Bobbycar192 24. Januar vor 50 Minuten von cutter111th: Es gibt diese Speicher in der benötigten Größenordnung schlichtweg nicht auf der Welt. ... Speicher können das Netz für einige Minuten und ganz wenige Stunden stabilisieren und können hier durchaus eine Hilfe sein, ja. Wir haben aber immer wieder vor allem auch das Problem längerer Dunkelflauten. ... Ist das jetzt das Niveau Auch wenn Offtopic, das kann nicht unkommentiert bleiben: - Keine Speicher vorhanden? Dann bloß nicht anfangen! - Speicher != Batterie. Power2X als Stichwort. Da braucht man tatsächlich (moderne) Gaskraftwerke. - Überkapazitäten der Erneuerbaren. Viel günstiger als Speicher - Lastmangement - Verbundnetz Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von reko Bemerkenswert finde ich, dass China im neuen 5-Jahresplan ab 2026 den Fokus auf Netzstabilität setzt. Die Kohlekraftwerke laufen mit 60% Auslastung und könnten 80% des Spitzenbedarfs abdecken. Den 2400 TWh volatilen Solar- und Windstrom stehen 7940 TWh an grundlastfähigen Strom gegenüber. "China ist zum Vorbild geworden". Video 2026/01/24: Die Energiepolitik in China: Kohle-, Atom- und Solarenergie | Eduard Heindl Energievortrag #017 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 25. Januar vor 3 Stunden von reko: Bemerkenswert finde ich, dass China im neuen 5-Jahresplan ab 2026 den Fokus auf Netzstabilität setzt. Vor 3 oder 4 Jahren hiess es noch, dass China dutzende AKWs bauen bis 2030 bauen wird. Jetzt will man, bei realen 440TWh Atomstrom nur noch auf max. 500 TWh. Bei 58 AKWs in Betrieb heisst das, dass pro Jahr maximal 1 oder 2 neue AKWs fertig gestellt werden. Also maximal 6 bis 8 neue AKWs bis 2030. Wenn überhaupt. Endlich ist man von den Märchen-Zahlen runter und kehrt zu realistischen Zahlen zurück. Nix Atomkraft-Renaissance. Der Zubau von 1.200 GWp PV wird an der Realität scheitern. Gerechnet auf 5 Jahre, wären das 240 GWp pro Jahr. Das entspricht dem Zubau von ca. eines halben Jahres 2025. Letztes Jahr wurden nähmlich gut 500 GW zugebaut. Das hatten wir die letzten paar Jahre schon: Irgendwelche niedrigen Ziele nennen, die nach 2 oder 3 Jahren gerissen wurden und dann wurde munter weitergebaut. Sollte es doch anders kommen, dann werden die Kapazitäten ins Ausland gedrückt und der chinesische Boom findet im Ausland statt und drängt dort Kohle und Atomkraft zurück. Der Zubau an WKAs könnte halbwegs klappen, wurden 2025 geschätzt ca. 120 GW zugebaut. Beim Blick auf die Kohlekraftwerke wird es dann interessant. Wenn die jetzt schon nur mit 60% Auslastung fahren und real 6.000 TWh Strom erzeugen und max. 10.000 TWh Strom erzeugen sollen, dann ist das defakto ein Baustopp für Kohlekraftwerke. Zusammenfassung: Kohlekraftwerke werden keine mehr gebaut AKWs werden nur noch minimal zugebaut Der starke Windkraftausbau wird weiter forciert PV-Strom wird sich (wie bisher) seinen Weg am 5-Jahresplan vorbei suchen! Ein Punkt muss noch herausgestellt werden: Kohlekraftwerke mit 60% Auslastung laufen zu lassen ist nicht wirtschaftlich. Und gerade weil damit gerechnet werden darf (definitiv nicht "muss"), dass PV weit über die 1.200 GWp ausgebaut wird, würde ich eher damit rechnen, dass die Auslastung, trotz steigendem Stromverbrauch (die Frage ist: Wie lange noch) eher sinken wird und Kohlekraftwerke wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit vom Netz gehen. vor 3 Stunden von reko: "China ist zum Vorbild geworden". Dem stimme ich komplett zu: Fast alles auf EEs zu setzen ist die Zukunft! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von reko vor 3 Stunden von Holgerli: Kohlekraftwerke mit 60% Auslastung laufen zu lassen ist nicht wirtschaftlich. Kohlekraftwerke sind in China z.T. Backup für Solar und Wind (idR braucht man dafür 50% Mindestlast damit sie regelbar bleiben). Backups dürfen nicht voll ausgelastet betrieben werden und können auch nicht im Jahresdurchschnitt wirtschaftlich Strom produzieren. Sie müssen für den Notfall bereit stehen und die Kosten sind Nebenkosten der volatilen Erzeuger. Deine Zusammenfassung ist nicht nachvollziehbar. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von Holgerli vor 7 Minuten von reko: Backups dürfen nicht voll ausgelastet betrieben werden und können auch nicht im Jahresdurchschnitt wirtschaftlich Strom produzieren. Das schöne ist: Je mehr EEs flächendeckend ausgebaut werden, desto weniger Backup braucht man. Gerade in einem Flächenland wie China lassen sich mit diversen EEs etwaige lokale Schwankungen sehr gut ausgleichen. Geht in Europa genauso, welches von Portugal bis zum Nordkap bis nahe an Asien in Südeuropa reicht. vor 7 Minuten von reko: Sie müssen für den Notfall bereit stehen und die Kosten sind Nebenkosten der volatilen Erzeuger. Neue Legenden werden erschaffen um den Betrieb fossiler Kraftwerke in so großer Menge wirtschaftlich überhaupt noch rechtfertigen zu können. Die Entwicklung ist deutlich: - Vor 5 Jahren hiess es (auch noch hier im Forum), dass EEs massiven fossil-atomaren ZUbau brauchen um ein stabiles Netz zu rechtfertigen. - Heute sind wir an dem Punkt, dass die Politik den Zubau von neuen Kohlekraftwerken beendet, weil die jetzigen Kohlekraftwerke eh nur noch mit 60% laufen. - In 5 Jahren bi ich auf die Begründungen gespannt, wenn Kohlekraftwerke immer häufiger komplett vom Netz gehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von Humfrey Am 24.1.2026 um 15:52 von cutter111th: War klar, dass das mit dem Speicher kommt. Tja, auch hier geht es vor allem wieder um Physik, aber eben auch Kosten. Aktueller Stand: Deutschland verfügt derzeit über eine Batteriespeicherkapazität von ca. 30 Gigawattstunden (GWh) (hauptsächlich Heimspeicher). Um Deutschland während einer 10-tägigen Dunkelflaute (kein Wind, keine Sonne) bei einer durchschnittlichen Last von 60 GW zu versorgen, bräuchten wir ca. 15.000 GWh. Das Ergebnis: Unsere aktuellen Speicher reichen aus, um Deutschland für gerade einmal 30 Minuten am Leben zu erhalten. Wir müssten die Kapazität um den Faktor 500 steigern, um nur 10 Tage zu überbrücken. Selbst bei gesunkenen Preisen für Großspeicher (ca. 300 € pro kW im Jan. 2026) würde die Speicherung für nur einen einzigen Tag rund 450 Milliarden Euro kosten. 10 Tage Sicherheit: Eine Absicherung für 10 Tage würde über 4 Billionen Euro verschlingen – das ist fast das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands eines Jahres. Das ist weder finanzierbar noch gibt es weltweit die Ressourcen, um solche Speichermengen kurzfristig zu produzieren. Es gibt diese Speicher in der benötigten Größenordnung schlichtweg nicht auf der Welt. Speicher können das Netz für einige Minuten und ganz wenige Stunden stabilisieren und können hier durchaus eine Hilfe sein, ja. Wir haben aber immer wieder vor allem auch das Problem längerer Dunkelflauten. Im Sommer mit viel Sonne und Wind umgekehrt, ergeben sich dann andere Probleme. Die Speicher sind dann voll. Es wäre ja schon mal ein Anfang, wenn man hier nur noch abregelbaree Solaranlagen installieren dürfte und weiterhin den Leuten kein Geld mehr für Strom bezahlt, den niemand benötigt, womit wir bei dem Punkt sind, dass es vor allem auch darum geht, wie wir die Energiewende hier aktuell betreiben. Ein viel realistischeres Ziel wäre es, nicht Speicher für 10 Tage, sondern für 12-18h zu bauen. Warum? 1.) Um den PV-Peak landesweit komplett wegzuspeichern und für die dunkle Nacht vorhalten zu können 2.) Um in Dunkelflauten mit den dann notwendigen (Gas-)Kraftwerken und den Importen aus den Nachbarländern die Bedarfs-Peaks glätten zu können - sprich: Wenn der Durchschnittsbedarf bei 50 GW liegt (im Jahr 2025 wurden 437,6 TWh erzeugt), der Peak aber bei 70...80 GW, (und in der Nacht nur 35...40 GW benötigt werden), so genügt es, "im Durchschnitt" 50 GW zu produzieren & einzukaufen, in der Nacht mit den Überkapazitäten die Speicher zu füllen, um dann tagsüber die Bedarfsspitzen zu decken. Es gibt aktuell einen massiven Antragsstau bei den Speichern (angeblich mehrere hundert GWh?), die Behörden kommen nicht mit genehmigen hinterher. (Können, wollen, oder sollen sie nicht schneller?). Es wird gemunkelt, dass viele Antragsteller sich an mehreren Standorten gleichzeitig bewerben, um dann dort zu bauen, wo sie die erste Freigabe erhalten - gegen Ende des Antragsstaues wird es also jede Menge Rückzieher geben. Angenommen, wir hätten 200 GWh Speicherkapazität. Damit könnten wir also zum Beispiel 5 Stunden lang 40 GW einspeichern (PV-Peak von 10-15 Uhr) und dann 13 Stunden lang (z.B. von 18 bis 7 Uhr) wieder 15 GW abgeben. (Ich gebe weniger ab, als eingespeichert wurde - etwas Schwund / Verlust ist nunmal immer...) Und ja, idealerweise sollten Speicher dort stehen, wo entweder der Strom produziert oder verbraucht wird. Die Standorte der alten Kohle- und Kernkraftwerke dürften meiner Meinung nach eigentlich ideal sein: Genug Platz vorhanden, Widmung als Industriestandort "gab es schonmal", und fette Leitungen sollten ja wohl auch noch rumliegen... Warum trödeln die Behörden bei den Genehmigungen? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von reko vor 55 Minuten von Humfrey: Warum trödeln die Behörden bei den Genehmigungen (der Batteriespeicher)? Weil es nicht genug Stromleitungen gibt und die privat bewirtschafteten Speicher nicht immer netzdienlich sind. Bei einen Stromengpass in Süddeutschland muß u.U. der in Nordeutschland eingespeiste Batteriestrom abgeregelt und per Dispatch in Süddeutschland von einen Gaskraftwerk erzeugt werden. Es gibt keine Bedarfsplanung. Jeder Antragsteller macht das was ihn am meisten Gewinn verspricht. Das sind Akkus auf dem Grundstück der abzuregelnden Windanlagen. Die Strompreise sind bundesweit gleich, der Strombedarf nicht. Batteriespeicher sind nur in den Händen der Netzbetreiber für die Netzstabilität nützlich. Diese dürfen sie aber nicht betrieben. Unsere Gesetze sind für eine Energiewende ungeeignet. Sie gehen immer noch von der Kupferplattenvorstellung aus. Dazu gab es vor einigen Monaten das Strommarktforum 2025 der Netzbetreiber. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar vor 4 Minuten von reko: Weil es nicht genug Stromleitungen gibt Deswegen ja mein Vorschlag, die (sehr großen) Batteriespeicher auf den Grundstücken der ehemaligen Kohle- und Kernkraftwerke aufzubauen. Dort sollten ja "genug" Stromleitungen vorhanden sein, oder? Schließlich wurde dort ja bis vor kurzem Strom mit mehreren GW eingespeist, und es dürfte dem Strom ziemlich egal sein, ob er aus einer Dampfturbine des ehemaligen Kohle-/Kernkraftwerks oder aus einem Akku kommt. Angeblich soll sowas auf dem Kraftwerksgelände Boxberg/Sachsen so geplant sein? Ich hörte was von 1,6 GWh Kapazität und 400 MW Anschlußleistung. vor 6 Minuten von reko: Batteriespeicher sind nur in den Händen der Netzbetreiber für die Netzstabilität nützlich. Warum ist das Deiner Meinung nach so? Warum können sehr große Batteriespeicher nicht von privaten Betreibern betrieben werden, und zwar ebenfalls netzdienlich - notfalls mit entsprechenden Auflagen? vor 7 Minuten von reko: Diese dürfen sie aber nicht betrieben. Nunja, Netzbetreiber sollen die Netze betreiben - ich sehe da durchaus einen Interessenskonflikt, wenn Netzbeteiber gleichzeitig Produzenten wären - sie würden sich sonst nämlich zwar netzdienlich, aber wettbewerbsfeindlich verhalten. Oder gibt es andere (sinnvolle) Argumente, weshalb Netzbetreiber keine Produzenten sein dürfen, was in den Regulierungen dann so abgebildet wurde? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von reko vor 11 Minuten von Humfrey: Deswegen ja mein Vorschlag, die (sehr großen) Batteriespeicher auf den Grundstücken der ehemaligen Kohle- und Kernkraftwerke aufzubauen. Für dort gibt es aber keine Bauanträge weil es sich nicht rechnet. Es bliebe weiter das Problem, dass die Steuerung in die Hand der Netzbetreiber gehört. Nur sie wissen welches Leitungssegment entlastet werden muss. Sie haben bisher nur Redispatch als Steuerungsinstrument. Alternativ müsste für jedes Leitungssegment in jeder Sekunde ein eigenes Netzentgelt festgelegt werden. Das erfordert eine aufwendige, langwierige und teure Infrastruktur. In Californien macht man es richtig. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar vor 5 Minuten von reko: Für dort gibt es aber keine Bauanträge weil es sich nicht rechnet. Du siehst das hier also wirtschaftlich scheitern? https://www.leag.de/de/news/details/leag-clean-power-bringt-zweiten-giga-batteriespeicher-auf-den-weg/ vor 5 Minuten von reko: Es bliebe weiter das Problem, dass die Steuerung in die Hand der Netzbetreiber gehört. Nochmal die Frage: Warum? Warum reichen der jetzt schon variable Strompreis und dazu noch ein (zukünftig variables) Netzentgelt nicht aus, damit sich private Stromspeicher "aus wirtschaftlichen Gründen" automatisch netzdienlich verhalten? (niedriges Netzentgelt bei niedriger Netz-Belastung, hohes Netzentgelt bei hoher Netzbelastung) Warum siehst Du Speicher ausschließlich unter Kontrolle der Netzbetreiber als netzdienlich an? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von reko vor 11 Minuten von Humfrey: Warum reichen der jetzt schon variable Strompreis und dazu noch ein (zukünftig variables) Netzentgelt nicht aus, damit sich private Stromspeicher "aus wirtschaftlichen Gründen" automatisch netzdienlich verhalten? Weil die Netzsegmente nicht einheitlich ausgelastet sind. Auch wenn nur ein Kilometer Leitung überlastet ist braucht man einen Redispatch. Der steigt ständig weiter an. Der Strompreis gilt bundesweit. Selbst die politisch nicht umsetzbare Aufteilung in mehrere Strompreiszonen wäre nicht kleinteilig genug. Die meisten Verbraucher haben keinen dynamischen Tarif. Selbst Verbraucher mit variablen Tarif steuern ihren Verbrauch nur sehr wenig und können das nicht in den notwendigen Sekundenintervallen. Man sollte die auf dem Strommarktforum genannten Sorgen der Netzbetreiber ernst nehmen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar vor 36 Minuten von reko: Auch wenn nur ein Kilometer Leitung überlastet ist braucht man einen Redispatch. Genau deswegen schreibe ich ja was von einem auslastungsabhängigen Netzentgelt. Und wenn ich von "privaten Betreibern von Akkus" schreibe, dann meine ich solche, die eine Einspeisung vornehmen, die überregional von Bedeutung ist. Ein 10kWh-Akku im Einfamilienhaus kommt nicht viel weiter als bis zur nächsten Straßenecke (dann ist sein Einfluß verpufft, weil er an 20 Haushalten vorbei kam), ein 100 MWh-Akku jedoch bis in die nächste Gemeinde, und kann dabei durchaus Auswirkungen auf das Hochspannungsnetz haben. Und wer auf Hochspannungsnetz-Ebene wirtschaftet, dürfte keine Festpreise mehr haben, sondern hat "dynamische Tarife" - wenn jetzt noch variable Netzentgelte hinzukämen, würde der 100 MWh-Akku aus rein wirtschaftlichen Gründen netzdienlich betrieben werden. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von reko vor 10 Minuten von Humfrey: Genau deswegen schreibe ich ja was von einem auslastungsabhängigen Netzentgelt. ja, aber das erfordert ein kleinteilig zeit- alsauch ortsaufgelöstes Netzentgelt (pro Leitungssegment in Sekundenintervallen). Das ist aber z.Z. technisch und politisch nicht realisierbar. Die Netzbetreiber brauchen dann immer noch Regelenergie um das Netz innerhalb einer Sekunde stabil zu halten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von Humfrey vor 11 Minuten von reko: ja, aber das erfordert ein kleinteilig zeit- alsauch ortsaufgelöstes Netzentgelt. Das ist aber z.Z. technisch und politisch nicht realisierbar. Nun, kleinteilig ortsaufgelöst ist das Netzentgelt jetzt auch schon - es gab da bis vor zwei Jahren eine Landkarte, in der man bis auf Gemeinde-Ebene heruntergebrochen die unterschiedlichen Netzentgelte einsehen konnte - bis der Webseitenbetreiber abgemahnt wurde. Was fehlt, ist die zeitliche Komponente. Die steckt jedoch (indirekt) mit im minuten-aktuellen Strompreis, bzw. noch indirekter im Redispatch-Bedarf. Und eigentlich sollte auf Hochspannungsebene doch aus sowas ähnliches wie "Stromzähler" geben - also sowas wie eine Auslastungsangabe pro Leitung - und damit sollte doch ein lokales Netzentgelt realisierbar sein? Ich hoffe jedenfalls, das auf Hochspannungsebene die Leitung nicht nur nach "pi mal Daumen" abgerechnet und betrieben werden?!?! Das es politisch nicht realisierbar ist, scheint mir da glaubwürdiger. Oder mit anderen Worten: Man WILL es einfach nicht, weil, ... (es darf spekuliert werden, ich tippe auf Besitzstandwahrung der Netzbetreiber und Energieversorger. Man müßte sich dann nämlich plötzlich den Markt mit Wettbewerbern aufteilen, und es würden Gewinne aus Strombedarfsspitzen und Redispatch entfallen, während gleichzeitig der Bedarf des lokalen Netzausbaus äußerst transparent sichtbar würde, und so zusätzlicher Druck auf die Netzbetreiber zukäme) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von reko Das Stromnetz ist ein natürliches staatlich reguliertes Monopol. Die Netzbetreiber werden keine Konkurrenz haben. Sie machen das was ihnen die Bundesnetzagentur vorschreibt. Alle Stromerzeuger sind marktwirtschaftlich getrieben - Netzstabilität interessiert sie nicht. Der Konstruktionsfehler ist, dass ein Netzbetreiber das Netz nicht ohne Strom stabil halten kann, er aber selbst keinen Strom erzeugen darf. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar vor 4 Minuten von reko: Der Konstruktionsfehler ist, dass ein Netzbetreiber das Netz nicht ohne Strom stabil halten kann. ...und was ist daran jetzt neu? Dieser Konstruktionsfehler besteht doch schon seit Anfang an, oder etwa nicht? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar Neu ist, dass das Wetter innerhalb von Sekunden die Stromproduktion verändern kann. Früher hatte man eine exakte Planung in Stundenintervallen. Darauf ist die Funktion der Strombörse ausgelegt und das kann der Markt handhaben. Er kann aber nicht auf Sekundenschwankungen reagieren. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar · bearbeitet 25. Januar von Humfrey vor 7 Minuten von reko: Neu ist, dass das Wetter innerhalb von Sekunden die Stromproduktion verändern kann. Früher hatte man eine exakte Planung in Stundenintervallen. Darauf ist die Funktion der Strombörse ausgelegt und das kann der Markt handhaben. Er kann aber nicht auf Sekundenschwankungen reagieren. Also soweit ich weiß, wird der Ertrag aus PV und Wind heutzutage im day-ahead-Handel vorhergesagt und auch mit 90%iger Genauigkeit getroffen. So ein Wolkenfeld (PV) oder eine Sturmböe (Windkraft) taucht auch nicht blitzschnell von einer Sekunde auf die nächste in der gesamten Bundesrepublik auf, sondern zieht üblicherweise mit ca. 20...50 km/h innerhalb eines Tages quer über Deutschland - im Durchschnitt glättet sich das also raus. Was genau meinst Du also mit "das Wetter ändert die Stromproduktion innerhalb von Sekunden"? Davon abgesehen sollten Akkus sich ziemlich wenig durch das Wetter beeinflussen lassen, und im Gegenteil etwaige Spitzen glätten können, und damit zusätzlich netzdienlich sein - wenn man denn den Akkubetreibern dazu sinnvolle Anreize bietet, wozu man aber irgendwie nicht bereit zu sein scheint, weil... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 25. Januar vor 1 Minute von Humfrey: mit 90%iger Genauigkeit getroffen. Netzstabilität braucht aber 100%. Sieh dir die Vorträge der Experten auf dem Strommarktforum an. Die Politik kann die Physik nicht ändern. Wir haben eben keine Kupferplatte. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Humfrey 25. Januar vor 6 Minuten von reko: Netzstabilität braucht aber 100%. Sieh dir die Vorträge der Experten auf dem Strommarktforum an. Die Politik kann die Physik nicht ändern. Wir haben eben keine Kupferplatte. Naja. Dann würde ja sofort alles zusammenbrechen, wenn irgend eines der konventionellen Kraftwerke "unangekündigt" ausfallen würde, was jedoch nahezu täglich vorkommt - und auf der anderen Seite müssten sich die Stromverbraucher auch zu 100% an die vorher im 5-Jahrplan festgelegten exakten Verbräuche halten? Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ich mit meinem Energieversorger irgend eine Pflicht zur geregelten Abnahme von Strom-Menge x an Tag y in Stunde z eingegangen bin. Bricht dann alles zusammen, wenn Opa Paschulke am Sonntag Abend spontan seine elektrische Modelleisenbahn in Betrieb nimmt, während Oma Schulze erst am 29.12. statt wie vereinbart am 24.12 den Gänsebraten in den Backofen schiebt? Wozu genau wird eigentlich Regelenergie vorgehalten, was man übrigens mit Akkus wunderbar verstärkt und äußerst netzdienlich abbilden könnte, wenn man den Akkubesitzern dazu einen sinnvollen Anreiz bieten würde? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Cepha 26. Januar · bearbeitet 26. Januar von Cepha Am 24.1.2026 um 15:52 von cutter111th: War klar, dass das mit dem Speicher kommt. Tja, auch hier geht es vor allem wieder um Physik, aber eben auch Kosten. Aktueller Stand: Deutschland verfügt derzeit über eine Batteriespeicherkapazität von ca. 30 Gigawattstunden (GWh) (hauptsächlich Heimspeicher). Um Deutschland während einer 10-tägigen Dunkelflaute (kein Wind, keine Sonne) bei einer durchschnittlichen Last von 60 GW zu versorgen, bräuchten wir ca. 15.000 GWh. Das Ergebnis: Unsere aktuellen Speicher reichen aus, um Deutschland für gerade einmal 30 Minuten am Leben zu erhalten. Wir müssten die Kapazität um den Faktor 500 steigern, um nur 10 Tage zu überbrücken. Deutschland verfügt aktuell über Methanspeicher in Größenordnung um 250.000GWh. Niemand mit Kompetenz in diesem Bereich behauptet, eine historische Dunkelflaute mit Batterien abdecken zu wollen. dafür nimmt man natürlich Gaskraftwerke. Zitat Selbst bei gesunkenen Preisen für Großspeicher (ca. 300 € pro kW im Jan. 2026) würde die Speicherung für nur einen einzigen Tag rund 450 Milliarden Euro kosten. 10 Tage Sicherheit: Eine Absicherung für 10 Tage würde über 4 Billionen Euro verschlingen – das ist fast das gesamte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands eines Jahres. Das ist weder finanzierbar noch gibt es weltweit die Ressourcen, um solche Speichermengen kurzfristig zu produzieren.# Speicherkapazität wird in kWh angegeben, nicht in kW. Aktuelle Preise für Großbatterien liegen im Bereich um die 100-200€/kWh plus Netzanschluss. Die sinnvolle Größenorndung von Großbatterien hängt von mehreren Parametern ab, es gibt ja unterschiedliche Flexibilitätsoptionen, die miteinander konkurrieren wie eben Batterien, smart demand, Ausbau der Netze, Flexibiliserung des thermischen Kraftwerksparks, etc... Früher sagte man so 200GW/200 GWh wäre sinnvoll, heute würde ich aufgrund der Preisentwicklung eher auf 200GW/600GWh tippen, vielleicht auch mehr Kapazität. Das deshalb, weil Batterien die Kosten an anderer stelle senken. 600GWh Batteriekapazität würde heute bei 150€/kWh ca. 90 Milliarden Euro kosten. Auf 15 Jahre verteilt sind das 6 Mrd. Euro pro Jahr. Halte ich für unproblematisch. Zitat Es gibt diese Speicher in der benötigten Größenordnung schlichtweg nicht auf der Welt. Die Speicherkapazität ist völlig problemlos zu produzieren. Im Vergleich zur Automobilindustrie ist das eher Kleinkram. Es gibt bei stationären Akkus derzeit auch kein absehbares Ressourcenproblem. Sieht man auch gut an den Marktpreisen der relevanten Metallen wie Lithium, Cobalt, Nickel... Zitat Speicher können das Netz für einige Minuten und ganz wenige Stunden stabilisieren und können hier durchaus eine Hilfe sein, ja. Wir haben aber immer wieder vor allem auch das Problem längerer Dunkelflauten. Im Sommer mit viel Sonne und Wind umgekehrt, ergeben sich dann andere Probleme. Die Speicher sind dann voll. Für die Dunkelflaute baut Deutschland Gaskraftwerke, siehe deutsche Kraftwerksstrategie. Letzter publizierter Stand: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/20260115-grundsatzeinigung-mit-europaeischen-kommission-ueber-eckpunkte-der-kraftwerksstrategie.html Für Systemdienstleistungen schießen die Großbatterien in Deutschland derzeit wie Pilze aus dem Boden, weil es sich mittlerweile auch abseits der PRL rechnet. Du behauptest, Du bist besonders kompetent in diesem Bereich. Darf ich fragen, was Du beruflich machst? Ich bin Ingenieur. Auf meiner Visitenkarte steht "zukunftsfähige Energieversorgung" Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Cepha 26. Januar vor 12 Stunden von Humfrey: Wozu genau wird eigentlich Regelenergie vorgehalten, was man übrigens mit Akkus wunderbar verstärkt und äußerst netzdienlich abbilden könnte, wenn man den Akkubesitzern dazu einen sinnvollen Anreiz bieten würde? Primärregelleistung wird seit Jahren von Großspeichern erbracht. Das ist längst Stand der Technik. Ich kenne einen einzigen Versuch, wo man PRL mit Kleinspeichern versuchte, das war von Caterva. War in keinster Weise konkurrenzfähig Aktuell geht man mit Speichern vor allem in den Arbitragehandel. Weil sich damit aktuell sehr viel Geld verdienen lässt. Auch hier bleiben die Kleinspeicher außen vor, weil schlichtweg nicht konkurrenzfähig. Autobatterien in V2G / V2H Systemen können rein theoretisch eine Rolle spielen, aber praktisch hängt es da bis auf ein paar Modellprokelten in Deutschland immer noch ziemlich. Ich glaub da nicht daran (Eine Lösung, die nach einem Problem sucht), aber dagegen wetten würd ich noch nicht. ePKW als smart demand halte ich für klug, aber das ist was anderes. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Cepha 26. Januar · bearbeitet 26. Januar von Cepha Am 25.1.2026 um 16:45 von reko: Kohlekraftwerke sind in China z.T. Backup für Solar und Wind (idR braucht man dafür 50% Mindestlast damit sie regelbar bleiben). Zum Glück ist China halt doch nicht unsere Zukunft, denn unsere Kohlekraftwerke haben solche Restriktionen heute nicht mehr (das verschleißt die Teile zwar erheblich, aber so what?) Das ist wohlgemerkt der Dezember, ein Monat mit sehr wenig Solarstrom. Braunkohle: Steinkohle: im Juni sind wir bei der deutschen Steinkohle auch schon bei Abregelung bis auf Null angelangt. das, was laut der "Experten" ja angeblich garnicht ginge. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
No.Skill Mittwoch um 21:10 vor 6 Minuten von No.Skill: Versprochene Entlastung beim Industriestrompreis wirkt "eher homöopathisch" Ganz interessant, kann man auch anhören. Grüße No.Skill Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag