Lektion I

48 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von Stairway

Lektion I

 

I.1: Der Jahresabschluss: Aufbau, Bestandteile und Funktion

 

Organisatorisches: Alle Teilnehmer tragen sich bitte schnell im "Fragen und Anmerkungen" Thread von Andy ein, damit ich euch in den PN Verteiler aufnehmen kann, das erleichtert die Kommunikation.

 

Im ersten Abschnitt der ersten Lektion geht es um den Jahresabschluss eines Unternehmens, ich gehe dabei auf den Aufbau, die Bestandteile und die Funktion des Jahresabschlusses ein.

 

Da wir uns in diesem Projekt mit der Fielmann AG beschäftigen, öffnet bitte den Geschäfsbericht 2008 nebenher. Alle von mir erwähnten Seitenzahlen beziehen sich auf die realen Seitenzahlen und nicht auf die Seitenzahl, die im AcrobatReader angegeben ist!

 

http://www.fielmann.de/downloads/fielmann_bericht_2008.pdf

 

Da es sich hierbei um Basiswissen handelt und ich davon ausgehe, dass die meisten dies schon wissen, hat dieser I.1 Abschnitt einen etwas kürzeren Umfang.

 

Auf der ersten Seite des Geschäftsberichts sehen wir eine Übersicht über die letzten Jahre, was die meisten Unternehmen ähnlich handhaben. Dies gewährt dem geübten Auge, das wir nach diesem Kurs hoffentlich haben, einen schnellen Überblick, ob das Unternehmen eine genaue Betrachtung Wert ist. Es ist im übrigen Hilfreich vor einer Bilanzanalyse den Kursverlauf der Aktie nicht anzuschauen, da dies sonst die Meinungsbildung erheblich beeinflussen kann, Warren handhabt dies ebenfalls so.

 

Die folgenden Seiten, mit einem Vorwort über das Unternehmen und dem Brief an die Aktionäre des CEO (Vorstandsvorsitzenden), sind sehr wichtig um sich einen Überblick über das Geschäftsfeld und die Entwicklung innerhalb des Jahrs zu verschaffen. Dabei ist natürlich klar, dass es sich um eine sehr subjektive und oft einseitige Einschätzung geht. Wenn wir nur die ersten Zeilen des Vorworts lesen, erkennen wir, dass Fielmann Marktführer im Bereich Brillen ist und in Deutschland einen Marktanteil (nach Menge) von ca. 50 % stellt. Wir werden diese Daten dann später auch entsprechend überprüfen.

 

Am Inhaltsverzeichnis sehen wir die grobe Aufteilung des Geschäftsberichts: die ersten 40 Seiten sind qualitativ, die letzten 50 quantitativ geprägt. Auf gut Deutsch: In den ersten 40 Seite wird viel geredet, im zweiten Abschnitt sprechen die Zahlen. Für die Bilanzanalyse sind natürlich letztere äußerst wichtig, da Bilanzanalyse aber immer mehr als nur Kennzahlenausrechnen ist, ist auch der qualitative Bereich von großer Bedeutung.

 

Da der qualitative Bereich selbsterklärend ist, springe ich direkt auf Seite 26 ab der wir den Lagebericht der Fielmann AG finden. Im Lagebericht finden wir Infos über alle Bereich des Unternehmens, besonders der Risiko- und Prognosebericht (Ausblick) sowie die Sensivitätsanalysen sind sehr wichtig. Natürlich befinden sich auch viele inhaltslose juristische Dinge in diesem Bericht, da das Unternehmen nunmal dazu verpflichtet ist, nach einigen Geschäftsberichten bekommt man aber ein Gespür dafür, welche Inhalte wichtig sind und welche nicht. Man erkennt hier schon: Bilanzanalyse besteht auch Lesen, Lesen und Lesen. Ich bitte also diese einfacheren Anfangslektionen dazu zu nutzen um den 2008er Bericht einmal komplett gelesen zu haben. Mit einem Umfang von knapp 100 Seiten, ist das noch recht human.

 

Ab Seite 40 beginnt dann der Quantitative Teil, hier werden also die Zahlen des Jahresabschlusses vorgestellt. Zuerst folgt i.d.R. die Bilanz des Unternehmens zum Stichtag (meist der 31.12)

 

Wir sehen hier die Gegenüberstellung von Vermögenswerten (Aktiva) und deren Herkunft (Passiva) welche sich in Verbindlichkeiten und Eigenkapital aufteilenl auch dies sollte bereits in den Grundzügen bekannt sein. Eine genauere Erklärung von Aktiva und Passiva folgt dann in Lektion I.2 hier soll der Fokus erstmal nur beim Aufbau des Jahresabschlusses (JÜ) liegen.

 

Auf Seite 41 folgt die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) inwelcher die Entstehung des Gewinns dargestellt wird. Man kann diesen Teil durchaus als das Herzstück des JÜ sehen, da hier den Erträgen die entsprechenden Aufwendungen der Peridode gegenübergestellt werden. Es ist zu beachten, dass es sich bei der GuV im Gegensatz zu der Bilanz um keine Zeitpunktsrechnung handelt. Die Bilanz stellt also nur die Vermögenswerte zu einem Zeitpunkt des Jahres (31.12) dar, während die GuV die Vorgänge des ganzen Geschäftsjahres abbildet.

 

Auf Seite 42 befindet sich die Eigenkapitalveränderungsrechnung (EKVR) in der wir die exakten Vorgänge erkennen, welche das Eigenkapital, welches der grundlegende Maßstab für den Wert eines Unternehmens ist, verändert haben.

 

In der Cashflowrechnung (Kapitalflussrechnung; CF) auf Seite 43 ist dargestellt, wieviel Geld (Cash) dem Unternehmen tatsächlich zugeflossen sind. Da in der GuV sehr viele nicht zahlungswirksame Vorfälle ausgewiesen sind, ist die Cashflowrechnung unabdingbar um den langfristigen erfolg eines Unternehmen zu beurteilen, Lektion I.6 wird sich umfassend mit der CF Rechnung auseinandersetzen.

 

Auf Seite 44 folgt ein nettes Feature der IFRS Berichterstattung: Die Segementberichterstattung. Hier erhalten wir genauere Einblicke, wie die Geschäfte in welchem Bereich gelaufen sind.

 

Ab Seite 45 folgt dann der Anhang, welcher die Bilanzpositionen erläutert, dieser ist sehr umfangreich und wichtig. Wir werden uns mit den einzelnen Punkten im laufe der Analyse Schritt für Schritt vertraut machen.

 

Soviel zum Aufbau des Geschäftsberichtes / JÜ, die Funktion des Geschäfsberichtes besteht darin, die Interessenten (Aktionäre, Gläubiger, Mitarbeiter und Lieferanten) in angemessener Zeit über das Unternehmen, desen Aussichten, Chancen, Risiken und Bonität zu informieren. Eigentlich klar, nicht ?

 

Soviel also erstmal als Einführung. Die angesprochnen Themen sollten allesamt einigermaßen bekannt gewesen sein. Sollte dem nicht so sein, so bietet das Internet für dieses Basiswissen viele gute Seiten, die das von mir gesagte Erläutern sollten.

 

Heute Abend oder Morgen geht es dann mit Lektion I.2 weiter.

 

Grüße Stairway

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Geschrieben · bearbeitet von Stairway

I.2: Bilanz, GuV und Cashflowrechnung

 

Im zweiten Abschnitt dieser ersten Lektion geht es um die Bilanz, GuV und Cashflowrechnung im allgemeinen.

 

Fangen wir also an, auch heute arbeiten wir wieder mit dem 2008er Geschäftsbericht, aber keine Sorge, die Printausgaben habt ihr nicht umsonst bestellt, diesmals gibt es eine kleine Hausaufgabe, die ihr mit Hilfe der Geschäftsberichtes 2006 lösen sollt. Aber von vorne:

 

Wie wir aus dem letzten Artikel (I.1) wissen, ist die Bilanz in Aktiva und Passiva eingeteilt, welche immer den gleichen Betrag aufweisen. In der Aktiva (S. 40) finden wir die Vermögenswerte des Unternehmens aufgelistet, diese sind nach ihrer Fristigkeit und Liquidität geordnet. Zuerst sind die Langfristigen Vermögenswerte aufgeführt, also diejenigen Assets die dem Unternehmen für mehr als ein Jahr zur Verfügung stehen und i.d.R. nicht zum Verkauf gedacht sind. Darunter kann man sich z.B. Lagerhallen, Fuhrpark, Büroausstattung aber auch langfristige Finanzanlagen oder Patente vorstellen. Weitestgehend ist dies der uninteressanteste Punkt in der Bilanzanalyse mit einer Ausnahme: Der Firmenwert (Goodwill) kann (muss nicht!) eine latente Gefahr für die GuV sein.

 

Exkursion:

 

Was verbirgt sich hinter dem Goodwill ? Goodwill oder Firmenwert entsteht, wenn ein Unternehmen A ein anderes Unternehmen B welches einen Buchwert von 50 Mio. € ausweist, also objektiv 50 Mio. € "wert" ist, für mehr als diesen Buchwert (Eigenkapital) kauft. Bezahlt Unternehmen A also z.B. 70 Mio. € so muss Unternehmen A 20 Mio. € als Goodwill in der Bilanz ausweisen. Dieser Vermögenswert wird nach IFRS jährlich einem Impairmenttest unterworfen und meistens nach dem DCF-Verfahren bewertet. Gibt das DCF einen Wert unter dem in der Bilanz ausgewiesenen an, so wird abgeschrieben, was natürlich die GuV belastet, allerdings nicht zahlungswirksam ist.

