reko 14. August vor 2 Minuten von HHanseat: , wenn wir "eigentcih" genug Sonne und Wind haben. Wir haben nachts aber nicht genug Wind und gar keine Sonne. Wir haben auch nicht genug Speicher für die ganze Nacht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
HHanseat 14. August · bearbeitet 14. August von HHanseat vor 5 Minuten von reko: Wir haben nachts aber nicht genug Wind und gar keine Sonne. Wir haben auch nicht genug Speicher für die ganze Nacht. Daher meine vereinfachende Annahme: tagsüber sei (bei günstigem Wetter wie aktuell, im Winter natürlich anders) genug EE zum Laden der Speicher und Ersatz der Kohle verfügbar (da Wind abgeregelt ausschaut, sonst ggf. durch EE-Ausbau möglich). Und weil wir nicht genug Speicher für die Nacht haben, wollte ich mal rechnen, wieviel man denn bräuchte und wie das dann ausschaut. So besser verständlich? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 14. August · bearbeitet 14. August von reko vor 15 Minuten von HHanseat: Der aktuelle Strombedarf liegt im Sommer um die 50 GW, diese 465 GWh reichen also nur für knapp 10h Aktuell haben wir ca 30 GW private Batteriespeicher. Dafür müsste man diesen Speicher aber unter Kontrolle der Netzbetreiber bringen. Aktuell werden Speicher im Extremfall netzschädlich genutzt und verursachen Redispatch. Die Realität ist deprimierend. Es wurde viel Geld an den falschen Stellen eingesetzt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 14. August · bearbeitet 14. August von Holgerli vor 37 Minuten von reko: Falls wir bis dahin als Ersatz Gaskraftwerke haben. Da Gas teurer als Braunkohle ist, wird Strom dann teurer. Leider zu kurz gedacht. Da auch die Co2-Emissionen zunehmend verteuert werden durch Co2-Zertifikate und Braunkohle aber auch Steinkohle deutlich dreckiger als Gas ist, ist Deine Betrachtung nur die halbe Wahrheit. Eher ein drittel der Wahrheit. Da Sonne und Wind kostenlos sind und Speicherpreise kontinuierlich sinken wird dadurch die Kombi EEs & Speicher immer attraktiver. Und zur Persona Reiche ganz wertneutral: Wenn von den Bundesminsterin jemand am nächsten am Schleudersitz steht, dann wohl sie. vor 21 Minuten von reko: Aktuell haben wir ca 30 GW private Batteriespeicher. Dafür müsste man diesen Speicher aber unter Kontrolle der Netzbetreiber bringen Ich zitiere mich selber: vor 3 Stunden von Holgerli: Und was sagt der Markt dazu? Der hat sich entschieden: Fast 10.000 Anträge für Netzanschluss von Großspeichern gestellt. Die zum Netzanschluss anstehenden Projekte haben eine Gesamtleistung von 400,3 Gigawatt und eine Speicherkapazität von 661 Gigawattstunden. Zitat aus dem Artikel: Zitat Bei den deutschen Verteil- und Übertragungsnetzbetreibern waren Ende 2024 Anfragen für den Netzanschluss von insgesamt 9.710 großen Batteriespeichern anhängig. Diese Anfragen betreffen nur die Mittel- und Hochspannungsebene – Heimspeicher sind in dieser Zahl nicht enthalten. Die zum Netzanschluss anstehenden Projekte haben eine Gesamtleistung von 400,3 Gigawatt und eine Speicherkapazität von 661 Gigawattstunden. Dies teilt die Bundesnetzagentur (BNetzA) auf Basis einer Monitoringabfrage bei den Netzbetreibern mit. Die Kontrolle wäre bzw. ist da. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Vios 14. August vor einer Stunde von reko: Aktuell haben wir ca 30 GW private Batteriespeicher. Dafür müsste man diesen Speicher aber unter Kontrolle der Netzbetreiber bringen. Wieviel davon sind Kleinspeicher z.B. am sog. Balkonkraftwerken? Zu klein und gar nicht für Fernzugriff ausgerüstet. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
derVuk 15. August vor 17 Stunden von reko: Aktuell haben wir ca 30 GW private Batteriespeicher. Dafür müsste man diesen Speicher aber unter Kontrolle der Netzbetreiber bringen. Aktuell werden Speicher im Extremfall netzschädlich genutzt und verursachen Redispatch. Die Realität ist deprimierend. Es wurde viel Geld an den falschen Stellen eingesetzt. Ja, das ist sehr traurig... Das würde viel Geld sparen ohne etwas zu kosten oder jemandem zu schaden. vor 16 Stunden von Vios: Wieviel davon sind Kleinspeicher z.B. am sog. Balkonkraftwerken? Zu klein und gar nicht für Fernzugriff ausgerüstet. Ich weiß es nicht, glaube aber die Mehrzahl (Im Sinne von GWh) sind schon normale Kleinspeicher. Aber das Problem mit dem Fernzugriff ist ja, da braucht es auch flächendeckend Smartmeter etc..., das ist alles (leider) in Deutschland in den nächsten 10 Jahren nicht realistisch bei unserem Ausbautempo. Mal eine ganz einfache und pragmatische Idee. Warum macht man kein Gesetz, welches Hersteller verpflichtet gewisse Werkseinstellungen vorzunehmen. Zum Beispiel, dass der Heimspeicher in den Sommermonaten morgends maximal bis auf 20% oder 30% aufläd und den Rest ab 12 Uhr mittags voll macht. Das wäre relativ simple und ohne Fernzugriff möglich. Natürlich leben wir in einem freien Land und jeder darf natürlich die Werkseinstellungen nach eigenem Bedarf verändern. Ich würde aber wetten, dass ca. 90% der Speicher bei den Werkseinstellungen bleiben. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 15. August · bearbeitet 15. August von Holgerli vor 21 Stunden von HHanseat: Magst Du Deine Rechnung und Annahmen noch etwas ausführen? Ist so schwierig nachzuvollziehen. Natürlich: Da ich Optimist bin gehe ich nicht nur davon aus, dass Kohle 2038 zu 100% aus dem Netz, sondern Gas zu 40% reduziert wurde. Ich gehe daher von 395 GWh aus, die in diesem in der Nacht und in den Übergangszeiten zur Verfügung stehen müssen. Meine Annahme, dass die Installierte Leistung (Referenzwert: 2025) sich folgendermaßen verändert: PV: Von 117 auf 300 GW (Zubau: 14 GW pro Jahr) Wind (On- und Offshore): 75 auf 140 GW (Zubau: 5 GW pro Jahr) Biomasse: Stabil Das führt zu folgenden Veränderungen der Produktion: PV: 440 auf 1020 GWh Wind: 190 auf 440 GWh Biomasse: 130 auf 115 GWh (Abnahme aufgrund stagnierenden Zubaus und Alterung der Bestandsanlagen) Rechnung der Last in 2038: Tag (24h): 1.300 GWh (0+20-25% im Vgl. 2025 aufgrund WP/Klimaanlagen, E-Mobilität) Taganteil (10 h): 600 GWh (10h x 60 GW) Nacht (14h): 700 GWh (14h x 50 GW) Rechnung des Nachtfensters: Bedarf Nachtfenster: 700 GWh - Wasser/Biomasse: 70 GWh - Windkraft: 180 GWh (bewusst schwach gerechnet) - Gas: 55 GWh =================================== = 395 GWh Speicherkapazität = 465 GWh benötigter Strom bei 15% Ladeverlusten vor 21 Stunden von HHanseat: Das ist nicht viel, weil wir auch mal ungünstiges Wetter haben, z.B. ab 30. November 2023 drei Tage mit sehr wenig PV und Wind: Hier wären wir dann Punkt Gaskraftwerke und deren Betrieb: 1. glaube ich nicht, dass wir 2038 schon 100% aus fossilem Gas raus sind (ich rechne mit 40% weniger). 2. Ist die Umstellung der Energiewirtschaft eine Sektorenumstellung. Durch die Umshifung von Verbrennern zu BEVs werden große Mengen Biokraftstoffe frei. 3. Wir haben an jenem Augusttag im Jahr 2038 noch 300GWh Überschussstrom. Dieser kann für Wärmespeicher etc. genutzt werden. Zusammen mit vielen Mai, Juni und Juli-Tagen kommt da eine Menge Strom zusammen, der für Speicherungen genutzt werden kann. vor 21 Stunden von HHanseat: Man könnte natürlich auch prüfen, ob wir nicht doch ein paar unserer KKW wieder ans Netz bringen können statt weiter zu sprengen. Aber ich versteh auch, dass das politisch schwierig ist. Vielleicht bauen uns die Franzosen ja ein paar neue Blöcke an den Rhein und haben noch etwas Strom übrig... Und hier wird es dann unrealistisch: AKWs in Deutschland sind tot. Politisch und wirtschaftlich. Wir hatten den Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg wegen Fukushima. Also einen Verdammt guten Grund. Als der ursprüngliche Ausstieg war ein guter Grund. Der Ausstieg aus dem Ausstieg und 14 Tage später der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg war ein Treppenwitz. Und wie sollen fanz. AKW-Neubauten helfen. Hier hilft nur Realismus: Der letzte AKW-Neubau in Frankreich (Flamanville 3) hat 17 Jahre gedauert. Bis 2038 sind noch 12 oder 13 Jahre. Aktuell gibt es noch nicht mal fortgeschrittene Planungen für neue AKWs in Frankreich. Rechnet man das hoch, sind selbst theoretisch keine AKWs vor den 2050ern in Sicht. Praktisch gesehen war Flamanville 3 wohl das letzte AKW, was in Frankreich überhaupt ans Netz ging. Ach ja: Das sind meine Zahlen. Meine Anmerkungen zu meinen Berechnungen. Es steht jedem frei diese in Zweifel zu ziehen und mir seine Berechnungen zu zeigen. Allerdings hätte ich dann auch gerne realistische Alternativen, wenn man nicht glaubt, dass mein Weg gangbar ist. vor 21 Stunden von HHanseat: ...derzeit nicht absehbare Technologiewunder (Wasserstoffökonomie und Kernfusion hier mitgemeint mit Sicht auf Ziel 2050)... Schön, dass wir uns wenigstens beim Wasserstoff und der Kernfusion einig sind. Aber selbst 2070halte ich für beide oder 2090 für Kernfusion unrealistisch. Und dann ist Europa bei +4 bis 8°C und der Rhein führt heuer bei +1,8 bis +2,2°C (je nachdem wen man fragt) nur noch 10cm Wasser. Wenn man sich meine Zubauzahlen bei PV und Wind und auch gerade bei Biomasse anschaut mit speziellen Augenmerk auf die jährlichen Zubauraten, dann sieht man, dass die quasi auf dem 2025er-Niveau sind. Die sind also konservativ. Persönlich glaube ich, dass unser Leidensdruck in den nächsten Jahren sehr deutlich steigen wird, was den Klimawandel angeht und wir noch ganz andere Zahlen sehen könnten. Dass die Kapazitäten für BESS-Speicher schon heute explodieren zeigt mir, dass sich der markt dem bewusst ist. Das Geld fliesst dahin wo man mittelfristig Gewinn machen kann. Und das sind EEs und Speicher und nicht Wasserstoff und Atomkraft. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 15. August · bearbeitet 15. August von reko vor 5 Stunden von derVuk: Mal eine ganz einfache und pragmatische Idee. Warum macht man kein Gesetz, welches Hersteller verpflichtet gewisse Werkseinstellungen vorzunehmen. Es gibt noch nicht mal ein Protokoll wie die Steuerung von privaten Speichern durch den Netzbetreiber funktionieren soll. Es ist auch nicht unbedingt im Interesse der Speicherbesitzer wenn der Netzbetreiber über das Laden/Entladen des Speichers bestimmt. Dieser Fernzugriff des Netzbetreibers kann mit etwas Alufolie am Funkmodul verhindert werden. Fast alle Speicher werden privat gesteuert. Es gibt für sie nur den bundesweite einheitlichen Strompreis als Steuergröße. Die Netzauslastung kann so nicht berücksichtigt werden. Es ist für den Betreiber z.B. einer Windanlage viel sinnvoller den Speicher direkt am Windrad zu installieren und dann zu speichern wenn er abregeln müsste. Die schwachen Nord/Süd-Übertragungsleitungen werden dadurch u.U. trotzdem überlastet. Es wären umfassend andere Regelungen notwendig, die den Betreibern von Solar und Windanlagen ev. nicht gefallen (sie haben mit anderen Voraussetzungen geplant). Diese Betreiber haben eine starke Lobby. Ich habe letztes Jahr mangels Mobilfunknetzabdeckung einen nicht steuerbaren moderner Zähler bekommen. Jetzt mußte ich ein Formular zu § 14a EnWG ausfüllen (netzorientierte Steuerung von großen, neuen Verbrauchern mit mehr als 4,2 kW Leistung (wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Speichern)). Es wird dem Netzbetreiber mangels Steuerbarkeit meines Zählers nichts nutzen. Hätte ich einen Smartmeter und Speicher, wüßte ich nicht wie der Speicher wissen soll was der Netzbetreiber will. Man bräuchte ein Protokoll wie der Netzbetreiber direkt auf meine Wärmepumpe mit vorhandenen WLAN über Glasfasernetz zugreifen kann. Ich gehe davon aus dass es bei meiner WP eine Hersteller abhängige Fernabschaltmöglichkeit gibt. Die könnte ich in meinem Router natürlich verhindern. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger 15. August · bearbeitet 15. August von Bolanger Gerade bei Wärmepumpen gibt es seit vielen Jahren die SmartGrid-Eingänge, über welche die Heizung in 4 Betriebszustände versetzt werden kann. Eigentlich müsste man etwas ähnlich simples auch für private Speicher vorschreiben. Dann würde ein einfaches Steuersignal des Netzbetreibers reichen, um WP und Speicher, ggf. auch Wallboxen, steuern zu können. Es bedarf nämlich keiner exakten Lastregelung einer modulierenden WP oder Wallbox. Es reicht im großen Netz völlig, wenn man einige davon in einen reduzierten Betrieb versetzten kann. Natürlich kann man jede Art der Fernsteuerung manipulieren. Ebenso kann man ein System betrügen, indem man einen Verbraucher gar nicht erst anmeldet. Aber um ehrlich zu sein.... Ab 4 KW wird eine Steuerbarkeit gefordert. Eine WP mit 4 KW elektrischer Aufnahme hat eine Heizleistung von > 10 KW. Das sollte für nahezu alle gedämmten EFH und ZFH reichen. Und eine 11 KW Wallbox zu Hause braucht man auch nicht wirklich. Eine 3,6 KW-Steckdose reicht dafür auch. Beides wäre also auch bei offizieller Anmeldung von einer Pflicht zur Steuerung befreit. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
HHanseat 15. August · bearbeitet 15. August von HHanseat @Holgerli Danke für die Erläuterung, ist so gut nachvollziehbar und Deine Annahmen m.E. plausibel. Dann sind wir uns also einig, dass einige 100 GWh Speicher zur "sauberen" Überbrückung einer Nacht mit wenig Wind nötig und sinnvoll sind. Am nächsten Tag wird dann wieder genug (am besten sauberer) Strom gebraucht, um den Speicher wieder aufzuladen, mit deinen Zahlen also gut 40 GW Zusatzlast (400 GWh Speichergröße/ 10h Tageszeit) bzw. etwa das 1,6fache der normalen Tageslast. Uns fehlt dann noch eine Lösung für mehrtägige Dunkelflauten: einfach viel mehr Batteriespeicher ist dafür ungünstig, weil die zusätzliche Kapazität (also mehr als der tägliche Bedarf) nur selten gebraucht wird und daher wenige Ladezyklen zum Geldverdienen machen kann. Bisher setzen wir auf konventionelle Back-up Kraftwerke (und etwas Import). Klappt bisher, weil die Gas- und Kohlekraftwerke "eh noch da" sind (ob und wie sich Neubau umsetzen lässt prüft das Wirtschaftsministerium gerade, wird nicht einfacher seit die KI-Rechenzentren auch massiv Gasturbinen nachfragen). Interessant ist da deine Idee mit der Umwidmung der Biokraftstoffe. Davon wurden 2025 immerhin 37 TWh im Verkehrssektor genutzt, wenn man die komplett umwidmet und mit 50% Effizienz in Strom wandeln kann (vermutlich mit etwas Aufwand im bestehenden Kraftwerkpark möglich) wären das also etwa die richtige Größenordnung für eine mehrtägige Dunkelflaute. Allerdings hat D derzeit auch etwas über 100 TWh Bedarf an Treibstoff für die Luftfahrt, und da sind Biokraftstoffe für SAF die bisher einzig plausible Alternative zu fossilen. Es bleibt also schwierig... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 15. August vor 33 Minuten von HHanseat: Am nächsten Tag wird dann wieder genug (am besten sauberer) Strom gebraucht, um den Speicher wieder aufzuladen, mit deinen Zahlen also gut 40 GW Zusatzlast (400 GWh Speichergröße/ 10h Tageszeit) bzw. etwa das 1,6fache der normalen Tageslast. Genau so ist es. Untersuchungen haben ergeben, dass bisher nach jeder Nacht ein Tag folgte und die Sonnen wieder aufgegangen ist und der Wind wieder geblasen hat (gerade bei Offshore-Wind). Das ist das schöne bei den Erneuerbaren Energien. Die sind halt (sozusagen) erneuerbar und man kann damit jeden Tag aufs neue Speicher aufladen, statt nur einmal Gas, Strom und Uran zu verbrauchen Und ja, es ist unstrittig, dass es EEs so ausgebaut werden müssen, dass sie im Winter ausreichend sind. Und das hat zur Folge, dass im Sommer "zu viel" Strom da ist. vor 34 Minuten von HHanseat: Uns fehlt dann noch eine Lösung für mehrtägige Dunkelflauten: einfach viel mehr Batteriespeicher ist dafür ungünstig, weil die zusätzliche Kapazität (also mehr als der tägliche Bedarf) nur selten gebraucht wird und daher wenige Ladezyklen zum Geldverdienen machen kann. Also Speicher ist "ungünstig", weil er nur selten gebraucht wird? Gaskraftwerke die ebenso selten gebraucht werden sollen aber dennoch "günstiger" sein? Oder gar Atomkraftwerke die (so gelesen im Atomkraft-Thread) die primär nur noch im Winter laufen sollen? Was immer bei den atomar-fossilen Kraftwerken unter den Tisch gefallen lassen wird ist der enorme personelle Aufwand. Was beim Speicher immer gerne vergessen wird ist, dass dieser immer preiswerter wird. Fazit: Wir haben haben also "ungünstigen" Akkuspeicher der immer preiswerter wird und "günstige" fossile oder atomare Kraftwerke die im Bau und Betrieb und beim Kraftstoff (sei es Uran, Gas oder Kohle immer teurer wird. vor 29 Minuten von HHanseat: Allerdings hat D derzeit auch etwas über 100 TWh Bedarf an Treibstoff für die Luftfahrt, und da sind Biokraftstoffe für SAF die bisher einzig plausible Alternative zu fossilen. Es bleibt also schwierig... Und hier können Gas- oder Atomkraftwerke wie helfen? Wie können EEs hier helfen? Ganz einfach: Das angebliche "zu viel" an Strom im Sommer kann zu E-Fuels umgewandelt werden. Auch ja: Auch die könnte man in Kraftwerken bei der ominösen Dunkelflaute verstromen. Das Problem der "Das geht nicht, weil das reicht!"-Fraktion ist immer, dass vergessen wird dass es viele, viele Möglichkeiten gibt genug Energie zur Verfügung zu stellen. Und alle haben immer deutliche Vorteile gegenüber der Atomkraft. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 15. August · bearbeitet 15. August von reko vor 57 Minuten von Holgerli: Also Speicher ist "ungünstig", weil er nur selten gebraucht wird? Gaskraftwerke die ebenso selten gebraucht werden sollen aber dennoch "günstiger" sein? Du setzt voraus, dass Solar und Wind Vorrang haben und ohne Diskussion gebaut werden müssen. Ich gehe davon aus, das es alleine auf die Systemkosten der Stromnutzung ankommt. Dabei gibt es zwangsläufig einen Solar/Wind-Anteil ab dem ein weiterer Ausbau nicht mehr sinnvoll ist. Vereinfacht erhöht ein x-facher Overbuild die Kosten x-fach - für den gesamten Strombezug nicht nur für den erhöhten EE-Anteil. Deshalb wird in anderen Ländern Wert auf eine stabile Grundlastversorgung gelegt. Wobei der optimale Solar/Wind-Anteil regional unterschiedlich ist. Stromspeicher sind ab einer bestimmten Speicherdauer Backupkraftwerken unterlegen (wg mangelnder Entkopplung von Leistung und Energie). Bei Backupkraftwerken kommt es bei den Grenzkosten irgendwann nur noch auf die Lagerkosten des Kraftstoffs an (bei Uran und Flüssigkeiten wie Methanol extrem gering, Tanklager sind bereits vorhanden). Bei Akkus sind die Kosten für die zweite Woche Dunkelflaute so hoch wie die erste Woche, Die Kostensenkungsphantasien können bei Akkus signifikant nur noch aus revolutionären neuen Akkutypen kommen. Das ist Prinzip Hoffnung. Im Gegenteil wird das aktuelle Preisdumping irgend wann beendet sein. Verschiedene Stromerzeugungsarten und Speichersysteme ergänzen sich. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 16. August vor 18 Stunden von reko: Du setzt voraus, dass Solar und Wind Vorrang haben und ohne Diskussion gebaut werden müssen. Natürlich gehe ich davon aus. Was soll die Alternative sein? - Atomkraft? - Kommt nie wieder in Deutschland - Wasserstoff? - Hier hat der Markt längst entschieden: Außer Ankündigungen kommt nichts und selbst die Ankündigungen sind jetzt auf 2035/2040 terminiert - Kernfusion? - Ist seit 60 Jahren für "in den nächsten 20 Jahren angekündigt" - Fossile? - Ja, ginge. Müssen wir uns nur damit abfinden, dass Rhein und Donau um spätestens 2040 komplett trocken fallen und Europa um 2100 4 bis 8°C wärmer ist. vor 18 Stunden von reko: Dabei gibt es zwangsläufig einen Solar/Wind-Anteil ab dem ein weiterer Ausbau nicht mehr sinnvoll ist. Ist jetzt wieder eine Deiner Behauptungen. Die Atomkraftwerbung aus Ende der 1990er postete ich ja öfters. Ende der 1990er sagten die Atomkraftbetreiber, dass Atomkraft alternativlos und EEs sinnvoll nur 4% des deutschen Stroms erzeugen könnten. Heute sind wir real bei 60+% im Jahresdurchschnitt und sowas wird immer noch erzählt ohne rot dabei zu werden. vor 18 Stunden von reko: Die Kostensenkungsphantasien können bei Akkus signifikant nur noch aus revolutionären neuen Akkutypen kommen. Die realen Kostensenkungen kommen erst einmal durch die reale Entwicklung: -87% Preisentwicklung in 12 Jahren. Warum da weitere 50% nicht locker drin sein sollten bleibt erst mal Dein Geheimnis. Und diese Preisentwicklung müssen Atomkraft, Wasserstoff oder was auch immer erst mal hinbekommen. Bei Atomkraft sehen wir ja die reale Preisentwicklung: +200% Kosten innerhalb von 17 Jahren Bauzeit für jeweils ein AKW. Dann kommen Kostensenkungen über Skaleneffekte: Von 0,0001 GWh kumulierte Produktionund 10.000 USD/kWh in 1991 ging es bis 2023 und 1.750 GWh Produktion in 2023 auf 111 bzw. 114 USD/kWh in 2023 runter Und ich schrieb ja schon: Und die Chinesen bauen wir blöde gerade Zell- und BESS-Baukapazitäten aus. Und wenn dann noch neue Akku-Typen dazukommen, dann wird es noch eine Runde preiswerter. vor 18 Stunden von reko: Das ist Prinzip Hoffnung. Im Gegenteil wird das aktuelle Preisdumping irgend wann beendet sein. Nee, dass ist das Prinzip: Der Markt entscheidet, welche Technlogie sich durchsetzt. Bei den Kraftwerken ist es PV und Wind und nicht Wasserstoff und Atomkraft Beim Speicher sind es Stromspeicher und nicht Wasserstoff. vor 18 Stunden von reko: Verschiedene Stromerzeugungsarten und Speichersysteme ergänzen sich. Genau. Und der Markt sagt: PV, Wind, Biomasse + Akkuspeicher. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger 16. August vor 2 Stunden von Holgerli: - Fossile? - Ja, ginge. Müssen wir uns nur damit abfinden, dass Rhein und Donau um spätestens 2040 komplett trocken fallen und Europa um 2100 4 bis 8°C wärmer ist. Wir müssen uns wohl auch damit abfinden, dass dies je nach Verhalten der anderen auch ohne die Nutzung fossiler Energieträger in Deutschland passieren könnte. Ergänzend möchte ich dennoch darauf hinweisen, das auch wir unse Möglichstes tun sollten, um dies zu vermeiden. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 16. August vor 3 Minuten von Bolanger: Wir müssen uns wohl auch damit abfinden, dass dies je nach Verhalten der anderen auch ohne die Nutzung fossiler Energieträger in Deutschland passieren könnte. Ja, klar. Aber es sind die führenden Industrieländer die vorangehen, den Weg ebnen, die Technologien (entwickeln und) einführen und so den Preis senken müssen, damit die Entwicklungsländer direkt auf diese aufbauen können. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 17. August · bearbeitet 17. August von reko vor 16 Stunden von Holgerli: Ja, klar. Aber es sind die führenden Industrieländer die vorangehen, den Weg ebnen, die Technologien (entwickeln und) einführen und so den Preis senken müssen, damit die Entwicklungsländer direkt auf diese aufbauen können. Es ist China. Deutschland nimmt niemand als Vorbild. Deutschland war führend. Die Überkapazität bei der Akkuproduktion und die Akkupreise steuert alleine China. Die zukünftige Entwicklung in China steht im Fünfjahresplan. Dort stehen Wasserstoffträger und Kernkraft. 2026/01 China warns of battery industry overcapacity risks 2026/07 China targets battery and solar overcapacity with new consumption taxes 2026/05 China’s Nuclear Energy Priorities Under Its 15th Five-Year Plan .. China joined a pledge that stemmed from the 2023 UN Climate Change Conference in Dubai, also known as COP28, to triple global nuclear energy capacity by 2050. 2025/11 China erklärt Wasserstoff zur Zukunftstechnologie .. Führender Produzent und Verbraucher .. 600 Projekte für grünen Wasserstoff in China geplant 2026/03 Chinas Wasserstoffstrategie: Unabhängig durch erneuerbare Energien .. Im 15. Fünfjahresplan hat Chinas Wasserstoff-Technologie eine zentrale Rolle bekommen 2026/04 15th Five Year Plan Zitat Strengthened emphasis on science and technology self-reliance, prioritising breakthroughs in semiconductors, industrial software, advanced materials, biotechnology, AI, and hydrogen/nuclear fusion R&D. A new push for new industries (quantum, 6G, hydrogen, fusion, embodied intelligence), with the aim to build long term competitiveness and reduce dependency. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 17. August vor 2 Stunden von reko: 2025/11 China erklärt Wasserstoff zur Zukunftstechnologie .. Führender Produzent und Verbraucher .. 600 Projekte für grünen Wasserstoff in China geplant Genau, da wären wir beim Punkt. Zitate aus dem Artikel: Zitat Auch bei der Infrastruktur führt China das globale Ranking an – mit über 560 Wasserstofftankstellen und mehr als 25.000 Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugen. Rund 50 Prozent der weltweiten Kapazität für erneuerbaren Wasserstoff entfallen mittlerweile auf China. (...) Bis Ende 2024 verfügte China über eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 50 Millionen Tonnen Wasserstoff. Landesweit sind rund 600 Projekte für erneuerbaren Wasserstoff geplant, etwa 100 davon bereits in Betrieb – mit einer Gesamtkapazität von etwa 220.000 Tonnen pro Jahr. 25.000 Nutzfahrzeuge und 220.000 Tonnen Wasserstoff. Das macht bei 7 kg Wasserstoff pro 100km eine mögliche Jahresfahrleistung von 125.000km/Jahr. Zum Vergleich ein typisches Nutzfahrzeug in China fährt aber eher 160.000km/Jahr. Von den 600 geplanten Projekten sind erst 100 umgesetzt. Lass uns aber träumerisch sein und alle werden umgesetzt, dann kämen wir auf reich rechnerisch 150.000 Fahrzeuge mit Waserstoff. Gleichzeitig sollen es bis 2030 1,6 Mio. Fahrzeuge NEVs/BEVs sein: Zitat Eine absolute Gesamtzahl von 1,6 Millionen Fahrzeugen, was etwa 20 Prozent des Bestands entspricht. Quelle: https://www.electrive.net/2026/06/15/china-stellt-masterplan-fuer-roll-out-schwerer-e-lkw-vor/ Wenn noch nicht mal 10% davon Wasserstofffahrzeuge sind, was sind dann wohl die restlichen 90%? Ich bleibe dabei: Lass den Markt entscheiden und die BEVs kommen. vor 2 Stunden von reko: 2026/05 China’s Nuclear Energy Priorities Under Its 15th Five-Year Plan .. China joined a pledge that stemmed from the 2023 UN Climate Change Conference in Dubai, also known as COP28, to triple global nuclear energy capacity by 2050. Aktuell gibt es (sehr optimistisch gerechnet ) 440 AKWs weltweit die 2.650 TWh Strom produzieren. Lass uns überoptistisch sein und China schafft das. Dann sind das 1.320 AKWs die dann 8.000 TWh Strom produzieren werden. Letztes Jahr wurden 32.000 TWh Strom produziert. Durch EEs allein 11.000 TWh. Erstes Zwischenfazit: Selbst wenn das mit der Verdreichfachung 2025 funktionieren sollte, produzieren EEs schon heute mehr Strom. Aber: Man (also die IEA) rechnet 2050 mit einer Stromproduktion von 60.000 bis 70.000 TWh. Und die IEA rechnet im Worst-Case mit nur 66% Strom aus EEs im Best-Case mit 90%. Lt. IEA lag der Anteil Atomstrom an der Gesamtproduktion 2025 bei ca. 9% und soll sich bis Best-Case auf 9-11% verändern. Also eher Stagnation als Ausbau. Kurz gerechnet: 70.000 TWh Stromproduktion und 8.000 TWh Atomstrom = 11% Anteil. Dafür muss China es aber schaffen, dass bis dahin 1.320 AKWs laufen. Und es wird nur China sein, wenn es politisch vorgegeben Ziele sind und Geld keine Rolle spielt. Frankreich wird pleite sein bei solchen AKW-Zielen. In den USA regelt es der Markt. Und auch hier wieder: Wenn nur gut 10% davon AKWs sind, was sind dann wohl die restlichen 90%? Ich bleibe dabei: Lass den Markt entscheiden und die EEs kommen. Persönliche Anmerkung: Einfach mal die Zahlen anschauen und man merkt, dass China "ambitionierte" Wasserstoff- und Atomkraft-Ziele eigentlich selbst im Best-Case nur Albi-Veranstaltungen sind. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko 17. August · bearbeitet 17. August von reko Komisch, dass China bei Solar und Akkus geglaubt wird und Vorbild ist, bei Wasserstoff und Kernernergie aber nicht. Man braucht es nicht glauben. Es gibt keine andere realistische Möglichkeit. Das deutschen Stromnetz hat rund 1,5 Stunden und das chinesischen Stromnetz etwa 2,6 Stunden Speicherkapazität mit Akkus (nicht zwingend netzdienlich eingesetzt). In Deutschland bräuchte man 432 Stunden um Dunkelflauten zu überbrücken (lt. Analysen des Fraunhofer-Instituts). Das ist nicht bezahlbar. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 17. August · bearbeitet 17. August von Holgerli vor 30 Minuten von reko: Komisch, dass China bei Solar und Akkus geglaubt wird und Vorbild ist, bei Wasserstoff und Kernernergie aber nicht. Man braucht es nicht glauben. Es gibt keine andere realistische Möglichkeit. Wo habe ich geschrieben, dass ich China nicht glaube? Ich habe beide Zahlen, welche ja explizit Wasserstoff- und Atomkraft-geframt sind, nur auf 2030 (Wasserstoff) und 2050 (Atomkraft) hochgerechnet und dann mit der Entwicklung bei den EEs und BEVs in den Kontext gesetzt. Ich glaube China, dass das deren Plan ist. Nur haben selbst diese ambitionierten Wasserstoffziele und die mehr als ambitionierten Atomkraftziele keine Auswirkungen auf den realen, globalen Ausgang: BEVs und EEs werden mit weitem, weitem Abstand dominieren. Du musst einfach nur lesen was ich schrieb. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag