen Zeitraum sie verteilt werden.

 

3000€ upfront Kosten sind etwas anderes als 3000€ Kosten über 30 Jahre verteilt. Beispiele über Beispiele.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 12 Minuten von Amnesty:

Als Steuerzahler möchte ich dann aber nicht, dass die komplette Förderung bei hohen prozentualen Gebühren auf das Gesamtportfolio (auch in der Entsparphase) an die Anbieter fließt.

 

Wenn man auf Einfachheit und Eigenverantwortung setzen wollte, hätte man gar keine neuen Angebote kreieren müssen. Eine Erhöhung des Sparerpauschbetrags hätte dann ausgereicht. 

 

Mal eine grundsätzliche Frage: geht es überhaupt um den Bürger und seine Altersvorsorge? Oder geht es um Subventionen/Vertriebsunterstützung für die Finanzindustrie?

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satgar
vor 11 Minuten von Amnesty:

Eine Erhöhung des Sparerpauschbetrags hätte dann ausgereicht. 

Sehe ich nicht so. Denn das hilft insbesondere Personen die wenig bis gar nichts wegsparen, überhaupt nicht. Da ist sowas wie eine Zulagengutschrift sinnvoll.

 

Und mit dem Sparerpauschbetrag kann man auch „zocken“ und anderweitige Dinge als Altersvorsorge betreiben. Ich finde das schon gut so, dass man es nicht einfach darüber macht.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor einer Stunde von Nachdenklich:

Ich bin überzeugt davon, daß es der Allgemeinheit mehr nützen würde, wenn der Staat möglichst wenig Vorgaben machen würde.

 

Die Frage ist halt auch, wie viel Bürokratie so ein Kostendeckel wirklich auslösen würde. Muss der Anbieter seine Produktkosten-Kalkulation dann durch eine dritte (staatliche) Stelle aufwändig jedes Jahr zertifizieren lassen? Und was ist mit den Kosten, die außerhalb seiner Kontrolle von Dritten beeinflusst werden? Wenn der ETF-Anbieter die TER erhöht, weil das Fondsvolumen zu klein wird, oder bei einem kleinen Depot auf einmal die Transaktionskosten einer 5€ Einzahlung das Depot in einem Jahr über den Kostendeckel bringen? Klagen dann auf einmal Anlager gegen den Verstoß des Kostendeckels?
 

Führt der Kostendeckel also dazu, dass die Lösung für alle um durchschnittlich 0,2% p.a. teurer wird, weil wieder 100 Anwälte und 20 Versicherungsmathematiker beschäftigt werden?

 

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, würde aber unter der Unsicherheit dieser Probleme ebenso zum von dir vorgetragenen Mantra neigen; Je weniger Vorgaben umso besser.

 

Dass das mit den Vorgaben blöd sein kann, hat man schließlich ja schon bei Riester gesehen, wenn ich dieses Beispiel wieder bemühen darf. Da wollte man auch nur den Kunden beschützen ...

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chirlu
vor einer Stunde von Nachdenklich:

Meinetwegen kann man es verpflichtend machen, daß der Anleger diese Kostenquote drei mal laut und vernehmlich aufsagen muß. :narr:

 

Kostenquote funktioniert nicht. Es muss der Geldbetrag sein.

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Schwachzocker
vor 29 Minuten von satgar:

Und mit dem Sparerpauschbetrag kann man auch „zocken“ und anderweitige Dinge als Altersvorsorge betreiben. Ich finde das schon gut so, dass man es nicht einfach darüber macht.

Ja, wenn man mit dem Pauschbetrag zockt, dann fließt das Geld an den Broker. Und wenn man zu teure Produkte abschließt, dann fließt das Geld an die Versicherung, in beiden Fällen also an den Anbieter.

Wo der Verbraucher sein Geld verschwendet, ist doch letztlich egal. Es ist immer schlecht für seine Altersvorsorge.

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