Wertpapier Forum: Nachrichten, Kommentare, Prognosen

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Nachrichten, Kommentare, Prognosen Thema bewerten: ****- 13 Stimmen

#41 Mitglied ist offline   cubanpete 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 15:58

In einem solchen Szenarium steigen auch Goldaktien parallel zum Goldpreis.

Fonds werden vermutlich nicht wertlos, aber ein Verlust von 80% könnte schon drinliegen :)
"He who sells what isn't his'n, must buy back or go to pris'n"

 Weiterführende Informationen:

#42 Mitglied ist offline   hannes 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 19:41

Ja denn iss Recht schreibt halt bitte kurz vorher ne BM an mich dass ich noch Rechtzeitig alles Verticken kann. ;) Es stand ja da dass die Eingeweihten rechtzeitig durch "Zwischen den Zeilen lesen oder so" gewarnt werden ich Erhebe hiermit ausdrücklich Anspruch auf eine Warnung Eurerseits Rechtzeitig vor dem finalem Crash!!! Danke schon mal im Voraus. Aber bitte nicht zuviele falsche Alarme Short gehen kann auch sehr teuer werden.Noch ein paar Jahre wie 2000 bis 2002 auf der Longseite Überlebe ich aber definitiv nicht!

PS.: Ob long ob Short das Geld ist fort in diesem Sinne liebe Grüße an alle

#43 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 12. Dezember 2005 - 01:38

hallo hannes,

tut mir leid, Dich maximal erschreckt und noch nicht mal eine entsprechende Antwort für Dich zu haben,

in erster Linie habe ich die Beiträge hier reingestellt weil sie sich von der Schönmalerei der meisten Medien unterscheiden, also zum Nachdenken anregen, auf Eventualitäten hinweisen und weil mich einige Berichte teilweise selbst erschreckt haben,
wer weis schon ob es wirklich eine Weltwährungsreform geben wird (was ich mir aber gut vorstellen kann); wie man sich am besten gegen die daraus resultierende Geldentwertung wappnet bzw. sich darauf vorbereitet, ist sicher eine sehr individuelle Sache,

nicht gesehen hatte ich, dass BernhardBerlin meinen letzten Beitrag schon hier ins Forum und zur Diskussion gestellt hatte
http://www.wertpapier-forum.de/index.php?s...indpost&p=37837

ganz unrecht hat Maharishi sicher nicht:

Zitat

Ja, aber nicht so, wie sich die Crashpropheten das vorstellen. Die Szenarien, die von dieser Seite kommen, sind unrealistisch. Vor allem sind sie auch in sich widersprüchlich, denn wenn es tatsächlich soweit kommt, daß die staatliche Ordnung zerfällt, braucht man kein Gold, sondern eine Kalashnikov mit viel Ersatzmunition.

denn was will man dann machen, mit einem Barren Gold zum Bäcker gehen ? und der kann nicht rausgeben ?

vielleicht ein wenig überzogen, aber ich denke es ist schon ratsam über seine Vermögenswerte nachzudenken und evtl. einen Teil aus Fonds umzuschichten in Sachwerte

aber wie gesagt, beabsichtigt von mir waren kl. Denkanstösse -

und es soll keiner sagen, er habe es nicht gewusst...... <_<
Wenn du weisst wohin die Kurse sich bewegen werden, dann erzähle es deinem Hund. Hast du keinen Hund, dann schreibe es auf ein Blatt Papier und wirf es in den Papierkorb. Joe Ross

#44 Mitglied ist offline   maxillo 

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Geschrieben 12. Dezember 2005 - 11:44

Nach den sehr interessanten Texten, die v.a. @desesperado hier einstellt (Danke an dieser Stelle!), glaube ich, dass die nachfolgende Kopie aus einem anderen Forum (Elliot-Wave) zu dem Thema ganz gut passt. Wer des Englischen mächtg ist, kann den Originaltext natürlich heranziehen (Link am Ende).
Servus, maxillo

Zitat

11. Dezember 2005 15:35:04: Re: K. Richebächer über die US-Lügenblase -
Auszugsweise Übersetzung es auf Englisch gehaltenen Vortrags des Ökonomen Dr. Kurt Richebächer vom 19.11.2005 in München über die US-Wirtschaft.

Meine Damen und Herren,
... Was genau ist die Besonderheit der angelsächsischen Wirtschaften? In all diesen Ländern gibt es kapitalistische Scheinblüten, inflationäre Blasen ("asset bubbles"). Das heißt, das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern beruhte in den letzten Jahren ohne Ausnahme auf inflationären Blasen, vor allem einer Inflation der Immobilienpreise. Die Inflation der Immobilienpreise förderte eine Inflation des Kredits ("credit bubble") ...

Das ins Auge springende Symptom dieses Blasen-Wachstums ist ein großes Außenhandelsdefizit. Alle angelsächsischen Staaten, mit Ausnahme Kanada haben ein riesiges Außenhandelsdefizit bei gleichzeitig verschwindender Sparquote. In allen diesen Ländern boomt der Konsum und nur der Konsum. ... Das Wirtschaftswachstum ist höher als in Europa, aber die Qualität dieses Wachstums ist miserabel wie nie zuvor. ...

In der Weltwirtschaft spielten die USA die Hauptrolle. In den letzten Jahren spielten sie diese Rolle, weil ihr Handelsdefizit seit dem Jahr 2000 von rund 400 Mrd. Dollar Jahr für Jahr stieg, bis auf gegenwärtig rund 800 Mrd. Dollar. 800 Mrd. US-Dollar ist eine riesige Summe, sogar für einen so großen Wirtschaftsraum wie die USA. ...

In den USA bläht sich die größte Kreditblase seit Menschengedenken auf. ... Als Greenspan Chef der FED wurde, betrug die Gesamtverschuldung der USA 10 Billionen USD, heute sind es mehr als 37 Billionen. Das heißt, die US-Verschuldung hat sich mehr als verdreifacht, und die Frage ist: Wohin floss all dieses Geld?

In den Preisindizes taucht es nicht auf. Die amerikanischen Führungskräfte schauen wirklich nur auf den Preisindex. Ein stabiler Preisindex heißt für sie stabile Finanzen und das bedeutet für sie stabiles Wachstum.
Gut, überprüfen wir einmal diese Zahlen. Kreditwachstum ist immer ein Schlüsselelement, wenn man eine Volkswirtschaft analysiert. Wenn man auf das Kreditwachstum in den USA seit den späten 70er und den folgenden Jahren schaut, so hatten die USA anfangs ein Kreditwachstum von 1,4 Dollars für jeden zusätzlichen Dollar im BSP. Unlängst betrug dieses Verhältnis 4 zu 1. Jeder zusätzliche Dollar im Wirtschaftswachstum verursacht vier Dollar Schulden. Das ist das miserabelste Verschuldungs-Verhältnis der Wirtschaftsgeschichte - auch im Vergleich zu jedem anderen Land.

Die Frage ist: Wie ist das möglich? Die Antwort darauf liegt in der Frage: Wohin floss all dieses Geld? ... In früherer Zeit flossen zusätzliche Kredite in die Ausgaben von Unternehmen oder privaten Konsumenten. Konsumenten und Firmen borgten Geld für den einzigen Zweck, um es für Waren der Warenproduktion auszugeben. Das änderte sich in den 80er Jahren. ... Mehr und mehr geborgtes Geld floss in die Finanzmärkte. Das führte zuerst zur Inflation der Aktienpreise. Andererseits löste sich allmählich die Verbindung zwischen Kreditwachstum und Einkommenswachstum, schließlich wurde diese Verbindung ganz unterbrochen.

... Mehr und mehr geliehenes Geld floss in andere Kanäle als in das reale Wirtschaftswachstum. (Karl Marx erklärte dieses Phänomen als Überproduktion von Kapital - Geldkapital, das in der Warenproduktion keine profitable Anlage mehr findet. w.b.). Das führte zu der Krise von 1998.
Man wird sich an dieses Jahr erinnern, als das Jahr der Asien-Krise, der russischen Krise und der Krise des Investmentfonds LTCM. Das war die Zeit, als die Federal Reserve in die Finanzmärkte intervenierte, um LTCM zu retten. Seit diesem Jahr 1998 explodierten die Finanzkredite. Das heißt, mehr und mehr geborgtes Geld floss in die Finanzmärkte, vor allem in den Aktienmarkt.

Gleichzeitig vergrößerte sich das Handelsdefizit. Ein Handelsdefizit bedeutet eigentlich eine Schrumpfung des Inlandseinkommens. Die Konsumentenausgaben fließen nicht mehr zu heimischen Produzenten, um deren Profite zu erhöhen. Statt dessen fließen sie zu ausländischen Produzenten und bringt denen Profite. Das amerikanische Außenhandelsdefizit vergrößert die Profite in Asien. Als Resultat schrumpfen die US-Profite. Jedes Handelsdefizit bedeutet Dollar für Dollar einen Einkommensverlust im Inland und einen Einkommensgewinn für das Exportland. Zur Zeit verliert die US-Wirtschaft in jedem Jahr 800 Mrd. Dollar an ausländische Produzenten ...

Die gewöhnliche Argumentation in Amerika geht ungefähr so: "Unser Handelsdefizit spielt keine Rolle! Wir haben trotz dieses Handelsdefizit ein höheres Wirtschaftswachstum als die Europäer, also wo liegt das Problem?" Diese Antwort zeigt, dass die US-Ökonomen nicht die geringste Ahnung haben, wie das Handelsdefizit ihrer Ökonomie schadet. ...

Die Sache verläuft ungefähr so: Ein Handelsdefizit entsteht aus "billigem Geld" und die Federal Reserve reagiert auf das Defizit mit beschleunigtem Gelddrucken, um die heimischen Einkommensverluste auszugleichen. Im weiteren Fortgang muss das Handelsdefizit weiter wachsen, und ebenso muss die Kreditexpansion mit dem billigen Geld wachsen, um den Geldfluss ins Ausland aufrechtzuerhalten. ...

In den USA werden schlechte Wirtschaftsmeldungen vom Tisch gewischt mit der Reaktion: "Das ist besser als erwartet!" So werden schlechte Nachrichten in gute Nachrichten umgelogen. ...

Nach dem Aktiencrash von 2001 wurden die Bankzinsen von 6,5% auf 2% und dann noch auf 1% gesenkt, in der Erwartung, das würde in Kombination mit den Steuererleichterungen die Wirtschaft wieder in Gang bringen. Aber das geschah nicht wirklich. Die Arbeitslosenrate stieg ...Soweit die Wirtschaft wuchs, wuchs sie durch vermehrte Konsumtion, und alles das basierte auf Blasen ...

Die amerikanischen Ökonomen haben in den letzten zehn Jahren erhebliche Veränderungen in ihren statistischen Erhebungen vorgenommen. Vor allem in den Daten, die die größten wirtschaftspolitischen Auswirkungen haben. So zum Beispiel änderten sie die Messlatte zur Messung der Inflation. ... Das Argument der Fachleute war: Wir müssen die Verbesserungen der Gebrauchswerte als Preisrückgang darstellen. Ursprünglich wurde dies bei nur bei verkauften Computern in die Preisstatistik eingerechnet, inzwischen wurde diese Berechnung auf die gesamte Wirtschaftsstatistik ausgedehnt. ... (als Beispiel: Verdoppelte sich innerhalb eines Jahres die Leistung bei einem 1000-Dollar-Computer, dann wanderten die für 1000 Dollar bezahlten Computernur mit 500 Dollar in die "hedonistische" offizielle Statistik., w.b.)

Konservative Schätzungen nehmen an, dass diese Änderungen der Indizes die Inflationsrate um 1,5 Punkte senken. Andere gehen von 3 Punkten aus. Was wir auch immer ansetzen, wenn wir diese Zahl der offiziellen Inflationszahl hinzurechnen, dann bleibt keinerlei Wirtschaftswachstum übrig. Haben Sie das verstanden? Nach Abzug der wirklichen Inflation gibt es in den USA, so denke ich, seit Jahren so gut wie kein reales Wirtschaftswachstum. ...

Die andere Sache von Wichtigkeit: Die Messzahlen zur Erhebung der Arbeitslosigkeit wurden verändert. Vor seiner Wiederwahl wollte Bill Clinton niedrigere Arbeitslosenzahlen. Zu diesem Zweck fügten sie eine zusätzliche Frage bei der Erfassung der Arbeitslosen ein. Es ist kaum bekannt, dass in den USA die Arbeitslosenzahlen dadurch erfasst werden, dass jeden Monat 50.000 Menschen gefragt werden: "Haben Sie ihren Job verloren?", "Sind Sie arbeitslos?" und so weiter. In diesen Fragebogen wurde die Frage eingefügt: "Haben Sie aktiv nach einer neuen Arbeit gesucht?" Auf Deutsch: "Haben Sie eine Bewerbung für einen Arbeitsplatz losgeschickt, bzw. hat Ihnen eine Firma einen neuen Job angeboten?" Man glaubt es kaum, aber wer auf diese Frage mit "Ja" antwortet, wird nicht mehr als Arbeitsloser gezählt. Andererseits, wer es aufgeben hat, nach Arbeit zu suchen, auch der wird nicht mehr als Arbeitsloser gezählt. ... Man schätzt diese "frustrierten Arbeitslosen" auf mehr als 5 Millionen. Wenn man sie in die Arbeitslosenzahlen einrechnet, dann liegt die Arbeitslosenrate in den USA bei rund 8% bis 9% und nicht bei den behaupteten 5%. ...

Als Ergebnis bekommt man eine geringe Beschäftigungsrate bei einem geringen Wirtschaftswachstum. ... Aber die Betrügereien bei der Festlegung der Arbeitslosenzahlen sind nicht einmal das Schwerwiegendste. ... Tatsache ist, dass der größte Betrug passiert bei der Festlegung des BSP und daraus folgt eine Unterschätzung der Inflation. Es hängt alles davon ab, ob man behauptet, die Inflationsrate sei 1% oder 2% oder 3%. ...

Die Ausweitung des billigen Geldes läuft seit dem Jahr 2000 auf vollen Touren, aber die Investitionsrate ging deutlicher zurück als sonst. ... Tatsache ist, dass bis heute die Unternehmensinvestitionen nicht angesprungen sind. Produktive Investitionen liegen kaum auf dem Niveau des Jahres 2000. ... Die (öffentliche und private) Konsumtion nimmt einen immer größeren Anteil des BSP ein und erreicht mittlerweile 81%, gegenüber des langfristigen Durchschnitts von 67%. ...

Die übliche Erklärung für das Wirtschaftswachstum trotz schlechter Beschäftigungslage ist das Produktivitätswachstum. Auf den ersten Blick scheint das plausibel. Aber wenn man in den Strukturwandel der US-Wirtschaft blickt, macht das spektakuläre Produktivitätswachstum keinen Sinn, wo doch gleichzeitig das produktive Kapital schrumpft. Wenn man sich die Sache genau anschaut, dann ist der industrielle Sektor der Hauptverlierer der US-Wirtschaft. Im verarbeitenden Gewerbe gingen 3 Millionen von 70 Millionen Jobs seit 2000 verloren. Das verarbeitende Gewerbe ist gleichzeitig der Sektor mit der höchsten Kapitalzusammensetzung (dem höchsten Anteil konstantem Kapital am Gesamtkapital). In diesem Sektor gibt es so gut wie keine Neuinvestitionen mehr, da geht nichts mehr.

Die größte Jobmaschine in den USA bildete der Immobiliensektor. ... Rund 40% dieser armseligen neuen Jobs geht auf das Konto der Immobilienblase. Die US-Wirtschaft ist eine Wirtschaft, wo die verarbeitende Industrie rasch und unaufhörlich schrumpft. Und während dort Monat für Monat Jobs verloren gehen, entstehen die neuen Jobs auf dem Immobiliensektor und in Dienstleistungsbranchen wie das Gesundheitswesen. Das sind schlecht bezahlte Jobs, vielleicht nicht alle, aber die meisten davon - verglichen mit den gut bezahlten Jobs, die in der verarbeitenden Industrie verloren gingen.

Ich behaupte: Die Zahlen über das amerikanische Bruttosozialprodukt sind gefälscht. Sie sind aufgeblasen, weil die wirkliche Inflationsrate unterschätzt wird. Man kann sagen: Wenn man das Bruttosozialprodukt der USA mit den Beschäftigungszahlen abgleicht, dann muss man feststellen, dass es nach 2000 keine wirtschaftliche Erholung gegeben hat. Die offiziellen Zahlen über das BSP geben ein völlig falsches Bild vom realen Wirtschaftswachstum und von der realen Wirtschaftsentwicklung in den USA. ...

Nach meiner Meinung liegt das Problem der US-Wirtschaft gerade darin, dass der FED die US-Wirtschaft für gesund hält. Ich meine, sie fallen auf ihre eigene Propaganda herein. ... Zur Zeit haben Ökonomen in aller Welt die Vorstellung, dass die US-Wirtschaft in hervorragender Verfassung sei. Das zeigen die aktuellen Zinsraten und der diesjährige Boom auf den Aktienmärkten. Ich meine aber, dass sich die US-Wirtschaft in der kritischsten Lage seit dem II. Weltkrieg befindet ...

Noch eine Bemerkung zu US-Einkommensstatistik. Die US-Ökonomen sprechen von "Imputed Incomes" ("zugerechnete Einkommen"). Die Statistiker behaupten, dass Konsumenten und Unternehmen eine Reihe von Dingen erhalten, für die sie nichts zahlen. Das rechnen sie als "Einkommen". Zum Beispiel die Hausbesitzer. Die US-Statistiker sagen: "Wer ein Haus hat, der zahlt keine Miete, also rechnen wir ihm ein Mieteinkommen zu."
Rund 600 bis 700 Mrd. Dollar bestehen jährlich aus solchen "zugerechneten Einkommen". ... Ist das nicht verrückt? Ganz bestimmt! ...

Unter den US-Ökonomen wird das alles nicht in Frage gestellt. Warum nicht? ... Die US-Ökonomen sagen: "Wir brauchen keine Wirtschaftstheorie, wir haben Statistik." ... Die US-Ökonomen verfügen über mehr Statistiken als irgendwer sonst. Das ist ihr Theorieersatz. ... Ohne vernünftige Theorie sind die Ökonomen jedoch nicht in der Lage zwischen wichtigen und unwichtigen statistischen Daten zu unterscheiden. Ich persönlich denke, dass alle diese Umfragen als statistische Basis kompletter Unsinn sind, denn die befragten Leute geben dir nichts anderes zur Antwort, als was sie in den Zeitungen lesen - und das ist ziemlich wertlos. ... Wenn dir jeder sagt, er sei optimistisch, dann leben wir angeblich in einer boomenden Wirtschaft. ...
Ich würde auch behaupten, dass diese Wall Street Ökonomen korrupt sind. Sie sind korrupt in dem Sinne, dass ihnen nicht erlaubt ist, etwas Kritisches zu äußern....

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

Dr. Kurt Richebächer, Vortrag vom 19.November 2005 in München.

Originaltext: http://www.gold-eagl...ebacherndx.html


#45 Mitglied ist offline   hannes 

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Geschrieben 14. Dezember 2005 - 20:03

Hallo !
Wenn ich mir Krügerrand kaufe kostet dann 1Unze soviel wie der Tagesaktuelle Goldpreis also heute zb 510$ und kann ich die bei jeder x-beliebigen Hausbank kaufen und verkaufen? Haben die da einen Spread drauf oder kann ich die zum selben Preis theoretisch wieder los werden? Ist der Krügerrand einbe reale Währung weil steht ja zb 10$ drauf oder bildet er tatsächlich den Goldpreis ab oder ist er sogar teurer weil es ja eine Münze mit Sammlerwert ist( in diesem Fall wäre es ja nicht so die Perfekte absicherung).
Was ist wenn man zb Goldminenaktien hat im Crash alle Wertpapiere fallen der Goldpreis steigt Goldminenaktiendann doch auch die müssten ja dann sogar noch einen Hebel haben.
Eigentlich kann man bei Gold doch gar nix falsch machen die Riesterrente ist ein Versprechen der Goldpreis eine Tatsache auch in Jahrzehnten!
Ich hoffe jemand kann mir meine vielen Fragen beantworten

#46 Mitglied ist offline   FrankY 

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Geschrieben 15. Dezember 2005 - 01:27

Haha

Also die Münzen oder Barren unterm Kopfkissen sind wohl die sicherste Alternative

Ich denke den Countdown für diese Szenarien wird China sein,
wenn der politische und militärische Einfluss, auf das was die US Kapitalisten
sich hier zu sichern versuchen, zu gross wird.
Wer nicht fähig ist, sich selbst eine Meinung zu bilden und selbst eine Entscheidung zu treffen, sollte nicht zur Börse gehen.

#47 Mitglied ist offline   bruja 

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Geschrieben 28. Dezember 2005 - 00:31

ein Bericht mit dem Thema:

HANDELSBLATT, Dienstag, 27. Dezember 2005, 09:46 Uhr


Hohe Nachfrage

Kautschuk ist Mangelware

Dieter Claassen

Am Weltkautschukmarkt wächst die Nervosität. Die Preise steigen fast unaufhörlich. Der Grund ist die knappe Versorgungslage. Denn nur drei Länder –Thailand, Indonesien und Malaysia – decken fast 70 Prozent des weltweiten Bedarfs.




LONDON. Davon kommen allein aus Thailand nahezu 40 Prozent. Und ausgerechnet dort ist der Fluss des milchigen Safts, Latex, im nun auslaufenden Jahr ins Stocken geraten.

Die Produktion wird durch politische Unruhen gebremst. Im Süden Thailands kämpfen Ordnungskräfte mit Muslimen, die einen islamischen Staat ausrufen wollen – in einem Land, das zu 90 Prozent buddhistisch ist. Schwere Regenfälle sind ein weiterer Grund, der selbst Saelim Piyaporn, Chef des Kautschukverbands Thailands, in Pessimismus verfallen lässt: „Wir werden 2005 die drei Millionen Tonnen vom Vorjahr wohl nicht mehr erreichen.“ Die Produktion könnte damit erstmals seit dem Jahr 1996 fallen. Und schlimmer noch, reichliche Regenfälle lassen auch die Produktion Malaysias stagnieren.

„Weltweit wird damit 2005 einem nur um 3,9 Prozent wachsenden Angebot an Naturkautschuk ein Nachfragezuwachs von über sieben Prozent gegenüberstehen“, prognostiziert die Londoner Economist Intelligence Unit, EIU, in ihrer jüngsten Marktanalyse. „Der Preis ist auf dem besten Weg, 2006 den höchsten Stand seit 21 Jahren zu erreichen“, meint Hiroshi Munakata, Analyst bei der Brokerfirma Asahi Trust an der Terminbörse in Tokio, Tocom. Der Terminpreis für Kautschuk ist dort seit Jahresbeginn um etwa 60 Prozent in die Höhe geschnellt.

Die Marktteilnehmer werten den Preisanstieg – mehr als anderswo – als Ausdruck des Wechselspiels zwischen der Nachfrage Chinas und dem Angebot Thailands; immerhin die Hälfte der thailändischen Produktion geht in das Riesenreich. China verschlang 2005 etwa 22 Prozent des weltweiten Kautschukaufkommens. Die chinesische Reifenproduktion schnellte allein in den ersten zehn Monaten um 28 Prozent in die Höhe. Sumitomo Rubber, zweitgrößter Reifenhersteller der Welt, will seine Produktion in China bis 2008 sogar vervierfachen.

Für das zweite Quartal 2005 registriert indessen die International Rubber Study Group (IRSG) in London, der Verband der Branche, erstmals seit langem ein Produktionsdefizit am Weltmarkt. Dieses betrifft auch die Produktion synthetischen Kautschuks (SR) aus dem Ölnebenprodukt Butadien. Jahrelang war Synthesekautschuk billiger als das Naturprodukt und deckte etwa 60 bis 70 Prozent des Gesamtbedarfs. Der Anstieg des Ölpreises hat auch Butadien verteuert. Seit Jahresbeginn hat der Preis um fast die Hälfte zugelegt. Die Reifenindustrie setzt daher verstärkt auf Naturkautschuk. Dessen Anteil an der Produktion liegt inzwischen bei 42 Prozent. Vor drei Jahren waren es noch 39 Prozent.

Welche Kautschuksorte sich auf Dauer als die preiswertere Alternative durchsetzen wird, lässt sich nach Ansicht von Experten angesichts der heftigen Preisturbulenzen nicht voraussagen. Laut IRSG lag der Durchschnittspreis für Naturkautschuk im ersten Halbjahr noch bei etwa 84 Prozent des Preises für Synthesekautschuk. Doch schon im dritten Quartal war das Latexprodukt geringfügig teurer.

Lin Hui, Analyst an der Terminbörse in Shanghai, wagt daher schon diese Prognose: „Die Preise für Naturkautschuk werden auch 2006 hoch bleiben und wahrscheinlich neue Rekorde brechen.“ Damit scheinen auch die Reifenhersteller zu rechnen. Die Produzenten haben ihre Preise bereits den neuen Marktverhältnissen angepasst.

Das Material, aus dem Gummi gemacht wird

Naturkautschuk
Kautschuk ist ein Sammelbegriff für elastische Polymere, aus denen Gummi hergestellt wird. Gewonnen wird er als Milchsaft verschiedener tropischer Pflanzen, vor allem des Kautschukbaumes.

Produzenten
Die wichtigsten Anbieter sind Thailand, Indonesien, Malaysia, Indien und China. In Afrika produzieren die Elfenbeinküste, Nigeria und Liberia.

Kunstkautschuk
Synthetischer Kautschuk wurde bereits im Jahr 1927 durch den deutschen Chemiker Walter Bock in Leverkusen entwickelt. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs gewann das Produkt an Bedeutung, da es die Unabhängigkeit von den Naturkautschuk-Importen bedeutete.


HANDELSBLATT, Dienstag, 27. Dezember 2005, 09:46 Uhr

http://www.handelsbl...n=go&id=1162186


editiert, da Link nicht weiterführte

Dieser Beitrag wurde von bruja bearbeitet: 25. Januar 2006 - 20:13

Tugend ist wie ein kostbarer Stein - am besten in einfacher Fassung. (Francis Bacon)
„Der Wohlstand läßt uns unmenschlich werden” Benedikt XVI.

#48 Mitglied ist offline   bruja 

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Geschrieben 29. Dezember 2005 - 00:52

am Dienstag wurde als Grund für die Verluste an den US Börsen u. a. von einigen Kommentatoren eine Inverse Zinstrukturkurve genannt

Zitat

27.12.2005 - 22:30 
Inverse Zinskurve läßt US-Markt einknicken 
(©GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)


Der US-Aktienmarkt zeigte sich am Dienstag zunächst von seiner besten Seite. In der zweiten Hälfte kippte die Stimmung aber abrupt ins Negative um, nachdem sich am Bond-Markt das Szenario einer sogenannten „inversen Zinskurve“ ergaben hatte. Erstmals seit fünf Jahren lag hier die Rendite auf Anleihen mit 10jähriger Laufzeit niedriger als bei 2jährigen Kurzläufern. Laut der gängigen Lehrmeinung weist ein solches Phänomen auf eine bevorstehende Rezessionsphase hin.



ein heutiger Kommentar ;)

Zitat

Des weiteren schüttelte der Markt die gestrige Meldung bezüglich einer inversen Zinskurve in den U.S.A. mit Leichtigkeit ab. Invers bedeutet hier, dass die Rendite kurzlaufender Anleihen über den Langlaufenden liegt. Solch ein Phänomen war in der Vergangenheit ein Vorbote für eine bevorstehende Rezession. Allerdings teilte Alan Greenspan in den letzten Wochen mit, dass man heutzutage nicht mehr allzuviel auf dieses Ereignis geben sollte.




Hintergrund
Was eine inverse Zinsstruktur bedeutet


28. Dezember 2005 In der Regel werfen lang laufende Zinspapiere eine höhere Rendite ab als Kurzläufer - der Zinssatz steigt also mit der Bindungsdauer. Das ist leicht nachvollziehbar, schließlich gehen Anleger, die sich länger binden, höhere Risiken ein. Und das höhere Risiko, das sich beispielsweise in Form einer steigenden Inflation zeigen kann oder in der Ungewißheit über die Bonität des Schuldners zum Rückzahlungszeitpunkt, wird eben mit einer höheren Verzinsung entlohnt.


Ablesen läßt sich das aktuelle Verhältnis der kurzfristigen zu den langfristigen Zinsen in der sogenannten Zinsstrukturkurve. Diese verdeutlicht das Verhältnis der kurzfristigen zu den langfristigen Zinssätzen. Die Renditen am kurzen Ende geben dabei Auskunft, ob die Geldpolitik eher locker (tiefe Renditen) oder eher restriktiv (hohe Renditen) ist.

Das lange Ende spiegelt die Erwartung der Marktteilnehmer wider, ob künftig die Inflation verhalten sein wird (niedrige Renditen) oder ein Teuerungsschub droht (hohe Renditen). Eine steigende Zinsstrukturkurve wird dabei als normal angesehen (und häufig auch so bezeichnet). In diesem Fall sind die kurzfristigen Zinsen niedriger als die Zinsen für längerfristig gebundenes Kapital.

Von einer flachen Zinsstrukturkurve wird dann gesprochen, wenn die Zinssätze für alle Zinsbindungsdauern in etwa gleich hoch sind. Und von einer inversen Zinsstrukturkurve, die noch seltener als eine flache Zinsstrukturkurve auftritt, ist dann die Rede, wenn die kurzfristigen Zinssätze höher sind als die langfristigen. Das heißt, die Zinsstrukturkurve fällt (siehe Grafik).

Inverse Zinsstruktur gilt als Vorbote von Konjunkturproblemen

Eine inverse Zinsstruktur entsteht entweder, wenn die Notenbank die kurzfristigen Zinsen durch Zinserhöhungen in die Höhe treibt oder wenn Anleger, die eine Konjunkturschwäche befürchten, ihr Kapital vermehrt in langfristige Zinspapiere stecken und damit deren Renditen drücken. Zinserhöhungen beschließt eine Notenbank typischerweise dann, wenn sie, etwa wegen steigender Ölpreise, Inflationsgefahren wittert und deshalb das Wirtschaftswachstum bremsen will.

Eine restriktivere Zinspolitik kann neben bremsenden Effekten auf die Inflation auch bewirken, daß die Anleger künfitg eine Abschwächung des Wachstums befürchten. In einem solchen Fall spricht dann nichts mehr gegen den Kauf langlaufender Anleihen, wodurch deren Kurse steigen und ihre Rendite sinkt.

Die Zinsstrukturkurve findet an der Börse deshalb viel Beachtung, weil sich aus ihren Verlauf Rückschlusse auf den Zustand der Konjunktur ziehen lassen und das wiederum sehr wichtig für die Einschätzung der weiteren Kursaussichten und die Ableitung einer entsprechenden Anlagestrategie ist. Mit einer normalen Zinsstrukturkurve verbinden Marktteilnehmer in der Regel positive Konjunkturerwartungen und langfristig steigende Zinsen.

Dagegen schrillen bei Volkswirten beim Auftreten einer inversen Zinsstrukturkurve die Alarmglocken, weil sie häufig der Vorbote für bevorstehende volkswirtschaftliche Probleme gilt. So hat eine neuere Untersuchung der Federal Reserve in New York ergeben, daß eine inverse Zinsstrukturkurve der präziseste Einzelindikator für eine drohende Rezession ist.

Studien belegen Prognosequalität der Zinsstrukturkurve

Anderen Studien zufolge kommt es ein Jahr nach einer Inversion der Zinsstruktur oder etwas später zu einer Rezession. Außerdem schneidet der S&P-500 in den zwölf Monaten nach einer Inversion mit einem Plus von 1,06 Prozent im historischen Vergleich relativ schlecht ab. Ihre Prognosequalität bewies die inverse Zinsstrukturkurve zuletzt im Jahr 2000, als sie frühzeitig auf die nachfolgende Rezession in Amerika hinwies. Eine inverse Zinsstruktur kann auf mittelfristig wieder fallende kurzfristige Leitzinsen hindeuten, ebenfalls ein Signal dafür, daß die Marktteilnehmer negative Konjunkturerwartungen hegen.

Mit dazu bei trägt auch die Tatsache, daß die Bereitschaft des Bankensektors zur Kreditvergabe bei einer steilen Zinsstrukturkurve höher ist. Den bei einer inversen Zinsstrukturkurve müssen Banken für die Refinanzierung mehr zahlen als sie über die die Kreditvergabe verdienen. Gleichzeitig nimmt aber die Kreditnachfrage mit einer flachen Zinsstrukturkurve zu, weil es sich dann lohnt, einen Kredit zur Anlage auf einem Festgeldkonto aufzunehmen, da der Einlage- über dem Entleihungszins liegt. Dieser Gegensatz löst sich erst dann auf, wenn die Banken höhere Kreditzinsen durchsetzen können oder die Kreditvergabe eingeschränkt wird.

Kein absolut verläßlicher Indikator

Nicht selten erwies sich eine inverse Zinsstrukturkurve in der Vergangenheit als verläßlicher Indikator für eine bevorstehende Rezession. Daher verwundert nicht, daß die Börsianer hellhörig werden, wenn die Zinsstrukturkurve wie am Dienstag in Amerika kurzzeitig geschehen (zehnjährige Anleihen rentierten da im Handelsverlauf mit 4,372 Prozent knapp unter dem Renditeniveau zweijähriger Anleihen von 4,373 Prozent), erstmals seit fünf Jahren wieder invers wird.

Aber es gibt auch außerordentliche wirtschaftliche Umstände, die eine inverse Zinskurve bedingen können. Ob das auch diesmal der Fall ist, bleibt abzuwarten. So könnte die inverse Zinsstruktur durch das nach wie vor bestehende Überangebot an anlagebereitem Geld und einem damit verbundenen Anlagenotstand zu erklären sein. Unabhängig davon sollten Anleger das damit verbundene Signal Ernst nehmen und nach weiteren Hinweisen für eine eventuell bevorstehende Konjunkturschwäche Ausschau halten.


Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder. Quelle und Infografik: http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A80...n~Scontent.html
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#49 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 05. Januar 2006 - 03:27

eine Prognose mal festhalten, oder erinnert man sich noch nach einem Jahr :-"

S&P-Analyse - Amerikanische Aktien
Zusammenbruch steht kurz bevor

Von Mark Arbeter, technischer Chefanalyst von S&P


04. Januar 2006 Abgesehen von den jüngsten Kursgewinnen verbuchten die führenden amerikanischen Indizes am Ende des vergangenen Jahres kräftige Einbußen gegenüber ihren vorhergehenden Höchstständen. Unserer Meinung nach könnte dies der Beginn einer Korrektur sein, die wir für das erste Quartal 2006 erwartet haben.


Zwar ist es die Inversion der Renditekurve, die die Anleger momentan nervös stimmt, doch glauben wir, daß die in den vergangenen Jahren schwächelnden technischen Daten und die für 2006 anstehenden größeren Zyklustiefs überwiegen und uns im kommenden Jahr zu einer bedeutenden Korrektur bzw. einem Bärenmarkt führen werden.

S&P 500 stand vor dem Test der Unterstützungen



Am Freitag, dem 30. Dezember, unterbot der S&P 500 die Marke von 1.249,48 Punkten - seinen jüngsten Tiefstand vom 30. November - und schien auf einen wichtigen Test des 1.240- bis 1.245-Punkte-Bereichs zuzusteuern. Dieser Bereich stellt eine Chartunterstützung dar, die von den im August und September markierten Höchstständen abgeleitet wurde. Eine weitere bedeutende mittelfristige Unterstützung geht vom exponentiellen gleitenden 50-Tage-Durschnitt aus, der bei 1.246 zu finden ist. Der S&P 500 notiert seit dem 2. November über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. Der exponentielle gleitende 80-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.237 Punkten und wird ebenfalls als potentielle Unterstützung gehandelt.

Längerfristige Unterstützung bieten die gleitenden Durchschnitte im Bereich zwischen 1.210 und 1.223 Punkten. Die von den Höchstständen im August und September abgeleitete Trendlinienunterstützung liegt bei 1.232. Schließlich befindet sich bei 1.235 und 1.222 Punkten noch ein 38,2- bzw. 50-Prozent-Retracement der Rally, die von Oktober bis Dezember zu beobachten war. Damit ergibt sich derzeit eine Fülle potentieller Unterstützungsebenen, die nicht allzu weit unterhalb des aktuellen Kursniveaus liegen.



Der von der jüngsten Seitwärtskonsolidierung abgeleitete Chartwiderstand verläuft unterdessen zwischen 1.249 und 1.276 Punkten. Trendlinienwiderstand, dem die jüngsten Höchststände zugrunde liegen, befindet sich bei 1.268. Der exponentielle gleitende 20-Tage-Durchschnitt bzw. potentielle kurzfristige Widerstand schließlich sitzt bei 1.254 Zählern. Unter den täglichen Momentumindikatoren haben der stochastische Oszillatorindikator und der MACD (Moving Average Convergence/Divergence) ihr überkauftes Terrain verlassen und bewegen sich zwischenzeitlich auf negativem Boden. Die Relative-Stärke-Indizes (RSI) auf Tagesbasis, wie zum Beispiel der 6-Tage- und 14-Tage-RSI, liegen dagegen noch nicht in überverkauftem Terrain. Die wöchentlichen Momentumindikatoren schwächen sich langsam ab, haben aber noch keine Verkaufssignale ausgesendet.

Warnsiganl im Nasdaq zum Ende des vergangenen Jahres

Der Nasdaq, der sich seit dem 2. Dezember auf Relative-Stärke-Basis etwas schwächer präsentiert hat als der S&P 500, fiel zum Jahreswechsel unter sein jüngstes Schlußtief bei 2.222,42, datiert vom 20. Dezember. Der Index hat außerdem eine kleine Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation abgeschlossen und ist am Freitag, den 30. Dezember, unter seinen exponentiellen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt gerutscht - ein Phänomen, das seit dem 28. Oktober nicht mehr beobachtet werden konnte. Nicht selten fungiert der gleitende 50-Tage-Durchschnitt während eines Aufwärtstrends als Unterstützung und während eines Abwärtstrends entsprechend als Widerstand. Bisher wiegt der Durchbruch des 50-Tage-Durchschnitts nicht schwer; doch stellt dies in unseren Augen ein Warnsignal dar, das auf eine weitere Schwäche hindeuten könnte. Die nächste, vom im September markierten Hoch abgeleitete Unterstützung befindet sich bei 2.187 Punkten. Der exponentielle gleitende 80-Tage-Durchschnitt liegt ebenfalls dort.

Längerfristige gleitende Durchschnitte bzw. potentielle Unterstützung ist im Bereich zwischen 2.151 und 2.107 Punkten zu finden. Der Nasdaq hat bereits ein 23,6-Prozent-Retracement seines Kursanstiegs vom Oktober bis Dezember nach unten durchbrochen. Die nächste Fibonacci-Korrektur (38,2 Prozent) des Kursanstiegs liegt bei 2.182, und 30 Zähler weiter unten, bei 2.152, ist ein 50-Prozent-Retracement der Rally auszumachen. Analog zum S&P 500 sind die täglichen Momentumindikatoren negativ, während sich ihre wöchentlichen Pendants zwar langsam abschwächen, bearishes Terrain aber noch nicht erreicht haben. Als möglicherweise positiv könnte sich für den Aktienmarkt die Tatsache erweisen, daß sich die in dieser Woche demonstrierte Schwäche vor dem Hintergrund sehr dünner Umsätze abspielte. Dies ist jedoch ein kalenderbedingtes Phänomen, da die Handelsumsätze in der letzten Woche des Jahres in der Regel immer sehr mäßig ausfallen.

Die Zyklusanalyse deutet unseres Erachtens auf Probleme des Marktes im Jahr 2006 hin. Sowohl das 39- als auch das 78-Wochen-Zyklustief werden voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals des neuen Jahres zu beobachten sein. Diese beiden Zyklen haben sich in der jüngsten Vergangenheit für gewöhnlich als verlässliche Indikatoren zur Vorhersage von Markttiefs erwiesen. Das letzte Mal zum Beispiel, das diese beiden Zyklen gemeinsam ihren Tiefpunkt erreichten, war im September 2004, im März 2003 und im September 2001. Alle drei Zeitpunkte markierten entweder ein größeres oder mittelfristiges Tief.

Warnsignale kommen auch vom Marktsentiment - ausgeprägter Optimismus

Hinzu kommt, daß das bedeutendere vierjährige Zyklustief im Herbst 2006 seinen Tiefpunkt erreichen dürfte. Unserer Ansicht nach hat sich dieser Vierjahreszyklus in der Vergangenheit immer als recht präzise erwiesen und sollte daher nicht ignoriert werden. Mittelfristige bzw. größere Aktienmarkttiefs wurden in den Jahren 1970, 1974, 1978, 1982, 1987 (hier gibt es eine Abweichung um ein Jahr), 1990, 1994, 1998 und 2002 markiert. Ob sich 2006 ebenfalls einreihen wird, ist die Frage des Jahres aus der Sicht der Zyklusanalysten.

Das Marktsentiment stellt unserer Ansicht nach ein weiteres potentielles Dilemma für den Aktienmarkt dar. Die sich rein auf Aktien beziehende Put/Call-Ratio ist mittlerweile auf ein Niveau zurückgegangen, das in den vergangenen Jahren im Allgemeinen Vorbote eines Kursrückgangs bzw. einer Korrektur war. Vor oder während des Einsetzens einer Korrektur kehrt die rein aktienspezifische Put/Call-Ratio ihren Abwärtstrend für gewöhnlich um und setzt im Zuge des Abbaus bullisher Positionen, während gleichzeitig bearishe Wetten gegen den Markt abgeschlossen werden, zum Anstieg an. Genau das entfaltet sich derzeit vor unseren Augen, befindet sich die Ratio auf Basis von fünf Tagen seit Mitte Dezember doch in einem Aufwärtstrend. Die Fünf-Tage-Ratio geht den Ratios auf Zehn- bzw. 30-Tage-Basis in der Regel voran und ist unserer Meinung nach ein guter frühzeitiger Hinweis auf eine Trendumkehr.

Die Investor's Intelligence-Umfrage unter den Autoren von Börsenbriefen weist wieder einmal eine sehr starke Gewichtung des Bullenlagers auf; vom entgegengesetzten Standpunkt aus betrachtet glauben wir aber, daß dies zum Jahreswechsel eher negativ ist. Das optimistische Sentiment verbesserte sich in dieser Woche auf 60,4 Prozent und lag damit so hoch wie seit Dezember 2004 nicht mehr (dem Dezember 2004 auf dem Fuß folgte eine Phase der Schwäche, die sich über den Zeitraum Januar bis April 2005 erstreckte). Unterdessen ist das bearishe Sentiment auf einen extrem niedrigen Stand von 20,8 Prozent gesunken. Ein derartiges Niveau wurde zuletzt im August 2005 erreicht, bevor der Markt zu einer Korrektur ansetzte und schließlich im Oktober 2005 einen Tiefstand markierte.

Andere, von uns beobachtete Sentimentumfragen, darunter Consensus und MarketVane, weisen ebenfalls ein hohes Maß an Optimismus gegenüber dem Aktienmarkt aus. Das Sentiment kann zwar für einige Zeit optimistisch bleiben und den Markt in entsprechender Weise beflügeln; früher oder später wird die Stimmung unseres Erachtens jedoch umschlagen und den Markt zwangsläufig mit nach unten ziehen.

Quelle und Chartbildchen : http://www.faz.net/s/Rub034D6E2A72C942018B...n~Scontent.html
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#50 Mitglied ist offline   JohnnyNash 

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Geschrieben 05. Januar 2006 - 11:40

Ich bin ja jemand, der sehr viel von der Technischen Analyse hält und auch real zu 100% nur nach der TA tradet.

Aber was dieser "technische Chefanalyst" :lol: hier von sich gibt, da kann man einfach nur lachen. Er redet von Unterstützungen (1240) und Widerständen (1254), die es im Chart gar nicht gibt und dreht so ziemlich jeden Indikator nach seinen Vorstellungen um!

Als Beweis für seine These, benutzt er diese Indikatoren hier:
exponentieller gleitender 20-Tage-Durchschnitt
exponentieller gleitender 50-Tage-Durschnitt
exponentieller gleitender 80-Tage-Durschnitt
Längerfristige gleitende Durchschnitte
6-Tages-RSI
14-Tages-RSI
38,2- bzw. 50-Prozent-Retracement
Handelsumsätze
stochastischen Oszillatorindikator
MACD (Moving Average Convergence/Divergence)


Als wär das nicht schon genug, hat er noch ein paar Sentiment-Analysen herausgeholt:
39- als auch das 78-Wochen-Zyklustief
vierjährige Zyklustief
Put/Call-Ratio
Investor's Intelligence-Umfrage
Consensus-Umfrage
MarketVane-Umfrage


Soll das etwa eine Technische Analyse sein? Je mehr Indikatoren, desto besser? <_<
Das ist doch Mist! Man könnte es auch glatt Blendung der Lemminge nennen. :P
Kein Wunder, dass bei solchen Analysen die TA dumm dasteht und jeder über Chartanalysten lacht.


#51 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 08. Januar 2006 - 17:10

ja Skorpion, zwar verstehe ich von TA nicht soviel wie Du, aber das 50-Prozent-Retracement der Rally hatte mich z.B. irritiert und die Chartbildchen zu der Analyse sind doch wirklich top :lol:

Top - Ananlyse auch hier:

Wenn Verkaufsempfehlungen zu Kursraketen werden
Dresdner Kleinwort Wasserstein landet Erfolg der besonderen Art - Prognostizierte Nieten legen 2005 im Schnitt ein Drittel zu
von Daniel Eckert und Holger Zschäpitz

Berlin - Materieller Wohlstand macht nicht glücklich. Diese Weisheit trägt James Montier, seines Zeichens Börsenstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), seit Jahr und Tag wie eine Monstranz vor sich her. Und so mancher Anleger wird sich dabei gedacht haben: Der gute Mann wird schon wissen, warum er dies predigt. Und tatsächlich: Mit den Investmentempfehlungen von Montiers Arbeitgeber kamen Investoren 2005 nicht so schnell zu Wohlstand. Zumindest wer die zehn Top-Verkaufsempfehlungen für 2005 wörtlich nahm, ist finanziell auf die Nase gefallen. Denn keine einzige der "Top Ten Sells 2005" beendete das Handelsjahr mit einem Kursverlust. Vielmehr konnten Anleger mit den von DrKW prognostizierten Nieten Lonmin, Bayer, FMC, Zurich Financial, Nokia, DaimlerChrysler, Novo Nordisk, Scottish&Newcastle, Rentokil und Centrica eine durchschnittliche Performance von 33 Prozent erzielen und damit sogar den MSCI Europa schlagen. Wer in Form von Leerverkäufen - auf diese Weise läßt sich auf fallende Notierungen spekulieren - 100 000 Euro in die zehn Verkaufstips investierte, landete bis zum Jahresende leicht bei 25 000 Euro. Doch auch für dieses Ungemach hat Montier den passenden Rat: "25 000 Euro im Jahr reichen, um glücklich zu sein."


Tatsächlich ist die Performance der "Top Ten Sells" besonders blamabel, weil sich die Investmentbank mit dieser unkonventionellen Liste gegenüber der Konkurrenz abgrenzen will. Peinlich ist dies auch deshalb, weil die Top-Verkaufsempfehlungen zehn Prozent besser liefen als die Top-Kaufempfehlungen für 2005. Ein Wert auf der Favoritenliste, die Royal Bank of Scotland, schaffte sogar das Kunststück, in einem außergewöhnlich guten Börsenjahr wie 2005 mit einem Minus abzuschließen.


Normalerweise veröffentlichen die Institute zu jedem Jahresanfang lediglich die aussichtsreichsten Titel und hüllen den Mantel des Schweigens über die potentiellen Verlierer. Schließlich will es sich keine Bank mit einem Unternehmen durch eine so exponierte Verkaufsempfehlung verscherzen und damit Kunden verprellen.


Aber die Dresdner haben in Zeiten von Hedge-Fonds, die ebenso auf fallende wie auf steigende Notierungen setzen können, mit dieser Konvention werbewirksam gebrochen. Seit dem Jahr 2002 lesen sich deren Verkaufslisten teilweise wie Literaturverrisse. Dumm nur: Während sich in der Belletristik die Qualität der Kritik schwer messen läßt, ist dies in der Finanzbranche anders.


Zumindest sind die Dresdner mit ihren "Top Ten Sells 2005" jetzt zum Gespött der Börsianer geworden. Schon länger haben die DrKW-Strategen eher eine Reputation als Glücksexperten und Gefühlsmanager. Hier gibt es eine klare Aufgabenteilung zwischen Montier und seinem Kollegen Albert Edwards. Ersterer betreibt Glücksforschung und rät Anlegern, Geld nicht mit Glück zu verwechseln. Zudem sollten sie für ihr persönliches Wohlbefinden lieber exotische Berge besteigen und Sex nur mit dem Partner haben, den sie lieben.


Edwards erregte dagegen besondere Aufmerksamkeit, als er in einer DrKW-Studie über seine Erfahrungen beim Speed-Dating, einer innovativen Methode der Partnerfindung, sinnierte. Monate später erfuhren die Investoren dann, wie er mit seiner neuen Flamme durch Amerika tourte, wobei auch Details nicht vorenthalten wurden. Er begründete seine Publikationslust mit den Wünschen der DrKW-Klienten, die offenbar größeres Interesse am Gefühlsleben als an Kursempfehlungen haben.


Artikel erschienen am Do, 5. Januar 2006
http://www.welt.de/d.../05/827061.html


eben nur mal ein Beitrag zum Thema Analysen ;)

Edit: gerade festgestell, dass das Thema bei der FAZ etwas ausführlicher besprochen wird
http://www.faz.net/s/RubEA492BA0F6EB4F8EB7...n~Scontent.html

Dieser Beitrag wurde von desesperado bearbeitet: 08. Januar 2006 - 17:24

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#52 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 08. Januar 2006 - 22:25

und noch ein Chefinvestment-Stratege ;)


Inverse Zinsstruktur ist kein guter Anlage-Ratgeber 05. Januar 2006

Die Zinsstrukturkurve in Amerika hat sich zuletzt zwar wieder etwas normalisiert. Das heißt, die zehnjährigen Staatsanleihen werfen inzwischen wieder eine etwas höhere Rendite ab als die zweijährigen Staatsanleihen. Trotzdem wird in Fachkreisen noch immer intensiv darüber diskutiert, was die unlängst erstmals seit fünf Jahren wieder kurzzeitig aufgetretene inverse Zinsstrukturkurve für die Konjunktur und die Börse bedeuten könnte.


Auch wir haben uns an dieser Stelle unter dem Titel „Was eine inverse Zinsstruktur bedeutet”, schon Gedanken über dieses Phänomen gemacht. Die in diesem Beitrag angestellten Überlegungen wollen wir jetzt durch Nachforschungen ergänzen, welche die Analysten beim amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor´s (S&P) durchgeführt haben.

Verläßlicher Indikator für Rezession-Prognosen

Dem Ergebnis der historischen Studie zufolge, trat eine inverse Zinsstrukturkurve gemessen an den dreimonatigen Treasury Bills und den zehnjährigen Staatsanleihen in den vergangenen 30 Jahren sechs Mal auf (siehe Tabelle). Im Durchschnitt dauerten diese 13 Monate. In fünf der sechs Fälle fiel die amerikanische Wirtschaft anschließend mit einer gewissen Zeitverzögerung in eine Rezession. Im Schnitt dauerte es vom Auftreten einer inversen Zinsstrukturkurve bis zu einer Rezession zwölf Monate. Im Minimum dauerte es sieben Monate und maximal 17 Monate. Nur einmal, und zwar im Jahr 1998, folgte auf eine inverse Zinsstrukturkurve keine Rezession.

Trotz des einzelnen Fehlsignals kann eine inverse Zinsstrukturkurve als relativ verläßlicher Indikator für eine nachfolgende Konjunkturschwäche gewertet werden. Was die aus diesem Phänomen ableitbaren Prognosen hinsichtlich der weiteren Kursaussichten am Aktienmarkt angeht, ist die Verläßlichkeit aber bei weiten nicht so groß. S&P-Chefinvestment-Stratege Sam Stovall kommt auf Basis der ermittelten Daten sogar zu folgendem Schluß: „Das Ende eines Bullenmarktes mit Hilfe einer inversen Zinstruktur vorherzusagen und so ähnlich wie ein Erdbeben zu prognostizieren. Wir wissen, daß es passieren wird, aber wir wissen einfach nicht genau wann das sein wird.”

Die Aktienkurse können auch nach einer inversen Zinsstruktur steigen

Und in der Tat zeigte sich beim Blick zurück zwar, daß der S&P 500 Index im Schnitt drei Monaten nach dem Auftreten einer inversen Zinsstruktur ein Kurshoch ausbildete. Doch sechs Monate nach einer inversen Zinsstrukturkurve lag der Index durchschnittlich immerhin um 7,5 Prozent im Plus und auch zwölf Monate später stand noch ein kleiner Wertzuwachs von 1,4 Prozent zu Buche. Wirklich spürbare Kursverluste gab es nur in den beiden Fällen zu verzeichnen, in denen das Kurshoch beim S&P 500 schon vor der inversen Zinsstrukturkurse aufgetreten ist. Folgerichtig rät Stovall dazu, Anlageentscheidungen nicht alleine auf Basis der Existenz einer inverse Zinsstrukturkurve zu treffen, weil man sonst nicht davor gefeit ist, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, daß die Analysten ihre Studie deshalb auf einen Vergleich der dreimonatigen Treasury Bills mit den zehnjährigen Staatsanleihen abstellten, weil sich diese Zinsstrukturkurve noch schwieriger invertiere als das Verhältnis der zweijährigen zu den zehnjährigen Staatsanleihen und deswegen ein verläßlicherer Indikator sei.


Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder. http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A80...n~Scontent.html
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#53 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 17. Januar 2006 - 19:54

Fortsetzung in Japan: Pleiten, Pech und Pannen... ;)

Freitag der 13. an Tokios Börse: Erneute Panne mit Verkaufsorder

TOKIO (dpa-AFX) - Die Pannenserie an der Aktienbörse in Tokio hat sich am Freitag dem 13. fortgesetzt: Ein Mitarbeiter des japanischen Wertpapierhauses Daiwa Securities SMBC platzierte irrtümlicherweise einen Verkaufsauftrag für 25.000 Aktien in Sumitomo Mitsui Financial statt für Aktien eines anderen Unternehmens. Daiwa bemerkte den Fehler kurze Zeit später, dennoch wurden 13.417 Aktien verkauft. Bis Handelsende konnte Daiwa die meisten Papiere wieder zurückkaufen; die Aktie schloss über dem Vortageskurs. Die Panne ist der jüngste Fall in einer ganzen Serie von Transaktionsfehlern an der Börse in Tokio.

MIZUHO SECURITIES HAT PANNE RUND 40 MILLIARDEN YEN GEKOSTET

Erst Anfang dieses Monats hatte Nikko Citigroup, ein Joint Venture der japanischen Nikko Cordial Corp und des US-Finanzriesen Citigroup, irrtümlich einen Auftrag zum Kauf von 2.000 Aktien von Nippon Paper platziert. Dabei sollten es eigentlich nur zwei Aktien sein. Anfang Dezember hatte es das Computersystem der japanischen Börse nicht geschafft, einen vom Wertpapierhaus Mizuho Securities ebenfalls irrtümlich platzierten Verkaufsauftrag für J-Com-Aktien zu löschen. Mizuho hatte angewiesen, 610.000 J-Com-Aktien für jeweils einen Yen zu verkaufen statt eine J-Com-Aktie für 610.000 Yen (rund 4.400 Euro). Mizuho Securities hatte die Panne rund 40 Milliarden Yen gekostet.

Nur kurz zuvor war es Anfang November zum schlimmsten Handelsausfall in der 56-jährigen Geschichte der Börse in Tokio gekommen, als der gesamte Handel für einen halben Tag unterbrochen war. Die schweren Computerprobleme haben den Präsidenten der Börse inzwischen seine Stelle gekostet. Bei dem jüngsten Vorfall am Freitag hatte ein Mitarbeiter von einem Kunden vier Minuten vor Handelsbeginn einen Verkaufsauftrag für Aktien eines Unternehmens erhalten. Statt jedoch für dieses Unternehmen, dessen Name nicht bekannt ist, leitete der Mitarbeiter einen Verkaufsauftrag für 25.000 Sumitomo Mitsui- Aktien weiter an einen anderen Mitarbeiter, der ihn ausführte.

Der Auftrag ging eine Minute vor Handelsbeginn raus. Daiwa Securities SMBC habe den Fehler sechs Minuten später bemerkt und sofort versucht, den Auftrag zu stornieren, hieß es. Dennoch wurden 13 417 der 25 000 Aktien zum Preis von 1,13 Millionen Yen pro Stück verkauft. Das Institut kaufte daraufhin bis Handelsende fast alle irrtümlich verkauften Aktien wieder zurück. Die Panne wird Daiwa Securities schätzungsweise etwa 500 Millionen Yen kosten. Der Aktienkurs von Sumitomo Mitsui Financial sackte zwischenzeitlich um 50.000 Yen ab, konnte jedoch die Verluste bis Handelsende mehr als wett machen und schloss um 10.000 Yen höher bei 1,18 Millionen Yen./ln/DP/mw
Quelle: dpa-AFX http://index.onvista.de/news.html?ID_NEWS=...NOTATION=324913
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#54 Mitglied ist offline   DerFugger 

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Geschrieben 18. Januar 2006 - 08:49

@cubanpete

Zitat

In einem solchen Szenarium steigen auch Goldaktien parallel zum Goldpreis.


Im großen Aktiencrash 1929 und den folgenden Monaten sind Gold-Aktien auch zunächst mit eingebrochen (natürlich nicht so heftig wie der Dow).Erst nach einer kurzen Besinnungspause stiegen sie dann stark an, während sich die nachfolgende allgemeine Abwärtsbewegung ja bekanntlich noch bis 1932 fortsetzte.

#55 Mitglied ist offline   cubanpete 

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Geschrieben 18. Januar 2006 - 10:10

Zitat

Im großen Aktiencrash 1929 ...

Lässt sich leider nicht vergleichen, immerhin konnte der Wert des Geldes gerettet werden, da es noch keine unabhängige freie Währungen gab wie heute. Das ist heute nicht mehr der Fall, wenigstens nicht bis wieder eine Währung (ist es wohl der Dollar oder die erste aus dem Euro austretende Währung) wieder mit Gold abgesichert wird.

Aber Du hast schon Recht, Goldaktien ist nicht gleich Gold.
"He who sells what isn't his'n, must buy back or go to pris'n"

#56 Mitglied ist offline   Onassis 

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Geschrieben 18. Januar 2006 - 17:32

pardon, hab´s wieder gelöscht.
Steht nun im Thread "Gold"
Onassis

Dieser Beitrag wurde von Onassis bearbeitet: 18. Januar 2006 - 17:45

---- in memoriam Aristoteles Sokrates Homer Onassis (Αριστοτέλης Ωνάσης) ----
Ich bin hier. falls es jemand interessiert: www.dividenden-sammler.de

#57 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 01. Februar 2006 - 23:52

desesperado, 08.01.2006, 22:25:

Inverse Zinsstruktur ist kein guter Anlage-Ratgeber 05. Januar 2006

soll ja in USA wieder eine inverse Zinstruktur vorliegen, wird man sich wohl dran gewöhnen :-"

dafür weiß die Welt wo der Kleinanleger Geld verdient :-"

Ölminister halten sich zurück
Opec läßt Förderquoten unverändert - Contango am Terminmarkt signalisiert hohe politische Risiken
von Daniel Eckert und Holger Zschäpitz

Berlin - Auf dem Ölmarkt wird sich die Situation weiter zuspitzen. Diese Signale senden derzeit die Futures-Kontrakte aus. Zwar haben sich die Spot-Kurse, die den Preis für sofortige Lieferung wiedergeben, leicht entspannt. Grund war die gestrige Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), die Fördermenge konstant zu lassen und nicht - wie von manchen Beobachter befürchtet - zu drosseln. Doch sind die Notierungen an den Terminbörsen, die einen Ausblick auf den Wert des Energieträgers in drei, zwölf oder 36 Monaten gewähren, zuletzt kräftig angezogen. Den Hochpunkt der Preisentwicklung erwarten die Akteure auf dem Terminmarkt demnach Anfang 2007 bei über 70 Dollar je Barrel.


"Ausschlaggebend für diese ungewöhnliche Konstellation sind nicht die Erwartungen an die Entwicklung von Angebot und Nachfrage, hier werden politische Unsicherheiten bezahlt", meint Gordon Korkie, Analyst bei Credit Suisse.


Tatsächlich wollte die Opec ursprünglich die Förderquoten senken, weil sie im zweiten Quartal einen Angebotsüberschuß von rund 2,5 Mio. Barrel erwartete, was rund drei Prozent der weltweiten Förderung entspricht. Angesichts des hohen Preisniveaus haben sich die elf Ölminister dann aber doch eines anderen besonnen. Der amtierende Opec-Präsident und kuwaitische Ölminister Ahmed Fahd el Sabah nannte die Entscheidung der Organisation nach dem Ministertreffen "sehr klug". Das Kartell habe erneut bewiesen, daß es auf einen stabilen Ölpreis hinarbeite und die negativen Auswirkungen zu hoher Preise auf die Weltwirtschaft verhindern wolle. Nun können die Opec-Minister frühestens am 8. März bei ihrer nächsten Sitzung über weitere Quoten-Änderungen beraten. Auch die beschwichtigenden Äußerungen des iranischen Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh, Öl nicht als Waffe im Streit um die Atompolitik einzusetzen, konnten die Marktteilnehmer nicht nachhaltig beruhigen. Offenbar fürchten viele, daß sich der Konflikt zwischen dem Westen und Teheran verschärfen könnte, wenn sich der UN-Sicherheitsrat der Problematik Ende der Woche annimmt.


In den vergangenen Tagen waren Befürchtungen laut geworden, der Iran könnte seine Ölexporte senken oder gar ganz aussetzen, um dies als Druckmittel gegen den Westen einzusetzen. Libyen und Venezuela hatten geäußert, daß die Notierungen für den Rohstoff steigen würden, sollte wegen des Atomstreits mit Iran der Sicherheitsrat angerufen werden.


Experten erwarten, daß der für den Ölmarkt ungewöhnliche Zustand höhere Future- als Spot-Preise noch längere Zeit anhalten wird. In Fachkreisen ist von Contango die Rede. Diese Preisstruktur bedeutet, daß kurzfristig verfügbares Öl billiger ist als längerfristig lieferbares. Rohöl wird zu einem späteren Termin als knapper und damit wertvoller eingestuft als zum jetzigen Zeitpunkt. In normalen Zeiten ist das gegenteilige Preisgefüge zu beobachten. Experten sprechen daher von einer politikbedingten Risikoprämie, die sich im Contango manifestiert.


Doch egal ob es sich um eine politische Prämie handelt oder nicht, Anleger können auf der Seite der Ölproduzenten stehen, indem sie sich einen der zahlreichen Energiefonds zulegen. Die besten kommen aus den Häusern DWS, American Express, Robeco und Merrill Lynch.

Artikel erschienen am Mi, 1. Februar 2006
http://www.welt.de/d.../01/839341.html
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#58 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 09. Februar 2006 - 03:22

gibt ja einige humrlose Vertreter/Innen hier, dennoch oder gerade deswegen :rolleyes:

ist auch nicht druckfrisch, sicher noch aktuell, und evtl. nicht allen geläufig

Gehirnforschung und Anlegerverhalten
Prognosen wirken wie eine Droge

06. März 2004 Die moderne Finanzmarkttheorie ist ein Tempel der Rationalität: Anleger sammeln, aggregieren und bewerten alle relevanten Informationen und treffen dann eine für sie optimale Entscheidung. Schade, daß sich die Wirklichkeit so wenig an die Theorie hält: Anleger nutzen nicht die Möglichkeiten zu Diversifizierung, die Aktienkurse sind, gemessen an den Fundamentaldaten, viel zu schwankungsanfällig, und noch nicht einmal die Profis konnten sich dem irrationalen Herdentrieb der Spekulationsblase des Jahres 2000 entziehen.


Ein wirklich souveräner Theoretiker konstatiert, daß es schlimm um die Realität bestellt sein muß, wenn sie sich nicht nach der Theorie richtet, ein neugieriger Forscher sucht nach den Ursachen für dieses Mißverhältnis.

Eine Anleihe bei der Psychologie

Auf der Suche nach den Gründen für die Irrationalität des Anlegerverhaltens nahmen sich Ökonomen eine Anleihe bei der Psychologie, das Ergebnis dieser Liaison ist die "Behavioral Finance". Diese versucht Fehler der Anleger beim Erkennen, Bewerten und Entscheiden zu erkennen und somit Erklärungen für das irrationale Verhalten der Menschen zu finden. Die Ursachen menschlichen Verhaltens kann die "Behavioral Finance" allerdings nicht erklären - was zwischen einem Stimulus und der daraus resultierenden Reaktion des Menschen im Gehirn passiert, bleibt im dunkeln. Doch mit dem technischen Fortschritt in der Gehirnforschung, mit dem Aufkommen neuer Hilfsmittel wie der Positronen-Emissions-Tomographie oder der Kernspintomographie machen sich Wissenschaftler nun auf die Suche nach den biologischen Ursachen des Anlegerfehlverhaltens.

Droge Dopamin

Eine erste Erkenntnis der Gehirnforscher: Unser Gehirn belohnt uns bereits für die Prognose. Schuld daran ist der Neurotransmitter Dopamin, der ausgeschüttet wird, wenn Menschen unter Risiko und Unsicherheit Vorhersagen machen. "Dopamin ist das Glückshormon, es macht uns durch die Vorfreude glücklich", sagt Helmut Henschel von WestLB Research, der sich mit der Neurophysiologie des Anlegerverhaltens beschäftigt. Die Dopaminausschüttung ist um so größer, je schwerer eine Folge zu prognostizieren ist: "Prognostizieren macht Spaß, und je unwahrscheinlicher die Chancen sind, um so größer ist die Dopaminausschüttung", erklärt Henschel.

Ein Gehirn, das Gewinne prognostiziert, ist nicht von einem Gehirn zu unterscheiden, das auf Drogen reagiert, sagt der Befund der Neurophysiologen. Im Klartext: Schon bei der Prognose belohnt uns unser Gehirn mit Dopamin. Bewahrheitet sich die Prognose, so erfolgt keine weitere Dopaminausschüttung, liegen wir hingegen falsch, fällt der Dopaminspiegel - wir werden enttäuscht, und die betreffende Aktie, die für die Enttäuschung verantwortlich ist, wird bestraft. Die Belohnung für eine Prognose mittels Dopamin dürfte es auch sein, die den technischen Analysten so viel Freude macht: "Wir tendieren dazu, Muster zu sehen, auch wenn wir wissen, daß es eigentlich keine Muster gibt. Wir sind süchtig nach der Prognose auf der Basis von Mustern", erläutert Henschel. Verantwortlich für diese Erkennung von "Mustern" ist der sogenannte Nucleus accumbens, der für Emotionen zuständig ist - Hoffnung, Euphorie, aber auch Sucht sind hier verankert.

Mensch als Sklave seiner Emotionen

Ist der Mensch also ein Sklave seiner Emotionen, die es gilt abzuschalten? Zumindest letzteres wäre verheerend, erklärt Henschel und verweist auf Experimente, die man mit Menschen gemacht hat, deren Stirnhirn oder Mandelkern geschädigt war. "Patienten mit geschädigtem Mandelkern beispielsweise können das Gefühl von Gewinnen oder Verlieren nicht erfahren", erklärt Henschel. Die Folge: Ohne die Emotionen, die der Mandelkern liefert, verharren diese Menschen bei Verliererstrategien - es erfolgt kein Umlernen. "Die Schädigung der Mandelkerne führt dazu, daß diese Menschen Ereignisse nicht als gut oder schlecht empfinden können", sagt Henschel.

In beiden Fällen ist die Verbindung zwischen Gefühlen und Erfahrungen unterbrochen. Die Folge ist, daß der Verstand unfähig ist, als logisch richtig erkannte Entscheidungen auch zu vollziehen - weil die emotionalen Attribute fehlen, die uns diese Entscheidung auch als "richtig" empfinden lassen. Vereinfacht gesagt ist es dem Patienten egal, ob er gewinnt oder verliert - weil keine Emotionen daran geknüpft sind. "Ohne Emotionen ist der Verstand ein zahnloser Tiger, der das, was er für richtig hält, nicht durchsetzen kann", lautet Henschels Fazit.

Guter Witz gut fürs Depot

"Sie können Ihre Gefühle, Ihr Dopamin, nicht ausschalten. Kämpfen Sie also nicht dagegen an", lautet Henschels Ratschlag. Anleger sollten also Gefühle zulassen und ihnen auch nachgehen, aber nicht immer. Weiterhin hilfreich sei es, ein "Gefühlsregister" anzulegen: "Schreiben Sie auf, wie Sie sich bei Käufen und Verkäufen gefühlt haben. Erinnern Sie sich, wie Sie sich das letzte Mal in einer vergleichbaren Situation gefühlt haben und was dann passiert ist", rät Henschel.

Auf diesem Weg könne man Vorurteile des Gehirns erkennen und gegebenenfalls relativieren. Die vielleicht angenehmste Botschaft Henschels: Lachen ist Medizin. "Gute Stimmung verbessert die Fähigkeit, flexibel und komplex zu denken - das Gehirn braucht Spaß." Vereinfacht gesagt: Ein guter Witz ist unter Umständen auch gut fürs Depot.
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:rolleyes: und neue Erkenntnisse für humorvollen Forumsmitglieder:

Neurofinanzwissenschaften
Sex, Geld, Gier und Hirnströme


02. Februar 2006 Es war spät in der Nacht in einem Labor der Stanford University als Brian Knutson, Professor für Neurologie und Psychologie, eine überraschende Entdeckung machte. Unser Gehirn giert nach Geld, genauso wie nach Sex: Bei einem Orgasmus, einem Stimmungshoch durch Kokain oder dem Adrenalinstoß, Google unter 400 Dollar je Aktie zu kaufen, sind jeweils die gleichen neuronalen Netzströme aktiv.


Zu dem Schluß kam Knutson aufgrund von Gehirnstrommessungen, nachdem er im Mai 2004 in einem freiwilligen Versuch Studenten an Kernspintomographen angeschlossen hatte. In dem Teil des Gehirns, in dem erfreuliche Gefühle angesiedelt sind, pulsierte das Blut, als die Studenten Aktien- und Anleihegeschäfte durchführten. Auf Knutsons Radarschirm leuchtete diese Region des Gehirns, in dem der Kern der menschlichen Begierde sitzt, auf.


Die Impulse können dabei so stark sein, daß der Teil des Gehirns, wo der rationale Verstand angesiedelt ist, das Nachsehen hat. Damit legt sich Knutson mit der konventionellen Wirtschaftstheorie an. Diese behauptet, wenn es um Geld und Kapitalanlagen gehe, habe der Verstand das Sagen.

Das ist aber nur graue Theorie. In Wirklichkeit machen Investoren alle möglichen verrückten Sachen. Einige setzen mit verlustbringenden Investments ein Vermögen in den Sand, verdoppeln den Einsatz, wenn der Verstand ihnen sagt, sie sollten lieber aussteigen. Oder sie reizen ihre Glückssträhne bis zur bitteren Neige aus, statt Kasse zu machen.

Die Antwort in 96.000 Kilometern Nervenbahnen

Andere hingegen scheinen die Intuition, wann sie kaufen und verkaufen sollten, mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. In den siebziger Jahren machte Richard Dennis mit Terminkontrakten auf Rohstoffen aus ein paar Tausend Dollar ein Vermögen von 200 Millionen Dollar. In den neunziger Jahren zwang George Soros die Bank of England in die Knie, als er gegen das britische Pfund wettete und damit eine Milliarde Dollar verdiente. Warum werden nun einige Händler reich während andere als Verlierer enden? Die Antwort, sagt Knutson, liege in den 96.000 Kilometern an Nervenbahnen in unserem Hirn.

Die Ergebnisse seiner Studie haben unter einer kleinen Gruppe von Neurofinanzwissenschaftlern für Aufregung gesorgt. Diese Neurowissenschaftler und Psychologen erforschen das menschliche Gehirn, um etwas über das Anlegerverhalten zu erfahren. Dieser umstrittene Wissenschaftsbereich sei die nächste große Grenzwissenschaft für die Wall Street, sagt Daniel Kahneman, der 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine bahnbrechenden Arbeiten über Verhaltensmuster in der Finanzwelt erhielt.

Entwicklung von „Börsen-Doping” vorstellbar

„Die Neurologie ist die Welle, die in die zukünftige Finanzwelt schwappt”, prognostiziert Kahneman. „Wer das Verständnis maximieren will, egal ob in der Forschung oder an der Wall Street, sollte sie sehr aufmerksam verfolgen.

Eines Tages werde die Analyse von Hirnströmen den Managern helfen, Veränderungen bei der Anlegerstimmung aufzuspüren, erwartet David Darst, Chefanlagestratege bei Morgan Stanley in New York. Es sei durchaus vorstellbar, daß Neurowissenschaftler psychoaktive Medikamente entwickeln, mit denen Händler besser und profitabler werden, sagen Knutson und andere Psychologen. In ein paar Jahren dürfte es Medikamente geben, die den Entscheidungsprozeß von Händlern um 20 bis 30 Prozent verbessern können, erwartet Zack Lynch, geschäftsführender Direktor der Beratungsgesellschaft Neuro-Insights in San Francisco. Wenn das funktioniert, dürfte es an der Wall Street hohe Wellen schlagen. „Die ganze Investment Community wird für diese Pillen Schlange stehen”, prognostiziert er.

Bislang nur Hoffnungen und Ankündigungen

Aber bisher sind in der Neurofinanzwissenschaft die Hoffnungen und Ankündigungen größer als die Ergebnisse. Viele Anlageexperten tun sie als Humbug ab. „Es ist der jüngste Irrsinn. Ich bezweifle, daß dabei etwas rauskommt”, erklärt Richard Michaud, Präsident von New Frontier Advisors LLC in Boston. Dem hält Knutson entgegen: Nur abwarten. „Wenn wir erst einmal wissen, wie die Maschinerie funktioniert, werden entsprechende Strategien, sie zum Einsatz zu bringen, bald folgen.”

usw. usw. .....steht alles hier
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BC...n~Scontent.html
Wenn du weisst wohin die Kurse sich bewegen werden, dann erzähle es deinem Hund. Hast du keinen Hund, dann schreibe es auf ein Blatt Papier und wirf es in den Papierkorb. Joe Ross

#59 Mitglied ist offline   FabMan 

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  • Registriert: 26. März 04

Geschrieben 28. Februar 2006 - 14:53

Hi gibt es gefluegelhersteller die boersennotiert sind und von der vogelgrippe stark betroffen sind/waren...?
kennt sich da jemand aus?

#60 Mitglied ist offline   Faceman 

  • schaue immer mal rein
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 1.971
  • Registriert: 22. Februar 06

Geschrieben 28. Februar 2006 - 19:25

ganz platte Antwort: Geflügel wird nicht hergestellt, es wächst bei entsprechender Fütterung und beim erfolgreichen Zusammenbringen von Männlein und Weiblein von alleine.....

Aber ich weiss schon was du meinst, kann mir aber nicht vorstellen, dass jemand mit Geflügelzucht, Eier- und Fleich"produktion" an die Börse geht....
Es ist leicht, an der Börse Millionär zu werden - ...wenn man vorher Milliardär war.

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