Schmorst Sonntag um 09:52 Hallo zusammen, ich werde in absehbarer Zeit ca. 11 ha Ackerland erben. Dieses ist zur Zeit verpachtet und bringt pro Jahr 7500EUR Pachterträge. Meine Überlegung ist nun, dieses Ackerland zu verkaufen und den erziehlten Erlös in ETFs zu investieren, da aus meiner Sicht die Renditen wesentlich höher sind. Der Erlös aus dem Verkauf des Ackerlandes wird ca. 450.00 EUR betragen. Die Lage der Fläche ist, in meinen Augen, auch eher so semioptimal (Niedersachsen, Sandboden, keine Aussicht auf Bauland oder Ähnliches), so dass es in meinen Augen wenig Sinn ergibt, dieses Ackerland langfristig zu behalten. Ich bin jetzt 49 Jahre alt und möchte das investierte Geld mindestens 10 Jahre investieren, so dass ich mich mit 60, ohne große Rentenlücke in den wohlverdienten Ruhestand begeben kann. Was meint ihr zu diesem Vorhaben? Lohnt sich der Verkauf oder würdet ihr das Ackerland halten? Vielen Dank für eure Antworten! Schöne Grüße und einen ruhigen Sonntag! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
krett Sonntag um 10:25 Wenn du sonst kaum Vermögen hast, würde ich es verkaufen, zumindest teilweise. Ansonsten; Ist vielleicht mehr Pacht drinnen? Wie bist du sonst finanziell aufgestellt? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schmorst Sonntag um 10:41 Danke für deine schnelle Antwort, das Problem bei der Pacht ist, dass das Ackerland an einem befreundetem Landwirt verpachtet ist. Ich müsste mir mal den Pachtvertrag genauer anschauen, welche Möglichkeiten es gibt, die Pacht zu erhöhen oder den Vertrag zu kündigen. Ansonsten besitze ich noch eine Immobilie, deren Wert letztes Jahr auf ca. 400.00 EUR geschätzt wurde, davon sind noch ca. 150.000 zu einem eff. Zinssatz von 2,8% zu tilgen. ich habe mir den Zinssatz für 20 Jahre gesichert, so dass die Immobilie so in ca. 11 Jahren abbezahlt sein sollte. Ich bin Beamter, verdiene eigentlich ganz gut, aber durch eine kostenintensive Scheidung, mit allem drum und dran, schwimme ich mich erst so seit einem Jahr wieder finanziell frei, seitdem habe ich angefangen monatl. 600 Eur in ETFs zu investieren (50% in Vanguard FTSE All-World UCITS ETF; 25% in Amundi MSCI Semiconductors UCITS ETF und 25% in iShares MSCI EM UCITS ETF USD), wobei ich die monatliche Sparrate wohl noch erhöhen werde, wenn es bei mir noch ruhiger geworden ist. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
krett Sonntag um 10:43 Gerade eben von Schmorst: das Problem bei der Pacht ist, dass das Ackerland an einem befreundetem Landwirt verpachtet ist. Ich müsste mir mal den Pachtvertrag genauer anschauen, welche Möglichkeiten es gibt, die Pacht zu erhöhen oder den Vertrag zu kündigen. Das wäre vielleicht das allererste was du machen solltest. Davon wird ja auch abhängig sein für wie viel du das Land verkaufen kannst. Wenn der Landwird einen unkündbaren, 20 jahre laufenden Pachtvertrag hat, wird das den Käuferkreis erheblich einschränken. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schmorst Sonntag um 10:47 Das ist zum Glück ausgeschlossen. Ich weiß, dass mein Vater darauf Wert gelegt hat, die Laufzeit zu begrenzen, vielleicht ist das ein Grund dafür, dass die Pacht nicht so hoch ausfällt. Wie gesagt, die Details muss ich mir mal anschauen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini Sonntag um 12:17 · bearbeitet Sonntag um 12:18 von Der Heini vor 2 Stunden von Schmorst: keine Aussicht auf Bauland oder Ähnliches) Dann verkaufen für den Preis. Der ist scheinbar recht gut. Steuern beachten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
OttoKleinanleger Sonntag um 12:22 Hast du die steurlichen Aspekte schon geklärt? Landwirtschaft ist da eine ganz eigene Welt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
PrivateBanker Sonntag um 12:30 · bearbeitet Sonntag um 12:33 von PrivateBanker Welcher Bauer nimmt 450 T€ in die Hand um eine Ackerfläche langfristig zu besitzen, wenn er diese aus dem lfd. Betrieb für 7,5 T€ (1,67 % p.a. steuermindernd) nutzen kann ? Ich denke unseren Bauern geht es so schlecht und überleben nur durch Subventionen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor Sonntag um 12:38 vor 2 Stunden von Schmorst: Ich bin jetzt 49 Jahre alt und möchte das investierte Geld mindestens 10 Jahre investieren, so dass ich mich mit 60, ohne große Rentenlücke in den wohlverdienten Ruhestand begeben kann. Was meint ihr zu diesem Vorhaben? Lohnt sich der Verkauf oder würdet ihr das Ackerland halten? Wie so oft reichen die Angaben rund um diene vollständige Vermögenssituation und Zielen bei weitem nicht aus überhaupt etwas dazu zu sagen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schmorst Sonntag um 12:49 vor 22 Minuten von OttoKleinanleger: Hast du die steurlichen Aspekte schon geklärt? Landwirtschaft ist da eine ganz eigene Welt. Zum Glück ist das weitgehend geklärt, da mein Vater über 50 Jahre den Betrieb selbständig geführt hat, ist die steuerliche Belastung überschaubar. vor 15 Minuten von PrivateBanker: Welcher Bauer nimmt 450 T€ in die Hand um eine Ackerfläche langfristig zu besitzen, wenn er diese aus dem lfd. Betrieb für 7,5 T€ (1,67 % p.a. steuermindernd) nutzen kann ? Ich denke unseren Bauern geht es so schlecht und überleben nur durch Subventionen. Das stimmt nur zum Teil. Die kleinen Betriebe kämpfen ums Überleben, mein Vater hatte 35 Milchkühe und neben den 10ha Ackerland noch Weideflächen, welche aber schon vor Jahren durch das Land gekauft und in Naturschutzflächen umgewandelt wurden. Die großen Betriebe, welche mittlerweile mehrere Standbeine, wie Ackerbau, Viehzucht und, gerade hier, sehr viel Biogas vereinen, sind über jeden m2 eigenen Ackerland froh. vor 10 Minuten von LongtermInvestor: Wie so oft reichen die Angaben rund um diene vollständige Vermögenssituation und Zielen bei weitem nicht aus überhaupt etwas dazu zu sagen. Da hast du natürlich Recht, mir geht es auch eher um eine gründsätzliche Entscheidung...da ich die Rendite aus der Pacht echt nicht so wahnsinnig gut finde...ziemlich schlecht sogar, um ehrlich zu sein. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
blueprint Sonntag um 19:03 Bauland, welches es wohl nicht werden wird ist das eine. Aber könnten dort Windkraftanlagen in Frage kommen? Dann sieht der Wert ganz anders aus, sowohl für Pacht, als auch Verkauf! Dies sollte zunächst geprüft werden. Ansonsten ist die Rechnung natürlich recht klar, der Pachtzins ist so gering, dass aus dem Verkaufserlös eine wesentlich höhere Verzinsung erzielbar ist - bei höherem Risiko. Alternativ eine deutliche! Anhebung der Pacht prüfen. Das Land birgt natürlich aber auch ein gewisses Risiko: wenn sich der Staat überlegt, dass das Gebiet zu Naturschutzgebiet wird, ist der Wert schlagartig gemindert, die Pacht fällt auf Null. Ob ein Ausgleich angemessen ausfällt ist fraglich. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation Sonntag um 19:13 · bearbeitet Sonntag um 19:16 von stagflation vor 9 Stunden von Schmorst: ich werde in absehbarer Zeit ca. 11 ha Ackerland erben. Dieses ist zur Zeit verpachtet und bringt pro Jahr 7500EUR Pachterträge. 7.500 € Pachterträge pro Jahr für 11 ha Ackerland scheint mir gar nicht so schlecht zu sein. Wobei die Preise in Niedersachsen wohl etwas über dem Bundesdurchschnitt liegen. Quelle: https://www.praxis-agrar.de/service/infografiken/pachtpreise Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
mmusterm Sonntag um 19:33 · bearbeitet Sonntag um 19:33 von mmusterm Der Wert des Ackerlands beim TO beträgt 40.909 EUR/ha. Die Pacht beträgt 681 EUR/ha. Ich stehe vor der Entscheidung Grünland zu verkaufen oder die Pacht zu erhöhen (Rendite aufgrund tatsächlicher Pacht/Verkaufswert Grünland - derzeit: 0,8 % - kein Tippfehler). Zumindest laut Kaufgesuchen scheinen bis zu 2,2 % Rendite möglich zu sein. Nun zu meinen Fragen: 1. Wenn man mit dem Landwirt nur einen mündlichen Pachtvertrag hat: Gibt es gesetzliche Regelungen, wie hoch man die Pacht pro Zeiteinheit erhöhen darf - ähnlich einer Mietpreisbremse? 2. Wenn man die Pachterhöhung "überzieht" und der Landwirt ablehnt: Ist man verpflichtet das Grünland zu bewirtschaften (mähen/beweiden) oder kann man es zumindest temporär `"verwildern" lassen? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schmorst Sonntag um 19:59 · bearbeitet Sonntag um 20:05 von Schmorst vor 59 Minuten von blueprint: Bauland, welches es wohl nicht werden wird ist das eine. Aber könnten dort Windkraftanlagen in Frage kommen? Dann sieht der Wert ganz anders aus, sowohl für Pacht, als auch Verkauf! Dies sollte zunächst geprüft werden. Ansonsten ist die Rechnung natürlich recht klar, der Pachtzins ist so gering, dass aus dem Verkaufserlös eine wesentlich höhere Verzinsung erzielbar ist - bei höherem Risiko. Alternativ eine deutliche! Anhebung der Pacht prüfen. Das Land birgt natürlich aber auch ein gewisses Risiko: wenn sich der Staat überlegt, dass das Gebiet zu Naturschutzgebiet wird, ist der Wert schlagartig gemindert, die Pacht fällt auf Null. Ob ein Ausgleich angemessen ausfällt ist fraglich. Windanlagen waren vor fünf Jahren mal ein konkretes Thema. Ein großer Investor wollte in dem Gebiet, in dem der Großteil des Ackers liegt, einen Windpark errichten, nach deren Prognosen hätten meine Eltern ein tolles, restliches Leben gehabt und ich hätte aufhören können zu arbeiten... Nur leider, leider liegt der Bereich in der Einflugschneise zu einem kleinem Luftwaffenstützpunkt der Bundeswehr, da diese zum Projekt eindeutig "nein!" gesagt hat, musste sich der Investor unverrichteter Dinge wieder zurückziehen, seitdem besteht so gut wie keine Hoffnung mehr auf einem Windpark, gerade auch seit dem Ukraine Krieg. vor 30 Minuten von mmusterm: Der Wert des Ackerlands beim TO beträgt 40.909 EUR/ha. Die Pacht beträgt 681 EUR/ha. Ich stehe vor der Entscheidung Grünland zu verkaufen oder die Pacht zu erhöhen (Rendite aufgrund tatsächlicher Pacht/Verkaufswert Grünland - derzeit: 0,8 % - kein Tippfehler). Zumindest laut Kaufgesuchen scheinen bis zu 2,2 % Rendite möglich zu sein. Nun zu meinen Fragen: 1. Wenn man mit dem Landwirt nur einen mündlichen Pachtvertrag hat: Gibt es gesetzliche Regelungen, wie hoch man die Pacht pro Zeiteinheit erhöhen darf - ähnlich einer Mietpreisbremse? 2. Wenn man die Pachterhöhung "überzieht" und der Landwirt ablehnt: Ist man verpflichtet das Grünland zu bewirtschaften (mähen/beweiden) oder kann man es zumindest temporär `"verwildern" lassen? Die Preise sind natürlich als Durschnittspreise zu verstehen, es kommt dabei unter anderem auf die Art und Güte des Bodens an. Da eine Ackerfläche ein besonders nährstoffreicher Boden ist, war der Pächter bereit, über den Durchschnitt zu zahlen, die Laufzeit des Pachtvertrages ist unbefristet, kann also mit einer bestimmten Frist gekündigt werden, habe mich heute noch ein wenig schlau gemacht ;-) zu 2. kann ich nur sagen, dass damals mein Vater bestimmte Grünflächen brach liegen lassen hat, dafür gab es dann Zuschüsse vom Land, besonders, wenn es direkt an einem Naturschutzgebiet oder einem Fluss angrenzte, ich glaube, dass musste er aber beantragen. Letzendlich kannst du mit deiner Fläche anstellen, was du möchtest, solange es nicht gegen gültiges Recht verstößt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
ein_johannes Sonntag um 22:16 Aus Renditegesichtspunkten - und hey, das hier ist ein Wertpapierforum, wo Leute auf 29 Seiten diskutieren, ob sie ETFs die 0,2% im Jahr kosten gegen ETFs tauschen "müssen", die nur 0,17% kosten - spricht alles klar für einen Verkauf. Die Rendite aus der Pacht ist gering, über die letzten 20 Jahre sind die Pacht- und Kaufpreise zudem bereits rasant gestiegen, so das da die Luft langsam raus sein könnte. Da Windkraft praktisch unmöglich erscheint - die Wehrfähigkeit hat wieder eine lange ungekannte Aufmerksamkeit erhalten - sehe ich auch keine starke Upside mehr aus dieser Richtung. Solar könnte noch gehen, aber die ist sehr viel standortunabhängiger wie Wind, da herrscht Preiskampf. Ich würde verkaufen, den Plan mit den ETFs umsetzen und an das leidige Renten-Thema einen Haken machen. Für die meisten Menschen muss man aus den Finanzen keine Wissenschaft und/oder Hobby machen, sondern nur einmal seine Karten wohlüberlegt ausspielen und dann ist die Sache geritzt. So schätze ich dich/die Sache hier ein. vor 2 Stunden von mmusterm: 2. Wenn man die Pachterhöhung "überzieht" und der Landwirt ablehnt: Ist man verpflichtet das Grünland zu bewirtschaften (mähen/beweiden) oder kann man es zumindest temporär `"verwildern" lassen? Kann man. Aber Achtung, sobald aus Grünland "Wald" wird hat man ein Problem. Wald kostet oft nur 1/4 von Grünland, aber es ist praktisch unmöglich Wald wieder in Grünland zu wandeln. Ein paar Jahre kann Grünland unbewirtschaftet bleiben, aber irgendwann muss das auch mal wieder "platt" gemacht werden, sonst wachsen Büsche, dann wachsen Bäume, die haben dann plötzlich Durchmesser X und mit Pech findet dann noch jemand nen seltenen Käfer. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
mmusterm gestern um 12:19 Uhr 14 hours ago, ein_johannes said: Wald kostet oft nur 1/4 von Grünland Danke für den Deinen Hinweis. Tatsächlich liegt der ha-Preis von Wald hier bei ca. 30 % von dem von Grünland. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
brügge gestern um 16:58 Uhr Ich bin mir nicht sicher, ob hier bereits erwähnt worden ist, dass ein Verkauf von Ackerflächen u.U.nicht sehr einfach ist, da zumindest in Niedersachsen Landwirte ein Vorkaufsrecht besitzen und eine behördliche Zustimmung zur Veräußerung erforderlich ist. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
fgk gestern um 17:01 Uhr Vorkaufsrecht ist ja kein Problem, so lange egal ist, wer kauft. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
sedativ gestern um 17:50 Uhr Am 22.2.2026 um 10:52 von Schmorst: Lohnt sich der Verkauf oder würdet ihr das Ackerland halten? Wahrscheinlich würde ich verkaufen und einen Hektar aus Sentimentalität behalten. Es gibt aber auch Förderprogramme für die temporäre oder dauerhafte Stilllegung landwirtschaftlicher Flächen. Da könntest du dich beim Bundesamt für Naturschutz und der Landwirtschaftskammer erkundigen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag