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Robert.N

PRV LifeStyle Protection auszahlen oder verrenten? WPF Entscheidungscoaching benötigt

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Robert.N
· bearbeitet von Robert.N

Liebe WPF’ler,
ich benötige mal Eure Hilfe, um meinen Entscheidungsprozess voranzutreiben:
Jetzt als Rentner (65): Auszahlbare Private Rentenversicherung auszahlen oder verrenten lassen?

 

A)    Hintergrund:
1.    In der zweiten Jahreshälfte werden eine KLV und eine PRV fällig.  
2.    Die KLV (ca. 80k) stammt aus 1999 und wird ausgezahlt.
3.    Die PRV (ca. 74k – genaue Daten s.u.) hat Kapitalwahlrecht und kann verrentet werden.
4.    PRV und KLV bilden den „sicheren“ Anteil am Vermögen und sollen weiterhin sicher angelegt werden.
5.    Daneben gibt es für den sicheren Anteil nur einen geringen Anteil von kurzlaufen Staatsanleihen (Invesco Euro Gov. Bond 1-3, IE00BGJWWY63) 
6.    Asset Allokation: 
40% Aktien-ETFs, 
26% Unternehmensanleihen-ETFs, 
12% EM-$Bond-ETF, 
22% “Sicherer Teil”: KLV, PRV, €Bonds1-3-ETF, Cash
Keine Immobilie
7.    Aktuelle Entnahmephase: Die 22% sicherer Teil sollen bleiben. Das SoRR verringert sich von Tag zu Tag. Daher werde ich die Entnahmen vorzugsweise aus den Unternehmensanleihen und EM-Bonds vornehmen. 
8.    Angestrebte pflegeleichte 80+ Allokation: Nur noch Aktien- und Renten-ETFs ausgewogene 50/50. Die Risikotragfähigkeit wäre zwar höher, aber nicht die Risikotoleranz für den ruhigen Schlaf.
9.    Frau und ich (65) sind Rentner und kinderlos.
10.    Beide PKV versichert.
11.    Da keine Kinder zum Vererben vorhanden, kann das Kapital verzehrt werden. Das Geld sollte aber auch noch für einen vernünftige Senior- oder Pflegeresidenz reichen.
12.    Keine Immobilie vorhanden und auch nicht beabsichtigt.
13.    Die Rente reicht für Fixkosten und Haushaltsgeld. Reisen, Anschaffungen, besondere Ausgaben werden vom Ersparten bestritten.
14.    Grenzsteuersatz für Renteneinkünfte ca. 20%.
15.    Heute würde ich keine Rentengarantiezeit mehr wählen. Wenn ich sterbe, ist die Frau durch Ersparnisse versorgt.

 

B)    Eckdaten der Versicherung (Stand 10/2025):
•    Wo: LPV Lebensversicherung AG , früher Postbank Lebensversicherung
•    Tarif: Sofort Rente PLL127K2008, Gewinnverband 18.2 in der Bestandsgruppe RE
•    Einmalzahlung: 2011: 55.000 EUR
•    garantiertes Verrentungskapital: 71.882,00 EUR
•    Voraussichtliches Verrentungskapital / Kapitalauszahlung: 73.688,61 EUR
•    Garantierte monatliche Altersrente: 287,17 EUR
•    Voraussichtliche monatliche Altersrente: 293,69 EUR (Steigende Gewinnrente)
•    Rentenfaktor: 39,95 auf die garantierten Summen (287,17*10K/71.882) und 39,86 auf die voraussichtliche Verrentung (293,69*10K/73.688,61)
•    Rentengarantiezeit: 15 Jahre
•    Kapitalauszahlung: 
Brutto: 73.688,61 EUR
Netto sofort: 68.455,80 EUR    ((73.688,61-55.000)*0,28) (KapESt+Kirche+Soli)
Netto nach ESt: 71.072,20 ((73.688,61-55.000)*0,28 / 2) Halbeinkünfteverfahren
•    Versicherungsmathematische Rechnungsgrundlagen für diesen Vertrag:
o    Sterbetafeln der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. - DAV 2004 R / DAV 1994 T
o    Rechnungszins für die gemäß Leistungsvereinbarung garantierten Leistungen (konventionelles Deckungskapital) - 2,25%
•    Da nur überschaubare Überschüsse zur Verfügung stehen, kann ich nicht mit einer nennenswerten Steigerung der Rentenzahlung rechnen, d.h. ich kalkuliere mit gleichbleibenden 293,69 EUR monatlich. 

 

C)    Motivation zum Vertrag in 2011:
Als ich die PRV abschloss, hatte ich folgende Anforderungen/Gedanken:
•    Ein Teil einer Abfindung musste angelegt werden. Rürup u.a. hatte ich schon ausgeschöpft. Es ging nur um den „sicheren“ Teil des Vermögens bei damals einer grundsätzlichen 50/50 Allokation. Ziel: Aufbesserung der späteren Rente.
•    Ich plante, dass ich das Kapital nicht verrenten lassen wollte. Daher war das Thema Verrentung auch nachrangig. Geplant war eine Auszahlung zum Ende der Sparphase, um dann einen „lukrativen“ Entnahmeplan zu finden, in der Annahme, dass (kostengünstig) selbstverwaltetes Kapital mehr bringt als Versicherungslösungen.
•    Absicherung der Ehefrau für 15 Jahre (Rentengarantiezeit), falls dann doch die Verrentung gewählt wird. Dass das den monatlichen Betrag vermindert, war mir klar.
•    Abschlusskosten von 1% erschienen mir günstig
•    Lt. Vertrag: Die durchschnittlichen Verwaltungskosten pro Jahr betragen 179,36 EUR, dies entspricht 0,24% des durchschnittlichen voraussichtlichen Guthabens.
•    Garantiezins 2,25%. Das war in der Zeit der Niedrig- und Negativzinsen auch nicht schlecht.

 

D)    Gedanken zur Verrentung:

 

Pro Verrentung:
293,69 EUR monatliche Rente entsprechen 
•    4,78% des Verrentungskapital (293,69 * 12 / 73.688,61), 
•    4,96% der Kapitalauszahlung nach Steuererstattung (Halbeinkünfteverfahren) (293,69 * 12 / 71.072,20)
•    5,15% der Kapitalauszahlung abzgl. Steuern (Netto sofort) (293,69 * 12 / 68.455,80)
Nur 18% sind zu versteuern, m.a.W. 82% Teilfreistellung.
Zum Vergleich: Bei der sicheren Entnahmerate geht man im EU-Raum oft von 2,5 – 4% aus. 
Da sind ja die ca. 5% der Verrentung ein echter No-Brainer, oder?
Wer würde nicht eine unendliche sichere Anleihe mit 5 % Kupon und 82% Teilfreistellung nehmen?

 

KI-Antworten - Pro Verrentung:
•    Lebenslanges Einkommen: Die monatliche Rente zahlt so lange, wie Sie leben; das schützt vor dem Risiko, das Kapital zu früh aufzubrauchen.
•    Planungssicherheit: Feste Monatsbeträge erleichtern die Haushaltsplanung im Ruhestand, gerade wenn gesetzliche Rente und weitere Einkünfte bereits einen großen Teil des Lebensbedarfs decken.
•    Langlebigkeitsrisiko abgesichert: Wer sehr alt wird, profitiert oft stärker von der Verrentung als von einer Einmalzahlung.
•    Weniger Anlageaufwand: Sie müssen sich nicht selbst um Wiederanlage, Depotstruktur, Entnahmeraten oder Markt-Timing kümmern.
•    Psychologische Ruhe: Viele empfinden eine sichere Monatsrente als beruhigender als ein großes Guthaben, das sie selbst verwalten müssen.
•    Steuerlich oft gut kalkulierbar: Bei privaten Renten wird in der Regel nur der Ertragsanteil besteuert; bei Rentenbeginn mit 65 Jahren beträgt dieser beispielsweise 18 Prozent.
•    Günstig bei niedrigen bis mittleren Gesamteinkünften: Wenn Sie und Ihr Ehepartner zusammen mit den übrigen Renten und Einkünften unter dem Grundfreibetrag bzw. nur knapp darüber liegen, bleibt die zusätzliche Steuerlast oft begrenzt.
•    Sinnvoll bei fehlender Anlageerfahrung: Wer keine Strategie für risikoarmes Entnehmen hat, vermeidet mit der Verrentung Fehlentscheidungen.
•    Schutz vor Fehlverwendung: Eine Rente hilft, das Geld nicht in großen Einzelausgaben zu verbrauchen.
•    Einfachere Nachlassplanung, wenn der Vertrag eine Hinterbliebenen- oder Garantiekomponente enthält: Das kann für den Ehepartner relevant sein, auch wenn die genauen Bedingungen vom Vertrag abhängen.

 

Contra Verrentung:
•    Nach meinen Google- und KI-Recherchen soll die LPV Lebensversicherung AG keine gute Kapitaldecke haben und „unter Manndeckung“ der Bafin stehen. Als Folge daraus sehe ich, a) dass ich nicht mit wesentlichen Steigerungen der Rente rechen kann, und b) ich hoffentlich/vermutlich länger lebe als die Gesellschaft. Große Angst um die Rente muss ich vielleicht nicht haben, weil LPV evtl. in den Mutterkonzern Talanx aufgeht (Spekulation) oder die Auffanggesellschaft nur die garantierte Rente zahlt. Trotzdem, eine Langlebigkeitsversicherung mit einem schwachen Versicherungspartner, muss das sein?
•    Um bei der Analogie zur Anleihe zu bleiben: Ein 5% Kupon klingt gut, aber die Anleihe wird nie zurückgezahlt. 
•    Die Rente erhöht das Einkommen um 3.524,28 €, bzw. das zvE um 634,37 € (293,69*12*0,18). Manchmal ist es besser, weniger regelmäßiges Einkommen zu haben. Relevant für mich???
•    Ich brauche die regelmäßige Rente nicht. Das Kapital brauche ich eher für unregelmäßige Ausgaben, wie ggf. Renovierung jetzige Wohnung, später Umzug in barrierefreie Wohnung, neue Autos, Fernreisen und Urlaube mit gehobenem Komfort.
•    Wenn ich die Rente nicht regelmäßig verbrauche, könnte ich natürlich auch einen Sparplan auf einen Aktien-ETF anlegen und der reichste Mann auf dem Friedhof werden. :narr:
•    Ich könnte auch über Laufzeit diversifizieren. Eine Hälfte in Euro Government Bond 1-3Y für die ersten 10 Jahre und die andere Hälfte in den ACWI IMI für die folgenden 20 Jahre. Aber entspricht das noch einem „sicheren“ 20% Teil? Erreiche ich damit mindestens so viel – nach Steuern -, wie mit der Verrentung?

 

KI-Antworten - Pro Auszahlung:
•    Maximale Flexibilität: Sie können das Kapital frei nutzen, z. B. für Umbauten, Pflegevorsorge, größere Anschaffungen oder zur gezielten Vermögensstrukturierung.
•    Vererbbarkeit: Ein Kapitalbetrag lässt sich im Todesfall meist leichter an den Ehepartner oder Erben weitergeben als eine reine Leibrente.
•    Chance auf bessere Rendite: Wer das Geld diszipliniert und breit gestreut anlegt, kann langfristig mehr herausholen als mit der Versicherungsrente.
•    Inflation besser ausgleichbar: Eine feste Rente verliert mit der Zeit an Kaufkraft; ein Kapitalstock kann zumindest teilweise mitwachsen, wenn er sinnvoll investiert wird.
•    Einmalige Sonderausgaben möglich: Wer z. B. eine Immobilie sanieren oder Restschulden tilgen will, braucht oft lieber sofort verfügbares Kapital.
•    Vorteil bei hohem sonstigem Einkommen: Wenn die laufenden Renten und sonstigen Einkünfte ohnehin schon ausreichend sind, ist zusätzliches Kapital oft nützlicher als ein weiterer kleiner Monatsbetrag.
•    Bessere Kontrolle über Entnahmen: Sie bestimmen selbst, wann und wie viel Geld entnommen wird, statt an einen fixen Rentenplan gebunden zu sein.
•    Möglichkeit zur Entlastung des Ehepaares: Wenn ein Ehepartner steuerlich bereits stärker belastet ist, kann Kapital in die gemeinsame Vermögensplanung eingebunden werden, statt laufend zusätzliches Einkommen zu erzeugen.
•    Flexibilität für Pflege und medizinische Kosten: Ein Kapitalpolster ist oft sinnvoller, wenn unregelmäßige größere Ausgaben wahrscheinlich sind.
 
Ach verdammt! 1000 Für und Wider und vielleicht sehe ich den Wald vor Bäumen nicht. Nehme ich die Verrentung und Ruhe ist im Karton oder welche Alternative zur besseren Selbstanlage habe ich? Vielleicht fehlt mir DAS Totschlagargument?

Könnt Ihr mir dabei helfen?

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fgk

Wird die Rente denn nun zur Lebensführung benötigt oder nicht? Falls Nein, würde ich auf die Verrentung verzichten und das Geld anlegen.

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Robert.N
· bearbeitet von Robert.N

Aktuell 2.800 € Renten (GRV, BR, Rürup) vs. Fixkosten (PKV, Miete, Auto, Haushalt, Vereine/Abos) ca. 2.500 €.

Die Angaben sind für mich. Meine Frau hat ihre eigene Buchführung.

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Fondsanleger1966

Höhe PKV-Beitrag inklusive PPV?

 

Alter Frau?

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Robert.N
vor 18 Minuten von Fondsanleger1966:

Höhe PKV-Beitrag inklusive PPV?

 

Alter Frau?

11.640 p.a., 970 p.M.

64

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LongtermInvestor

Also, wenn Du den Sicherheitsbaustein erhalten willst würde ich klar die Rente nehmen, 5% bekommst du sicher nirgends und mit der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos müsste man eher Richtung 5,5-6% taxieren. 
 

Mit Blick auf die Konzernzugehörigkeit zu talanx/hdi würde ich sehr ruhig schlafen.

 

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Robert.N
vor 19 Minuten von LongtermInvestor:

Mit Blick auf die Konzernzugehörigkeit zu talanx/hdi würde ich sehr ruhig schlafen.

Meine Annahme ist auch, dass der Konzern final dahintersteht. Meinen Annahme ist aber auch, dass der Konzern keine Almosen verteilt und so die LPV mit magerer Kapitaldecke kaum/keine Steigerungen erwirtschaftet.

 

vor 23 Minuten von LongtermInvestor:

mit der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos müsste man eher Richtung 5,5-6% taxieren

Das verstehe ich jetzt nicht. Was meinst du damit?

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LongtermInvestor

Eine vergleichbare sichere Anlage des Abfindungsbetrags müsste den Satz bringen.

vor 1 Stunde von Robert.N:

Das verstehe ich jetzt nicht. Was meinst du damit?

 

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Robert.N

Okay, du meinst, wenn ich sichere 5% mit vernachlässigbarer Steuer habe, müsste die regulär zu versteuernde Kapitalanlage 5%/(1-0,28% Steuer)=6,94% bringen. Das es das nicht sicher gibt, liegt die Verrentung nahe.

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LongtermInvestor
· bearbeitet von LongtermInvestor

Yes, zumal Du ja explizit sagt, Du möchtest den sicheren Baustein erhalten. 

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966
vor 18 Stunden von Robert.N:

Liebe WPF’ler,
ich benötige mal Eure Hilfe, um meinen Entscheidungsprozess voranzutreiben:
Jetzt als Rentner (65): Auszahlbare Private Rentenversicherung auszahlen oder verrenten lassen?

[...]

B)    Eckdaten der Versicherung (Stand 10/2025):
•    Wo: LPV Lebensversicherung AG , früher Postbank Lebensversicherung
•    Tarif: Sofort Rente PLL127K2008, Gewinnverband 18.2 in der Bestandsgruppe RE
•    Einmalzahlung: 2011: 55.000 EUR
•    garantiertes Verrentungskapital: 71.882,00 EUR
•    Voraussichtliches Verrentungskapital / Kapitalauszahlung: 73.688,61 EUR
•    Garantierte monatliche Altersrente: 287,17 EUR
•    Voraussichtliche monatliche Altersrente: 293,69 EUR (Steigende Gewinnrente)
•    Rentenfaktor: 39,95 auf die garantierten Summen (287,17*10K/71.882) und 39,86 auf die voraussichtliche Verrentung (293,69*10K/73.688,61)
•    Rentengarantiezeit: 15 Jahre
•    Kapitalauszahlung: 
Brutto: 73.688,61 EUR
Netto sofort: 68.455,80 EUR    ((73.688,61-55.000)*0,28) (KapESt+Kirche+Soli)
Netto nach ESt: 71.072,20 ((73.688,61-55.000)*0,28 / 2) Halbeinkünfteverfahren
•    Versicherungsmathematische Rechnungsgrundlagen für diesen Vertrag:
o    Sterbetafeln der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. - DAV 2004 R / DAV 1994 T
o    Rechnungszins für die gemäß Leistungsvereinbarung garantierten Leistungen (konventionelles Deckungskapital) - 2,25%
•    Da nur überschaubare Überschüsse zur Verfügung stehen, kann ich nicht mit einer nennenswerten Steigerung der Rentenzahlung rechnen, d.h. ich kalkuliere mit gleichbleibenden 293,69 EUR monatlich.

Hallo, herzlich willkommen im Forum!

 

Die Überschussbeteiligung der LPV taucht nicht mehr in den gängigen Übersichten auf, was dafür spricht, dass kein großes Interesse mehr am klassischen PRV-Neugeschäft besteht.

 

Man muss also den Geschäftsbericht durchforsten: https://www.lifestyle-protection.com/documents/geschaeftsbericht_lpv_lebensversicherung_ag_2024.pdf . Dort findet sich auf S. 92 eine krasse Kürzung der Überschussbeteiligung für laufende Renten von 1,95% (2024) auf 1,55% (2025, jeweils inkl. Rechnungszins) *gegen* den Trend des Marktes (siehe z.B. die Assekurata-Überschussstudie 2025). Das träfe Dich bei einem Rechnungszins von 2,25% nicht, aber bei einer stärkeren Inflation mit Zinsanstieg würde es einige Zeit dauern, bis Du eine Anpassung über die PRV bekämest, weil sich der Abstand zu Deinem Rechnungszins vergrößert hat.

 

Die laufende Durchschnittsverzinsung liegt in der BaFin-Statistik 2024 bei 2,0%. Das ist unteres Mittelfeld, aber noch deutlich vor den Abstiegsplätzen und damit okay. Branchenschnitt sind 2,4%.

 

Die Solvenzquoten vor Übergangsmaßnahmen sowie vor Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassungen sehen schrecklich aus: https://www.assekurata.de/2024/04/18/einblick-in-die-solvenz-der-lebensversicherer-ein-ueberblick-und-eine-analyse-der-aktuellen-zahlen/ . Die "Manndeckung" der BaFin ist also wirklich angebracht. Ggf. wirst Du mit einer 5%-Leistungsanpassung leben müssen.

 

Grundsätzlich verbessert diese Rente Euren Cashflow, so lange Du lebst, aber sie verschlechtert ihn für Deine Frau, sofern Du in den nächsten 15-25 Jahren ablebst. Daher müsstest Du die Sache auch einmal von ihrer Seite aus betrachten und durchrechnen.

 

vor 18 Stunden von Robert.N:

Das Geld sollte aber auch noch für einen vernünftige Senior- oder Pflegeresidenz reichen.

Was verstehst Du darunter? Oder ganz konkret: Wie viel Kapital willst Du dafür mindestens zurückstellen?

 

vor 16 Stunden von Robert.N:

Aktuell 2.800 € Renten (GRV, BR, Rürup) vs. Fixkosten (PKV, Miete, Auto, Haushalt, Vereine/Abos) ca. 2.500 €.

Die Angaben sind für mich. Meine Frau hat ihre eigene Buchführung.

Derzeit gibt es also noch einen Überschuss/Puffer. Das könnte sich allerdings ändern, wenn die Renten die Inflation in der Zukunft nicht mehr ausgleichen würden:

- Bei Betriebsrenten sieht es mit einem Inflationsausgleich meistens nicht gut aus.

- Bei Rürup wird es vom Rechnungszins (Höhe?) und der Ertragskraft der Gesellschaft (welche?) abhängen.

- Die GRV hat über lange Zeiträume (z.B. seit Beginn meiner Berufstätigkeit) einen Inflationsausgleich gerade so eben hinbekommen. Für die Zukunft erwarte ich das allerdings nicht mehr.

 

Meine Gründe dafür möchte ich in diesem Gedankenexperiment aufzeigen:

In der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung vom Dez 2025 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2025/bevvorausberechnung/statement-bevvorausberechnung.pdf?__blob=publicationFile&v=2 geht das Hauptszenario von einem Anstieg des Altenquotienten (=Bevölkerung ab 67 Jahre /Bevölkerung 20-66 Jahre) von 33 (2025) auf 45 (2038) aus. Wenn man die aktuellen Rentenleistungen für 33 Rentner auf 45 Rentner verteilen würde, käme man auf eine reale Rentenkürzung von -27% oder -2,4% p.a. Die Rentner müssten dann trotz der gestiegenen Zahl mit demselben Anteil am BIP auskommen und die demografische Last alleine tragen. Gegenrechnen könnte man allerdings ihren Anteil am Anstieg der Produktivität. Diese wird in Studien z.B. von Prof. Werding auf um die 0,9% p.a. geschätzt, ist in der Praxis aber leider seit 2022 sogar rückläufig (bis zum letztverfügbaren Stand 2025 um durchschnittlich -0,4% p.a.). Die Renten müssten also real um -1,5% bis -2,8% p.a. gekürzt werden, wenn allein die Rentner die Zunahme der Renten tragen würden.

 

Nun wird die demografische Last im Idealfall allerdings von allen Gruppen der Gesellschaft getragen. Das Problem ist nur: Wenn man sich rückblickend die Verteilung dieser Lasten anschaut, stellt man fest, dass diese seit 2015 sehr einseitig erfolgt, denn die Rentner wurden seit diesem Zeitpunkt gar nicht an der demografischen Last beteiligt. Vielmehr ist das Nettorentenniveau seitdem sogar leicht gestiegen: von 47,7% (2015) auf die heutige Haltelinie von 48,0%. Die demografischen Lasten haben seit gut einem Jahrzehnt nur die anderen Gruppen getragen - und die wehren sich zunehmend dagegen, wie man bei der letzten Verlängerung der Haltelinie gesehen hat.

 

Wie das gesellschaftliche Ringen um die Verteilung der demografischen Lasten ausgehen wird, weiß ich natürlich auch nicht. Aber ich würde neben reinen Sonnenschein-Szenarien zumindest eines mit Rentensteigerungen (deutlich) unterhalb der allgemeinen Inflationsrate durchrechnen. Da müsste dann (ein Teil des) aufgebauten Kapitals einspringen, das dann nicht für andere Ausgaben zur Verfügung steht.

 

vor 10 Stunden von Fondsanleger1966:

Höhe PKV-Beitrag inklusive PPV?

 

vor 10 Stunden von Robert.N:

11.640 p.a., 970 p.M.

Das ist ein beachtlicher Betrag. Wurden Eure beiden PKV-Tarife zeitnah auf ein Fehlkalkulations-/Entmischungs-/Vergreisungsrisiko hin überprüft? Dieses könnte zu starken Beitragssteigerungen im Ruhestand führen.

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Robert.N
· bearbeitet von Robert.N

@Fondsanleger1966 vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

 

Deine Ausführungen zur LPV hören sich ja nicht gerade positiv an. Da habe ich auch so meine Bauchschmerzen. Die Zukunftsaussichten der LPV und deren Erfolgsaussichten im PRV-Markt sehen für mir eher nach Schrumpfung aus. In Wieweit dort langfristig bis an mein Lebensende ein großes Interesse besteht, gute Kapitalerträge für die Rentner zu erwirtschaften?

vor 4 Stunden von Fondsanleger1966:

Bei Rürup wird es vom Rechnungszins (Höhe?) und der Ertragskraft der Gesellschaft (welche?) abhängen.

Auch bei der LPV. Die Rente (ca. 100 €) wird seit 2022 gezahlt und wurde in diesen 4 Jahren tatsächlich um ca. 1 € gekürzt. Vereinbart war einen "steigende Gewinnrente" :'(

 

vor 4 Stunden von Fondsanleger1966:

Bei Betriebsrenten sieht es mit einem Inflationsausgleich meistens nicht gut aus.

Das ist noch akzeptabel. Alle drei Jahre wird entsprechend der Inflation erhöht. Der Betrag mit ca. 300 € ist überschaubar.

 

vor 4 Stunden von Fondsanleger1966:

Die GRV hat über lange Zeiträume (z.B. seit Beginn meiner Berufstätigkeit) einen Inflationsausgleich gerade so eben hinbekommen. Für die Zukunft erwarte ich das allerdings nicht mehr.

Die GRV ist bisher mein Highlight. Seit 2019 bekomme ich EM-Rente und die stieg annualisiert um 3,7 % p.a.. Ich hoffe, dass eine anstehende Reform lange Übergangszeiträume hat und die Bestandsrentner nicht zu viel bluten müssen.

 

vor 4 Stunden von Fondsanleger1966:
vor 14 Stunden von Robert.N:

11.640 p.a., 970 p.M.

Das ist ein beachtlicher Betrag. Wurden Eure beiden PKV-Tarife zeitnah auf ein Fehlkalkulations-/Entmischungs-/Vergreisungsrisiko hin überprüft? Dieses könnte zu starken Beitragssteigerungen im Ruhestand führen.

Das ist PKV + PPV + Selbstbeteiligung. Tarif SIGNAL-IDUNA Exklusiv-1 Bisex. Eine heftige 29%-ige Erhöhung gab es erst zum letzten Jahreswechsel. Ich hoffe jetzt auf 3 Jahre Ruhe. Ärgerlicherweise erhöht die Signal bei einem Tarifwechsel gerne den Risikozuschlag, selbst wenn man in einen gleichwertigen oder niedrigeren Tarif geht. Irgendeine Komponente ist im neuen Tarif doch besser, was sie als Begründung zur Zuschlagserhöhung hernehmen. 

Was meinst du mit 

vor 4 Stunden von Fondsanleger1966:

Wurden Eure beiden PKV-Tarife zeitnah auf ein Fehlkalkulations-/Entmischungs-/Vergreisungsrisiko hin überprüft?

?

vor 4 Stunden von Fondsanleger1966:

 

vor 22 Stunden von Robert.N:

Das Geld sollte aber auch noch für einen vernünftige Senior- oder Pflegeresidenz reichen.

Was verstehst Du darunter? Oder ganz konkret: Wie viel Kapital willst Du dafür mindestens zurückstellen?

Ich habe noch keine konkrete Vorstellung. Das ist so ein Gedanke, schnell hingeschrieben. Weil keine Kinder zur Pflege oder Hilfsleistungen da sind.

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