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Bolanger

Die Sache mit den Minijobs, Schwarzarbeit und Bürokratie

Empfohlene Beiträge

CorMaguire
· bearbeitet von CorMaguire
vor 14 Minuten von Sapine:

Ab Pflegestufe 2 kann man das in einem begrenztem Umfang (131 Euro Entlastungsbeitrag pro Monat?). Sofern man das direkt organisieren will, braucht es eine Zusatzqualifikation der Putzperle, was aber nicht so schwierig sein soll. Wenn man das über einen Pflegedienst organisiert, kann auch mehr gehen, aber dafür wird der Stundenlohn höher, zudem muss man dann zumindest bei uns hier mit wechselnden Putzkräften rechnen. 

Entlastungsbeitrag gibts ab Stufe 1. Hier müssen die Rechnung eingereicht werden und das muss Bedingungen nach Landesrecht erfüllen. Ab Stufe 2 gibts es Pflegegeld, da kann man es selber organisieren und frei verwenden. Oder man nimmt die Sachleistungen, dann ist man an einen Pflegedienst gebunden, oder man macht es weiter über den Entlastungsbeitrag. Oder eine lustige Kombination. Mein Stand ist aber von 2024. pflege.de fand ich ganz hilfreich.

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dev

Es gibt inzwischen Agenturen für Haushaltshilfe, diese senken für beide Seiten das Bürokratieproblem.

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oktavian
· bearbeitet von oktavian
vor 1 Stunde von Turmalin:

Über den Pflegedienst abgerechnete Putzhilfen kosteten hier in der Gegend schon von ein paar Jahren 35-39 € die Stunde,

Wenn man es legal machen möchte, hat es seinen Preis. Viele möchten gerne Frauen, die nicht so gebildet sind via Minijob anstellen, um möglichst wenig zu zahlen.  Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsgeld und weitere Arbeitnehmerrechte werden die einfach nicht zahlen, sondern unter Druck setzen. Dann aufregen, wie teuer eine Stunde mit Rechnung wäre. Kenne diese Klientel. 

 

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Bolanger

Ich kenne mich mit Arbeitsrecht nicht aus und habe dazu eine Frage zur gestaltung eines Arbeitsvertrages. Muss ein Arbeitsvertrag zwangsläufig eine Stundenzahl beinhalten oder könnte man ihn auch so formulieren, dass für eine Zahlung von X EUR die Wohnung einmal wöchentlich gereinigt werden soll, egal wie lange das dauert? Wäre das dann überhaupt noch eine Anstellung oder ginge das dann in den Bereich eines Werkvertrages, ähnlich zur Beauftragung des Heizungsbauers mit der jährlichen Wartung? Letztlich schreibt der auf die rechnung auch die Stundenzahl und lässt sich diese vergüten. Da käme aber niemand auf die Idee, dass ich ihn angestellt hätte, obwohl eine Stundenzahl abgerechnet wird. 

  

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chirlu
vor 2 Stunden von Bolanger:

Muss ein Arbeitsvertrag zwangsläufig eine Stundenzahl beinhalten oder könnte man ihn auch so formulieren, dass für eine Zahlung von X EUR die Wohnung einmal wöchentlich gereinigt werden soll, egal wie lange das dauert?

 

Im Prinzip geht das (vgl. Akkordlohn). Es muss aber u.a. sichergestellt sein, dass der Mindestlohn erreicht wird.

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slowandsteady
· bearbeitet von slowandsteady
Am 8.2.2026 um 13:36 von Sapine:

Ich finde es auch traurig, dass man es faktisch kaum alleine hinbekommt, das könnte man auch einfacher machen, wie man am Beispiel Minijob sieht. 

Otto-Normalo-Gutverdiener ohne Ahnung von Mini/Midijob-Abrechnung und den Tuecken der Sozialbeitraegen mit einem Bedarf von vllt. 2h/Woche putzen kann entweder 1) sich stundenlang einarbeiten wie man eine Putzhilfe richtig und korrekt anmeldet und dann immer Sozialversicherungsabgaben abfuehre und jeden Monat eintragen. Dabei natuerlich auch alle anderen Vorschriften einhalten wie Arbeitsschutz sicherstellen etc... Also putzt er lieber selbst, dauert auch nicht viel laenger als jeden Monat die Buerokratie zu machen und bei Fehlern eine auf den Deckel zu bekommen. Oder 2) er macht es schwarz und hat Null Stunden Buerokratie bei weniger Kosten.
 

Der Arbeitnehmer kriegt noch Transferleistungen, die ihm sonst mit eigenem Einkommen gestrichen wuerden, wenn er es anmelden wuerde. Selbst bei korrekter Abrechnung seinerseits muesste er sein schwankendes Einkommen staendig an irgendwelche Aemter fuer Anrechnung bei ALG2 oder Wohngeld melden und hat locker auch nochmal ein paar Stunden pro Monat "Buerokratie"-Arbeit und darf bei einer Bearbeitungsdauer von Wochen bis Monaten dann immer ploetzlich innerhalb von X Tagen Summen >1000 nachzahlen. 

Schwarzarbeit ist Win/Win fuer beide Seiten. Bei Arbeitgebern die Privatpersonen sind ist das Entdeckungsrisiko auch nahe Null. Der Markt fuer Putzkraefte sieht das auch so :P

PS: Hier in einem Bild das Hauptproblem unseres Systems warum auf "Arbeitnehmer"-Seite Schwarzarbeit so nachgefragt wird. Wenn Herr Merz moechte, dass weniger "Lifestyle"-Teilzeit stattfindet, dann soll er - wie auch immer- dafuer sorgen, dass der Graph unten kein waagrechtes Plateau mehr hat... 

 

 image.thumb.png.123e959069f64332c07e87d2392dbafc.png

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mmusterm

@slowandsteady

Wenn die Grafik stimmt: frustrierend :-(

 

Um eine annähernd lineare Nettoeinkommenskurve zu erhalten, gibt es "mathematisch" nur 2 Möglichkeiten:

a) Transferleistungen im Bereich 0 - 5000 EUR Bruttoeinkommen senken
oder

b) Steuern und Sozialabgaben ab 5000 EUR Brutto senken, um dort die Nettoeinkommens-"Linie" zu erhöhen.

a) und b) kann natürlich auch kombiniert werden. 

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slowandsteady
· bearbeitet von slowandsteady
vor 43 Minuten von mmusterm:

@slowandsteady

Wenn die Grafik stimmt: frustrierend :-(

Keine Ahnung, habe das nur vor kurzem mal aufpoppen sehen irgendwo. INSM == Arbeitgeber-Lobbyverband. In irgendwelchen Extremfaellen wie im Bild (Familie mit Alleinverdiener) stimmt das wahrscheinlich, fuer einen Single sicher nicht ganz so extrem, aber das Kernproblem bleibt.
 

vor 43 Minuten von mmusterm:

Um eine annähernd lineare Nettoeinkommenskurve zu erhalten, gibt es "mathematisch" nur 2 Möglichkeiten:

Es gabe schon radikale Moeglichkeiten. zB Grundeinkommen / negative Einkommenssteuer ersetzt GKV, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Wohngeld, Bafoeg, Kindergeld, Pensionen. Das Grundeinkommen ist so bepreist, das es fuer Krankenkasse und das absolute Lebensminimum reicht, nur halt nicht in Muenchen Mitte mit 30 Euro/m2 Kaltmiete. In Summe auch nicht mehr Ausgaben und so kannst du bei jedem Verdienst dazu verdienen und hast am Ende mehr Netto, Progression kannst du dann ja immer noch machen. Und vielleicht so Paradoxa abschaffen wie zB dass du dich mit 100 Millionen auf dem Konto theoretisch in der GKV zu einem nicht kostendeckenden Beitrag versichern kannst, indem du knapp ueber der Minijob-Grenze arbeitest und pflichtversichert wirst. "Starke Schultern" definieren sich naemlich nicht nur ueber Einkommen aus nichtselbststaendiger Arbeit (wie es unsere Sozialversicherungen annehmen), sondern auch ueber (v.a. geerbtes) Vermoegen. Aber wird off-topic und ist rein theoretisch, weil du niemals die Mehrheit fuer die notwendigen Reformen inkl. Grundgesetzaenderungen bekommen wirst in unserer Geronto/Lobbykratie.

 

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CorMaguire
vor 18 Stunden von slowandsteady:

Keine Ahnung, habe das nur vor kurzem mal aufpoppen sehen irgendwo. INSM == Arbeitgeber-Lobbyverband. In irgendwelchen Extremfaellen wie im Bild (Familie mit Alleinverdiener) ....

Ich vermute EK 67/33 deutet auf einen Zwei-Verdiener-Haushalt hin. Also 2000/1000 € bzw. 3350/1650 € Brutto-Einkommen.

 

Gibt es da nur das hübsche Bild oder auch eine begleitende Veröffentlichung? 

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Bolanger
vor 54 Minuten von CorMaguire:

Gibt es da nur das hübsche Bild oder auch eine begleitende Veröffentlichung? 

Ich habe mit einer Bildersuche leider nur Postuings auf X, Facebook u.a. gefunden, ohne weitere Hinweise oder Kommentare. Man möge sich eigene Gedanken zur Authentizität machen.

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slowandsteady
· bearbeitet von slowandsteady
vor 57 Minuten von CorMaguire:

Gibt es da nur das hübsche Bild oder auch eine begleitende Veröffentlichung? 

ifo - Konzeption eines integrierten Sozialtransfersystems (September 2025), Seite 7f.

Zitat

Lohnabstand und Hinzuverdienst 2025
Zur Illustration der bestehenden Anreizproblematik betrachten wir in Abbildungen 1 und 2 einen Musterhaushalt, bestehend aus einem Ehepaar mit zwei Kindern, bei dem die Erwerbseinkommen im Verhältnis 67 zu 33 Prozent verteilt sind (EK 67/33).3 Da Wohngeld und Kosten der Unterkunft im Bürgergeld mit dem lokalen Mietniveau variieren, betrachten wir diesen Musterhaushalt sowohl mit einer moderaten Miete (Abbildung 1, 760 Euro Kaltmiete in einer Region mit Mietstufe 3, z. B. Bonn) als auch mit einer hohen Miete (Abbildung 2, 1.130 Euro Kaltmiete, in einer Region mit Mietstufe 7, z. B. München).4 Im Fall vollständiger Arbeitslosigkeit beläuft sich das verfügbare Einkommen dieses Haushalts auf rund 2.719 Euro (Der Beispielhaushalt mit mittleren Mieten und Mietstufe 3) bzw. 3.089 Euro (Mietstufe 7). Nimmt derselbe Haushalt hingegen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit einem Bruttolohn von 3.000 Euro pro Monat auf, steigt das verfügbare Einkommen auf 4.035 Euro (Mietstufe 3) bzw. 4.308 Euro (Mietstufe 7). Damit beträgt der Lohnabstand ungefähr 1.300 Euro.5 Nun betrachten wir die Problematik bei den Hinzuverdienstanreizen, also bei der Entscheidung, die Arbeitszeit zu erhöhen oder in einen besser bezahlten Job zu wechseln. Erhöht derselbe Musterhaushalt sein Bruttoeinkommen von 3.000 auf 4.000 Euro, so steigt das verfügbare Einkommen lediglich um ca. 100 Euro von 4.035 auf 4.135 Euro (bei einer moderaten angenommenen Miete und Mietstufe 3) bzw. von 4.308 auf 4.434 Euro (bei einer hohen Miete und Mietstufe 7). 

3. Problemstellung: Ausgangslage und Status quo
Wird das Bruttoeinkommen weiter auf 5.000 Euro erhöht, verbleibt dem Haushalt mit 4.195 Euro (Mietstufe 3) kaum ein zusätzliches Plus gegenüber 4.000 Euro, während bei Mietstufe 7 das verfügbare Einkommen mit 4.430 Euro sogar leicht unter dem Wert bei 4.000 Euro liegt. Hier sehen wir die oben erwähnten finanziellen Nachteile, die in ausgewählten Fällen mit einem erhöhten Bruttoverdienst einhergehen können. Damit resultiert aus einer Einkommenssteigerung um 2.000 Euro brutto ein Zuwachs von weniger als 200 Euro netto. Dieses Beispiel verdeutlicht eindrücklich, wie stark die gegenwärtigen Grenzbelastungen Erwerbsanreize schwächen

Dort auch genau aufgeschluesselt mit den einzelnen Komponenten. Ich wollte den Thread aber nicht kapern...

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CorMaguire
vor 8 Minuten von slowandsteady:

ifo - Konzeption eines integrierten Sozialtransfersystems (September 2025), Seite 7f.

Dort auch genau aufgeschluesselt mit den einzelnen Komponenten. Ich wollte den Thread aber nicht kapern...

Merci!

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Neverdo

Ja, der Herr Merz, jetzt kommt so viel zusammen, dass ich wirklich gespannt bin wie weit Reformen gehen werden.

Immer mehr Rentner arbeiten zusätzlich, nicht weil sie wollen, die müssen.

Habe gestern noch einen Beitrag dazu gesehen, da kann einem übel werden, immerhin ist aber jetzt doch so, dass Rentner bis zu 2000,-Euro dazu verdienen dürfen. 

Bedeutet das für diejenigen, die eine Rentnerin offiziell einstellen, dass es einfacher geworden ist?

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Bolanger

Man muss schon zugestehen, dass es inzwischen einige Anreize aus der Schwarzarbeit heraus gibt. Minijobs sind einfach abzuwickeln. Bei den Midijobs bleibt bei den Arbeitnehmern auch mehr hängen als es ohne die Gleitzone gäbe. Wenn Rentner nun noch 2000 EUR steuerfrei hinzuverdienen dürfen, dann ist auch das hilfreich. Man muss allerdings hinterfragen, ob man über diese Förderungen tatsächlich mehr Arbeitnehmer in die Legalität bekommt oder reguläre Jobs damit ersetzt. 

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wpapifo
vor 18 Stunden von Neverdo:

Bedeutet das für diejenigen, die eine Rentnerin offiziell einstellen, dass es einfacher geworden ist?

Nein. Es fallen nur keine Steuern für die 2000€ an. Der Rest der Bürokratie bleibt, gegebenenfalls inklusive Sozialabgaben.

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