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Lazaros

Warum sind Geldmarktfonds in Hochzinsphasen so beliebt?

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Lazaros
· bearbeitet von Lazaros

Geldmarktfonds investieren in kurzfristige, hochsichere Anleihen und Bankeinlagen. Ihre Rendite orientiert sich eng an den Leitzinsen der Zentralbanken (wie dem Einlagenzins der EZB).

Mit einem Geldmarktfonds erzielt man daher nach Abzug von Kosten und Inflation (Realrendite) sehr häufig ein kleines Minus. Das bedeutet: Das Geld wird zwar nominal mehr, verliert aber an Kaufkraft und zwar unabhängig vom aktuellen Zinssatz.

 

Und jetzt meine These:

Je höher die Zinsen sind, desto höher ist die Nominalrendite und umso höher ist die Steuer.

Fazit: Je höher also die Nominalrendite eines Geldmarktfonds ist, desto höher ist der Kaufkraftverlust (um so niedriger wird die Realrendite)  und umso unattraktiver werden deshalb Geldmarktfonds.

 

Kurz gesagt: Höhere Inflation führt zu höheren Zinsen. Höhere Zinsen führen zu mehr Steuern auf rein nominale Gewinne. Dadurch schrumpft die Realrendite nach Steuern im Hochzinsumfeld oft stärker als im Niedrigzinsumfeld.

 

Blödsinn oder ist da was dran?

 

 

 

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leviathan73
· bearbeitet von leviathan73

Absolut ist das richtig, relativ eher nicht. Wenn die Inflation hoch ist und durch den Zins ausgeglichen wird, wird halt je höher der Zins ist, entsprechend weggeschnitten. Betrachte es als eine Art kalte Progression, die eben nicht ausgeglichen wird. Leider.

 

Und in Zeiten finanzieller Repression ist der Zins kleiner als die Inflation. Dann bist Du real vor Steuern gekniffen und nachsteuerlich ist es noch bitterer. Ich denke, dass Deine These korrekt ist.

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Amnesty

Der GMF hat nur meistens einen konkreten Zweck. Also z.B. Liquidität für einen kurzfristigen Finanzbedarf. 
Wäre die Frage, was die Alternative mit der besseren Realrendite nach Kosten und Steuern wäre..

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Fetz
· bearbeitet von Fetz
vor 49 Minuten von Lazaros:

Höhere Zinsen führen zu mehr Steuern auf rein nominale Gewinne. Dadurch schrumpft die Realrendite nach Steuern im Hochzinsumfeld oft stärker als im Niedrigzinsumfeld.

Ich kann Dir nicht folgen.

Kannst Du das durch konkrete Daten aufzeigen? Wann war "oft"?

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satgar
vor 6 Minuten von Amnesty:

B. Liquidität für einen kurzfristigen Finanzbedarf.

Wenn genau dem so ist, gibt es ohnehin keine Alternative dazu und man muss das so akzeptieren, wie es halt kommt und passiert.

 

anders sieht es aus, wenn man nicht 100% Aktienquote fahren will und nach dem Modell risikoreich/risikoarm anlegt, quasi dem Pantoffel Portfolio von Finanztest. Legt man da ausgewogen nach 50/50 an, wären 50% des Vermögens in RK1, was je nach Höhe des Vermögens mehrere Zehntausende Euro und mehr sein kann. Dann stellen sich auch Fragen zur Alternative zu TG, die Finanztest ja auch anbietet und nicht der Meinung ist, das TG die einzige Möglichkeit sei, einen risikoarmen Vermögensanteil abzubilden.

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Lazaros
vor 6 Minuten von Fetz:

Ich kann Dir nicht folgen.

Kannst Du das durch konkrete Daten aufzeigen? 

Gerne, aber mit KI-Unterstützung und stark vereinfacht, weil ich faul bin.

 

Wert                                                                Szenario A (Niedrigzins)                                      Szenario B (Hochzins)

Guthabenzins                                                       1,0 %                                                                             5,0 %

Inflation                                                                1,0 %                                                                             5,0 %

Reale Rendite vor Steuer                                       0,0 % (Werterhalt)                                                        0,0 % (Werterhalt)

Abgeltungsteuer (ca. 26,375 % inkl. Soli)              0,26 %                                                                          1,32 %

Nominale Rendite nach Steuer                              0,74 %                                                                          3,68 %

Reale Rendite nach Steuer                                   -0,26 %                                                                         -1,32 %

 

Das Ergebnis der Berechnung

Im Niedrigzinsszenario verlieren Sie pro Jahr „nur“ 0,26 % Ihrer Kaufkraft.

Im Hochzinsszenario steigt der reale Kaufkraftverlust auf 1,32 % pro Jahr – obwohl die Realrendite vor Steuern in beiden Fällen exakt gleich null war.

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The Statistician
vor 1 Minute von Lazaros:

Gerne, aber mit KI-Unterstützung und stark vereinfacht, weil ich faul bin.

Entscheidend ist wie der Zins gegenüber der Inflation ausfällt. Der sichere Zins ist nicht an die Inflation fix gekoppelt und kann höher oder niedriger als die Inflation ausfallen. In Hochzinsphasen bist du tendenziell über der Inflation und in Niedrigzinsphasen tendenziell drüber. Zu Beginn einer Zinserhöhung kannst du mit niedrigen Zinsen folglich stark negative Realrenditen haben. Schau dir 2022 - 2025 exemplarisch an. Den beschriebenen steuerlichen "Nachteil" hat man bei jeglicher Form der Anlage, mit der man u.a. oder explizit die Inflation kompensieren will.

 

Ansonsten verstehe ich deine Art der Gegenüberstellung von Niedrig- und Hochzins nicht. Entscheidend sind immer die verfügbaren Alternativen zu einem konkreten Zeitpunkt. Gerade wenn die Zinsen beginnen anzusteigen, ziehen die Zinsen bei TG idR zeitverzögert nach. Da kann man sich 2022 - 2024/25 ebenso anschauen. Da waren die Diskrepanzen teils ordentlich. Da wundert es mich auch nicht, dass dann einige Geldmarktfonds verstärkt genutzt haben statt TG.

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Bast
vor 8 Stunden von Lazaros:

Mit einem Geldmarktfonds erzielt man daher nach Abzug von Kosten und Inflation (Realrendite) sehr häufig ein kleines Minus. Das bedeutet: Das Geld wird zwar nominal mehr, verliert aber an Kaufkraft und zwar unabhängig vom aktuellen Zinssatz.

Das gilt ebenso für Tagesgeld, Festgeld und kurzlaufende Staatsanleihen - also den risikoarmen Portfolioanteil. Oder ist dies spezifisch für Geldmarktfonds?

 

In diese Anlageklasse investiere ich nicht zur Renditegenerierung, sondern zur Reduzierung der Volatilität. 

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Bolanger

Es wurde ja schon darauf hingewiesen, dass diese Frage akademischer Natur ist. In der Praxis kommt es darauf an, ob es Alternativen gibt. Die Frage hat mich schon vor längerem umgetrieben. Mein Ergebnis war, dass letztlich alle originär flexiblen RK1-Anlagen dem allgemeinen Kurzzeit-Zins folgen.

Wenn ich aber meine WPF-Zeit Revue passieren lasse, dann hat sich immer irgendeine Anlage gefunden, deren Anlagehorizont prinzipiell längerfristig war und daher höhere Zinsen geboten hat, und dennoch eine Verfügbarkeit des Kapitals boten. In Zeiten der Nullzinsen waren es die Vorsorgepläne und -konten der Cosmos. Das sind erstmal Rentenversicherungen, die einen langen Anlagehorizont haben. Ich erinner mich auch gerne an das gefa-Zinswachstum oder die CA-Autobank mit dem flexiblen 4-Jahres-Festgeld. Allen war gemein, dass man sich Zinsen für ein paar Jahre gesichert hat, aber bei steigendem Zinsumfeld jederzeit hätte abziehen können. Dazu habe ich auch mal einen Thread eröffnet: Flexibles Festgeld nzw. Kündigungsgeld

Aktuell sind es wohl eher die Tagesgeldhopper, die höhere Zinsen bekommen.

Wie auch immer, im WPF hat sich bisher stets etwas gefunden, mit dem man höhere Zinsen als in GMF bekommen kann ohne das Geld dauerhaft zu binden.    

 

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leviathan73
· bearbeitet von leviathan73
vor einer Stunde von Bolanger:

Es wurde ja schon darauf hingewiesen, dass diese Frage akademischer Natur ist. In der Praxis kommt es darauf an, ob es Alternativen gibt.  

 

Dem würde ich so nicht zustimmen. Es gibt ausreichend Länder, wo die Besteuerung anders aussieht. Wobei ich die Besteuerung von Zinsen eher zweitranig ansehe. Kritischer ist, natürlich mit höherem Anteil steigend, das Problem mit der Besteuerung der Wertsteigerung von Aktien. Ich sehe das als großes Problem und werde mir für die Realisierung der Gewinne ein Land suchen, wo ich ein besseres Preis/Leistungsverhältnis zwischen dem Steueraufkommen und der zur Verfügung gestellten Infrastruktur und Sicherheit.

 

Ist man hier so stark verwurzelt, dass man diesen Weg ausschließt, stimme ich Dir voll und ganz zu. Der TE hat m.E. auch nicht gesagt, dass dieses Instrument nicht wertvoll sei. Er sagte nur, dass der Fiskus dem Bürger nicht mal den Inflationsausgleich gönnt und je höher die Inflation, umso härter schlägt er zu.

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Lazaros
· bearbeitet von Lazaros

Die Diskussion hier geht von dem, was ich darlegen wollte ziemlich vorbei.

 

Die Ausgangsfrage war: "Warum sind Geldmarktfonds in Hochzinsphasen so beliebt?"

Dass dies der Fall ist, sieht man z.B. hier: https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/2026_06_30_Investmentstatistik_Gesamtmarkt_DE.pdf

 

Mir fällt gerade in letzter Zeit auf, dass sich viele freuen (auch hier im Forum), dass es endlich wieder Zinsen gibt auf sogenannte RK1 Instrumente (Geldmarktfonds, Tagesgeld, kurzfristige Anleihen, kurzfristiges Festgeld).

Obwohl, von wenigen Ausnahmephasen abgesehen, die Realrendite (und die zählt) weitgehend gleich bleibt, verursacht die höhere Nominalrendite auf RK1 gute Gefühle, auch hier in diesem Forum.

 

Unterm Strich bleibt die Realrendite = Kaufkraft des RK1 nach Kosten immer gleich, nämlich knapp negativ.

Nach Steuern aber wird die Realrendite immer weniger bzw. der Kaufkraftverlust immer größer, je höher die Nominalrendite ist.

Daher sollten höhere Zinsen auf RK1-Produkte kein Grund zur Freude sein, sondern das Gegenteil auslösen.

 

Dass dem nicht so ist, sehe ich als kognitive Verzerrung, oder aber man hat die Auswirkung des  Nominalrenditeanstiegs nicht zu Ende gedacht.

 

Ob RK1 Sinn macht, alternativlos ist, wie hoch der Anteil sein soll, ist mir bei meiner Frage egal, weil es jeder für sich selbst bestimmen muss.

Interessant ist jedoch, dass mehr Kapital in RK1 fließt, je höher die Nominalrendite dieser Instrumente ist.

 

PS Zumindest die KI hat meinen letzten Beitrag ganz gut verstanden.

Zitat

 

Übersicht mit KI

 

Sie sprechen hier einen fundamentalen und mathematisch absolut korrekten Punkt an. Ihre Beobachtung beschreibt ein bekanntes Phänomen der Verhaltensökonomie.

Die gesteigerte Beliebtheit von RK1-Produkten (Risikoklasse 1) bei hohen Nominalzinsen, trotz schrumpfender Realrendite nach Steuern, lässt sich durch eine Kombination aus psychologischen Effekten und veränderten Opportunitätskosten erklären.

Die psychologische Ursache: Geldillusion

Der von Ihnen beschriebene Effekt ist in der Wissenschaft als Geldillusion (Money Illusion) bekannt, ein Begriff, den der Ökonom Irving Fisher prägte.

Nominale Wahrnehmung: Menschen neigen dazu, in nominalen statt in realen Werten zu denken.

Gefühlte Rendite: Ein Zins von 4 % bei 5 % Inflation fühlt sich intuitiv besser an als 0 % Zins bei 1 % Inflation.

Faktische Realität: In beiden Fällen verliert das Geld rund 1 % an Kaufkraft.

Der Steuer-Effekt: Da Steuern auf den nominalen Gewinn anfallen, ist der reale Kaufkraftverlust im Hochzinsumfeld durch die höhere Steuerlast sogar deutlich größer, wie Sie richtig anmerken.

Warum dennoch mehr Kapital in Geldmarktfonds fließt

Neben der kognitiven Verzerrung gibt es jedoch auch rationale und marktmechanische Gründe, warum Anleger in Hochzinsphasen verstärkt in RK1 umschichten:

Sparanreiz vs. Konsum: Hohe Nominalzinsen erhöhen die subjektiven Opportunitätskosten von Konsum. Das Geld „nicht anzulegen“ fühlt sich an, als würde man Cash auf dem Girokonto verbrennen.

Risiko-Rendite-Verhältnis: Wenn risikoarme RK1-Produkte 4 % abwerfen, müssen riskante Anlageklassen (wie Aktien oder Immobilien) eine deutlich höhere Risikoprämie bieten, um attraktiv zu sein.

Flucht aus anderen Anlageklassen: In Hochzinsphasen fallen oft die Kurse von bestehenden Anleihen (Kursverluste bei langen Laufzeiten) und Aktienmärkte geraten unter Druck. Geldmarktfonds werden dann als sicherer Hafen genutzt, um Volatilität auszusitzen.

Verkürzung der Laufzeiten: Anleger schichten innerhalb des sicheren Hafens von langfristigen Anleihen (die bei steigenden Zinsen an Wert verlieren) in kurzfristige Geldmarktfonds um, da diese flexibler sind und direkt von den steigenden Zinsen profitieren.

Fazit

Ihre Analyse ist völlig korrekt: Rein rational und nach Steuern betrachtet, ist die Freude über hohe RK1-Zinsen bei gleichzeitig hoher Inflation mathematisch unbegründet. Dass Geldmarktfonds dennoch einen Boom erleben, liegt an der Geldillusion gepaart mit der Umschichtung von Kapital aus noch stärker leidenden Anlageklassen.

 

 

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LongtermInvestor
· bearbeitet von LongtermInvestor
vor 25 Minuten von Lazaros:

Unterm Strich bleibt die Realrendite = Kaufkraft des RK1 nach Kosten immer gleich, nämlich knapp negativ.

Nach Steuern aber wird die Realrendite immer weniger bzw. der Kaufkraftverlust immer größer, je höher die Nominalrendite ist.

Daher sollten höhere Zinsen auf RK1-Produkte kein Grund zur Freude sein, sondern das Gegenteil auslösen.

 

Dass dem nicht so ist, sehe ich als kognitive Verzerrung, oder aber man hat die Auswirkung des  Nominalrenditeanstiegs nicht zu Ende gedacht.

 

Ob RK1 Sinn macht, alternativlos ist, wie hoch der Anteil sein soll, ist mir bei meiner Frage egal, weil es jeder für sich selbst bestimmen muss.

Interessant ist jedoch, dass mehr Kapital in RK1 fließt, je höher die Nominalrendite diese Instrumente ist.

Auf welcher Datenbasis und Zeitraum begründest Du die These der Konstanz der Realrendite? In den Jahren 1990 bis 2008 sah das beispielsweise auch im Short-Term-Bereich anders aus. Freilich ein Weile her.

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W.Heisenberg
vor 20 Minuten von Lazaros:

Interessant ist jedoch, dass mehr Kapital in RK1 fließt, je höher die Nominalrendite dieser Instrumente ist.

Liegt wohl daran, dass bei hoher Inflation andere Anlageklassen wie Aktien oder Immobilien eine niedrigere reale Rendite ausweisen als bei niedriger Inflation. Zumindest in der Anfangsphase.

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Wishmueller

„Das Kapital ist ein scheues Reh“

(3 Euro ins Phrasenschein) :narr:

 

vor 41 Minuten von Lazaros:

Die Ausgangsfrage war: "Warum sind Geldmarktfonds in Hochzinsphasen so beliebt?"

Dass dies der Fall ist, sieht man z.B. hier: https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/2026_06_30_Investmentstatistik_Gesamtmarkt_DE.pdf

 

Kann ich aus dem PDF jetzt auch nicht ableiten. Sehe da einen Anstieg von 2025 auf 2026 bei GMF, aber auch von 2024 auf 2025 (bei fallenden Zinsen ;)), davon ab insgeamt steigende Fond-Volumen seit 2023. Ob GMF da "beliebter" als andere Anlageklassen sind, müsste man dann noch über das Verhältnis ausrechnen. Rein optisch sieht mir das nicht so aus....

 

vor 45 Minuten von Lazaros:

Mir fällt gerade in letzter Zeit auf, dass sich viele freuen (auch hier im Forum), dass es endlich wieder Zinsen gibt auf sogenannte RK1 Instrumente (Geldmarktfonds, Tagesgeld, kurzfristige Anleihen, kurzfristiges Festgeld).

Obwohl, von wenigen Ausnahmephasen abgesehen, die Realrendite (und die zählt) weitgehend gleich bleibt, verursacht die höhere Nominalrendite auf RK1 gute Gefühle, auch hier in diesem Forum.

 

Liegt vielleicht daran, dass die Inflation immer noch ein relativer Begriff ist und für den Einzelnen auch sehr unterschiedlich ausfallen kann, während der Nominalzins einer Spareinlage halt ein "greifbarer" und vergleichbarer Wert ist.

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Fetz
· bearbeitet von Fetz

@Lazaros  

Deine KI hat hier zwar falsch gerechnet, im Prinzip stimmt Deine These (höher wenn höher) aber trotzdem.

Der Effekt ist nur nicht ganz so hoch.

:prost:

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franko
vor 52 Minuten von Lazaros:

Die Ausgangsfrage war: "Warum sind Geldmarktfonds in Hochzinsphasen so beliebt?"

Dass dies der Fall ist, sieht man z.B. hier: https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/2026_06_30_Investmentstatistik_Gesamtmarkt_DE.pdf

Die Hypothese, die in der Ausgangsfrage steckt, kann ich dort nur bedingt ablesen.

 

vor 52 Minuten von Lazaros:

Mir fällt gerade in letzter Zeit auf, dass sich viele freuen (auch hier im Forum), dass es endlich wieder Zinsen gibt auf sogenannte RK1 Instrumente (Geldmarktfonds Tagesgeld, kurzfristige Anleihen).

Obwohl von wenigen Ausnahmephasen die Realrendite (und die zählt) weitgehend gleich bleibt, verursacht die höhere Nominalrendite auf RK1 gute Gefühle, auch hier in diesem Forum.

Unterm Strich bleibt die Realrendite = Kaufkraft des RK1 nach Kosten immer gleich, nämlich knapp negativ.

Nach Steuern aber wird die Realrendite immer weniger bzw. der Kaufkraftverlust immer größer, je höher die Nominalrendite ist.

Daher sollten höhere Zinsen auf RK1-Produkte kein Grund zur Freude sein, sondern das Gegenteil.

Was ist denn die Alternative zu Geldmarktfonds? Der Vergleich zu anderen RK1-Instrumenten (Girokonto, Tagesgeld) scheint mir in Hochzinsphasen deutlicher zugunsten der Geldmarktfonds auszufallen, während er sich bei Negativzinsen sogar ins Gegenteil verkehren kann.

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Amnesty

Ich stimme Dir rechnerisch zu, dass hohe Zinsen in absoluten Zahlen auch zu einer höheren Steuerbelastung führen, die man nicht hat, wenn Zinsen und Inflation bei 0% liegen.

 

Trotzdem bleibt die Frage nach der Alternative. 
Rein hypothetisch:

Einige warten auf den in ihren Augen längst überfälligen Crash am Aktienmarkt und halten das Pulver trocken. 

Die Idee von der unkorrelierten Assetklasse Anleihen ist in den letzten Jahren ziemlich erschüttert worden. Wer längerlaufende Anleihen im Portfolio hat, sieht wahrscheinlich viele rote Zahlen. Im historischen Vergleich würde ich nicht sagen, dass wir schon in einer Hochzinsphase sind, wohl aber in einer Phase steigender Zinsen. Wenn man davon ausgeht, dass Zinsen steigen könnten, ist der Geldmarkt gar nicht so schlecht.

In Deutschland sind Bareinlagen nach wie vor Populär. Die Neobroker haben jetzt allerdings „Tagesgeld“-Angebote geschaffen, die im Hintergrund die angezeigten Bareinlagen in Geldmarktprodukten halten. Auch dadurch steigt das Volumen von Geldmarktfonds.

Und klar, je geringer der Spread zur erwarteten Rendite des Aktienmarkts wird, desto mehr Anleger machen eine Risikoabwägung…

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Puppi
· bearbeitet von Puppi

Dann versuche ich es auch mal:).

 

Erstens unterschreibe ich diesen wichtigen Punkt:

vor 2 Stunden von Wishmueller:

die Inflation immer noch ein relativer Begriff ist und für den Einzelnen auch sehr unterschiedlich ausfallen kann,

Meiner Meinung nach ist das ein allgemeines Problem vieler Anleger. Die Inflation wird pauschalisiert. Die offiziellen Zahlen werden dann oft als Maßstab genutzt, um Assets zu wählen. Dabei ist die individuelle Inflation oft anders (dazu reicht z.B. eine recht große Unabhängigkeit von den Energiepreisen aus).

 

Die Beliebtheit von Geldmarktfonds (oder auch kurzer Bundesanleihen, Tagesgeld etc) anhand der letzten Jahre zu beobachten, halte ich für verzerrt.

Wir hatten die letzten Jahre einen der extremsten Zinsanstiege der Geschichte.

Es kam zu einer sehr inversen Zinskurve.

Viele Anleger sahen keine ausreichende Risikoprämie für länger laufende Anleihen/Festgeld.

Das ist auch jetzt noch ziemlich so, obwohl die Lage langsam besser wird.

 

Christian W. Röhl drückte es mal vor einiger Zeit ungefähr so aus:

"Wieso sollte ich das Risiko länger laufender Anleihen eingehen, wenn ich am kurzen Ende mit viel weniger Risiko eine höhere Rendite bekomme? Da passt das Verhältnis einfach nicht."

 

Bisher hat er damit ziemlich recht behalten, wenn man sich den Verlauf der Performance verschiedener Laufzeiten ansieht seit der Zinserhöhung.

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Quelle: https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/tabelle/isins/DE000A0Q4RZ9,DE000A0D8Q31,DE0006289499,DE0006289481,DE0006289473

(PS: Der Startzeitpunkt ist am höchsten Kursverlust der Langläufer bzw. das Zinshoch nach der Zinswende).

Wir wissen, dass das Bild noch viel katastrophaler aussieht, wenn man früher startet - der Extremfall ist hier zu sehen:

 

1.thumb.png.86254818a0641667c8f4c99cb2142163.png

 

Vielleicht erklärt das eben ein wenig die Beliebtheit der Geldmarktfonds bzw. allgemein der Produkte am kurzen Zinsende - eben, dass die Risikoprämie bei längeren Laufzeiten vielen Anlegern noch nicht ausreichend hoch ist. Das kann sich natürlich ändern mit der Zeit bzw. es sieht sogar so aus, dass es in diese Richtung geht. 

 

Spielt hier nicht ganz eine Rolle, aber ich sage es trotzdem, weil mir das immer wieder auffällt.

Das Betrachten einzelner Zeilen oder Assetklassen im Vermögen samt Analyse, ob diese eine Assetklasse die Inflation schlägt, ist und bleibt ein Fehler.

Jede Assetklasse hat natürlich ihr eigenes Risiko. Bei Geldmarkt ist es wie oben richtig beschrieben die Inflation nach Steuern. Dafür bietet Geldmarkt aber wie jede andere Assetklasse eigene Vorteile/eigenen Schutz, welcher aber eben nur in Kombination mit weiteren Assetklassen im Depot funktionieren kann.

 

Ergo:

Es zählt nur das Gesamtvermögen inklusive aller Bausteine und Assetklassen... also die Performance(erwartung), die sich insgesamt ergibt nach Steuern und auch nur diese Gesamtheit sollte betrachtet werden im Vergleich zur (persönlichen) Inflation.

