Carlos

Carlos G.

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Posted · Edited by Carlos G.

Im Laufe des Jahres 2007 haber ich ein wenig mit Aktien herumexperimentiert, sei es mit den sog. "Blue Chips", sei es mit kleineren Unternehmen. Zum Sommer hin, gerade vor dem Downmove Anfang August, entschied ich mich nur noch in Fonds zu investieren. Dann kam der grosse "Gang nach Süden" im Januar dieses Jahres, mit der anschliessenden hohen Volatilität. Fast der ganze im Vorjahr gemachte Gewinn wurde zunichte gemacht, und da beschloss ich einen Teil des Depots wieder in Aktien umzuwandeln. Diese Entscheidung fiel am 20. Februar mit dem Kauf der ersten Positionen (Deutsche Bank und Salzgitter) weil ich mir dachte, zu dem Zeitpunkt seien alle "Horrorszenarien" bereits eingepreist (waren sie nicht, aber das ist eine andere Geschichte).

 

Nach und nach wurde also ein reiner "Aktienkorb" aufgebaut, welcher mit den heutigen Zukäufen ein vorläufiges Ende gefunden hat. Ab jetzt kommen nur noch Umschichtungen infrage, falls die Umstände dieses erforderlich machen sollten. Warum ich diese Aktien anstelle von anderen gekauft habe, werde ich im Laufe der kommenden Tage erläutern.

 

 

Edit: Wie bekomme ich die Datei hier sichtbar anstelle des Links?

 

Edit 2: Dank "jogo08" wurde die Datei im untenstehenden Beitrag mit Anweisung hochgeladen, mal sehen ob ich das nächste Mal es selber schaffe... Dank an jogo08 als Allererstes, mittlerweile auch an Wishmüller mit deiner PN!

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Posted · Edited by jogo08

Bildschirmkopie - Bildbearbeitungsprogramm und als Bild einfügen. Hab ich mal für dich gemacht, sollte aber keine Gewohnheit werden ... :lol:

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Posted · Edited by Carlos

So, fangen wir mal mit der Erklärung an.

 

1. allgemeine Strategie

 

Um es vorweg zu nehmen, ich bin kein Fachmann der es sich erlauben kann Geschäftsberichte so durchzulesen, um sie im Detail interpretieren zu können. Einige Grunddaten der Fundamentaldaten kann ich logischerweise erkennen, dann kommt das hinzu was man in diesem Forum zu lesen bekommt, das was man in den Homepages der Unternehmen lesen kann und... was einige Insider mir vermitteln. Vergangenes Jahr hat es gut funktioniert, leider hatte ich nicht den Mut der "inneren Stimme" zu folgen, und vor Weihnachten alles zu cash zu machen... jetzt strebe ich an, eine jährliche Rendite von 10% zu erzielen (verg. Jahr waren es 17%).

 

2. Risikostrategie

 

Ich versuche, soviel Informationen wie es geht über die einzelnen Unternehmen einzuholen, Internetseiten gibt es dafür genug. Dann versuche ich soweit es geht bekannte "Blue Chips" der verschiedenen Sparten auszuwählen, kleinere Unternehmen werden ins Depot genommen wenn ich irgendetwas attraktives an ihnen sehe. So wie sich die einzelnen Kurse entwickeln, werden SL gesetzt (zwischen 10 und 15% des jeweiligen Wertes, je nach Höhe des Kurses).

 

3. Fundamentalanalyse

 

KGV, Gewinn pro Aktie, Dividendenrendite, Marktkapitalisierung, die finanzielle Stabilität, die Ertragskraft des Untrernehmens, die jeweilige Branche und der Trend, all dies sind Werte die ich mir anschaue (und bedanke mich an dieser Stelle denjenigen Usern die hier normalerweise die Quicktests erstellen) und die zur Entscheidung mit beitragen.

 

4. Branchenwahl

 

Es kommen die üblichen Branchen infrage, die normalerweise ein Aktienportfolio ausmachen.

 

- Chemie und Pharma: machen ca. 13,7% des Gesamten aus

- Finanzen und Versicherungen: ca. 23,6% (hier scheint es mir mittelfristig ein grosses Potential zu geben)

- Rohstoffgewinnung und Metallverarbeitung: ca. 21%

- Auto-, Nutzfahrzeug und Maschinenindustrie: ca. 25%

- Restauration u. Kosmetik: 12,3%

- Neue Technologien: ca. 4,3%

 

Liquide Mittel gibt es derzeit nicht (mehr).

 

Selbstverständlich kann man geteilter Meinung sein über die Branchenverteilung, ein Jeder hat eben seine persönlichen Auffassungen.

 

Als Laufzeit habe ich kein konkretes Ziel. Diese Anlage soll als Altersvorsorge dienen, und wenn es geht sich in den kommenden 5 bis 10 Jahren vermehren. Je nach Gutdünken werden Aktien in Liquidität umgetauscht, um diese dann wieder in Aktien zu investieren.

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Es hat sich heute eine kleine Änderung im Bereich "Finanzen und Versicherungen" ergeben:

 

Habe 30 Stk. Deutsche Bank verkauft (mit leichtem Plus) und dafür 190 Stück der Wirecard ins Depot genommen. Warum? Der Bankensektor wird es dieses Jahr schwer haben, wir wissen nicht was uns in kommenden Quartalesergebnissen noch bevorsteht. Diesen Risiken ist der elektronische Bezahlungsservice nicht ausgesetzt, ausserdem hat Wirecard sehr, sehr gute Ergebnisse heute bekanntgegeben, mit guten Prognosen für das laufende Jahr. Und "gute Prognosen" ist etwas was man kaum vom Banksektor hören wird. Und, falls doch, bin ich ja weiterhin in der DBank investiert...

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Die aktualisierten Version der Aufstellung werde ich 1x im Monat hier aufstellen, Informationen dazu jedoch regelmässiger.

 

Heute, nachdem - wohl bedingt durch die gestrige Bekanntmachung der allgemeinen finanziellen Lage durch den IWF - die Börsen wieder negativ zeichnen, ergibt eine Aktualisierung des Portfolios einen leichten Rückgang der globalen Rendite auf + 1,7%. Es gibt zwei Positionen, die das Gesamtbild eintrüben (Salzgitter mit derzeit - 5% und Wacker Constructions mit fast - 6%) dafür sind die besten Perfomer derzeit weiterhin die Allianz mit + 13,41%, Solarworld mit + 8,4% und Statoil mit 8,1%.

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1. Habe heute einen Aditionsfehler beim Gesamtwert-Einkauf der Bestände festgestellt. Es sind nicht 76.695,60 Euro, sondern ca 500 Euro weniger. Habe 3x nachgerecnet, alle gekauften Positionen mit ihren Einstandskursen multipliziert und das Gesamtergebnis ist wirklich ca. 500 Euro geringer als oben in der Auflistung gezeigt.

 

2. Habe heute die zwei kleinere Positionen bei Salzgitter und bei Wacker Constructions aufgegeben, und den Erlös in Daimler-Aktien umgetauscht, sodass diese jetzt die runde Zahl von 200 Aktien ausmachen.

 

Wacker ist nach Bekanntgabe der Zahlen zwar zuerst gestiegen, aber danach nur gefallen. Als die - 8% erreicht wurden, habe ich sie verkauft. Das gleiche für Salzgitter (obwohl hier der Minuswert prozentual nicht so ausgeprägt war). Aber ca. 50 Euro für die Daimler-Aktien finde ich einfach zu attraktiv, und ich rechne hier mit einem soliden Aufwärtstrend. Die Zukunft wird's zeigen...

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Gibt das Depot dein reales Depot wieder oder nur ein Musterdepot zum spielen/üben? Wenn du handelst, solltest du aber auch die Orderkosten berücksichtigen, bei häufigen Umschichtungen verursacht der Posten nicht unerhebliche Kosten.

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Reales Depot, jogo08. Die Einstandskurse sind inklusive Kosten aufgeführt. Danke für den Hinweis, ich schichte auch nur um wenn ich dafür einen konkreten Grund sehe.

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Unternehmen, welche ich derzeit beobachte:

 

- Banco Santander, WKN 858872: Marktkapitalisierung ca. 80 Milliarden Euro, KGV 8,7, Div.rendite 5,68%.

