casten 29. Mai · bearbeitet 29. Mai von casten Hallo zusammen, nach einigem stillen Mitlesen habe ich viel zum Thema Rentenversicherung gelernt, habe jedoch noch einige Fragen offen und bitte hierzu um ein wenig Unterstützung. Im Kern: ich möchte gerne eine fondsgebundene Rentenversicherung als Nettopolice abschließen, bin jedoch bei einigen Punkten zur Vertragsgestaltung unsicher und stocke außerdem bei der Anbieter- bzw. Produktwahl. Wichtig: die FRV soll ein zusätzlicher, strategischer Baustein in meiner Altersvorsorge sein, v.a. mit Blick auf das Langlebigkeitsrisiko. Sie stellt nicht den Hauptteil meiner Vorsorge dar; das wird über ETF-Sparpläne erledigt. BAV ist ebenfalls vorhanden. Ziel der FRV ist somit Verrentung, wobei ich mir die Option für Kapitalauszahlung bzw. Teilauszahlungen trotzdem gerne offenhalten möchte; man weiß ja nie. Kurz zu mir; 37 Jahre alt, angestellt, nicht verheiratet und keine Kinder. Keine Schulden, kein Wohneigentum. Geplanter Renteneintritt ist 67 - ich versuche es früher, habe jedoch in den ersten Berufsjahren einiges verpasst. Grundkenntnisse in Vermögensaufbau und Altersvorsorge sind vorhanden, ETF-Sparpläne laufen ja auch schon (MSCI World, MSCI EM). Sparerpauschbetrag ist ausgeschöpft. Die Forumsempfehlung zur Honorarberatung ist bekannt, ich habe auch einige Angebote vorliegen; dazu später mehr. Nochmal näher zur FRV: es geht mir dabei wie gesagt um einen strategischen Baustein, nicht den Hauptteil der Vorsorge - Zielgröße ist bei Rentenbeginn eine monatliche Rente von ca. 300/350€ zur Ergänzung. Entsprechend wären es im Mittel ca. 150€ Sparrate bei angesetzten 6% Marktentwicklung. Ich schreibe "im Mittel", weil es eigentlich meine Idee ist, den Minimalbetrag als Sparrate anzusetzen und mit Zuzahlungen zu arbeiten (letzte Zuzahlung bis 50). Auch dazu gleich mehr. Nun zu meinen Fragen: ------- Wahl des Anbieters Je mehr ich lese, desto mehr komme ich hier ins Grübeln...aber gut, grenzen wir es mal ein: Ich habe Angebote vorliegen von: Alte Leipziger, LV1871, Axa, MyLife und Volkswohl Bund. Aufgrund der Parameter (niedrige Sparrate; hier 50€ angesetzt; außerdem Rentenbeginn mit 63) haben wir hier natürlich horrende Effektivkostenquoten von ca. 1%. Garantierte Rentenfaktoren liegen bspw. bei 24,80 (AL) sowie 24,38 (LV1871) bei Rentengarantiezeit von 29/30 Jahren. Wenn ich Kostenstruktur und andere Faktoren, die ich als Laie bewerten kann, in Betracht ziehe (bspw. Größe, Flexibilität, Finanzstabilität), dann liegen AL und LV1871 vorne. Axa war mir u.a. ein bisschen zu undurchsichtig, MyLife und Volkswohl Bund teurer als bspw. LV1871. --> Meint ihr, mit der Alten Leipziger (HFR10) und LV1871 (MeinPlan) hat man solide Optionen, mit denen man grundsätzlich nichts falsch macht? --> Habt ihr einen Favoriten zwischen den beiden, auch mit Blick auf softe Faktoren (bspw. Überschussbeteiligung etc.)? LV1871 ist günstiger beim Guthaben, AL hat aber auch sehr günstige ETF im Angebot (bspw. MSCI World von UBS mit 0,06%). --> Nicht berücksichtigt habe ich u.a. Europa, Condor und Interrisk (auch nicht bspw. Nürnberger, Continentale, HDI,...). Bei den letzten beiden habe ich nach Lesen diverser Beiträge den Eindruck, dass kein besseres Angebot ggü. AL und LV1871 zu erwarten ist. Bei Europa weiß ich es nicht - könnte Europa oder ein ganz anderer Anbieter noch ein Kandidat sein? Rentenfaktor & Sparrate vs. Zuzahlungen Die garantierten Rentenfaktoren, bspw. 24,80 von AL, finde ich ein bisschen niedrig. Ok, da ich u.a. auf das Thema Langlebigkeit ziele, macht es wahrscheinlich Sinn, den Rentenbeginn auf (mindestens) 67 zu setzen statt 63 (Überlegung war, dass ich leichter verlängern als vorziehen kann). Jetzt aber zu den Zahlungen: ist meine Idee doof, nur den Mindestbetrag (i.d.R. 25€) als Sparrate anzusetzen und den Rest per Zuzahlung zu machen? Wenn ich es richtig verstehe, fällt somit 1. mein garantierter Rentenfaktor von Beginn an niedriger aus und 2. gilt für die Zuzahlungen dann ein neuer, ggf. auch niedrigerer Rentenfaktor - richtig? Rentengarantiezeit Ich habe keine pauschale Empfehlung gefunden, ob man immer/nie eine Rentengarantiezeit über x Jahre abschließen sollte. Wenn ich es richtig verstehe, ist das eine Frage der persönlichen Vorliebe - korrekt? Allerdings sollte eine Rentengarantiezeit von 25 Jahren nur einen kleinen Einfluss auf den garantierten Rentenfaktor haben - auch korrekt? Dynamik in Rentenphase ...bzw. "wachsende Bonusrente" bei AL und "garantierte Rentensteigerung" bei LV1871. Ehrlich gesagt eine Grundsatzfrage, bei der ich etwas auf dem Schlauch stehe - brauche ich sowas nicht auf jeden Fall, weil meine Rente sonst der Inflation zum Opfer fallen würde? Oder ist eine Rentenanpassung eh immer vorgesehen und geschieht durch Überschussbeteiligung? Wie wirkt sich diese Option auf Rentenfaktor etc. aus? Ablaufmanagement Ganz salopp - ob bzw. wann ich ein Ablaufmanagement vereinbare, hängt wahrscheinlich in erster Linie vom Rentenbeginn ab, oder (gesetzt, dass verrentet wird)? Effektivkostenquote Nur für mich zur Beruhigung: welche Effektivkostenquote im Angebot steht, ist im Zweifelsfall egal, oder? Es zählt die angegebene Kostenstruktur (sowie u.a. Rentenfaktor), die Kostenquote ändert sich durch Beitragsanpassung sowie durch Zuzahlungen eh - alles korrekt? ------- So, das war jetzt einiges an Text; hoffentlich nicht zu viel. Ich freue mich auf jeden Fall auf eure Antworten, vielen Dank im Voraus! Beste Grüße Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar 29. Mai · bearbeitet 29. Mai von satgar vor 8 Minuten von casten: Meint ihr, mit der Alten Leipziger (HFR10) und LV1871 (MeinPlan) hat man solide Optionen, mit denen man grundsätzlich nichts falsch macht? Ja vor 8 Minuten von casten: Jetzt aber zu den Zahlungen: ist meine Idee doof, nur den Mindestbetrag (i.d.R. 25€) als Sparrate anzusetzen und den Rest per Zuzahlung zu machen? Zumindest gewährt die AL für Zuzahlungen nicht den Garantiefaktor vom Versicherungsbeginn, sondern jenen zum Zeitpunkt der Einzahlung. Die LV1871 gibt für Zuzahlungen den Garantiefaktor vom Vertragsbeginn. was sagt denn der Vermittler zu deinen Fragen, dem du ein Honorar bezahlst? Für genau sowas, bezahlst du ihn ja. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu 29. Mai vor 5 Minuten von casten: Nicht berücksichtigt habe ich u.a. Europa, Condor und Interrisk (auch nicht bspw. Nürnberger, Continentale, HDI,...). Bei den letzten beiden Sind die „letzten beiden“ Continentale und HDI oder Condor und Interrisk? vor 6 Minuten von casten: Jetzt aber zu den Zahlungen: ist meine Idee doof, nur den Mindestbetrag (i.d.R. 25€) als Sparrate anzusetzen und den Rest per Zuzahlung zu machen? Warum überhaupt einen laufenden Beitrag? vor 7 Minuten von casten: Ich habe keine pauschale Empfehlung gefunden, ob man immer/nie eine Rentengarantiezeit über x Jahre abschließen sollte. Wenn ich es richtig verstehe, ist das eine Frage der persönlichen Vorliebe - korrekt? Wenn die Rentengarantiezeit zum Tragen kommt, bist du tot. Es kommt also ausschließlich darauf an, was du deinen Angehörigen hinterlassen willst. vor 10 Minuten von casten: Dynamik in Rentenphase ...bzw. "wachsende Bonusrente" bei AL und "garantierte Rentensteigerung" bei LV1871. Ehrlich gesagt eine Grundsatzfrage, bei der ich etwas auf dem Schlauch stehe - brauche ich sowas nicht auf jeden Fall, weil meine Rente sonst der Inflation zum Opfer fallen würde? Oder ist eine Rentenanpassung eh immer vorgesehen und geschieht durch Überschussbeteiligung? Wie wirkt sich diese Option auf Rentenfaktor etc. aus? Eine garantierte Steigerung (um x% pro Jahr) führt zu einer deutlich niedrigeren Rente zu Beginn. Wie sehr sie dir gegen die Inflation hilft, hängt davon ab, wie sich die Inflation verhält – ist sie hoch, wird sie von den x% Steigerung vielleicht auch nicht ausgeglichen. Die Überschussbeteiligung gibt es immer. Du kannst sie unterschiedlich über die Zeit des Rentenbezugs verteilen. Sie ist auch relativ unabhängig von der Inflation und muss nicht ausreichen, um die auszugleichen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger 29. Mai Gibt es eigentlich auch private Rentenversicherungen, die einen Inflationsausgleich gewähren anstatt einer fixen Steigerung, die mal über und mal unter der Inflationsrate liegen kann? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
fgk 29. Mai · bearbeitet 29. Mai von fgk Die Rentensteigerungen hängen vom Zinsniveau ab. Wenn die Inflation steigt, steigt auch das Zinsniveau und damit Überschüsse und auch die Rente. Umgekehrt gibt es den Garantiezins, der nach unten absichert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu 29. Mai vor 22 Minuten von Bolanger: Gibt es eigentlich auch private Rentenversicherungen, die einen Inflationsausgleich gewähren anstatt einer fixen Steigerung, die mal über und mal unter der Inflationsrate liegen kann? Im Ausland teils ja. In Deutschland habe ich so etwas noch nie gesehen. So etwas ist auch nur mit inflationsgekoppelten Staatsanleihen möglich. Derzeit für den Euro also nur mit französischen u.a. Anleihen, denn das deutsche Anleihenprogramm wurde ja eingestampft (danke, Christian Lindner). vor 13 Minuten von fgk: Die Rentensteigerungen hängen vom Zinsniveau ab. Wenn die Inflation steigt, steigt auch das Zinsniveau und damit Überschüsse und auch die Rente. Aber mit sehr viel Verzögerung. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 29. Mai Hallo, herzlich willkommen im Forum! vor 3 Stunden von casten: ich möchte gerne eine fondsgebundene Rentenversicherung als Nettopolice abschließen, bin jedoch bei einigen Punkten zur Vertragsgestaltung unsicher und stocke außerdem bei der Anbieter- bzw. Produktwahl. Stand: 2.1.2025 Am 2.1.2025 um 05:23 von Fondsanleger1966: - Bei einem Wunsch nach Verrentung wäre mein Favorit nach heutigem Analysestand die LV 1871, sofern man mit den dortigen Einschränkungen der ETF- und Fondsauswahl [...] leben kann. Gamma-Kosten 0,22% p.a. (mind. 30 € p.a.) mit Aussicht auf Erstattung von 40% dieser Kosten über die Schlussüberschüsse (seit mindestens 3 Jahren so im Geschäftsbericht/Verteilungsplan vorgesehen). Das wären dann nur noch 0,132% p.a. Gammakosten, wenn die Schlussüberschüsse final zugeteilt werden. Die Beta-Kosten betragen 1,5% für die 3.000 € minimaler Einmalbeitrag und 0,5% für Zuzahlungen. Sinnvolles Vertragsminimum wären knapp 14.000 € wg der 30 € Mindestkosten p.a. . Die Verrentungskosten belaufen sich bei Neuabschluss nur noch auf 1,5% von jeder Rentenzahlung. Die zusätzlichen 0,5% einmal zu Rentenbeginn sind mittlerweile entfallen, ebenso die Kosten für Auszahlungen und Cash-to-Go (Auszahlplan aus der Police). - Die größte und beste Fondsauswahl unter den attraktivsten Nettopolicen hat wohl die Alte Leipziger (AL). Dafür liegen bei ihr aber die Gamma-Kosten mit 0,3% p.a. recht hoch und es gibt aktuell keine Kosten-Überschussbeteiligung (s. S. 114-116 im Geschäftsbericht 2023). Beta-Kosten fallen nicht an. Mich würde bei einer Verrentungsabsicht die geringe Ertragskraft des Versicherers stören. 2024 kamen AL-Renten nur auf einen Gesamtzins von maximal 2,33% - das ist sogar (minimal) weniger als bei der Condor! Die LV 1871 hat dagegen 3,25% bei Renten ohne Garantiezeit gezahlt (3,08% bei 10 Jahren Garantiezeit). Für (Teil-) Entnahmen nach 62/12 und die einkommenssteuerfreie Vermögensübertragung durch Todesfall kann die AL allerdings in Frage kommen, wenn man auf die deutlich bessere ETF-/Fondsauswahl Wert legt, die mehr Möglichkeiten bietet, oft direkt Clean Shares anbietet (statt Kickbacks wie bei der LV 1871) und günstigere ETFs und Indexfonds umfasst, was einen Teil der Gamma-Mehrkosten ausgleichen könnte. - Grundsätzlich würde ich eine solche Nettopolice immer mit einer möglichst langen Laufzeit abschließen, unter Berücksichtigung der unternehmensindividuellen und steuerlichen Einschränkungen, und nicht nur bis 67 Jahre (volle Flexibilität beim Vorziehen und Verschieben des Rentenbeginns vorausgesetzt). So lassen sich die Vorteile einer solchen Lösung am längsten nutzen, z.B. über Teilentnahmen bzw. ETF-Auszahlpläne im Ruhestand bis zur Rest-Verrentung im hohen Alter (oder der einkommensteuerfreien Vermögensübertragung im Todesfall). Inzwischen hat auch die LV 1871 bei etlichen Fonds Cleanshares. Und den iShares MSCI World ex US (TER 0,15%) in die Fondsauswahl aufgenommen (Kombination z.B. mit Vanguard S&P 500, TER 0,07%). Auf ungefähr demselben Niveau läge auch ein Welt-Portfolio mit Regionen-ETFs und dem automatischen Rebalancing innerhalb der Fopo (TER = rund 0,1% p.a.). Laufende Gesamtkosten inkl. TER wären dann nur noch 0,24% p.a., wenn die Kostenüberschüsse auch final zugeteilt werden. Bei der AL kommt man im günstigsten Fall für ein weltweites Portfolio auf ca. 0,37% p.a., hat aber keine Einmalkosten. Ähnliches Bild in der Bafin-Statistik 2024: - Durchschnittsverzinsung AL im Sicherungsvermögen: 2,0% - Durchschnittsverzinsung LV 1871 im Sicherungsvermögen: 2,5% - Branchenschnitt: 2,4% Deshalb würde ich in der geschilderten Situation ganz klar die LV 1871 (über einen günstigen Honorarberater!) abschließen - und zwar OHNE Rentengarantie (Single! Höhere Überschussbeteiligung im Rentenbezug!) und vermutlich in der Variante mit Einmalzahlung von 3.000 Euro (Kosteneffizienz!) und raschem Aufstocken über Zuzahlung(en) auf die ca. 14.000 Euro (Mindestkosten!) sowie später weiterem Aufstocken über Zuzahlungen bis 50 Jahre (62/12!). Die 25 Euro/Monat bringen für 62/12 nur 3.600 Euro zusätzliche Einzahlungen ab 50. Das halte ich für ineffizient angesichts der höheren Kosten für *alle* lfd. Einzahlungen. Das klassische Gegenargument ist, dass die Zukunft sowohl unsicher als auch ungewiss ist und die LV 1871 künftig eventuell schlechter wirtschaften könnte und dann möglicherweise abstürzen würde wie die AL in der Vergangenheit. Das ist aber ein grundsätzliches Lebensrisiko, das man immer hat. Sollte sich das bei der LV 1871 irgendwann abzeichnen, schließt man einen neuen Vertrag bei einem dann besseren Anbieter ab, in den die künftigen Zuzahlungen fließen. Kostet über einen günstigen Honorarberater nicht die Welt. Ich würde allerdings mit dem Vertragsabschluss in diesem Jahr noch etwas warten, bis sich die Konditionen für die neue geförderte Altersvorsorge abzeichnen. Vielleicht kommt da etwas Konkurrenzfähiges auf den Markt. Viel Erfolg! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
casten 30. Mai · bearbeitet 30. Mai von casten Hallo und vielen Dank für alle Antworten! vor 21 Stunden von satgar: was sagt denn der Vermittler zu deinen Fragen, dem du ein Honorar bezahlst? Für genau sowas, bezahlst du ihn ja. Das hätte ich deutlicher schreiben sollen - mit "Forumsempfehlung" meine ich fiseba, entsprechend ist es nur die Gebühr für den Abschluss. Die hier gestellten Fragen sind bei mir erst nach meinem Gespräch mit fiseba aufgekommen. vor 21 Stunden von chirlu: Sind die „letzten beiden“ Continentale und HDI oder Condor und Interrisk? Warum überhaupt einen laufenden Beitrag? Wenn die Rentengarantiezeit zum Tragen kommt, bist du tot. Es kommt also ausschließlich darauf an, was du deinen Angehörigen hinterlassen willst. Eine garantierte Steigerung (um x% pro Jahr) führt zu einer deutlich niedrigeren Rente zu Beginn. Wie sehr sie dir gegen die Inflation hilft, hängt davon ab, wie sich die Inflation verhält – ist sie hoch, wird sie von den x% Steigerung vielleicht auch nicht ausgeglichen. Die Überschussbeteiligung gibt es immer. Du kannst sie unterschiedlich über die Zeit des Rentenbezugs verteilen. Sie ist auch relativ unabhängig von der Inflation und muss nicht ausreichen, um die auszugleichen. Mit den "letzten beiden" meine ich Condor und Interrisk. Hierzu habe ich einige Kommentare im Forum gefunden, wonach die Kostenstruktur ähnlich wie bei LV1871 ist/war (Condor nicht mehr abschließbar?), allerdings nicht besser. Zu Europa habe ich nichts Gefunden oder ich habe ggf. nicht richtig gesucht. Laufender Beitrag: ehrlich gesagt kannte ich gar keine anderen Varianten. Auch jetzt ist mir noch nicht ganz klar, wie das laufen würde. Bei der AL gibt es, wenn ich das richtig sehe, den Tarif HFR30, der auf Einmalzahlung abzielt. Wie würde man das aber bspw. bei LV1871 machen? Beitragsfrei stellen und trotzdem Zuzahlungen tätigen? Rentengarantiezeit: verstanden - möchte ich gerne machen. Ich denke, ich werde das auf 25 Jahre setzen - in der Annahme, dass der Rentenfaktor dadurch nicht stark geschmälert wird. Garantierte Rentensteigerung: damit ich es richtig verstehe - vereinbare ich keine garantierte Steigerung, wird die Rente trotzdem durch Überschüsse erhöht, nur eben nicht in garantiertem Umfang? Steigt die Rente "nur" mit Überschüssen auch nachhaltig, also bspw. Rentenjahr 1: 300€ + Überschuss und Rentenjahr 10: 320€ + Überschuss? vor 17 Stunden von Fondsanleger1966: Hallo, herzlich willkommen im Forum! Stand: 2.1.2025 Inzwischen hat auch die LV 1871 bei etlichen Fonds Cleanshares. Und den iShares MSCI World ex US (TER 0,15%) in die Fondsauswahl aufgenommen (Kombination z.B. mit Vanguard S&P 500, TER 0,07%). Auf ungefähr demselben Niveau läge auch ein Welt-Portfolio mit Regionen-ETFs und dem automatischen Rebalancing innerhalb der Fopo (TER = rund 0,1% p.a.). Laufende Gesamtkosten inkl. TER wären dann nur noch 0,24% p.a., wenn die Kostenüberschüsse auch final zugeteilt werden. Bei der AL kommt man im günstigsten Fall für ein weltweites Portfolio auf ca. 0,37% p.a., hat aber keine Einmalkosten. Ähnliches Bild in der Bafin-Statistik 2024: - Durchschnittsverzinsung AL im Sicherungsvermögen: 2,0% - Durchschnittsverzinsung LV 1871 im Sicherungsvermögen: 2,5% - Branchenschnitt: 2,4% Deshalb würde ich in der geschilderten Situation ganz klar die LV 1871 (über einen günstigen Honorarberater!) abschließen - und zwar OHNE Rentengarantie (Single! Höhere Überschussbeteiligung im Rentenbezug!) und vermutlich in der Variante mit Einmalzahlung von 3.000 Euro (Kosteneffizienz!) und raschem Aufstocken über Zuzahlung(en) auf die ca. 14.000 Euro (Mindestkosten!) sowie später weiterem Aufstocken über Zuzahlungen bis 50 Jahre (62/12!). Die 25 Euro/Monat bringen für 62/12 nur 3.600 Euro zusätzliche Einzahlungen ab 50. Das halte ich für ineffizient angesichts der höheren Kosten für *alle* lfd. Einzahlungen. Das klassische Gegenargument ist, dass die Zukunft sowohl unsicher als auch ungewiss ist und die LV 1871 künftig eventuell schlechter wirtschaften könnte und dann möglicherweise abstürzen würde wie die AL in der Vergangenheit. Das ist aber ein grundsätzliches Lebensrisiko, das man immer hat. Sollte sich das bei der LV 1871 irgendwann abzeichnen, schließt man einen neuen Vertrag bei einem dann besseren Anbieter ab, in den die künftigen Zuzahlungen fließen. Kostet über einen günstigen Honorarberater nicht die Welt. Ich würde allerdings mit dem Vertragsabschluss in diesem Jahr noch etwas warten, bis sich die Konditionen für die neue geförderte Altersvorsorge abzeichnen. Vielleicht kommt da etwas Konkurrenzfähiges auf den Markt. Viel Erfolg! Vielen Dank für die Ausführung; damit bin ich eher bei der LV1871. "Ohne Rentengarantie" meint ohne garantierte Rentensteigerung? Oder ohne garantierten Rentenfaktor? Falls Letzteres, wüsste ich erstmal nicht, wie man das abschließt. Und - was meint "Single"; hier stehe ich auf dem Schlauch? Wenn ich es richtig verstehe, dann ist die Empfehlung auch hier, auf regelmäßige Beträge ganz zu verzichten. 14.000€ bzgl. Mindestkosten verstehe ich, aber wo kommen die initialen 3.000€ her? Was ich auch noch nicht verstehe: weshalb sollte ich mit einem Rentenbeginn über 67 hinaus abschließen, wenn ich eh verrenten möchte? Schließe ich bspw. bis 75 ab und ziehe dann auf 67 vor, kommt es doch ohnehin zu einer Neuberechnung der Konditionen? Last but not least: Altersvorsorgedepot. Das AVD habe ich auf dem Schirm, das wäre für mich mit Blick auf Flexibilität aber ein separates Thema (außerdem gibt es im Bekanntenkreis schlechte Erfahrungen mit geförderten Produkten, da ist ehrlicherweise eine gewisse Skepsis vorhanden). Ist ansonsten die Annahme, dass es aufgrund des AVDs Anpassungen an den FRV-Tarifen und/oder neue Tarife geben könnte? Beste Grüße und vielen Dank Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar 30. Mai vor 2 Minuten von casten: Rentengarantiezeit: verstanden - möchte ich gerne machen. Ich denke, ich werde das auf 25 Jahre setzen - in der Annahme, dass der Rentenfaktor dadurch nicht stark geschmälert wird. Wie stark, kannst du dir ja berechnen lassen. Mal mit 0 Jahren, und mal mit 25 Jahren. Dann siehst den Unterschied. vor 4 Minuten von casten: Garantierte Rentensteigerung: damit ich es richtig verstehe - vereinbare ich keine garantierte Steigerung, wird die Rente trotzdem durch Überschüsse erhöht, nur eben nicht in garantiertem Umfang? Steigt die Rente "nur" mit Überschüssen auch nachhaltig, also bspw. Rentenjahr 1: 300€ + Überschuss und Rentenjahr 10: 320€ + Überschuss? Hierzu siehe auch https://www.franke-bornberg.de/blog/altersvorsorge-ueberschuesse-im-rentenbezug-teil-1-die-qual-der-wahl Die AL und LV1871 benutzen andere Begrifflichkeiten dafür. Der Fiseba Typ weiß mehr dazu. Wenn du beraten werden willst, buch diese doch bei ihm. Es ist immerhin sein Job. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu 30. Mai vor 2 Stunden von casten: Zu Europa habe ich nichts Gefunden oder ich habe ggf. nicht richtig gesucht. Am 3.1.2022 um 11:02 von chirlu: Leider ist der neue Tarif auch deutlich teurer geworden. Es sind (mit Einmalbeitrag) weiterhin 1,2% einmalig, aber jetzt laufend 12 Euro plus 0,18% p.a. Damit ist er immer noch günstig, aber von den Kosten in einer Liga mit den günstigen Nettotarifen von Condor oder LV 1871; kein Superschnäppchen mehr. Zumal Zuzahlungen weiterhin 5% kosten und die neue Fondsliste OK, aber nicht überwältigend gut ist. vor 2 Stunden von casten: Bei der AL gibt es, wenn ich das richtig sehe, den Tarif HFR30, der auf Einmalzahlung abzielt. Wie würde man das aber bspw. bei LV1871 machen? Auch dort gibt es eine Version mit Einmalbeitrag. vor 2 Stunden von casten: wo kommen die initialen 3.000€ her? Mindest-Einmalbeitrag. vor 2 Stunden von casten: Steigt die Rente "nur" mit Überschüssen auch nachhaltig, also bspw. Rentenjahr 1: 300€ + Überschuss und Rentenjahr 10: 320€ + Überschuss? Je nach dem genutzten System. Wenn der Überschuss jeweils in eine neue Leibrente gesteckt wird, dann ja. vor 2 Stunden von casten: "Ohne Rentengarantie" meint ohne garantierte Rentensteigerung? Oder ohne garantierten Rentenfaktor? Ohne Garantiezeit. vor 2 Stunden von casten: Schließe ich bspw. bis 75 ab und ziehe dann auf 67 vor, kommt es doch ohnehin zu einer Neuberechnung der Konditionen? Das kommt auf den Tarif an. Bei guten Tarifen bleiben die Rechnungsgrundlagen (Zins und Sterbetafel) erhalten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 30. Mai vor 1 Stunde von casten: "Ohne Rentengarantie" meint ohne garantierte Rentensteigerung? Oder ohne garantierten Rentenfaktor? Falls Letzteres, wüsste ich erstmal nicht, wie man das abschließt. Und - was meint "Single"; hier stehe ich auf dem Schlauch? Ein Single ist ein alleinstehender Mensch. Der braucht keine Rentengarantiezeit, weil er nach seinem Ableben tot ist und außerdem niemanden versorgen muss. ;-) vor 1 Stunde von casten: Rentengarantiezeit: verstanden - möchte ich gerne machen. Ich denke, ich werde das auf 25 Jahre setzen - in der Annahme, dass der Rentenfaktor dadurch nicht stark geschmälert wird. 25 Jahre ist eine sehr lange Rentengarantiezeit, die bei 67 Jahren als Rentenbeginn den Rentenfaktor und damit auch die Rentenzahlung sehr deutlich reduzieren wird. Bei der LV 1871 außerdem auch noch die Überschussbeteiligung. In die (garantierte) Rentenhöhe wird der bei Abschluss gültige Rechnungszins eingerechnet. Derzeit sind das 1% p.a. Beträgt die Überschussbeteiligung im Rentenbezug z.B. 3,25%, stehen bei einer dynamischen Rente 2,25% (=3,25%-1%) als Rentensteigerung zur Verfügung. Verringert man die Überschussbeteiligung im Rentenbezug durch die 25 Jahre Rentengarantiezeit auf 2,65% p.a., sind es halt nur noch 1,65% p.a. Rentensteigerung. Damit hat man sich dann durch die sehr lange Rentengarantiezeit ins eigene Fleisch geschnitten, ohne einen Nutzen davon zu haben. vor 1 Stunde von casten: Wenn ich es richtig verstehe, dann ist die Empfehlung auch hier, auf regelmäßige Beträge ganz zu verzichten. Ja. Man könnte aber auch laufende Beiträge leisten. Ist halt nur nicht so effizient. vor 2 Stunden von casten: 14.000€ bzgl. Mindestkosten verstehe ich, aber wo kommen die initialen 3.000€ her? Aus Deiner einmaligen Einzahlung beim Vertragsabschluss. Weil die 1,5% statt 0,5% kostet, schließt der kostenminimierende Anleger diese so niedrig wie möglich ab (= Mindestbetrag von 3.000 Euro) und erhöht dann fast sofort auf die ca. 14.000 Euro, um die Mindestgebühr zu vermeiden. Das sind aber eigentlich ganz einfache Basics, die man von seinem Honorarberater gelernt haben sollte. vor 2 Stunden von casten: Was ich auch noch nicht verstehe: weshalb sollte ich mit einem Rentenbeginn über 67 hinaus abschließen, wenn ich eh verrenten möchte? Schließe ich bspw. bis 75 ab und ziehe dann auf 67 vor, kommt es doch ohnehin zu einer Neuberechnung der Konditionen? Die meisten Ruheständler haben zu Beginn noch freies Geld zur Verfügung - also außerhalb von Vehikeln - das besteuert wird. Daher verbrauchen Sie gerne erst einmal dieses Geld, bevor sie an das steuergeschützte Geld in der Fopo rangehen. Das mehrt sich währenddessen fleißig weiter ohne Steuerabzug (z.B. auf die Vorabpauschale) in den Fonds und ETFs der Fopo. Danach kann man per 62/12 (ggf. googeln!) mit dem Steuerprivileg des hälftigen Unterschiedbetrages aus der Fopo teilentnehmen, während das restliche Geld weiterhin in den Fonds und ETFs angelegt ist. Ggf. hat man vorher einen Teil steuerfrei in sichere Anlagen umgeschichtet. Irgendwann wird man hinfälliger und hat andere Prioritäten im Rest des Lebens. Dann kann man den Rentenbeginn starten. Dabei wird das Geld normalerweise ins Sicherungsvermögen des Versicherers umgeschichtet (erneut steuerfrei), wo es i.d.R. sicherer angelegt ist, aber auch weniger Renditechanchen bietet. Aber das ist in dem Alter dann meistens nicht mehr so wichtig. Dafür hat man dann eine extrem pflegeleichte monatliche Rentenzahlung, die durch die lange renditestarke Anlagedauer und den späten Start sehr hoch ausfallen kann und dabei hilft, u.U. auch eine Seniorenresidenz o.ä. zu finanzieren. Die Rentenhöhe hängt natürlich vom Alter bei Rentenbeginn ab. Die Rechnungsgrundlagen sollten sich durch die Verschiebung jedoch nicht verschlechtern, siehe: Zitat - Grundsätzlich würde ich eine solche Nettopolice immer mit einer möglichst langen Laufzeit abschließen, unter Berücksichtigung der unternehmensindividuellen und steuerlichen Einschränkungen, und nicht nur bis 67 Jahre (volle Flexibilität beim Vorziehen und Verschieben des Rentenbeginns vorausgesetzt). So lassen sich die Vorteile einer solchen Lösung am längsten nutzen, z.B. über Teilentnahmen bzw. ETF-Auszahlpläne im Ruhestand bis zur Rest-Verrentung im hohen Alter (oder der einkommensteuerfreien Vermögensübertragung im Todesfall). Wobei diese volle Flexibilität bei der AL vor 1,5 Jahren nicht gegeben war. Aber auch das sind Detailfragen, die man mit dem Honorarberater klärt. Gutes Gelingen! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
casten 30. Mai Hallo und abermals vielen Dank an alle! vor 9 Stunden von satgar: Wie stark, kannst du dir ja berechnen lassen. Mal mit 0 Jahren, und mal mit 25 Jahren. Dann siehst den Unterschied. Hierzu siehe auch https://www.franke-bornberg.de/blog/altersvorsorge-ueberschuesse-im-rentenbezug-teil-1-die-qual-der-wahl Die AL und LV1871 benutzen andere Begrifflichkeiten dafür. Der Fiseba Typ weiß mehr dazu. Wenn du beraten werden willst, buch diese doch bei ihm. Es ist immerhin sein Job. Das werde ich auf jeden Fall nochmal tun. Die ersten Angebote haben sich ja über mehrere Anbieter gestreckt; da war für mich die Wahl noch nicht so klar. Das sieht jetzt natürlich anders aus. vor 7 Stunden von chirlu: Auch dort gibt es eine Version mit Einmalbeitrag. Mindest-Einmalbeitrag. Je nach dem genutzten System. Wenn der Überschuss jeweils in eine neue Leibrente gesteckt wird, dann ja. Ohne Garantiezeit. Das kommt auf den Tarif an. Bei guten Tarifen bleiben die Rechnungsgrundlagen (Zins und Sterbetafel) erhalten. Hierzu musste ich nochmal ein paar Sachen nachlesen, aber soweit alles verstanden, besten Dank. Insb. Thema Rechnungsgrundlagen; das hatte ich irrtümlicherweise mit dem Rentenfaktor gleichgesetzt. Bei der LV1871 bleiben die Rechnungsgrundlagen zu Vertragsschluss erhalten, habe ich noch nachgelesen. Wo ich mir noch nicht schlüssig bin - welches Alter wäre gut geeignet für die Angabe im Vertrag; bspw. 67 oder das Maximalalter von 85 oder irgendetwas dazwischen. vor 6 Stunden von Fondsanleger1966: Ein Single ist ein alleinstehender Mensch. Der braucht keine Rentengarantiezeit, weil er nach seinem Ableben tot ist und außerdem niemanden versorgen muss. ;-) 25 Jahre ist eine sehr lange Rentengarantiezeit, die bei 67 Jahren als Rentenbeginn den Rentenfaktor und damit auch die Rentenzahlung sehr deutlich reduzieren wird. Bei der LV 1871 außerdem auch noch die Überschussbeteiligung. In die (garantierte) Rentenhöhe wird der bei Abschluss gültige Rechnungszins eingerechnet. Derzeit sind das 1% p.a. Beträgt die Überschussbeteiligung im Rentenbezug z.B. 3,25%, stehen bei einer dynamischen Rente 2,25% (=3,25%-1%) als Rentensteigerung zur Verfügung. Verringert man die Überschussbeteiligung im Rentenbezug durch die 25 Jahre Rentengarantiezeit auf 2,65% p.a., sind es halt nur noch 1,65% p.a. Rentensteigerung. Damit hat man sich dann durch die sehr lange Rentengarantiezeit ins eigene Fleisch geschnitten, ohne einen Nutzen davon zu haben. Ja. Man könnte aber auch laufende Beiträge leisten. Ist halt nur nicht so effizient. Aus Deiner einmaligen Einzahlung beim Vertragsabschluss. Weil die 1,5% statt 0,5% kostet, schließt der kostenminimierende Anleger diese so niedrig wie möglich ab (= Mindestbetrag von 3.000 Euro) und erhöht dann fast sofort auf die ca. 14.000 Euro, um die Mindestgebühr zu vermeiden. Das sind aber eigentlich ganz einfache Basics, die man von seinem Honorarberater gelernt haben sollte. Die meisten Ruheständler haben zu Beginn noch freies Geld zur Verfügung - also außerhalb von Vehikeln - das besteuert wird. Daher verbrauchen Sie gerne erst einmal dieses Geld, bevor sie an das steuergeschützte Geld in der Fopo rangehen. Das mehrt sich währenddessen fleißig weiter ohne Steuerabzug (z.B. auf die Vorabpauschale) in den Fonds und ETFs der Fopo. Danach kann man per 62/12 (ggf. googeln!) mit dem Steuerprivileg des hälftigen Unterschiedbetrages aus der Fopo teilentnehmen, während das restliche Geld weiterhin in den Fonds und ETFs angelegt ist. Ggf. hat man vorher einen Teil steuerfrei in sichere Anlagen umgeschichtet. Irgendwann wird man hinfälliger und hat andere Prioritäten im Rest des Lebens. Dann kann man den Rentenbeginn starten. Dabei wird das Geld normalerweise ins Sicherungsvermögen des Versicherers umgeschichtet (erneut steuerfrei), wo es i.d.R. sicherer angelegt ist, aber auch weniger Renditechanchen bietet. Aber das ist in dem Alter dann meistens nicht mehr so wichtig. Dafür hat man dann eine extrem pflegeleichte monatliche Rentenzahlung, die durch die lange renditestarke Anlagedauer und den späten Start sehr hoch ausfallen kann und dabei hilft, u.U. auch eine Seniorenresidenz o.ä. zu finanzieren. Die Rentenhöhe hängt natürlich vom Alter bei Rentenbeginn ab. Die Rechnungsgrundlagen sollten sich durch die Verschiebung jedoch nicht verschlechtern, siehe: Wobei diese volle Flexibilität bei der AL vor 1,5 Jahren nicht gegeben war. Aber auch das sind Detailfragen, die man mit dem Honorarberater klärt. Gutes Gelingen! Huch, da stand ich beim Single kurz auf dem Schlauch und dachte an einen Fachterminus aus dem Versicherungswesen...also verheiratet bin ich zwar nicht, Single allerdings auch nicht. Insofern mag das mit der Rentengarantiezeit durchaus noch zum Tragen kommen. Ggf. auch zugunsten anderer Personen aus dem Verwandtenkreis; ich kann ja glaube ich eine beliebige begünstigte Person angeben. Kerngedanke ist u.a.: das Guthaben soll, wenn nicht mir, dann wenigstens jemand anderem zu Gute kommen. Aber: wenn ich es richtig verstehe, dann sind Optionen wie Rentengarantiezeit (oder bspw. auch Verrentungsform) ohnehin erst zum Rentenbeginn anzugeben bzw. können noch angepasst werden, insofern muss ich mir da heute hoffentlich nicht die großen Gedanken machen. Ansonsten vielen Dank für die Herleitung, wunderbar nachzuvollziehen! Und sehr interessant - ich bin bisher einfach vom Modell der regelmäßigen Sparrate plus Sonderzahlung bei Bedarf ausgegangen. Ich hatte bei der Beratung/bei den Angeboten auch explizit diese Variante angefragt; auch deshalb waren bei mir noch diverse Fragen offen (12/62 kannte ich allerdings ). --- Ok, ich nehme mir insb. das Thema Angebote für das Modell mit Einmalzahlungen mit. Ein bisschen hadere ich noch mit dem Zeitpunkt, weil wir gerade an einem recht knackigen all time high stehen - aber da gilt vermutlich "time in the market...". Eine Rückfrage aber nochmal explizit zum Thema AVD: ist hier irgendetwas bekannt, wie das AVD die "normalen" Tarife beeinflussen könnte? Grundsätzlich schiebe ich das Thema FRV schon eine Weile vor mir her und wollte es endlich gerne abschließen, um es erledigt zu haben - sofern der Zeitpunkt jetzt nicht absolut unglücklich ist, aber das hoffe ich mal nicht. Beste Grüße und vielen Dank Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu 1. Juni Am 30.5.2026 um 23:32 von casten: Kerngedanke ist u.a.: das Guthaben soll, wenn nicht mir, dann wenigstens jemand anderem zu Gute kommen. Ohne Garantiezeit erhältst du zu Lebzeiten mehr Rente. Du kannst dasselbe Ergebnis erreichen, indem du einen entsprechenden Teil deines Vermögens nicht verrentest, sondern auf einem Konto für die Erben liegen lässt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation 1. Juni · bearbeitet 1. Juni von stagflation Wir hatten mal überlegt, ob sich eine längere Garantiezeit bei Männern und Unisex-Tarifen nicht doch lohnen könnte. Die mittlere Restlebensdauer ist bei 67-jährigen Männern kürzer als bei 67-jährigen Frauen. Bei den Unisex-Tarife werden die Renten wohl nach den Frauen-Sterbetafeln berechnet. Sprich: Männer bekommen weniger Rente ausgezahlt, als wenn nach Männer-Sterbetafeln gerechnet würde. Über Garantiezeiten, die ebenfalls nach den Frauen-Sterbetafeln berechnet werden, können sich Männer möglicherweise (!) einen kleinen Teil der Benachteiligung zurückholen. Ich glaube nicht, dass es viel bringt, wollte es aber zumindest erwähnen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation 1. Juni · bearbeitet 1. Juni von stagflation Am 30.5.2026 um 23:32 von casten: Kerngedanke ist u.a.: das Guthaben soll, wenn nicht mir, dann wenigstens jemand anderem zu Gute kommen. Na ja, der Kerngedanke bei Renten-Versicherungen ist, dass diejenigen, die früher sterben, ihr Kapital an diejenigen weitergeben, die länger leben. Das führt dazu, dass die Renten höher sind, als wenn jeder sein Kapital selbst anlegen würde. Viele Versicherte verstehen das nicht und glauben, dass das Geld weg sei, wenn sie früh sterben. Das ist aber nicht so - es geht über an diejenigen, die länger leben. Die Versicherer kennen diese Bedenken und bieten deshalb Rentengarantiezeiten an. Das beruhigt viele Kunden. Allerdings führt es dazu, dass die Renten niedriger sind. Das ist keine Strafe, sondern Konsequenz daraus, dass man sich weigert, einen Teil seines Kapitals dem Versichertenkollektiv zu übertragen. Im Gegenzug hat man auch weniger Anspruch auf Kapital aus dem Versichertenkollektiv. Also vielleicht nochmal überlegen, wie eine Versicherung funktioniert. Was die Vor- und Nachteile sind - und ob Du dieses Konstrukt überhaupt willst. @chirlu hat ja schon eine Alternative angedeutet. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar 2. Juni vor 9 Stunden von stagflation: Viele Versicherte verstehen das nicht und glauben, dass das Geld weg sei, wenn sie früh sterben. Das ist aber nicht so - es geht über an diejenigen, die länger leben. Auf der einen Seite mag das ein Missverständnis sein, dass die Leute meinen, das Geld "sei weg" oder habe gar "der Versicherer eingesackt". Und das ist zum weit überwiegenden Teil, wie du es korrekt geschildert hast, nicht der Fall. "weg" für den individuell Versicherten, und seine nahen Angehörigen, ist das Geld aber natürlich trotzdem. Und diesen Punkt verstehen die Leute dann wiederum sehr gut und wollen das in aller Regel verhindern. Weshalb Sie dann eine Rentengarantiezeit oder gar "Kapitalrückgewähr" einbauen unter dem Malus, dass dann die eigene Rentenleistung leidet und niedriger ausfällt. Das ist bei 10 Jahren Garantiezeit gegenüber 0 Jahren, oder auch noch 15-20 Jahren nicht so dramatisch "teuer" im Sinne eines Rentenabschlags. Aber wählt man die höchste Garantiezeit oder auch die Kapitalrückgewähr, dann macht es sich schon stärker bemerkbar. Will man also für de eigene Familie das Guthaben "sichern", geht das nur zulasten der eigenen Rentenhöhe. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
casten 2. Juni vor 10 Stunden von satgar: Auf der einen Seite mag das ein Missverständnis sein, dass die Leute meinen, das Geld "sei weg" oder habe gar "der Versicherer eingesackt". Und das ist zum weit überwiegenden Teil, wie du es korrekt geschildert hast, nicht der Fall. "weg" für den individuell Versicherten, und seine nahen Angehörigen, ist das Geld aber natürlich trotzdem. Und diesen Punkt verstehen die Leute dann wiederum sehr gut und wollen das in aller Regel verhindern. Weshalb Sie dann eine Rentengarantiezeit oder gar "Kapitalrückgewähr" einbauen unter dem Malus, dass dann die eigene Rentenleistung leidet und niedriger ausfällt. Das ist bei 10 Jahren Garantiezeit gegenüber 0 Jahren, oder auch noch 15-20 Jahren nicht so dramatisch "teuer" im Sinne eines Rentenabschlags. Aber wählt man die höchste Garantiezeit oder auch die Kapitalrückgewähr, dann macht es sich schon stärker bemerkbar. Will man also für de eigene Familie das Guthaben "sichern", geht das nur zulasten der eigenen Rentenhöhe. Genau darum geht es mir - ich möchte gerne, dass das Geld im Fall der Fälle den Angehörigen zukommt, um hier einen Teil zu deren Absicherung beizutragen. Deshalb bin ich auf die Rentengarantiezeit gekommen. Dass diese Auswirkung auf den Rentenfaktor hat, ist mir klar - wie stark, noch nicht. Ich hatte an einigen Stellen gelesen, dass der Einfluss nicht groß sein soll - aber wie gesagt, ich werde das über einige weitere Angebote einmal anschauen. Im Zweifelsfall kann man das ja auch noch zu einem späteren Zeitpunkt anpassen. Ich schaue mir alles nochmal an, was ihr geschrieben habt und schaue dann, wie ich es mache. Mir gefällt aber v.a. die Variante sehr gut, die Fondsanleger1966 beschrieben hat. Da sieht man auch die Flexibilität des Produktes ggü. so manch anderem. Bestte Grüße Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Fondsanleger1966 3. Juni Ich würde nachhaltig dazu raten, die Entscheidung noch aufzuschieben. Die Vorteile, die Dir entgehen, wenn Du z.B. erst in einem Jahr abschließt, sind relativ gering. Die Nachteile, wenn Du jetzt abschließt, in einem Jahr aber noch einmal neu, weil Du jetzt falsch abgeschlossen hast, sind relativ hoch, weil die Einmalkosten dann noch ein zweites Mal anfallen. Äußere Entwicklungen, die für ein Abwarten sprechen, sind: - Die Konditionen der neuen geförderten Altersvorsorge, die noch nicht bekannt sind. Und damit meine ich nicht nur das AVD! - Eine eventuelle Erhöhung des Rechnungszinses aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus. Persönliche Themen, die für ein Abwarten sprechen: - Ein massiver, wirklich massiver Zielkonflikt zwischen dem (auf einmal aufgetauchten) Wunsch nach Absicherung von Angehörigen, der ganz klar in die Vorstellung im ersten Posting hineingehört hätte, auf der einen Seite und dem Wunsch nach einer möglichst hohen Rente und einem möglichst guten Inflationsausgleich (=möglichst hohe Rentensteigerung) auf der anderen Seite. Das passt überhaupt nicht zusammen. Da besteht massiver Klärungsbedarf und es muss umgedacht werden, um eine sinnvolle Lösung zu finden. Die spätere Änderung von Rentengarantiezeiten kann m.W.n. zur Anwendung neuer Rechnungsgrundlagen führen, weil damit das Risikoexposure des Versicherers verändert werden kann. - Große Vorbehalte gegen eine geförderte Vorsorge, die vermutlich auf eine erhebliche Wissenslücke basieren. Diese sollte vor einem Abschluss zunächst geschlossen werden, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. - Insgesamt noch eine erhebliche Unsicherheit darüber, wie Versicherungen überhaupt funktionieren und kalkuliert sind (z.B. welche Auswirkungen eine Rentengarantiezeit hat und warum das so ist). Da darf man gerne noch etwas sattelfester durch weitere Investitionen in die eigene finanzielle Bildung geworden sein. - Ich habe auch den Eindruck, dass noch keine konkrete Planung dafür besteht, wie die verschiedenen Altersvorsorgeinstrumente später (optimal) ineinandergreifen sollen und wie das bei einem vorgezogenen Ruhestand funktionieren könnte. Diese skizzierten Aufgaben/Meilensteine sollen helfen, den weiteren Weg zu strukturieren. Wir kommen i.d.R. aus einem krassen finanziellen Analphabetismus und unterschätzen den Aufwand, den ein selbstbestimmter Weg in eine gute finanzielle Versorgung mit sich bringt. Natürlich kann man versuchen, sich einen Teil des Know-hows einzukaufen. Das wird aber angesichts der Stundensätze, die gute Honorarberater nehmen, nicht ganz günstig - besonders, wenn es nicht um einzelne technische Detailfragen geht, sondern um Gesamtkonzepte. Ich persönlich bevorzuge es deshalb, mir möglichst viele der benötigten Kenntnisse selbst anzueignen, weil ich Finanzplanung für eine der Chefsachen im Leben halte (und mich bei weitem nicht alles überzeugt hat, was ich von Honorarberatern und angeblichen Experten gesehen habe). Wo ich allein nicht weiterkomme, schalte ich dann aber auch Honorarberater ein. Am 29.5.2026 um 14:59 von casten: Kurz zu mir; 37 Jahre alt, angestellt, nicht verheiratet und keine Kinder. Keine Schulden, kein Wohneigentum. Geplanter Renteneintritt ist 67 - ich versuche es früher, habe jedoch in den ersten Berufsjahren einiges verpasst. Es gibt eine psychologische Anlegerfalle, in der man den Eindruck hat, spät dran zu sein ("die anderen sind weiter"), und deshalb in einen Modus rutscht, der den späten Start kompensieren will und hofft, die verlorene Zeit durch ganz viel Aktionismus aufholen zu können. Das ist ein gefährlicher Zustand, in dem man schnell Fehlentscheidungen trifft, weil die natürlichen, zeitaufwändigen Schleifen zwischen recherchieren, nachdenken und darüber schlafen, neue Punkte recherchieren und abwägen usw. usf. durchbrochen werden. Von einem solchen Druck sollte man sich befreien. Mit 37 Jahren sollte es unter normalen Umständen möglich sein, recht ordentliche Ergebnisse für den Ruhestand auch in Ruhe und Gelassenheit erzielen zu können. Du investierst bereits in Aktien-ETFs und Du zeigst eine hohe Motivation für weitere Schritte wie hier bei den FRVs. (Wir wissen allerdings fast nichts über Deine Situation, deshalb ist keine konkretere Aussage möglich.) Vielleicht zwei Tipps noch: Weil vieles in der finanziellen Lebensplanung und beim Aufbauen der Kompetenz dafür länger dauert, als man es anfänglich erwartet, macht es aus meiner Sicht viel Sinn, die Zwischenergebnisse aus den einzelnen Recherchen zu dokumentieren und noch offene Fragen und Punkte zu notieren, damit man auch nach einer längeren Unterbrechung durch Beruf oder Privatleben wieder effizient am erreichten Stand weiterarbeiten kann. Ich finde außerdem eine (virtuelle oder physische) Sammelmappe ganz hilfreich, in die man Texte, Ideen, Beispiele u.ä. hineingibt, die einen besonders angesprochen haben, die man aber im Moment nicht weiterverfolgen kann, weil es im Beruf oder Privatleben so viel Drängendes gibt. Diese gehen dann nicht verloren, sondern man kann sie später wieder aufgreifen. Viel Erfolg! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
casten 4. Juni Moin und vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Da ist viel Zeit und Mühe reingeflossen, das weiß ich zu schätzen. Ich kann nachvollziehen, dass es insb. mit Blick auf äußere Einflüsse Sinn machen mag, den Abschluss aufzuschieben, u.a. mit Blick auf - mögliche Anpassungen an den FRV-Tarifen in Folge des AVD (nicht AVD selbst, das betrachte ich hier nicht) - ggf. Anpassung Rechnungszins - ggf. Stand des Kapitalmarktes, falls man das einbeziehen möchte Natürlich sind diese Punkte nicht vorhersehbar, aber ich verstehe, dass sie einen Einfluss auf den Abschluss haben können. Persönliche Gründe für ein Aufschieben sehe ich tatsächlich nicht, kann aber nachvollziehen, warum es hier zu Missverständnissen gekommen ist. Lasst mich ein Punkte gerade rücken: Nochmal im Kern: ich hätte gerne einen zusätzlichen, strategischen Baustein in meiner Altersvorsorge. Dieser wird nur eine Ergänzung zu meiner Vorsorge darstellen, keineswegs den Hauptteil. Hierzu habe ich mich für die FRV als Nettopolice entschieden. Eine andere Produktart suche ich nicht, es geht mir um Tarife und Tarifmerkmale. Ich möchte gerne verrenten, mir gleichzeitig aber die größtmögliche Flexibilität bewahren (bspw. für Teilauszahlungen), wie es im Rahmen des Produktes eben möglich ist. Eine Zielkonflikt bzgl. Absicherung von Angehörigen gibt es nicht, dazu hätte auch nichts weiter ins erste Posting gehört. Der Hintergrund insb. zur Rentengarantiezeit ist: 1. Ich hätte gerne, dass das Geld im Falle meines Ablebens meinen Angehörigen zukommt. Den Begriff "Absicherung" habe ich missverständlich verwendet - ich meine lediglich, dass ich lieber die Rente meine Angehörigen aufstocken möchte, als das Geld der Versichertengemeinschaft zukommen zu lassen. Diese FRV stellt keinen Baustein in der Rentenplanung meiner Angehörigen dar. 2. Eine lange Rentengarantiezeit ziehe ich in Betracht, weil mir mitgeteilt wurde, dass die Auswirkung auf den Rentenfaktor gering sei. Ob dies tatsächlich so ist, werde ich durch Anfordern entsprechender Angebote mit unterschiedlichen Rentengarantiezeiten prüfen und davon ausgehend entscheiden. Ob eine Änderung der Rentengarantiezeit vor Rentenbeginn Auswirkungen auf die Rechnungsgrundlagen hat, kann ich dem Angebot der LV1871 nicht entnehmen. Dort heißt es, die Leistungen ab Rentenzahlungsbeginn würden sich bei einer Anpassung der Rentengarantiezeit ändern. Die Vorbehalte ggü. geförderter Vorsorge (v.a. Riester & Rürup) resultieren nicht aus einer Wissenslücke, sondern 1. dem Wunsch nach einer gewissen Flexibilität (im Rahmen des Möglichen, wie oben geschrieben) und 2. den Erfahrungen aus meinem persönlichen Umfeld mit den entsprechenden Produkten. Das kann natürlich auch bei ungeförderten Produkten geschehen, bspw. Besteuerung im Falle von ETF-Sparplänen, aber ihr könnt sicherlich nachvollziehen, dass Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld da deutlich prägender sind. Grundsätzlich habe ich eine gewisse Finanzbildung - über Versicherungsprodukte und speziell die FRV weiß ich aber eingeschränkt viel, das stimmt. Wobei ich den Eindruck habe, dass in den letzten Tagen hier sehr viele Lücken geschlossen wurden. Meine größten Fragezeichen sind derzeit die äußeren Einflussfaktoren, siehe insb. die drei Punkte oben. Eine mehr oder weniger konkrete Planung besteht, sie ist hier lediglich nicht angegeben. Die FRV wäre wie gesagt nur ein ergänzender Baustein bzw. "Bonus" für mich. Mit "in den ersten Berufsjahren einiges verpasst" meine ich verschiedene Punkte, nicht jedoch den Vergleich mit anderen. Damit sind u.a. versicherungspflichtige Zeiten gemeint, wobei es diesbezüglich auch Optionen gibt. Außerdem beziehe ich mich auf die Zeit, die ich am Kapitalmarkt investiert bin. Es wäre natürlich einfacher gewesen, hätte ich früher angefangen - aber gut, das lässt sich ohnehin nicht rückgängig machen, da kaue ich entsprechend auch nicht drauf rum. Beste Grüße Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu 4. Juni vor 22 Minuten von casten: ich meine lediglich, dass ich lieber die Rente meine Angehörigen aufstocken möchte, als das Geld der Versichertengemeinschaft zukommen zu lassen. Ich befürchte ja, dir ist immer noch nicht ganz klar, wer „die Versichertengemeinschaft“ ist: nämlich du. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
casten 4. Juni vor einer Stunde von chirlu: Ich befürchte ja, dir ist immer noch nicht ganz klar, wer „die Versichertengemeinschaft“ ist: nämlich du. Der Kontext ist hier doch: wer bekommt das Geld, wenn ich (frühzeitig) nach Rentenbeginn versterbe? Da ich dann tot bin, bin ich tendenziell nicht mehr Teil der Versichertengemeinschaft, die in diesem Fall profitieren würde. Wir können über Begrifflichkeiten sprechen, aber mein Gedankengang in der Sache ist doch sicherlich nachvollziehbar: sollte ich (früh) in der Rentenphase sterben, sollen wenigstens meine Angehörigen noch ein bisschen was vom Vermögen haben. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten - ob Rentengarantiezeiten für mich sinnvoll sind, schaue ich mir wie gesagt an. Beste Grüße Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
s1lv3r 4. Juni vor 5 Minuten von casten: Wir können über Begrifflichkeiten sprechen, aber mein Gedankengang in der Sache ist doch sicherlich nachvollziehbar: sollte ich (früh) in der Rentenphase sterben, sollen wenigstens meine Angehörigen noch ein bisschen was vom Vermögen haben. Nachvollziehbar schon, aber auf einer sachlogischen Ebene irgendwie ein falscher Blickwinkel. Denn du scheinst das halt immer noch aus einem "aber dann wäre mein Geld ja weg, daher sollen es zumindest meine Verwandten bekommen"-Blickwinkel zu betrachten. Eine Versicherung schließt man aber ab, um Risiken abzusichern. Mit einer Rentenversicherung sichert man das Langlebigkeitsrisiko ab. Eine Versicherung funktioniert grundsätzlich in dem viele Menschen ihre Risiken zusammenwerfen (Risikopooling). Es ist demnach das Grundprinzip einer Rentenversicherung und das natürlichste auf der Welt, dass du davon profitierst das andere früher als du versterben und die anderen dafür im Gegenzug profitieren, falls du früh versterben solltest. Im Endeffekt sollte man lange Garantiezeiten oder ähnliche Versorgungsoptionen ausschließlich abschließen, wenn man auch tatsächlich nahe Verwandte mit einem ganz konkreten Versorgungsbedarf hat (also der typische Fall von "meine Frau/meine Kinder brauchen das Geld dann um nicht auf der Straße zu landen"). Die Kosten für eine solche Option gehen halt ansonsten ganz konkret von der eigenen Rente ab. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar 4. Juni · bearbeitet 4. Juni von satgar vor 21 Minuten von s1lv3r: Im Endeffekt sollte man lange Garantiezeiten oder ähnliche Versorgungsoptionen ausschließlich abschließen, wenn man auch tatsächlich nahe Verwandte mit einem ganz konkreten Versorgungsbedarf hat (also der typische Fall von "meine Frau/meine Kinder brauchen das Geld dann um nicht auf der Straße zu landen"). Die Kosten für eine solche Option gehen halt ansonsten ganz konkret von der eigenen Rente ab. Seh ich auch so. Brauchen die Angehörigen diese Absicherung, diese weiterlaufende Zahlung von Renten? Oder brauchen die das nicht? Und wenn die es nicht brauchen, sollte man das auch nicht einschließen. Als Beispiel: sagen wir mal, man hat mit 0 Jahren RGZ 1000€ Rente. Und mit 25 Jahren 900€. Der Preis für die Absicherung wäre also 10% weniger Rente durch 10% weniger Rentenfaktor. Nun lebt man genau die 25 Jahre selbst noch. Dann hat einen diese Art von Absicherung, man kann es als Versicherungsprämie auf eine fallende Risikolebensversicherungssumme begreifen, insgesamt 30.000€ gekostet (bis zu diesem Zeitpunkt wohlgemerkt, die Kosten werden dir bis zu deinem realen Tod in Rechnung gestellt). Eine Stange Geld für etwas, was die Angehörigen vielleicht gar nicht brauchen. Und man quasi nur einzuschließen gedenkt, weil man das Gefühl nicht mag, im Todesfall innerhalb einer Garantiezeit x das Geld nicht in der Familie zu halten, sondern es der Versichertengemeinschaft zu überlassen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu 4. Juni · bearbeitet 4. Juni von chirlu vor 45 Minuten von casten: Der Kontext ist hier doch: wer bekommt das Geld, wenn ich (frühzeitig) nach Rentenbeginn versterbe? Da ich dann tot bin, bin ich tendenziell nicht mehr Teil der Versichertengemeinschaft, die in diesem Fall profitieren würde. Und wer bekommt das Geld, wenn du eine Rentengarantiezeit wählst und (leider, leider) doch lange lebst? Die Angehörigen der anderen Versicherten, die früh gestorben sind. Dafür zahlst du dein ganzes Leben lang mit einer entsprechend niedrigeren Rente. Du gibst also quasi für den Rest des Lebens einen Teil deiner Rente ab an Leute, die du nicht einmal kennst. vor 21 Minuten von s1lv3r: Im Endeffekt sollte man lange Garantiezeiten oder ähnliche Versorgungsoptionen ausschließlich abschließen, wenn man auch tatsächlich nahe Verwandte mit einem ganz konkreten Versorgungsbedarf hat (also der typische Fall von "meine Frau/meine Kinder brauchen das Geld dann um nicht auf der Straße zu landen"). Und wenn es so einen Bedarf gibt, wäre noch zu prüfen, ob der tatsächlich in einer Rente gerade dieser Höhe liegt, die bis zum Alter x läuft und dann endet. Wenn nicht, sollte man andere Möglichkeiten für die Absicherung wählen, auch nicht unbedingt in Form einer Versicherung. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
casten 4. Juni Danke euch für eure Rückmeldungen! Stimmt schon, mein Blickwinkel ist geprägt von einem "mein Geld ist dann weg". Da sollte ich vielleicht ein bisschen weg von, insofern danke für eure Meinungen. Tatsächlich soll dieser "Ergänzungs-Baustein" für mich ja auf die Langlebigkeit abzielen, insofern passt das. Vielleicht kurz zum Hintergrund, warum ich mit der langen Rentengarantiezeit ankam: ich hatte die Info bekommen, dass die Auswirkung auf den Rentenfaktor nicht hoch ist und bei 25 Jahren keineswegs 10% betragen würde, sondern vielleicht 0,5 im Rentenfaktor. Das wären keine 2,5% und etwas, bei dem man vielleicht eher geneigt wäre zu sagen "Warum nicht?". Aber gut, wie gesagt: wenn es soweit ist, schaue ich mir nochmal verschiedene Retengarantiezeiten an und entscheide auf der Basis. Ich denke, ich werde tendenziell ohne Garantiezeit loslegen und sollte sich vor Rentenbeginn herausstellen, dass eine Absicherung von Angehörigen tatsächlich notwendig ist, dann müsste ich eben anpassen - die entsprechenden Konsequenzen in Kauf nehmend. Beste Grüße Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag