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Rohlöff

offene Immo-fonds als teilw. Tagesgeldersatz

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Jose Mourinho
Von beidem gehe ich im Normalfall aus. Wir sind uns also eigentlich einig. ;)

Hoffe nicht dass ich einseitig und tendenziös bin, aber ich bin definitiv faul was solche Sachen angeht und ich hasse Papierkrieg. D.h. für mich ist die Vermeidung von Aufwand ein Luxus, den ich mir gönne. Allerdings habe ich auch nur sehr selten 6 Nettomonatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto und so gut ist mein Verdienst nicht, dass ich mit zwei Nettomonatsgehältern die 10.000 Euro erreiche. Vielleicht bin ich ja kein Massstab, aber unter 30 Euro Gewinnerwartung mache ich keinen Spaziergang zu meinem Postamt. :D

 

@Jogo08,

denke Ende 2004 gab es Probleme bei offenen Immobilienfonds mit der Berwertung - wenn ich recht erinnere waren die Deka Fonds da unangenehm aufgefallen. Aber auch Deutsche Bank Fonds hatten 2004/2005 gewisse Probleme und nur weil es letztendlich gut ausging heißt das nicht, dass kein Risiko da ist. Aktuell machen mir die Mittelzuflüsse bei den Immobilienfonds etwas Sorge in dem Bereich insbesondere wenn ich daran denke, dass die vermutlich 2009 noch ansteigen werden aus Gründen der Steuervermeidung. Eine Geldschwemme kann leicht zur Blase werden.

 

Hier kommen wir wieder an einen Punkt der Diskussion, der genauso die Gemüter spaltet wie das Thema OIMO vs. Tagesgeld, die Frage wieviel Geld muss denn eigentlich auf dem Tagesgeldkonto liegen? Hatten das ja mal an ner anderen Stelle erörtert.

 

Noch 2,3 Worte zum Thema Tagesgeld: Ich bin da ähnlich veranlagt wie du Sapine, für marginale Zinsunterschiede verlasse ich nicht meinen Broker und schon gleich gar nicht, wenn damit nervtötender Aufwand verbunden ist. Ich verstehe das manche im Gang zur Post & dem Einreichen eines neuen Freibetrages keine Probleme haben, genauso gut verstehe ich auch die Position anderer User die sich dafür nicht vom Schreibtisch weg bewegen wollen, letztendlich steht und fällt das wohl mit dem Individium namens Mensch und jeder wird seine Pros und Contras haben warum er es so oder so macht.

 

Meine Tagesgeldposition bewegt sich im Regelfall zwischen 2-3 N-MG und ich muss gestehen das es in letzter Zeit sogar soweit ging das es eher 6-7 N-MG waren, da ich zum einen geplante Investitionen für neue Wohnung und Urlaub tätigen musste und zum anderen den Braten an den Kapitalmärkten immer noch nicht traue. Generell ist sowas natürlich stark von der Risikoaversion des Individiums abhängig, mit welchen Kapitalgrundstock er leben kann/will. Da wir uns hier in einem Forum befinden, welches eine freie Meinungsäußerung wünscht und sogar ausdrücklich unterstützt, bin ich froh das nicht alle das selbe machen, denn sonst würden die Emittenten vermutlich nur noch Tobses Superdepot oder halt die gängigen und meistgeklickten Aktien verkaufen.

 

Gerade das ist ja das schöne, jeder kann mit seinem Geld tun und lassen was er will, solange keine Produkte vom Hamburger Fischmarkt erworben werden oder irgendwelche Drecksbörsennewsletter als Investitionsgrundlage gekauft werden ist das auch alles recht und schön. Jeder Investor lebt doch auch von seinem eigenen Bauchgefühl, obwohl wir alle immer sagen wir müssen die Emotionen ausblenden macht mir keiner weiß, das er emotionslos investiert (außer vielleicht der Grumel).

 

Zum Thema offene Immos: Der Mittelzufluss ist in der Tat etwas beängstigend und in meinen Augen kein gutes Zeichen, ich zitiere hierzu einfach mal aus nem 2005er Artikel im M-Magazin:

 

Nach Milliardenzuflüssen im vergangenen Jahr zogen die Anleger in den ersten fünf Monaten 2005 unter dem Strich 700 Millionen aus offenen Immobilienfonds ab. Die hohen Abflüsse setzten "eine Spirale in Gang". Gäben zu viele Anleger ihre Anteile zurück, müssten die Manager Kredite aufnehmen, um das fehlende Kapital auszugleichen. Dies belaste weiter die Performance und beschleunige den Mittelabfluss.

 

Denn bereits "das Liquiditätsproblem eines einzigen offenen Immobilienfonds könnte alle anderen offenen Immobilienfonds stark in Mitleidenschaft ziehen"

 

Verkäufe zählten aber "zu den absoluten Ausnahmen", da die Manager aufgrund der über viele Jahre zu hohen Bewertung der Fondsimmobilien die Objekte dann unter Buchwert - also mit Verlust - veräußern müssten, was die Performance weiter belaste.

Quelle: http://www.manager-magazin.de/geld/geldanl...,363155,00.html

 

Jede massive Kapitalbewegung wird irgendwann mal eine Spitze finden, die Frage ist nur wann? Ich erinnere an dieser Stelle auch mal an den Henderson Reits, der letztes Jahr umgeknickt ist wie eine Fahne im Wind (nicht vergleichbar, dennoch anschauliches Beispiel, wie schnell so was gehen kann). Ich scheue mich davor eine solche Bewegung im Vorfeld zu erahnen aus diesem Grund gibt es ja die vielbeschrieene Asset Allokation, man sollte anhand seines Risiko- und Verlustprofils einfach für sich die beste Allokation abbilden, für mich stellen offene Immos nichts anderes als ein Diversifikationsmittel dar, nicht mehr und nicht weniger. Als einen Ersatz für Tagesgeld sehe ich Anteile an diesen Fonds keineswegs an, denn Tagesgeld "garantiert" mir einen festen Zinssatz über einen Zeitraum x, Offene Immos garantieren mir erstmal gar nix.

 

Wenn man sich die Entwicklung der Leerstandsquoten in den USA anschaut, kann einem Himmelangst werden, wir können alle froh sein, das US Immobilien wirklich nur sehr sporadisch in den Büchern unserer Forumslieblingsimmofonds stehen, sonst wäre es sicherlich schon etwas unangenehmer für den ein oder anderen Anleger geworden. Aber wer garantiert uns denn, das diese USA Krise nicht auch noch über den großen Teich schwappt, und wer garantiert uns das nicht auch in Asien irgendwann mal ein Top erreicht wird. Und wehe dem, der dann nicht beim großen Sellout dabei sein kann und durch einen Verkaufsstop der KAG nicht liquidieren kann.....

 

Fazit: Tagesgeld ist und bleibt hinsichtlich Flexibilität ein unersetzbares Mittel der Wahl, Immobilienfonds sollten immer unter dem Aspekt der Diversifikation gesehen werden und nie als einziges Mittel der Wahl eingesetzt werden, der Schuss kann schnell in den Ofen gehen!

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jogo08

Wenn ich mich recht entsinne, war das Problem der Fonds aber nicht, das sie plötzlich schlecht waren, sondern der Auslöser war meines Wissens das negative Rating, was die Anleger (insbesondere Institutionelle) zum fluchtartigen Verlassen der Fonds veranlasst hat. Selbsterfüllende Prophezeiung gewissermassen.

 

Als Reaktion wurde ja auch reagiert und höhere Cashquoten angelegt.

 

Ein ähnliches Phänomen sehen wir momentan bei den Banken, die entgegen jeder Vernunft in den Keller geprügelt werden.

 

Unter diesem Aspekt, dass durch äußere Einflüsse Panik entsteht, kann man natürlich die Immofonds nicht als Parkplatz für liquide Mittel ansehen.

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edwin

Die Banken werden ja nicht wegen der Unvernunft heruntergeprügelt, sondern wegen dem immensen Abschreibungsbedarf und somit einhergehenden Kapitalerhöhungen (sprich Verwässerung des künftigen Gewinns) um den gesetzlichen Eigenkapitalforderungen gerecht zu werden und nicht schließen zu müssen.

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Blob Gilb
[...] denn Tagesgeld "garantiert" mir einen festen Zinssatz über einen Zeitraum x [...]

 

... wobei x = 1 Tag :-D

Dennoch schöner Beitrag!

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