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Soprano

Elterngeldgrenze 175.000 - Thesaurierer vs. Ausschütter + Allgemeine Fragen

Empfohlene Beiträge

ttrax12

Hier geht's ja mal wieder drunter und drüber, nichtmal die tägliche Portion Moralin fehlt :rolleyes:

 

Zum Thema:

Am 27.12.2025 um 23:20 von Soprano:

wir planen in naher Zukunft ein Kind zu bekommen

Mit Zukunft meinst du hoffentlich ET irgendwann 2027 sonst dürfte es sehr knapp werden, da der Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt entscheidend ist.

Am 27.12.2025 um 23:20 von Soprano:

knapp über der Bemessungsgrenze von 175.000€ zvE liegen

Mal mit einem Steuerprogramm genau nachgerechnet, wieviel du drüber bist (falls überhaupt)?

Mit einem Brutto von 200k dürfte es so knapp sein, dass ein paar geschickte Werbungskosten sogar reichen könnten.

 

Zur Frage 1:

Hier wurde ja schon mein Beitrag von hier zitiert, kurz zusammengefasst:

Alle Kapitalerträge, die nicht in dem Steuerbescheid auftauchen (weil die Bank die KapESt bereits abgezogen hat) spielen für das Elterngeld keine Rolle. Es ist also völlig egal, ob ausschüttend oder thesaurierend.

 

Zur Frage 2: 

Am 27.12.2025 um 23:20 von Soprano:

Beide sind freiwillig GKV versichert, eine Rentenvorauszahlung entfällt also. 

Diese Aussage verstehe ich nicht. Der wohl größte und einfachste Hebel zum Senken des zvE sind Vorauszahlungen zur Krankenkasse. Das ist auch in der GKV für bis zu drei Jahre möglich. Also bei zwei Personen ca. 80.000€ (2 x 36 x ~1140€) die man dort rausholen kann. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass man die Beiträge selbt überweist und dies nicht durch den Arbeitgeber machen lässt. Bei mir war das aber nur ein kurzer Anruf in der Personalabteilung um das Umstellen zu lassen.

 

Ansonsten bleiben neben entsprechenden Werbungskosten (neuer Computer/Handy etc.), noch die Zuzahlung zur Rente bzw. Versorgungswerk (gerade beim letzteren sind oft auch ein paar Tausend € möglich selbst oberhalb der BBG).

Damit dürfte man selbst ohne komplizierte Riester/Rürup-Konstruke oder ähnliches bis zu einem Gesamtbrutto von ca. 300k € noch relativ gut unter ein zvE von 175k kommen.

 

vor 6 Stunden von Mc100:

Sowas lässt sich leider nicht immer so planen

Klar, kann man sowas nicht 100%ig planen und selbst eine perfekt getimte Schwangerschaft endet nicht zwangläufig auch mit einer erfolgreichen Geburt. Aber es ist, gerade wenn man knapp an der Grenze liegt, durchaus sinnvoll sich rechtzeitig Gedanken zu machen. Hier dürften ja vermutlich ein paar kleine Optimierungen reichen um im sicheren Bereich zu sein. Ansonsten kann es schon sinn machen, er ab April zu "üben" und dann im Dezember zu schauen was der Bauch und der Einkommenszettel macht und entsprechend reagieren.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 6 Stunden von ohnePeil:

Ich würde mal Mai bis Juli empfehlen, mit etwas Risikotoleranz April bis August...

vor 2 Stunden von ttrax12:

 Ansonsten kann es schon sinn machen, er ab April zu "üben" und dann im Dezember zu schauen was der Bauch und der Einkommenszettel macht und entsprechend reagieren.

 

In ein paar Jahren werden die Statistiker erstaunt feststellen, dass in den ersten Monaten des Jahres überdurchschnittlich viele Kinder geboren werden - und sich fragen, was der Grund dafür sein könnte...

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ttrax12
vor 2 Stunden von stagflation:

In ein paar Jahren werden die Statistiker erstaunt feststellen, dass in den ersten Monaten des Jahres überdurchschnittlich viele Kinder geboren werden - und sich fragen, was der Grund dafür sein könnte...

Das müssen dann aber sehr engagierte Statistiker sein, wenn sie eine Effekt messen wollen, der weniger als 5% der Eltern überhaupt betrifft und diese dann auch noch zu der Schicht gehören, die nicht gerade für ihre Gebährfreudigkeit bekannt ist. ;)

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Mkoll
· bearbeitet von Mkoll
Am 29.12.2025 um 12:42 von ohnePeil:

 

Alle diese Planungen setzen voraus, dass man von der Geburt schon im Kalenderjahr vorher weiß und auch nicht auf den letzten Drücker (also vor Anfang Dezember).

Eine Schwangerschaft dauert gut 9 Monate, manchmal etwas kürzer. Und man weiß davon ab knapp einen Monat nach erfolgreicher Zeugung, und ich würde sagen erst ab dem dritten Monat ist es einigermaßen fix.

 

Die Kinderwunschkliniken sind ziemlich gut gebucht.  Mit IVF- oder ICSI-Behandlung kann man es dann wirklich sogar ziemlich genau planen wann der "Schuss" im Labor trifft ; )

Meist sind dort dann auch eher ältere Akademiker die Kunden die genau diese Elterngeld Grenzen Probleme haben.

 

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Calippo
vor 13 Stunden von Mkoll:

Die Kinderwunschkliniken sind ziemlich gut gebucht.  Mit IVF- oder ICSI-Behandlung kann man es dann wirklich sogar ziemlich genau planen wann der "Schuss" im Labor trifft ; )

 

Heisst aber nicht, dass es dann klappt. Die Baby-Take-Home-Rate beträgt 20-25%. Bwei auf Kante genähten Elterngeldoptimierungen würde ich mich da nicht zu sehr drauf verlassen, dass alles sofort beim ersten Versuch nach Plan läuft. 

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Soprano

Frohes neues Jahr und danke für alle antworten. 

Bezüglich der zeitlichen Planung: wir planen natürlich nicht 2026 ein Kind zu bekommen, sonst wären die Fragen inzwischen viel zu spät. 

 

Ich nehme für mich mit: 
GKV + GRV Vorauszahlungen scheinen das probateste Mittel zu sein. Evtl noch Vorauszahlungen ins ärtzliche Versorgungswerk (müsste Bayern sein). 

Vielen Dank für die Hilfe! :) 

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Calippo

Je nach Abteilung kann man auch kreative Dienstplamung versuchen. Z.b. Verzicht auf Auszahlung der Bereitschaftsdienste zugunsten des Arbeitszeitkontos und so später bei Beibehalt des Grundgehalts 2-3 Monate frei aus dem AZK. Evtl. am Wochenende noch 1-2 24h-Dienste im Monat, um das AZK wieder aufzufüllen.

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Fritz57
· bearbeitet von Fritz57

Also kurzer Zwischenstand:


Über einen Hinweis hier im Forum bin ich zu den Froum https://der-privatier.com/kap-10-2-vorauszahlung-von-krankenkassenbeitraegen/ gelangt.
Hier wird etwas holprig aber immerhin ansatzweise beschreiben wie man als Angestellter freiwillige GKV Beiträge vorauszahlen kann.  

Das haben wir natürlich gemacht und konnten so etwa 38.000€ vorauszahlen, das reicht dann bei uns. 

Das habe ich so dann auch als Angestellter durchführen können.

 

Folgender Weg bietet sich also an:

 

1. Umstellung beim Arbeitgeber von Firmenzahler auf Selbstzahler. Das heißt das man ab der Umstellung die KV und PV Beiträge selber bezahlen muss. Der Zuschuss vom AG kommt aber nach wie vor mit der Lohnauszahlung. Die Umstellung erfolgt in der Regel ein paar Tage (bei uns ca. 10 Tage vorher) vor Lohnauszahlung. Das muss man zeitlich beachten.  

2. Auf den Meldeschein zur Sozialversicherung DEUV Bescheinigung warten und kontrollieren das dort die Codierung von 9111 auf 0111 geändert wurde. Die Meldung wird normmalerweise elektronisch innerhalb von 1 -2 Tagen an die KV übermittelt

3. nachfragen bei der KV ob Umstellung bei der KV eingegangen ist

4. Bei der KV Vorauszahlung beantragen

5. Betrag zur Vorauszahlung muss bis spätestens 15.12. bei der Kasse eingegangen sein um für das aktuelle Beitragsjahr noch zu zählen

6. Auf die Beitragsbestätigung der KV warten und diese Beiträge dann beider Steuererklärung unter: Sonderausgaben Anlage Vorsorgeaufwand Zeile 16, 17 und 18 eintragen

7. Darauf freuen von den enormen Steuern (hoher 6 stelliger Betrag) die man die letzten Jahre gezahlt hat einen sehr kleinen einstelligen Prozentsatz wiederzubekommen. 

 

Es gibt jedoch ein paar Dinge zu beachten:

1. man muss freiwillig gesetzlich Versichert sein (sollte man eigentlich in der Einkommensregion sein, oder man ist PKV versichert) 

2. auch die Zinserträge muss man im ZvE beim Elterngeld beachten (nicht vergessen!) denn diese tauchen im normalen ZvE nicht auf, die Elterngeldstelle rechnet diese aber hinzu wenn diese in der Einkommensteuererklärung auftauchen! Dieses Vorgehen wurde vor dem Verwaltungsgericht sogar bestätigt. 

3. man darf maximal 3 Jahre vorauszahlen. Als Basis für die Multiplikation mit 3 dienen hier die Summe aus den letzten 12 Monaten! Achtung man kann hier sehr schnell überzahlen wenn man den Aktuellen Betrag mit 36 multipliziert! -> als Folge wird von Ablehnung der Sonderausgabe beim FA bis zu längeren Rechtsstreitigkeiten mit immerhin Teilanerkennung berichtet. Alles in Summer ziemlich unschön, also bloß nicht überzahlen auch nicht ein paar Cent!

4. Der gesamte Prozess der Umstellung und Vorauszahlung dauerte bei mir 2 Monate! Das heißt wird die Schwangerschaft erst Mitte November oder später erkannt stehen die Zeichen schlecht hier auf diese Art und Weise noch Einfluss nehmen zu können! Abhilfe kann eine Vorsorgliche Umstellung auf Selbstzahler sein. Damit verkürzt man den Prozess natürlich erheblich.

5. Das ganze Konstrukt für das Elterngeld funktioniert nur sicher wenn die Erkennung der Schwangerschaft zwischen April und Oktober liegt. Denn wird man z.B. im Februar schwanger kommt das Kind noch im selben Jahr und man kann sein Vorjahres ZvE nicht mehr beeinflussen, der Zug ist schon abgefahren. Wird man im August schwanger kommt das Kind im Folgejahr und man kann noch Einfluss auf sein ZvE des Geburtsvorjahr nehmen!

6. Mann kann nicht nach 1 Jahr oder 2 Jahren sofort wieder 3 Jahre im voraus zahlen! Sondern nur die Differenz die schon aufgebraucht ist + die Differenz die sich aus Beitragserhöhung ergibt! Dies ist sehr wichtig wenn es um das zweite Kind geht! Jedoch sollte das ZVe hier eh eher geringer sein, da ggf. die Frau oder der Mann weniger verdient (Teilzeit usw.). Aber das muss beachtet werden!

 

Sobald die ganze Sache durch ist werde ich wieder berichten. 

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