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Credit Default Swaps (CDS)

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Die Credit Default Swaps (CDS) werden in den Medien bislang noch kaum thematisiert, obwohl dahinter wohl ein noch gigantischeres Problem lauert, als wir derzeit mit den Subprime-Krediten erleben.

 

Was sind Credit Default Swaps?

Es handelt sich um eine Art Versicherungsschein für Kreditausfälle. Wie funktioniert das?

 

Firma GM nimmt einen Kredit bei der Bank JPMorgan auf, sagen wir 10 Mio. Dollar.

 

JPMorgan möchte gerne möglichst viele weitere Kredite verkaufen, daher sucht sie einen Weg, um das Kreditrisiko aus ihren Büchern zu nehmen. Damit spart sie sich die eigentlich für Kreditvergabe vorgeschriebene Sicherheitseinlage. Ein Haufen Geld, der für andere Geschäfte frei wird..

Weil der Profit zu verlockend ist, hat JPMorgan 1997 die CDS erfunden.

 

Sie bietet das Kreditrisiko bzw. eine Wette darauf anderen an. Andere - das können Hedgefonds sein, andere Banken, echte Versicherungen, eigentlich jeder, der das Geld dazu hat und mitspielen will.

 

Also jetzt übernimmt zum Beispiel der Hedgefonds "HotAir" das Kreditrisiko, indem er einen CDS an JPMorgan verkauft. Also JPMorgan das Versprechen gibt, im Falle von einer GM-Pleite deren Kredit an JPMorgan zurückzuzahlen.

 

Dafür bekommt HotAir von JPMorgan eine "Versicherungsprämie" von $100.000

 

HotAir ist also zur Versicherungsfirma mutiert, obwohl sie keine Zulassung als solche haben. Niemand überprüft, ob sie im Fall des Falles überhaupt die 10 Mio. bezahlen können.

 

Es geht noch weiter.

Auch JPMorgan kann seinen von HotAir gekauften CDS weiterverkaufen, zum Beispiel an Hedgefonds "Bubble". Der Käufer dieses CDS (Bubble) wettet damit darauf, dass GM pleite geht, weil er in diesem Fall die Versicherungssumme von HotAir fordern kann.

 

 

Was folgte daraus?

 

Die Finanzwelt ist gierig. Jeder fing an, CDS in großer Zahl zu "produzieren". Weil in Zeiten des Aufschwungs nur selten ein Kredit ausfällt, ließ sich damit auch sehr viel Geld verdienen.

 

Die CDS sorgen für ein aufgeblähtes Kreditaufkommen, dem viel zu wenig Sicherheiten entgegenstehen. Dass die Versicherungssummen längst die potenzielle Zahlungsfähigkeit überschritten haben, stört offenbar niemanden.

 

Denn für CDS gibt es keine Regularien, keine Aufsichtsbehörde, keine Börse!

CDS werden quasi unter der Hand, per E-Mail gehandelt. Alle Beteiligten wollen Transparenz vermeiden. (Vergleiche mit "lichtscheuem Gesindel" sind hier angebracht)

 

Dieses Instrument fanden alle so genial, dass das Versicherungsvolumen seit Erfindung 1997 auf geschätzte 62 Billionen US-Dollars im Jahr 2008 angeschwollen ist!

 

Das liegt auch an der Tatsache, dass CDS beliebig geschaffen werden können. Ein Kredit von 10 Mio. kann zum Beispiel fünf mal versichert werden, so dass eine Schadenssumme von 50 Mio. resultiert.

 

CDS sind insofern keine Versicherungsscheine, sondern pure Wetten auf Pleiten.

Besonders beliebt sind daher Wetten auf "Wackelkandidaten", also zweit- und drittklassige Schuldner, da dort die Chance für Hedgefonds "Bubble" besonders groß ist, die Versicherungssumme zu kassieren.

 

Damit ist klar, was passieren muss. Sobald in Zeiten des Wirtschaftsabschwungs immer mehr Kredite ausfallen, kommen die Inhaber von CDS in große Schwierigkeiten. Sie können die Versicherungssumme einfach nicht mehr aufbringen, und müssen selbst Konkurs anmelden.

 

Um es nochmal zu betonen: es hat sich ein gigantischer Handel mit Wettscheinen aufgebaut, und dieser Handel wird von niemandem kontrolliert oder begrenzt!

 

Worin liegt die Gefahr?

Sobald eine Versicherungssumme fällig wird, kommt der CDS-Inhaber in finanzielle Probleme, denn es handelt sich meist um Summen, die nicht einfach wegzustecken sind. Viele CDS-Inhaber besitzen Risiken, die ein Mehrfaches ihres Eigenkapitals überschreiten.

 

Wenn nun immer mehr Kredite platzen, weil die wirtschaftliche Lage schwieriger wird, kommt schnell eine Lawine an Kosten auf die CDS-Inhaber zu. Dies kann auch eine Großbank in den Ruin treiben. Ganz zu schweigen von Hedgefonds oder sonstigen "Spielern".

Und weil die Großbanken untereinander per CDS "versichert" sind, würde ein Konkurs schnell alle anderen Banken mitreißen. Der gefürchtete Dominoeffekt wäre die Folge.

 

Ein Vorgeschmack war der Beinahe-Zusammenbruch der AIG-Versicherung, die an der Zahlung von 14 Mrd. Dollar fast bankrott ging und vom Staat aufgefangen werden musste. Der Schaden beträgt inzwischen 125 Mrd. Dollar.

 

Warren Buffet nannte diese Kredit-Derivate "finanzielle Massenvernichtungswaffen".

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Wir lesen wohl unterschiedlihe Medien. Durchatmen, alles Schnee von Gestern.

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Und diese CDS kann man dann durch unbilanzierte Zweckgesellschaften verbriefen und als synthetische CDOs wieder als Anleihen verkaufen. :lol:

 

Ich glaube .... ähnlich wie bei der Subprime Krise .... kann man gar nicht abschätzen, wieviel Sprengkraft in solchen "Kartenhäusern" aus derivativen Finanzinstrumenten schlummert.

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An den CDS Werten läßt sich u.a. auch die Bonitätseinschätzung des Marktes für Banken ablesen, sowie für Zertifikatefreunde die Bonität der Emittenten.

 

http://www.derivate-bnpparibas.de/DE/index.aspx?pageID=125

 

http://www.derivateverband.de/DE/Showpage.aspx?pageID=68

 

 

Man beachte z.B. den Wert für MS von z.Zt. 1201,56

 

der Wert gibt mir auch schon eine Weile zu denken.

 

Ich habe aus der BNP-Liste übrigens eine Tabelle gemacht, in der man den Zeitverlauf erkennen kann.

Ich will demnächst die ddv-Daten benutzen.

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Man muss natürlich die Gefahr insofern etwas relativieren, als dass die gigantische Summe von $62 Billionen nicht insgesamt gefährdet ist.

  • Nicht jede "versicherte" Firma geht pleite.
  • die "Spieler" sind kreuz und quer und im Kreis beteiligt, so dass sich der Gesamtschaden teilweise wieder aufheben kann. Sofern zwischen Zahlungsverpflichtung und "Gewinneinnahmen" eines einzelnen Teilnehmers nicht zu viel Zeit liegt..

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Weil die CDS so attraktiv sind, sind/waren sicherlich viele davon zur Sicherung der Subprimekredite im Umlauf. Dann müsste man aber doch viel mehr davon hören.

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Posted · Edited by Stephan1

Es fängt erst an sich auszuwirken: Teil 1 der Krise waren Hedgefonds; in Teil 2 ging es auf die Banken über; in Teil 3 sind die Versicherungen betroffen; Teil 4 könnte die Autoindustrie werden, aber erst wenn sie auch noch ihre letzten Gewinnbringer verscherbelt haben. Wobei alles natürlich auf die Vorhergehen zurückwirkt.

Aber zu CDS; ich würde sie prinzipiell gar nicht mal so negativ einschätzen, wenn der Handel ordentlich aufgezogen würde. Das wäre ein sehr gutes Instrument um mehr Einschätzungen der Bonität zuzulassen, da die Ratingagenturen in letzter Zeit ja auch nicht gerade mit richtigen Einschätzungen glänzten. Ganz abgesehen davon, dass ihr Geschäftsmodell absolut idiotisch ist, seitdem die sich von den Überprüften bezahlen lassen.

 

Und noch ein Kuchen, der echt lecker ist:

 

675px-Credit_default_swaps_vs_total_nominals_plus_debt.png

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Ich bin in den letzten Wochen auf ein Thema aufmerksam geworden, das mich - je mehr ich darüber erfahren habe - zunehmend beunruhigt hat.

 

Warum hast du dies nicht schon vor 18 Monaten geschrieben?

 

Jetzt ist das nun wirklich ein Mainstream-Thema.

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Moin,

 

schau Dir die Charts von ABK, MBI, XL an......

 

kann man gut erkennen, ab wann die Ersten was geahnt/gewusst haben, dass es nicht mehr rund läuft.

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Lt. Informazionen der ital. Tageszeitung "Il sole 24 ore" von gestern, sind im Zusammenhang mit der Lehman Pleite 375 Mrd. $ an CDS Zahlungen fällig. Wie sich die Summe auf die verschiedenen Institutionen verteilt ist unklar. :blink:

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Das hört sich doch gar nich so schlecht an...wo kann man da mitmachen?

 

Mal im Ernst, das sieht mir mehr nach nem Nullsummenspiel aus...

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Posted · Edited by Brockhaus

Mal im Ernst, das sieht mir mehr nach nem Nullsummenspiel aus...

 

 

Wieso das ein Nullsummenspiel ist, verstehe ich nicht ganz. Wenn A Pleite geht und Bank B von Konzern C 50.000.000€ bekommt, obwohl C nur 500.000€ an Versicherungsprämie kassiert hat, so kann bei einer größeren Häufung solcher Vorfälle ein Konzern wie C in ernste Schwierigkeiten geraten.

Zumal das Geld ja nicht nur umverteilt wird. Wenn A Pleite gegangen ist, weil er wegen eines schlechten wirtschaftlichen Umfeldes keinen richtigen Umsatz mehr gemacht hat, wurde hier Geld vernichtet.

 

 

Ich halte CDS an sich auch nicht für schlecht, nur dass da Schattenwirtschaften mit riesigem Volumen entstehen konnten, die mangels Regulierung niemand genau einschätzen kann, ist schon sehr bedrohlich. Zumal man es nicht sofort merkt, wenns dort kracht.

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Posted · Edited by opes

...Zumal das Geld ja nicht nur umverteilt wird. Wenn A Pleite gegangen ist, weil er wegen eines schlechten wirtschaftlichen Umfeldes keinen richtigen Umsatz mehr gemacht hat, wurde hier Geld vernichtet.

 

Eines solltest du dir immer merken: Es wird niemals Geld vernichtet...es hat lediglich jemand anders.

 

Was mir jetzt bei genauerer Überlegung nicht ganz klar wird, ist: warum wettet "Bubble" (aus dem Eingangsbeispiel) darauf das GM pleite geht bzw. was bezahlt Bubble dafür?Und was heißt das in diesem Fall für JPMorgan?bekommen die trotzdem ihre Zinsen oder geben die das komplett an HotAir ab?Dann wäre JPMorgan nur der Geldgeber, gibt dann das komplette Risiko ab und erhält dafür eine gewisse Summe, die zwar über dem Kreditvolumen liegt( klar) aber eben nicht den vollen Gewinn einfährt der durch die Zinsen möglich gewesen wäre?

 

Da es ne Wette ist macht immer einer Gewinn und einer Verlust...deshalb gibt es in Boomphasen, sowie in schlechteren Wirtschaftlagen immer gleich viele Gewinner und Verlierer, bis auf JPMorgan bzw. die Kreditvergebende Bank.

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Eines solltest du dir immer merken: Es wird niemals Geld vernichtet...es hat lediglich jemand anders.

 

Das ist schlicht falsch.

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Das ist schlicht falsch.

 

Du kannst es natürlich in den Ofen werfen...

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Warum hast du dies nicht schon vor 18 Monaten geschrieben?

 

Jetzt ist das nun wirklich ein Mainstream-Thema.

 

weil ich als Laie erst kürzlich darauf aufmerksam geworden bin.

Suche mal alle Artikel über CDS hier im Forum. Die Brisanz des Themas war für mich da nicht ersichtlich.

 

Und seit wann wird das in "Mainstream"-Medien thematisiert? Ich musste ziemlich danach suchen.

Fast überall wird nur von "fehlendem Vertrauen" und "Banken am Rande der Pleite" geredet, ohne den wahren Grund zu benennen.

 

Ich sehe das nämlich inzwischen wirklich als "Wurzel allen Übels".

 

Und ich hätte auch eine Lösung! :police:

 

Alle Teilnehmer des CDS-Zirkus (zumindest die Banken und Versicherungen) müssten verpflichtet werden, sofort ihre CDS-Geschäfte offenzulegen.

 

Dadurch wäre mit einem Schlag klar, wer welche "Leichen im Keller" hat. Und die Banken können das gegenseitige Risiko endlich einschätzen, und gegenseitige Kredite fair bewerten.

 

Dies könnte m.M. eher die Kreditklemme lösen, als weitere Millardenzusagen an die Banken.

Und billiger ^_^

 

Was meint ihr dazu?

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Posted · Edited by Brockhaus

Eines solltest du dir immer merken: Es wird niemals Geld vernichtet...es hat lediglich jemand anders.

 

In dem Fall steht den drei Akteuren insgesamt am Ende weniger Geld zur Verfügung als am Anfang, betrachtet man sich also nur dieses Szenario, wurde Geld vernichtet. Dass den Arbeitern der Firma A weiterhin Lohn gezahlt wird etc. hab ich außen vor gelassen, da es hier nicht interessiert.

 

Falls deine Annahme stimmen würde, gäbe es niemals Deflationen nach großen Krisen, weil auf diese Weise die Geldmenge niemals sinken könnte. Aber alleine schon, wenn ich mir mit 100€-Scheinen den Hintern abwische trage ich zu einer Deflation bei, sprich: Wenn ich wirtschaftlich sinnloses tue.

 

Dass bei Optionsgeschäften z.B. niemals Geld vernichtet wird, seh ich ein, bei Versicherungsgeschäften und in der Realwirtschaft seh ich es hingegen nicht so ganz.

 

Und was heißt das in diesem Fall für JPMorgan?bekommen die trotzdem ihre Zinsen oder geben die das komplett an HotAir ab?Dann wäre JPMorgan nur der Geldgeber, gibt dann das komplette Risiko ab und erhält dafür eine gewisse Summe, die zwar über dem Kreditvolumen liegt( klar) aber eben nicht den vollen Gewinn einfährt der durch die Zinsen möglich gewesen wäre?

 

JPMorgan bekommt durch den Weiterverkauf des Kredits zwar weniger Geld, als ob sie den Kredit bis zum Laufzeitende behalten hätten, tragen dafür aber auch kein Risiko. Exakt so ist die ganze Subprime-Krise doch überhaupt erst entstanden.

 

 

Da es ne Wette ist macht immer einer Gewinn und einer Verlust...

 

Der Verlust desjenigen, der im Falle eines Kreditausfalls noch auf den Risiken saß, ist aber deutlich größer als der Gewinn des Konterparts.

 

Oder als Beispiel: Eine Versicherung versichert 10 Versicherungsnehmer gegen Wasserschäden am Haus. Wenn alle 10 Häuser überschwemmt werden und die Versicherung zahlen muss, hat sie einen großen Verlust gemacht, während die Hausbesitzer den Schaden ersetzt bekommen. Es ist nun insgesamt weniger Geld da als vorher, weil reale Sachwerte vernichtet wurden.

 

 

...deshalb gibt es in Boomphasen, sowie in schlechteren Wirtschaftlagen immer gleich viele Gewinner und Verlierer, bis auf JPMorgan bzw. die Kreditvergebende Bank.

 

 

Dann frage ich mich, wer in dieser Krise die 1,4 Billionen Dollar, die als Schaden bisher angefallen sind, verdient hat.

 

 

 

Edit:

Alle Teilnehmer des CDS-Zirkus (zumindest die Banken und Versicherungen) müssten verpflichtet werden, sofort ihre CDS-Geschäfte offenzulegen.

 

Lieber nicht, da fiele der Dax in der nächsten Woche wohl auf 800 Punkte...

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In dem Fall steht den drei Akteuren insgesamt am Ende weniger Geld zur Verfügung als am Anfang, betrachtet man sich also nur dieses Szenario, wurde Geld vernichtet. Dass den Arbeitern der Firma A weiterhin Lohn gezahlt wird etc. hab ich außen vor gelassen, da es hier nicht interessiert.

Falls deine Annahme stimmen würde, gäbe es niemals Deflationen nach großen Krisen, weil auf diese Weise die Geldmenge niemals sinken könnte. Aber alleine schon, wenn ich mir mit 100-Scheinen den Hintern abwische trage ich zu einer Deflation bei, sprich: Wenn ich wirtschaftlich sinnloses tue.

 

Trotzdem wird kein Geld vernichtet...es wird lediglich vorrübergehend aus dem Kreislauf genommen , von Investoren, Konsumenten etc.

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weil ich als Laie erst kürzlich darauf aufmerksam geworden bin.

Suche mal alle Artikel über CDS hier im Forum. Die Brisanz des Themas war für mich da nicht ersichtlich.

 

Und seit wann wird das in "Mainstream"-Medien thematisiert? Ich musste ziemlich danach suchen.

Fast überall wird nur von "fehlendem Vertrauen" und "Banken am Rande der Pleite" geredet, ohne den wahren Grund zu benennen.

 

Ich sehe das nämlich inzwischen wirklich als "Wurzel allen Übels".

 

Und ich hätte auch eine Lösung! :police:

 

Alle Teilnehmer des CDS-Zirkus (zumindest die Banken und Versicherungen) müssten verpflichtet werden, sofort ihre CDS-Geschäfte offenzulegen.

 

Dadurch wäre mit einem Schlag klar, wer welche "Leichen im Keller" hat. Und die Banken können das gegenseitige Risiko endlich einschätzen, und gegenseitige Kredite fair bewerten.

 

Dies könnte m.M. eher die Kreditklemme lösen, als weitere Millardenzusagen an die Banken.

Und billiger ^_^

 

Was meint ihr dazu?

 

Im Prinzip ist das doch klar.

 

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Da es ne Wette ist macht immer einer Gewinn und einer Verlust

 

du hast recht. Nur was nützt es dem Welt-Finanzsystem, wenn ein Hedgefonds auf den Caymans Milliarden von AIG oder Deutsche Bank einstreicht?

 

Hat dir die AIG-Pleite nicht zu denken gegeben?

 

Ich hatte übrigens gestern noch gelesen, dass die Deutsche Bank $870 Mio. Netto-Verlust bei der Lehman Auktion realisieren musste.

Heute ist das tatsächlich aus dem Artikel verschwunden.

 

Am Freitag ist auch in Japan das erste Opfer kollabiert: ein Lebensversicherer!

Hier (und auch sonst überall im Internet) wird nur von "unerwarteten Verlusten bei Wertpapiergeschäften" geschrieben. Ich vermute stark, dass CDS dahinter stecken.

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Trotzdem wird kein Geld vernichtet...es wird lediglich vorrübergehend aus dem Kreislauf genommen , von Investoren, Konsumenten etc.

 

 

Kannst du mir dann auch erklären, wie es zu Deflationen kommen kann, wenn selbst bei unwirtschaftlichem Handeln ohne Wertschöpfung das Geld immer im Kreislauf verbleibt?

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Kannst du mir dann auch erklären, wie es zu Deflationen kommen kann, wenn selbst bei unwirtschaftlichem Handeln ohne Wertschöpfung das Geld immer im Kreislauf verbleibt?

 

 

Problem ist doch, dass das Geld nicht im Kreislauf bleibt, sondern in festen Händen ist...es ist dadurch aber nicht vernichtet sondern nur vorrübergehend aus dem Kreislauf genommen, um beispielsweise in anderen Ländern investiert zu werden oder bei den Konsumenten, die aus Angst vor Arbeitsplatzverlust etc sparen.

 

Es ist dadurch definitiv nicht vernichtet.

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Lieber nicht, da fiele der Dax in der nächsten Woche wohl auf 800 Punkte...

 

Zusätzliche Transparenz kann den Märkten eigentlich nur guttun.

 

Ganz so beunruhigend finde ich die CDS-Geschichte jetzt nicht, da derartige Geschäfte jetzt so teuer geworden sind, dass sich das jeder - erstens - zweimal überlegt. Zweitens kann man die Summe aller offenen Positionen unter 2 Marktteilnehmern auch besichern (derjenige, der was schuldet, deponiert Staatsanleihen). Wer halbwegs bei Verstand ist, ist also zumindest in der letzten Zeit keine unbesicherten Positionen mehr eingegangen.

 

Die zusätzliche Transparenz würde also - frei nach Warren Buffett - zeigen, wer nackt geschwommen ist.

 

Grüße, billy-the-kid

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