Physics vor 14 Stunden Ich stelle hier ein Thema zur weiteren Diskussion, das Zeitwertkonto. Es ist für mich ein zentraler Baustein in meiner Vorruhestandsplanung und da immer wieder Zweifel an der Rentabilität aufkommen, habe ich die Gesamt-Rendite gegenüber einer privaten Anlage in ETFs grob simuliert. Überschlägiger Wirtschaftlichkeits-Vergleich Zeitwertkonto. Folgende Rahmenbedingungen in Euro: Einzahlung über der BBG: 40.000 Brutto p.a. (zzgl. 8.600 Arbeitgeber-SV-Anteil) Zinssätze: 2,8% p.a. (ZWK nach Kosten) vs. 7,5% p.a. (Aktien-ETF) Zeitplan: 7 Jahre Ansparzeit, 3 Jahre Ruhezeit, anschließend 4 Jahre Auszahlung als Gehalt (Freistellung) 1) Private Anlage (Verzicht auf Zeitwertkonto): Hier fließ der Betrag nach Abzug aus dem regulären Nettogehalt in ein privates Depot. Netto-Aufwand: Die Einzahlung von 40.000 Brutto entspricht einem Netto-Verzicht von ca. 22.200 p.a. Über 7 Jahre ergibt dies eine Investitionssumme von 155.000. Depotwert: Bei einer angenommenen ETF-Rendite von 7,5 % wächst das Kapital über den Zeitraum von 14 Jahren (Ansparen + Halten + Entnahme) auf ca. 257.000 an. Verfügbares Netto: Nach Steuern und Abzug der privaten Mindestbeiträge zur Krankenversicherung (ca. 3.300 p.a.) verbleibt für die 4 Jahre Vorruhestand ein Gesamt-Netto von ca. 215.000. 2) Nutzung des Zeitwertkontos: Hier wird das Bruttogehalt vor Abzug von Steuern und SV-Beiträgen investiert: Kapitalstock: Die jährlichen 48.600 (Brutto + AG-Anteil) wachsen bei 2,8 % Verzinsung in 10 Jahren auf ca. 403.000 an Auszahlungsphase: Während der 4-jährigen Freistellung werden jährlich ca. 107.600 (inkl. Arbeitgeberanteilen) entnommen. Verfügbares Netto: Dies resultiert in einem jährlichen Netto-Einkommen von ca. 60.500. Über 4 Jahre ergibt sich ein Gesamt-Netto von ca. 242.000. Bewertung und Vorteil: Das Zeitwertkonto liefert im Vergleich zur ETF-Anlage ein um 25.000 höheres Netto-Kapital. Rentenanspruch: Ein weitere Zusatznutzen ist der Erwerb von ca. 2 zusätzlichen Rentenpunkten. Trotz geringerer Beiträge in der Ansparphase führen die vollwertigen Pflichtbeiträge während der 4-jährigen Auszahlungsphase (inkl. Dynamisierung) zu einer höheren späteren Altersrente. Trotz der höheren Renditechancen am Aktienmarkt überwiegen beim Zeitwertkonto die massiven Steuervorteile und die Ersparnis bei den Sozialabgaben. Ich werde diesen Weg daher weiterverfolgen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger vor 14 Stunden Erstmal vielen Dank für einen Faden zum Zeitwertkonto. ich fidne das sehr interessant, auch wenn wohl nur Angestellte von Großkonzenren in den Genuss kommen. In diesem Vergleich fehlen allerdings ein paar wichtige Betrachtungen, die sehr individuell sind. Ich vermute, dass in den meisten Fällen ein Zeitwertkonto vom AG gefördert wird. Es fehlt die Option, den Wert des Kontos als Störfall auszahlen zu lassen anstatt es für eine bezahlte Freistellung zu nutzen. Wenn man noch andere Einkommen hat, die individuell versteuert werden, dann kann man nicht einfach einen brutto-netto-rechner nehmen und dessen Zahlen als Gesamtbelastung heranziehen. Es macht einen gehörigen Unterschied, ob ich verheiratet bin und noch Kinderfreibeträge habe und weiteres absetzen kann oder ob ich bereits durch Vermietung und Verpachtung als Alleinstehender ein gehalt oben drauf individuell besteuern muss. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor vor 10 Stunden · bearbeitet vor 10 Stunden von LongtermInvestor Danke für die Themenstellung. Habe jetzt die Zahlen und Annahmen aus steuerlicher Sicht nicht geprüft. In dem Beispiel ist es meiner Meinung nach schon eine valide "low-Risk" Variante zu sehen. Es kommt sehr auf die Detailregelungen des Zeitwertkontos an. 1. Die 7,5% sind im Kapitalmarkt keinesfalls garantiert. 2. Die 2 RP bedeuten heute rund 42 € × 2 = 84 € monatliche Rente ≈ 1000 €/Jahr. Über 20 weitere Jahre bis zum 85. Lebensjahr entspricht das ≈ 20k €. 3. Ein entscheidender Vorteil ist auch die Vermeidung der Rentenkürzung, der Vorteil kann über die Restlebensdauer erheblich sein. Dies ist aus meiner Sicht das schlagende Argument. Wenn Du 4 Jahre früher in Rente gehst ist der Abschlag 14,4%. Bei hohen Rentenansprüchen kommt hier etwas zusammen. Ich rechne mal bewusst mit einem hohen Betrag: 3500p.m. x 12 = 42k vs. Kürzung 36k. Auf 20 Jahre sind das 120k Euro. 4. Wenn der Cashflow in der aktuellen Lebensphase nicht benötigt wird, sind vor allem Gehaltsteile oberhalb der BBG interessant. Da auf diese Teile ohnehin keine gesetzliche RV-Beiträge anfallen, wird kein "potenzieller Rentenpunkt" verschwendet, sondern Kapital für die Zukunft gesichert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
wtflvr vor 9 Stunden Welcher BBG ist gemeint? Und wie kann oberhalb davon noch so viel sv Beitrag vom Arbeitgeber gespart werden? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Marklam vor 4 Stunden Hast du dir hierzu eine Excel erstellt, die du ggf. hier teilen würdest? Dann könnte man mal drauf schauen und ggf. gemeinsam erweitern? Es ist aber schon sehr komplex, hier wurden ja schon einige Punkte angesprochen. Ich selber habe auch sie Möglichkeit für ein Zeitwertkonto, sogar etwas mehr als 2,8% Verzinsung. Nutze es aber bisher kaum, da ich noch vergleichsweise jung bin und es doch viele Unwägbarkeiten gibt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag