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Sapine

Altersvorsorge, Rente (Nachrichten, Analysen und Kommentare)

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chirlu
· bearbeitet von chirlu
vor 28 Minuten von Barqu:

[OT]

Müsste das nicht Versicherer*innen heißen?

[/OT]

 

„Aus Kundensicht“ finde ich ja problematischer. :-* Auch (aus den nicht zitierten Abschnitten):

Zitat

Wer würde in einen Vorsorgevertrag investieren, wenn er davon ausgehen muss, dass er damit real Geld verliert?

 

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cfbdsir
· bearbeitet von cfbdsir

Progressive Rente: gab es bis 1992 in D. Bis zur geistig-moralischen Wende wurden niedrige Renten aufgewertet: Vor 1992 wurde auf bis zu 75% des RV-Durchschnitts aufgewertet (Höhernewertung) 

 

Bei Ausbildungszeiten wurde das beibehalten. Wieso nicht wie in Österreich den Beitragssatz anheben? In der OECD ist das Renten-Niveau gut 51% und in den D nur beigut 41%. In Dänemarkist esknapp doppelt so hoch mit 80%. https://growney.de/blog/deutschlands-rente-im-internationalen-vergleich

vor 20 Minuten von Barqu:

Müsste das nicht Versicherer*innen heißen?

Da muss man sich nicht über das niedrige Renten-Niveau wundern. Das dürfte nur knapp unterm dt. Geistesdurchschnitt liegen. Altherrenwitz versus Altersversorgung auf OECD - Niveau

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 28 Minuten von cfbdsir:

 In der OECD ist das Renten-Niveau gut 51% und in den D nur bei gut 41%.

 

Oh! Da machst Du aber ein Riesen-Fass auf.

 

Das Bundesministerium für Arbeit uns Soziales schreibt:

  1. Das Rentenniveau 2023 bei 48 Prozent (also deutlich höher als 41%)
  2. Mit der Niveauschutzklausel soll auch bis 2025 sichergestellt werden, dass in der Zeit bis zum 1. Juli 2025 das Mindestsicherungsniveau von 48 Prozent nicht unterschritten wird.
  3. Hubertus Heil wird zitiert: "Deshalb werden wir die Haltelinie von 48 Prozent über das Jahr 2025 hinaus sichern, damit die gesetzliche Rente verlässlich bleibt."

Abgesehen davon ist das Rentenniveau nur eine Zahl. In der politischen Diskussion wird sie häufig verwendet - aber kaum jemand weiß, was sie eigentlich bedeutet:

 

Die deutsche Rentenversicherung schreibt:

Zitat

Was ist das Rentenniveau?

 

Das Rentenniveau zeigt die Relation zwischen der Höhe einer Rente (45 Jahre Beitragszahlung auf Basis eines durchschnittlichen Einkommens) und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitsnehmers/einer Arbeitnehmerin.

 

Zur Berechnung steht dort:

Zitat

Wird das Rentenniveau als Brutto- oder Netto-Wert angegeben?

 

Das Rentenniveau wird als Netto-Wert vor Steuern angegeben. Von der normalen Rente werden die Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung) abgezogen. Vom durchschnittlichen Brutto-Einkommen ebenfalls die durchschnittlichen Sozialabgaben (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) sowie zusätzlich der durchschnittliche Aufwand zur privaten Altersvorsorge. Steuern werden nicht berücksichtigt, da mit Einführung der nachgelagerten Besteuerung seit 2005 Renten nicht mehr einheitlich besteuert werden.

 

Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein, dass das ziemlich kompliziert ist - und sich Werte von verschiedenen Ländern nicht so einfach miteinander vergleichen lassen.

 

vor 28 Minuten von cfbdsir:

 In Dänemarkist esknapp doppelt so hoch mit 80%. https://growney.de/blog/deutschlands-rente-im-internationalen-vergleich

 

Hierzu gibt es auch einen "Faktencheck"-Artikel von correctiv.org.

Zitat

Die Wissenschaftlerin schließt daraus: „Aus meiner Sicht zeigen die Zahlen der OECD ein fiktives Geschehen, das mit der Realität in den einzelnen Ländern wenig zu tun hat, insofern ist das Diagramm – zumal ohne Darstellung der von der OECD gemachten Prämissen – irreführend.“ 

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cfbdsir
· bearbeitet von cfbdsir
vor 12 Minuten von stagflation:

Das Rentenniveau 2023 bei 48 Prozent (also deutlich höher als 41%)

Von was? Die OECD schneidet die Einkommen nicht willkürlich bei gut 100% des RV-pflichtigen Durchschnittsentgeltes ab u d setzt reale Rente, nicht Phantasierenten auf Basis von 45 Beitragsjahren an. 

vor 12 Minuten von stagflation:

Mit der Niveauschutzklausel soll auch bis 2025 sichergestellt werden, dass in der Zeit bis zum 1. Juli 2025 das Mindestsicherungsniveau von 48 Prozent nicht unterschritten wird.

Des  Wertes, den die RV zugrundelegt, der aber auf ei er phantastischen Erwerbsbiographie beruht. 

vor 12 Minuten von stagflation:

Hierzu gibt es auch einen "Faktencheck"-Artikel von correctiv.org.

Das bezieht sich NICHT auf die OECD Zahlen. Die OECD bescheinigt Griechenland NICHT ein Rentenniveau von über 80%. Der correctiv-Artikel beschäftigt sich mit phantastischen Modellrechnungen. 

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 8 Stunden von s1lv3r:

maximale PIB-Kosten

Ja, Sie nutzen leider die Muster-PIBs. Die sind aber immer mit dem Entnahmen aus dem Vertragsguthaben mit dem teuersten Fonds der Fondsliste einer Fondspolice berechnet. Ich zeig euch das am Beispiel der Condor Basisrente mal auf mit drei PIBs anbei:

 

Muster von der Homepage, Provisionstarif C79 EN

Muster von der Homepage, Nettotarif C79 H

Selbst ausgerechneter Tarif, Nettotarif C79 H mit MSCI World zu 100%

 

Wenn man natürlich annimmt, dass die Entnahmen aus dem Vertragsguthaben MONATLICH im Nettotarif mit dem teuersten Fonds 0,23% betragen (also jährlich 2,76%), dann kann das nur schlimme Ergebnisse liefern.

 

In der Realität sieht die Entnahme aus dem Vertragsguthaben MONATLICH mit einem MSCI World im Nettotarif dann mit 0,04% (also jährlich 0,48%) schon ganz ganz anders aus. Hier https://www.makler-tarifrechner.de/lvw/startseite/index.php für jeden Nachrechenbar.

C79 EN Muster.PDF C79 H Muster.PDF C79 H Real.PDF

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s1lv3r

@satgar Es wird ja insbesondere bemängelt, dass die Rentenphase von der Rendite schwach und rechnerisch eine Blackbox ist. Das ist ja eine durchaus valide Kritik würde ich denken. Der C79 H ist doch auch kein Tarif, bei dem es ein Verrentungsmodell mit (teilweiser) Anlage in Wertpapiere gibt, oder? Gibt es solch einen Tarif überhaupt?

 

Was meiner Meinung nach, aber maximal unglaubwürdig ist, ist die Angabe von -0,1% durchschnittlicher Nominalrendite in der Rentenphase ... die Rechnung kann doch selbst für einen Provisionstarif nur funktionieren, in dem man an dieser Stelle auch wieder unehrlich und künstlich trickst (nur Garantierente, absolut keine Überschüsse für den gesamten Rentenzeitraum?).

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satgar
vor 25 Minuten von s1lv3r:

@satgar Es wird ja insbesondere bemängelt, dass die Rentenphase von der Rendite schwach und rechnerisch eine Blackbox ist. Das ist ja eine durchaus valide Kritik würde ich denken. Der C79 H ist doch auch kein Tarif, bei dem es ein Verrentungsmodell mit (teilweiser) Anlage in Wertpapiere gibt, oder? Gibt es solch einen Tarif überhaupt?

 

Was meiner Meinung nach, aber maximal unglaubwürdig ist, ist die Angabe von -0,1% durchschnittlicher Nominalrendite in der Rentenphase ... die Rechnung kann doch selbst für einen Provisionstarif nur funktionieren, in dem man an dieser Stelle auch wieder unehrlich und künstlich trickst (nur Garantierente, absolut keine Überschüsse für den gesamten Rentenzeitraum?).

Es gibt immer mehr Rentenpolicen die einen zumindest teilweise Fondsgebundenen Rentenbezug haben. Es ist aber noch sehr selten. Der Condor Tarif hat klassische die Anlage im Sicherungsvermögen des Versicherers und somit Wertpapiere vornehmlich in Anleihen.

 

Stimme dir aber zu, dass ich auch die Rentenphase der Vereinsberechnung nicht voll nachvollziehen kann. Da die Sparphase aber schon nicht stimmt, wird wahrscheinlich auch dort (du hattest Aspekte genannt) mit dem GAU gerechnet worden sein. Sowas finde ich wie künstlich geschönte Hochrechnungen für ebenso kritikwürdig.

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stagflation
vor 8 Stunden von satgar:

 Da die Sparphase aber schon nicht stimmt.

 

Na ja, was heißt: "die stimmt nicht"?

 

In der Technik ist es üblich, mit dem Worst Case zu rechnen. Nehmt eine Brücke, von der man weiß, dass sie nachts, wenn wenig Verkehr ist, 200 Tonnen tragen muss. Tagsüber im Mittel 1.000 Tonnen. Und dass es in seltenen Situationen auch mal 2.000 Tonnen sein müssen. Diese Brücke sollte man doch so konstruieren, dass sie die Spitzenlast aushält?

 

Die Versicherungen hätten zwei Möglichkeiten:

  1. sie schmeißen die teuren aktiven Fonds raus, wodurch die "teuersten Kosten" sinken
  2. sie geben zusätzlich noch die Daten an für den Fonds, den der Kunde wählt

Frage: gibt es bei einigen Versicherungen die Lösung (2) - also dass man beispielsweise "iShares MSCI World ETF" eingeben kann - und dass dann die Effektivkosten berechnet werden?

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 1 Minute von stagflation:

 

Na ja, was heißt: "die stimmt nicht"?

 

In der Technik ist es üblich, mit dem Worst Case zu rechnen. Nehmt eine Brücke, von der man weiß, dass sie nachts, wenn wenig Verkehr ist, 200 Tonnen tragen muss. Tagsüber im Mittel 1.000 Tonnen. Und dass es in seltenen Situationen auch mal 2.000 Tonnen sein müssen. Diese Brücke sollte man doch so konstruieren, dass sie die Spitzenlast aushält?

 

Die Versicherungen hätten zwei Möglichkeiten:

  1. sie schmeißen die teuren aktiven Fonds raus, wodurch die "teuersten Kosten" sinken
  2. sie geben zusätzlich noch die Daten an für den Fonds, den der Kunde wählt

Frage: gibt es bei einigen Versicherungen die Lösung (2) - also dass man beispielsweise "iShares MSCI World ETF" eingeben kann - und dass dann die Effektivkosten berechnet werden?

Siehe meine angehangenen PDFs bei den Einzelkosten.Dort wird es heraus gestellt.

 

Aktive Fonds heraus zu schmeißen und dem Kunden nicht mehr die Wahl zu lassen, die überhaupt nehmen zu dürfen, hielte ich für übergriffig und falsch.

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stagflation
Gerade eben von satgar:

Siehe meine angefangenen PDFs bei den Einzelkosten.Dort wird es heraus gestellt.

 

Sorry, verstehe ich nicht? Was wird da herausgestellt?

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 2 Minuten von stagflation:

 

Sorry, verstehe ich nicht? Was wird da herausgestellt?

Es gibt eine Kostenbelastung, die bezieht sich auf das Vertragsguthaben, dort wird ein Max. Wert von mtl. 0,23% benannt. In der von mir real berechneten Datei mit dem MSCI World wird dann auch die tatsächliche Belastung mit diesem Fonds als „aktuelle Kostenbelastung“ ausgewiesen. Die Versicherer zeigen (nicht alle übrigens!) sehr wohl den Unterschied zwischen Maximalwert und tatsächlichem Wert.

 

Diese Angabe gibt es aber nicht in den Muster-PIBs, weshalb der Verein nur mit den Max. Werten gerechnet hatte. Und das ist halt Unsinn.

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chirlu
· bearbeitet von chirlu
vor 35 Minuten von stagflation:

Die Versicherungen hätten zwei Möglichkeiten:

  1. (…)
  2. sie geben zusätzlich noch die Daten an für den Fonds, den der Kunde wählt

Frage: gibt es bei einigen Versicherungen die Lösung (2) - also dass man beispielsweise "iShares MSCI World ETF" eingeben kann - und dass dann die Effektivkosten berechnet werden?

 

Ja, natürlich. „Finanzwende Recherche“ rechnet trotzdem mit dem teuersten Fonds.

 

Könnte man beim Supermarkt auch machen: Man kann dort zwar Zutaten für ein vollwertiges Familienessen für z.B. 10 Euro kaufen, man kann aber auch 200 Euro ausgeben – Note 5.

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stagflation

Wenn ich es richtig verstehe, hast Du:

  • einmal das allgemeine PIB gepostet, was auf 3,63% Effektivkosten kommt, weil es mit dem teuersten Fonds rechnet - und vermutlich auch Kickbacks usw. nicht berücksichtigt und zusätzlich.
  • ein spezielles PIB für einen Kunden, der einen MSCI World ETF wählt und deshalb bei 0,64% Effektivkosten landet

Das ist soweit nachvollziehbar - und das sind auch die Kosten, die ich aus Deinen anderen Beiträgen in Erinnerung habe.

 

An dieser Stelle gibt es aber bereits zwei Besonderheiten:

  1. Du hast Honorartarife gewählt. Den meisten Kunden stehen diese aber nicht zur Verfügung, weil die gar nicht wissen, dass es so etwas gibt.
  2. Du hast als Fonds die einzig sinnvolle Variante gewählt - nämlich einen World ETF. Viele Anleger wissen aber nicht, dass das die beste Variante ist - und wählen Fonds, die teurer sind und die weniger Rendite bringen.

Wäre es also fair, in einem Test für jede Versicherung den Honorartarif mit einem World ETF zu betrachten? Vermutlich auch nicht, oder? Die Wahrheit liegt also vermutlich irgendwo in der Mitte zwischen Deiner "Best Case" Berechnung und der angenommenen "Worst Case" Berechnung des Artikels.

 

Übrigens wissen wir gar nicht so ganz genau, wie Finanzwende gerechnet hat. Sie schreiben:

Zitat

 

Eine Auswertung zeigt: Bei typischen Rürup-Verträgen macht es kaum einen Unterschied, ob die angenommene Wertentwicklung bei 4 oder 5 Prozent liegt – nach Kosten bleiben durchschnittlich 2,1 Prozent übrig.

 

Das würde ich so interpretieren, dass sie mit Effektivkosten zwischen 1,9 und 2,9% pro Jahr gerechnet haben - also weniger als Dein Worst Case.

 

vor 33 Minuten von satgar:

Aktive Fonds heraus zu schmeißen und dem Kunden nicht mehr die Wahl zu lassen, die überhaupt nehmen zu dürfen, hielte ich für übergriffig und falsch.

Na ja, was heißt "übergriffig und falsch"? Du würdest in einen breit diversifizierten ETF anlegen, ich würde es tun, @chirlu würde es so machen. Es ist auch das, was wir Ratsuchenden hier empfehlen.

 

Was wäre also falsch daran, wenn die Versicherungen nur noch preiswerte passive ETFs anbieten würden?

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 6 Minuten von stagflation:

Was wäre also falsch daran, wenn die Versicherungen nur noch preiswerte passive ETFs anbieten würden?

Es gibt aber Personen, die auch aktive Fonds wählen wollen, genauso wie bei jedem Broker und Depot auch. Nur weil Versicherer einer größeren Kostentransparenz unterliegen, soll man den Kunden verbieten, auch aktive Fonds wählen zu dürfen? Nein, in Ordnung ist das nicht.

 

vor 6 Minuten von stagflation:

Du hast Honorartarife gewählt. Den meisten Kunden stehen diese aber nicht zur Verfügung, weil die gar nicht wissen, dass es so etwas gibt.

Ich habe sowohl Muster PIB des Provisionstarif hochgeladen als auch zwei Nettotarife (Muster und reale Berechnung; steht aber auch in meiner Nachricht oben ;)) Aufgrund der hohen Fondskosten, die angesetzt wurden, sind sogar die Abschluss und Vertriebskosten gar nicht mal so das Problem. Denn die Fondskosten fallen ja jährlich laufend an. Das macht den Effekt hier deutlich drastischer als der Unterschied zwischen Provisions- und Honorartarif. Das wird auch an der Effektivkostenquote deutlich.

 

vor 6 Minuten von stagflation:

Das würde ich so interpretieren, dass sie mit Effektivkosten zwischen 1,9 und 2,9% pro Jahr gerechnet haben - also weniger als Dein Worst Case.

Da stecken auch Produkte ohne Fonds (also klassisch verzinste Produkte die gar keine Fondskosten haben) drin als auch Produkte mit endfälligen Beitragsgarantien. Die verzerren das Bild wieder enorm. Gerade Produkte ohne generelle Fondsanteile nach unten hin, weil diese (logischer Weise ohne jegliche Fonds und damit insbesondere aktive Fonds) deutlich billiger aussehen.

vor 6 Minuten von stagflation:

auch Kickbacks usw. nicht berücksichtigt und zusätzlich

Dürfen in PIBs übrigens nie berücksichtigt werden.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

@satgar: Du hast meine Frage nicht beantwortet: wie würdest Du einen "fairen" Vergleichs-Test machen? Mit "Best Case" Berechnungen?

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satgar
Gerade eben von stagflation:

@satgar: Du hast meine Frage nicht beantwortet: wie würdest Du einen "fairen" Test machen? Mit "Best Case" Berechnungen?

Das ist eine sehr gute Frage. Zunächst mal muss man jede enthaltene Kapitalanlageform von einander dezidiert trennen , was die Finanzwende in den Details auch gemacht hat, aber nicht in der Pressemitteilung. Es muss also zunächst unterschieden werden zwischen:

 

Rein verzinste Police

Police mit Index Wetten

Fonds-Policen mit endfälligen Beitragsgarantie von bis zu 100% 

reine Fondspolicen ohne Garantien

 

Und dann müsste man zu jeder Form der Kapitalanlage eine Worst Case, eine Best Case und eine mittlere Variante machen. Ein bisschen wie bei den Basisinformationsblättern von Fonds selbst. Pessimistische Variante, optimistische und mittlere halt. 
 

Das Bild würde dann deutlich differenzierter.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

@satgar: wenn Versicherungen ein ganz normales Produkt wären und wenn sie auch mit normalen Vertriebsmethoden verkauft würden, dann würde ich Dir 100% zustimmen.

 

Dann könnte man sagen: Rentenversicherungen sind nun mal kompliziert. Wir möchten einen freien Markt. Die Versicherer sollen selbst entscheiden können, was sie anbieten - und wenn sie die Produkte komplizierter machen, als sie sein müssten: auch gut. Der Bürger ist mündig. Wenn er ein Produkt nicht versteht, dann soll er es halt nicht kaufen.

 

Bei Optionsscheinen, Futures, teuren Reisen oder vielen anderen Produkten ist das ja auch so.

 

Bei Rentenversicherungen gibt es aber zwei Besonderheiten:

  1. Der Staat selbst fordert die Bürger über politische Kampagnen, Steuergesetze und Zulagen dazu auf, solche Produkte abzuschließen. Wenn er das tut, sollte er aber auch zu Kenntnis nehmen, dass 90% der Bürger diese Produkte nicht verstehen. Und dann sollte er für Transparenz sorgen, damit die Kunden wissen, worum es geht. Außerdem sollte er dafür sorgen, dass die Kunden keine für sie ungünstigen Fonds wählen.
     
  2. Die zweite Besonderheit sind die Vertriebsmethoden. Wenn Hersteller von Lebensmitteln falsche Versprechungen machen, werden sie abgemahnt. Wenn Autohersteller ihre Verkäufer an die Universitäten schicken würden - und den Studis beim Mittagessen Autos mit dem Versprechen "kaufe dieses Auto oder Du wirst in Altersarmut enden" verkaufen würden, würden sie abgemahnt werden. Aber es scheint völlig okay zu sein, wenn manche Versicherungsverkäufer junge Menschen unter Vorspielen eines Vertrauensverhältnisses zu Altersvorsorge-Verträgen überreden, die denen mitunter gar nicht bei der "Altersvorsorge" helfen.

Da ist also einiges im Argen. Dein Vorschlag ist im Prinzip richtig - aber er würde nicht viel helfen, weil 90% der Menschen solche Testergebnisse nicht verstehen können. Wir brauchen etwas einfacheres. Beispielsweise eine einfache Zahl wie "Effektivkosten", die erwartete Rendite oder eine sonstige aussagekräftige Zahl. Dann gäbe es auch mehr Wettbewerb zwischen den Versicherern. Die Kosten würden sinken und gute und preiswerte Produkte wären nicht nur den Experten vorbehalten, die sich gut auskennen.

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satgar
vor 6 Stunden von stagflation:

Beispielsweise eine einfache Zahl wie "Effektivkosten",

Ich find die ja auch super, und du hast ja auch mit einigem Recht. Allerdings müssen dann für alle die gleichen Spielregeln gelten. Der Gesetzgeber hat es hier wieder gut gemeint, aber schlecht gemacht.

 

Das Muster-PIB sollte doch eigentlich dafür da sein, den Versicherungsmantel zu bewerten. Wie gut ist die Rüruprente, die ich mir da einkaufe, was kostet dieser Versicherungsmantel. Und nicht: was kostet dieser Versicherungsmantel mit dem teuersten Fonds des Versicherers? Denn:

 

- der Versicherer mit großer Fondsauswahl und dabei auch sehr teuren, aktiven Fonds, wird optisch bestraft (wenn er z.B. einen Fonds mit 3% TER hätte gegenüber einem anderen VR, der nur einen nutzt mit 2,5% TER oder 2% TER)

- Extrembeispiel die Mylife, die nur auf ETFs setzt. Die kann sich im Muster sehr über deren günstige Effektivkostenquote freuen (siehe anbei)

 

ABER: das sagt halt nichts über die Kosten des eigentlichen Versicherungsmantels aus, den wir ja bewerten wollen. Es kann auch sein, dass der Versicherungsmantel der myLife sogar teurer ist, als z.B. jener der Condor was anhand einer konkreten Berechnung erst dann auffallen würde, wenn beide Anbieter real mit dem exakt gleichen Fonds/ETF berechnet würden. Dann kann man von der Effektivkostenquote die TER des Fonds abziehen und weiß letztlich, was der Versicherungsmantel kostet.

 

Nach dem Muster PIB und meinem Condor Real Beispiel kosten beide 0,64% inkl. Fonds TER. Bei der Condor habe ich den iShares MSCI World zu 0,20% benutzt, was die myLife benutzt hat, ist unklar (wie immer beim Muster). Der Condor Versicherungsmantel kostet also 0,44% zzgl. Fonds TER.

 

Nähmen wir mal nur ganz kurz an, die myLife WÜRDE mit einem S&P 500 zu 0,05% TER rechnen, würde deren Versicherungsmantel mit 0,59% dann teurer sein.

 

DAS kritisiere ich an den Muster PIBs. Sie verschleiern die wahren Kosten des eigentlichen Produktes um das es geht, in dem Sie Fondskosten mit reinziehen, die je nach Muster und Versicherer unterschiedlich sind. Das hilft dann überhaupt nicht mehr. Und nutzt man dass dann für einen Marktvergleich von Versicherern, bringt das Ergebnis nach meinem Dafürhalten keinem was wenn das Ergebnis am Ende ist: es gäbe keinen Nutzen einer Rüruprente, also solch eines Versicherungsmantels an sich, obwohl man das mit den Mustern isoliert gar nicht ermitteln kann.

 

 

myLife Muster PIb.pdf

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor 9 Stunden von stagflation:

Wir brauchen etwas einfacheres. Beispielsweise eine einfache Zahl wie "Effektivkosten" [...]

 

So etwas gibt es ja. :) Wenn du zu einem Honorarberater gehst, gibst du deine Daten an (dein Alter, gewünschte monatliche Rate/Höhe der Einmalzahlung, deine Fondsauswahl mit z.B. 100% MSCI World) und der gibt dir dann von 3, 4 oder 5 passenden Anbietern PIBs mit deinen realen Daten. (Bei dem öfter hier im Forum genannten, kann man die PIBs sogar einfach kostenlos direkt auf der Website anfordern.)

 

In den PIBs steht dann ganz oben prominent die errechnete Effektivkostenquote in % p.a. mit deinen persönlichen Variablen.

 

(100% ausreichend ist diese eine Zahl natürlich nicht, um die passende Versicherung auszusuchen - da gibt es halt viel Komplexität im Detail, aber das ist die TER bei ETF ja auch nicht, aber sie ist halt schon einmal ein sehr sehr guter Anfangsindikator für eine Auswahl.)

 

Das Problem ist viel mehr, dass die Kunden gar nicht so weit kommen. 99% der Kunden sind halt nicht so weit, irgendetwas selber zu vergleichen, oder überhaupt auf die Kosten zu achten. Die lassen sich die teuren Versicherungen von Menschen mit guten "Überzeugungskünsten" (und eindeutigen Interessenkonflikten) andrehen - die meisten von denen würden die Versicherung wohl auch kaufen, wenn in dem ihnen vor Vertragsabschluss ausgehändigten PIB in roter Schrift "Halt bitte nicht unterschreiben - diese Versicherung ist zu teuer!" stehen würde.

 

Und an der Stelle hat sich die Finanzwende meiner Meinung nach halt total verrannt. Die rechnen mit fast genauso betrügerischen Mitteln, wie von den unseriösen Verkäufern der Versicherungen gerechnet wird, halt bloß in die entgegengesetzte Richtung. Anstatt einfach viel mehr auf das Hauptproblem der Interessenkonflikte im Vertrieb einzugehen und auch herauszustellen, dass z.B. Nettopolicen eben ein guter Weg sind um die Kosten von Versicherungen zu minimieren, der Kunde an diese bloß leider immer noch sehr schwer herankommt.

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satgar
vor 6 Minuten von s1lv3r:

Und an der Stelle hat sich die Finanzwende meiner Meinung nach halt total verrannt. Die rechnen mit fast genauso betrügerischen Mitteln, wie von den unseriösen Verkäufern der Versicherungen gerechnet wird, halt bloß in die entgegengesetzte Richtung. Anstatt einfach viel mehr auf das Hauptproblem der Interessenkonflikte im Vertrieb einzugehen und auch herauszustellen, dass z.B. Nettopolicen eben ein guter Weg sind um die Kosten von Versicherungen zu minimieren, der Kunde an diese bloß leider immer noch sehr schwer herankommt.

Ich stimme dir da absolut zu. Tenor hätte sein sollen:

 

- Achtung, es gibt viel zu viele überteuerte Produkte. Achtet bei Geldanlage auf die Kosten. Altersvorsorge = Geldanlage, daher wichtig

- Lösung: nettotarife. Informiert euch, holt euch Angebote ein. Es gibt Lösungen für diese überteuerten Tarife

- Finanztest ist da schon ein kleines Stück weiter und nimmt in Rentenversicherungstests nun vermehrt auch Nettotarife auf. Es wird aber keine Endnote vergeben, da das zu zahlende Honorar unklar ist (stimmt auch). Trotzdem sollte man die Leute mehr dazu bringen, hier hin zu schauen.

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chirlu
Am 6.2.2024 um 11:50 von s1lv3r:

Was meiner Meinung nach, aber maximal unglaubwürdig ist, ist die Angabe von -0,1% durchschnittlicher Nominalrendite in der Rentenphase ... die Rechnung kann doch selbst für einen Provisionstarif nur funktionieren, in dem man an dieser Stelle auch wieder unehrlich und künstlich trickst (nur Garantierente, absolut keine Überschüsse für den gesamten Rentenzeitraum?).

 

Nach ihrer Beschreibung haben sie unterstellt, dass die Renten durch Überschüsse jeweils um 2% jährlich steigen. Die angegebene Nullrendite ist somit eine Folge der durch Finanzwende Recherche angenommenen Lebenserwartung.

 

Das heißt, die Bewertung der unterschiedlichen Tarife ist letztlich eine Funktion ausschließlich des garantierten Rentenfaktors; andere Aspekte spielen keine Rolle. Insbesondere wird nicht berücksichtigt, dass eine vorsichtige Kalkulation mit geringem Rechnungszins und optimistischer/langlebiger Sterbetafel (= niedriger garantierter Rentenfaktor = schlechte Bewertung) zu hohen Überschüssen führen wird und eine aggressive Kalkulation (= hoher garantierter Rentenfaktor = gute Bewertung) zu niedrigen Überschüssen.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

SPON:

Zitat

Mehrheit stimmt in der Schweiz für 13. Monatsrente

 

13 Monatsrenten pro Jahr statt 12: Dafür hat sich eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung laut Hochrechnungen in einer historischen Volksabstimmung ausgesprochen. Die Initiative überwand auch eine weitere Hürde.

 

Cool! Die Schweizer haben gerade ihre Renten um 8,3% erhöht!

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chirlu
vor 14 Minuten von stagflation:

Cool! Die Schweizer haben gerade ihre Renten um 8,3% erhöht!

 

Einen Teil der Renten, nämlich die AHV, die erste Säule der Altersvorsorge. In der Schweiz ist auch die zweite Säule, die berufliche Vorsorge, sehr bedeutend.

 

Zugleich (in separater Abstimmung) haben sie übrigens auch die Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 66 abgelehnt. Das Stimmvolk geht also insgesamt davon aus, dass es viel Geld übrig hat.

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satgar

Ich find solche Abstimmungen auch immer schwierig. Würde nicht ein Großteil der Bürger immer dafür stimmen, weniger Steuern bezahlen zu müssen, weniger lang zu arbeiten, mehr Rente zu bekommen, und und und ?

 

Also wir haben 21 Millionen Rentner, die auch vielfach fleißig wählen gehen. Wenn wir jetzt derlei Abstimmungsmöglichkeiten im Gesetzgebungsverfahren hätten, weiß ich nicht, ob das in jeder Lebenslage immer so sinnvoll ist. Ich kann mit dem Schweizer Modell, auch nach dem damaligen Brexit und der vorherigen Wahlkampagne von Nigel Farage und anderen, nicht so viel anfangen. Ich mag da unsere repräsentative Demokratie deutlich lieber, auch wenn die sicherlich nicht perfekt ist.

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