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Wishmueller

Die US "Midterm-Wahlen" als Einstiegssignal?

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Wishmueller
· bearbeitet von Wishmueller
typo error

Tach zusammen,

 

aus aktuellem Anlass....

 

vor 14 Stunden von Konsument:

Midterms vor der Brust stehend. KI meint , sinng.: danach herrscht Ruhe und USA steigt historisch .

Habe über 12Monate konsequent in S+P500 umgeschichtet und on Top Fremdfinanziert noch 30% gehebelt.

 

.... würde ich dem Thema gerne mal einen eigenen Thread spendieren (vielleicht mal abgesehen von dem Teil mit der Fremdfinanzierung ;))

 

Mich treibt das Thema schon länger um (seit meiner Rückkehr an die Börse im letzten Jahr), in der Suchfunktion bin ich aber nicht fündig geworden, ob das hier schon mal vertieft thematisiert wurde? Dann also jetzt..... :)

 

Geht also um ein "saisonales Muster", das besagt: die 12 Monate nach den US-Zwischenwahlen sind historisch die erfolgreichsten. Wenn man das Thema weiter recherchiert, gab es demnach seit 80 (!) Jahren (also seit Ende 2. Weltkrieg) in diesem Zyklus keine Negativ-Rendite im S&P 500, also eine 100% Erfolgsquote (wie gesagt: auf 12-Monats-Sicht). Da wird man schon mal nachdenklich..... :rolleyes:

 

Grafisch sieht das Ganze so aus (die rote Linie ist der aktuelle S&P 500, aber nur bis zum Frühjahr, etwas Aktuelleres habe ich nicht gefunden):

grafik.png.d91954f773ea0e0700ab5fce219dc907.png

 

Ursächlich für den Anstieg nach "den Midterms" soll sein, unabhängig vom Ausgang der Wahlen, dass damit die politische Unsicherheit aus dem Markt ist, was die Börsen halt entsprechend beflügelt. Der erwartete "Tiefpunkt" (für einen Einstieg) liegt historisch so Ende September bis Mitte Oktober, also nicht erst nach den Wahlen, sondern zumeist schon davor, wenn sich "der Nebel langsam lichtet".

 

Was mache ich jetzt mit der "Erkenntnis"?

 

Mein ursprünglicher Plan war tatsächlich, meine Chashquote aufgrund dessen bis Jahresende von aktuell 32% auf dann nur noch 20% abzubauen, das wäre nochmal "ein hübsches Sümmchen", was man in den Markt schieben könnte, zumal ich im US-Markt bisher ohnehin "unterinvestiert" bin, würde also auch aus Diversifikationsgründen ganz gut passen.. Damit wäre ich dann auch für meine Risikoverhältnisse "voll investiert".

 

Mittlerweile musste ich den Plan für mich dann doch nochmal etwas revidieren, da meine mutmaßlich "freien liquiden Mittel" dann doch nicht ganz so frei sind, wenn ich das Thema für mich mal etwas weiter rechne.... :-* .... bliebe noch, etwas umzuschichten, würde aber ggfls. Steuern und im worst case auch noch steigende frewillige GKV Beiträge auslösen..... gar nicht so leicht, einigermaßen kosteneffizient vom eigenen Kapital zu leben..... :lol: 

 

Hinzu kommt, dass die aktuelle rote Linie im Chart oben statt runter seit dem Frühjahr auch weiter hochgelaufen ist. Stand jetzt liegt die S&P 500 Rendite der vergangenen 12 Monate bei rund + 20%, 2026 ytd immerhin noch bei aktuell + 13%. Gesetzt den Fall, das bliebe so, wäre meiner Meinung nach der "Spielraum" für diese saisonale "Midterms" Überrendite dann nicht mehr ganz so groß. Sollte der Markt aber in den "tradionell schwachen Monaten August und September" nochmal einen ordentlichen Rücksetzer hinlegen, würde das natürlich deutlich "besser" für das saisonale Muster aussehen. Vielleicht würde dann noch ein weiteres Mal "in mich gehen", ob nicht vielleicht doch was möglich ist..... :)

 

Und? Was haltet ihr von dem Thema?

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Schlumich

Ich bin immer "drin".

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yannickh

Für mich wäre das Midterm Muster nur dann ein Argument, wenn man drei Fragen jeweils mit ja beantworten kann: Liegt meine Cashquote über der dauerhaft gewünschten? Werden die Mittel in den nächsten Jahren nicht für Lebenshaltung, Steuern oder andere Ausgaben gebraucht? Wäre eine höhere (US-)Aktienquote auch ohne diese saisonale Statistik meine gewünschte strategische Aufstellung?
Wenn "Ja, Ja, Ja" zutrifft, dann kann man den ohnehin vorgesehenen Abbau der Cashquote umsetzen, ggf. in Tranchen. Die historische Serie ist bemerkenswert, aber keine Garantie. Im Chart ist außerdem bisschen getrickst, dadurch, dass die rote Linie eine andere Skala als die schwarze hat.

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Holgerli
· bearbeitet von Holgerli

Auch wenn es jetzt kurz politisch wird: Bei dem Präsidenten könnte ich ich mir auch gut ein "Mir wurden die Mid-Terms gestohlen"-Statement vorstellen. Dann ist nicht Ruhe sondern Unruhe das Thema und die Mid-Terms könnten deswegen zum Verkaufssignal werden.

 

Für mich stellt sich die Frage aber eigentlich auch so nicht, weil die Fragen von @yannickh sehr interessant und meine Antworten recht eindeutig sind.

 

Meine (persönlichen) Antworten auf die Fragen: 

1. Liegt meine Cashquote über der dauerhaft gewünschten? => Nein, ich halte meine Chash-Quote durch dauerhafte (also direkte) Investition immer auf dem gerade passenden Level.

2. Werden die Mittel in den nächsten Jahren nicht für Lebenshaltung, Steuern oder andere Ausgaben gebraucht? => Wegen meiner persönlichen, kurz- bis mittelfristigen FIRE-Planung, kann ich diese Frage nicht eindeutig mit "ja" beantworten 

3. Wäre eine höhere (US-)Aktienquote auch ohne diese saisonale Statistik meine gewünschte strategische Aufstellung? => Nein, ich habe in den letzten Jahren absichtlich von 60% USA (durch Index-ETFs bedingt) auf 40% USA verringert. Da wäre das kontraproduktiv. 

 

Als sind meine Antworten, Nein, Jein, Nein. Also ist die Antwort für mich persönlich klar.

Ich werde die Mid-Terms aber auch Chinas Verhalten in End-2026/2027 sehr eng beobachten.

 

Aktuell sehe ich mehr Ausstiegs- als Einstiegssignale.

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Schlumich

Das geht nun mal alles in Richtung "Market Timing". Davon habe ich mich vor vielen Jahren schon verabschiedet (deshalb mein Kommentar oben). 

Es kann aus den genannten Gründen nach oben gehen, es kann aber auch ("bei diesem Präsident") nach unten gehen.

 

Ich denke auch nicht, dass das was da vielleicht kommt (Bewegung nach oben oder unten) sich auf den US Markt beschränkt. So etwas hat dann immer globale Auswirkungen. Daher - auch wenn man die Midterms als Einstiegssignal sehen sollte - bedeutet das mMn noch lange nicht, dass man deswegen den US Markt übergewichten muss. 

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Holgerli
vor 2 Minuten von Schlumich:

Ich denke auch nicht, dass das was da vielleicht kommt (Bewegung nach oben oder unten) sich auf den US Markt beschränkt. So etwas hat dann immer globale Auswirkungen.

Oh, sorry. Ich habe mich wohl etwas ungenau ausgedrückt: Die Ausstiegssignale sind eher globaler Natur, und nicht nur auf die USA beschränkt

Mag sein, dass ich die falschen YT-Kanäle schaue aber was aktuell passiert (undemokratischer US-Präsident, China/Taiwan i.V.m. mit einer relativen militärischen Schwäche der USA) hatten wir IMO so noch nie).

Aber das ist IMO hier jetzt schon fast oder sogar ganz OT.

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Wishmueller

Ich finde die zusätzliche Fragestellung von @Yannick auch sehr gelungen bei dem Thema..... :thumbsup:

 

Meine Antworten wären da "ja, jein, ja", also nur "knapp daneben".... :lol:.... muss ich mal schauen, ob ich an dem mittleren jein noch "was drehen" kann..... :)

 

Das Risiko bei Trump ist halt, wenn er die Wahlen verliert, dass dann seine "Politik per Dekret" noch weiter ausartet.

Andererseits sieht man ja, dass die Märkte von diesem ganzen Hokuspokus bisher doch eher unbeeindruckt sind, glaube nicht, dass dann ein (möglicherweise) "schlechter Verlierer" da groß was dran rütteln kann. Würde dann eher die ohnehin schon recht hohen Bewertungen (zumindest mal im KI Bereich) als das größere Risiko ansehen, dass diese Statistik nach 80 Jahren dann erstmals wieder fehlschlägt.

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Bolanger

Warum soll es dieses Muster nur bei den midterms geben? Wenn die weggefallene Ungewissheit die Begründung für die Kursanstiege ist, dann würde ich selbiges bei den general elections erwarten. Erfolgreiche Börsenjahre müssten sich mit schwachen Börsenjahren damit abwechseln. Tun sie das wirklich? -> Neee, also ist das heiße Luft

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bmi

Naja, ergibt schon Sinn mit den Midterms. Unschöne, schwierige Entscheidungen nach vorne schieben und gegen Ende Fokus auf Wirtschaft und Wiederwahlchancen. Und gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit größerer Eingriffe, weil bei den Midterms oft die Macht zwischen Kongress und Präsident neu verteilt wird und größere Eingriffe schwieriger werden. 

 

Man sollte aber auch hier nicht aus einer beobachteten Korrelation eine Kausalität ableiten. Ich würde nämlich eher davon ausgehen, dass Trump in seinen letzten 4 Jahren Amtszeit aggressiver agieren wird. Fokus auf sein Vermächtnis und rasche Umsetzung in jeder Hinsicht, also weniger zögern, schnelleres Handeln, mehr Resultate. Wiederwahl ist ohnehin nicht drin.

 

Ich denke, dass die Entscheidung ob 32% oder 20% Cash viel entscheidender ist, als die Entscheidung wann du genau investierst und ob nun S&P oder AllWorld.

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Wishmueller
· bearbeitet von Wishmueller
falsch ausgedrückt; Fehler korrigiert
vor 3 Stunden von bmi:

Ich denke, dass die Entscheidung ob 32% oder 20% Cash viel entscheidender ist, als die Entscheidung wann du genau investierst und ob nun S&P oder AllWorld.

 

Ja, bin ich bei Dir, völlig valider Punkt. Ganz grundsätzlich empfände ich es mental halt ganz angenehm, zumindest am Anfang erstmal "mit Rückenwind" in so eine Investition zu starten, vor dem Hintergrund wäre der Zeitpunkt vielleicht nicht verkehrt.

 

Zu meiner Situation: Mir würden 20% Cashquote grundsätzlich reichen, die decken in etwa meine Liquiditätslücke (nach Ausschüttungen/Zinsen) der nächsten 4 (oder 5 nach Rentenreform) Jahre bis zur Rente mit Abschlägen. Allerdings würde ich diese 20% dann auch konsequent Jahr für Jahr weiter abschmelzen müssen, da ein "Rebalancing" zumindest mal in diesen 5 Jahren in der jetzigen Struktur nicht sinnvoll möglich wäre; meine Kapitalerträge liegen so schon knapp unter der [edit:] Mindestbeitragsbemessungsgrenze der freiwilligen GKV liegen. Jeder zusätzliche Euro Kapitalertrag (z.B. eben aus "Rebalancing") "kostet" da dann 20 Cent GKV Beitrag, das finde ich nicht so witzig. Andererseits wäre ein weiteres Abschmelzen dieser 20% in Richtung "nahe 0" dann auch nix mehr für mein "Sicherheitsgefühl", daher nehme ich von der Idee gerade wieder etwas Abstand. Letztlich werde ich diese 20% Ziel-Cash-Quote in den nächsten Jahren auch von ganz alleine erreichen, muss ich nur geduldig bleiben..... :lol:;)

 

Trotzdem finde ich das Thema recht spannend..... und spätestens ein Jahr später kann man es dann auch noch mal Revue passieren lassen..... :) 

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bmi

Schau dir auch mal gerne dieses Paper an:

 

Die Veränderung der Erwartungen über die künftige Geldpolitik ist sehr entscheidend. Also dass die Wahl selbst nicht Kurse treibt oder drückt, sondern die darauffolgende Neubewertung. Wenn Anleger mit einer lockeren FED rechnen, profitieren Assets wie Aktien bereits vor der tatsächlichen Senkung. Sind restriktivere Erwartungen eingepreist, kann das Kurse drücken, selbst wenn die FED noch gar nichts unternommen hat. Focus on the movement of liquidity. 

 

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alpha_omega
vor 1 Stunde von Wishmueller:

 

.... meine Kapitalerträge liegen so schon knapp unter der Beitragsbemessungsgrenze der freiwilligen GKV liegen. Jeder zusätzliche Euro Kapitalertrag (z.B. eben aus "Rebalancing") "kostet" da dann 20 Cent GKV Beitrag, das finde ich nicht so witzig.

 

Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der GKV bezahlt man doch gerde keine (zusätzlichen) Beiträge mehr (diese stellt eine Deckelung nach oben dar). Diese Grenze liegt bei aktuell 69.750 Euro jährlich. Bei knapp 70 kEuro Kapitalerträgen würd' ich mir um solche Kleinigkeiten so oder so keine Gedanken machen. Oder habe ich hier etwas falsch verstanden;)

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Wishmueller

@alpha_omega Sorry, habe mich falsch ausgedrückt, ich meinte die Mindestbeitragsbemessungsgrenze, zahle aktuell also den Mindestsatz der FGKV, jeder zusätzliche Euro kostet dann 20 Cent. Vom oberen Ende der Bemessungsgrenze bin ich leider weiit entfernt..... :lol::-*

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Wishmueller
vor 1 Stunde von bmi:

Schau dir auch mal gerne dieses Paper an:

 

Ja, ehrlich gesagt, kann ich es nicht wirklich beurteilen. Fakt ist, dass dieser "Midterm Zyklus" ja schon deutlich länger besteht und bisher auch funktioniert (zumindest mal grundsätzlich), während die Bitcoin Historie ja um einiges kürzer ist. Inwieweit es da kausale Zusammenhänge gibt..... müsste ich mich wohl mal tiefer reingraben..... ;)

 

Unabhängig davon will ich auch meine kleine Bitcoin-Position bis Jahresende ohnehin noch ein wenig aufstocken. Wenn nicht jetzt, wann dann? (gehört aber hier eigentlich nicht rein).

 

Könnte mir (für mich) auch einen Hebel-ETF auf den S&P 500 vorstellen, wäre dann mit weniger einzusetzendem Kapital noch was "Relevantes" mit machbar. Die ebenfalls gehebelte Volatilät könnte ich im Depot noch gut vertragen, das ansonsten value-lastig relativ schwankungsarm daherkommt. Muss ich auch noch mal etwas intensiver drüber nachdenken, eigentlich habe ich das bisher für Quatsch gehalten..... :huh:

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Schlumich
vor 9 Minuten von Wishmueller:

Könnte mir (für mich) auch einen Hebel-ETF auf den S&P 500 vorstellen, wäre dann mit weniger einzusetzendem Kapital noch was "Relevantes" mit machbar. Die ebenfalls gehebelte Volatilät könnte ich im Depot noch gut vertragen, das ansonsten value-lastig relativ schwankungsarm daherkommt. Muss ich auch noch mal etwas intensiver drüber nachdenken, eigentlich habe ich das bisher für Quatsch gehalten..... :huh:

Die gehebelte Volatilität geht aber auch in die andere Richtung, wenn die Wette nicht aufgeht. Willst Du das in Deiner Situation?

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Wishmueller

Ist mir klar, dass die auch in die andere Richtung geht, wie gesagt, die Depotstruktur könnte es (aus meiner Sicht) "vertragen".

Ob ich das wirklich will, weiß ich noch nicht, wäre aber eine Option, z.B. mit halbem Kapitaleinsatz überhaupt etwas aus der Situation zu machen.

Käme aber -wenn überhaupt- für mich eh nur in Frage, wenn die Kurse noch mal deutlich runterkommen bis Ende September/Oktober. Wenn nicht (momentan sieht es ja nicht danach aus), ist es auch so gut wie es ist..... :)  

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