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casten

FRV: Anbieter gesucht plus Detailfragen

Empfohlene Beiträge

casten
· bearbeitet von casten

Hallo zusammen,

 

nach einigem stillen Mitlesen habe ich viel zum Thema Rentenversicherung gelernt, habe jedoch noch einige Fragen offen und bitte hierzu um ein wenig Unterstützung.

 

Im Kern: ich möchte gerne eine fondsgebundene Rentenversicherung als Nettopolice abschließen, bin jedoch bei einigen Punkten zur Vertragsgestaltung unsicher und stocke außerdem bei der Anbieter- bzw. Produktwahl. Wichtig: die FRV soll ein zusätzlicher, strategischer Baustein in meiner Altersvorsorge sein, v.a. mit Blick auf das Langlebigkeitsrisiko. Sie stellt nicht den Hauptteil meiner Vorsorge dar; das wird über ETF-Sparpläne erledigt. BAV ist ebenfalls vorhanden. Ziel der FRV ist somit Verrentung, wobei ich mir die Option für Kapitalauszahlung bzw. Teilauszahlungen trotzdem gerne offenhalten möchte; man weiß ja nie.

 

Kurz zu mir; 37 Jahre alt, angestellt, nicht verheiratet und keine Kinder. Keine Schulden, kein Wohneigentum. Geplanter Renteneintritt ist 67 - ich versuche es früher, habe jedoch in den ersten Berufsjahren einiges verpasst. Grundkenntnisse in Vermögensaufbau und Altersvorsorge sind vorhanden, ETF-Sparpläne laufen ja auch schon (MSCI World, MSCI EM). Sparerpauschbetrag ist ausgeschöpft. Die Forumsempfehlung zur Honorarberatung ist bekannt, ich habe auch einige Angebote vorliegen; dazu später mehr.

 

Nochmal näher zur FRV: es geht mir dabei wie gesagt um einen strategischen Baustein, nicht den Hauptteil der Vorsorge - Zielgröße ist bei Rentenbeginn eine monatliche Rente von ca. 300/350€ zur Ergänzung. Entsprechend wären es im Mittel ca. 150€ Sparrate bei angesetzten 6% Marktentwicklung. Ich schreibe "im Mittel", weil es eigentlich meine Idee ist, den Minimalbetrag als Sparrate anzusetzen und mit Zuzahlungen zu arbeiten (letzte Zuzahlung bis 50). Auch dazu gleich mehr.

 

Nun zu meinen Fragen:

 

-------

 

Wahl des Anbieters

Je mehr ich lese, desto mehr komme ich hier ins Grübeln...aber gut, grenzen wir es mal ein:

 

Ich habe Angebote vorliegen von: Alte Leipziger, LV1871, Axa, MyLife und Volkswohl Bund. Aufgrund der Parameter (niedrige Sparrate; hier 50€ angesetzt; außerdem Rentenbeginn mit 63) haben wir hier natürlich horrende Effektivkostenquoten von ca. 1%. Garantierte Rentenfaktoren liegen bspw. bei 24,80 (AL) sowie 24,38 (LV1871) bei Rentengarantiezeit von 29/30 Jahren.

 

Wenn ich Kostenstruktur und andere Faktoren, die ich als Laie bewerten kann, in Betracht ziehe (bspw. Größe, Flexibilität, Finanzstabilität), dann liegen AL und LV1871 vorne. Axa war mir u.a. ein bisschen zu undurchsichtig, MyLife und Volkswohl Bund teurer als bspw. LV1871.

 

--> Meint ihr, mit der Alten Leipziger (HFR10) und LV1871 (MeinPlan) hat man solide Optionen, mit denen man grundsätzlich nichts falsch macht?

--> Habt ihr einen Favoriten zwischen den beiden, auch mit Blick auf softe Faktoren (bspw. Überschussbeteiligung etc.)? LV1871 ist günstiger beim Guthaben, AL hat aber auch sehr günstige ETF im Angebot (bspw. MSCI World von UBS mit 0,06%).

--> Nicht berücksichtigt habe ich u.a. Europa, Condor und Interrisk (auch nicht bspw. Nürnberger, Continentale, HDI,...). Bei den letzten beiden habe ich nach Lesen diverser Beiträge den Eindruck, dass kein besseres Angebot ggü. AL und LV1871 zu erwarten ist. Bei Europa weiß ich es nicht - könnte Europa oder ein ganz anderer Anbieter noch ein Kandidat sein?

 

 

Rentenfaktor & Sparrate vs. Zuzahlungen

Die garantierten Rentenfaktoren, bspw. 24,80 von AL, finde ich ein bisschen niedrig. Ok, da ich u.a. auf das Thema Langlebigkeit ziele, macht es wahrscheinlich Sinn, den Rentenbeginn auf (mindestens) 67 zu setzen statt 63 (Überlegung war, dass ich leichter verlängern als vorziehen kann). Jetzt aber zu den Zahlungen: ist meine Idee doof, nur den Mindestbetrag (i.d.R. 25€) als Sparrate anzusetzen und den Rest per Zuzahlung zu machen? Wenn ich es richtig verstehe, fällt somit 1. mein garantierter Rentenfaktor von Beginn an niedriger aus und 2. gilt für die Zuzahlungen dann ein neuer, ggf. auch niedrigerer Rentenfaktor - richtig?

 

 

Rentengarantiezeit

Ich habe keine pauschale Empfehlung gefunden, ob man immer/nie eine Rentengarantiezeit über x Jahre abschließen sollte. Wenn ich es richtig verstehe, ist das eine Frage der persönlichen Vorliebe - korrekt? Allerdings sollte eine Rentengarantiezeit von 25 Jahren nur einen kleinen Einfluss auf den garantierten Rentenfaktor haben - auch korrekt?

 

 

Dynamik in Rentenphase

...bzw. "wachsende Bonusrente" bei AL und "garantierte Rentensteigerung" bei LV1871. Ehrlich gesagt eine Grundsatzfrage, bei der ich etwas auf dem Schlauch stehe  - brauche ich sowas nicht auf jeden Fall, weil meine Rente sonst der Inflation zum Opfer fallen würde? Oder ist eine Rentenanpassung eh immer vorgesehen und geschieht durch Überschussbeteiligung? Wie wirkt sich diese Option auf Rentenfaktor etc. aus?

 

 

Ablaufmanagement

Ganz salopp - ob bzw. wann ich ein Ablaufmanagement vereinbare, hängt wahrscheinlich in erster Linie vom Rentenbeginn ab, oder (gesetzt, dass verrentet wird)?

 

 

Effektivkostenquote

Nur für mich zur Beruhigung: welche Effektivkostenquote im Angebot steht, ist im Zweifelsfall egal, oder? Es zählt die angegebene Kostenstruktur (sowie u.a. Rentenfaktor), die Kostenquote ändert sich durch Beitragsanpassung sowie durch Zuzahlungen eh - alles korrekt?

 

-------

 

 

So, das war jetzt einiges an Text; hoffentlich nicht zu viel. Ich freue mich auf jeden Fall auf eure Antworten, vielen Dank im Voraus!

 

Beste Grüße

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 8 Minuten von casten:

Meint ihr, mit der Alten Leipziger (HFR10) und LV1871 (MeinPlan) hat man solide Optionen, mit denen man grundsätzlich nichts falsch macht?

Ja

vor 8 Minuten von casten:

Jetzt aber zu den Zahlungen: ist meine Idee doof, nur den Mindestbetrag (i.d.R. 25€) als Sparrate anzusetzen und den Rest per Zuzahlung zu machen?

Zumindest gewährt die AL für Zuzahlungen nicht den Garantiefaktor vom Versicherungsbeginn, sondern jenen zum Zeitpunkt der Einzahlung. Die LV1871 gibt für Zuzahlungen den Garantiefaktor vom Vertragsbeginn.


was sagt denn der Vermittler zu deinen Fragen, dem du ein Honorar bezahlst? Für genau sowas, bezahlst du ihn ja.

 

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chirlu
vor 5 Minuten von casten:

Nicht berücksichtigt habe ich u.a. Europa, Condor und Interrisk (auch nicht bspw. Nürnberger, Continentale, HDI,...). Bei den letzten beiden

 

Sind die „letzten beiden“ Continentale und HDI oder Condor und Interrisk?

 

vor 6 Minuten von casten:

Jetzt aber zu den Zahlungen: ist meine Idee doof, nur den Mindestbetrag (i.d.R. 25€) als Sparrate anzusetzen und den Rest per Zuzahlung zu machen?

 

Warum überhaupt einen laufenden Beitrag?

 

vor 7 Minuten von casten:

Ich habe keine pauschale Empfehlung gefunden, ob man immer/nie eine Rentengarantiezeit über x Jahre abschließen sollte. Wenn ich es richtig verstehe, ist das eine Frage der persönlichen Vorliebe - korrekt?

 

Wenn die Rentengarantiezeit zum Tragen kommt, bist du tot. Es kommt also ausschließlich darauf an, was du deinen Angehörigen hinterlassen willst.

 

vor 10 Minuten von casten:

Dynamik in Rentenphase

...bzw. "wachsende Bonusrente" bei AL und "garantierte Rentensteigerung" bei LV1871. Ehrlich gesagt eine Grundsatzfrage, bei der ich etwas auf dem Schlauch stehe  - brauche ich sowas nicht auf jeden Fall, weil meine Rente sonst der Inflation zum Opfer fallen würde? Oder ist eine Rentenanpassung eh immer vorgesehen und geschieht durch Überschussbeteiligung? Wie wirkt sich diese Option auf Rentenfaktor etc. aus?

 

Eine garantierte Steigerung (um x% pro Jahr) führt zu einer deutlich niedrigeren Rente zu Beginn. Wie sehr sie dir gegen die Inflation hilft, hängt davon ab, wie sich die Inflation verhält – ist sie hoch, wird sie von den x% Steigerung vielleicht auch nicht ausgeglichen.

 

Die Überschussbeteiligung gibt es immer. Du kannst sie unterschiedlich über die Zeit des Rentenbezugs verteilen. Sie ist auch relativ unabhängig von der Inflation und muss nicht ausreichen, um die auszugleichen.

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Bolanger

Gibt es eigentlich auch private Rentenversicherungen, die einen Inflationsausgleich gewähren anstatt einer fixen Steigerung, die mal über und mal unter der Inflationsrate liegen kann?

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fgk
· bearbeitet von fgk

Die Rentensteigerungen hängen vom Zinsniveau ab. Wenn die Inflation steigt, steigt auch das Zinsniveau und damit Überschüsse und auch die Rente. Umgekehrt gibt es den Garantiezins, der nach unten absichert.

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chirlu
vor 22 Minuten von Bolanger:

Gibt es eigentlich auch private Rentenversicherungen, die einen Inflationsausgleich gewähren anstatt einer fixen Steigerung, die mal über und mal unter der Inflationsrate liegen kann?

 

Im Ausland teils ja. In Deutschland habe ich so etwas noch nie gesehen.

 

So etwas ist auch nur mit inflationsgekoppelten Staatsanleihen möglich. Derzeit für den Euro also nur mit französischen u.a. Anleihen, denn das deutsche Anleihenprogramm wurde ja eingestampft (danke, Christian Lindner). :unsure:

 

vor 13 Minuten von fgk:

Die Rentensteigerungen hängen vom Zinsniveau ab. Wenn die Inflation steigt, steigt auch das Zinsniveau und damit Überschüsse und auch die Rente.

 

Aber mit sehr viel Verzögerung.

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Fondsanleger1966

Hallo, herzlich willkommen im Forum!

 

vor 3 Stunden von casten:

ich möchte gerne eine fondsgebundene Rentenversicherung als Nettopolice abschließen, bin jedoch bei einigen Punkten zur Vertragsgestaltung unsicher und stocke außerdem bei der Anbieter- bzw. Produktwahl.

 

Stand: 2.1.2025

Am 2.1.2025 um 05:23 von Fondsanleger1966:

- Bei einem Wunsch nach Verrentung wäre mein Favorit nach heutigem Analysestand die LV 1871, sofern man mit den dortigen Einschränkungen der ETF- und Fondsauswahl [...] leben kann. Gamma-Kosten 0,22% p.a. (mind. 30 € p.a.) mit Aussicht auf Erstattung von 40% dieser Kosten über die Schlussüberschüsse (seit mindestens 3 Jahren so im Geschäftsbericht/Verteilungsplan vorgesehen). Das wären dann nur noch 0,132% p.a. Gammakosten, wenn die Schlussüberschüsse final zugeteilt werden. Die Beta-Kosten betragen 1,5% für die 3.000 € minimaler Einmalbeitrag und 0,5% für Zuzahlungen. Sinnvolles Vertragsminimum wären knapp 14.000 € wg der 30 € Mindestkosten p.a. . Die Verrentungskosten belaufen sich bei Neuabschluss nur noch auf 1,5% von jeder Rentenzahlung. Die zusätzlichen 0,5% einmal zu Rentenbeginn sind mittlerweile entfallen, ebenso die Kosten für Auszahlungen und Cash-to-Go (Auszahlplan aus der Police).

 

- Die größte und beste Fondsauswahl unter den attraktivsten Nettopolicen hat wohl die Alte Leipziger (AL). Dafür liegen bei ihr aber die Gamma-Kosten mit 0,3% p.a. recht hoch und es gibt aktuell keine Kosten-Überschussbeteiligung (s. S. 114-116 im Geschäftsbericht 2023). Beta-Kosten fallen nicht an.

 

Mich würde bei einer Verrentungsabsicht die geringe Ertragskraft des Versicherers stören. 2024 kamen AL-Renten nur auf einen Gesamtzins von maximal 2,33% - das ist sogar (minimal) weniger als bei der Condor! Die LV 1871 hat dagegen 3,25% bei Renten ohne Garantiezeit gezahlt (3,08% bei 10 Jahren Garantiezeit).

 

Für (Teil-) Entnahmen nach 62/12 und die einkommenssteuerfreie Vermögensübertragung durch Todesfall kann die AL allerdings in Frage kommen, wenn man auf die deutlich bessere ETF-/Fondsauswahl Wert legt, die mehr Möglichkeiten bietet, oft direkt Clean Shares anbietet (statt Kickbacks wie bei der LV 1871) und günstigere ETFs und Indexfonds umfasst, was einen Teil der Gamma-Mehrkosten ausgleichen könnte.

 

- Grundsätzlich würde ich eine solche Nettopolice immer mit einer möglichst langen Laufzeit abschließen, unter Berücksichtigung der unternehmensindividuellen und steuerlichen Einschränkungen, und nicht nur bis 67 Jahre (volle Flexibilität beim Vorziehen und Verschieben des Rentenbeginns vorausgesetzt). So lassen sich die Vorteile einer solchen Lösung am längsten nutzen, z.B. über Teilentnahmen bzw. ETF-Auszahlpläne im Ruhestand bis zur Rest-Verrentung im hohen Alter (oder der einkommensteuerfreien Vermögensübertragung im Todesfall).

 

Inzwischen hat auch die LV 1871 bei etlichen Fonds Cleanshares. Und den iShares MSCI World ex US (TER 0,15%) in die Fondsauswahl aufgenommen (Kombination z.B. mit Vanguard S&P 500, TER 0,07%). Auf ungefähr demselben Niveau läge auch ein Welt-Portfolio mit Regionen-ETFs und dem automatischen Rebalancing innerhalb der Fopo (TER = rund 0,1% p.a.). Laufende Gesamtkosten inkl. TER wären dann nur noch 0,24% p.a., wenn die Kostenüberschüsse auch final zugeteilt werden. Bei der AL kommt man im günstigsten Fall für ein weltweites Portfolio auf ca. 0,37% p.a., hat aber keine Einmalkosten.

 

Ähnliches Bild in der Bafin-Statistik 2024:

- Durchschnittsverzinsung AL im Sicherungsvermögen: 2,0%

- Durchschnittsverzinsung LV 1871 im Sicherungsvermögen: 2,5%

- Branchenschnitt: 2,4%

 

Deshalb würde ich in der geschilderten Situation ganz klar die LV 1871 (über einen günstigen Honorarberater!) abschließen - und zwar OHNE Rentengarantie (Single! Höhere Überschussbeteiligung im Rentenbezug!) und vermutlich in der Variante mit Einmalzahlung von 3.000 Euro (Kosteneffizienz!) und raschem Aufstocken über Zuzahlung(en) auf die ca. 14.000 Euro (Mindestkosten!) sowie später weiterem Aufstocken über Zuzahlungen bis 50 Jahre (62/12!). Die 25 Euro/Monat bringen für 62/12 nur 3.600 Euro zusätzliche Einzahlungen ab 50. Das halte ich für ineffizient angesichts der höheren Kosten für *alle* lfd. Einzahlungen.

 

Das klassische Gegenargument ist, dass die Zukunft sowohl unsicher als auch ungewiss ist und die LV 1871 künftig eventuell schlechter wirtschaften könnte und dann möglicherweise abstürzen würde wie die AL in der Vergangenheit.

 

Das ist aber ein grundsätzliches Lebensrisiko, das man immer hat. Sollte sich das bei der LV 1871 irgendwann abzeichnen, schließt man einen neuen Vertrag bei einem dann besseren Anbieter ab, in den die künftigen Zuzahlungen fließen. Kostet über einen günstigen Honorarberater nicht die Welt.

 

Ich würde allerdings mit dem Vertragsabschluss in diesem Jahr noch etwas warten, bis sich die Konditionen für die neue geförderte Altersvorsorge abzeichnen. Vielleicht kommt da etwas Konkurrenzfähiges auf den Markt.

 

Viel Erfolg!

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casten
· bearbeitet von casten

Hallo und vielen Dank für alle Antworten!

 

vor 21 Stunden von satgar:


was sagt denn der Vermittler zu deinen Fragen, dem du ein Honorar bezahlst? Für genau sowas, bezahlst du ihn ja.

 

Das hätte ich deutlicher schreiben sollen - mit "Forumsempfehlung" meine ich fiseba, entsprechend ist es nur die Gebühr für den Abschluss. Die hier gestellten Fragen sind bei mir erst nach meinem Gespräch mit fiseba aufgekommen.

 

vor 21 Stunden von chirlu:

 

Sind die „letzten beiden“ Continentale und HDI oder Condor und Interrisk?

 

 

Warum überhaupt einen laufenden Beitrag?

 

 

Wenn die Rentengarantiezeit zum Tragen kommt, bist du tot. Es kommt also ausschließlich darauf an, was du deinen Angehörigen hinterlassen willst.

 

 

Eine garantierte Steigerung (um x% pro Jahr) führt zu einer deutlich niedrigeren Rente zu Beginn. Wie sehr sie dir gegen die Inflation hilft, hängt davon ab, wie sich die Inflation verhält – ist sie hoch, wird sie von den x% Steigerung vielleicht auch nicht ausgeglichen.

 

Die Überschussbeteiligung gibt es immer. Du kannst sie unterschiedlich über die Zeit des Rentenbezugs verteilen. Sie ist auch relativ unabhängig von der Inflation und muss nicht ausreichen, um die auszugleichen.

Mit den "letzten beiden" meine ich Condor und Interrisk. Hierzu habe ich einige Kommentare im Forum gefunden, wonach die Kostenstruktur ähnlich wie bei LV1871 ist/war (Condor nicht mehr abschließbar?), allerdings nicht besser. Zu Europa habe ich nichts Gefunden oder ich habe ggf. nicht richtig gesucht.

 

Laufender Beitrag: ehrlich gesagt kannte ich gar keine anderen Varianten. Auch jetzt ist mir noch nicht ganz klar, wie das laufen würde. Bei der AL gibt es, wenn ich das richtig sehe, den Tarif HFR30, der auf Einmalzahlung abzielt. Wie würde man das aber bspw. bei LV1871 machen? Beitragsfrei stellen und trotzdem Zuzahlungen tätigen?

 

Rentengarantiezeit: verstanden - möchte ich gerne machen. Ich denke, ich werde das auf 25 Jahre setzen - in der Annahme, dass der Rentenfaktor dadurch nicht stark geschmälert wird.

 

Garantierte Rentensteigerung: damit ich es richtig verstehe - vereinbare ich keine garantierte Steigerung, wird die Rente trotzdem durch Überschüsse erhöht, nur eben nicht in garantiertem Umfang? Steigt die Rente "nur" mit Überschüssen auch nachhaltig, also bspw. Rentenjahr 1: 300€ + Überschuss und Rentenjahr 10: 320€ + Überschuss?

 

vor 17 Stunden von Fondsanleger1966:

Hallo, herzlich willkommen im Forum!

 

 

Stand: 2.1.2025

 

Inzwischen hat auch die LV 1871 bei etlichen Fonds Cleanshares. Und den iShares MSCI World ex US (TER 0,15%) in die Fondsauswahl aufgenommen (Kombination z.B. mit Vanguard S&P 500, TER 0,07%). Auf ungefähr demselben Niveau läge auch ein Welt-Portfolio mit Regionen-ETFs und dem automatischen Rebalancing innerhalb der Fopo (TER = rund 0,1% p.a.). Laufende Gesamtkosten inkl. TER wären dann nur noch 0,24% p.a., wenn die Kostenüberschüsse auch final zugeteilt werden. Bei der AL kommt man im günstigsten Fall für ein weltweites Portfolio auf ca. 0,37% p.a., hat aber keine Einmalkosten.

 

Ähnliches Bild in der Bafin-Statistik 2024:

- Durchschnittsverzinsung AL im Sicherungsvermögen: 2,0%

- Durchschnittsverzinsung LV 1871 im Sicherungsvermögen: 2,5%

- Branchenschnitt: 2,4%

 

Deshalb würde ich in der geschilderten Situation ganz klar die LV 1871 (über einen günstigen Honorarberater!) abschließen - und zwar OHNE Rentengarantie (Single! Höhere Überschussbeteiligung im Rentenbezug!) und vermutlich in der Variante mit Einmalzahlung von 3.000 Euro (Kosteneffizienz!) und raschem Aufstocken über Zuzahlung(en) auf die ca. 14.000 Euro (Mindestkosten!) sowie später weiterem Aufstocken über Zuzahlungen bis 50 Jahre (62/12!). Die 25 Euro/Monat bringen für 62/12 nur 3.600 Euro zusätzliche Einzahlungen ab 50. Das halte ich für ineffizient angesichts der höheren Kosten für *alle* lfd. Einzahlungen.

 

Das klassische Gegenargument ist, dass die Zukunft sowohl unsicher als auch ungewiss ist und die LV 1871 künftig eventuell schlechter wirtschaften könnte und dann möglicherweise abstürzen würde wie die AL in der Vergangenheit.

 

Das ist aber ein grundsätzliches Lebensrisiko, das man immer hat. Sollte sich das bei der LV 1871 irgendwann abzeichnen, schließt man einen neuen Vertrag bei einem dann besseren Anbieter ab, in den die künftigen Zuzahlungen fließen. Kostet über einen günstigen Honorarberater nicht die Welt.

 

Ich würde allerdings mit dem Vertragsabschluss in diesem Jahr noch etwas warten, bis sich die Konditionen für die neue geförderte Altersvorsorge abzeichnen. Vielleicht kommt da etwas Konkurrenzfähiges auf den Markt.

 

Viel Erfolg!

Vielen Dank für die Ausführung; damit bin ich eher bei der LV1871.

 

"Ohne Rentengarantie" meint ohne garantierte Rentensteigerung? Oder ohne garantierten Rentenfaktor? Falls Letzteres, wüsste ich erstmal nicht, wie man das abschließt. Und - was meint "Single"; hier stehe ich auf dem Schlauch?

 

Wenn ich es richtig verstehe, dann ist die Empfehlung auch hier, auf regelmäßige Beträge ganz zu verzichten. 14.000€ bzgl. Mindestkosten verstehe ich, aber wo kommen die initialen 3.000€ her? Was ich auch noch nicht verstehe: weshalb sollte ich mit einem Rentenbeginn über 67 hinaus abschließen, wenn ich eh verrenten möchte? Schließe ich bspw. bis 75 ab und ziehe dann auf 67 vor, kommt es doch ohnehin zu einer Neuberechnung der Konditionen?

 

Last but not least: Altersvorsorgedepot. Das AVD habe ich auf dem Schirm, das wäre für mich mit Blick auf Flexibilität aber ein separates Thema (außerdem gibt es im Bekanntenkreis schlechte Erfahrungen mit geförderten Produkten, da ist ehrlicherweise eine gewisse Skepsis vorhanden). Ist ansonsten die Annahme, dass es aufgrund des AVDs Anpassungen an den FRV-Tarifen und/oder neue Tarife geben könnte?

 

 

Beste Grüße und vielen Dank

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satgar
vor 2 Minuten von casten:

Rentengarantiezeit: verstanden - möchte ich gerne machen. Ich denke, ich werde das auf 25 Jahre setzen - in der Annahme, dass der Rentenfaktor dadurch nicht stark geschmälert wird.

Wie stark, kannst du dir ja berechnen lassen. Mal mit 0 Jahren, und mal mit 25 Jahren. Dann siehst den Unterschied.

vor 4 Minuten von casten:

Garantierte Rentensteigerung: damit ich es richtig verstehe - vereinbare ich keine garantierte Steigerung, wird die Rente trotzdem durch Überschüsse erhöht, nur eben nicht in garantiertem Umfang? Steigt die Rente "nur" mit Überschüssen auch nachhaltig, also bspw. Rentenjahr 1: 300€ + Überschuss und Rentenjahr 10: 320€ + Überschuss?

Hierzu siehe auch

 

https://www.franke-bornberg.de/blog/altersvorsorge-ueberschuesse-im-rentenbezug-teil-1-die-qual-der-wahl  Die AL und LV1871 benutzen andere Begrifflichkeiten dafür. Der Fiseba Typ weiß mehr dazu. Wenn du beraten werden willst, buch diese doch bei ihm. Es ist immerhin sein Job.

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chirlu
vor 2 Stunden von casten:

Zu Europa habe ich nichts Gefunden oder ich habe ggf. nicht richtig gesucht.

 

Am 3.1.2022 um 11:02 von chirlu:

Leider ist der neue Tarif auch deutlich teurer geworden. Es sind (mit Einmalbeitrag) weiterhin 1,2% einmalig, aber jetzt laufend 12 Euro plus 0,18% p.a. Damit ist er immer noch günstig, aber von den Kosten in einer Liga mit den günstigen Nettotarifen von Condor oder LV 1871; kein Superschnäppchen mehr. Zumal Zuzahlungen weiterhin 5% kosten und die neue Fondsliste OK, aber nicht überwältigend gut ist.

 

vor 2 Stunden von casten:

Bei der AL gibt es, wenn ich das richtig sehe, den Tarif HFR30, der auf Einmalzahlung abzielt. Wie würde man das aber bspw. bei LV1871 machen?

 

Auch dort gibt es eine Version mit Einmalbeitrag.

 

vor 2 Stunden von casten:

wo kommen die initialen 3.000€ her?

 

Mindest-Einmalbeitrag.

 

vor 2 Stunden von casten:

Steigt die Rente "nur" mit Überschüssen auch nachhaltig, also bspw. Rentenjahr 1: 300€ + Überschuss und Rentenjahr 10: 320€ + Überschuss?

 

Je nach dem genutzten System. Wenn der Überschuss jeweils in eine neue Leibrente gesteckt wird, dann ja.

 

vor 2 Stunden von casten:

"Ohne Rentengarantie" meint ohne garantierte Rentensteigerung? Oder ohne garantierten Rentenfaktor?

 

Ohne Garantiezeit.

 

vor 2 Stunden von casten:

Schließe ich bspw. bis 75 ab und ziehe dann auf 67 vor, kommt es doch ohnehin zu einer Neuberechnung der Konditionen?

 

Das kommt auf den Tarif an. Bei guten Tarifen bleiben die Rechnungsgrundlagen (Zins und Sterbetafel) erhalten.

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Fondsanleger1966
vor 1 Stunde von casten:

"Ohne Rentengarantie" meint ohne garantierte Rentensteigerung? Oder ohne garantierten Rentenfaktor? Falls Letzteres, wüsste ich erstmal nicht, wie man das abschließt. Und - was meint "Single"; hier stehe ich auf dem Schlauch?

Ein Single ist ein alleinstehender Mensch. Der braucht keine Rentengarantiezeit, weil er nach seinem Ableben tot ist und außerdem niemanden versorgen muss. ;-)

 

vor 1 Stunde von casten:

Rentengarantiezeit: verstanden - möchte ich gerne machen. Ich denke, ich werde das auf 25 Jahre setzen - in der Annahme, dass der Rentenfaktor dadurch nicht stark geschmälert wird.

25 Jahre ist eine sehr lange Rentengarantiezeit, die bei 67 Jahren als Rentenbeginn den Rentenfaktor und damit auch die Rentenzahlung sehr deutlich reduzieren wird. Bei der LV 1871 außerdem auch noch die Überschussbeteiligung.

 

In die (garantierte) Rentenhöhe wird der bei Abschluss gültige Rechnungszins eingerechnet. Derzeit sind das 1% p.a. Beträgt die Überschussbeteiligung im Rentenbezug z.B. 3,25%, stehen bei einer dynamischen Rente 2,25% (=3,25%-1%) als Rentensteigerung zur Verfügung. Verringert man die Überschussbeteiligung im Rentenbezug durch die 25 Jahre Rentengarantiezeit auf 2,65% p.a., sind es halt nur noch 1,65% p.a. Rentensteigerung. Damit hat man sich dann durch die sehr lange Rentengarantiezeit ins eigene Fleisch geschnitten, ohne einen Nutzen davon zu haben.

 

vor 1 Stunde von casten:

Wenn ich es richtig verstehe, dann ist die Empfehlung auch hier, auf regelmäßige Beträge ganz zu verzichten.

Ja. Man könnte aber auch laufende Beiträge leisten. Ist halt nur nicht so effizient.

 

vor 2 Stunden von casten:

14.000€ bzgl. Mindestkosten verstehe ich, aber wo kommen die initialen 3.000€ her?

Aus Deiner einmaligen Einzahlung beim Vertragsabschluss. Weil die 1,5% statt 0,5% kostet, schließt der kostenminimierende Anleger diese so niedrig wie möglich ab (= Mindestbetrag von 3.000 Euro) und erhöht dann fast sofort auf die ca. 14.000 Euro, um die Mindestgebühr zu vermeiden.

 

Das sind aber eigentlich ganz einfache Basics, die man von seinem Honorarberater gelernt haben sollte. 

 

vor 2 Stunden von casten:

Was ich auch noch nicht verstehe: weshalb sollte ich mit einem Rentenbeginn über 67 hinaus abschließen, wenn ich eh verrenten möchte? Schließe ich bspw. bis 75 ab und ziehe dann auf 67 vor, kommt es doch ohnehin zu einer Neuberechnung der Konditionen?

Die meisten Ruheständler haben zu Beginn noch freies Geld zur Verfügung - also außerhalb von Vehikeln - das besteuert wird. Daher verbrauchen Sie gerne erst einmal dieses Geld, bevor sie an das steuergeschützte Geld in der Fopo rangehen. Das mehrt sich währenddessen fleißig weiter ohne Steuerabzug (z.B. auf die Vorabpauschale) in den Fonds und ETFs der Fopo.

 

Danach kann man per 62/12 (ggf. googeln!) mit dem Steuerprivileg des hälftigen Unterschiedbetrages aus der Fopo teilentnehmen, während das restliche Geld weiterhin in den Fonds und ETFs angelegt ist. Ggf. hat man vorher einen Teil steuerfrei in sichere Anlagen umgeschichtet.

 

Irgendwann wird man hinfälliger und hat andere Prioritäten im Rest des Lebens. Dann kann man den Rentenbeginn starten. Dabei wird das Geld normalerweise ins Sicherungsvermögen des Versicherers umgeschichtet (erneut steuerfrei), wo es i.d.R. sicherer angelegt ist, aber auch weniger Renditechanchen bietet. Aber das ist in dem Alter dann meistens nicht mehr so wichtig. Dafür hat man dann eine extrem pflegeleichte monatliche Rentenzahlung, die durch die lange renditestarke Anlagedauer und den späten Start sehr hoch ausfallen kann und dabei hilft, u.U. auch eine Seniorenresidenz o.ä. zu finanzieren. 

 

Die Rentenhöhe hängt natürlich vom Alter bei Rentenbeginn ab. Die Rechnungsgrundlagen sollten sich durch die Verschiebung jedoch nicht verschlechtern, siehe:

Zitat

- Grundsätzlich würde ich eine solche Nettopolice immer mit einer möglichst langen Laufzeit abschließen, unter Berücksichtigung der unternehmensindividuellen und steuerlichen Einschränkungen, und nicht nur bis 67 Jahre (volle Flexibilität beim Vorziehen und Verschieben des Rentenbeginns vorausgesetzt). So lassen sich die Vorteile einer solchen Lösung am längsten nutzen, z.B. über Teilentnahmen bzw. ETF-Auszahlpläne im Ruhestand bis zur Rest-Verrentung im hohen Alter (oder der einkommensteuerfreien Vermögensübertragung im Todesfall).

Wobei diese volle Flexibilität bei der AL vor 1,5 Jahren nicht gegeben war. Aber auch das sind Detailfragen, die man mit dem Honorarberater klärt.

 

Gutes Gelingen!

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casten

Hallo und abermals vielen Dank an alle!

 

vor 9 Stunden von satgar:

Wie stark, kannst du dir ja berechnen lassen. Mal mit 0 Jahren, und mal mit 25 Jahren. Dann siehst den Unterschied.

Hierzu siehe auch

 

https://www.franke-bornberg.de/blog/altersvorsorge-ueberschuesse-im-rentenbezug-teil-1-die-qual-der-wahl  Die AL und LV1871 benutzen andere Begrifflichkeiten dafür. Der Fiseba Typ weiß mehr dazu. Wenn du beraten werden willst, buch diese doch bei ihm. Es ist immerhin sein Job.

Das werde ich auf jeden Fall nochmal tun. Die ersten Angebote haben sich ja über mehrere Anbieter gestreckt; da war für mich die Wahl noch nicht so klar. Das sieht jetzt natürlich anders aus.

 

vor 7 Stunden von chirlu:

 

 

 

Auch dort gibt es eine Version mit Einmalbeitrag.

 

 

Mindest-Einmalbeitrag.

 

 

Je nach dem genutzten System. Wenn der Überschuss jeweils in eine neue Leibrente gesteckt wird, dann ja.

 

 

Ohne Garantiezeit.

 

 

Das kommt auf den Tarif an. Bei guten Tarifen bleiben die Rechnungsgrundlagen (Zins und Sterbetafel) erhalten.

Hierzu musste ich nochmal ein paar Sachen nachlesen, aber soweit alles verstanden, besten Dank. Insb. Thema Rechnungsgrundlagen; das hatte ich irrtümlicherweise mit dem Rentenfaktor gleichgesetzt. Bei der LV1871 bleiben die Rechnungsgrundlagen zu Vertragsschluss erhalten, habe ich noch nachgelesen.

 

Wo ich mir noch nicht schlüssig bin - welches Alter wäre gut geeignet für die Angabe im Vertrag; bspw. 67 oder das Maximalalter von 85 oder irgendetwas dazwischen.

 

vor 6 Stunden von Fondsanleger1966:

Ein Single ist ein alleinstehender Mensch. Der braucht keine Rentengarantiezeit, weil er nach seinem Ableben tot ist und außerdem niemanden versorgen muss. ;-)

 

25 Jahre ist eine sehr lange Rentengarantiezeit, die bei 67 Jahren als Rentenbeginn den Rentenfaktor und damit auch die Rentenzahlung sehr deutlich reduzieren wird. Bei der LV 1871 außerdem auch noch die Überschussbeteiligung.

 

In die (garantierte) Rentenhöhe wird der bei Abschluss gültige Rechnungszins eingerechnet. Derzeit sind das 1% p.a. Beträgt die Überschussbeteiligung im Rentenbezug z.B. 3,25%, stehen bei einer dynamischen Rente 2,25% (=3,25%-1%) als Rentensteigerung zur Verfügung. Verringert man die Überschussbeteiligung im Rentenbezug durch die 25 Jahre Rentengarantiezeit auf 2,65% p.a., sind es halt nur noch 1,65% p.a. Rentensteigerung. Damit hat man sich dann durch die sehr lange Rentengarantiezeit ins eigene Fleisch geschnitten, ohne einen Nutzen davon zu haben.

 

Ja. Man könnte aber auch laufende Beiträge leisten. Ist halt nur nicht so effizient.

 

Aus Deiner einmaligen Einzahlung beim Vertragsabschluss. Weil die 1,5% statt 0,5% kostet, schließt der kostenminimierende Anleger diese so niedrig wie möglich ab (= Mindestbetrag von 3.000 Euro) und erhöht dann fast sofort auf die ca. 14.000 Euro, um die Mindestgebühr zu vermeiden.

 

Das sind aber eigentlich ganz einfache Basics, die man von seinem Honorarberater gelernt haben sollte. 

 

Die meisten Ruheständler haben zu Beginn noch freies Geld zur Verfügung - also außerhalb von Vehikeln - das besteuert wird. Daher verbrauchen Sie gerne erst einmal dieses Geld, bevor sie an das steuergeschützte Geld in der Fopo rangehen. Das mehrt sich währenddessen fleißig weiter ohne Steuerabzug (z.B. auf die Vorabpauschale) in den Fonds und ETFs der Fopo.

 

Danach kann man per 62/12 (ggf. googeln!) mit dem Steuerprivileg des hälftigen Unterschiedbetrages aus der Fopo teilentnehmen, während das restliche Geld weiterhin in den Fonds und ETFs angelegt ist. Ggf. hat man vorher einen Teil steuerfrei in sichere Anlagen umgeschichtet.

 

Irgendwann wird man hinfälliger und hat andere Prioritäten im Rest des Lebens. Dann kann man den Rentenbeginn starten. Dabei wird das Geld normalerweise ins Sicherungsvermögen des Versicherers umgeschichtet (erneut steuerfrei), wo es i.d.R. sicherer angelegt ist, aber auch weniger Renditechanchen bietet. Aber das ist in dem Alter dann meistens nicht mehr so wichtig. Dafür hat man dann eine extrem pflegeleichte monatliche Rentenzahlung, die durch die lange renditestarke Anlagedauer und den späten Start sehr hoch ausfallen kann und dabei hilft, u.U. auch eine Seniorenresidenz o.ä. zu finanzieren. 

 

Die Rentenhöhe hängt natürlich vom Alter bei Rentenbeginn ab. Die Rechnungsgrundlagen sollten sich durch die Verschiebung jedoch nicht verschlechtern, siehe:

Wobei diese volle Flexibilität bei der AL vor 1,5 Jahren nicht gegeben war. Aber auch das sind Detailfragen, die man mit dem Honorarberater klärt.

 

Gutes Gelingen!

Huch, da stand ich beim Single kurz auf dem Schlauch und dachte an einen Fachterminus aus dem Versicherungswesen...also verheiratet bin ich zwar nicht, Single allerdings auch nicht. Insofern mag das mit der Rentengarantiezeit durchaus noch zum Tragen kommen. Ggf. auch zugunsten anderer Personen aus dem Verwandtenkreis; ich kann ja glaube ich eine beliebige begünstigte Person angeben. Kerngedanke ist u.a.: das Guthaben soll, wenn nicht mir, dann wenigstens jemand anderem zu Gute kommen. Aber: wenn ich es richtig verstehe, dann sind Optionen wie Rentengarantiezeit (oder bspw. auch Verrentungsform) ohnehin erst zum Rentenbeginn anzugeben bzw. können noch angepasst werden, insofern muss ich mir da heute hoffentlich nicht die großen Gedanken machen.

 

Ansonsten vielen Dank für die Herleitung, wunderbar nachzuvollziehen! Und sehr interessant - ich bin bisher einfach vom Modell der regelmäßigen Sparrate plus Sonderzahlung bei Bedarf ausgegangen. Ich hatte bei der Beratung/bei den Angeboten auch explizit diese Variante angefragt; auch deshalb waren bei mir noch diverse Fragen offen (12/62 kannte ich allerdings :) ).

 

 

---

 

Ok, ich nehme mir insb. das Thema Angebote für das Modell mit Einmalzahlungen mit. Ein bisschen hadere ich noch mit dem Zeitpunkt, weil wir gerade an einem recht knackigen all time high stehen - aber da gilt vermutlich "time in the market...".

 

Eine Rückfrage aber nochmal explizit zum Thema AVD: ist hier irgendetwas bekannt, wie das AVD die "normalen" Tarife beeinflussen könnte? Grundsätzlich schiebe ich das Thema FRV schon eine Weile vor mir her und wollte es endlich gerne abschließen, um es erledigt zu haben - sofern der Zeitpunkt jetzt nicht absolut unglücklich ist, aber das hoffe ich mal nicht.

 

 

Beste Grüße und vielen Dank

 

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chirlu
Am 30.5.2026 um 23:32 von casten:

Kerngedanke ist u.a.: das Guthaben soll, wenn nicht mir, dann wenigstens jemand anderem zu Gute kommen.

 

Ohne Garantiezeit erhältst du zu Lebzeiten mehr Rente. Du kannst dasselbe Ergebnis erreichen, indem du einen entsprechenden Teil deines Vermögens nicht verrentest, sondern auf einem Konto für die Erben liegen lässt.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Wir hatten mal überlegt, ob sich eine längere Garantiezeit bei Männern und Unisex-Tarifen nicht doch lohnen könnte. 

 

Die mittlere Restlebensdauer ist bei 67-jährigen Männern kürzer als bei 67-jährigen Frauen. Bei den Unisex-Tarife werden die Renten wohl nach den Frauen-Sterbetafeln berechnet. Sprich: Männer bekommen weniger Rente ausgezahlt, als wenn nach Männer-Sterbetafeln gerechnet würde. Über Garantiezeiten, die ebenfalls nach den Frauen-Sterbetafeln berechnet werden, können sich Männer möglicherweise (!) einen kleinen Teil der Benachteiligung zurückholen. Ich glaube nicht, dass es viel  bringt, wollte es aber zumindest erwähnen.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
Am 30.5.2026 um 23:32 von casten:

 Kerngedanke ist u.a.: das Guthaben soll, wenn nicht mir, dann wenigstens jemand anderem zu Gute kommen. 

 

Na ja, der Kerngedanke bei Renten-Versicherungen ist, dass diejenigen, die früher sterben, ihr Kapital an diejenigen weitergeben, die länger leben. Das führt dazu, dass die Renten höher sind, als wenn jeder sein Kapital selbst anlegen würde.

 

Viele Versicherte verstehen das nicht und glauben, dass das Geld weg sei, wenn sie früh sterben. Das ist aber nicht so - es geht über an diejenigen, die länger leben.

 

Die Versicherer kennen diese Bedenken und bieten deshalb Rentengarantiezeiten an. Das beruhigt viele Kunden. Allerdings führt es dazu, dass die Renten niedriger sind. Das ist keine Strafe, sondern Konsequenz daraus, dass man sich weigert, einen Teil seines Kapitals dem Versichertenkollektiv zu übertragen. Im Gegenzug hat man auch weniger Anspruch auf Kapital aus dem Versichertenkollektiv. 

 

Also vielleicht nochmal überlegen, wie eine Versicherung funktioniert. Was die Vor- und Nachteile sind - und ob Du dieses Konstrukt überhaupt willst. @chirlu hat ja schon eine Alternative angedeutet.

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satgar
vor 9 Stunden von stagflation:

Viele Versicherte verstehen das nicht und glauben, dass das Geld weg sei, wenn sie früh sterben. Das ist aber nicht so - es geht über an diejenigen, die länger leben.

Auf der einen Seite mag das ein Missverständnis sein, dass die Leute meinen, das Geld "sei weg" oder habe gar "der Versicherer eingesackt". Und das ist zum weit überwiegenden Teil, wie du es korrekt geschildert hast, nicht der Fall.

 

"weg" für den individuell Versicherten, und seine nahen Angehörigen, ist das Geld aber natürlich trotzdem. Und diesen Punkt verstehen die Leute dann wiederum sehr gut und wollen das in aller Regel verhindern. Weshalb Sie dann eine Rentengarantiezeit oder gar "Kapitalrückgewähr" einbauen unter dem Malus, dass dann die eigene Rentenleistung leidet und niedriger ausfällt. Das ist bei 10 Jahren Garantiezeit gegenüber 0 Jahren, oder auch noch 15-20 Jahren nicht so dramatisch "teuer" im Sinne eines Rentenabschlags. Aber wählt man die höchste Garantiezeit oder auch die Kapitalrückgewähr, dann macht es sich schon stärker bemerkbar. Will man also für de eigene Familie das Guthaben "sichern", geht das nur zulasten der eigenen Rentenhöhe.

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