Robert.N vor 13 Stunden Liebe WPF’ler, ich benötige mal Eure Hilfe, um meinen Entscheidungsprozess voranzutreiben: Jetzt als Rentner (65): Auszahlbare Private Rentenversicherung auszahlen oder verrenten lassen? A) Hintergrund: 1. In der zweiten Jahreshälfte werden eine KLV und eine PRV fällig. 2. Die KLV (ca. 80k) stammt aus 1999 und wird ausgezahlt. 3. Die PRV (ca. 74k – genaue Daten s.u.) hat Kapitalwahlrecht und kann verrentet werden. 4. PRV und KLV bilden den „sicheren“ Anteil am Vermögen und sollen weiterhin sicher angelegt werden. 5. Daneben gibt es für den sicheren Anteil nur einen geringen Anteil von kurzlaufen Staatsanleihen (Invesco Euro Gov. Bond 1-3, IE00BGJWWY63) 6. Asset Allokation: 40% Aktien-ETFs, 26% Unternehmensanleihen-ETFs, 12% EM-$Bond-ETF, 22% “Sicherer Teil”: KLV, PRV, €Bonds1-3-ETF, Cash Keine Immobilie 7. Aktuelle Entnahmephase: Die 22% sicherer Teil sollen bleiben. Das SoRR verringert sich von Tag zu Tag. Daher werde ich die Entnahmen vorzugsweise aus den Unternehmensanleihen und EM-Bonds vornehmen. 8. Angestrebte pflegeleichte 80+ Allokation: Nur noch Aktien- und Renten-ETFs ausgewogene 50/50. Die Risikotragfähigkeit wäre zwar höher, aber nicht die Risikotoleranz für den ruhigen Schlaf. 9. Frau und ich (65) sind Rentner und kinderlos. 10. Beide PRV versichert. 11. Da keine Kinder zum Vererben vorhanden, kann das Kapital verzehrt werden. Das Geld sollte aber auch noch für einen vernünftige Senior- oder Pflegeresidenz reichen. 12. Keine Immobilie vorhanden und auch nicht beabsichtigt. 13. Die Rente reicht für Fixkosten und Haushaltsgeld. Reisen, Anschaffungen, besondere Ausgaben werden vom Ersparten bestritten. 14. Grenzsteuersatz für Renteneinkünfte ca. 20%. 15. Heute würde ich keine Rentengarantiezeit mehr wählen. Wenn ich sterbe, ist die Frau durch Ersparnisse versorgt. B) Eckdaten der Versicherung (Stand 10/2025): • Wo: LPV Lebensversicherung AG , früher Postbank Lebensversicherung • Tarif: Sofort Rente PLL127K2008, Gewinnverband 18.2 in der Bestandsgruppe RE • Einmalzahlung: 2011: 55.000 EUR • garantiertes Verrentungskapital: 71.882,00 EUR • Voraussichtliches Verrentungskapital / Kapitalauszahlung: 73.688,61 EUR • Garantierte monatliche Altersrente: 287,17 EUR • Voraussichtliche monatliche Altersrente: 293,69 EUR (Steigende Gewinnrente) • Rentenfaktor: 39,95 auf die garantierten Summen (287,17*10K/71.882) und 39,86 auf die voraussichtliche Verrentung (293,69*10K/73.688,61) • Rentengarantiezeit: 15 Jahre • Kapitalauszahlung: Brutto: 73.688,61 EUR Netto sofort: 68.455,80 EUR ((73.688,61-55.000)*0,28) (KapESt+Kirche+Soli) Netto nach ESt: 71.072,20 ((73.688,61-55.000)*0,28 / 2) Halbeinkünfteverfahren • Versicherungsmathematische Rechnungsgrundlagen für diesen Vertrag: o Sterbetafeln der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. - DAV 2004 R / DAV 1994 T o Rechnungszins für die gemäß Leistungsvereinbarung garantierten Leistungen (konventionelles Deckungskapital) - 2,25% • Da nur überschaubare Überschüsse zur Verfügung stehen, kann ich nicht mit einer nennenswerten Steigerung der Rentenzahlung rechnen, d.h. ich kalkuliere mit gleichbleibenden 293,69 EUR monatlich. C) Motivation zum Vertrag in 2011: Als ich die PRV abschloss, hatte ich folgende Anforderungen/Gedanken: • Ein Teil einer Abfindung musste angelegt werden. Rürup u.a. hatte ich schon ausgeschöpft. Es ging nur um den „sicheren“ Teil des Vermögens bei damals einer grundsätzlichen 50/50 Allokation. Ziel: Aufbesserung der späteren Rente. • Ich plante, dass ich das Kapital nicht verrenten lassen wollte. Daher war das Thema Verrentung auch nachrangig. Geplant war eine Auszahlung zum Ende der Sparphase, um dann einen „lukrativen“ Entnahmeplan zu finden, in der Annahme, dass (kostengünstig) selbstverwaltetes Kapital mehr bringt als Versicherungslösungen. • Absicherung der Ehefrau für 15 Jahre (Rentengarantiezeit), falls dann doch die Verrentung gewählt wird. Dass das den monatlichen Betrag vermindert, war mir klar. • Abschlusskosten von 1% erschienen mir günstig • Lt. Vertrag: Die durchschnittlichen Verwaltungskosten pro Jahr betragen 179,36 EUR, dies entspricht 0,24% des durchschnittlichen voraussichtlichen Guthabens. • Garantiezins 2,25%. Das war in der Zeit der Niedrig- und Negativzinsen auch nicht schlecht. D) Gedanken zur Verrentung: Pro Verrentung: 293,69 EUR monatliche Rente entsprechen • 4,78% des Verrentungskapital (293,69 * 12 / 73.688,61), • 4,96% der Kapitalauszahlung nach Steuererstattung (Halbeinkünfteverfahren) (293,69 * 12 / 71.072,20) • 5,15% der Kapitalauszahlung abzgl. Steuern (Netto sofort) (293,69 * 12 / 68.455,80) Nur 18% sind zu versteuern, m.a.W. 82% Teilfreistellung. Zum Vergleich: Bei der sicheren Entnahmerate geht man im EU-Raum oft von 2,5 – 4% aus. Da sind ja die ca. 5% der Verrentung ein echter No-Brainer, oder? Wer würde nicht eine unendliche sichere Anleihe mit 5 % Kupon und 82% Teilfreistellung nehmen? KI-Antworten - Pro Verrentung: • Lebenslanges Einkommen: Die monatliche Rente zahlt so lange, wie Sie leben; das schützt vor dem Risiko, das Kapital zu früh aufzubrauchen. • Planungssicherheit: Feste Monatsbeträge erleichtern die Haushaltsplanung im Ruhestand, gerade wenn gesetzliche Rente und weitere Einkünfte bereits einen großen Teil des Lebensbedarfs decken. • Langlebigkeitsrisiko abgesichert: Wer sehr alt wird, profitiert oft stärker von der Verrentung als von einer Einmalzahlung. • Weniger Anlageaufwand: Sie müssen sich nicht selbst um Wiederanlage, Depotstruktur, Entnahmeraten oder Markt-Timing kümmern. • Psychologische Ruhe: Viele empfinden eine sichere Monatsrente als beruhigender als ein großes Guthaben, das sie selbst verwalten müssen. • Steuerlich oft gut kalkulierbar: Bei privaten Renten wird in der Regel nur der Ertragsanteil besteuert; bei Rentenbeginn mit 65 Jahren beträgt dieser beispielsweise 18 Prozent. • Günstig bei niedrigen bis mittleren Gesamteinkünften: Wenn Sie und Ihr Ehepartner zusammen mit den übrigen Renten und Einkünften unter dem Grundfreibetrag bzw. nur knapp darüber liegen, bleibt die zusätzliche Steuerlast oft begrenzt. • Sinnvoll bei fehlender Anlageerfahrung: Wer keine Strategie für risikoarmes Entnehmen hat, vermeidet mit der Verrentung Fehlentscheidungen. • Schutz vor Fehlverwendung: Eine Rente hilft, das Geld nicht in großen Einzelausgaben zu verbrauchen. • Einfachere Nachlassplanung, wenn der Vertrag eine Hinterbliebenen- oder Garantiekomponente enthält: Das kann für den Ehepartner relevant sein, auch wenn die genauen Bedingungen vom Vertrag abhängen. Contra Verrentung: • Nach meinen Google- und KI-Recherchen soll die LPV Lebensversicherung AG keine gute Kapitaldecke haben und „unter Manndeckung“ der Bafin stehen. Als Folge daraus sehe ich, a) dass ich nicht mit wesentlichen Steigerungen der Rente rechen kann, und b) ich hoffentlich/vermutlich länger lebe als die Gesellschaft. Große Angst um die Rente muss ich vielleicht nicht haben, weil LPV evtl. in den Mutterkonzern Talanx aufgeht (Spekulation) oder die Auffanggesellschaft nur die garantierte Rente zahlt. Trotzdem, eine Langlebigkeitsversicherung mit einem schwachen Versicherungspartner, muss das sein? • Um bei der Analogie zur Anleihe zu bleiben: Ein 5% Kupon klingt gut, aber die Anleihe wird nie zurückgezahlt. • Die Rente erhöht das Einkommen um 3.524,28 €, bzw. das zvE um 634,37 € (293,69*12*0,18). Manchmal ist es besser, weniger regelmäßiges Einkommen zu haben. Relevant für mich??? • Ich brauche die regelmäßige Rente nicht. Das Kapital brauche ich eher für unregelmäßige Ausgaben, wie ggf. Renovierung jetzige Wohnung, später Umzug in barrierefreie Wohnung, neue Autos, Fernreisen und Urlaube mit gehobenem Komfort. • Wenn ich die Rente nicht regelmäßig verbrauche, könnte ich natürlich auch einen Sparplan auf einen Aktien-ETF anlegen und der reichste Mann auf dem Friedhof werden. • Ich könnte auch über Laufzeit diversifizieren. Eine Hälfte in Euro Government Bond 1-3Y für die ersten 10 Jahre und die andere Hälfte in den ACWI IMI für die folgenden 20 Jahre. Aber entspricht das noch einem „sicheren“ 20% Teil? Erreiche ich damit mindestens so viel – nach Steuern -, wie mit der Verrentung? KI-Antworten - Pro Auszahlung: • Maximale Flexibilität: Sie können das Kapital frei nutzen, z. B. für Umbauten, Pflegevorsorge, größere Anschaffungen oder zur gezielten Vermögensstrukturierung. • Vererbbarkeit: Ein Kapitalbetrag lässt sich im Todesfall meist leichter an den Ehepartner oder Erben weitergeben als eine reine Leibrente. • Chance auf bessere Rendite: Wer das Geld diszipliniert und breit gestreut anlegt, kann langfristig mehr herausholen als mit der Versicherungsrente. • Inflation besser ausgleichbar: Eine feste Rente verliert mit der Zeit an Kaufkraft; ein Kapitalstock kann zumindest teilweise mitwachsen, wenn er sinnvoll investiert wird. • Einmalige Sonderausgaben möglich: Wer z. B. eine Immobilie sanieren oder Restschulden tilgen will, braucht oft lieber sofort verfügbares Kapital. • Vorteil bei hohem sonstigem Einkommen: Wenn die laufenden Renten und sonstigen Einkünfte ohnehin schon ausreichend sind, ist zusätzliches Kapital oft nützlicher als ein weiterer kleiner Monatsbetrag. • Bessere Kontrolle über Entnahmen: Sie bestimmen selbst, wann und wie viel Geld entnommen wird, statt an einen fixen Rentenplan gebunden zu sein. • Möglichkeit zur Entlastung des Ehepaares: Wenn ein Ehepartner steuerlich bereits stärker belastet ist, kann Kapital in die gemeinsame Vermögensplanung eingebunden werden, statt laufend zusätzliches Einkommen zu erzeugen. • Flexibilität für Pflege und medizinische Kosten: Ein Kapitalpolster ist oft sinnvoller, wenn unregelmäßige größere Ausgaben wahrscheinlich sind. Ach verdammt! 1000 Für und Wider und vielleicht sehe ich den Wald vor Bäumen nicht. Nehme ich die Verrentung und Ruhe ist im Karton oder welche Alternative zur besseren Selbstanlage habe ich? Vielleicht fehlt mir DAS Totschlagargument? Könnt Ihr mir dabei helfen? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
fgk vor 11 Stunden Wird die Rente denn nun zur Lebensführung benötigt oder nicht? Falls Nein, würde ich auf die Verrentung verzichten und das Geld anlegen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Robert.N vor 10 Stunden · bearbeitet vor 10 Stunden von Robert.N Aktuell 2.800 € Renten (GRV, BR, Rürup) vs. Fixkosten (PKV, Miete, Auto, Haushalt, Vereine/Abos) ca. 2.500 €. Die Angaben sind für mich. Meine Frau hat ihre eigene Buchführung. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 vor 5 Stunden Höhe PKV-Beitrag inklusive PPV? Alter Frau? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Robert.N vor 4 Stunden vor 18 Minuten von Fondsanleger1966: Höhe PKV-Beitrag inklusive PPV? Alter Frau? 11.640 p.a., 970 p.M. 64 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor vor 3 Stunden Also, wenn Du den Sicherheitsbaustein erhalten willst würde ich klar die Rente nehmen, 5% bekommst du sicher nirgends und mit der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos müsste man eher Richtung 5,5-6% taxieren. Mit Blick auf die Konzernzugehörigkeit zu talanx/hdi würde ich sehr ruhig schlafen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Robert.N vor 2 Stunden vor 19 Minuten von LongtermInvestor: Mit Blick auf die Konzernzugehörigkeit zu talanx/hdi würde ich sehr ruhig schlafen. Meine Annahme ist auch, dass der Konzern final dahintersteht. Meinen Annahme ist aber auch, dass der Konzern keine Almosen verteilt und so die LPV mit magerer Kapitaldecke kaum/keine Steigerungen erwirtschaftet. vor 23 Minuten von LongtermInvestor: mit der Absicherung des Langlebigkeitsrisikos müsste man eher Richtung 5,5-6% taxieren Das verstehe ich jetzt nicht. Was meinst du damit? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor vor 1 Stunde Eine vergleichbare sichere Anlage des Abfindungsbetrags müsste den Satz bringen. vor 1 Stunde von Robert.N: Das verstehe ich jetzt nicht. Was meinst du damit? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Robert.N vor 53 Minuten Okay, du meinst, wenn ich sichere 5% mit vernachlässigbarer Steuer habe, müsste die regulär zu versteuernde Kapitalanlage 5%/(1-0,28% Steuer)=6,94% bringen. Das es das nicht sicher gibt, liegt die Verrentung nahe. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor vor 50 Minuten · bearbeitet vor 49 Minuten von LongtermInvestor Yes, zumal Du ja explizit sagt, Du möchtest den sicheren Baustein erhalten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag