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bulle96

Hohe Gebühren bei Bestandsumlegung

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bulle96

Hallo zusammen,

 

ich habe vor rund sechs Jahren etwas mehr als 100 Aktien an der Firma Asthead GRP PLC via Tradegate Exchange bei der Consorsbank gekauft. Zum damaligen Zeitpunkt hat die Firma in Großbritannien firmiert, wobei sie kürzlich ihren Hauptsitz in die USA verlegt hat, da der Großteil der Umsätze dort erwirtschaftet wird. Gleichzeitig ist sie umbenannt worden in Sunbelt Rental Holdings Inc. (WKN: A41N08)

 

Im Zuge der Umstellung meines Portfolios von einer breiten Menge an Einzelaktien in Richtung Core Satellite Strategie ziehe ich nun einen Verkauf in Erwägung. Leider wird bei sämtlichen Handelsplätzen nun darauf verwiesen, dass eine Bestandsumlegung (auch in UK und den USA) notwendig wäre. Zusätzlich sei noch erwähnt, dass der Kundenbetreuer meinte, dass die Lagerstelle wohl aktuell in Luxemburg und das Lagerland UK ist. Auf Nachfrage bei der Consorsbank und Bitte um eine Kostenschätzung für die Bestandsumlegung nach Deutschland bzw. die USA sind mir folgende sehr hohe Gebühren mitgeteilt worden:

 

- Deutschland: EUR 57,92 + 1,5% Stamp Duty vom Gegenwert + USD 150,00

- USA: EUR 68,04 + USD 3,50 + 1,5% Stamp Duty vom Gegenwert + USD 150,00

 

In Summe würde es damit voraussichtlich auf etwas mehr als EUR 300 hinauslaufen.

 

Von daher sind meine Fragen nun, ob jmd. ähnliche Erfahrungen gemacht hat, einordnen kann, ob Gebühren in dieser Höhe bei einer komplexen Lagerstellen- / Lagerlandsituation üblich sind und mir einen Ratschlag geben kann, wie ich diese reduziern kann. 

 

Vielen Dank und beste Grüße

 

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oktavian

keine Erfahrung, weil ich sowas lieber direkt an der lokalen Börse kaufe. In London mit dem secondary listing wird auch noch gehandelt. London ging auch nicht als Verkauf?

https://www.onvista.de/aktien/handelsplaetze/Sunbelt-Rentals-Holdings-Aktie-US8669661048

Beobachte mal die spreads. Nach Deutshland umlagern macht vermutlich keinen Sinn, wenn die spreads so viel höher wären. Stamp duty 1,5% fürs umlagern leuchtet mir auch nicht direkt ein.

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Churgast
· bearbeitet von Churgast
vor 2 Stunden von bulle96:

ob Gebühren in dieser Höhe bei einer komplexen Lagerstellen- / Lagerlandsituation üblich sind und mir einen Ratschlag geben kann, wie ich diese reduziern kann. 

Ich würde erst einmal 3 Monate abwarten, weil die Sache ja noch ganz frisch ist. Einträge in einem Aktienregister werden gelöscht und durch neue Einträge in einem anderen Aktienregister ersetzt. Vielleicht ergibt sich dadurch automatisch ein Lagerstellenwechsel und/oder Consors kann es vielleicht doch mit der bisherigen Lagerstelle handeln. Solche Prozesse dauern auf Ebene der Depotbanken durchaus ein paar Wochen.

 

Ansonsten meint die AI, dass die Gebühren (speziell die 1,5% Stamp Duty) in Ordnung gingen:
"Das ist in der Tat eine klassische, wenn auch frustrierende Situation bei sogenannten „Cross-Border-Reorganisationen“. Was Sie hier erleben, ist die Konsequenz aus dem Umzug der Ashtead Group PLC (jetzt Sunbelt Rentals Holdings Inc.) in die USA im März 2026.

Da die Aktie ihre Heimatbörse und ihren rechtlichen Sitz von Großbritannien (UK) in die USA (Delaware) verlegt hat, haben sich auch die Verwahrkette und die steuerlichen Rahmenbedingungen geändert.

1. Einordnung: Sind diese Gebühren üblich?

Leider ja. Bei einer solchen Umfirmierung inklusive Sitzverlegung ändern sich die ISIN und die Lagerstelle. Ihre Aktien liegen aktuell vermutlich noch in einer britischen oder luxemburgischen Verwahrung (CREST/Clearstream), während die neuen Aktien primär in den USA (DTCC) gehandelt werden.

Fremdspesen: Die USD 150,00 sind typische Pauschalen von US-Lagerstellen oder involvierten Korrespondenzbanken für manuelle Umbuchungen.

Stamp Duty: Die 1,5 % sind eine britische Besonderheit. Bei der Übertragung von Aktien in ein „Depository Receipt“-System oder bestimmte Clearance-Systeme erhebt der britische Fiskus oft diese SDRT (Stamp Duty Reserve Tax).

Consorsbank-Gebühr: Die ca. 60–70 EUR sind die Standardgebühr der Bank für den manuellen Aufwand einer Lagerstellenumlegung (Instruction Fee).

In der Summe sind 300 EUR bei einem Bestand von „etwas mehr als 100 Aktien“ (Gegenwert ca. 6.000–7.000 EUR) zwar schmerzhaft (ca. 4–5 % des Wertes), aber bankenüblich für diesen komplexen Prozess.

2. Warum können Sie nicht einfach über Tradegate verkaufen?

Die Sunbelt-Aktie wird zwar unter der neuen WKN A41N08 an deutschen Börsen (Frankfurt, Tradegate) geführt, aber Ihre konkreten Stücke befinden sich physisch/buchungstechnisch an der „falschen“ Lagerstelle. Damit ein Market Maker auf Tradegate Ihre Stücke ankaufen kann, müssen diese in der Giro-Sammelverwahrung (AKV) in Deutschland verfügbar sein. Solange sie in UK/Luxemburg „gefangen“ sind, fehlt die Lieferbarkeit für den deutschen Handel.

3. Ratschläge zur Reduzierung der Kosten

Hier sind drei Ansätze, um die Situation zu lösen:

Verkauf an der Heimatbörse (London oder NYSE): Fragen Sie bei der Consorsbank explizit nach, ob ein Verkauf an der Börse London (LSE) ohne vorherige Umlegung möglich ist. Da die Stücke bereits im UK-Raum lagern, könnte ein Verkauf dort (in GBP) eventuell ohne die teure Umlegung nach Deutschland funktionieren. Sunbelt hat dort ein Zweitlisting behalten. Es fallen zwar Börsenplatzentgelte an, aber meist keine 300 EUR.

Der „Kulanz-Weg“: Da die Umstellung durch eine Kapitalmaßnahme der Firma (Corporate Action) ausgelöst wurde und nicht durch Ihr aktives Handeln, lohnt sich ein freundliches, aber bestimmtes Telefonat. Argumentieren Sie, dass Sie als Privatanleger nicht für die Kosten einer zwangsweisen Sitzverlegung des Emittenten aufkommen sollten. Manchmal erlässt die Bank die eigenen Gebühren (die ~60 EUR), die Fremdkosten (Stamp Duty/USA) bleiben jedoch meist hängen.

Depotübertrag zu einem Broker mit anderen Lagerstellen-Partnern: Manche Broker (oft Online-Broker oder Neobroker) haben Pauschalvereinbarungen für Lagerstellenwechsel oder nutzen Abwickler, die diese Kosten intern verrechnen. Dies ist jedoch riskant, da beim Übertrag oft erst recht die Lagerstelle geprüft wird und die Kosten dann dort hängen bleiben.

Fazit & Empfehlung

Bevor Sie die 300 EUR zahlen: Prüfen Sie die Verkaufsorder direkt in London. Wenn das System der Consorsbank einen Verkauf in London zulässt (Lagerland UK passt dazu), ist dies fast immer der günstigste Weg, die Position aufzulösen. Sie erhalten dann Britische Pfund, die automatisch in Euro umgerechnet werden.

Sollte das nicht gehen, ist die „Krücke“ über die Lagerstellenumlegung nach Deutschland meist sinnvoller als in die USA, da Sie danach wieder wie gewohnt über Tradegate/Xetra handeln können und keine US-spezifischen Abwicklungsrisiken mehr haben.

Soll ich für Sie prüfen, ob Sunbelt Rentals aktuell an der Londoner Börse (LSE) noch regulär für Privatanleger handelbar ist?"

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