 

- Homag Group, WKN 529720: Marktkap. 312 Mill. Euro, KGV 7,34, Div.R: 5,68% (Maschinenbau Holzverarbeitung)

 

- SKF Schweden, WKN 852608: Marktkap. 5,6 Milliarden Euro, KGV 10,7, Div.R.: 4,6% (Kugellager, u.ä)

 

- Seadrill Norwegen, WKN A0ERZ0: Marktkap. 7 Milliarden Euro (Erdölförderung)

 

- Roth & Rau, WKN A0JCZ5: Marktkap. 330 Mio. Euro (Plasmasysteme für Photovoltaikindustrie)

 

- Interseroh, WKN 620990: Marktkap. 500 Mio. Euro, KGV 12,3 (Umwelt/Entsorgungsysteme)

 

- Wacker-Neuson, WKN WACK01: Marktkap. 800 Mill. Euro, KGV 8,6, Div.R: 5,6% (dass ich ein SL geacht habe heisst nicht, ich hätte das Interesse am Unternehmen verloren)

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Posted · Edited by Carlos G.

Ich persönlich habe ja auch ein System, aus dem sich eine Gesamtnote ergibt, aber für mich ist das nur ein Filter - über die letztendliche Zusammensetzung meines Depots entscheide ich immer noch selbst und zwar mithilfe von Bauchgefühl und "weichen" Kriterien bzw persönlichen Einschätzungen von Unternehmen und Branchen. Ich würde mich bei der Depotzusammenstellung nicht haargenau an die Tabelle halten, sondern sie lediglich als Filter benutzen.

 

Diesen Satz von genanntem User fand ich beim Durchlesen anderer Musterdepots weiter oben, alle mit wesentlich mehr Aufwand und Kriterien aufgestellt, als meiner hier. Und diesen Satz möchte ich auch hervorheben, um meine eigene Strategie zu bekräftigen. Die meisten Anleger (glaube ich) sind Nicht-Profis und kennen daher nicht das ABC der Börsenanlagen. Ich kann von mir auch nicht behaupten, dass ich das kenne - ich weiss nur, dass man verdammt viel wissen muss, um den Markt outzuperformen... und dass dies den Wenigsten gelingt. Aber - obwohl ich Wave's Kriterium nachvollziehen kann - möchte ich den "externen Lesern" nur raten, lasst Euch nicht von Erfolgsstories beeinflussen die auf "Bauchgefühl und persönlichen Einschätzungen" aufbauen! Um da voranzukommen, muss man verdammt viel Erfahrung haben. Ich weiss wovon ich rede, ich bin selber am Anfang... und erst jetzt - nach ca. 2 Jahren - kann ich den berümten Satz nachvollziehen der da lautet: "Je mehr ich weiss, weiss ich dass ich nix weiss..." Die wirklichen Regeln der Börse, davon haben wir kaum eine Ahnung (wir ---> Nichtprofis).

 

Edit: Einen weiteren Satz (auch von Wave XXL) möchte ich hier einfügen, weil es wieder eine Gemeinsamkeit ist mit meiner eigenen Denke:

 

ich hoffe es ist nicht zu anstrengend meinen allwöchentlichen systemänderungen zu folgen, ich lern einfach jeden tag soviel neues und mache mir die ganze zeit darüber gedanken, so dass mir immer mal wieder was nicht gefällt an dem system....aber ich denke es sind auf jeden fall schritte in die richtige Richtung

 

Auch ich habe einige Anpassungen gemacht, nachdem ich mein Aktiendepot mir zusammengestellt habe...

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Heute will ich hier mal eine Aktualisierung des Depots reinposten, wir hatten einige schlechte Tage in Folge und ich will hier festhalten wie das Depot sich gehalten hat.

 

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Ich hatte ja angekündigt, Salzgitter und Wacker-Neuson verkauft, und dafür Daimler-Aktien zu ca. 51,00 Euro (inkl. Kosten) gekauft zu haben, weil ich mir aus dem Stuttgarter Untenehmen einiges an Wachstumpotenzial vespreche. Nun hat sich aber das Klima weiterhin eingetrübt, was die Zukunft angeht. Ausgehend von den USA, natürlich. Ich fange langsam an ein schlechtes Gefühl zu bekommen, will heissen, bisher dachte ich dass das Schlimmste vorüber sei, und die getroffenen Masnahmen in den kommenden Monaten greifen würden (vielleicht so zum Herbst hin, spätestens zum Anfang 09). Nun kommen mir Zweifel. Das Einzige woran ich jetzt glaube sind Rohöl und Agrarrohstoffe. Beides wird in Zukunft mMn an Wert steigen, sei es schon aus Inflationsgründen. Deswegen sagt ja Jim Rogers ja auch, er investiere in Unternehmen die Landwirtschaftmaschinen herstellen...

 

Einige Meinungen Eurerseits würden mich schon interessieren.

 

PS: Was mich komplett stutzig macht ist dass Wacker-Neuson heute mit + 8,8% dasteht!! Ok, ich hatte einen kleinen Betrag in dieses Unternehmen investiert, aber nach dem Kursverfall diese Tage verwundert mich dieser Upmove doch sehr. Salzgitter, andererseits, ist wieder unter die 110 gefallen, mit mehr Verkaufsdruck derzeit.

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Posted · Edited by Carlos G.

Davon ausgehend dass die Finanzkrise weiter Kreise ziehen, und das allgemeine Kaufvermögen der Bevölkerung relativ schnell abnehmen wird, habe ich mich entschlossen meine Strategie zu dem hier vorgeführten Aktiendepot zu überdenken. Da dies ein Realdepot ist, und es im Vergleich zum Gesamtvermögen nicht - wie ein anderer User in seinem Musterdepot formulierte - "Pinatz" sind, muss ich Vorsicht walten lassen. Ich habe mich daher entschlossen, alles was Finanzen, Versicherungen, Pharma und Industriegüter zu veräussern und mit 3,75% p.a. in ein Geldkonto anzulegen, wo der Betrag jederzeit zur Verfügung steht, wenn ich wieder anlegen will. Was als Aktien bleiben sind die Ölwerte (Statoil habe ich sogar auf das Doppelte aufgestockt), Nord. Affinerie, BASF und Solarworld.

 

Meine Strategie geht eindeutig in Richtung Energie, Rohstoffe und Agrarprodukte. Ich muss hinzufügen, dass zusätzlich zu diesen Aktien noch Fonds in meinem Portfolio enthalten sind (u.a. World Mining und Agrarprodukte), deswegen nehme ich hier gewisse interessante Firmen nicht als Einzelaktien in dieses Depot rein.

 

Ich gehe davon aus, dass die Märkte als Ganzes gesehen schwächer werden. Gründe dafür sind in den letzten Wochen und Tagen genug geschrieben worden, sei es hier im Forum, sei es in externen Quellen. Die USA sind hochverschuldet, und es ist kein Ende in Sicht. Die Abschwächung des Dollars treibt die Rohstoffe in die Höhe, und auch da ist kein Ende in Sicht. Die Agrarprodukte sind enorm angestiegen (die Gründe kennen wir) und hier ist auch kein Ende in Sicht (im Gegenteil, Biokraftsoffe sind ja immer mehr angesagt!). Dies bedeutet für mich, dass golbal gesehen die Bevölkerung immer mehr für die Fortbewegung und Heizung ausgeben wird, sowie für die Ernährung. Alles andere wird danach in Betracht gezogen. Das kann man leicht nachlesen wo beschrieben wird, wie die amerikanische Bevölkerung ihre Lebensgewohnheiten ändert, um sich den jetzigen Begebenheiten anzupassen. Und hier in Europa (im Bereich des "Teuro", aber nicht nur) ist das schon seit Längerem der Fall. Dies will nicht heissen, dass alles sinken wird! Es wird diverse Unternehmen geben, die weiterhin gute Ergebnisse vorzeigen werden, es wird zig Unternhemen geben die weiterhin von der weltweiten Erweiterung der Infrastrukturen profitieren werden. Deswegen werde ich den Aktienmarkt auch weiterhin im Auge behalten, und entsprechend agieren.

 

Ob ich mit diesen hier berichteten Befürchtungen Recht behalten werde oder nicht, wird sich längerfristig zeigen. Ich auf jeden Fall empfinde es als positiv, so gehandelt zu haben.

 

Und als Ergänzung nochmal die globale Ansicht des Depots mit den Werten zum Zeitpunkt, als ich Verkaufsorder gegeben habe:

 

 

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Posted · Edited by Chris1975_bayern

Carlos sprichst du hier von einem Langzeitdepot oder einem Tradingsystem. Deine Aktionsquote ist viel zu hoch.

 

Das soll kein Vorwurf sein. :)

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Posted · Edited by Carlos G.

Etwas schwer zu beantworten, Chris. Ich bin kein Trader, das weiss man hier. Ein Teil des Vermögens war bisher in Aktienfonds angelegt, zum Teil ist es auch heute noch. Davon habe ich einen Teil (viell. ca. 25%) vor einem Monat in Einzelaktien umgetauscht, weil ich (Ende 02/Mitte 03) glaubte, der Abwärtstrend habe zu dem Zeitpunkt sozusagen einen Boden gefunden, dass die schlechten Nachrichten bis dahin eingepreist seien, und dass es bis so ca. Ende des Jahres irgendwie seitwärts verlaufen würde.

 

Bloss dem ist nicht so. Die Lage in den US hat sich verschlimmert, und wir wissen nicht (und können es nicht wissen) wie es weitergeht, bis wann und mit welchen Kosten. Daher habe ich einen Grossteil der Aktien eben zu Bargeld gemacht, und angelegt. Die Sektoren, wo ich meine es gibt für Aktien noch Potenzial, habe ich behalten. Das habe ich versucht, oben in meiner Begründung zu erklären.

 

Normalerweise hast Du Recht: man soll Aktien kaufen und liegenlassen. Und ein 'Stop Loss' setzen. Aber ich bin der fesgten Ansicht dass in meinem Grundgedanken was falsch war: es ist eben doch nicht alles eingepreist, und ich habe - nach Allem was ich diese Tage gelesen habe - die allergrössten Bedenken, dass man in heutigen Zeiten noch so handlen kann. Deswegen wurde schon vor einiger Zeit geschrieben, es sei Zeit für "stock picking". Und da ich gesehen habe dass sich das Umfeld geändert hat (d.h., die Prämissen von denen ich ausgegangen war) musste ich eben eine neue Anpassung vornehmen.

 

Ich habe ja gesagt, ich behalte den Markt weiterhin im Auge. Ich werde sehen, welche Bereiche und/oder Unternehmen sind trotz dieser Krise nicht gesunken oder sogar gestiegen. Und da werde ich versuchen nach und nach die gewonnene Liquidität anzulegen. Aber immer mit dem Gedanken im Hinterkopf dass die Leute jetzt andere Lebensgewohnheiten haben (oder werden haben müssen) weil die Ausgaben mit Sparten des Grundbedarfs immer mehr ansteigen, und immer weniger Geld übrigbleibt für das was bisher so locker gekauft wurde.

 

Ich bin Dir für Deinen Kommentar dankbar, auch für weitere was dieses Thema anbelangt.

 

Edit: Mit "Ende 02/Mitte 03" oben meine ich Ende Feb./Mitte März dieses Jahres!

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So, jetzt sind die Verkaufswerte da und ich kann das Depot aktualisieren. Vorher muss ich ja offen zugeben, komplett von dem derzeit stattfinden Aufwärtstrend überrascht worden zu sein! Ehrlichkeit muss man an erster Stelle gegenübersich selber haben, daher diese Erkenntnis hier. Ich vermute mal dass der Eine oder Andere Anleger mein Experiment hier auch eventuell durchliest, und da ich ja - ich kann's nur immer wieder betonen - zur Sorte der "Nicht-Profis" gehöre, möchte ich auch aus diesem Grund mit offenen Karten spielen.

 

So, wie sieht derzeit denn das Depot aus? Ich habe die Zeilen alle belassen wie das ursprüngliche Raster angelegt war.

 

 

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Ich hatte mir ja vorgenommen, nur in den Rohstoffwerten plus Chemie und Neue Technologien investiert zu bleiben, Statoil habe ich auf das Doppelte aufgestockt, den Verkaufserlös eine Zeitlang anzulegen, wie oben beschrieben. Ich muss sagen, nicht unzufrieden zu sein. Die Gretchenfrage lautet aber: wie würdest Du dastehen, wenn Du alles beim Alten belassen hättest? Solche Überlegungen darf ein Anleger nicht stellen, er muss von seiner Strategie überzeugt sein und den beschlossenen Weg - bis zur nächsten Analyse seines Portfolios - gerade eingehalten.

 

Die Frage die sich jetzt stellt ist: habe ich Recht mit meiner Überzeugung, die Märkte gehen nochmal runter, oder haben die Recht die da sagen "alles bisher Bekannte ist ja schon eingepreist"? Das bisher Bekannte mag ja sein, aber ich gehe ja von weiterreichenden Konsequenzen der Finanzkrise aus. Nicht unbedingt was die Finanzinstitute angeht, sondern vielmehr die Konsequenzen: engere Kreditvergabe an die Unternehmen und an die Privatleute. Mehr Ausgaben durch immer weiter steigende Preise beim Öl und den Nahrungsmitteln, wie weiter oben schon Mal gesagt. Dies alles wird einen Abwärtstrend hervorrufen, der sich mMn erst in einigen Monaten (in den Bilanzen der Unternehmen) niederschlagen wird. Und, falls nicht, habe ich eben falsch gelegen, und müsste dann meine Strategie wieder überdenken. Aber: was dieses Depot angeht, ist ja die Liquidität angelegt, bringt Zinsen und kann jederzeit wieder neu angelegt werden (falls sich die Rahmenbedingungen ändern sollten).

 

So, das war's für heute.

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So, ich habe (bisher) mit meiner Annahme falsch gelegen, komplett daneben. Als ich vor ca. 2 Wochen diverse Titel verkauft habe - das war als es fast eine Woche lang nur negative Schlagzeilen gab - war ich der festen Meinung, es gäbe bald eine Korrektur so um die ca. 8 bis 10%. Basierend auf den schlechten Konjunkturprognosen, auf die horrend teueren Rohstoffe (haupts. Rohöl und die Agrarprodukte) und auf den allgemeinen Pessimismus.

 

Bis plötzlich die Wende kam, von heute auf morgen. Es zeigt sich von dahin bis heute, dass die Nachrichten gemischt ausfallen. Mal gut, mal schlecht. Je nach Unternehmen. Deswegen sagt man ja seit einiger Zeit, es sei "stock picking" angesagt, d.h. man muss sich die gut dastehenden Unternehmen "rauspicken", und in die investieren. Ich habe es ja schon öfters hier gesagt, verzeiht mir die Wiederholung: dieses Aktiendepot musste eine "Kurskorrektur" erleiden, da ich ja meinen Fehler eingestehen muss, und ich investiere derzeit in Werte die zu folgenden Kategorien gehören:

 

- Chemie

- Rohstoffe inkl. Agrarsektor

- Neue Technologien

- Maschinenindustrie

- Finanzwerte

 

Ich versuche dabei stets im Auge zu behalten, konkret in welchen Sektoren die jeweiligen Unternehmen tätig sind und - hauptsächlich - wie sie diese turbulenten Zeiten im Vergleich zu anderen durchgestanden haben. Da es schon ca. 6 Wochen her ist wo ich dieses Depot begonnen habe, kann man vielleicht schon eine Tendenz erkennen. Welche Werte habe ich seit dem letzten Posting aufgenommen?

 

- Deutsche Bank (ich glaube persönlich fest an dieses Unternehmen)

- BP (hier etwas "spekulativ" weil mir die Chancen der Kurssteigerung gut erscheinen, trotz der "russischen Drohung")

- Corn Products (eine der grössten Getreidemühlen der Welt plus Hersteller von Zusatzmitteln für die Nahrungsindustrie)

- Bauer AG (dank eines guten Tipps und wegen der sehr guten Performance, aber weil dieses Unternehmen auch im Rohstoff- und Energiesektor tätig ist, inkl. mit eigens gefertigten Maschinen).

 

Die Aktien von Wirecard habe ich vorher aus Versehen hier gesagt ich hätte sie veräussert, was falsch war. Bitte Euch um Entschuldigung dafür.

 

So, die Frage ist nun: was mache ich mit der Liquidität? Steige ich weiter ein oder warte ich? Ich überlege wartend... Es gäbe da noch 2 oder 3 Werte die ich gerne reinnehmen würde, aber die sind mittlerweile zu teuer geworden. Das heisst, in meinen Augen zu teuer.

 

- BHP Billiton: schon zu nah am ATH

- Seadrill Norwegen: bereits zu teuer

- Heinz: praktisch am Wert des ATH

- Danone: ditto, KGV derzeit über 20!

- Deere & Co: ebenfalls

- Bunge (GB): ebenfalls

 

In Beobachtung stehen bei mir, unter anderem:

 

- Total (WKN 882930)

- Kraft Foods (WKN 655910)

- Tognum (WKN A0N4P4)

 

So, kommen wir nun zum aktuellen Stand des Depots:

 

 

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Kommentare sind gerngesehen (dafür zeige ich ja das Depot ja hier).

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So, ich habe (bisher) mit meiner Annahme falsch gelegen, komplett daneben. Als ich vor ca. 2 Wochen diverse Titel verkauft habe - das war als es fast eine Woche lang nur negative Schlagzeilen gab - war ich der festen Meinung, es gäbe bald eine Korrektur so um die ca. 8 bis 10%. Basierend auf den schlechten Konjunkturprognosen, auf die horrend teueren Rohstoffe (haupts. Rohöl und die Agrarprodukte) und auf den allgemeinen Pessimismus.

 

Bis plötzlich die Wende kam, von heute auf morgen. Es zeigt sich von dahin bis heute, dass die Nachrichten gemischt ausfallen. Mal gut, mal schlecht. Je nach Unternehmen. Deswegen sagt man ja seit einiger Zeit, es sei "stock picking" angesagt, d.h. man muss sich die gut dastehenden Unternehmen "rauspicken", und in die investieren. Ich habe es ja schon öfters hier gesagt, verzeiht mir die Wiederholung: dieses Aktiendepot musste eine "Kurskorrektur" erleiden, da ich ja meinen Fehler eingestehen muss, und ich investiere derzeit in Werte die zu folgenden Kategorien gehören:

 

Kommentare sind gerngesehen (dafür zeige ich ja das Depot ja hier).

 

Reicht dir: Ich habs dir ja gesagt?

 

Market Timing funktioniert nicht.

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Reicht dir: Ich habs dir ja gesagt?

Market Timing funktioniert nicht.

Ein Gegenbeispiel ist kein Beweis sondern einfach nur ein Gegenbeispiel. Kein Mensch der an Markettiming glaubt wird sinnvoller weise behaupten, dass es immer funktioniert.

 

@Carlos

Ein spannender Thread :respect:

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ich seh schon - das fängt ähnlich an wie bei meinen musterdepots :D

 

schön, dass du bauer mitreingenommen hast, bin voll angetan von denen :thumbsup:

 

was das markttiming angeht: ich habe das schon längst aufgegeben....wenn ein titel günstig ist, dann kauf ich ihn, wenn nicht, dann schau ich mich nach andern titeln um....aber zu warten und zu hoffen, vlt noch ein paar prozente günstiger einsteigen zu können, hat mich zumindest viele prozente nach oben gekostet :(

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....aber zu warten und zu hoffen, vlt noch ein paar prozente günstiger einsteigen zu können, hat mich zumindest viele prozente nach oben gekostet :(

 

Das hat auch mit Market Timing nichts zu tun - das ist Erbsenzählerei.

 

Gruß

-man

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naja mir ging es ähnlich wie carlos - hab auch gedacht es geht noch mal runter, und dann ging plötzlich der zug ab....aber egal ob erbsenzählerei oder markettiming (was ist das dann), wenn man gute günstige aktien sieht ---->kaufen, seh ich zumindest so

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Ich bedanke mich für Eure Worte, wirklich. Aber eines möchte ich richtigstellen: ich habe die Titel verkauft nicht aus "Markettiming" heraus, also um "gut zu verkaufen um dann besser einzukaufen", sondern weil ich fest überzeugt war, jetzt kommt ein "downmove" (so wie Ende 07/Anfang 08 vergangenen Jahres, um nur ein Beispiel zu nennen). Aber Ihr mögt Recht haben, vielleicht ist es gerade das, das "Markettiming"... bloss, 2007 habe ich gut daran verdient (sodass mein Gesamtdepot noch heute im Plus steht) und jetzt wollte ich mich "schützen"... aber die Grundregeln sind eben anders, da muss man verdammt auf der Hut sein!

 

Vielleicht bin ich im Grunde doch irgendwie zum "zocken" veranlagt... oder ist es nicht rechtens wenn man versucht seine Anlagen zu schützen, wie oben schon erwähnt? Dass man da Risiken eingeht, klar. Aber wie Ihr seht, allzu falsch habe ich ja (bislang) nicht gelegen. Vielleicht hätte ich anderseitig mehr an der Situation verdient, als so. Aber die Voraussetzungen die vor 2 bis 3 W"ochen herrschten deuteten für mich eindeutig in einen "downmove", ich wundere mich nur dass der bisher nicht eingetreten ist. Grund meiner Denke ist ja genug meinerseits erklärt worden.

 

Dank' Euch nochmals!

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Aber die Voraussetzungen die vor 2 bis 3 W"ochen herrschten deuteten für mich eindeutig in einen "downmove", ich wundere mich nur dass der bisher nicht eingetreten ist. Grund meiner Denke ist ja genug meinerseits erklärt worden.

 

Das ist das Problem, wenn man "Markettiming" auf der unteren Ebene betreiben will. Das gilt sowohl für fundamental-nachrichtentechnisch getriebene Entscheidungen, als auch für charttechnische, die auf der üblichen "DAX-100 Punkte rauf und 100 Punkte runter-Methode" basieren. In derartigen Fällen muss man all den GRUMELFANTEN Zuspruch gewähren.

 

Carlos, der Ausstieg aus Aktien wurde schon wesentlich früher angezeigt, zumindest für die, die übergeordentes Markettiming - verbunden mit variierendem Kapitalensatz - betreiben.

 

Wave, damit dürfte auch Deine Frage beantwortet sein.

 

Gruß

-man

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Das ist das Problem, wenn man "Markettiming" auf der unteren Ebene betreiben will. Das gilt sowohl für fundamental-nachrichtentechnisch getriebene Entscheidungen, als auch für charttechnische, die auf der üblichen "DAX-100 Punkte rauf und 100 Punkte runter-Methode" basieren. In derartigen Fällen muss man all den GRUMELFANTEN Zuspruch gewähren.

 

Carlos, der Ausstieg aus Aktien wurde schon wesentlich früher angezeigt, zumindest für die, die übergeordentes Markettiming - verbunden mit variierendem Kapitalensatz - betreiben.

 

Wave, damit dürfte auch Deine Frage beantwortet sein.

 

Gruß

-man

 

Weiss ich, ich hatte die Entscheidung Mitte Dezember treffen wollen. Aus Gründen die jetzt hier nicht reingehören tat ich es nicht. Ab da ist es "Navigieren nach Sichtflugregeln"... ich weiss, das stört Euch Profis ungemein, aber auch früher in der Mythologie gab es Götter, Halbgötter, kleinere Götter ("lesser Gods") und Normalsterbliche. Ich gehöre unmissverständlich zu dieser letzten Kategorie. Wir müssen eben mehr Federn lassen... aber auch Halbgötter sehen ab und zu ihre Federn dahinschmelzen...

 

Gruss back, -man

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ich weiss, das stört Euch Profis ungemein, aber auch früher in der Mythologie gab es Götter, Halbgötter, kleinere Götter ("lesser Gods") und Normalsterbliche. Ich gehöre unmissverständlich zu dieser letzten Kategorie. Wir müssen eben mehr Federn lassen... aber auch Halbgötter sehen ab und zu ihre Federn dahinschmelzen...

 

Gruss back, -man

 

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen, mit Profis und jeglicher Art von Göttern habe auch ich nichts gemein. Und mit den Federn verhält es sich so, dass sie in der Summe nicht lichter, sondern dichter werden müssen.

 

Gruß

-man

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