Wertpapier Forum: Anfängerthread: Rohstoffe

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Anfängerthread: Rohstoffe Anfängerthread Thema bewerten: ***** 2 Stimmen

#21 Mitglied ist offline   Invest_r 

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Geschrieben 07. Februar 2010 - 19:50

Vielleicht kann jemand mein Beispiel ansehen, ob ich den Artikel von Chemstudent richtig verstanden habe.

Bsp.:
Das Volumen eines Rohstoff-ETF ist 10.000.
Der Kurs des Rohstoffs ist 10 Eur. Es wird ein Kontrakt zu 15 Eur geschlossen. Am Termin ist der Kurs tatsächlich 15, somit steigt das Volumen ETF auf 15.000.
Der ETF hat einen Kurszuwachs von 50%.

Der Kurs ist nun 15. Es wird ein Kontrakt zu 20 geschlossen. Der Kurs ist am Termin aber nur bei 17. Somit müssen 3000 mehr aufgewendet werden,
um den Vertrag zu erfüllen, wodurch sich der Kurs des ETF von nicht 17.000, sondern von (17.000 - 3.000) = 14.000 ergibt.


Wenn der Kurs immer exakt so steigen würde, wie von den Kontrakt-Parteien erwartet, würde der Kurs des ETF genau dem der zugrundeliegenden Rohstoffe entsprechen?
(Die anderen Parameter mal vernachlässigt)

Danke schonmal für die Beantwortung.

 Weiterführende Informationen:

#22 Mitglied ist offline   otto03 

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Geschrieben 07. Februar 2010 - 19:59

Beitrag anzeigenInvest_r, 07. Februar 2010 - 19:50:

Vielleicht kann jemand mein Beispiel ansehen, ob ich den Artikel von Chemstudent richtig verstanden habe.

Bsp.:
Das Volumen eines Rohstoff-ETF ist 10.000.
Der Kurs des Rohstoffs ist 10 Eur. Es wird ein Kontrakt zu 15 Eur geschlossen. Am Termin ist der Kurs tatsächlich 15, somit steigt das Volumen ETF auf 15.000.
Der ETF hat einen Kurszuwachs von 50%.

Der Kurs ist nun 15. Es wird ein Kontrakt zu 20 geschlossen. Der Kurs ist am Termin aber nur bei 17. Somit müssen 3000 mehr aufgewendet werden,
um den Vertrag zu erfüllen, wodurch sich der Kurs des ETF von nicht 17.000, sondern von (17.000 - 3.000) = 14.000 ergibt.


Wenn der Kurs immer exakt so steigen würde, wie von den Kontrakt-Parteien erwartet, würde der Kurs des ETF genau dem der zugrundeliegenden Rohstoffe entsprechen?
(Die anderen Parameter mal vernachlässigt)

Danke schonmal für die Beantwortung.


Der Kauf eines Futures (abgesehen von Kosten) ist wertneutral, der Wert des ETF ändert sich nicht, er tauscht Margin gegen Future, warum sollte sich der Wert des ETF dadurch ändern? .

Änderungen im Preis dieses Futures während der Haltezeit wirkt sich auf den Wert des ETF aus - bis zum nächsten Rolltermin, ist der nächste Future teurer als der abgelaufene/verkaufte ensteht durch Verringerung der Partizipation ein ein sog. Rollverlust, ist er billiger, ensteht ein sog. Rollgewinn

(Wenn in deinem Beispiel der Future bei Verkauf/Fälligkeit einen unveränderten Preis von 15 hat ist der Gewinn/verlust des ETF ZERO.)

Dieser Beitrag wurde von otto03 bearbeitet: 07. Februar 2010 - 20:17

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#23 Mitglied ist offline   Chemstudent 

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Geschrieben 07. Februar 2010 - 20:29

Beitrag anzeigenInvest_r, 07. Februar 2010 - 19:50:

Vielleicht kann jemand mein Beispiel ansehen, ob ich den Artikel von Chemstudent richtig verstanden habe.

Bsp.:
Das Volumen eines Rohstoff-ETF ist 10.000.
Der Kurs des Rohstoffs ist 10 Eur. Es wird ein Kontrakt zu 15 Eur geschlossen. Am Termin ist der Kurs tatsächlich 15, somit steigt das Volumen ETF auf 15.000.
Der ETF hat einen Kurszuwachs von 50%.

Der Kurs ist nun 15. Es wird ein Kontrakt zu 20 geschlossen. Der Kurs ist am Termin aber nur bei 17. Somit müssen 3000 mehr aufgewendet werden,
um den Vertrag zu erfüllen, wodurch sich der Kurs des ETF von nicht 17.000, sondern von (17.000 - 3.000) = 14.000 ergibt.


Wenn der Kurs immer exakt so steigen würde, wie von den Kontrakt-Parteien erwartet, würde der Kurs des ETF genau dem der zugrundeliegenden Rohstoffe entsprechen?
(Die anderen Parameter mal vernachlässigt)

Danke schonmal für die Beantwortung.


Nehmen wir dein Beispiel:
Wir haben einen fiktiven ETF der momentan einen Future A hält. Der Futurekurs beträgt 10 EUR. Nun wird gerollt in den nächsten Future B der aber bei 15 EUR notiert.
Der ETF verkfaut also Future A zu 10 EUR und kauft dafür 0,66 Anteile des Futures B zu 15 EUR.
Der Wert des Futures hat sich bisher kein deut verändert.
Wenn nun zum nächsten Rolltermin, d.h. zum Fälligkeitstermin des Futures B, der Future B bei 15 EUR notiert, so hat der ETF keinerlei wertsteigerung zu verzeichnen.

EDIT: Man bin ich blind, otto hat das ja schon erklärt. ;)

Dieser Beitrag wurde von Chemstudent bearbeitet: 07. Februar 2010 - 20:30

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#24 Mitglied ist offline   Invest_r 

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Geschrieben 07. Februar 2010 - 20:52

Wird der Kurs des ETF nur durch die gehandelten Futures abgebildet?
Werden die Futures sagen wir über 10 Rolltermine jeweils mit Kurs 15 gehandelt, bleibt der ETF-Kurs immer gleich (auch wenn der Kurs des Rohstoffs noch so stark schwankt?)

#25 Mitglied ist offline   Chemstudent 

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Geschrieben 07. Februar 2010 - 20:57

Beitrag anzeigenInvest_r, 07. Februar 2010 - 20:52:

Wird der Kurs des ETF nur durch die gehandelten Futures abgebildet?
Werden die Futures sagen wir über 10 Rolltermine jeweils mit Kurs 15 gehandelt, bleibt der ETF-Kurs immer gleich (auch wenn der Kurs des Rohstoffs noch so stark schwankt?)

Ich versteh nicht ganz was du meinst.
Einerseits sagst du, die Futures sollen immer zum kurs von 15 EUR gehandelt werden, andererseits fragst du dann, ob der ETF-Kurs gleich bleibt, auch wenn de "Rohstoff" schwankt.

Kannst du deine Frage präzisieren bzw. deutlicher machen? :)
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#26 Mitglied ist offline   Invest_r 

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Geschrieben 07. Februar 2010 - 21:11

z.B
Future A wird zu 15 geschlossen -> Am Termin ist der Kurs jedoch 18
Future B wird wieder zu 15 geschlossen(da für den Termin so erwartet) -> am Termin ist der Kurs jedoch 14
Future C wird wieder zu 15 geschlossen -> am Termin ist der Rohstoffkurs 13

Der Futures und somit der ETF-Kurs bleibt stets gleich, während der Rohstoffkurs schwankt.

Hoffentlich habe ich jetzt keinen groben Denkfehler drin. Danke auf jeden Fall.

#27 Mitglied ist offline   Chemstudent 

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Geschrieben 07. Februar 2010 - 21:27

Beitrag anzeigenInvest_r, 07. Februar 2010 - 21:11:

z.B
Future A wird zu 15 geschlossen -> Am Termin ist der Kurs jedoch 18
Future B wird wieder zu 15 geschlossen(da für den Termin so erwartet) -> am Termin ist der Kurs jedoch 14
Future C wird wieder zu 15 geschlossen -> am Termin ist der Rohstoffkurs 13

Der Futures und somit der ETF-Kurs bleibt stets gleich, während der Rohstoffkurs schwankt.

Hoffentlich habe ich jetzt keinen groben Denkfehler drin. Danke auf jeden Fall.


Heißt also:
Unser ETF kauft einen Future A zu 15. Der Startwert des ETFs liegt also bei 15.
Zur Fälligkeit von Future A ist der Future-Kurs 18. -> Der ETF notiert also nun bei 18.
Future B notiert zu diesem Zeitpunkt bei 15.
-> Wir verkaufen Future A zu 18 und kaufen 1,2 Futures B zu je 15. (1,2 * 15 = 18)
-> ETF notiert immernoch bei 18. (Rollen ist wertneutral)
Zur Fälligkeit von Future B ist der Future-Kurs 14. Der ETF hält ja 1,2 Futures B. Sein Wert also: 1,2*14 = 16,8
Future C notiert zu diesem Zeitpunkt bei 15.
-> Wir verkaufen 1,2 Futures B zu je 14 und kaufen dafür 1,12 Futures C zu je 15. (1,12*15 = 16,8 = 1,2 * 14)
-> ETF notiert immernoch bei 16,8. (Rollen ist wertneutral)
Zur Fälligkeit von Future C ist der Future-Kurs 13. Der ETF hält ja 1,12 Futures C. Sein Wert also: 1,12*13 = 14,56.

Wir sehen:
Der Futurekurs (Nearest Contract) ist von 15 (Future A) auf 13 (Future C) gefallen. Unser ETF hingegen hat deutlich weniger verloren und notiert bei 14,56.
Grund: Die Futures notierten in Backwardation. (Der Future ind en immer gerollt wurde, war preiswerter als der auslaufende Future. Future B war zum Rollzeitpunkt günstiger als Future A, und Future C war günstiger als Future B )

Dieser Beitrag wurde von Chemstudent bearbeitet: 07. Februar 2010 - 21:31

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#28 Mitglied ist offline   hebelhans 

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Geschrieben 07. Januar 2011 - 16:01

Vielleicht könnte mir einmal einer helfen.
Es geht mir um Contango und Backwardation.

Grundsätzlich tue ich es verstehen, allerdings verstehe ich das mit den Rollgewinnen nicht so wirklich. Eingefügtes Bild
Wenn ich z.B. ein OpenEnd Zertifikat habe auf Brent und Brent ist Backwardation, dann mache ich Roll-Gewinn, oder?

Drückt sich dieser Roll-Gewinn dann auch direkt im Kurs der Zertifikats aus?
(Bei GS wurde irgendetwas von Ratio geschrieben, aber das ist doch das BV, oder net?)

Die Forwardkurve finde ich gerade außerdem ein bisschen verwirrend.
Sie steigt, dann fällt sie um wieder zu steigen und dann steigt sie wieder.
Hier ein Link zu der Brent Forwardkurve: http://www.goldman-s...ult/nav_id,246/
Sind wir bei Brent somit gerade Backwardtion oder Contango?

Ich bin sicher ein Rohstoffprofi von euch kann mir helfen. Eingefügtes Bild

Beste Grüße
HebelHans

#29 Mitglied ist offline   otto03 

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Geschrieben 07. Januar 2011 - 17:14

Beitrag anzeigenhebelhans, 07. Januar 2011 - 16:01:

Vielleicht könnte mir einmal einer helfen.
Es geht mir um Contango und Backwardation.

Grundsätzlich tue ich es verstehen, allerdings verstehe ich das mit den Rollgewinnen nicht so wirklich. Eingefügtes Bild
Wenn ich z.B. ein OpenEnd Zertifikat habe auf Brent und Brent ist Backwardation, dann mache ich Roll-Gewinn, oder?

Drückt sich dieser Roll-Gewinn dann auch direkt im Kurs der Zertifikats aus?
(Bei GS wurde irgendetwas von Ratio geschrieben, aber das ist doch das BV, oder net?)

Die Forwardkurve finde ich gerade außerdem ein bisschen verwirrend.
Sie steigt, dann fällt sie um wieder zu steigen und dann steigt sie wieder.
Hier ein Link zu der Brent Forwardkurve: http://www.goldman-s...ult/nav_id,246/
Sind wir bei Brent somit gerade Backwardtion oder Contango?

Ich bin sicher ein Rohstoffprofi von euch kann mir helfen. Eingefügtes Bild

Beste Grüße
HebelHans






Ist beim Rollen der neue Future teurer als der alte entsteht ein Rollverlust (Contango-Situation)
Ist beim Rollen der neue Future billiger als der alte ensteht ein Rollgewinn (Backwardtion-Situation)

Der Vorgang als solcher ist wertneutral, es ändert sich die Partizipationsrate (bei GS Ratio genannt) - dies führt dazu daß mit mehr/weniger Partizipation/Ratio an der Entwicklung des neuen Futures teilgenommen wird.


Wie Du selbst erkannt hast, kann eine Forward Kurve teilweise in Contango und teilweise in Backwardation sein (je nach Laufzeit des Futures).


Bei den Standardindizes wird immer vom nearest in den second nearest getauscht/gerolll; hier spielt also nur das Verhältnis dieser beiden eine Rolle: second teurer=Contango, second billiger=Backwardation
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#30 Mitglied ist offline   Chemstudent 

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Geschrieben 07. Januar 2011 - 17:20

Beitrag anzeigenhebelhans, 07. Januar 2011 - 16:01:

Vielleicht könnte mir einmal einer helfen.
Es geht mir um Contango und Backwardation.

Grundsätzlich tue ich es verstehen, allerdings verstehe ich das mit den Rollgewinnen nicht so wirklich. Eingefügtes Bild
Wenn ich z.B. ein OpenEnd Zertifikat habe auf Brent und Brent ist Backwardation, dann mache ich Roll-Gewinn, oder?

Drückt sich dieser Roll-Gewinn dann auch direkt im Kurs der Zertifikats aus?
(Bei GS wurde irgendetwas von Ratio geschrieben, aber das ist doch das BV, oder net?)

Zum Ratio verweise ich auf diese beiden beiträge:
http://www.wertpapie...035#entry505035
http://www.wertpapie...post__p__504957

Der Rollgewinn drückt sich so aus, dass dein zertifikat stärker steigt (bzw. weniger fällt), als der sog. Continuous Contract (das ist das, was man i.d.R. auf Seiten wie bspw. onvista als Ölpreis zu sehen bekommt)

Beitrag anzeigenhebelhans, 07. Januar 2011 - 16:01:

Die Forwardkurve finde ich gerade außerdem ein bisschen verwirrend.
Sie steigt, dann fällt sie um wieder zu steigen und dann steigt sie wieder.
Hier ein Link zu der Brent Forwardkurve: http://www.goldman-s...ult/nav_id,246/
Sind wir bei Brent somit gerade Backwardtion oder Contango?

Ich bin sicher ein Rohstoffprofi von euch kann mir helfen. Eingefügtes Bild

Beste Grüße
HebelHans

kommt eben ganz darauf an, welchen Zeitraum man betrachtet, bzw. welche Futures. Die kürzeren in Contango, die mittleren in Backwardationen, die langen wieder in Contango.
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#31 Mitglied ist offline   hebelhans 

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Geschrieben 09. Januar 2011 - 16:43

Beitrag anzeigenChemstudent, 07. Januar 2011 - 17:20:

Beitrag anzeigenhebelhans, 07. Januar 2011 - 16:01:

Vielleicht könnte mir einmal einer helfen.
Es geht mir um Contango und Backwardation.

Grundsätzlich tue ich es verstehen, allerdings verstehe ich das mit den Rollgewinnen nicht so wirklich. Eingefügtes Bild
Wenn ich z.B. ein OpenEnd Zertifikat habe auf Brent und Brent ist Backwardation, dann mache ich Roll-Gewinn, oder?

Drückt sich dieser Roll-Gewinn dann auch direkt im Kurs der Zertifikats aus?
(Bei GS wurde irgendetwas von Ratio geschrieben, aber das ist doch das BV, oder net?)

Zum Ratio verweise ich auf diese beiden beiträge:
http://www.wertpapie...035#entry505035
http://www.wertpapie...post__p__504957

Der Rollgewinn drückt sich so aus, dass dein zertifikat stärker steigt (bzw. weniger fällt), als der sog. Continuous Contract (das ist das, was man i.d.R. auf Seiten wie bspw. onvista als Ölpreis zu sehen bekommt)

Beitrag anzeigenhebelhans, 07. Januar 2011 - 16:01:

Die Forwardkurve finde ich gerade außerdem ein bisschen verwirrend.
Sie steigt, dann fällt sie um wieder zu steigen und dann steigt sie wieder.
Hier ein Link zu der Brent Forwardkurve: http://www.goldman-s...ult/nav_id,246/
Sind wir bei Brent somit gerade Backwardtion oder Contango?

Ich bin sicher ein Rohstoffprofi von euch kann mir helfen. Eingefügtes Bild

Beste Grüße
HebelHans

kommt eben ganz darauf an, welchen Zeitraum man betrachtet, bzw. welche Futures. Die kürzeren in Contango, die mittleren in Backwardationen, die langen wieder in Contango.


Vielen dank an euch allen für euere Hilfsbereitschaft!
Also bleibt alles wie gehabt: Rollverluste bei Futures (insgesamt; Mehrheit) deshalb noch keine Indizes auf Rohstoffe sondern nur AG`s und physisch. (Investitionszeitraum -> längerfristig, mittelfristig)

Grüße
HebelHans

#32 Mitglied ist offline   boll 

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Geschrieben 29. Januar 2011 - 23:35

Beitrag anzeigenChemstudent, 16. Oktober 2009 - 12:56:

Übersicht der Rohstoffindizes:
Anhang Übersicht Rohstoffindizes.PNG


Beitrag anzeigenChemstudent, 10. Januar 2010 - 11:27:

Chart des DJ-UBS TR / ER / Spot seit Auflegung. (tägliche Basis, 01.02.1991 = 100 Punkte)
Anhang DJ-AIG.PNG


Hallo Forum,
bei mir sind einige Unklarheiten in Zusammenhang mit den o.g. Grafiken geblieben.
In der Übersicht der Rohstoffindizes werden u.a. Volatilität und Sharpe Ratio für den Zeitraum 1991 bis Dez. 2005 genannt. Aus diesen Werten lässt sich mE die Überrendite (ÜR) wie folgt berechnen. Die ÜR für den DJ-UBS (früher AIG) beträgt demnach 0,31 x 11,97% = 3,71 % (p.a.).

Aus dem Chart des DJ-UBS TR lässt sich grob die durchschnittliche (geometr.) Rendite für den Zeitraum 1995 bis Dez. 2005 abschätzen. Sie sollte ca. 8,3 % p.a. betragen (+/- 0,2 Prozentpunkte).

Der risikofreie Zinssatz ergibt sich als Differenz zwischen der durchschnittlichen Rendite und der ÜR = 8,3 % - 3,7 % = 4,6 %.

Hier lässt sich die Zinsentwicklung von Festgeld, Sparbriefen usw. bis etwa ins Jahr 1994 zurückverfolgen. Anbei ein Beispiel:
Angehängte Grafik: Zinsentw1993-2005.jpg
Von etwa 1994 bis 2005 gab es demnach für einen 10-jährigen Sparbrief im Schnitt mit 5,18 %. Nun stellt sich mir die Frage, welchen risikofreien Zins zieht man heran? Ist ein Zinssatz aus einem 10-jährigen Sparbrief risikolos (i.S. von Sharpe Ratio)? Gerade unter dem Aspekt, dass sich die Zinsen in dem Zeitraum sicherlich ändern werden (mal nach oben, mal nach unten).
Für mich eignet sich daher die Verzinsung des 1-jährigen Festgelds am besten für die Berechnung des Sharpe Ratio's. Anfang 1994 gab es für 1 Jahr FG etwa 4,5 %, sank dann aber, so dass es durchschnittlich bis Ende 2005 etwa 3 % geworden sind. Sofern die Verzinsung in den Jahren 1991-1993 ähnlich hoch waren wie in 1994, sollte der durchschnittliche Zinssatz etwas höher ausfallen. Aber vermutlich nicht in den Bereich von 4,6 %, womit wir wieder beim (von mir oben berechneten) risikofreien Zinssatz wären.

Gibt es ggf. andere Berechnungen? Habe ich einen oder mehrere Denkfehler? Woher kann ich (historische) Daten der Indizes bekommen? Bei DJIndexes.com muss man sich vorher anmelden - das möchte ich nicht so gerne, da mir nicht klar ist, welche Pflichten daraus resultieren (Kosten, etc).

Vielen Dank schon im Voraus...
Semper aliquid ad discendum est.

#33 Mitglied ist offline   otto03 

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Geschrieben 30. Januar 2011 - 00:48

Ohne Deine Berechnungen geprüft zu haben:

In die Berechnung aller gängingen Rohstoffindizes fließt als Zinssatz für die nicht für die jeweiligen Margins benötigten Gelder die Verzinsung von T-Bills ein, inr der Regel 3M.

Die Indizes basieren incl. der Verzinsung natürlich auf $US Basis, die Zinssätze deutscher Sparbiefe in DM oder Euro spielen hier keine Rolle.
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#34 Mitglied ist offline   Karcist 

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Geschrieben 10. Januar 2012 - 19:05

Meinen Informationen nach, kann man durch ein Investment in Rohstoffe Aktienähnliche Renditen erwarten. Wie muss ich mir denn so ein z.B. Rohstoff ETF vorstellen? Warum gibt es einen Wertzuwachs, also einen positiven Drift?
Durch eine Aktie habe ich Anspruch auf Gewinne des Unternehmens, das einen Mehrwert erzeugt, soweit verstanden, daher Wertzuwachs.
Wie funktioniert das bei einem Goldbarren?
Bei Lebendvieh kann ich es wiederum nachvollziehen, bei den meisten herkömmlichen Rohstoffen nicht. Hört sich eher nach einem Nullsummenspiel an wie Devisenhandel.
Bitte klärt mich auf!

#35 Mitglied ist offline   Malvolio 

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Geschrieben 13. Januar 2012 - 08:36

Bei Rohstoffen kannst Du keine aktienähnliche Rendite erwarten .... woher sollte die auch kommen? Du beantwortest Dir die Frage doch schon fast selber. Bei Rohstoffen spekulierst Du auf einen steigenden Preis, z.B. durch zunehmende Knappheit oder steigende Nachfrage, nicht mehr und nicht weniger. Bei Rohstoffen bekommst Du keine Zinsen oder Dividenden, die Engagements können sogar noch Geld kosten (z.B. durch Lagerkosten, Versicherungskosten, Rollkosten bei Terminkontrakten, Währungsschwankungen, etc.). Bei gewissen Derivaten gibt es da noch einige Besonderheiten, aber das ändert nichts an der grundsätzlichen Aussage. Einen naturgegebenen "positiven Drift" gibt es nicht.
"Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen
aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden." (John M. Keynes)

#36 Mitglied ist offline   etherial 

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Geschrieben 13. Januar 2012 - 09:38

Beitrag anzeigenMalvolio, 13. Januar 2012 - 08:36:

Bei Rohstoffen kannst Du keine aktienähnliche Rendite erwarten .... woher sollte die auch kommen?


Der Erwartungswert des Kassapreises eines Rohstoffs zum Erfüllungstermin ist in aller Regel gleich dem heutigen unter Berücksichtigung der Inflation.
Eigentlich investiert man selten in Rohstoffe, viel eher (im Fall eines ETFs) in Rohstoff-Futures.

Bei Futures gibt es die sogenannte Normal Backwardation, d.h. der Futurepreis liegt normalerweise unter dem Kassapreis. Dieser Zustand entsteht (so wie ich es verstanden habe), weil kein Spekulant einen Rohstoff-Future kaufen würde, wenn er ihm keine adäquate risikoadäquate Rendite bieten würde.

Sie ist etwas abgeschwächt, weil einige Marktteilnehmer die Rohstoffe wirklich verkaufen bzw. kaufen wollen. Für die ist das Risiko nicht die geringe Wertsteigerung, sondern die nichterfüllung ihres Kontrakts. Tatsächlich sind diese Marktteilnehmer aber in der Minderheit.

Geniese die Erklärung mit Vorsicht, die Spekulation sorgt auf dem Rohstoffmarkt für Schwankungen, die sich jeder Theorie entziehen.
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)
Mythos Korrelation - was ist wirklich entscheidend für die Asset Allocation
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#37 Mitglied ist offline   Schinzilord 

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Geschrieben 13. Januar 2012 - 10:35

Schau mal in meine Signatur unter "Warum Rohstofffuture-ETFs in keinem Depot fehlen sollten", da werden einige Fragen beantwortet und noch viel mehr aufgeworfen. Genieße die Aussagen mit Vorsicht und bilde dir deine eigene Meinung - ich habe mir meine schon gebildet. Und solange mein ETF in meinem Depot steigt, wird sich daran auch nix ändern.

#38 Mitglied ist offline   schlaubi87 

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Geschrieben 23. Januar 2012 - 09:35

Der nächste Laie lässt grüßen. Guten Morgen allerseits! Eingefügtes Bild

In meinem Anliegen geht es um die Futures! Ich denke, dass ich das Grundsystem der Futures verstanden habe, nur frage ich mich dennoch wie man sich in der Praxis gegen Preisänderungen absichern kann, wenn bspw. mein monatlicher Bedarf nicht den standardisierten Futures-Kontrakten entspricht?

Um meine Frage etwas konkreter zu gestalten mal ein Beispiel:

Nehmen wir an ich bin Großunternehmer eines Konditoreibetriebes. Ich weiss, dass ich monatlich 100 t Mehl, 20 t Butter, 30 t Kakao, 50 t Zucker und 20 t Milch benötige.

Die Betonung liegt auf monatlich und auf die angegebenen Mengen.

Außerdem ist der Mehlpreis ja abhängig vom Weizenpreis. Da dieser in USD quotiert wird, stellt sich da die Frage wie ich mich gegen Währungen absichern kann.

Bin um jede Antwort dankbar.

LG

#39 Mitglied ist offline   Tooni 

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Geschrieben 19. Februar 2012 - 18:36

Hallo zusammen,

je mehr ich über eine Investition im Rohstoffbereich nachdenke, desto mehr werde ich verunsichert...

Ich habe zwar in der Vergangenheit schon (ohne intensives Nachdenken über die genauen Zusammenhänge)
in Zertifikate in Rohöl und Agrarrohstoffe investiert (und das auch noch erfolgreich).
Aber jetzt wollte ich ähnliches mit Ergas (Henry Hub) wiederholen und bin total unsicher, wie ich das angehn soll.

Ich gehe davon aus, das der momentane Spot Preis für Ergas (Henry Hub) zu niedrig ist und halte daher eine
deutliche Steigerung des Preises mittelfristig (in bspw. einem Jahr) für unausweichlich. Mit deutlich meine
ich dabei z.B. eine Steigerung von momentan ca. 2,8 $ auf ca. 4-5 $ /mmbtu.

Nun sehe ich aber, dass die Forward Kurve dies bereits schon beinhaltet. Anderes ausgedrückt, wenn der
Preis in einem Jahr nicht noch höher gestiegen ist, würde ich einen Verlust machen. Richtig ?

Welche Möglichkeiten hätte ich denn überhaupt, an einem angenommenen Anstieg des Preises in dieser
Grössenordnung zu profitieren ? Wobei ich natürlich nicht sicher sein kann, ob der Preis sich tatsächlich
in dieser Größenordnung bewegen wird. Aber mir würde ja auch schon eine Erhöhung von 2,8$ auf 3,5$
reichen, wenn ich denn in gleichem Masse davon profitieren würde.
Notfalls wären auch +/- Null okay, nur verlieren möchte ich ungern etwas :thumbsup:

Könnt Ihr mir sagen, was in diesem Falle zu tun ist ?

Danke und Gruß,

Tooni

Dieser Beitrag wurde von Tooni bearbeitet: 19. Februar 2012 - 18:38


#40 Mitglied ist offline   Chemstudent 

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Geschrieben 19. Februar 2012 - 20:21

Beitrag anzeigenTooni, 19. Februar 2012 - 18:36:

Nun sehe ich aber, dass die Forward Kurve dies bereits schon beinhaltet. Anderes ausgedrückt, wenn der
Preis in einem Jahr nicht noch höher gestiegen ist, würde ich einen Verlust machen. Richtig ?

So ist es. Der momentane Contango zum nächsten Kontrakt ist ca. 5,2%. Bei 11 folgenden Rollvorgängen (d.h. bis du im Feb '13 kontrakt bist) und bei konst. Contango müsste der Kurs auf ca. 4,5-4,6 USD steigen.

Günstiger wäre der direkte Kauf des Feb '13 Kontrakts, der momentan bei 3,75 USD notiert.
Vielleicht findest du ein entsprechendes Zertifikat auf einen längerlaufenden Kontrakt.

Auch möglich sidn ETCs, die nicht in den nächst-fälligen Kontrakt rollen:
ETFS DJUBS NG F3T - DE000A0SVYC2

Hier wird derjenige Kontrakt genommen, in den bei klassischer DJUBS-Methodik erst in 3 monaten gerollt würde.
Konrket heißt das:
Aktuell: juli-Kontrakt.
Im April wird in den September-Kontrakt gewechselt.
Im Juni in den November-Kontrakt.
Im August in den Jan '13 Kontrakt.
Im Oktober in den März '13 Kontrakt
Im Dezember in den Mai '13 Kontrakt.
Im Februar '13 in den Juli '13 Kontrakt.

Bliebe die Contango-Situation konstant (und unter der Voraussetzung ich hab richtig gerechnet. ;) ) hieße dies, dass der Kurs in einem Jahr bei ca. 3,35 USD stehen müsste, wenn du keinen Verlust haben willst.

Als währungsgesichert in den stets viertkürzesten Kontrakt: DE000A1ED2K0

Oder per versuchtem optimierten Rollvorgang:
NL0009360775

Beitrag anzeigenTooni, 19. Februar 2012 - 18:36:

Aber mir würde ja auch schon eine Erhöhung von 2,8$ auf 3,5$
reichen, wenn ich denn in gleichem Masse davon profitieren würde.

Profitieren kannst du dann, wenn der Kursanstieg schneller geht. ;)

Beitrag anzeigenTooni, 19. Februar 2012 - 18:36:

Notfalls wären auch +/- Null okay, nur verlieren möchte ich ungern etwas :thumbsup:

Ohne Verlustbereitschaft: Gar nix derartiges machen.

Dieser Beitrag wurde von Chemstudent bearbeitet: 19. Februar 2012 - 20:37

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