satgar vor 6 Stunden · bearbeitet vor 6 Stunden von satgar vor 39 Minuten von s1lv3r: @1+1=10 Nichts für Ungut, aber die ganze Idee des Libertarismus krankt halt meiner Meinung nach irgendwo daran, dass sich 99% der Aussagen im Endeffekt auf "Ich will keine/weniger Steuern zahlen." reduzieren lassen. Alles andere ist dann nur argumentatives Beiwerk vonwegen irgendwelcher hehren Ziele von Selbstbestimmung und so ... - und genauso liest sich dein Beitrag für mich auch. Es ist ja nicht so, dass man zu irgendwas gezwungen wirst. Der Staat sagt nur, wenn du vor dem Hintergrund der Altersvorsorge von uns Geld (in Form von Zulagen und Steuervergünstigungen) willst, dann nur, wenn du das Geld auch tatsächlich für die Altersvorsorge verwendest. Das ist halt unsere Bedingung. Denn warum sollten wir als Gesellschaft es fördern, dass du gerade auf deinen nächsten Porsche hinsparst?! Und ehrlich gesagt finde ich das bezogen auf diesen Aspekt auch absolut richtig so. Das es dann gesellschaftlich schöner wäre, wenn die Leute mehr Eigenverantwortung wahrnehmen würden. Ja, klar da kann ich dir auch zustimmen ... - aber halt bitte nicht gefördert mit meinem/unserem Steuergeld. Seh ich exakt auch so. Während man den normalen liberalen Menschen im Sinne des Liberalismus schon immer eine Haltung des „jeder ist sich selber der nächste“ / „wenn jeder an sich selber denkt, ist an alle gedacht“ vorgeworfen hat, findet sich dies im Sinne des Libertarismus dann tatsächlich wieder. Eine Haltung des „lasst mich alle in Ruhe, ich mach mein eigenes Ding“. Geht diese Art der Gesellschaftsform überhaupt mit einer Art sozialen Gemeinwesen zusammen? Einer Tafel, einer Nachbarschaftshilfe, Vereinen und anderen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Selbst sowas wie die Ursprünge von Krankenversicherung der PKV, Selbsthilfeeinrichtungen von Menschen der gleichen Kammer oder Innung, kann ich mir in sinnbild des Libertarismus nicht vorstellen. Während es im Sozialismus oder Kommunismus nur das „wir/unser/kollektiv“ zu geben scheint oder soll, ist es im Libertarismus nur das „Ich/individuum“ Beide extremen Formen lehne ich persönlich ab. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
1+1=10 vor 4 Stunden vor einer Stunde von s1lv3r: dass sich 99% der Aussagen im Endeffekt auf "Ich will keine/weniger Steuern zahlen." reduzieren lassen Das ist ein Strohmann und spiegelt nicht das wider, was Leute wie ich wirklich wollen. Der Staat soll meiner Ansicht nach nur das regeln, was Bürger nicht selbst effizient (kostengünstig, transparent, ...) regeln können wie z.B. Sicherheit, Rechtsstaat, Eigentumsschutz, ... Dafür zahle ich gerne eine Steuer. vor einer Stunde von s1lv3r: Das ist halt unsere Bedingung. Denn warum sollten wir als Gesellschaft es fördern, dass du gerade auf deinen nächsten Porsche hinsparst?! vor einer Stunde von s1lv3r: Das es dann gesellschaftlich schöner wäre, wenn die Leute mehr Eigenverantwortung wahrnehmen würden. Ja, klar da kann ich dir auch zustimmen ... - aber halt bitte nicht gefördert mit meinem/unserem Steuergeld. Ist es eine Förderung, wenn man etwas nicht wegnimmt? Ökonomisch gesheen ist die Besteuerung von Kapital ziemlich ineffizient, das macht der Staat nur weil - es einfach ist (schön digital dokumentiert) - sich "den Reichen das Geld wegnehmen" gut anhört - er die steigende Ungleichheit nicht befeuern möchte und wirklich relevant ist nur das letzte Argument, aber da gibt es bessere Lösungen, die jedoch aufwändiger sind als einfach Kapital zu besteuern und daher von Politikern gemieden werden: negatives Einkommensteuersystem, Bildungssystem reformieren, Vermögensaufbau mehr fördern, Wettbewerb stärken damit es zu weniger Monopolen kommt + Bürokratie reduzieren + Subventionen streichen, usw. usf. ... Was man fördern möchte, sollte man möglichst wenig besteuern. Kapitalbesteuerung ist und bleibt asymmetrisch, da man 100% des Risikos trägt und der Staat im Verlust nicht entschädigt (selbst Verlustvortrag bringt keine Entschädigung, da es nur mit zukünftigen Gewinnen verrechnet wird). Und wie Sapine bereits geschrieben hat, wird die Besteuerung auf die nominalen Gewinne gemacht, nicht auf die realen, man müsste richtigerweise die Inflation abziehen. vor 36 Minuten von satgar: Geht diese Art der Gesellschaftsform überhaupt mit einer Art sozialen Gemeinwesen zusammen? Einer Tafel, einer Nachbarschaftshilfe, Vereinen und anderen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Dann solltest du dir die Geschichte vor dem Sozialstaat anschauen, auch da gab es bereits Kranken-/Unfall-/Pflegevereine, Nachbarschaftshilfen, Feuerwehrvereine, Stiftungen, Ehrenämter, ... Menschen sind schon immer und bleiben hoffentlich auch immer kooperative Wesen. Das entsteht nicht durch eiunen Staat, sondern durch Kultur/Beziehungen/Moral/... Ihr setzt meiner Ansicht nach Libertarismus mit Egoismus und Asozialität gleich und das ist sicher nicht richtig. Vielleicht wäre das eine interessante Diskussion in einen anderen Thread? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar vor 4 Stunden · bearbeitet vor 4 Stunden von satgar vor 38 Minuten von 1+1=10: Ihr setzt meiner Ansicht nach Libertarismus mit Egoismus und Asozialität gleich und das ist sicher nicht richtig. Vielleicht wäre das eine interessante Diskussion in einen anderen Thread? Bestimmt! Wenn du wolltest, könntest du dazu einen eröffnen. Er wäre wahrscheinlich im Off-Topic am besten aufgehoben. Neben der Gesellschaftsform kommt sicher auch die dahinter liegende Wirtschaftsform eine große Bedeutung zu. Von der Planwirtschaft des Sozialismus, hin zu unserer liberalen Demokratie mit der sozialen Marktwirtschaft, hin zur freiheitlichen Demokratie der USA mit Kapitalismus hin zum Libertarismus mit dem (Anarcho-)Kapitalismus. Wenn ich es mal so grob einordnen darf. Häufig kann man Gesellschaftsmodell und Wirtschaftsmodell ja nicht wirklich von einander trennen. Wobei man am Beispiel china sehen kann, dass man auch Kommunistisch/Sozialistisch sein kann, und kapitalistische Einschläge im Wirtschaftssystem einsetzen kann. Wie dem auch sei: auf jeden Fall spannend. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
vanity vor 4 Stunden vor 39 Minuten von 1+1=10: ... Vielleicht wäre das eine interessante Diskussion in einen anderen Thread? Bestimmt - sofern sich dieser nicht in diesem Forum befindet. Ihr wisst doch: Wir sind ein ...! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag