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Schuhschnabel

400k Welt-Portfolio resilienter ausgestalten

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Schuhschnabel

Liebe WPC

 

Ich bin 33 Jahre alt und wohne in Zürich.

 

Erfahrungen mit Geldanlagen:
Ich bin seit 2015 in ETFs investiert nachdem ich Gerd Kommers Buch gelesen habe.

Daneben habe ich Erfahrungen mit Einzelaktien, Kryptowährungen und Edelmetallen.

Bereits vorhandene Fondspositionen:

CHF 260'000 / IE00BD4TXV59 / UBS Core MSCI World UCITS ETF (Acc) / TER 0.06%  (Zielgrösse 70%)

CHF 75'500 / IE00BKM4GZ66 / iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) / TER 0.18% (Zielgrösse 20%)

CHF 33'000 / CH0111762537 / UBS ETF (CH) - SMIM® (CHF) A-dis /  TER 0.25% (Zielgrösse 10%)
Total: CHF 368'000

 

Zeitliche Aufwandsbereitschaft für eure Fondsanlage:

Klein: Obwohl ich mich sehr für das Thema interessiere möchte ich mein Portfolio so aufbauen, dass ich mir keine Gedanken darum machen muss und es auch "alleine läuft", wenn ich aus privaten Gründen mal weniger Zeit oder Lust dazu haben sollte.

Ein jährliches Rebalancing liegt aber drin.

Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten:

Hoch: Ich habe seid 2015 einige Höhen und Tiefen an der Börse erleben dürfen und bin rückblickend überrascht wie locker ich selbst den Corona-Crash weggesteckt habe.

 

Über meine Fondsanlage

1. Anlagehorizont:

30 Jahre+, aktuell kein konkreter Bedarf z.B. für Immobillie in Sicht.

2. Zweck der Anlage:

- Weltweit diversifiziert die langfristige Aktienmarktrendite abholen.

- Gebührenoptimierte ETF-Wahl

- Resilientes Portfolio (USA mit maximal 50% Gewichtung im Portfolio), möglichst Marktbreit diversifizieren (inkl. Mid und evtl. Small Caps).

3. Einmalanlage und/oder Sparplan?:

Bestehendes Portfolio kann teilweise verkauft werden und um zusätzliche Sparplanquote von rund CHF 500-1000 pro Monat ergänzt werden.

4. Anlagekapital:

CHF 380'000 aus bestehendem Portfolio und etwas Investitionsreserven die sofort investiert werden können.

 

Probleme am aktuellen Portfolio:

1. Der UBS ETF (CH) - SMIM® (CHF) A-dis (CH0111762537), TER 0.25% ist aktuell mit etwas weniger als 10% in meinem Portfolio gewichtet, deckt aber gerade mal einen verschwindend geringen Anteil von 0.1% der (globalen) Marktkapitalisierung ab.

Ich habe immer wieder vom Home Bias gelesen und daher auf diesen ETF gesetzt. Auf den SMI wollte ich nicht setzen, da dieser von den 3 grossen Firmen (Nestle, Roche und Novartis) abhängig ist und ich diese Firmen bereits im MSCI World drinnen habe.
Ich sehe den Mehrwert des SMIM für mich nicht mehr, zumal ich diesen ETF bereits in meiner 3. Säule (separates gebundenes Alterssparguthaben) mit rund 15% bespare.

 

2. USA-Klumpenrisiko, hohe Bewertung der US-Tech Aktien die in meinem Portfolio sind zwar die letzten Jahre sehr gut gelaufen, ich möchte mein Portfolio aber resilienter gestalten und fühle mich mit 4% Nvidia, Apple usw. im Portfolio bei eigentlich weit über 4000 Aktien nicht mehr wohl.
Obwohl ich den MSCI World nur zu 70% in meinem Portfolio gewichte, ist der USA-Anteil aktuell bei über 50%. Wenn ich den UBS SMIM noch abstosse steigt dieser Anteil noch weiter.

 

Chancen für zukünftiges Portfolio:

1. USA-Anteil reduzieren: 
Option A) Hinzufügen eines MSCI World ex USA ETF im Anteil von 10-15% könnte dieses Ziel effektiv erreichen. Der günstigste MSCI World ex USA ist der UBS MSCI World ex USA UCITS ETF USD acc (LU2807512947) und mit rund TER 0.14% etwas teurer als der MSCI World (inkl. USA), was wohl der Trade-Off wäre, um den US-Anteil zu reduzieren und die restliche entwickelte Welt gleichmässig höher zu gewichten.

Option B) Hinzufügen des günstigen UBS Core MSCI Europe UCITS ETF (LU0950668524), TER 0.06% im Umfang von 10-15%. Nachteil wäre, dass die restliche entwickelte Welt auf Portfolioebene ebenfalls an Gewicht verlieren würde. Experten wie Dr. Andreas Beck empfehlen dann das hinzufügen eines zusätzlichen Japan ETFs um wenigestens USA, Europa und Japan ausgeglichen stark im Portfolio zu haben. Dies würde dann aber dazu führen dass man sich direkt überlegen könnte alle Regionen einzeln als ETF zu kaufen und enstprechend frei gewichten zu können. Zudem steigt mit mehr ETFs die Komplelxität und der Rebalancing Aufwand.

Option C) Kombination aus Option A und B: 10% MSCI World ex USA und 5% MSCI Europe.

 

2. Erweiterung um Small Caps:

Mit 10% iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF (IE00BF4RFH31), TER 0.35% würden zwar die TER-Kosten steigen, jedoch könnten Small Caps (langfristig!) eine kostenbereinigte Outperformance (Je nach Quelle zwischen 1-2% pro Jahr) erzielen.

Alternativ wären Europa Small Caps eine Idee, aber ich möchte keine Regionen Wette eingehen und z.B. US-Small Caps weglassen.

 

Ansatz neues Portfolio mit 4 ETFs (US-Anteil 49.5%)

- 60% UBS Core MSCI World UCITS ETF (Acc) (IE00BD4TXV59)

- 20% iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) (IE00BKM4GZ66)

- 10% MSCI World Small Cap UCITS ETF (IE00BF4RFH31)

- 10% UBS MSCI World ex USA UCITS ETF USD acc (LU2807512947)

Regionen:
image.thumb.png.aa71b9ea203b09adcd2f19993945c170.png

Ansatz neues Portfolio mit 5 ETFs (US-Anteil 46.9%)

- 55% UBS Core MSCI World UCITS ETF (Acc) (IE00BD4TXV59)

- 20% iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) (IE00BKM4GZ66)

- 10% MSCI World Small Cap UCITS ETF (IE00BF4RFH31)

- 10% UBS MSCI World ex USA UCITS ETF USD acc (LU2807512947)

- 5% UBS Core MSCI Europe UCITS ETF (LU0950668524)
 

Regionen:
image.thumb.png.7aaffccfa179d3bcdcc03faaf09ddc43.png


Fragen an die WPC:
Seht ihr andere Ansätze um meine Ziele zu erreichen?
Gibt es günstigere ETF-Kombinationen etc. welche in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind?

Wie beurteilt ihr die Gewichtung?

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Limit

Du könntest dir mal die RAFI-Indizes anschauen. Diese filtern nach Fundamentalkennzahlen was mMn in Zeiten sehr hoher Bewertungen und einer starken Konzentration auf wenige Werte/Branchen ausgleichend wirken kann.

 

Invesco FTSE RAFI All-World (IE00B23LNQ02)

Invesco FTSE RAFI US (IE00B23D8S39)

Invesco FTSE RAFI Europe (IE00B23D8X81)

Invesco FTSE RAFI EM (IE00B23D9570)

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Rotenstein

@Schuhschnabel Du machst dir da ja sehr viele Gedanken... 

 

Glaubst du wirklich, dass du vorhersehen kannst, welche Kombination von ETFs auf eine Sicht von 30+ Jahren die perfekte sein wird?

 

Wirst du deine neue Strategie langfristig durchhalten können, oder werden dir in einigen Monaten oder Jahren doch wieder Zweifel kommen, die dich alles werden umwerfen lassen? 

 

Das ist nicht böse gemeint, ich spreche aus eigener leidvoller Erfahrung. Was ich für mich gelernt habe, ist, dass ich persönlich eine einfache Strategie viel leichter durchhalten kann als eine komplexe - deswegen stelle ich die Assetklasse Aktien in meinem Depot mit einem einzigen ETF dar (Vanguard Total World Stock/ VT - der dir in der Schweiz offensteht und günstiger als deine ETFs ist). Fertig.  Ansonsten gilt: Den Lärm ausblenden.  

 

Wenn du wirklich den US-Anteil auf Dauer herunterfahren möchtest, kannst du natürlich auch aus einem ETF zwei ETFs machen, indem du beispielsweise die Vanguard-ETFs VTI und VXUS im Verhältnis 50/50 (oder was auch immer du willst) besparst. Da sind dann auch viele Small Caps dabei, aber natürlich nicht übergewichtet. Wenn du Small Caps übergewichten willst, kannst du noch einen Small Cap ETF zu 10% oder 15% dazunehmen... oder gleich einen Small Cap Value ETF? Vielleicht solltest du auch VXUS auftrennen in Ex-US Developed vs. Schwellenländer... und vielleicht die Schwellenländer auch noch in China und Ex-China, man weiss ja nie. Und dann musst du dieses Konstrukt nur 30 Jahre durchhalten, wenn die ETFs überhaupt so lange in der jetzigen Form bestehen. 

 

Du siehst, wo meine Gedanken mich hinführen würden. Deswegen überlasse ich dies alles prognosefrei einem einzigen Welt-ETF - und fertig ist das Aktiendepot. 

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Megatron
vor 44 Minuten von Rotenstein:

@Schuhschnabel Du machst dir da ja sehr viele Gedanken... 

 

Und dann musst du dieses Konstrukt nur 30 Jahre durchhalten, wenn die ETFs überhaupt so lange in der jetzigen Form bestehen. 

 

Das betrifft Deine 1 ETF Lösung aber genauso. Da weißt Du auch nicht, ob der ETF in 30 Jahren noch existiert. 

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hquw
vor 10 Stunden von Megatron:

Das betrifft Deine 1 ETF Lösung aber genauso. Da weißt Du auch nicht, ob der ETF in 30 Jahren noch existiert. 

1-ETF-Lösungen sind ziemlich beliebt. Die Anbieter verdienen gut daran und das Volumen steigt stetig, weil es eben keine Modeprodukte sind. Warum sollte ein Anbieter solche ETFs einstellen?

 

Fairerweise sind Regionen-ETFs auch keine Modeprodukte. Aber bei einigen exotischeren Anlagestrategien kann das Interesse der Anleger durchaus auch einmal schwinden.

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Theobuy
· bearbeitet von Theobuy
vor 13 Stunden von Schuhschnabel:

Seht ihr andere Ansätze um meine Ziele zu erreichen?
Gibt es günstigere ETF-Kombinationen etc. welche in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind?

Wie beurteilt ihr die Gewichtung?

Sowohl das aktuelle als auch die weiteren vorgestellten Depots werden zum Ziel führen. @Rotenstein hat ja m. E. zurecht darauf hingewiesen, dass verkomplizieren nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen führen muss. Zudem sind 3-5 ETFs schwieriger zu rebalancen, was deinem Ansatz "set and forget" widerspricht. Also werden alle Ansätze dein Ziel erreichen. Bei der Betrachtung würde ich allerdings mein Gesamtvermögen und das, was du in Säule 2 machst, auch berücksichtigen.

 

Bin kein Spezialist für die Schweiz.

 

Zur Gewichtung würde ich sagen, dass es immer mal wieder hohe Konzentrationen sowohl in Sektoren, Regionen und sogar einzelnen Aktiengesellschaften gegeben hat. Mit diversen Beispielen versehen z. B. dieser Faden in Bogleheads oder auch die letzte Rational Reminder Folge. Nach meinem Verständnis ist die beste Medizin dagegen, weltweit diversifiziert zu sein. Diesen Anspruch erfüllen deine Depots alle. Abstrakt gesprochen - mindestens DM, ggf. zzgl. EM und vielleicht auch zzgl. SC (Value). Mehr würde ich allerdings nicht "optimieren", da unklar ist, ob das in Zukunft wirklich einen Unterschied machen wird. Mit anderen Worten - mehr als 3 ETFs sind vermutlich zu viele. 

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LongtermInvestor

Viele Wege führen zum Ziel, Du musst einen Weg finden den du auch langfristig beibehalten kannst. Ich würde es noch etwas einfacher gestalten wenn ich nochmal anfangen würde:

 

50 % World

20 % World ex USA

20 % EM IMI

10 % World Small Cap

 

Rebalancing auf Zielquoten (z. B. ±5 %-Punkte) stur durchziehen.

 

Den CH0111762537 / UBS ETF (CH) - SMIM® (CHF) A-dis würde ich einfach im

Portfolio belassen. 

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Megatron
· bearbeitet von Megatron
vor 2 Stunden von hquw:

1-ETF-Lösungen sind ziemlich beliebt. Die Anbieter verdienen gut daran und das Volumen steigt stetig, weil es eben keine Modeprodukte sind. Warum sollte ein Anbieter solche ETFs einstellen?

 

Fairerweise sind Regionen-ETFs auch keine Modeprodukte. Aber bei einigen exotischeren Anlagestrategien kann das Interesse der Anleger durchaus auch einmal schwinden.

Z.B weil ETF zusammengelegt werden, verschiedene Fondsgesellschaften fusionieren, oder der Fonds das Domizil wechselt und es zu einem steuerschädlichen (virtuellen) Verkauf kommt. Schau dir einfach mal die Historie Comstage -> Lyxor -> Amundi an.

 

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Wuppi
vor 16 Minuten von Megatron:

Z.B weil ETF zusammengelegt werden, verschiedene Fondsgesellschaften fusionieren, oder der Fonds das Domizil wechselt und es zu einem steuerschädlichen (virtuellen) Verkauf kommt. Schau dir einfach mal die Historie Comstage -> Lyxor -> Amundi an.

 

Das Thema wurde ja schon öfter aufgegriffen und ist der Grund warum speziell Amundi heute kritisch gesehen wird.

 

Das allerdings Blackrock oder Vanguard in 20 Jahren nichtmehr existieren glaube ich nicht und auch nicht, dass Produkte mit mehreren Milliarden Fondsvolumen „eingestampft“ werden. 

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Megatron
vor 4 Minuten von Wuppi:

Das Thema wurde ja schon öfter aufgegriffen und ist der Grund warum speziell Amundi heute kritisch gesehen wird.

 

Das allerdings Blackrock oder Vanguard in 20 Jahren nichtmehr existieren glaube ich nicht und auch nicht, dass Produkte mit mehreren Milliarden Fondsvolumen „eingestampft“ werden. 

Es langt ja, dass sich was an den steuerlichen Rahmenbedingungen (Quellensteuer in Fonds etc) ändert, und der Fonds z.B. von Irland nach Buxtehude umzieht und sich die ersten beiden Buchstaben der ISIN ändern --> schon hält das BMF die Taschen auf.

 

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Wuppi
· bearbeitet von Wuppi
vor 30 Minuten von Megatron:

Es langt ja, dass sich was an den steuerlichen Rahmenbedingungen (Quellensteuer in Fonds etc) ändert, und der Fonds z.B. von Irland nach Buxtehude umzieht und sich die ersten beiden Buchstaben der ISIN ändern --> schon hält das BMF die Taschen auf.

 

Klar, sicher sein kann man sich nie aber im Idealfall haben die großen Fondsanbieter da schon allein Auge drauf. Natürlich können sie nicht auf jede lokale Steuersituation eingehen aber i.d.R. passieren solche gravierenden Veränderungen ja nicht unüberlegt und über Nacht. Aber das ist hier Offtopic.

 

Da schon vieles geschrieben wurden hänge ich mich mal an @Rotenstein‘s Kommentar mit nem +1 dran. Auch ich kann aus Erfahrungen sagen, dass man am Ende bei nem KISS Prinzip landet erst recht wenn man so wenig wie möglich Zeit mit dem Thema verbringen möchte. Würde dir daher auch am ehesten zu ner 1-ETF Lösung raten, ansonsten maximal noch mit nem ex-US ETF wenn dir die Gewichtung tatsächlich nicht gefällt. Bedenke hier aber das auch eine 1-ETF Lösung in 20 Jahren 40% China oder Indien drin haben kann sollte sich die MCap dahingehend verschieben und diese Unternehmen global immer relevanter werden.

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Schuhschnabel
· bearbeitet von Schuhschnabel

Danke für eure Einschätzungen, ich schätze diese sehr und habe mich damit auseinandergesetzt. Schön mit euch dieses spannende Thema zu diskutieren :thumbsup:
Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin absolut Fan von einer 1-ETF Lösung und empfehle diese auch meinen Familienangehörigen welche mit kleineren Beträgen ein maximal simples Portfolio aufbauen möchten.

Sobald das Portfolio aber eine gewisse Grösse erreicht und man 10 Jahre+ Börsenerfahrung hat, ist es meiner Meinung nach angezeigt sich ein zwei Überlegungen mehr zu machen.

Auch wenn mal ein ETF Anbieter einen ETF einstellen sollte sehe ich da kein Problem, es gibt für meine ETFs genügend Alternativen.

 

Experten wie Herrn Dr. Gerd Kommer und viele weitere weisen auf das zunehmende Klumpenrisiko USA hin. Objektiv betrachtet liefen die USA die letzen 10 Jahre deutlich überdurchschnittlich und haben mittlerweilen ein KGV von 30 erreicht. 

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die KI-Bubble mit der Zeit luft lassen wird und jetzt ein guter Zeitpunkt ist, etwas Gewinne aus dem USA-Anteil zu realisieren und sich diversifizierter aufzustellen.

 

Das heisst nicht, dass ich die Zukunft kenne und es heisst auch nicht, dass die USA nicht noch einige Jahre hervorragende Aktienrenditen erzielen können. 
Es heisst nur, dass wir in den USA einen im weltweiten Vergleich zunehmend überkauften Markt haben und wenn die Renditen durch den KI-Boom nicht nachhaltig erzielt werden können, wird sich das KGV der USA-Tech Aktien in Richtung langjährigem Mittelwert (nach unten) bewegen. Sollte der USA-Anteil im MSCI World langfristig tatsächlich massgeblich zurückgehen, so kann man im Rebalancing einfach beispielweise MSCI World ex USA-Anteile in MSCI World-Anteile umwandeln, bis der USA Anteil wieder im gewünschten Zielbereich liegt.


Bitte bedenkt und reflektiert, es ist immer leicht von der Gewinnerperspektive der letzten 10 Jahre her gesehen (1-ETF Strategie) sein maximal simples 1-ETF-Portfolio zu bejubeln. Wir werden sehen was die Zukunft bringt, aber wenn USA-Aktien beispielsweise 10-20 Jahre unterdurchschnittlich rentieren sollten (Stichwort Regression zum Mittelwert) bin ich gespannt wie viele 1-ETF-Verfechter plötzlich doch über mehr Diversifikation in ihrem Portfolio nachdenken.

 

Ich habe eure Portfoliozusammensetzungen genauer analyisiert und komme zum Schluss, dass folgende beiden Portfolio meine Ziele am besten erfüllen.
Vorteile 4-ETF: breiter diversifiziert dank Small Caps, Mag-7 etwas stärker reduziert, tieferes KGV

Vorteile 3-ETF: etwas günstigere TER, 1 ETF weniger (KISS)

 

4-ETF Portfolio (46% USA Anteil, grösste Aktie Nvidia bei 3.00%, KGV 17.42, Technologie 23.5%)

55 % World

20 % EM IMI

15 % World ex USA

10 % World Small Cap
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3-ETF Portfolio (47% USA Anteil, grösste Aktie Nvidia bei 3.55%, KGV 17.94, Technologie 25%)

65 % World

20 % EM IMI

15 % World ex USA
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Für welches der beiden Portfolios würded ihr euch entscheiden?

 

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rotten.demin
vor 3 Minuten von Schuhschnabel:

Es ist immer leicht von der Gewinnerperspektive der letzten 10 Jahre her gesehen (1-ETF Strategie) sein maximal simples 1-ETF-Portfolio zu bejubeln. Wir werden sehen was die Zukunft bringt, aber wenn USA-Aktien beispielsweise 10-20 Jahre unterdurchschnittlich rentieren sollten (Stichwort Regression zum Mittelwert) bin ich gespannt wie viele 1-ETF-Verfechter plötzlich doch über mehr Diversifikation in ihrem Portfolio nachdenken.

Sollten US-Aktien in den nächsten 10-20 Jahren unterdurchschnittlich abschneiden, passt sich ein nach Marktkapitalisierung gewichteter All-World-ETF automatisch an. Er gehört damit wieder zu den Gewinnern.

 

Zwar wird es dann auch komplexere, kleinteiligere ETF-Portfolios geben, die rückblickend eine bessere Wertentwicklung aufweisen. Solche Portfolios hat es aber in den letzten 10 Jahren auch schon gegeben.

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monstermania
vor 18 Minuten von Schuhschnabel:

Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin absolut Fan von einer 1-ETF Lösung und empfehle diese auch meinen Familienangehörigen welche mit kleineren Beträgen ein maximal simples Portfolio aufbauen möchten.

Sobald das Portfolio aber eine gewisse Grösse erreicht und man 10 Jahre+ Börsenerfahrung hat, ist es meiner Meinung nach angezeigt sich ein zwei Überlegungen mehr zu machen.

Aha!
Ich habe es genau umgekehrt gemacht und habe mit von einem 3-Index Portfolio hin zu einer 1-ETF-Lösung entwickelt. Seit knapp 1,5 Jahren fließt nach ein paar Umschichtungen meine gesamte ETF-Sparquote in den SPDR MSCI ACWI IMI. Und es war für mich regelrecht befreiend nicht mehr darüber nachzudenken, ob/wie ich nun die Sparrate aufteile um das zunehmend größer werdende Aktien-Depotvolumen noch einigermaßen innerhalb der Wunschgewichtung halten zu können. In einigen Jahren wäre es rein mit frischem Geld wohl gar nicht mehr möglich gewesen, so dass Teil-Verkäufe im Depot notwendig geworden wären.

Und das generelle Risiko steuere ich über den Anteil Aktien-ETF zu Tagesgeld/Geldmarktprodukten im liquiden Vermögen.
Wenn ich dann noch meine Ansprüche an die GRV hinzunehme ist der Aktienanteil überraschend gering.

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Schuhschnabel
vor 9 Minuten von monstermania:

Aha!
Ich habe es genau umgekehrt gemacht und habe mit von einem 3-Index Portfolio hin zu einer 1-ETF-Lösung entwickelt. Seit knapp 1,5 Jahren fließt nach ein paar Umschichtungen meine gesamte ETF-Sparquote in den SPDR MSCI ACWI IMI. Und es war für mich regelrecht befreiend nicht mehr darüber nachzudenken, ob/wie ich nun die Sparrate aufteile um das zunehmend größer werdende Aktien-Depotvolumen noch einigermaßen innerhalb der Wunschgewichtung halten zu können. In einigen Jahren wäre es rein mit frischem Geld wohl gar nicht mehr möglich gewesen, so dass Teil-Verkäufe im Depot notwendig geworden wären.

Und das generelle Risiko steuere ich über den Anteil Aktien-ETF zu Tagesgeld/Geldmarktprodukten im liquiden Vermögen.
Wenn ich dann noch meine Ansprüche an die GRV hinzunehme ist der Aktienanteil überraschend gering.

Das verstehe ich in deiner Situation. Für mich als Schweizer sind Teilverkäufe aber nichts schlimmes, weil ich keine Steuern auf Kursgewinne von Aktien bezahle (nur Broker, Börse und Stempelsteuer von 0.075%)
Mit dem SPDR MSCI ACWI IMI hast du einen soliden 1-ETF, zwar auch sehr USA lastig (Nvidia bei knapp 5%) und etwas teurer als meine Portfolios, aber sich keine Gedaken über rebalancing machen zu müssen hat auch was.

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ETFohneFisch
vor 58 Minuten von Schuhschnabel:

Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin absolut Fan von einer 1-ETF Lösung und empfehle diese auch meinen Familienangehörigen welche mit kleineren Beträgen ein maximal simples Portfolio aufbauen möchten.

Sobald das Portfolio aber eine gewisse Grösse erreicht und man 10 Jahre+ Börsenerfahrung hat, ist es meiner Meinung nach angezeigt sich ein zwei Überlegungen mehr zu machen.

Sehe ich anders (mit 20+ Jahren Börsenerfahrung). Die Überlegungen habe ich gemacht, bin aber immer wieder auf einen einzigen ETF (bzw. Index) zurückgekommen.

vor 59 Minuten von Schuhschnabel:

Experten wie Herrn Dr. Gerd Kommer und viele weitere weisen auf das zunehmende Klumpenrisiko USA hin. Objektiv betrachtet liefen die USA die letzen 10 Jahre deutlich überdurchschnittlich und haben mittlerweilen ein KGV von 30 erreicht. 

Ich finde solche Narrative gefährlich - irgendwas findet sich da immer. Gerade bei einem größeren Depot haben ungünstige Entscheidungen größere Auswirkungen. Zum Thema "Konzentration" kann ich auch nur nochmal die aktuelle RR-Folge empfehlen ("The "AI Bubble" and Stock Market Concentration"). Und Ben Felix bzw. die PWL Capital-Leute sind definitiv auch Experten - allerdings im Gegensatz zu Kommer ohne kommerzielles Interesse bzw. eigenen Fonds.

vor einer Stunde von Schuhschnabel:

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die KI-Bubble mit der Zeit luft lassen wird und jetzt ein guter Zeitpunkt ist, etwas Gewinne aus dem USA-Anteil zu realisieren und sich diversifizierter aufzustellen.

Persönliche Überzeugung ist natürlich wichtig - wenn du wirklich fest davon ausgehst, solltest du auf jeden Fall umschichten.

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DancingWombat
· bearbeitet von DancingWombat

Ich habe mir vor etwa einem Jahr genau die gleichen Gedanken gemacht und genau dein 4 ETF Portfolio für den Aktienteil umgesetzt (mit leicht anderen Gewichtungen). Ich halte das für eine gut managebare Lösung die sich ohne weiteres auch langfristig umsetzen lässt. 

 

Auf Small Caps würde ihr in meinem Fall verzichten. Hier ist eher die Frage nach der Gewichtung. Den SMIM würde ich abstoßen, solange das steuerlich vertretbar ist (kenne die Regelungen bei euch in CH nicht). Dann hast du ein sauberes Portfolio. 

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Schuhschnabel
vor 58 Minuten von DancingWombat:

Ich habe mir vor etwa einem Jahr genau die gleichen Gedanken gemacht und genau dein 4 ETF Portfolio für den Aktienteil umgesetzt (mit leicht anderen Gewichtungen). Ich halte das für eine gut managebare Lösung die sich ohne weiteres auch langfristig umsetzen lässt. 

 

Auf Small Caps würde ihr in meinem Fall verzichten. Hier ist eher die Frage nach der Gewichtung. Den SMIM würde ich abstoßen, solange das steuerlich vertretbar ist (kenne die Regelungen bei euch in CH nicht). Dann hast du ein sauberes Portfolio. 

Spannend! Magst du deine genaue Verteilung offenlegen? Was waren deine Gründe für genau diese Verteilung?

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BlindesHuhn88
vor 2 Stunden von Schuhschnabel:

 

4-ETF Portfolio (46% USA Anteil, grösste Aktie Nvidia bei 3.00%, KGV 17.42, Technologie 23.5%)

55 % World

20 % EM IMI

15 % World ex USA

10 % World Small Cap
image.thumb.png.a8effe6fbb740f0b3fe276baa56ecd4f.png

Hatte das auch ähnlich mit

World, Europa, Pazifik ex Japan, Japan, emerging Market, World small Cap. 

War mir zu kompliziert und irgendwo auf dem Weg auch die Überzeugung verloren. 

 

Aktuelle bin ich beim all World 75% und vaneck morningstar 25%. Der vaneck liefert Motivation und wegen anderer Zusammensetzung auch einen Ausgleich zum World. 

 

Ist alles nicht so leicht. Wie meine Vorredner schon gesagt haben. Du musst überzeugt sein und durchhalten. Ich bin kläglich gescheitert und versuche es jetzt wider besseren Wissens mit dem Dividenden ETF als Beimischung.

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gurkentruppe

Ich kann das mit der Regionengewichtung verstehen, mache ich auch (auch wenn ich rational kaum noch dran glaube, aber hat sich eben so entwickelt…). Aber: Wenn Du z.B. 46% USA möchtest, warum dann nicht diesen Anteil in MSCI USA oder S&P 500 und den Rest dann auf MSCI world ex-USA und EM verteilen? Wozu die Doppelung mit dem MSCI World?

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Schuhschnabel
· bearbeitet von Schuhschnabel
vor 18 Minuten von gurkentruppe:

Ich kann das mit der Regionengewichtung verstehen, mache ich auch (auch wenn ich rational kaum noch dran glaube, aber hat sich eben so entwickelt…). Aber: Wenn Du z.B. 46% USA möchtest, warum dann nicht diesen Anteil in MSCI USA oder S&P 500 und den Rest dann auf MSCI world ex-USA und EM verteilen? Wozu die Doppelung mit dem MSCI World?

Den MSCI World zu verkaufen wäre in der Schweiz wegen der Stempelsteuer teuer daher baue ich das so auf. Jemand der noch keine Anteile hat kann es natürlich genauso gut wie du vorschlägst umsetzen. Im World sind jedoch mehr US-Titel drin als im SP500 was ich als Vorteil sehe.

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Diamantenhände
· bearbeitet von Diamantenhände
vor 7 Minuten von Schuhschnabel:

Im World sind jedoch mehr US-Titel drin als im SP500 was ich als Vorteil sehe.

Müssten ca. 44 Titel mehr sein (MSCI USA vs SP500) und MSCI USA gibt's ja auch... Der Quellensteuervorteil eines synthetischen US-ETFs (wenn man schon ex-US splitten möchte) ist schon cool.

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DancingWombat
vor einer Stunde von Schuhschnabel:

Spannend! Magst du deine genaue Verteilung offenlegen? Was waren deine Gründe für genau diese Verteilung?

Ich habe folgende Verteilung 

40% MSCI World

25% MSCI EM IMI

20% MSCI World Small Cap

15% MSCI World ex. USA

 

Mein Ziel ist eine Mcap und BIP Gewichtung zu je ca 50%. Das orientiert sich stark am Gerd Kommer ETF. Die Übergewichtung der EM und SC gehen auf die dort niedrigen Bewertungen und daher höheren erwarteten Erlöse der nächsten Jahre zurück. Die Übergewichtung Schau dir mal den Guide to the Markets von JP Morgan an. Dort ist das anschaulich dargestellt. 

Bei der ETF Auswahl habe ich stark auf die TER geachtet. Ein All World ETF macht keinen Sinn bei dem günstigen UBS MSCI-World. 

 

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geldvermehrer

Ob die Entscheidung, 1, 2, 3 oder 4 ETFs für die Assetklasse Aktien am Ende sooo schlagend sein wird? Nach Festlegung Anteil risikoreich/risikoarm wäre mein primärer Gedanke für den risikoreichen Teil des Depots, soll ich Anleihen, Gold, Rohstoffe, Krypto etc. beimischen, falls ja, in welchem Verhältnis....;)

Das finde ich allerdings um einiges anspruchsvoller und habe da auch für mich noch keinen Ansatz gefunden, lediglich ein Nachbau von  @Glory_Days seinen Portfolios käme in Frage, aber KISS und Rebalancing halten mich davon ab, man wird mit zunehmendem Alter einfach bequemer.

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Schuhschnabel
vor 15 Stunden von geldvermehrer:

Ob die Entscheidung, 1, 2, 3 oder 4 ETFs für die Assetklasse Aktien am Ende sooo schlagend sein wird? Nach Festlegung Anteil risikoreich/risikoarm wäre mein primärer Gedanke für den risikoreichen Teil des Depots, soll ich Anleihen, Gold, Rohstoffe, Krypto etc. beimischen, falls ja, in welchem Verhältnis....;)

Das finde ich allerdings um einiges anspruchsvoller und habe da auch für mich noch keinen Ansatz gefunden, lediglich ein Nachbau von  @Glory_Days seinen Portfolios käme in Frage, aber KISS und Rebalancing halten mich davon ab, man wird mit zunehmendem Alter einfach bequemer.

10% Edelmetalle (Gold / Silber 50%) sind natürlich im Vermögen, genauso wie 5% Kryptowährungen (Top 4 Marktkapitalisierungsgewichtet). Tagesgeld ist ebenfalls vorhanden knapp 10%, dies ziehe ich klar Anleihen vor.
Ich bin überzeugt den Aktienanteil jetzt breiter und vor allem resilienter aufzustellen mit dem 4-ETF Portfolio und werde daher noch diese Woche mein Portfolio umstellen.

vor 17 Stunden von DancingWombat:

Ich habe folgende Verteilung 

40% MSCI World

25% MSCI EM IMI

20% MSCI World Small Cap

15% MSCI World ex. USA

 

Mein Ziel ist eine Mcap und BIP Gewichtung zu je ca 50%. Das orientiert sich stark am Gerd Kommer ETF. Die Übergewichtung der EM und SC gehen auf die dort niedrigen Bewertungen und daher höheren erwarteten Erlöse der nächsten Jahre zurück. Die Übergewichtung Schau dir mal den Guide to the Markets von JP Morgan an. Dort ist das anschaulich dargestellt. 

Bei der ETF Auswahl habe ich stark auf die TER geachtet. Ein All World ETF macht keinen Sinn bei dem günstigen UBS MSCI-World. 

 

Das hört sich auch solide an. Ich kann mir vorstellen das das Portfolio in den nächsten Jahren/Jahrzehnten gut performen wird.

Dein Grösstes Unternehmen ist TSMC mit 2.6%, die USA sind mit 41.15% gewichtet und Technologie mit 21.88%. 
KGV 16.59 und eine TER von ca. 0.17%.

Die von mir geplante 4-ETF Verteilung scheint mir ein Mittelweg zwischen deinem Portfolio und meinem aktuellen.

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