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StinkeBär

CURRENCY RETURNS ETF - Devisen ETFs?

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StinkeBär

EDIT Sapine:

ISIN: LU0328474472 WKN: DBX1AZ

 

Fondstyp: Geldmarktfonds, Indexfonds

Währung: EUR

KAG: db x-trackers

Management: DB Platinum Advisors

Auflagedatum: 06.02.2008

max. Verwaltungsgebühr: 0,30%

Thesaurierend

Swap-basiert

EDIT Ende

 

 

Beschreibung

Der Index ist ein in EUR berechneter Index, der an jedem Indexgeschäftstag von Deutsche Bank AG, Niederlassung London, veröffentlicht wird. Der Index soll die Wertentwicklung des Deutsche Bank Carry (EUR) Index, des Deutsche Bank Momentum (EUR) Index und des Deutsche Bank Valuation (EUR) Index abbilden. Der Index bietet ein Exposure in Bezug auf zugrunde liegende Indizes, die sich auf fiktive Terminwechselkurse beziehen. Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den "G10-Währungen" zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt.

 

Verwaltetes Vermögen 31.114.298,00 EUR

Total Expense Ratio (TER) 0,30%

 

 

Da ich von Devisen ETFs keine Ahnung habe und diese nicht sonderlich beliebt zu sein scheinen (abgeleitet aus dem Fondvermögen :D ), wollte ich mal auf diesen Wege fragen, wieso diese so unattraktiv bei Privatanlegern sind?

Könnten solche Produkte nicht sinnvoll zur Beimischung sein, da sie im Endeffekt ein Eigenleben haben und unabhängig von Aktienbörsen sein müssten?

So richtig gefährlich scheinen diese Wettgeschäfte auch nicht zu sein?

 

Bin für jeden Hinweis und Kritik an den Produkten dankbar und bedanke mich daher schon mal im Voraus, allerdings kann ich zum Thema nicht viel beitragen.

 

Also was haltet Ihr von solch einen Devisen ETF als Beimischung ?

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StinkeBär

Achso zu den Subindizes folgendes:

 

CURRENCY CARRY ETF

Der Index soll eine Strategie abbilden, bei der 3-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen in Rechtsordnungen mit hohen Zinsen gekauft und 3-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen in Rechtsordnungen mit niedrigen Zinsen verkauft werden. Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den "G10-Währungen" zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt.

 

CURRENCY MOMENTUM ETF

Der Index soll eine Strategie abbilden, bei der 1-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen, die im vorangegangenen 12-Monats-Zeitraum gegenüber dem US-Dollar den größten Wertzuwachs verzeichnet haben, gekauft und 1-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen, die im vorangegangenen 12-Monats-Zeitraum gegenüber dem US-Dollar den größten Wertverlust verzeichnet haben, verkauft werden, wie durch die Kassawechselkurse für diese Währungen gegenüber dem US-Dollar bestimmt. Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den "G10-Währungen" zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt. Der Schlussstand des Funded Index wird daher auch durch Änderungen des von der Europäischen Zentralbank berechneten Tagesgeldsatzes am Interbankenmarkt der Eurozone beeinflusst.

 

CURRENCY VALUATION ETF

Der Index soll eine Strategie abbilden, bei der 3-Monats-Terminkontrakte auf drei "unterbewertete" G10-Währungen gekauft und 3-Monats-Terminkontrakte auf drei "überbewertete" G10-Währungen verkauft werden. Dazu wird der durchschnittliche Kassawechselkurs dieser Währungen im Verhältnis zum US-Dollar im letzten Quartalszeitraum mit den Kaufkraftparitäten dieser Währungen verglichen. Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den "G10-Währungen" zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt.

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StinkeBär

Vorteile von Währungsindizes

Thorsten Michalik von der Deutschen Bank, zuständig für die ETFs beschreibt die Vorteile von Währungsindizes mit ihrer Outperformance gegenüber dem Marktzins: "Über eine Historie von 25 Jahren konnten alle Indizes eine jährliche Rendite erreichen, die zwischen drei und fünf Prozent über dem risikolosen Zinssatz liegt. Damit liegt diese Anlageklasse über dem durchschnittlichen Ertrag von Renten und nur leicht unter dem langfristigen Ertrag von Aktien." Bereinige man diese Entwicklung jedoch das Risiko der jeweiligen Anlageklassen, zeige sich ein ganz anderes Bild: "Durch die geringe Volatilität des Deutsche Bank Currency Return Indizes von etwa fünf Prozent pro Jahr, liegt das Sharpe Ratio mit 0,77 deutliche über dem von Aktien oder Renten mit ca. 0,35." Das Sharp Ratio beschreibt die Überschussrendite gegenüber einer risikolosen Anlage.

