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mrfbn

ETF-Depot Weltabdeckung mit Ausgleich USA

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mrfbn

Hi,

 

ein Klassiker bei den ETF-Weltdepots sind ja 70% World + 30% EM. Bei World sind die USA mit ca. 75% vertreten. Mit der aktuellen Entwicklung der USA und anderen Ländern (China) stelle ich mir die Frage ob das langfristig sinnvoll ist und wie eine Alternative aussehen könnte.

 

Eine Möglichkeit wäre MSCI ACWI mit USA z.B. nur ca. 64%, EM allerdings nur 10%. Mit dem MSCI ACWI IMI mit Small Caps wären sogar ca. 99% der weltweiten Aktienunternehmen enthalten. Wenn sich die Weltlage (Gewichtung USA) ändert wäre das hier automatisch berücksichtigt. Also ein sehr simplifizierter Ansatz ohne Notwendigkeit für Rebalancing.

 

Eine andere Möglichkeit wäre manueller Eingriff mit mehr gezielten ETFs z.B. World + EM + Euro-Stoxx 600 + Small-Caps oder so. Widerspricht allerdings der Empfehlung "keep it simple" und erfordert regelmäßiges Rebalancing.

 

Wie seht ihr die Situation mit den USA im Bezug auf ETF-Depots? Bringt eine Reduzierung der USA-Gewichtung etwas oder regelt sich das eh automatisch?

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Puppi
· bearbeitet von Puppi

Willkommen.

Deine Fragen/Überlegungen sind tägliches Brot hier im Forum.

Ich empfehle, dass du dir Zeit nimmst, um dich einzulesen.

U.a. kannst du die Fäden nutzen, die dort verlinkt sind und natürlich den Thread selbst:

Im entsprechenden Thread wird auch erklärt, warum dein angesprochener SPDR ACWI IMI ETF die einzige Produkt-Variante ist, die tatsächlich maximal marktneutral ist und mit der geringsten Prognose...eben am ehesten "DER (AKTIEN) MARKT"....zudem die kostentechnisch günstigste Variante auf Praxisebene, weil kein Rebalancing nötig ist...ergo kaum Transaktionskosten innerhalb des Fonds (Marktkapitalisierung reguliert sich selbst).

 

Viel Vergnügen beim Lesen!

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Malvolio

Wie Puppi schon sagte, dieses Thema kommt hier im Forum dauernd auf.

 

Ich habe mir eine Ziel Allokation gesetzt, z.B. 35% Europa, 30% Nordamerika, 15% Asien/Pazifik (DM) und 20% EM. Das kann man natürlich je nach Gusto anpassen, wie man es für richtig hält. Dann kaufe ich aus jedem der vier Bereiche Aktien oder ETFs und halte das ganze in einer Excel Tabelle nach und sehe, ob und wenn ja ja wo Ziel und Ist-Wert voneinander abweichen. Wenn ich sehe, dass ein Bereich unterrepräsentiert ist, stocke ich dort bei der nächsten Gelegenheit auf.

 

 

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mrfbn
vor 3 Stunden von Puppi:

Willkommen.

Deine Fragen/Überlegungen sind tägliches Brot hier im Forum.

Ich empfehle, dass du dir Zeit nimmst, um dich einzulesen.

U.a. kannst du die Fäden nutzen, die dort verlinkt sind und natürlich den Thread selbst:

Im entsprechenden Thread wird auch erklärt, warum dein angesprochener SPDR ACWI IMI ETF die einzige Produkt-Variante ist, die tatsächlich maximal marktneutral ist und mit der geringsten Prognose...eben am ehesten "DER (AKTIEN) MARKT"....zudem die kostentechnisch günstigste Variante auf Praxisebene, weil kein Rebalancing nötig ist...ergo kaum Transaktionskosten innerhalb des Fonds (Marktkapitalisierung reguliert sich selbst).

 

Viel Vergnügen beim Lesen!

Ja perfekt vielen lieben Dank!

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Fondsanleger1966
Am 20.2.2026 um 11:18 von mrfbn:

Hi,

 

ein Klassiker bei den ETF-Weltdepots sind ja 70% World + 30% EM. Bei World sind die USA mit ca. 75% vertreten. Mit der aktuellen Entwicklung der USA und anderen Ländern (China) stelle ich mir die Frage ob das langfristig sinnvoll ist und wie eine Alternative aussehen könnte.

Hallo, herzlich willkommen im Forum!

 

Am 20.2.2026 um 11:18 von mrfbn:

Mit dem MSCI ACWI IMI mit Small Caps wären sogar ca. 99% der weltweiten Aktienunternehmen enthalten.

Nein, das ist ein häufiger vorkommender, aber schwerwiegender Irrtum. Es dürfte vermutlich irgendetwas zwischen 82% und 88% der weltweiten Marktkapitalisierung sein. Die gängigen Aktienindizes vom MSCI, FTSE & Co sind aktiv-diskretionär zusammengestellt. Die Unterschiede zur echten Marktkapitalisierung findest Du im Thread von @Der Horst herausgearbeitet, inkl. der Frage, wie man das korrigieren könnte (#38):

 

Die aktiv-diskretionäre Zusammenstellung der Aktienindizes führt zu einer starken Übergewichtung der US-Börsen im Vergleich zur echten Marktkapitalisierung:

Interessanterweise ist in den USA auch MSCI beheimatet. Zufälle gibt es aber auch. ;-)

 

Am 20.2.2026 um 11:18 von mrfbn:

Wie seht ihr die Situation mit den USA im Bezug auf ETF-Depots? Bringt eine Reduzierung der USA-Gewichtung etwas oder regelt sich das eh automatisch?

Ich habe vor gut einem Jahr eine (weitere) Einmalanlage getätigt und dabei darauf geachtet, insgesamt im marktneutralen Bereich zu bleiben (45-50% US-Anteil). Das hat sich sogar schon in diesem kurzfristigen Zeitraum kräftig ausgezahlt, obwohl das Geld für ca. 15-20 Jahre investiert bleiben soll.

 

Grundsätzlich hängt es immer von der individuellen Situation des einzelnen Anlegers ab:

- Ein Student mit seinem 25- oder 50-Euro-Sparplan für den Ruhestand wird noch so viel weiteres Geld investieren, dass er auch mit einem der klassischen Aktienindizes anfangen kann, ohne das dies groß schadet. Zudem sorgt der Sparplan für eine zeitliche Diversifikation über mehrere Jahrzehnte, die sehr wichtig ist und eine starke Wirkung hat.

- Bei Einmalanlagen sollte man deutlich vorsichtiger sein.

- Und ein Ruheständler, der relevante Mittel für seinen Basis-Lebensunterhalt aus einem ETF-Entnahmeplan bezieht, sollte sich sehr, sehr gut überlegen, wie viel US-Aktien er seinem Depot zumutet, und sich dafür auch Japan ab 1990 anschauen. Da sieht er, was passieren kann, wenn sich ein Crowded Trade auflöst und das De-Leveraging beginnt.

 

Wann die Druckluft, die eine Blase aufpumpt, wegfällt, ist ex ante schwer zu prognostizieren. Wenn man mittanzen will, sollte man entweder stets nahe der Tür bleiben (als aktiver Anleger), oder (als eher passiverer Anleger) nur so viel auf den Tisch legen, wie man zu setzen - und damit zu verlieren - bereit ist.

 

Am 20.2.2026 um 11:18 von mrfbn:

Eine andere Möglichkeit wäre manueller Eingriff mit mehr gezielten ETFs z.B. World + EM + Euro-Stoxx 600 + Small-Caps oder so. Widerspricht allerdings der Empfehlung "keep it simple" und erfordert regelmäßiges Rebalancing.

Es gibt inzwischen Aktien-ETFs auf dem MSCI World ex USA, so dass eine bessere Diversifizierung sehr leicht hergestellt werden kann. 

 

Daneben gibt es Welt-ETFs mit ausgewogener Allokation wie den Rafi mit aktuell 49,9% USA (siehe https://www.invesco.com/at/de/financial-products/etfs/invesco-ftse-rafi-all-world-3000-ucits-etf-dist.html ) oder - ich wage es kaum zu glauben, dass ich ihn ins Spiel bringe - den Kommer mit aktuell 45,3% USA ( https://fundcentres.landg.com/de/de/private-investors-de/fund-centre/ETF/Gerd-Kommer-Multifactor-Equity/IE000FPWSL69/  ). Manche Anleger kombinieren auch den Arero mit einem MSCI ACWI IMI o.ä. in passendem Verhältnis. 

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Puppi
· bearbeitet von Puppi
vor 4 Stunden von Fondsanleger1966:

Interessanterweise ist in den USA auch MSCI beheimatet. Zufälle gibt es aber auch. ;-)

...und Solactive ist aus Deutschland und STOXX hat seine Urwurzeln in der Schweiz (und stellte übrigens noch vor MSCI auf Free Float MCAP um).

Aber vermutlich ist die Free Float Marktkapitalisierung (welche preisverzerrte Aktien klugerweise ausschließt) insgeheim eine Erfindung der Amis:rolleyes:.

 

Die volle Marktkapitalisierung täuscht oft eine Größe vor, die für Anleger gar nicht zugänglich ist Durch die Free-Float-Gewichtung spiegeln Indizes nur den Teil des Marktes wider, der tatsächlich aktiv atmet und gehandel wird. Der Rest ist großteils preisverzerrt, da er eben kaum zugänglich ist (einfach mal intensiv damit beschäftigen, warum dieser Part der Effizienzmarkthypothese widerspricht). 

 

Daher:

Die komplette Marktkapitalisierung zeigt zwar, wie viel Unternehmen insgesamt wert sind, aber die Free-Float-Marktkapitalisierung zeigt, wie viel davon für den Kapitalmarkt relevant ist und nur Letzters zählt für jemanden, sofern er marktneutral investieren will. => SPDR ACWI IMI reicht und ist richtig, sofern man möglichst prognosefrei (eben marktneutral) investieren will in den weltweiten Aktienmarkt.

Wer das nicht will mit z.B. nur 40% USA...völlig ok, aber es ist aktives Abweichen vom marktneutralen Aktienmarkt, der auf vernünftiger und unverzerrter Preisfindung beruht. Sollte man nur wissen und verstehen. 

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