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GuyInborito

Mittellange Staatsanleihen ins Portfolio?

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GuyInborito

Hallo Zusammen,

 

Nach Zwei Jahren bin ich immer noch dabei mein Depot final Einzustellen. Eigentlich wollte ich mich auf Aktien, AAA Kurzläufer 0-1 und PMs beschränken. Mir kamen längere Anleihen zB 5-10 immer gefährlicher vor als sie rentieren wegen dem Zinsänderungsrisiko. Ich habe mich aber nun oberflächlich damit beschäftigt und sehe sie jetzt eher als Krisen hedge. zB Aktien Markt fällt, Rezession etc. Zins wird gesenkt um den Markt anzukurbeln, Langläufer steigen wegen fallender Zinsen, kann damit die billigen Aktien nachkaufen. Richtig soweit?

 

Ich habe zugegeben noch viel zu verstehen, leider gibt es keine Stickies im Staatsanleihen Bereich die man durcharbeiten könnte daher eröffne ich mal ein Thema. Mittlerweile bin ich sogar schon soweit dass ich verstehe dass der Kupon völlig egal ist und dass man immer die Effektivrendite ansehen muß, also Kurs bezogen auf Kupon. Quasi Experte :D

 

Nun bin ich am überlegen den Aktien- und Edelmetall Teil meines angestrebten Portfolios zu reduzieren und 10% Staatsanleihen mittlerer Duration dazu zu nehmen. Entweder Europa oder nur Deutschland. Wenn ich das richtig sehe ist der Unterschied nicht sonderlich groß. KI sagt Gold ist Absicherung für eher schwere Krisen, Langläufer eher für "normale" Krisen. Kann man das so sehen?

 

Ursprünglich angedacht war 65% all world 15% Gold 5% Silber 15% Kurzläufer 0-1. Dies könnte man umbauen auf zB 60% all world 12% Gold 3% Silber 15% Kurzläufer 0-1 10% Langläufer 5-10.

 

Ich habe mich schon recht viel mit Portfoliotheorie abseits von Anleihen beschäftigt und mir ist klar dass niemand sagen kann was am Ende besser läuft und dass es viel wichtiger ist am Ball zu bleiben, nicht die Strategie zu ändern und die Kosten niedrig zu halten als ein paar Prozent mehr hier oder da. Dennoch würde mich interessieren, ob Langläufer als weiteres Asset angesehen werden können was den Rebalancing Effekt vlt nochmal verbessert und damit die gesamte Stabilität des Portfolios. Wie seht ihr das?

 

Ich würde bitten nicht all zu sehr auf den Edelmetall Teil einzugehen, mir ist klar dass das am obersten Rand ist was als rational angesehen wird. Mir geht es nur darum ob es eventuell erstrebenswert wäre die Langläufer mit aufzunehmen. Viele altbekannte Allwetter Portfolios haben ja auch Langläufer drin, daher muß da vlt mehr dahinter stecken als ich aktuell in der Lage bin zu sehen, dass das teilweise dem geschuldet ist dass diese Theorien oft aus den USA kommen wo Langläufer eher besser rentieren im Sinne von oberhalb der Inflation ist mir bewußt. Was gilt also für D oder EU? Lohnt sich der extra Aufwand für die mögliche extra Stabilität oder eher nicht?  

 

Mein Vermögen ist die letzten Wochen um geschätzt 80k geringer geworden durch den Aktien und PM Verfall, das ist wahrscheinlich der Grund warum ich nun noch an Langläufer denke weil ich ins grübeln komme ob meine Toleranz Schwankungen gegenüber vlt nicht doch ganz so gut ist wie ich dachte. Mir ist klar dass es im Prinzip falsch ist auf aktuelle Vorgänge reagieren zu wollen, aber da meine allocation eh noch nicht ganz eigestellt da noch Festgelder in der Schwebe sind möchte ich mich hiermit final für oder auch gegen Langläufer entscheiden damit ich das Thema endgültig abhaken und künftig nur noch ein / zwei mal im Jahr ins Depot schauen muß. 

 

Gruß Guy

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 10 Minuten von GuyInborito:

Ich habe mich schon recht viel mit Portfoliotheorie abseits von Anleihen beschäftigt 

 

Portfoliotheorie ohne Anleihen? Der Kern der Portfoliotheorie ist doch gerade, wie sich Aktien und Anleihen gemeinsam entwickeln - und dass gerade die Mischung von beiden ein Portfolio verbessern kann - zumindest im Rahmen der Theorie. Von daher nehme ich an, dass Du Dich noch nicht tiefer mit der Portfoliotheorie auseinandergesetzt hast. Ich würde Dir raten, das zu tun - denn das ist genau der Schlüssel dazu, dass und wie man Anleihen mittlerer Laufzeit gut mit Aktien kombinieren kann (und sollte), wenn es vom gewünschten Risiko her passt.

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Bigwigster
vor 8 Minuten von GuyInborito:

urch den Aktien und PM Verfall, das ist wahrscheinlich der Grund warum ich nun noch an Langläufer denke weil ich ins grübeln komme ob meine Toleranz Schwankungen gegenüber vlt nicht doch ganz so gut ist wie ich dachte. Mir ist klar dass es im Prinzip falsch ist auf aktuelle Vorgänge reagieren zu wollen,

Es ist definitiv richtig, seine Asset Allokation anzupassen, wenn man etwas über seine Risikotoleranz gelernt hat. Das sollte allerdings nicht ständig passieren. Wenn man jedoch bereits jetzt, bei historisch gesehen vergleichsweise geringen Schwankungen, anfängt zu grübeln, ist man definitiv zu riskant unterwegs.

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stolper
vor 44 Minuten von GuyInborito:

Ich habe mich aber nun oberflächlich damit beschäftigt und sehe sie jetzt eher als Krisen hedge. zB Aktien Markt fällt, Rezession etc. Zins wird gesenkt um den Markt anzukurbeln, Langläufer steigen wegen fallender Zinsen, kann damit die billigen Aktien nachkaufen. Richtig soweit? Ich habe zugegeben noch viel zu verstehen...

...was meinst du zu folgendem Beispiel: seit Beginn des Iran-Konflikts gibt es moderate Abschläge bei Aktien. Gleichzeitig sahen wir aber auch fallende Kurse bei mittleren u. langen Deutschen Bundesanleihen und entsprechend steigende Renditen. "Krisenhedge"?

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GuyInborito
vor 43 Minuten von stagflation:

Portfoliotheorie ohne Anleihen?

Naja ich hatte ja eher Pantoffel + etwas Edelmetall im Sinn. Dafür brauchts ja keine Aleihenkenntnisse.

 

vor 42 Minuten von Bigwigster:

Wenn man jedoch bereits jetzt, bei historisch gesehen vergleichsweise geringen Schwankungen, anfängt zu grübeln, ist man definitiv zu riskant unterwegs.

Ein Großteil meiner Verluste kommen aus den PMs. Da war der Rücksetzer alles andere als moderat. 

 

vor 3 Minuten von stolper:

...was meinst du zu folgendem Beispiel: seit Beginn des Iran-Konflikts gibt es moderate Abschläge bei Aktien. Gleichzeitig sahen wir aber auch fallende Kurse bei mittleren u. langen Deutschen Bundesanleihen und entsprechend steigende Renditen. "Krisenhedge"?

Das ist ein Einzelfall und sagt ja erstmal nichts über die lange Anlagezeit eines relativ jungen Anlegers aus. Das ist auch mit den PMs so. Bisher waren sie oft ein guter hedge zu Aktien, diesmal aber nicht deßhalb hab ich auch die großen Verluste. Auf einmalige Ereignisse seine Entscheidungen zu basieren macht so viel Sinn ja nicht. 

 

 

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Fetz

Ich stehe auf dem Schlauch.

PM? Private Markets? 

Wenn ja: Bist Du sicher das das eine sinnvoller/notwendiger Teil Deines Depots ist?

 

:news:

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Wishmueller

PMs musste ich auch die KI befragen..... "Precious Metals", also sein Gold- und Silberanteil.

 

Den aktuellen "Einzelfall" eines Krieges mit der Folge steigender Zinsen und sinkender Anleihen-Kurse hatten wir zuletzt 2022. So lange ist das nicht her.....

 

Von daher habe ich von dem Anleihen-Thema bisher die Finger gelassen......

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 23 Minuten von GuyInborito:

Naja ich hatte ja eher Pantoffel + etwas Edelmetall im Sinn. Dafür brauchts ja keine Aleihenkenntnisse.

 

Das ist eine stark vereinfachte Form der Portfoliotheorie: das risikoreich:risikoarm Modell, das wir häufig empfehlen. Was ungefähr dem Pantoffel-Modell von Finanztest entspricht.

 

Wenn Du Dich dafür interessierst, wie man Anleihen mit Aktien mischt, brauchst Du aber die "richtige" Portfoliotheorie nach Markowitz - und ihre Weiterentwicklungen. Dort sieht man, dass eine Kombination von Aktien und Anleihen ein besseres Rendite/Risiko-Verhältnis ergeben kann. Im Diagramm erkennt man das an den nach oben gebogenen Mischkurven. 

 

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Quelle: William Bernstein, The intelligent Asset Allocator 

 

Wenn man zu Anleihen ein paar Aktien hinzumischt, steigt das Risiko nicht, sondern es sinkt. Wenn man zu Aktien ein paar Anleihen hinzumischt, sinkt das Risiko stärker als die Rendite.

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GuyInborito
vor 19 Minuten von Fetz:

Ich stehe auf dem Schlauch.

PM? Private Markets? 

Im letzten Thread habe ich Edelmetalle mit EMs abgekürzt da dachten viele das heißt emerging markets. Daher nun "PMs" aber wie es scheint sollte ich einfach immer alles ausschreiben.

 

vor 6 Minuten von stagflation:

Wenn man zu Anleihen ein paar Aktien hinzumischt, steigt das Risiko nicht, sondern es sinkt. Wenn man zu Aktien ein paar Anleihen hinzumischt, sinkt das Risiko stärker als die Rendite.

Ja solche Effekte meinte ich. Irgendwie komisch dass man davon hier recht wenig ließt. Dann kuck ich mir mal den Herrn Markowitz an. Danke!

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 14 Minuten von GuyInborito:

Ja solche Effekte meinte ich. Irgendwie komisch dass man davon hier recht wenig ließt. Dann kuck ich mir mal den Herrn Markowitz an. Danke!

 

Du findest einiges in dem Thread: Markowitz und Sharpe. Ab #23 hatte ich eine Einführung (über mehrere Posts verteilt) geschrieben. Ab #97 wird über Mischportfolios Anleihen/Aktien gesprochen. 

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Bigwigster
vor 2 Stunden von GuyInborito:

Ein Großteil meiner Verluste kommen aus den PMs. Da war der Rücksetzer alles andere als moderat. 

 

Sowohl bei Aktien als auch bei Gold ist im Worst Case ein Drawdown von 60 % möglich. Aktuell ist das durchaus moderat. Dass du das anders empfindest oder nicht weißt, spricht auch für einen höheren risikoarmen Anteil.

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reko
· bearbeitet von reko
vor 4 Stunden von GuyInborito:

Das ist ein Einzelfall und sagt ja erstmal nichts über die lange Anlagezeit eines relativ jungen Anlegers aus. Das ist auch mit den PMs so. Bisher waren sie oft ein guter hedge zu Aktien, diesmal aber nicht deßhalb hab ich auch die großen Verluste.

In Kriesen fallen fast alle Anlageklassen. Historische Schönwetterkorrelationen sind wertlos. Interessant wird es erst wenn man schaut wie schnell sich einzelne Anlageklassen erholen.

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