stagflation Samstag um 14:12 · bearbeitet Samstag um 14:18 von stagflation vor 34 Minuten von satgar: Zzgl dem Thema Rechnungszins. Ja, der Rechnungszins geht auch in die Kalkulation ein, weil das Kapital in der Alterungsrückstellung verzinslich angelegt wird. Die erwirtschafteten Zinsen sind im Prinzip zusätzliche Beiträge. Wenn die Verzinsung fällt, muss die Nettoprämie steigen. Es geht aber auch andersherum: wenn die Verzinsung steigt, können die Nettoprämien etwas fallen. Es gibt weitere Rechengrößen, die in die Kalkulation eingehen, z.B. die Sterbetafeln. Wenn die Menschen länger leben, muss die Nettoprämie etwas steigen. Es gibt aber einen großen Unterschied. Der Rechnungszins kann steigen und er kann fallen. Das ist mal gut und mal schlecht für den Beitragszahler. Es geht also in beiden Richtungen. Bei den Themen "Inflation" und "Medizinische Inflation" gibt es in unserem Wirtschaftssystem leider nur eine Richtung: die Preise steigen. Insofern kann man schon die Frage stellen, ob das Rechenmodell der PKV fair ist - oder ob man nicht von Anfang an eine Inflation von 2% einrechnen sollte. Das würde zu höheren Prämien am Anfang und zu geringeren Beitragserhöhungen führen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar Samstag um 14:19 vor 5 Minuten von stagflation: Es gibt weitere Rechengrößen, die in die Kalkulation eingehen, z.B. die Sterbetafeln. Wenn die Menschen länger leben, muss die Nettoprämie etwas steigen Jetzt steh ich gerade tatsächlich total auf dem Schlauch: Den rechnungszins eines Bestands Vertrages kann der Versicherer ja ändern. Und die Inflation passt er ohnehin über die Beiträge ab. Aber kann er in bestandsverträgen auch die sterbetafeln Tauschen? Da bin ich gerad überfragt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu Samstag um 16:37 vor 2 Stunden von satgar: Aber kann er in bestandsverträgen auch die sterbetafeln Tauschen? Ja, natürlich. Wenn eine Beitragsanpassung ausgelöst wird, werden alle Rechnungsgrundlagen überprüft und ggf. aktualisiert; auch die Sterbewahrscheinlichkeiten (und die Stornowahrscheinlichkeiten, was aus PKV-Sicht fast dasselbe ist, sich aber stärker ändern kann). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
tiigeri Samstag um 16:40 @stagflation Ja, Deinen Beitrag habe ich gelesen damals, Danke... Zitat Die Kopfschäden erhöhen sich nicht jedes Jahr gleichmäßig um die medizinische Inflation, sondern es gibt Schwankungen. Außerdem gibt es die "auslösenden Faktoren", so dass es nur alle paar Jahre zu einer Beitragssteigerung kommt. Diese fällt dann aber oft deutlich deutlich höher aus als 4% - 5%. Die Inflation spiegelt sich doch letzendlich in den Kopfschäden wieder, oder? Und diese sind laut den Zahlen zwischen 2021 und 2026 doch weitgehend identisch geblieben, zumindest für unter 65-Jährige. Ich verstehe halt nicht, warum es in dieser Zeit dann Erhöhungen um ca. 50% gegeben hat im PNWS für Mitt-Fünfziger wie mich! Oder spielen die Zahlen für Über-65 Jährige da ne große Rolle? Ja, Sterbetafeln können auch eine Erhöhung verursachen. Die letzte ist 2025 von der Bafin veröffentlicht worden ("PKV–2026") und die Sterbewahrscheinlichkeiten blieben nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Den Rechnungszins hat die Debeka bereits 2021 angepasst, von 3,2% auf 2,3%. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation Sonntag um 15:05 · bearbeitet Sonntag um 15:59 von stagflation @tiigeri: eins vorweg: ich bei kein Versicherungsmathematiker - nur interessierter Laie. Deine Zahlen für den Tarif PNWS sind interessant - aber möglicherweise nicht die Zahlen, die Du brauchst. Grundlage der Kalkulation sind die offiziellen Kopfschäden-Statistiken der Bafin: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Statistik/st_wahrscheinlichkeitstafeln_pkv_2023.html. Wenn Du Dich für Kostensteigerungen interessierst, solltest Du dort suchen. Neuversicherer müssen diese Daten verwenden. Versicherer mit hinreichend großen Kundenbestand dürfen ihre eigenen Statistiken verwenden, wenn sie nachweisen können, dass sie versicherungsmathematisch valide sind. Die Debeka ist ein großer Versicherer und wird wahrscheinlich mit eigenen Daten arbeiten. Ich glaube aber nicht, dass sie für jeden Tarif mit eigenen Kopfschäden-Statistiken arbeiten. Wahrscheinlich haben sie Bisex Statistiken für Männer und Frauen und eine Unisex-Statistik. Möglicherweise noch getrennt nach Beamten und Nicht-Beamten. Insofern werden die PWNS Daten, die Du gepostest hast, nicht Grundlage für die Kalkulation der Beiträge sein. Insbesondere können die Daten für 2025 und 2026 nur Prognosen sein, weil ja noch gar nicht bekannt ist, welche Kosten tatsächlich entstanden sind. vor 23 Stunden von tiigeri: Ich verstehe halt nicht, warum es in dieser Zeit dann Erhöhungen um ca. 50% gegeben hat im PNWS für Mitt-Fünfziger wie mich! Oder spielen die Zahlen für Über-65 Jährige da ne große Rolle? In die Kalkulation Deiner Nettoprämie gehen hauptsächlich die Kosten aller Altersstufen über Dir ein. Wenn ich es richtig verstehe, hast Du die Zahlen von 2018, 2021, 2025 und 2026 gepostet? Ich habe mal die Steigerungen ausgerechnet: Ich sehe eine Steigerung von ca. 33%. Die muss in die Nettoprämien rein. Da die Beiträge stärker steigen (zumindest bis zum Alter 60), scheint mir eine Beitragssteigerung um 50% durchaus realistisch. Die Steigerungen erfolgen übrigens nicht sofort, sondern mit etwas Verzögerung. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag