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cornelius

ETF-Depot zu Interactive Brokers übertragen: wie macht ihr das mit der Vorabpauschale in der Praxis?

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cornelius

Hallo zusammen,

 

ich übertrage demnächst drei thesaurierende UCITS-ETFs (alle erst 2026 gekauft, nur ganze Anteile) von Scalable zu Interactive Brokers. Sie sollen als Sicherheit für eine gehebelte Strategie dienen, also Buy-and-Hold.

Die Theorie ist mir soweit klar, habe auch die Threads gelesen. IBKR rechnet nichts automatisch bzw. die Reports sind Garbage, Vorabpauschale und Teilfreistellung mache ich selbst, alles läuft manuell über Anlage KAP und KAP-INV. Ich würde mich aber über Erfahrungen von Leuten freuen, die tatsächlich ETFs bei IBKR halten.

 

  • Vorabpauschale in der Praxis: Wie macht ihr das konkret jedes Jahr? Rechnet ihr rein manuell in einer Tabelle, und welche Werte zieht ihr aus welchem Report (Jahresreport, FlexQuery, Depotstand zum Jahresanfang)? Wie dokumentiert ihr das so, dass das Finanzamt es akzeptiert? Und wie führt ihr den Topf der bereits versteuerten Vorabpauschale, damit ihr beim späteren Verkauf nicht doppelt zahlt?
  • Nur für die, die übertragen haben: Hat der abgebende Broker die Anschaffungsdaten an IBKR übermittelt, oder standen die Positionen ohne Einstand da und ihr musstet den Nachweis selbst führen? Welchen Beleg habt ihr euch vorher gesichert? Eine meiner Positionen habe ich in sieben Tranchen gekauft, hat so etwas Probleme gemacht?
  • Gibt es rund um ETFs bei IBKR etwas, das ihr rückblickend anders machen würdet?

 

Über echte Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen. Danke euch!

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Hamster92

Grundsätzlich stellt IB jedes Jahr einen Steuerreport (musst du einmalig in der Kontoverwaltung aktivieren) zur Verfügung. Meiner Erfahrung werden da Vorabpauschalen, Ausschüttungen und Verkäufe richtig berechnet. Von daher nutze ich diesen Report. Einzig die Zuordnung als Aktien-, Misch- oder Sonstiger Fonds für die Teilfreistellung muss man manuell aufschlüsseln, was aber kein großer Aufwand ist.

 

Dennoch wäre ich mit einem Übertrag von ETFs zurückhaltend, weil ich nicht davon ausgehe, dass vor dem Übertrag angesetzte Vorabpauschalen im Steuerreport berücksichtigt werden. Zu 100% sagen kann ich es aber nicht. Eintragen kann man nur die Einstandskurse nach dem Übertrag in der Kontoverwaltung. Wenn du die erst in 2026 gekauft hast, würde ich sie an deiner Stelle bei Scalable verkaufen und bei IB neu kaufen, das sollte aus steuerlicher Sicht ja keine großen Auswirkungen haben.

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Norica
· bearbeitet von Norica
vor 3 Stunden von cornelius:

Nur für die, die übertragen haben: Hat der abgebende Broker die Anschaffungsdaten an IBKR übermittelt, oder standen die Positionen ohne Einstand da und ihr musstet den Nachweis selbst führen? Welchen Beleg habt ihr euch vorher gesichert? Eine meiner Positionen habe ich in sieben Tranchen gekauft, hat so etwas Probleme gemacht?

Keine ETFs übertragen, aber andere Wertpapiere, teilweise Altbestände.

 

Erfahrung: Es wurden generell keine Einstandskurse oder sonstige Daten mit übertragen. IB interessiert das nicht. Die Nachweise habe ich aus den abgebenden Depots gesichert (elektronisch und auf Papier).

Die Kaufkurse unterschiedlicher Tranchen kann man selbst eintragen, wenn die Papiere im Depot sind. Damit "stimmt" dann wenigstens, was angezeigt wird.

 

 

SG

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SlowHand7

Also ich kann ja noch verstehen wenn jemand zu IBKR geht weil er Optionen oder andere Derivate günstig handeln möchte.

Aber für normale Wertpapiere und gerade ETFs mit VAP ist das doch Wahnsinn.   :(

Wer will sich da echt die Mühe machen die Steuern selbst zu berechnen?

