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Eine Bar in Zürich...

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Shjin
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Sibylle besitzt eine Bar in Zürich. Um den Umsatz zu steigern,

beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich

alkoholkranke ALV-/IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also

Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Zürich schnell herum und

immer mehr Kundschaft desselben Segments, drängt sich in Sibylle's Bar.

Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht

Sibylle sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht auch massiv

ihren Umsatz.

 

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt

Sibylle's Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine

unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei

Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.

 

Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker

die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den

Bezeichnungen SUFFBOND®,ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen

unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei

einer usbekischen Online-Versicherung per E-Mail abgesichert.

Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges

Freibier in Sibylle's Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen.

Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten

oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse

und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für

institutionelle Investoren.

 

Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im

dreistelligen Millionenbereich. Eines Tages, obwohl die Kurse immer

noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner

negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest,

dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Sibylle's Kunden

langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten

noch die nächsten ALV-/IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele

inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen.

Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins

Haus. Sibylle macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%,

KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert

von 20%.

 

Die Lieferanten hatten Sibylle extrem lange Zahlungsfristen gewährt und

zudem selbst in die Super-Prima-Anleihen investiert. Der Wein- und der

Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver

staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe

übernommen.

 

Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet

für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

 

In diesem Sinne: Prost!

 

:D

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