WalleWalle 12. Februar · bearbeitet 12. Februar von WalleWalle Es wird nie langweilig im Bitcoin-Land. Die beiden Herausgeber der konkurrierenden Bitcoin Node Softwarepakete Core vs. Knots sind im Bürgerkrieg und spätestens September 2026 wird es wahrscheinlich zu einer Spaltung des Netzwerks führen. Kurzfassung: Bitcoin Core: Bitcoin soll ein offenes Netzwerk für alle Daten sein https://bitcoin.org/de/download Bitcoin Knots: Bitcoin soll nur monetäre Transaktionen (Geld) erlauben https://bitcoinknots.org/ Zeitreihe: Inscriptions Seit ca. 2023 ist es großflächig möglich, andere Daten (sogenannte Inscriptions) als nur monetäre Bitcoin Transaktionen in die Bitcoin Blockchain zu packen. Dazu muss ein Miningpool direkt kontaktiert werden (das Bitcoin Node-Netzwerk wird umgangen), um gegen Entgelt seine JPGs, NFT, Runes, Ordinals, Shitcoins in Bitcoin Blöcke zu packen. Dies wurde stark genutzt, so dass inzwischen 39% des aktuellen ausgebbaren Bitcoins Datensatzes UTXO aus nicht-monetären Staub-Inscriptions besteht. Diese Inscriptions sind sogar 75% billiger durch den segwit-discount als monetäre Transaktionen. Alle Bitcoins Nodes müssen diese UTXO im RAM halten und auf Ewigkeit auf einer SSD speichern, was zu Unmut führte. Bei https://ordiscan.com/ kann man sich einen Überkick verschaffen, was so aktuell an Daten in die Blöcke gepackt wird. Core v.30 & big op_return Die Spannungen eskalierten, als Core im Dezember 2025 das v.30 Update veröffentlichte, welches zusätzlich 100KB Dateianhang (= op_return) an beliebigen Daten für jede Bitcoin Transaktion erlaubt. Bei älteren Versionen (Core v.29 und zuvor) waren lediglich 80Bytes an op_return erlaubt für kleine Texte wie Hashes. Diese großen op_return Daten werden durch Core v.30 Nodes weitergeleitet und wenn ein Miner diese in einen Block packt, dann müssen alle Nodes (auch ältere Versionen) diese speichern und weiterleiten. Größte Probleme sind a) ist dies ein offener Paradigmenwechsel für mehr Spam? b) Legale und moralische Probleme, wenn Miner und Nodes illegale Daten speichern und weiterleiten c) steigende Transaktionskosten verdrängen monetäre Transaktionen. Bitcoin Core v.30+ und Knots haben seit Veröffentlichung im Dezember 25 jeweils ca. 20% Marktanteil erreicht. Die restlichen 60% sind ältere Versionen von Core, die sich zukünftig entscheiden werden, ob sie auf Core v.30+ oder Knots wechseln. https://bitcoin.clarkmoody.com/dashboard/ (rechts) BIP-110 Bisher leiten Knots Nodes nur Transaktionen mit kleinen op_return von 80Bytes weiter, aber akzeptieren dennoch Blöcke mit großen op_return. Die ändert sich mit BIP-110, welches auch Blöcke mit anderen Daten (Inscriptions, große op_returns) ablehnt. Ich glaube, vorhandene Staub-UTXO mit Inscriptions werden somit eingefroren und sind somit nicht mehr im aktuellen UTXO Set, was das betreiben einer Node einfacher macht. BIP-110 wird aktiviert, wenn mehr als 50% der Miner es akzeptieren oder spätestens im September 2026. Falls danach noch Blöcke mit anderen Daten erzeugt werden, teilt sich das Netzwerk in Core und Knots/BIP-110. https://bip110.org/ Unterstützer für Core: Jameson Lopp, langfristiger Entwickler und Citrea Mitglied Peter Todd, langfristiger Entwickler Adam Back, Entwickler von Hashcash und CEO Blockstream Unterstützer für Knots: Luke Dashjr, langfristiger ex-Entwickler von Core, jetzt Knots und Ocean Miningpools Nick Szabo, Entwickler von Bit Gold, ein Vorläufer von Bitcoin Michael Saylor, CEO Microstrategy (hat ein Video veröffentlicht mit "run Knots" am Ende und "Das größte Risiko für Bitcoin sind ehrgeizige Opportunisten, die sich für Protokolländerungen einsetzen.", so wie Core v.30 das op_return Limit erhöht hat) Wer gewinnt am Ende? Core hat den Vorteil der Tradition, da in den letzten 15 Jahren fast alle Nodes mit Core Software liefen. Knots hat überzeugte Enthusiasten, die von Bitcoin=Geld nicht abrücken. Core ist meines Erachtens ein fragiler Riese, da durch große op_return jederzeit illegale Inhalte hochgeladen werden können, die Core Node Betreiber moralisch und rechtlich vertreiben zu Knots/BIP-110, wo nur monetäre Transaktionen weitergeleitet werden. Dann ist die Frage, wie sich BlackRock und Kryptobörsen entscheiden, welches das wahre Bitcoin-Netzwerk ist. Spieltheoretisch hat Knots den Vorteil, dass die rein-monetären Knots-Blöcke mit dem Core-Netzwerk kompatibel sind, aber nicht umgekehrt. Wenn Miner also nur noch rein-monetäre Blöcke erschaffen, sind sie für beide Fälle abgesichert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
slowandsteady 12. Februar · bearbeitet 12. Februar von slowandsteady Es sind schon laengst "Schrott"-Inhalte in der Blockchain gespeichert. Das ist ein uralter Hase: Someone put a virus signature in the Bitcoin Blockchain. Now virus scanners think it's a virus and delete or quarantine the blockchain : r/Bitcoin In Bitcoin speichert derjenige seine Dinge in der Blockchain der am meisten pro Byte zahlt. Der Markt regelt. Genauso wie welche Protokollaenderungen sich durchsetzen. Notfalls gibt es halt einen Hard Split. Das liegt im Design der Sache (dezentrales Netzwerk), jeder Miner, jeder Teilnehmer kann machen was er will. Und laut den Enthusiasten hier macht Lightning ja Transaktionen sowieso ganz billig, also kann man doch anderes Zeug drin speichern Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
WalleWalle 12. Februar Momentan sind ca. 38% aller neuen Daten in den Blöcken nicht-monetär, wobei Ordinals/Inscriptions den 75% SegWit discount haben, also weniger Gebühren zahlen müssen. https://x.com/CunyRenaud/status/2019086064808321523/photo/1 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schlumich 12. Februar Was bedeutet das dann für Otto-Normal-Bitcoin-Hodler? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
SlowHand7 12. Februar vor 25 Minuten von Schlumich: Was bedeutet das dann für Otto-Normal-Bitcoin-Hodler? Gar nichts. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
WalleWalle 13. Februar · bearbeitet 13. Februar von WalleWalle Wenn du Bitcoin selber hältst, während sich das Netzwerk teilt, dann hast du danach Bitcoin auf beiden Netzwerken, denn deine Schlüssel funktionieren weiter auf beiden Netzwerken. Wenn du Bitcoin durch einen Verwalter hältst (Börse, ETF), dann wird dieser entscheiden, wie er mit der Netzwerkteilung umgeht und was dir zusteht. Mit Core v.30 können jetzt jederzeit auch illegale Daten in das Netzwerk/Mempool und in die Blockchain gepackt werden. Falls dies geschieht, dann wird es vielleicht sofort zu einer Netzwerkteilung kommen werden mit entsprechender Preisvolatilität. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Okabe 13. Februar · bearbeitet 13. Februar von Okabe vor 54 Minuten von WalleWalle: Mit Core v.30 können jetzt jederzeit auch illegale Daten in das Netzwerk/Mempool und in die Blockchain gepackt werden. Vorher doch auch schon: https://www.pcmag.com/news/bitcoins-blockchain-caught-loaded-with-child-pornography Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
WalleWalle 13. Februar Es wurden bisher lediglich Links zerstückelt und versteckt in die Blockchain zu Webseiten, die es schon lange nicht mehr gibt. Mit Core v.30 und big op_return kann jedermann alle Daten bis 100KB unverschlüsselt und für alle lesbar in das Netzwerk senden (geht durch den Mempool aller Nodes, welche große op_return aktiviert haben) und falls ein Miner dies in einen Block packt, dann wird der Block durch alle Nodes gespeichert. Die großen Miningpools werden wahrscheinlich 24/7 die Inhalte kontrollieren, was sie in die Blöcke packen, aber ein Solominer kann unkontrolliert alles reinpacken. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schlumich 13. Februar Klingt nach Woodoo. Verstehe nur Bahnhof Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
WalleWalle 14. Februar Interessant ist, wie die großen Miningpools sich bisher verhalten. https://thebitcoinportal.com/onchain/spam-analysis/overview FoundryUSA packt 35% nicht-monetäre Daten in die Blöcke, Tendenz sogar steigend in den vergangenen 52 Wochen besonders bei op_return Daten (blau) AntPool ähnlich ein deutlicher Anstieg an nicht-monetären Daten auf fast 50% in den letzten Wochen F2Pool das Gegenteil, eine deutliche Reduktion an nicht-monetären Daten, wahrscheinlich bereits kompatibel mit BIP-110 ViaBTC ebenfalls eine deutliche Reduktion an nicht-monetären Daten Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
SlowHand7 14. Februar Was hat das nun für eine Relevanz ob und mit welchen Daten die Miner ihre nicht vollen Blöcke füllen? Der Kunde zahlt für das Datenvolumen, egal was er da rein schreibt. Deshalb einen Fork zu versuchen erscheint mir doch recht unsinnig. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
WalleWalle 14. Februar Der "Kunde" zahlt nur an die Miner, aber nicht die Node-Betreiber, die diese Daten für alle Ewigkeit unentgeltlich runterladen und speichern müssen. Die Hardware für Nodes wird immer anspruchsvoller, empfohlen sind jetzt 2TB SSD für die Blockchain, 16GB RAM für UTXO, eine schnelle CPU für die Synchronisation der Blöcke ab 2023 und eine schnelle Internetverbindung, um ein Blockchain herunterzuladen. Ab 600 Euro geht es los für entsprechende Node-PCs: https://bitaxe.de/produkt/bitcoin-full-node/ (eigentlich ist diese CPU auch schon zu langsam). Wie mit potenziell illegalen Inhalten im Mempool oder Blockchain umgegangen werden soll, ist weithin ungeklärt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
The Statistician 15. Februar Hier kann man noch u.a. die Anzahl der RDTS Nodes betrachten. Am 12.2.2026 um 01:40 von WalleWalle: Spieltheoretisch hat Knots den Vorteil, dass die rein-monetären Knots-Blöcke mit dem Core-Netzwerk kompatibel sind, aber nicht umgekehrt. Wenn Miner also nur noch rein-monetäre Blöcke erschaffen, sind sie für beide Fälle abgesichert. Aktuell ist der Zuspruch für BIP-110 extrem klein. Wenn sich das in den kommenden Monaten nicht merklich ändert, können die Miner das ignorieren ohne sich über finanzielle Implikationen Sorgen zu müssen. Wenn aber eine kritische Masse an Nodes BIP-110 supportet, kann obiger Aspekt den Support bestärken. Einen Chain-Split halte ich für unwahrscheinlich und selbst wenn, solange die Adoption klar einseitig ausfällt, ist klar welche Blockchain Bitcoin darstellt. Am 12.2.2026 um 01:40 von WalleWalle: Dann ist die Frage, wie sich BlackRock und Kryptobörsen entscheiden, welches das wahre Bitcoin-Netzwerk ist. Lassen die überhaupt Nodes laufen? Die Verwahren doch alles via coinbase und haben daher doch nicht einmal eine Entscheidungsmöglichkeit? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
bmi 15. Februar vor 2 Stunden von The Statistician: Am 12.2.2026 um 01:40 von WalleWalle: Dann ist die Frage, wie sich BlackRock und Kryptobörsen entscheiden, welches das wahre Bitcoin-Netzwerk ist. Lassen die überhaupt Nodes laufen? Die Verwahren doch alles via coinbase und haben daher doch nicht einmal eine Entscheidungsmöglichkeit? Genau. Spielt nur im Falle eines Chain-Splits wie 2017 mit BCash eine Rolle. Der Custodian (bspw Coinbase) entscheidet dann operativ, welche Chain (für bspw Blackrock) als Bitcoin gilt. Wenn eine Änderung restriktiver wird = Soft Fork. Wenn eine Änderung lockerer oder erweiternd wird = Hard Fork. Bip100 könnte ohne Konsens also ein Hard Fork werden, da die Obergrenze flexibel wird und alte Nodes diese Blöcke ablehnen. Also problematisch dann, wenn eine große Mehrheit der Miner die neuen Regeln aktiviert, und bspw Exchanges oder Nodes die neuen Regeln ablehnen. Die Frage ist: Welche Kette hat dann die meiste Arbeit UND wirtschaftliche Unterstützung? Miner sind ökonomisch rational, also sie minen überwiegend dort, wo Geld verdient wird. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
WalleWalle 15. Februar · bearbeitet 15. Februar von WalleWalle BlackRock und andere ETFs werden nach eigenem Ermessen entscheiden, welche Blockchain die Wahre ist: Der 87 Milliarden Dollar schwere IBIT-Prospekt von BlackRock besagt unmissverständlich: „Im Falle einer Hard Fork der Bitcoin-Blockchain bestimmt der Sponsor gemäß dem Treuhandvertrag, welches Netzwerk das Bitcoin-Netzwerk bildet und welcher Vermögenswert Bitcoin darstellt.“ An anderer Stelle räumt Blackrock ein, dass es möglicherweise nicht einmal den größten BTC als den echten BTC auswählen wird. „Es gibt keine Garantie dafür, dass der Sponsor das Netzwerk auswählt, das die wertvollste Abspaltung darstellt“, erklären seine Anwälte. https://protos.com/if-bitcoin-forks-the-spot-etfs-could-choose-the-winner/ Die Miner müssen abwägen: mit der BIP-110 Regelung werden die Gewinne geringfügig sinken, da weniger op_return und Inscriptions in die Blöcke kommen (Inscriptions haben aber einen 75% Transaktionsgebühren-Rabatt und bringen eh wenig Einnahmen für die Miner). Im Gegenzug sind "reine" BIP-110 Blöcke mit monetären Transaktionen kompatibel zu beiden Netzwerken. Es besteht also kein Risiko des erheblichen Verlustes, egal welche Blockchain gewinnt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
bmi 16. Februar vor 12 Stunden von WalleWalle: Inscriptions haben aber einen 75% Transaktionsgebühren-Rabatt und bringen eh wenig Einnahmen für die Miner Sehe ich nicht so. Inscription-User zahlen oft hohe Feerates, ist für Miner genauso profitabel wie jede andere Transaktion. 2023/2024 hat der Ordinals-Hype fette Einnahmen gebracht. vor 12 Stunden von WalleWalle: Im Gegenzug sind "reine" BIP-110 Blöcke mit monetären Transaktionen kompatibel zu beiden Netzwerken. Es besteht also kein Risiko des erheblichen Verlustes, egal welche Blockchain gewinnt. Auch das sehe ich anders. Sie sind zwar kompatibel, wenn aber mehr als 50% der Miner beschließen keine Blöcke mehr mit Inscriptions zu bauen und Inscription-Blöcke anderer Miner ignorieren, dann entsteht eine zweite Chain. Aus Policy-Änderungen wird faktisch Konsens, die längere Chain gewinnt. Miner die Inscription-Blöcke minen bekommen keinen Reward mehr. Miner könnten genau so gut entscheiden, dass sie Blöcke mit bestimmten Transaktionen reorg’en. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Cepha Dienstag um 08:14 · bearbeitet Dienstag um 08:16 von Cepha Ich finde auch, dass man künftig an jeden seiner Geldscheine noch 10 Seiten fremde Kochrezepte, Kindergedichte und Bundesligatabellen zwangsweise dran tackern muss. Ich verstehe schlichtweg nicht den Sinn dahinter, Datensätze dort zu speichern. Kann mir das jmd erklären? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag