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poorchild

Karriereplanung in unsicheren Zeiten

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poorchild

Guten Morgen zusammen, 

 

ich stehe vor der für mich wichtigen Frage, ob ich Karriere forcieren sollte oder mich mit meiner aktuellen Stelle abfinden sollte. 

 

Ich verdiene mit Ende 20 dieses Jahr 90k im Hauptjob und habe einen Minijob, der 400€ abwirft. Meine Frau ist verbeamtete Lehrerin in A13, aber aktuell in Elternzeit mit unserem ersten (und vermutlich einzig geplanten) Kind. 

 

Wir haben 400k bei Seite (ca. 200k in breiten Aktien-ETFs und 200k liquide für einen gewünschten Immobilienerwerb). 

 

Nun war mir berufliche Erfüllung schon immer wichtig. Ich engagiere mich gerne und treibe Themen voran.

 

Durch eine Umstrukturierung unseres Konzerns bin ich seit 2,5 Jahren in einem dead-end-Job. Es gibt genug zu tun, der Chef ist gut, aber es gibt keine Entwicklungsperspektive. Das Thema ist zu speziell. In meinem Bundesland gibt es eine handvoll offener Stellen für und ich bin gehaltstechnisch schon am oberen Ende. Aktuell sehe ich meinen Job als sicher an, da es meinem Konzern grundsätzlich gut geht und in meinem Teilbereich eher Personal aufgebaut wird. 

 

Vor der Umstrukturierung habe ich in einem Bereich gearbeitet, in dem mehr Entwicklung möglich ist. 

 

Nun habe ich in eben diesem Bereich eine Stelle in einem anderen Unternehmen zugesagt bekommen. Es handelt sich um einen großen inhabergeführten Mittelständler (ca. 7k Mitarbeiter, hauptsächlich in DE). 

Die Bezahlung ist mit 100k und Dienstwagen etwas besser. Ich verspreche mir eine bessere Entwicklungsperspektive und der Pendelweg würde von 1h auf 30 min. runtergehen. 

 

Auf der anderen Seite habe ich eine neue Probezeit und die damit einhergehenden teilweise nicht absehbaren Risiken. 

 

Wie würdet ihr handeln? Sich mit der bisherigen beruflichen Situation zufrieden geben und eher Erfüllung im privaten Bereich suchen oder in relativ jungem Alter beruflich etwas riskieren? Man möchte als junger Vater nicht unbedingt arbeitslos werden. 

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Ramstein

Wertpapierrelevanz?

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poorchild
Gerade eben von Ramstein:

Wertpapierrelevanz?

Deshalb habe ich es in "Offtopic" gepostet. Hier tauschen sich ja auch Menschen über ihren Musikgeschmack oder Uhren aus. Ich fand, dass Karriere zumindest die Grundlage für das Investieren darstellt. Zudem schätze ich die vielen klugen und erfahrenen Köpfe hier im Forum. 

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Malvolio
· bearbeitet von Malvolio

Nunja, letztendlich musst Du das selbst entscheiden, was du machen willst. Du bist noch relativ jung, Finanziell steht ihr ja offensichtlich ganz gut dar. Durch den Status Deiner Frau seid ihr gut abgesichert (wenn die Ehe hält .... ist unromantisch, aber an sowas muss man heutzutage auch denken). Wenn Du mit dem was Du machst nicht glücklich bist, dann solltest Du über einen Wechsel nachdenken. Je älter man wird, desto schwieriger wird ein Wechsel, bis es irgendwann gar nicht mehr geht. Aber wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt:  "Woanders ist auch Scheiße!". ;)  Gibt es bei Deinem jetzigen Arbeitgeber keine anderen Möglichkeiten, ggf. in einem anderen Bereich?

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Physics
vor 23 Minuten von poorchild:

Wie würdet ihr handeln? Sich mit der bisherigen beruflichen Situation zufrieden geben und eher Erfüllung im privaten Bereich suchen oder in relativ jungem Alter beruflich etwas riskieren? Man möchte als junger Vater nicht unbedingt arbeitslos werden. 

Ich finde das Thema in diesem Forum wichtig und gar nicht so Offtopic. Ramstein hatte vielleicht die Rubrik übersehen.

 

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Ich habe auch immer für meinen Beruf gebrannt, war aber vor meinem Wechsel mit etwa 40 gute zehn Jahre lang unzufrieden, die letzten zwei davon massiv. Rückblickend war es ein Fehler, nicht früher gehandelt zu haben, aber damals haben Sicherheitsbedenken überwogen.

Doch schon nach einer Woche im neuen Umfeld (bei mir ein Auslandstransfer innerhalb des Konzerns) kam die volle Energie zurück. Neue Themen, neue Kollegen, neuer Erfolg. Ich habe mir damals geschworen, nie wieder etwas zu tun, das mir keinen Spaß macht. Zwar spüre ich aktuell wieder eine gewisse Unzufriedenheit, doch bei mir ist das Ende der Arbeitszeit absehbar. Im ‚goldenen Käfig‘ werden die Abstände zwischen den Gitterstäben zum Glück von Jahr zu Jahr weiter :rolleyes:.

 

Mit Ende 20 steht dir alles offen. Später wird der Absprung aus dem Konzern sicher nicht leichter. Natürlich gibt es keine Garantien, aber du hast es selbst in der Hand, deinen Weg jederzeit nachzujustieren. Du hast eine finanziell Top-Ausgangslage und ein attraktives Angebot vorliegen. Wenn du noch etwas erreichen und echte Erfahrungen sammeln willst, ist jetzt der Moment.

Viel Erfolg bei deiner Entscheidung!

 

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wadi1982

Naja, finanziell liest es sich ja mal so als wäre es erstmal "egal".

Sowohl jetzt als auch nach einem Wechsel würdet ihr nicht am Hungertuch nagen.

 

Ich persönlich würde mir andere Fragen stellen:

 

- Hast du jetzt evtl. "Narrenfreiheit" gerade was Urlaub angeht ? Mit Kind sicher nicht unwichtig. Im neuen Job musst du dich evtl. abstimmen und zurückstecken

- Für den neuen Job würde für mich der Pendelweg sprechen. Als 100% Homeoffice Jobber sehe ich jede Minute im Auto als Arbeitsweg als Zeitverschwendung an. Bei Jobangeboten rechne ich daher inzwischen auch mit meinem "Lebenszeitstundenlohn". Ein 8 Stunden Job im HO sind eben 8 Stunden und Mittagspause mit der Familie. Du würdest daher im neuen Job wenn ich es richtig verstehe schonmal eine Stunde weniger im Auto sitzen.

- Wenn es dir rein um "Erfüllung" oder "Herausforderung" geht wäre vielleicht auch ein Ehrenamt was ohne direkt eine sichere Stelle aufzugeben.

 

Aber zuletzt muss man auch sagen in dem Alter hat man noch alle Möglichkeiten, gerade wenns so wie es sich liest eher "speziallisiert" ist.

 

Was du bedenken solltest (und mit der Pendlerstrecke aufrechnen solltest) ist eben das meist mehr Geld auch bedeutet das mehr von dir erwartet wird.

 

Gerade mit Kind würde ich meine Ziele aktuell anders stecken.

 

Aber definitiv eine schwere Entscheidung.

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NurEinBeitrag

Bei eurer finanziellen Situation ist es doch fast egal ob 90 oder 100 K. Ich würde die Entscheidung von den schon genannten weiteren Faktoren abhängig machen. Welcher Job passt besser zum Familienleben. Eine Stunde Fahrzeit pro Tag macht schon was aus. Zeit fürs Kind, Zeit um sich im Familienleben die Aufgaben zu teilen. Wie wäre es mit dem neuen Job und dafür den Nebenberuf an den Nagel hänge. Die frei gewordene Zeit ist dann für die Familie. Da kommt noch genug, wo Du dich engagieren kannst. Ich habe mich vor langer Zeit genau dafür entschieden, weniger Karriere mehr Familie. Ich bereue nichts daran. 

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poorchild
vor 37 Minuten von NurEinBeitrag:

Bei eurer finanziellen Situation ist es doch fast egal ob 90 oder 100 K. Ich würde die Entscheidung von den schon genannten weiteren Faktoren abhängig machen. Welcher Job passt besser zum Familienleben. Eine Stunde Fahrzeit pro Tag macht schon was aus. Zeit fürs Kind, Zeit um sich im Familienleben die Aufgaben zu teilen. Wie wäre es mit dem neuen Job und dafür den Nebenberuf an den Nagel hänge. Die frei gewordene Zeit ist dann für die Familie. Da kommt noch genug, wo Du dich engagieren kannst. Ich habe mich vor langer Zeit genau dafür entschieden, weniger Karriere mehr Familie. Ich bereue nichts daran. 

Den Punkt dafür den Nebenjob aufzugeben habe ich auch schon überlegt. Das würde ich mittelfristig sowieso machen. Ist aber gut, dass du das auch aufführst.

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jny

Ist dein Konzernjob tarifgebunden? Und dein Angebot auch, oder ist das AT? Bei AT würdest du dann ja vermutlich auch mehr Stunden arbeiten.

Was spricht gegen einen Wechsel innerhalb des Konzerns, wenn du ja die Probezeit ansprichst?

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poorchild
vor 26 Minuten von jny:

Ist dein Konzernjob tarifgebunden? Und dein Angebot auch, oder ist das AT? Bei AT würdest du dann ja vermutlich auch mehr Stunden arbeiten.

Was spricht gegen einen Wechsel innerhalb des Konzerns, wenn du ja die Probezeit ansprichst?

Der aktuelle Job ist im Tarif, der neue AT. Genau. 

Innerhalb des Konzerns gibt es mit meinem Profil keine wirklich attraktiven Bereiche, die besser zahlen. 

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jny

Aber es scheint ja in deinem Konzern Stellen zu geben, bei denen es mehr Entwicklungspotential gibt, warum nicht dahin wechseln?

 

Aus meiner Sicht läuft es auf die Frage hinaus, wie hoch du Karriere priorisierst.

Das Angebot (100k + Dienstwagen im AT) im Vergleich zu 90k im Tarif klingt aus meiner Sicht ok, aber nicht zwangsläufig überragend.

Wenn du auf der neuen Stelle aber bessere Karrierechancen siehst, kann das ja als alleiniger Grund schon völlig ausreichend sein!

 

Siehst du eine Möglichkeit, direkt in eine Stelle als Führungskraft zu wechseln (was aus Sicht Karriere ja noch besser wäre, und zwangsläufig eh kommen sollte, wenn du Karriere anstrebst)? 

 

Als letzter Punkt: so wie du hier schreibst, solltest du etwas ändern. Mit Ende 20 sollte man sich nicht mit der beruflichen Situation zufrieden geben, meine Meinung.

vor 11 Stunden von poorchild:

Sich mit der bisherigen beruflichen Situation zufrieden geben

 

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Anja Terchova
vor 6 Stunden von poorchild:

Den Punkt dafür den Nebenjob aufzugeben habe ich auch schon überlegt. Das würde ich mittelfristig sowieso machen. Ist aber gut, dass du das auch aufführst.

Bei 90K im Hauptjob wäre ich jetzt eher davon ausgegangen das der Nebenjob kein wirklicher Nebenjob sondern eher ein Hobby oder Ehrenamt das etwas vergütet wird ist, also etwas in der Richtung Jugendtrainer bei einem Verein, Social-Media Coach, App-Programmierung für Apple App-Store und Google Play Store, etc.

Sowas macht man dann ja nicht wegen dem Geld sondern eher wegen der Abwechslung, und will man wahrscheinlich nicht so leicht aufgaben.

Einen klassischen Nebenjob der keinen Spaß macht sondern den man nur wegen dem Geld macht, kann ich mir bei 90K im Hauptjob beim besten Willen nicht vorstellen.

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Idontcare
vor 12 Stunden von poorchild:

Wie würdet ihr handeln? Sich mit der bisherigen beruflichen Situation zufrieden geben und eher Erfüllung im privaten Bereich suchen oder in relativ jungem Alter beruflich etwas riskieren? Man möchte als junger Vater nicht unbedingt arbeitslos werden. 

Job wechseln! Wieso nicht arbeitslos als junger Vater? Wenn doch gerade dann! Nenn es Elternzeit! Zumal ja schon Vermögen/Rücklagen vorhanden sind und bei verbeamteter Frau. Der einzige Haken den ich sehe ist der potentielle Immobilienerwerb. Arbeitslosigkeit oder Probezeit machen den Immobilienkredit schwieriger oder worst case unmöglich. Je nach dem was eine gewünschte Immobilie kosten würde gegenüber deinen Rücklagen dafür. Und ob und wann die Frau wieder arbeiten gehen will. Wenn die Immobilie 300k kostet und du nur 100k Kredit brauchst und die Frau wieder voll arbeiten geht, kein Problem. Wenn die Immo aber 1m kostet und die Frau nur halbtags arbeiten will, dann wird es als Arbeitsloser oder in der Probezeit wohl nix.

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FloG

"poorchild" really?


PS: Es gibt wohl wenig AG-Wechsel ohne Probezeit.

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Caveman8

Würde wechseln! Unter anderem auch hauptsächlich wegen der kürzeren Pendelstrecke. Die Zeit kannst du mit Kind gut gebrauchen. 
Rücklagen vorhanden, Frau mit sicherem Job und guten Teinzeitmöglichkeiten. Zudem bist du noch jung. Spricht eigentlich nichts dafür in deinem Job zu bleiben. Im Worst Case nehmen die dich so sogar sicher wieder zurück oder?

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chirlu
vor 43 Minuten von FloG:

Es gibt wohl wenig AG-Wechsel ohne Probezeit.

 

Selbst wenn, nützt es wenig, weil im ersten halben Jahr eine reguläre Kündigung möglich ist. Nur die Kündigungsfrist ist dann etwas länger als bei einer Probezeit.

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LongtermInvestor

Würde mir die eher mittelfristigen vor und Nachteile und Entwicklungsmöglichkeiten überlegen wie das deinen Vorstellungen entgegen kommt. 10k Bruttogehalt Aufschlag sollte nicht das Hauptargument sein.

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Bolanger

Ich würde mir erstmal Gedanken machen, welche Tätigkeit mir Spaß macht. Die Zufriedenheit lässt sich nicht am Begriff der Karriere festmachen. Ich habe schon einige Kollegen gehabt, welche die Karriereleiter heraufgestolpert sind und später total unglücklich waren, weil sie eben kein Interesse an Mitarbeiterführung oder Rapport beim Vorstand hatten. Nach der Karriere haben sie das Unternehmen verlassen und neu "weiter unten" angefangen in einer Funktion, die ihnen gefällt. Geld spielte dabei keine Rolle. 

 

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Mc100
· bearbeitet von Mc100

Ich würde auch noch mal ALLE Rahmenbedingungen aufschreiben.

- Dienstwagen: km / Jahr privat, Tankkarte enthalten? Kommt E-Auto in Frage mit 0,25% Versteuerung?

- wie hoch sind fixer und flexibler Anteil am Jahreszieleinkommen?

- Aktienprogramme?

- Betriebsrente / Invalidenrente?

- weitere Benefits

- Möglichkeit für Home Office?

- Anzahl Urlaubstage?

- gibt es betriebsbedingte Kündigungen?

- Branche mit Zukunft? (Beispiel Automobilzuliefere Verbrennertechnik)

- ...

 

Aber: 30 Min. statt 1h pendeln empfinde ich auch als SEHR positiv und wenn alles gleich ist fast wichtiger als die 10k Brutto, die nur ~5k netto sind.

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