 

 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 28 Minuten von SlowHand7:

Aber für normale Wertpapiere und gerade ETFs mit VAP ist das doch Wahnsinn.   :(

Wer will sich da echt die Mühe machen die Steuern selbst zu berechnen?

Schaden macht klug...

 

Das gilt übrigens auch für die Idee, Wertpapiere, mit denen man B&H machen will, als Sicherheit für risikoreiche Hebelgeschäfte zu hinterlegen...

 

Die Hebelgeschäfte laufen möglicherweise anders als geplant - und aus buy&hold wird buy&weg. :shock:

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PKW
vor 4 Stunden von cornelius:

Sie sollen als Sicherheit

würden Bluechips wie Amazon, Berkshire, CocaCola etc. auch als Sicherheit anerkannt? 
Wenn die Quote da ähnlich wäre, könnte man sich doch den Ärger mit der Vorabpauschale ersparen.

 

Ja, war nicht gefragt, ist mir bewußt dass es nur eine Umgehungslösung wäre. 

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SlowHand7
vor 3 Minuten von PKW:

würden Bluechips wie Amazon, Berkshire, CocaCola etc. auch als Sicherheit anerkannt? 
Wenn die Quote da ähnlich wäre, könnte man sich doch den Ärger mit der Vorabpauschale ersparen.

 

Natütlich werden auch die meisten Aktien als Sicherheit akzeptiert.

Beleihungsquote meistens 40-60%, also wohl weniger als bei einem ETF.

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cornelius

Hallo zusammen, 

 

vielen Dank für eure Antworten. 

Da ich die ETFs in 2026 gekauft habe ist zum Glück noch keine VAP angefallen. Aber da ich auf dem Tiefpunkt des Iran-Blip günstig gekauft habe, müsste ich bei VK direkt 10k an Steuern zahlen. Das würde ich gerne stunden. 

 

Nochmal zu Buy&Hold vs. Buy&Weg: 

Ich manage das Margin-Risiko, indem ich einen niedrigen Hebel fahre (max 1.5x), der ab einer bestimmte Markt-Vola-Schwelle am nächsten Morgen direkt auf 1x heruntergefahren wird. Außerdem hilft eben genau das besagte Collateral. Black Swan Events kann ich nicht zu 100% ausschließen, aber zumindest historisch wäre ich seit 2000 nie zwangsliquidiert worden, sondern hätte auch z.B. 08/09 während Lehman Brothers immer noch einen ordentlichen Puffer gehabt. 

Aktien als Collaterial finde ich in dem Fall weniger gut, wegen geringerer Beleihungsquote, Einzeltitelrisiko und ohne Teilfreistellung. 

@alle: gibt es noch Forenmitglieder, die aktuell ETFs bei IBKR halten? 

 

Viele Grüße

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Malvolio

Nein .... ich glaube ich würde mir eher einen rostigen Nagel ins Knie schlagen, als thesaurierende ETFs von einem deutschen Depot ins Ausland zu übertragen. WENN überhaupt würde ich dort Fonds halten, bei denen höchstwahrscheinlich keine Vorabpauschale anfällt. Aber allein auf den steuerlichen Aufwand hätte ich überhaupt keine Lust. 

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hattifnatt
Am 3.7.2026 um 10:37 von cornelius:

Ich manage das Margin-Risiko, indem ich einen niedrigen Hebel fahre (max 1.5x), der ab einer bestimmte Markt-Vola-Schwelle am nächsten Morgen direkt auf 1x heruntergefahren wird.

Dafür braucht man aber kein IB: Beimischung von Amundi MSCI USA Daily (2x) Leveraged UCITS ETF (FR0010755611) oder die Welt-Variante FR0014010HV4 und gut ist's. :-*

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Lucky_JJ

Hi,

 

gibt einige Tools im Internet, die sich um die Steuerberechnung kümmern und als Basis eine FlexQuery haben, welche man bei IB erstellen kann. Das mit dem Übertrag von Positionen ist so ein Thema...IB könnte ja die Einstiegspreise übernehmen, tut es nur leider häufig nicht.

Habe mir daher auch ein eigenes Tool gebaut für die Steuerberechnung, wo dann genau für sowas auch die Einstiegskurse neu gesetzt werden können. Einmal gesetzt, für jegliche Berechnungen berücksichtigt. Und dann sind natürlich auch die ETF Klassifizierungen direkt richtig.

 

Einfach mal schauen...gibt da 2-3 Tools im INet die das können. Mag hier nicht speziell Werbung für meins machen

 

Viele Grüße

Joachim

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