Zum Inhalt springen
Moneysac

Covered calls ETF - Mogelpackung oder geile Sache?

Empfohlene Beiträge

Moneysac

Hallo zusammen, in meiner Wahrnehmung ist seit einiger Zeit die Sache mit den Covered calls ETFs der heißeste Shit. 

In der Theorie: Ein ETF mit Anteilen aus einem namhaften Index, und regelmäßige Einnahmen durch den gleichzeitigen Verkauf von Calls auf eben diesen Index, wenn ich das richtig verstanden habe. Vorteil soll sein, dass einigermaßen regelmäßige Einkünfte erzielt werden (p.a. 7-9%), auch in Seitwärtsphasen. Nachteil: Aufwärtspotential ist begrenzt, bei Indexabwärtsbewegung geht auch der ETF nach unten. Nachdem die Sache scheinbar noch nicht soo lange auf breiter Front läuft, kann ich auch keinen Langfristchart ansehen. 

Was meint Ihr: Ist das eine sinnvolle Beimischung für einen normalen Anleger oder nur für den Emittenten?

Grüße,

K.H.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Shylock

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
stagflation
· bearbeitet von stagflation

Stell Dir einen mit Wasser gefüllten Luftballon vor, der vor Dir auf dem Tisch liegt. Die Form gefällt Dir nicht? Dann drücke ihn mit der linken Hand in der Mitte zusammen. Der Luftballon wird länger und Du erhältst zwei Blasen links und rechts. Die Form gefällt Dir immer noch nicht? Dann drücke zusätzlich mit der rechten Hand auf die rechte Seite. Der Luftballon ändert seine Form erneut und die Blase auf der linken Seite wird größer.

 

Was immer gleich bleibt, ist das Volumen. Das kann man nicht ändern, egal wo und wie stark man drückt. Wenn man irgendwo drückt, führt es zu Blasen und Ausbuchtungen an einer anderen Stelle.

 

Genauso ist es bei Fonds. Man kann einen "ETF mit Anteilen aus einem namhaften Index" nehmen. Das Risiko- und Chance-Verteilung gefällt einem nicht? Mit Derivaten kann man an verschiedenen Stellen "drücken" oder "ziehen". Dadurch erhält der Fonds an diesen Stellen eine andere und möglicherweise bessere Eigenschaft. Aber dafür wird er an einer anderen Stelle schlechter.

 

Man kann einen Fonds mit Derivaten nicht grundsätzlich besser machen (wenn man von einer besseren Diversifikation absieht). Man kann nur Risiken und Chancen an eine andere Stelle verschieben. Manchmal reicht das - aber man sollte sich vorher die Stellen anschauen, an denen er schlechter wird. Und genau prüfen, ob man damit leben möchte und kann.

 

Ein typisches Beispiel ist, dass man von Seitwärtsbewegungen profitieren will. Das bekommt man hin - aber man bezahlt dadurch, ...

  1. dass man von Aufwärtsbewegungen weniger stark profitiert, und/oder
  2. Abwärtsbewegungen verstärkt werden
  3. die Kosten steigen

Für den einen oder anderen Anleger mag das sinnvoll sein. Aber manchmal kommt später das böse Erwachen, wenn sich nicht die positiven Änderungen bezahlt machen, sondern wenn die negativen Folgen sichtbar werden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
OSO

In Prinzip ist das das gleiche wie die vor 15-20 Jahren sehr beliebten Discountzeetifikate (damals mit zusätzlichem Emittentenrisiko und vermutlich höheren Kosten). 
 

Wenn du an einen langen Seitwärtsmarkt glaubst, macht das evtl Sinn. Ist dann halt aber aktive Spekulation. 
 

Im Crash geht es fast genauso nach unten wie bei einer Direktanlage in Aktien. Und nach oben begrenzt du das Upside. Da langfristig ein großer Teil der Aktienrendite aus kurzen und starken Wertanstiegen kommt, wird die Rendite auf lange Sicht unter der Direktanlage liegen. 
 

Ich meine mich zu erinnern, dass es früher auch mal Vergleich der Strategien gab. Langfristig hatten die Discountzertifikate eine nur geringfügig niedrigere Volatilität aber eine schlechtere Rendite. War kein guter Tradeoff. Kann sein, dass das im ETF-Mantel bei niedrigeren Kosten etwas besser aussieht  

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Moneysac

Vielen Dank, @Shylock: super, den Thread hätte ich so schnell nicht gefunden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Norica
· bearbeitet von Norica
vor 8 Stunden von Moneysac:

Was meint Ihr: Ist das eine sinnvolle Beimischung für einen normalen Anleger oder nur für den Emittenten?

Wenn Du nicht selbst mit Calls herumhantieren willst, kann das eine Lösung sein.

Es könnte aber auch einfach eine "geile Mogelpackung" sein. :lol:

 

vor 1 Stunde von stagflation:

Ein typisches Beispiel ist, dass man von Seitwärtsbewegungen profitieren will. Das bekommt man hin - aber man bezahlt dadurch, ...

  1. dass man von Aufwärtsbewegungen weniger stark profitiert, und/oder
  2. Abwärtsbewegungen verstärkt werden
  3. die Kosten steigen

Für den einen oder anderen Anleger mag das sinnvoll sein. Aber manchmal kommt später das böse Erwachen, wenn sich nicht die positiven Änderungen bezahlt machen, sondern wenn die negativen Folgen sichtbar werden.

Vielleicht bezahlt man was und vielleicht will man bezahlen.

 

1. In Aufwärtsbewegungen würde ich keine Calls schreiben. Ja die Richtung kann sich jederzeit ändern...

2. Kannst Du mir erklären, wie ein covered call eine Abwärtsbewegung verstärken kann?

3. Ja, aber nicht vergessen, dass die Kosten für das Schreiben von Optionen viel geringer sind, als die daraus resultierenden Gewinne Erträge. Wer was anderes macht, kann nicht rechnen.

 

 

SG

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Datentechnik

Die Dinger sind halt gerade in den USA sehr beliebt da Optionsprämien einen steuerlichen Vorteil genießen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
stagflation
vor einer Stunde von Norica:

2. Kannst Du mir erklären, wie ein covered call eine Abwärtsbewegung verstärken kann?

 

Na ja, ich hatte etwas allgemeiner von "Derivaten" gesprochen, nicht nur von "covered calls"....

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×
×
  • Neu erstellen...