 

Der zweite entscheidende Vorteil, erklärt Michalik, ergebe sich durch die Diversifikationseffekte, die die neuen Währungs-ETFs bieten. "Während Anleihen und Aktien mit 0,26 deutlich positiv korrelieren, weisen die vier vorgestellten ETFs nur leicht positive und häufig sogar negative Korrelationen zu anderen Anlageklassen auf. Die Korrelation des Deutsche Bank Currency Return Indizes mit Aktien beträgt 0,05 und kann somit vernachlässigt werden. Mit Anleihen korreliert der Index mit -0,21 negativ, was Investoren zusätzliche Diversifikationsvorteile bietet." Auch der Currency Momentum, der Currency Carry und der Currency Valuation ETF wiesen keine oder negative Korrelationen zu den beiden Anlageklassen Aktien und Renten auf. Eine Anlage in Währungs-ETFs biete somit eine ähnliche Rendite wie Aktien bei einem deutlich geringeren Risiko. "Durch die geringe bzw. negative Korrelation zu anderen Anlageklassen eignen sich Währungs-ETFs optimal zur strategischen Portfoliobeimischung," schließt Michalik. (Quelle: Deutsche Bank) 13.02.2008 gefunden bei W:O

 

Dass es sich dabei um Eigenwerbung handelt ist klar, dennoch scheint es Vorteile zu geben.

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unser_nobbi
· bearbeitet von unser_nobbi

Man fragt sich jetzt natürlich, auf welcher Basis die die Korrelation berechnet haben.

 

Die Indexbroschüre gibt da andere Daten an (für nen Zeitraum bis Mitte 2007).

 

Allerdings hat sich der Momentum-Index in der letzten Zeit sehr ungewöhnlich entwickelt. Ist das evtl. bei Deinen Daten schon drin ?

 

Korrelation:

post-9231-1237226604_thumb.png

 

Momentum-Anteil:

post-9231-1237226668_thumb.png

 

Hab hier auch mal die Indexbroschüre reingestellt:

DBCR_brochure.pdf

 

Ich brauchs aber nicht, das Teil... :lol:

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StinkeBär

Mein kurzes Fazit:

 

Vorteile:

1. Währungen entwickeln sich unabhängig von anderen Anlageklassen.

2. Beim Index werden Anlegern die Euro-Geldmarktzinsen gutgeschrieben.

 

Nachteile:

1. geringes Fondvermögen.

2. die Erwartung sind 4-8%, bei einer gewissen Volatilität

 

 

Von den Erträgen sollte man nicht zuviel erwarten, diese liegen zwar über den Geldmarkt, aber zum Preis einer erhöhten Volatilität.

(siehe unten)

 

Dennoch zur Risikostreuung sind Sie ne feine Sache, ich möchte mich sogar zu der Aussage hinreißen lassen, dass Sie gegenüber Anleihen ETFs oder Immofonds nicht große Nachteile entgegensetzen.

 

Performance Volatilität max. Verlust 1-Monats-Hoch 1-Monats-Tief

1 Monat +0,97% 3,05% -0,41% 0,97% 0,97%

3 Monate +1,43% 4,49% -1,91% 0,97% -0,33%

6 Monate +7,17% 4,51% -1,91% 4,19% -0,33%

lfd. Jahr +0,86% 4,40% -1,91% 0,97% -0,33%

1 Jahr +6,95% 4,76% -2,40% 4,19% -0,99%

 

Das Vola Rendite Verhältnis ist nicht so schlecht... :unsure:

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Sapine

Ich habe mal noch ein paar Angaben nacheditiert, die eigentlich zur Themeneröffnung dazu gehören. Bitte nächstes mal nicht vergessen.

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle
Achso zu den Subindizes folgendes:

 

CURRENCY CARRY ETF

Der Index soll eine Strategie abbilden, bei der 3-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen in Rechtsordnungen mit hohen Zinsen gekauft und 3-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen in Rechtsordnungen mit niedrigen Zinsen verkauft werden. Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den "G10-Währungen" zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt.

 

CURRENCY MOMENTUM ETF

Der Index soll eine Strategie abbilden, bei der 1-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen, die im vorangegangenen 12-Monats-Zeitraum gegenüber dem US-Dollar den größten Wertzuwachs verzeichnet haben, gekauft und 1-Monats-Terminkontrakte auf drei G10-Währungen, die im vorangegangenen 12-Monats-Zeitraum gegenüber dem US-Dollar den größten Wertverlust verzeichnet haben, verkauft werden, wie durch die Kassawechselkurse für diese Währungen gegenüber dem US-Dollar bestimmt. Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den "G10-Währungen" zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt. Der Schlussstand des Funded Index wird daher auch durch Änderungen des von der Europäischen Zentralbank berechneten Tagesgeldsatzes am Interbankenmarkt der Eurozone beeinflusst.

 

CURRENCY VALUATION ETF

Der Index soll eine Strategie abbilden, bei der 3-Monats-Terminkontrakte auf drei "unterbewertete" G10-Währungen gekauft und 3-Monats-Terminkontrakte auf drei "überbewertete" G10-Währungen verkauft werden. Dazu wird der durchschnittliche Kassawechselkurs dieser Währungen im Verhältnis zum US-Dollar im letzten Quartalszeitraum mit den Kaufkraftparitäten dieser Währungen verglichen. Der Pool von Währungen, die für die Aufnahme in jeden der Zugrunde liegenden Indizes geeignet sind, setzt sich aus den "G10-Währungen" zusammen. Der Index ist mit einer Verzinsungskomponente ausgestattet, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt.

 

Die Logik vom Carry-Trade ETF leuchtet mir ein. Hier hätte ich, wenn ich das richtig verstehe zwei Renditequellen:

1) Geldmarktzins für die Deckung der Terminkontrakte

2) Arbitrageeffekt, da ich in einem Markt long im anderen short bin, d.h. ich leihe zu niedrigem Zins und verleihe zu hohem Zins

 

Und das gepaar mit dem hübschen Korreltationsverhalten. Ziemliches Smartes Ding! Oder verstehe ich da was falsch?

 

Bei den anderen beiden vermag ich als Renditequelle nur den Geldmarktzins zu erkennen plus Zockereffekt den ich in der Kategorie "Nullsummenspiel" einsortieren würde.

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle

Sehe grade: das folgende Bild scheint die Zwei- versus Ein-Renditequellenthese auch zu bestätigen!

 

post-12435-1248370676_thumb.png

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etherial

http://de.wikipedia.org/wiki/Carry_Trade

 

Die Tatsache, dass es so lange funktioniert hat, deutet nur daraufhin, dass die Blase bald mal wieder platzen könnte.

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Bärenbulle
http://de.wikipedia.org/wiki/Carry_Trade

 

Die Tatsache, dass es so lange funktioniert hat, deutet nur daraufhin, dass die Blase bald mal wieder platzen könnte.

 

Verstehe Dein Argument nicht. Es geht hier doch gar nicht darum auf Wechselkurse zu zocken, sondern darum das Arbitrage eine permanente zusätzliche Rendite erwirtschaftet. Das ist ja wohl was anderes als ein simpler Zock. Sicher hat das Papier einen Drawdown von 30% wg. möglicher Wechselkursschwankungen etc.. Aber dieses Risiko ist bei einer unkorrelierten Beimischung doch unproblematisch.

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Luxor

Bei Sätzen wie "Eine Anlage in Währungs-ETFs biete somit eine ähnliche Rendite wie Aktien bei einem deutlich geringeren Risiko." frage ich mich warum man überhaupt in aktien anlegen sollte.

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Blujuice
Die Logik vom Carry-Trade ETF leuchtet mir ein. Hier hätte ich, wenn ich das richtig verstehe zwei Renditequellen:

1) Geldmarktzins für die Deckung der Terminkontrakte

2) Arbitrageeffekt, da ich in einem Markt long im anderen short bin, d.h. ich leihe zu niedrigem Zins und verleihe zu hohem Zins

 

Und das gepaar mit dem hübschen Korreltationsverhalten. Ziemliches Smartes Ding! Oder verstehe ich da was falsch?

 

Bei den anderen beiden vermag ich als Renditequelle nur den Geldmarktzins zu erkennen plus Zockereffekt den ich in der Kategorie "Nullsummenspiel" einsortieren würde.

Ich hab Zweifel an dieser Interpretation. Denn das Zinsniveau ist zu einem gewissen Maße in die Devisenkurse eingepreist (und umgekehrt). Soweit ich weiß dürften Carry-Trades in einem effizienten Markt gar nicht funktionieren. Die Unterschiede im Zinsniveau sind theoretisch Ausdruck dessen, dass der Wert der Hochzinswährung kontinuierlich abnimmt. Damit wird der Zinsunterschied durch die Kursentwicklung neutralisiert. Im Endeffekt bleibt in einem effizienten Markt nur der Geldmarktzins übrig - wie bei den anderen drei Strategien.

 

Da wir aber keinen effizienten Markt haben, funktionieren alle drei Strategien. Durch die Ausnutzung von Marktineffizienzen erzielen sie eine Rendite, die über dem Geldmarktniveau liegt. Dass die Carry-Strategie von Anfang 1999 bis Mitte 2007 besser funktioniert hat, könnte einfach nur Glück sein. 2008 gab es dafür einen Drawdown von gut 30% und die Valuation-Strategie ist stattdessen explodiert. Das ist durchaus logisch, weil die Carry-Strategie damit Geld verdient, dass ein Ungleichgewicht zwischen Währungen/Zinsniveaus besteht, während die Valuation-Strategie darauf spekuliert, dass die Wechselkurse zu ihrem fairen Wert zurückkehren. Wie sich die Strategien in Zukunft weiterentwickeln, wage ich aber nicht zu beurteilen. Dafür kenn ich mich mit dem Thema viel zu wenig aus. Insbesondere die drei Einzelstrategie-ETFs sind wohl eher was für Institutionelle - auch wenn dbx die Devisen-ETFs auch auf der Privatanleger-Website führt.

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Bärenbulle
Ich hab Zweifel an dieser Interpretation. Denn das Zinsniveau ist zu einem gewissen Maße in die Devisenkurse eingepreist (und umgekehrt). Soweit ich weiß dürften Carry-Trades in einem effizienten Markt gar nicht funktionieren. Die Unterschiede im Zinsniveau sind theoretisch Ausdruck dessen, dass der Wert der Hochzinswährung kontinuierlich abnimmt. Damit wird der Zinsunterschied durch die Kursentwicklung neutralisiert.

 

Guter Punkt! Wenn ich mich recht an meine stark verblassten VWL-Kenntnisse zurückentsinne, dürfte dies in der Tat für einen effizienten Markt gelten. Nur eines vergesst Ihr mMn dabei, denn man agiert ja als aktiver Arbitrageur. Will sagen, man trägt Risiken. Die Risiken der Arbitragefunktion, müssen folgerichtig belohnt werden, denn wenn es keine inmanente Rendite mit der Arbitrage verbunden wäre, dann würde ja keiner Arbitrage betreiben, oder? Ergo hab ich auch eine zweite Renditequelle.

 

Das Ganze ist aus Anlegersicht auch nur deswegen so elegant, weil man das recht hohe Risiko wegdiversifizieren kann, da man eine unkorrelierte Assetklasse hat. Womit der Nutzungsumfang auch auf eine Beimischung begrenzt ist. Aber dafür ist es perfekt geeignet.

 

Ich finde den Carry Tradeansatz daher nach wie vor smart. Oder wo liegt aus Eurer Sicht mein Denkfehler?

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Bärenbulle
Bei Sätzen wie "Eine Anlage in Währungs-ETFs biete somit eine ähnliche Rendite wie Aktien bei einem deutlich geringeren Risiko." frage ich mich warum man überhaupt in aktien anlegen sollte.

 

Der Satz muss mMn im Kontext gesehen werden. Das Risiko ist als Einzelanlage nur leicht niedriger wie bei einer Aktienanlage (siehe vergleichbar hoher Draw-down ca. 30% p.a.). Als Beimischung läßt sich das Risiko des Gesamtportfolio aber wegen der Korrelationseigenschaft zu Aktien reduzieren.

 

Nur weil es ein Werbespruch ist muss es noch nicht falsch sein. Wenn Du Argumente hast, dann lass Sie mal hören.

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Blujuice

Bei Arbitrage geht es immer darum, dass der Preis eines Finanzinstrument von seinem eigentlichen Wert abweicht. Der Arbitrageur wettet dann darauf, dass der Preis zum eigentlichen Wert zurückkehrt. Im klassischen Fall ist das gleiche Wertpapier an verschiedenen Börsen zu verschiedenen Preisen gelistet. Der Arbitrageur wettet auf einen Ausgleich. Eine andere Form von Arbitrage liegt vor, wenn ETFs oder Futures vom Preis des Underlying abweichen, auch hier kann man gewinnbringen arbitrieren. Bei risk arbitrage wettet der Arbitrageur darauf, dass der Risikoauf-/abschlag größer ist als er fairerweise sein sollte und verkauft/kauft entsprechend das Papier. Bei volatility arbitrage weicht die implizite Volatilität einer Option von der tatsächlich zu erwartenden ab. Und so weiter.

 

Ich bezweifle, dass man den Begriff Arbitrage auf Carry Trades anwenden kann. Eigentlich liegt hier das Gegenteil vor. Der Carry Trader wettet darauf, dass die Währungen weiterhin im Ungleichgewicht bleiben. Die Strategie, die auf eine Angleichung wettet, ist eher die Currency Valuation Strategie.

 

Die Begrifflichkeiten sind aber auch nicht so wichtig. Dass man eine Strategie als Arbitrage-Strategie bezeichnen kann ist keine Begründung dafür, dass sie rentabler ist als eine Strategie, die man nicht als Arbitrage-Strategie bezeichnen kann.

 

Die Wertentwicklung beruht bei allen ETFs auf den gleichen Faktoren:

1) Carry der gekauften Währungen

2) Invertiertes Carry der verkauften Währungen

3) Wertentwicklung der gekaufen Währung zur Fondswährung

4) Invertierte Wertentwicklung der verkaufen Währung zur Fondswährung

 

Die Carry-Strategie schöpft ihre Performance aus 1 und 2 (danach werden bei der Carry-Strategie die Währungen ausgewählt) und hofft, dass sich der erwartete Verlust durch 3 und 4 in Grenzen hält. Die Valuation-Strategie wie auch die Momentum-Stragie nehmen mögliche Verluste aus 1 und 2 in Kauf und hoffen darauf, mit 3 und 4 Geld zu verdienen (danach werden hier die Währungen ausgewählt).

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle

So wie ich dass verstehe, wettet da niemand. Ich versuche es mal mit einem Beispiel.

 

Ein Unternehmen in Deutschland will sich Geld leihen. Der EZB-Leitzins liegt bei 3% p.a., was zu einer recht hohen Leihzins für das Deutsche Unternehmen führt. Wir als Carry-Trader leihen dem Unternehmen zu 2,5% Geld, indem wir es in Japan zu 1% leihen und in Euro tauschen (der Japanische Leitzins liegt bei 1%). Für uns ist das ein Risiko, da sich die Wechselkurse ändern können d.h. wenn der Yen aufwertet, dann verlieren wir Geld. Diese Risiko lassen wir uns in dem Beispiel aber mit 1,5% Rendite bezahlen, denn das Unternehmen zahlt uns 2,5%, wir müssen aber nur 1% Zins zahlen (unser Gewinn bei gleichbleibendem Wechselkurs ist also 1,5%). Das ganze ist ein ganz normaler Vorgang der die weltweiten Kapitalströme steuert und den weltweit agierende Unternehmen auch selbst für Refinanzierungen nutzen können. Das ist der "normale" Carry Trade und dieser hat eine Wertschöpfung.

 

Der ETF macht das jetzt ähnlich. Er kauft einen Terminkontrakt auf den Euro und erwirtschaftet so im Schnitt den Eurozins von 3%*. Er verkauft einen Terminkontrakt auf den Yen und muss dafür im Schnitt den Geldmarktzins in Japan von 1% bezahlen (Gewinn also 2% aus der ersten Renditequelle, der Arbitrage/des Carry Trades).

Zusätzlich dazu erwirtschaften beide Terminkontrakte aber noch den Geldmarktzins in Höhe von 3% (sofern in Europa gekauft), da ich ja für den Terminkontrakt nur z.B. 5 % meines Geldes bezahlen muss und die restlichen 95% aufs Konto legen kann zum derzeitigen Geldmarktzins. Macht also einen Gewinn von 2% für die Zinsarbitrage +3% für die Verzinsung der Hinterlegung des Kontraktes = 5%.

 

Also habe ich zusätzlich zum Geldmarktzins von 3% auch noch eine zweite Renditequelle von 2%, weil ich bereit bin, eine Finanzierung mit einer Währungsschwankung als Risiko zu tragen.

 

Das Risiko ist aber für mich sehr gering, da ich es über die Beimischung in meinem Portfolio wegdiversifiziere. Also ist das eine gute und renditestarke, aber stark schwankende Beimischung. Sie ist für einen Anleger vor allem deswegen geeignet, da Sie ohne Korrelation zu Aktien und Anleihen ist.

 

* hier bin ich mir nicht sicher, aber das müßte ja eigentlich so sein. Denn derjenige, der Dir in drei Monaten deine Euros verkauft, kann ja jetzt z.B. Euros als Deckung kaufen und Sie bis dahin zum Geldmarktzins anlegen, eher er Sie Dir dann gibt um den Kontrakt zu erfüllen. Ist also eigentlich so ähnlich wie ein Kredit an das Unternehmen im Carry-Trade-Beispiel.

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Blujuice
Das ist der "normale" Carry Trade und dieser hat eine Wertschöpfung.

Diese Vermutung deinerseits ist der Knackpunkt. Von einer Blasenbildung zu profitieren (siehe überübernächsten Absatz) schöpft keine Werte.

 

Der ETF macht das jetzt ähnlich. Er kauft einen Terminkontrakt auf den Euro und erwirtschaftet so im Schnitt den Eurozins von 3%*. Er verkauft einen Terminkontrakt auf den Yen und muss dafür im Schnitt den Geldmarktzins in Japan von 1% bezahlen (Gewinn also 2% aus der ersten Renditequelle, der Arbitrage/des Carry Trades).

Zusätzlich dazu erwirtschaften beide Terminkontrakte aber noch den Geldmarktzins in Höhe von 3% (sofern in Europa gekauft), da ich ja für den Terminkontrakt nur z.B. 5 % meines Geldes bezahlen muss und die restlichen 95% aufs Konto legen kann zum derzeitigen Geldmarktzins. Macht also einen Gewinn von 2% für die Zinsarbitrage +3% für die Verzinsung der Hinterlegung des Kontraktes = 5%.

Der erste Absatz stimmt nicht, das Ergebnis schon. Ein in Euro notierter Fonds kann keinen Terminkontrakt auf den Euro kaufen. Das ergibt keinen Sinn. Du verpflichtest dich, in 3 Monaten 100 für 100 zu kaufen...Der verkaufte Yen-Kontrakt erwirtschaftet aber ein Carry von 2% p.a. Denn dein Gegenpart kann diese Position hedgen, indem er Yen leiht (-1%) und in Euro anlegt (+3%). Damit erwirtschaftest du tatsächlich 2% p.a.

 

(Normalerweise wird aber die Hochzinswährung nicht der Euro sein. Angenommen die Hochzinswährung wäre der USD mit 4% Zinnsiveau, dann kaufst du zusätzlich noch einen Terminkontrakt auf den USD und erwirtschaftest damit ein zusätzliches Carry von 1% p.a. Auch hier entsteht das Carry dadurch, dass dein Gegenpart die Position hedgen könnte, indem er Euro leiht (-3%) und in USD anlegt (+4%). -> 1% p.a. Gewinn, zusätzlich zu den 2% p.a. aus dem verkauften Yen-Kontrakt.)

 

Aber du musst dir überlegen, wieso diese Zinsunterschiede bestehen. In der Regel dann, wenn gleichzeitig der Yen gegenüber dem Euro an Wert gewinnt. Der Carry Trade funktioniert also nur, wenn aus irgeneinem Grund der Yen am Steigen gehindert wird. Meiner Meinung nach waren die Carry Trades der letzten Jahre eine Blase. US-Investoren haben immer mehr Yen geliehen und in anderen Währungen angelegt. Dadurch wurden kontinuierlich Yen verkauft und das hat diesen am Steigen gehindert. Allerdings war das nur aufgeschoben. In der Finanzkrise ist die Blase geplatzt, Carry Trades wurden aufgelöst, die Nachfrage nach Yen ist explodiert und der Yen hat all die Wertsteigerung nachgeholt, die er eigentlich die ganze Zeit schon hätte machen sollen.

 

Also habe ich zusätzlich zum Geldmarktzins von 3% auch noch eine zweite Renditequelle von 2%, weil ich bereit bin, eine Finanzierung mit einer Währungsschwankung als Risiko zu tragen.

Du hast zwar einen vorher bekannten Ertrag von z.B. 2% p.a., aber gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Wechselkurse sich so bewegen, dass du im Mittel 2% p.a. verliest. Du hast also eine zusätzliche Renditequelle von (festen) 2% und eine zusätzliche Verlustquelle von (im Mittel) 2%. Unterm Strich bleibt wie bei den anderen Strategien nur der Geldmarktzins von 3%. Der Rest ist eine Spekulation darauf, dass du zu den Glücklichen gehörst, die durch die variable Wechselkursbewegung weniger als die durchschnittlichen 2% verlieren.

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Torman

Ich tendiere dazu sowohl @Bärenbulle als auch @Blujuice jeweils teilweise zuzustimmen. Theoretisch, jedenfalls nach der Zinsparitätentheorie, dürfte der Carry-ETF im Mittel nur einen Geldmarktertrag minus Kosten erzielen (zur Zinsparitätentheorie http://de.wikipedia.org/wiki/Zinsparit%C3%A4tentheorie ). Zudem ist die Volatilität viel höher als am Geldmarkt. In der Praxis sieht es aber wohl etwas besser aus für die Carry-Trades.

 

Zunächst wäre zu klären, was mittelfristig ist? Carry-Strategien tendieren dazu über längere Zeiträume Zusatzerträge zu generieren und dazwischen sporadisch starke Verluste zu erleiden. @Blujuice hat das nicht ganz unpassend mit Blasenbildung gleichgesetzt. Wenn dies ein regelmäßig wiederkehrendes Verhalten wäre, so könnte man bei entsprechend langen Anlagezeiträumen die Position bei einem bestimmten, zuvor festgelegten Zusatzertrag gegenüber dem Geldmarkt auflösen und erst wieder nach einer deutlichen Korrektur erneut einsteigen. Mit dieser aktiven Strategie könnte man also auch Geld verdienen, wenn die Zinsparitätentheorie im Mittel gilt.

 

Außerdem ist keinesfalls sicher, dass die Zinsparitätentheorie tatsächlich mittelfristig gilt. Es gibt andere konträre Erklärungsansätze für die Wechselkursentwicklung, z.B. die Kaufkraftparitätentheorie ( zur Kaufkraftparitätentheorie http://de.wikipedia.org/wiki/Kaufkraftparit%C3%A4t ) oder Ansätze auf Basis von Produktivitätsdifferenzen (Balassa-Samuelson http://de.wikipedia.org/wiki/Balassa-Samuelson-Effekt). Diese sprechen dafür, dass Währungen von Hochzinsländern mittelfristig eher weniger abwerten, als von der Zinsparitätentheorie impliziert. Es wäre also gut möglich, dass die Carry-Strategie mittelfristig einen systematischen Zusatzertrag erzielt. Ich sehe hier das Gegenargument der Markteffizienz als wenig überzeugend an, da es am Devisenmarkt viele Akteure mit sehr unterschiedlichen Zielen gibt, von denen nur wenige mittel- bis langfristig agieren. Angesichts der hohen Volatilität am Devisenmarkt ist dieser mittelfristige Zusatzertrag von vielleicht 1-2% p.a. schwer nachweisbar und bleibt dadurch vielleicht unentdeckt.

 

Für mich persönlich wäre dies aber kein Investment. Der Ertrag ist sehr volatil. Bei meinem variablen Anlagehorizont (Es kann durchaus passieren, dass ich mein gesamtes Depot in 2-3 Jahren komplett auflöse) ist dies zu risikoreich . Wer bereits ein breit diversifiziertes Portfolio und ein wirklich langfristigen Anlagehorizont hat, kann sowas sicher zu geringen Teilen beimischen.

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Blujuice

Ich behaupte übrigens nicht, dass Carry Trades langfristig gar keine Erträge über den Geldmarktzins hinaus erzeugen können. Denn der Markt ist nicht effizient. Aber das gilt auch für die anderen beiden Strategien, die jeweils andere Marktineffizienzen ausnutzen. Ich wehre mich nur gegen die Behauptung, dass die Carry-Strategie einen grundsätzlichen Renditevorteil gegenüber den anderen beiden Strategien hätte. Vor der Finanzkrise gab es wegen der Yen-Carry-Trade-Blase lange Jahre Traumbedingungen für die Carry-Strategie. Aber diese Blase ist geplatzt, das Volumen der Carry-Trades ist mit dem USD/JPY-Kurs implodiert. Man kann also nicht davon ausgehen, dass die Carry-Strategie in Zukunft wieder an die Renditen vor der Finanzkrise anknüpfen wird.