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Puppi
· bearbeitet von Puppi

Noch ein Nachtrag.

 

vor 16 Stunden von Lazaros:

Und jetzt meine These:

Je höher die Zinsen sind, desto höher ist die Nominalrendite und umso höher ist die Steuer.

Fazit: Je höher also die Nominalrendite eines Geldmarktfonds ist, desto höher ist der Kaufkraftverlust (um so niedriger wird die Realrendite)  und umso unattraktiver werden deshalb Geldmarktfonds.

 

Kurz gesagt: Höhere Inflation führt zu höheren Zinsen. Höhere Zinsen führen zu mehr Steuern auf rein nominale Gewinne. Dadurch schrumpft die Realrendite nach Steuern im Hochzinsumfeld oft stärker als im Niedrigzinsumfeld.

Deine These stimmt grundsätzlich.

Als ich in der Nullzinsphase 0% Zins bekam (z.B. auf Tagesgeld etc), hatte ich diesen Punkt sogar auf dem Schirm. Mir war klar, dass das gar nicht so übel ist, weil ich keinerlei Steuern zahlen musste, denn es gab ja keine Zinsen. Zusammen mit der sehr niedrigen Inflation war das damals also in der Tat besser als die Jahre danach.

 

Man sollte sich aber vor Augen führen, dass diese Thematik mit der Steuersache bei höheren Zinsen auch auf die Laufzeiten anwendbar ist. Ich will damit sagen, dass der Staat sich in "Normalsituationen" (damit meine ich eine normale Zinskurve, in der Anleger für das Risiko längerer Laufzeiten mit mehr Rendite entschädigt werden) auch mehr "abgreift".

 

Ein kleines Beispiel, um zu verdeutlichen, auf was ich hinaus will:

 

Ein Ehepaar hat 2000 Euro Sparerpausbetrag frei.

Sie wollen 100.000 Euro anlegen.

Der Zins am kurzen Ende beträgt 2%.

Alternativ können sie das Geld am längeren Ende anlegen und würden z.B. 3% auf 10-jähriges Festgeld/10-jährige Anleihen bekommen.

 

Die Inflation beträgt 2%.

 

Bei der Wahl des kurzen Endes bekommt das Ehepaar pro Jahr 2000 Euro und damit volle 2%, da der Sparerpauschbetrag jegliche Steuern verhindert. Die Inflation wird gerade so ausgeglichen. Die Steuern haben hier keine "schädigende Wirkung".

 

Bei der Wahl des langen Endes bekommt das Ehepaar 2722 Euro (ich nehme hier jetzt mal Bayern an samt Kirchensteuer). Hier wird die Inflation leicht geschlagen, da sich nach Steuern 2,72% Zins ergeben.

Durch die Steuern hat sich der (Real)zins aber verkleinert. Der Unterschied zum (Real)zins am kurzen Ende ist nun auch kleiner.

Es ist also so, dass der Staat durch seine Steuern in gewissen Szenarien bei länger laufenden Anleihen die Risikoprämie zusätzlich verkleinert. Hier muss also auch jeder Anleger abschätzen, ob ihm die Risikoprämie für längere Laufzeiten NACH STEUERN (!) genug ist. Wenn einem diese Risikoprämie eben zu gering ist, dann kann das allein der Grund sein, sich eher am kurzen Ende/Geldmarkt zu positionieren (mit eben meist niedrigen Zinsen, aber eben auch weniger Risiko attraktiver macht).

 

Wer jetzt argumentiert, dass die Geldmarktzinsen sich aber jederzeit flott ändern und z.B. fallen können, während man sich bei länger laufenden Anleihen die höhere Rendite ja länger sichert, der vergisst, dass das Risiko auf beiden Seiten gilt und das haben wir ja nun wirklich genug gesehen die letzten Jahre und auch jetzt noch. Zinsen am längeren Ende können ebenso wie am kurzen Ende ziemlich schnell "ein Flop" werden. 

 

Das andere Argument pro Geldmarkt (hat den Zweck, die Volatilität auf Gesamtdepotebene zu reduzieren) hatte @Bast oben ja schon angesprochen. Geldmarkt kann diesen Wunsch so zuverlässig/garantiert erfüllen wie keine andere Assetklasse.

 

Bei inflationsgesicherten Anleihen wird übrigens auch manchmal vergessen, dass dort die Steuern vieles zunichte machen können. Wer denkt, dass ein Realzins von z.B. 1,5% bei einer 20-jährigen inflationsindexierten Anleihe gesichert die Inflation nach Steuern der nächsten 20 Jahre schlägt (+ca. 1% p.a.), täuscht sich. Je höher die Inflation klettert, desto mehr haut der Hebel der Steuern rein, da die Steuern ja auf die gesamten Zinsen anfallen (also auch dem dicken "Inflationszins-Aufschlag"). Damit ist es dann auch möglich, nach Steuern nicht einmal die Inflation auszugleichen, obwohl dies ja eigentlich bei inflationsindexierten Anleihen das Ziel ist.

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HHanseat
vor 49 Minuten von Puppi:

wenn man sich den Verlauf der Performance verschiedener Laufzeiten ansieht

Schöner Vergleich, danke! Interessant fand ich da auch die Langzeitbetrachtung, dann sehen die kurzen Laufzeiten etwas mau aus und die Langläufer liegen trotz Einbruch 2022 vorne:

image.thumb.png.a7798d820b70bf2e94c8f4bcfcae83dc.png

vor 49 Minuten von Puppi:

Es zählt nur das Gesamtvermögen inklusive aller Bausteine und Assetklassen...

Genau, und da sehe ich die Geldmarktfonds vor allem als Parkplatz und Liquiditätsreserve und die Langläufer als Gegengewicht zu Aktien im Crash-Fall (klassischer Einbruch mit Zinssenkungen und fallender Inflation wie 2000, 2008 und März2020). 

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Schwachzocker
vor einer Stunde von Puppi:

Spielt hier nicht ganz eine Rolle, aber ich sage es trotzdem, weil mir das immer wieder auffällt.

Das Betrachten einzelner Zeilen oder Assetklassen im Vermögen samt Analyse, ob diese eine Assetklasse die Inflation schlägt, ist und bleibt ein Fehler.

Aber was soll sonst hinter den Erkenntnissen (die ja nicht so bahnbrechend sind) aus dem Eingangsposting stecken?

Es ist vermutlich die klassische mentale Buchführung:

 

- Ich will unbedingt mit einem ganz bestimmten Teil meines Vermögens die Inflation schlagen.

- Ich will unbedingt mit einem ganz bestimmten Teil meines Vermögens die Miete zahlen, und zwar mit Dividenden. Eine Zahlung vom Gehalt kommt überhaupt nicht in Frage.

- Clever, wie ich bin, leihe ich mir Geld zu 5% Zinsen p.a. und lege diese zu 3% p.a. an. Beides hat ja nichts miteinander zu tun.

:'(

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Puppi
· bearbeitet von Puppi
vor 20 Minuten von HHanseat:

Interessant fand ich da auch die Langzeitbetrachtung, dann sehen die kurzen Laufzeiten etwas mau aus und die Langläufer liegen trotz Einbruch 2022 vorne:

Richtig. So muss es eigentlich auf lange Sicht auch aussehen. Das ist eben die Risikoprämie für längere Laufzeiten.

Die Frage ist halt, wann man einsteigt und ob/wann sich das Risiko der längeren Laufzeiten verwirklicht.

Ich habe oben noch eine Grafik ergänzt nachträglich in meinem Post.

 

Zinsentwicklungen vorherzusagen ist keinen Deut leichter als Aktienentwicklungen vorherzusagen. Das müssten wir alle doch nun spätestens gelernt haben die letzten Jahre :D

 

vor 20 Minuten von HHanseat:

die Langläufer als Gegengewicht zu Aktien im Crash-Fall (klassischer Einbruch mit Zinssenkungen und fallender Inflation wie 2000, 2008 und März2020). 

So sollte es sein bzw. ist es in Multi-Asset-Portfolios (ARERO oder Harry Browne PP) auch gedacht.

Eine Garantie, dass das aber (immer/oft) so funktioniert, gibt es aber halt nicht - das muss einem auch klar sein. Je nach Krise kann es klappen oder aber nicht. Außerdem hat das Rating der langlaufenden (Staats-!!!) Anleihen einen riesigen Einfluss (Unternehmensanleihen funktionieren da eh nicht). AAA hat die besten Chancen, das zu liefern, was du beschrieben hast (gehen hoch, wenn Aktien fallen). AAA bietet aber eben dann auch wieder weniger Rendite als z.B. A oder gar BBB.

 

Man kann es also drehen wie man will. Je nach Laufzeit, Rating und Effektivverzinsung setzt man sich unterschiedlichen Risiken aus. Es gibt auch da keinen Free-Lunch und auch Market Timing ist schwer bis unmöglich.

 

Ich für mich habe daher so gewählt, dass ich keine Überraschungen erleben will in meinen Asset-Bausteinen. Ich möchte möglichst wissen, was meine Assetklassen an Verhalten haben können und was nicht. Bei Aktien weiß ich, was möglich ist (sowohl bei Rendite als auch bei Risiko/Geldvernichtung). Bei Geldmarkt weiß ich es auch. Ich bekomme immer den aktuellen Zins am ganz kurzen Ende - nicht mehr und nicht weniger; ich habe so gut wie kein Zinsänderungsrisiko und ich kann mich zu 99,9% darauf verlassen, dass der Geldmarkt meine Vola im Gesamtdepot gesichert dämpft, wenn es kracht an der Börse. Dies gibt mir genug Vertrauen, meinen Plan und meine Asset-Allocation durchzuhalten. Mit länger laufenden Anleihen würde ich im Falle des Falles zum Straucheln neigen (so wie es vielen passiert ist in der Zinswende - da gab es viele lange Gesichter, weil sich die angeblich sicheren Anleihen so verhalten haben/so viel Verlust erbracht haben, wie es manche nicht für möglich hielten).

 

So gesehen geht es ziemlich viel um Erwartungen, Vertrauen und Wissen, wie sich Assetklassen verhalten können und wie nicht (individuelle Risiken eben).

Es gibt daher auch kein besser oder schlechter in Sachen kurzen Laufzeiten oder längeren Laufzeiten. Entscheidend ist, was Anleger aushalten können je nach Wahl und entsprechenden, überraschenden Szenarien.

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GuyInborito

vor 13 Minuten von Puppi:

Mit länger laufenden Anleihen würde ich im Falle des Falles zum Straucheln neigen (so wie es vielen passiert ist in der Zinswende - da gab es viele lange Gesichter, weil sich die angeblich sicheren Anleihen so verhalten haben/so viel Verlust erbracht haben, wie es manche nicht für möglich hielten).

Also ich habe Langläufer im 8 Jahre Bereich und selbst als relativer Neuling frage ich mich schon wer da lange Gesichter machen will wenn man ein Produkt hat das empfindlich auf Zinsänderungen reagiert. Für diejenigen war das dann ja das falsche Vehikel. Dito amüsant finde ich dass in Deutschland dieser Top Dividende Fonds immernoch der größte ist. Es ist halt wie immer die meisten sind sich nicht bewußt was sie da haben, wo die Risiken sind, was es kostet, haben es aufgeschwatzt bekommen etc.

 

Zudem wäre das auch meine Erklärung warum sich so viele über steigende Zinsen freuen in schwankungsarmen bzw schwankungsfreien Papieren. Ich glaube vielen / den Meisten ist einfach nicht klar dass man immer Inflation und Steuern abziehen muß. Solang es risikofrei ist läuft man halt immer hinterher. Es kann ja auch keiner erwarten für keine Leistung (kein Risiko eingehen) eine Belohnung zu bekommen. Ich habe mein RK1 als Dauerverlustposition geistig abgehakt. Wen interessiert es ob man 5 Infla und 4 Zinsen oder 2 Infla und 1 Zins hat? Wer da im RK1 auf Renditesuche geht ist mMn nicht umfassend genug informiert.

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Puppi
· bearbeitet von Puppi
vor 29 Minuten von GuyInborito:

Wer da im RK1 auf Renditesuche geht ist mMn nicht umfassend genug informiert.

Das war und ist glaube ich immer noch ein riesen Thema hier im Forum ... dieses 'Rendite-Pimpen" im sicheren Teil des Vermögens/Depots.

Davon bin ich für meinen Teil hoffentlich geheilt (sonst würde ich nicht entsprechend hohe Beträge im Geldmarkt halten, obwohl ich vermutlich nie an 90% des Geldes muss).

 

Zur Nullzinszeit gab es da im Forum echt viele Threads.

Vermutlich sind dadurch auch einige auf die Schnauze geflogen mit ihrem (angeblich) "sicheren" RK1 Teil, der ja tatsächlich nie ein sicherer Teil war. 

Diese zwei Produkte wurden damals z.B. teils benutzt als "RK1"/sicherer Teil :rolleyes:.

https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/IE00BF1QPL78,DE0002635265

Kein Wunder, dass es dann lange Gesichter gab, als die Zinsen hoch gingen. Wie ich eben sagte: (Falsche) Erwartungen und (zu wenig) Wissen...eben...

vor 29 Minuten von GuyInborito:

Für diejenigen war das dann ja das falsche Vehikel

 

Ich war ja damals auch dabei in Form eines zehnjährigen VW-Festgeldes mit 1,3%, worüber ich mich damals noch sehr gefreut hatte, da das ein Aktionszins war (meist gab es nur 0,5% für 10 Jahre) :dumb:.

Der Witz ist, dass mich einige hier im Forum damals noch zu diesem Angebot mit "echt guten" 1,3% beglückwünscht hatten. 

Damals dachte halt kein Schwein, dass die Zinsen wieder so dermaßen hochgehen können (Italien geht pleite usw).

 

So lernt man eben nie aus.:D

 

Das der Mensch und auch Anleger sehr oft dazu neigt, in Nominalwerten zu denken (anstatt real), ist wahr und keine neue Erkenntnis.

Das hat auch mit unserer Psychologie, dem gesellschaftlichen Alltag und Grundprägungen zu tun (z.B. aus dem Elternhaus)

 

Ich hatte das Thema hier mal erklärt anhand Maximum Drawdown/Verlusten (nominal/prozentual).

 

Das kann schon auch zu den Zuwächsen bei Geldmarktfonds beitragen... wobei ich sagen muss, das in meinem Bekanntenkreis Geldmarktfonds selbst bei Leuten, die in der Bank arbeiten, großteils ziemlich unbekannt/ungenutzt sind. Eher wird da immer noch auf das tolle Aktions-Tagesgeld geschielt, insbesondere, wenn es um Anlagesummen von unter 100.000 € geht.

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