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Greenhorn_Berlin

Einfluss von Sozialstrukturdaten auf Grundstücksgeschäfte

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Greenhorn_Berlin

Schönen guten Tag!

Hat hier jemand von den mitlesenden Finanzkundigen Erfahrung damit, welche Rolle öffentlich zugängliche Sozialstrukturdaten spielen, wenn jemand ein Grundstück kaufen möchte? Also ich gehe davon aus, dass jemand vermutlich zuerst in den Bodenrichtwertatlas schauen wird. Aber ist es mittlerweile auch allgemein bekannt, dass zum Beispiel in Berlin alle möglichen Daten zur Sozialstruktur als Ebenen auf der Karte dargestellt werden können? Oder kann man darauf hoffen, dass viele Leute sowas nicht wissen, es nicht nutzen oder es sie nicht interessiert?

Für das Grundstück meiner Eltern und die vier Nachbargrundstücke, die allesamt mit Einfamilienhäusern bebaut sind, musste ich nämlich feststellen, dass diese aus irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Gründen einem statistischen Gebiet zugerechnet werden, welches ansonsten aus Großwohnsiedlung besteht – obwohl da sogar eine Grünanlage dazwischenliegt. Und was soll ich sagen – das Zahlenwerk und die grafische Darstellung macht sichtbar, dass dieser soziale Planungsraum zu denen mit den wenigsten Punkten in ganz Berlin gehört, somit das absolute untere Ende darstellt. Es gibt insgesamt kaum Gegenden mit ähnlich schlechter Gesamtsituation und Perspektive.

Nun frage ich mich: muss man als Grundstückseigentümer solche unpräzisen, irreführenden und im Prinzip auch diskriminierenden und stigmatisierenden Einstufungen hinnehmen, wenn sie wirklich hausnummerngenau in einer Karte dargestellt werden? Meiner Meinung nach besteht das konkrete Risiko, dass durch sowas der erzielbare Verkaufspreis um mehrere 100.000 Euro niedriger ausfällt oder sogar ein Verkauf unmöglich wird.

Nur wenige Meter weiter liegt die Grenze zum nächsten Planungsraum, der einen hohen sozialen Status ausweist. Ich erinnere mich, dass mir das Thema vor zehn Jahren schon mal aufgefallen ist, und die zuständige Behörde mir damals gesagt hat, dass sich solche statistischen Grenzen nachträglich nicht verschieben lassen, weil dann die Vergleichbarkeit in der chronologischen Entwicklung nicht mehr gegeben ist.

Selbstredend gehören die besagten Grundstücke, wenn es um den Bodenrichtwert geht, zu dem Gebiet mit hohem sozialen Status. Da verläuft die Grenze korrekt zwischen der Bebauung mit Einfamilienhäusern und der Großsiedlung. Und auf dieser Grundlage wurde natürlich die neue Grundsteuer festgesetzt...

Um es sicherheitshalber zu erwähnen: natürlich muss ein Staat solche Erhebungen und Auswertungen machen, um seine Aufgaben zu erfüllen. Dazu muss er wissen, wo die sozialen Probleme besonders groß sind. Aber dann müssen diese Auswertungen auch korrekt sein und räumlich in einer den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Weise dargestellt werden. Da kann man aus meiner Sicht nicht fünf große klar abgegrenzte Wohngrundstücke mit Einfamilienhäusern in einen Topf mit einer Großsiedlung werfen, die offenbar besonders schlechte soziale Strukturdaten aufweist.

Hat jemand Gedanken dazu?

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fgk

Letztendlich bildet sich ein Preis durch das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage.

Käufer und Verkäufer können auf sehr unterschiedliche Weise Preise ermitteln. Zum Verkauf kann es aber erst dann kommen, sobald sich die Preisvorstellungen überschneiden.

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Greenhorn_Berlin

Das ist mir schon klar. Aber ich frage mich eben, ob ich da etwas vollkommen überinterpretiere, oder ob das ein reales Problem ist. Also um es mal ganz deutlich zu sagen: mit dem Wissen, was ich über mein Wohnumfeld habe, würde ich hier kein Grundstück kaufen. Und wenn das alle so sehen, wird man das nie losbekommen...

 

Umgekehrt würde ich mich ja auch aus allen erdenklichen online zugänglichen Quellen informieren, wenn ich irgendwo ein Grundstück suche. Und wenn ich dann sehe, dass das Grundstück in der Sozialstruktur am untersten Ende liegt, würde ich es mir wohl erst gar nicht anschauen.

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sedativ
· bearbeitet von sedativ

Ich glaube kaum, dass zukünftige Kaufinteressenten ihre Entscheidung von der Grenzziehung in einem kommunalen Planungsatlas abhängig machen. Ein Haus in Marzahn wird, Sozialstrukturdaten und Grünstreifen hin oder her, ganz sicher anders bewertet werden als eines in Grunewald. Ansonsten dürfte auch die konkrete Inaugenscheinnahme schwerer wiegen als die behördliche Zuordnung.

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Greenhorn_Berlin
· bearbeitet von Greenhorn_Berlin

Ja, das wäre zu hoffen. Trotzdem empfinde ich diese Art der Darstellung als ziemliche Unverschämtheit, um es mal ganz deutlich zu sagen. Man bekommt doch ungewollt einen deutlichen Stempel aufgedrückt. Daher überlege ich, ob ich dagegen vorgehen sollte.

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sedativ
· bearbeitet von sedativ

.

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Muessiggaenger

Habe ich noch nie gehört, dass der tatsächlich gebotene Angebotspreis bei - überwiegend ja selbstgenutzten - Einfamilienhäusern wegen (ungerechtfertigten/falschen) „Sozialstrukturdaten“ geringer ausfällt, als bei besser Bewertung. Wer ein Einfamilienhaus kaufen möchte, fährt öfters hin, schaut sich die Gegend und Nachbarschaft genau an, redet mit den Leuten, erkundigt sich nach Kindergarten, Schulen, Sport- und Spielmöglichkeiten, undundund … . Das „Wissen über das Wohnumfeld“ wird sich schon jedermann selbst vor Angebotsangabe vor Ort aneignen, und dabei - speziell in Berlin …- wohl kaum auf irgendwelche Behörden-Statistiken vertrauen. Ja, vollkommen überintepretiert, interessiert bei Einfamilienhäusern keinen Menschen und beeinflusst den erzielbaren Marktpreis gar nicht.

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Greenhorn_Berlin

Gut, dann bin ich beruhigt! Mein schwerkranker alter Vater hat, als er das in der Zeitung (samt großer Karte, wo er sofort sein Grundstück gefunden hat), einen Wutanfall bekommen, und sein Zustand hat sich merklich verschlechtert. Er lebt seit 81 Jahren auf diesem Grundstück und hat über Jahrzehnte auf dem Gelände geschuftet, damit alles schön wird. Und nun wird ihm offiziell bescheinigt, dass er in der hinterletzten Pennergegend wohnt. Da darf man schon mal das Kotzen bekommen, oder?

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor einer Stunde von Greenhorn_Berlin:

Nun frage ich mich: muss man als Grundstückseigentümer solche unpräzisen, irreführenden und im Prinzip auch diskriminierenden und stigmatisierenden Einstufungen hinnehmen, wenn sie wirklich hausnummerngenau in einer Karte dargestellt werden? 

Natürlich nicht! Ich würde klagen!

 

vor 10 Minuten von Greenhorn_Berlin:

Gut, dann bin ich beruhigt! Mein schwerkranker alter Vater hat, als er das in der Zeitung (samt großer Karte, wo er sofort sein Grundstück gefunden hat), einen Wutanfall bekommen, und sein Zustand hat sich merklich verschlechtert. 

Vergiss nicht, bei der Klage auch Schmerzensgeld und Schadensersatz zu fordern!

 

Am besten klagst Du in den USA - da sind wesentlich höhere Schadensersatz-Forderungen üblich. Mit einem guten Anwalt sollte ein zweistelliger Millionenbetrag möglich sein.

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Greenhorn_Berlin

Kann es sein, dass Du mich nicht so richtig ernstnimmst?

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