 

Ich stimme dir auch zu, dass im aktiven Managment der drei Einzelstrategien hohe Renditechancen liegen. Aber nur mit einem umfassenden Verständnis der Währungsmärkte, das ich kaum einem Privatanleger zutrauen würde. Wie schonmal gesagt gehören die Einzelstragie-ETFs meiner Meinung nach in die Hände von Institutionellen. Als Privatanleger kann man über die Beimischung des Kombi-ETFs als unkorreliertes, eher konservatives Absolute-Return-Produkt nachdenken.

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle

@Torman: Danke für Deine Einschätzung!

@Bluejuice: Ja sorry für das etwas verdrehte Beispiel.

 

Hier Auszüge aus einer Studie der Bundesbank:

 

Der ungedeckten Zinsparität zufolge stellt sich daher mittelfristig ein Gleichgewicht ein, bei dem sich die erwarteten Renditen einer ungesicherten Fremdwährungsanlage (inheimischer Währung gerechnet) und einer vergleichbaren In-vestition in heimischer Währung entsprechen sollten. Ein Zinsvorsprung amerikanischer Finanzanlagen gegenüber Anlagen am europäischen Markt müsste demnach mit einer erwarteten Aufwertung des Euro im Verhältnis zum US-Dollar verbunden sein.Unter stellt man rationale Erwartungender Marktteilnehmer und Devisenmarkteffizienz, entspricht die erwartete Wechselkursentwicklung darüber hinaus im Durchschnitt der später tatsächlich einge-tretenen Abweichungen dürften nur rein zufälliger Natur sein. Tatsächlich hat sich derEuro-Dollar-Wechsel-kurs aber eher entgegengesetzt zur Zinsdifferenz entwickelt ...

Quelle: http://www.bundesbank.de/download/volkswir...nsdifferenz.pdf

 

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und weiter unten (S. 11):

 

Für ausländische Vermögensanlagen sind neben Ausfallrisiken insbesondere Wechselkursrisiken relevant. Sie führen dazu, dass risikoscheue Anleger eine Risikoprämie verlangen. Die ungedeckte Zinsparität ist deshalb realistischerweise um eine Risikoprämie zu ergänzen, so dass ein gegebener Zinsvorteil ausländischer Vermögensanlagen (und damit bei Geltung der gedeckten Zinsparität auch der Swapsatz) die erwartete Aufwertungsrate der inlän-dischen Währung durchschnittlich um die Risikoprämie übersteigt. Die empirischen Ergebnisse zur ungedeckten Zinsparität ließen sich grundsätzlich mit einer quantitativ bedeutsamen und in der Zeit variablen Risikoprämie erklären.

 

und noch weiter unten:

 

Die Zusammenhänge zwischen der Wechselkursentwicklung und der Zinsdifferenz sind in der Praxis wesentlich komplexer, als dies in einfachen Modellen üblicherweise angenommen wird. Abweichungen von der (ungedeckten) Zinsparität scheinen eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Dies gilt, wie hier gezeigt wurde, auch für die Zeit seit Einführung des Euro. Die in der Literatur diskutierten Hypothesen können bislang noch keine befriedigende Erklärung dieses Phänomens bieten. Carry Trades stellten daher eine wenn auch hochspekulative Möglichkeit dar, Abweichungen von der ungedeckten Zinsparität auszunutzen.

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle

zur Rendite:

 

Das Schaubild unten zeigt die annualisierten Renditen einer Carry-Trade-Anlagestrategie in Dreimonatsgeld, die ein Investor aus der EWU erzielt hätte, wenn sich die Richtung seiner Engagements einzig an der zum Anlagezeitpunkt bekannten Zinsdifferenz zwischen dem Euro-Raum und den USA orientiert hätte. Bei der empirischen überprüfung der ungedeckten Zinsparität wurde bereits gezeigt, dass eine höher verzinste Währung statt abzuwerten häufig eher noch an Wert gewinnt. Die Carry-Trade-Strategie zwischen dem Euro-Raum und den USA hätte deshalb seit Beginn der Währungsunion eine durchschnittliche annualisierte Rendite von 15 % erzielt, ein Vielfaches der Zinsdifferenz. Die Rendite wird also im Wesentlichen durch die vergleichsweise starken Wechselkursschwankungen determiniert. Wie dem Schaubild allerdings auch zu entnehmen ist, variiert deshalb die Rendite erheblich von Monat zu Monat. Zwar erreichte sie im Extremfall einen Spitzenwert von 71%; sie kann aber auch über mehrere Monate hinweg spürbar negativ ausfallen. Dies verdeutlicht den spekulativen Charakter der Carry Trades.

Quelle ist ebenfalls die zuvor genannte Bundesbankstudie.

 

post-12435-1248594073_thumb.png

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle

Also solche Renditen werden sich wohl kaum wiederholen, aber trotzdem scheint mir das Chancen/Risiko-Verhältnis ausgezeichnet zu sein. Kostenmässig ist das ganze mit einer TER von 0,3% sicher deutlich günstiger als Hedgefonds, die ähnliche Strategien verfolgen. Und ob das aktive Management Gebühren von 3-4% überperformt wage ich mal zu bezweifeln. Und selbst wenn, würde es mir vermutl. nicht gelingen, den richtigen Hedgefond zu identifizieren.

 

Ich denke also ca. 2-4% davon werde ich meinem Portfolio mal beimischen.

 

Ein bisschen intransparent finde ich den ETF aber schon noch. Wo sieht man den eigentlich, welche Währungen gerade gehalten werden? (Im Jahresbericht sieht man, dass der ETF eigentlich nur Aktien hält.)

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Dagobert
Also solche Renditen werden sich wohl kaum wiederholen, aber trotzdem scheint mir das Chancen/Risiko-Verhältnis ausgezeichnet zu sein. Kostenmässig ist das ganze mit einer TER von 0,3% sicher deutlich günstiger als Hedgefonds, die ähnliche Strategien verfolgen. Und ob das aktive Management Gebühren von 3-4% überperformt wage ich mal zu bezweifeln. Und selbst wenn, würde es mir vermutl. nicht gelingen, den richtigen Hedgefond zu identifizieren.

 

Ich denke also ca. 2-4% davon werde ich meinem Portfolio mal beimischen.

 

Ein bisschen intransparent finde ich den ETF aber schon noch. Wo sieht man den eigentlich, welche Währungen gerade gehalten werden? (Im Jahresbericht sieht man, dass der ETF eigentlich nur Aktien hält.)

 

Viel Erfolg damit :thumbsup:

 

Ich nehme an diese Brochure kennst Du schon, dort gibt es zumindest historische Daten der holding periods für die jeweiligen Währungen für die jeweiligen Allocation Levels.

 

Aktuelle Information zum zugrundeliegenden Index findest Du hier

 

Da sich der Index aus jeweils einem Drittel des DB Currency Carry Index, DB Currency Momentum Index und dem DB Currency Valuation Index zusammensetzt musst Du Dir die drei Subindices genauer anschauen (welche wieder aus Subindices bestehen). Hier mal exemplarisch der link zum DB Currency Carry Index, wie Du siehst besteht der wieder aus 6 Subindices. Inwieweit diese tatsächlich repliziert werden ist mir aber nicht deutlich. Eine Diskrepanz die mir aufgefallen ist: In der Dokumentation zum CURRENCY RETURNS ETF wird davon gesprochen daß er in die G10-Währungen investiert. Sieht man sich z.B. die Subindices des DB Currency Carry Index an, findet man dort bei dem einen oder anderen Subindices aber Währungen wie HUF, BRL, TRY etc.

 

Leider ist das factsheet des ETF (im Gegensatz zu den wöchentlich/monatlich zur Verfügung gestellten Reportings mancher "intransparenter" Hedgefonds) wenig aussagekräftig, da musst Du selber ran und recherchieren......

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle

Danke!

 

Eine Diskrepanz die mir aufgefallen ist: In der Dokumentation zum CURRENCY RETURNS ETF wird davon gesprochen daß er in die G10-Währungen investiert. Sieht man sich z.B. die Subindices des DB Currency Carry Index an, findet man dort bei dem einen oder anderen Subindices aber Währungen wie HUF, BRL, TRY etc.

 

Es könnte aber auch so sein, dass immer eine G10 Währung gegen eine Hoch/Niedrigzinswährung ver-/gekauft wird (siehe auch Bluejiuce-Korrektur meines Beispiels). Die Hoch/Niedrigzinswährung muss demnach nicht aus dem G10 Raum kommen, oder?

 

Ich vermute das hier ist die Strategie die der ETF verfolgt: post-12435-1248607572_thumb.png

Quelle: http://www.asset.es/libre/agenda/Documenta...Divisas2007.pdf

 

Hmm, oder verfolgt er nur die obere?

 

*** Edit: er verfolgt die obere. Dürfte genau dieser Index sein: https://index.db.com/dbiqweb2/home.do?redir...date%3D24072009

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Blujuice

Achtung: Es gibt zwei Carry-Indizes: einen, der nur in G10-Währungen investiert (G10 Currency Harvest) und einen anderen, der auch EM beimischt (Balanced Currency Harvest).

 

Der Currency Carry ETF investiert in den G10 Currency Harvest. Der Currency Returns ETF investiert in den DBCR, der zu 1/3 ebenfalls in den G10 Currency Harvest investiert.

 

Den Balanced Currency Harvest (mit EM-Währungen) gibt es nicht als ETF, ebensowenig wie den DBCR+, der zu 1/3 in den Balanced Currency Harvest, 1/3 in den normalen Valuation-Index und 1/3 in den normalen Momentum-Index investiert.

 

Schade eigentlich, denn mit EM-Beimischung performen die Indizes bei minimal erhöhtem Risiko ein gutes Stück besser.

 

 

Auch hier verlink ich nochmal folgendes lesenswertes Dokument zu den DBIQ-FX-Indizes:

http://globalmarkets.db.com/fx/pdf/DBGuideToFXIndices.pdf

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