 

Dann folgen die kurzfristigen Vermögenswerte, welche dem Unternehmen für weniger als einem Jahr zur Verfügung stehen, diese bestehen wie man sieht hauptsächlich aus Vorräten, Forderungen und Cash. Die Ziffer in Klammer hinter den einzelnen Positionen steht für das Kapitel indem man Erläuterungen zu dieser Position im Anhang findet. Dort findet man z.B. aus was sich die Vorräte zusammensetzten: (S.60)

 

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.358 
Unfertige Erzeugnisse 7.124 
Fertige Erzeugnisse und Waren 96.022

 

Kommen wir nun zur Passiva, hier ist die Mittelherkunft aufgelistet. An oberster Stelle steht hier das Eigenkapital (EK), welches objektiv den (Liquidations-)Wert des Unternehmen verkörpert. Was bedeutet das ? - Würde das Unternehmen heute alle seine Vermögenswerte verkaufen um damit die Schulden zu tilgen, so wäre das Eigenkapital (Reinvermögen) eben der Anteil, welcher dem einstigen Besitzer verbleiben würde. Dies ist allerdings weitestgehend nur ein Gedankenexperiment, da es nicht gewährleistet ist, alle Vermögenswerte (Assets) zum bilanzierten Wert zu verkaufen.

 

Das Eigenkapital besteht aus dem Erlös des Börsengangs sowie den nicht ausgeschütteten Gewinne seit bestehen des Unternehmens. Sofern Aktien zurückgekauft werden, müssen diese vom Eigenkapital abgezogen werden. Dies geschieht entweder über eine extra Positon (Eigene Anteile) oder direkt über die Gewinnrücklage. Um zu erfahren wie dies bei Fielmann geschieht, müsste man zuerst nachschauen ob überhaupt ein Aktienrückkaufprogramm existiert und danach im Anhang nachschauen. Wie das genau abläuft, klären wir später.

 

Als nächstes folgen die langfristigen Schulden, welche eine Laufzeit von über einem Jahr besitzen, hierzu zählen auch Rückstellungen die für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet werden müsssen (z.B. Gerichtsurteil gegen uns, etc.)

 

An unterster Stelle in der Bilanz stehen die kurzfristigen Schulden des Unternehmens, hier fallen vorallem die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf, dies sind noch nicht bezahlte Lieferantenkredite und später für die Kennzahlenberechnung sehr wichtig. Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass man auf alles Fremdkapital auch Zinsen zahlt, in Wahrheit bezahlen die meisten Unternehmen nur für einen Bruchteil ihrer Schulden tatsächlich auch Zinsen. Fielmann macht es seinen Aktionäre hier leicht, da das Unternehmen die verzinsten Schulden leicht erkennbar als Finanzverbindlichkeiten ausweist.

 

Unsre erste wichtige Kennzahl die wir nun berechnen können, ist die Eigenkapitalquote (EKQ), welche sich als Quotient aus Eigenkapital und Gesamkapital ergibt. Bei Fielmann ergibt sich ein Wert von 71,5 % [468.286 / 654.729] was ein sehr guten Wert darstellt.

 

Exkursion: Welche EKQ ist gut ? Welche schlecht ?

 

Wie wir im laufe der Lektionen noch sehen werden, gibt es keine strikten Vorgaben für eine optimale EKQ. Generell kann man aber sagen, dass eine EKQ von 50%+ im grünen Bereich ist. Eine zuhohe EKQ kann zuweilen auf Kosten der rentabilität gehen, da Eigenkapital i.d.R teurer als Fremdkapital ist, jedoch eben eine größere Unabhängigkeit bietet und kein Zwang besteht, Dividenden zu bezahlen, wohingehen die Bankkredite immer bedient werden müssen. streckenweise kann auch eine deutlich geringere EKQ in Kauf genommen werden, wenn z.B. eine Übernahme finanziert werden muss. Hier kommt dann die Verknüpfung zu der GuV und Cashflowrechnung ins Spiel, denn nur mit einem hohen Gewinn/Cashflow kann das Fremdkapital wieder abgebaut werden.

 

Bevor wir zur GuV wechseln noch eine Anmerkung zur Bilanz: Das Gesamtkapital, also EK+FK, sagt absolut nichts über den Wert eines Unternehmens aus!

 

Nun zur Gewinn- und Verlustrechnung:

 

In der GuV finden wir die Erträge einer Periode den Aufwendungen einer Periode gegenübergestellt.

 

Am Anfang war der Umsatz... also alles was das Unternehmen so verkauft hat, dazu kommen die Bestandsveränderungen, da das Unternehmen nach dem Gesamtkostenverfahren bilanziert. Zusammen ergibt das die Gesamtleistung, welche sich 2008 auf 903.931 T€ beliefen. Hiervon werden nun die Material- und Personalkosten, Abschreibungen sowie Zinskosten abgezogen und wir erhalten das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Fielmann geht hier einen etwas unkonventionellen Weg. Eigentlich werden Abschreibungen und Zinsaufwand einzeln ausgewiesen, daraus ergibt sich dann das EBIT und EBITDA, wer dazu näheres erfahren will, schaut sich einfach mal die GuV von A.S. Creation an.

 

Danach werden dann brav Steuern bezahlt und Minderheitsanteile abgezogen. Danach haben wir dann den alles entscheidenden Jahresüberschuss, oder wie er hier genannt wird "Gewinne, die den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzuordnen sind". Teilt man diesen durch die Anzahl der ausstehenden Aktien, so erhält man das Ergebnis je Aktie, welches zur Berechnung des KGV noch sehr wichtig wird.

 

Einige wichtige Indikatoren sind die Personal- und Materialaufwandsquoten (PAQ/MAQ), hier setzt man z.B. den Materialaufwand mit der Gesamtleistung ins Verhältnis, wodurch man schnell unschöne Tendenzen ausfindig machen kann. Es macht z.B. nichts aus, wenn der Materialaufwand um 10 % steigt solang der Umsatz auch mit 10 % oder mehr gestiegen ist. Genau sieht es beim Personalaufwand aus, gerade jetzt in Krisenzeiten sieht man oft, dass Unternehmen mit unflexiblem Personalmanagement den Kostenblock nicht schnell genug senken können und in die Verlustzone rutschen.

 

Die Materialaufwandsquote beträgt damit beispielsweise 28,1 % im Jahr 2008.

 

Desweiteren gibt die GuV in Kombination mit der Bilanz Aufschluss über die Bonität des Unternehmens bei den Banken, bzw. zumindest über die Zinssätze der Kredite. Dies funktioniert wiefolgt: Man teilt die Zinsaufwendungen durch das zinstragenden FK. Wenn man nun Stur in die GuV schaut, wird man sich (hoffentlich!) wundern, denn das Zinsergebnis ist positiv. Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn das Unternehmen sitzt auf einem Berg von Cash, welches natürlich auch Zinsen abwirft. Daher müssen wir das Zinsergebnis etwas aufdrößeln, indem wir im Anhang zu Position 32 gehen und dort die Zinsen und ähnliche Aufwendungen mit -2.262 T€ ablesen. Nun sollten wir also noch das zinstragende FK berechnen, wie dies funktioniert haben wir schon weiter oben besprochen.

 

Nun haben wir aber noch eine Besonderheit, da die Bilanz immer nur Stichtagsbezogen aufgestellt wird, können wir nicht einfach das zinstragende FK vom 31.12.08 nehmen, sondern das Mittel aus 31.12.08 und 31.12.07 da wir ja seit diesem Tag Zinsen bezahlt haben, die in der GuV erschienen sind.

 

Ergo lautet die Rechnung: 2.262 € / 7.292 € = 31 %. Wie es der Vorführeffekt so will, fällt das Ergebnis unrealistisch hoch aus, dies ist ein Indikator dafür, dass hier z.B. das Ergebnis zum Stichtag "manipuliert" wurde, sprich übermäßig viele Kredite getilgt bevor die Zahlen aufgestellt wurden oder das Sondereffekte wie Wechselkursänderungen, Hedges etc. reingespielt haben. Betrachtet man das Ergebnis des Vorjahres, so liegt der Verdacht auf letzteres nahe, hier müsste man also bei der IR nachfragen, ob man weitere Infos bekommt. Da die Verschuldung des Unternehmens aber sowieso nur marginal ist, braucht man sich in diesem Fall keine Mühe machen.

 

Nun noch ein, zwei Sätze zur Cashflowrechnung, da diese in einigen Tage sowieso umfassend erklärt wird. Die Cashflowrechnung bereinigt den Jahresüberschuss um nicht zahlungswirksame Ertäge und Aufwendungen wie Abschreiben, Rückstellungen, Zuschreibung aber auch den Aufbau von Forderungen. Als Ergebnis erhält man den operativen Cashflow von dem die Investitionen abgezogen werden, was wiederum zum Freecashflow führt. Dieser steht dem Unternehmen nun zur Verfügung um Kredite zu tilgen, Dividenden auszuschütten oder Aktien zurückzukaufen. Zum Schluss erhalten wir dann möglichst einen postiven Betrag, welcher dem Geld entspricht, das im Geschäftsjahr nach aller Tätigkeit übriggeblieben ist. Keine Sorge wenn das nun etwas schnell ging, das wird noch sehr ausführlich erklärt. Einen kurzen Zusammenhang zwischen Bilanz, GuV und Cashflowrechnung stellt die folgende Grafik dar:

 

post-6191-1241467048_thumb.jpg

 

(Sorry für meine miesen Paintkünste)

 

Jedenfalls soll die Skizze nochmals das Kapitel rekapitulieren: Das Ergebnis der GuV der JÜ geht in das EK auf der Passiva ein, dazu bildet der JÜ den Ausgangspunkt der Cashflowrechnung, welcher auf der Aktiva bei den Zahlungsmitteln eingeht.

 

 

Die Hausaufgaben:

 

1) Berechne die Eigenkapitalquoten der Jahre 2006 und 2005 !

2) Wie hoch war der Kreditzins im Jahr 2006 für die Fielmann AG ? - Macht das Ergebnis Sinn ?

3) Berechne die MAQ und PAQ für die Jahre 2006 und interpretiere die Veränderung !

4) Aus welchen Bestandteilen setzte sich der Personalaufwand im Jahr 2006 zusammen ? Wo findet man diese Infos ?

5) Wiehoch waren die Steuerquoten in den Jahren 2004,2005 und 2006 ?

 

Grüße

 

P.S. Die Ergebnisse der Aufgaben einfach in den Aufgaben-/Lösungsthread reinschreiben !

P.P.S Nicht wundern wenn die Aufgaben noch nicht übermäßig schwer sind.

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I.3: Aktiva: Zusammensetzung und Bedeutung

 

Hallo zusammen, die beiden nächsten Beiträge werden die Aktiva und Passiva zum Thema haben, damit wir uns perfekt mit jeder Position auskennen, was die Grundlage für die spätere Kennzahlenberechnung liefert. Diese beiden Abschnitte werden tendeziell eher kürzer ausfallen, womit auch die gerade etwas unter Zeitmangel leidenden Teilnehmer gut mitkommen sollten. Es wird dazu auch nur eine kurze Hausaufgabe geben, da zu diesem Thema nicht wirklich viel berechnet werden kann.

 

Here we go:

 

Wir nehmen uns heute den Geschäftsbericht 2006 vor, den ihr ja als Printversion vorliegen habt, damit könnt ihr neben dem Lesen dieses Beitrags auch direkt im GB nachschauen und vergleichen, was ich euch da so erzähle. Für alle die keine Printversion haben (bestellen!) ist hier der GB in .pdf Form: http://www.fielmann.de/downloads/fielmann_bericht_2006.pdf

 

Wie der Titel dieses AbschniCttes schon vermuten lässt, geht es heute um die Aktiva also schlagen wir die Bilanz auf Seite 36 auf.

 

Die erste Position der Aktiva ist auch gleich die erste Position der Langfristigen Vermögenswerte, also die Vermögenswerte des Unternehmens die länger als ein Jahr zur Verfügung stehen und i.d.R. nicht verkauft werden, machen die Immateriellen Vermögenswerte aus, diese bestehen im allgemeinen aus Patenten, Konzessionen, Software und ähnliches, im speziellen (= bei Fielmann) sagt uns der Anhang (1) das der Großteil der Immateriellen Vermögenswerte aus EDV-Software und Mietrechte enthält. Dies ist für die Bilanzanalyse relativ unspektakulär. Interessant ist, dass in den letzten 2 Jahren über 350.000 an selbsterstellen immateriellen Vermögenswerten aktiviert wurden, dies ist erst seit IFRS möglich, da nach HGB ein aktivierungs Verbot besteht. Da die Summen allerdings überschaubar sind und in diesem Fall selbstentwickelte Software aktiviert wurde, geht das in Ordung. Kritisch würde es werden, wenn hier Weiterbildungen oder sonstige selbsterstellte immaterielle Dinge aktiviert werden würden. Hier ist dies allerdings aber nicht der Fall, daher alles okay.

 

Die zweite Position enthält die Firmenwerte auf welche ich ja bereits kurz unter dem Namen Goodwill eingegangen bin. Was der Goodwill also genau ist, lest ihr bitte nochmal im Beitrag I.1 nach. Zuerst setzten wir den Goodwill in Relation zum Eigenkapital und erkennen, dass dieser 10,6 % dessen ausmacht. Dies ist auch in etwa der Grenzwert und gerade noch okay, wobei wir hier ganz klar sagen müssen, dass hier jeweils der spezielle Einzelfall angschaut werden muss und es keine Seltenheit ist, wenn auch eine Goodwill/EK Quote von 30 % noch okay ist. Der Goodwill wird jedes Jahr einem sogenannten Impairmenttest unterzogen, dabei wird der Goodwill in sogenannte CGU`s zerlegt, also in die kleinsten Cashflow generierenden Einheiten. Dann wird (meistens) mittels der Discounted Cashflow Methode der Barwert dieser Einheiten ermittelt. Sollte dieser sich verändert haben, so muss der entsprechende Betrag abgeschrieben werden. Auf gut Deutsch: Wenn unser Goodwill werthaltig ist, dann müssen wir auch nichts abschreiben, sollte sich der Goodwill aber als nicht werthaltig heraustellen (= wir haben zuviel bezahlt) so muss dies abgeschrieben werden. Die jeweiligen Berechnungen werden meist von Wirtschaftsprüfern übernommen.

 

Unter Position A.III sind die Sachanlagen aufgeführt, dies ist meistens der größte Vermögenswert, hierunter sind also alle Fabriken, Filialen und sonstige Sachanlagen aufgeführt. Im Anhang (3) sehen wir die Verteilung der Sachanlagen auf die Segmente.

 

Unter Position A.IV sind Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien aufgeführt, dies sind z.B. vermietete Immobilien. Hier muss ich aber ganz klar sagen, dass IFRS zuviel Wahlrechte eingesteht, das Management kann hier sehr viel Bilanzpoltik betreiben. Auf der anderen Seite ist die Position meistens eh zu vernachlässigen.

 

Position A.V enthält langfristige Finanzanlagen aufgrund des winzigen Betrags, der darin gebunden ist, können wir die Position vernachlässigen.

 

Nun kommt eine schwierige Position VI. und VII. beinhalten latente Steuern, dazu muss man wissen, dass neben der "normalen" GuV auch eine steuerrechtliche GuV existiert, nachder die Steuern berechnet werden. Einfach ausgedrückt sieht das so aus: Wenn man in der "normalen" GuV mehr Steuern ausweist als man nach der steuerrechtlichen GuV bezahlen musste, so wird der Differenzbetrag als latente Steuern ausgedrückt. Das ganze geht natürlich auf andersrum und wird dann entsprechend in der Passiva bilanziert. Speziell in Deutschland ist das ganze dann aber nochmal komplizierter, da durch die Steuerreform in den letzten Jahren viele Sondereffekte entstanden sind. Weiter will ich aus zwei Gründen darauf nicht eingehen: a) Es hat keinen großen Einfluss auf die Analyse und B) ich kenne mich mit dem Steuerrecht auch nicht sogut aus.

 

Unter VIII. sind die anderen finanziellen Vermögenswerte beinhalten z.B. Darlehen an Mitarbeiter (= Forderungen). Auch dieser Punkt ist nicht weiter wichtig.

 

 

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind für die Analyse von herausragender Bedeutung, daher sollten wir uns das auch genau anschauen und jede Position kennen:

 

Die erste Position beinhaltet die Vorräte, diese bestehen aus Roh-, Hilfs- und Betreibsstoffen, Unfertigen Erzeugnissen und Fertigwaren (RHB). Die Begriffe sollten soweit selbsterklärend sein, mit dieser Position kann man viele hilfreiche Kennzahlen berechnen, wie wir noch sehen werden. Wie wir im Anhang (7) sehen, wurden dieses Jahr 10.740 T an Vorräten abgeschrieben, dies heisst, dass das Unternehmen der Ansicht war, die Vorräte wären weniger Wert gewesen und mussten angepasst werden, dies ist z.B. ein Zeichen dafür, dass die Brillen die im Lager lagen, veraltete Kollektion waren usw. Typisches Beispiel für Vorratsabschreibung ist z.B. verderbliche Orangensaft. Anhang der Abschreibungen auf die Vorräte sehen wir also, ob das Management die richtigen Entscheidungen bei den Brillenkollektionen getroffen hat.

 

Position II. beinhält die Forderung aus Lieferungen und Leistungen (FLL) leider bietet das Unternehmen keine Zeitstruktur der FLL an, diese zeigt sonst, wieviele Forderungen schon Überfällig sind und bald abgeschrieben werden müssen etc.

 

Der Text im Anhang unter den FLL ist besonders wichtig, da dies ein spezielles Problem von Fielmann ist (Krankenkassen etc.) bitte einfach mal durchlesen.

 

Position III. Steueransprüche sind selbsterklärend.

 

Rechnungsabgrenzungen sind z.B. erhalten Vorauszahlungen, die aber nicht in diese Periode passen und erst nächste Periode in die GuV einfließen, diese Position ist für uns auch erstmal uninteressant.

 

Zu den finanziellen Vermögenswerten lest ihr euch bitte selber den Anhang (11) durch, als Übung ob ihr dem folgen könnt, was das Unternehmen dort schreibt.

 

Die letzte Position besteht aus den Zahlungsmittel oder kurz: Das Geld, dass auf dem Konto rumliegt bzw. in Fonds investiert ist (sichere Fonds) und jederzeit verfügbar ist. Diese Position braucht eig. keine genauere Beschreibung.

 

 

So, das war es zur Erklärung der Aktiva, die Passiva folgt in ein paar Tagen, bin das Wochende etwas eingespannt, Hausaufgaben fallen mir dazu auch keine sinnvollen ein. Also allen ein schönes Wochenende und fragt bitte, wenn etwas unklar ist!

 

Grüße Stairway

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I.4: Passiva: Zusammensetzung und Bedeutung

 

Welcome back :thumbsup:

 

Heute wollen wir uns der zweiten Hälfte der Bilanz, nämlich der Passiva widmen. Die Passiva gibt die Mittelherkunft an und zeigt somit, wie die Assets, welches in der Aktiva stehen, finanziert sind. Grundsätzlich besteht die Passiva aus Eigen- und Fremdkapital, zudem existiert meistens noch ein Posten mit Rückstellungen. Ich halte mich heute wieder an den Geschäftsbericht 2006 welcher in Printform vorliegen müsste. Ansonsten findet ihr den unter folgendem Link: http://www.fielmann.de/downloads/fielmann_bericht_2006.pdf

 

Vorab sei schonmal gesagt, dass heute eine Hausaufgabe folgen wird, welche sich um die letzten 4 Beiträge dreht.

 

Die ersten Position der Passiva ist das Eigenkapital (EK) welches also das den Aktionären zustehende Kapital abbildet. Das Eigenkapital ist zudem als einziges objektives Maß für den Wert eines Unternehmen zu verstehen. Aufgeteilt ist das Eigenkapital in das Gezeichnete Kapital, Kapital- und Gewinnrücklagen und den Bilanzgewinn. Wichtig dabei ist eben zu wissen, dass der Gewinn einer Periode in das EK einfließt und dieses erhöht. Dabei ermittelt man mit der Formel Jahresüberschuss / Eigenkapital die Eigenkapitalrendite, welche also aussagt, welche Rendite das Unternehmen auf das von den Aktionären eingesetzte Kapital erbringt. Bei Aktienrückkäufen wird entweder eine extra Position "Eigene Anteile" mit negativem Vorzeichen ausgewiesen oder die Eigenen Anteile werden direkt mit denn Gewinnrücklagen verrechnet. Eine genaue Übersicht über die Veränderung des Eigenkapitals ergibt die Eigenkapitalveränderungsrechnung.

 

Unter Punkt B sind die Langfristigen Verbindlichkeiten aufgeführt, also Schulden mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr umfasst nach IFRS ebenfalls die Rückstellungen, welche genau genommen keine Verbindlichkeiten im eigentlichen Sinn sind. Jedenfalls sind als erste Position die Langfristigen Rückstellungen aufgeführt, welche vorallem Pensionsrückstellungen und ähnliches beinhaltet, solange die Rückstellungen nur einen kleinen Anteil an der Bilanzsumme einnehmen, ist die Position für die Bilanzanalyse zu vernachlässigen (im Gegensatz zu den kurzfristigen Rückstellungen!!! s.u.)

 

Danach sind die Langfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgeführt, welche die interessantese Position unter Punkt B sind, im Anhang (19) erkennen wir, dass von den 10.900 Schulden 6.800 erst in mehr als 5 Jahren gezahlt werden muss. Bei Unternehmen die stärker verschuldet sind, kann man Anhand der Fälligkeitsstruktur gut den Finanzierungsbedarf einschätzen, in diesem Fall ist natürlich alles im grünen Bereich.

 

Unterpunkt III bildet die Latenten Steuerverbindlichkeiten ab. Diese sind analog zu den latenten Steuerforderungen zu sehen und bedürfen keiner größeren Aufmerksamkeit.

 

Dann folgen schon mit Punkt C die Kurzfristigen Verbindlichkeiten welche Schulden mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr ausweisen, hier ist schon der erste Unterpunkt Kurzfristige Rückstellungen sehr interessant, denn dieser umfasst alle drohenden Risiken die das Unternehmen treffen können, speziell bei Fielmann könnten die Garantierückstellungen einen Blick wert sein. Wichtig ist, dass diese Rückstellungen bereits in der GuV erfasst wurden, aber noch kein Cash geflossen ist. Hier kann also unter Umständen mit erheblichem Finanzierungsbedarf gerechnet werden, wie aber alle Bilanzpositionen, ist diese bei Fielmann als sehr gut einzustufen, da die Position relativ gering ist.

 

Danach folgt die Position kurzfristige Finanzverbindlichkeiten welche aufgrund des geringen Volumens auch nicht großartig analysiert werden kann. Da diese Schulden dieses Jahr auslaufen, müssen diese also aufjedenfall refinanziert bzw. getilgt werden, hier lässt sich also gut der direkte Kapitalbedarf für das Jahr ablesen. Welche Auswirkungen dies genau hat, sehen wir dann bei der Cashflowanalyse.

 

Bei den Verbindlichkeiten aus LuL (VLL) handelt es sich um Lieferantenkredite, also offene Rechnungen die wir noch begleichen müssen. Ein Anstieg dieser ist nicht immer ein schlechtes Zeichen, da das Unternehmen natürlich länger über das Geld verfügt, wenn es die Rechnungen erst später bezahlt, hier muss man aber eben auch auf eine gesunde Entwicklung achten, denn steigen die VLL zu drastisch an, ist dies ein Indiz darauf, dass Schwierigkeiten mit der Liquidität bestehen.

 

Steuerschulden beinhalten noch nicht bezahlte und erwartete Steuerauszahlungen (in Form von Rückstellungen) und sind ebenfalls bilanzanalytisch eher zu vernachlässigen.

 

Da die Passiva nicht über derart viele Position verfügt, fällt diese Lektion also etwas kürzer aus, dafür gibt es wichtige Hausaufgaben, die auch auf die letzten Lektionen eingeht.

 

 

1.) Auf welche dieser Positionen müssen Zinsen bezahlt werden ? (Bitte logisch denken, auch wenn Positionen darunter sind, die nicht bei Fielmann auftauchen)

 

o Verbindlichkeiten aus LuL

o Anleihen

o Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

o Kurzfristige Rückstellungen

o Lanfristige Finanzverbindlichkeiten

 

2.) Da es das letzte Mal nicht sogut geklappt hat, welche Höhe hatte der Kreditzins von Fielmann im Jahr 2005 ?

 

3.) Anwendung: Auf nachfolgendem Link findet ihr den 2008er GB der Halloren Schokoladenfabrik. http://www.halloren.de/geschaeftsberichte/GB2008.pdf

 

o Wiehoch war die EKQ im Jahr 2008 ?

o Wieviele verzinslichte Verbindlichkeiten bestehen per 31.12.2008 ?

o Warum weisst das Unternehmen die Rückstellungen als gesonderte Position aus und untergliedert es nicht in den Verbindlichkeiten ? (schwer)

 

4.) Wie groß war der Anteil der Finanzverbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren im Jahr 2005 ?

 

 

 

Die Fragen findet ihr auch im Übungsthread!

 

Grüße Stairway

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I.5: Erläuterungen zu wichtigen Bilanz und GuV Positionen

 

Hallo zusammen, hat etwas länger gedauert und es gibt heute auch keinen allzulangen Beitrag, da ich auch schon ne Weile auf den Beinen bin, dafür wird der nächste I.6 umso wichtiger, wird aber locker bis Ende nächster Woche dauern, da ich die nächsten Tage Besuch habe und da sicher nicht lang zum schreiben komme. D.h.: Alle die mit dem Stoff hinterher sind, haben die Gelegenheit aufzuholen und die Aufgaben zu machen, würde mich freuen wenn sich mehr Leute beteiligen würden, es macht schon einiges an Arbeit und von den Teilnehmern Andy, Schnitzel, Stezo, mcm, Lobster, RedSpekulatius, Adler_92, Marcise, Quina und Proximity fallen mir nur wenige ein, die bisher richtig mitmachen, wäre also toll wenn das hier nach den Beiträgen mehr in eine Dialogform wandeln würde, also nochmals: Keine Frage ist zu dumm oder zu einfach um gestellt zu werden :thumbsup:

 

Zudem hab ich natürlich auch immer gern positive wie negative Kritik, wenn ihr also z.B. mehr Grafiken wollt, kürzerer/längerer Beiträge, andere Aufgaben oder sonstwas, dann einfach schreiben.

 

So, genug gerdet heute wollen wir uns noch abschließend eineige wichtige GuV und Bilanzpositionen anschauen, danach sollten dann wirklich jeder die Bilanz im Schlaf aufsagen können und wissen was sich hinter den Positionen verbirgt. Das wird euch heute ggf. bekannt vorkommen, da wir ja schon alle Positionen einmal besprochen haben, aber die müssen wir einfach Vor- wie Rückwärts aufsagen können. Zudem wird es heute das erstemal spannend, da die ersten betriebswirtschaftlich relevanten Kennzahlen vorgestellt werden!

 

Wir arbeiten heute mit dem GB 2007 (http://www.fielmann.de/downloads/fielmann_bericht_2007.pdf) !

 

Diesmal rollen wir das Feld von hinten auf und gehen zuerst auf die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ein, dabei schauen wir zuerst im Anhang den wahren Betrag dieser VLL nach und sehen, dass die VLL von 42.0 auf 44.7 Mio. gestiegen sind.

 

Damit werden wir nun die Kennzahl "Kreditorenlaufzeit" berechnen, die Formel lautet:

 

(Verbindlichkeiten aus LuL / Materialaufwand) * 360 (Ich stell' während des Projekts noch eine Formelsammlung Online)

 

also:

 

(44.787 / 247.400) * 360 = 65,17 Tage

 

Diese Kennzahl zeigt uns also an, wielang es dauert, bis ich meine Rechnungen bezahlt habe, eine reine Betrachtung der VLL über die Jahre bringt dabei nicht den gleichen Informationsgehalt, da z.B. der Umsatz (und damit der Materialbedarf) um 10 % gestiegen sein kann und die VLL um 20 % da die Kennzahl die beiden Werte ins Verhältnis setzt sieht man direkt ob die Tendenz "gut" oder "schlecht" ist. Aber hier kommt bei der VLL das Problem: Es ist nicht unbedingt "gut" wenn die Rechnungen schneller bezahlt werden, denn das heisst ja auch, dass das Geld dem Unternehmen kürzer zur Verfügung steht bzw. stand. Gleichzeitig ist es aber auch bedenklich wenn diese Kennzahl zustark ansteigt, dann sollte man darauf achten, ob das Unternehmen ggf. Probleme mit der Zahlungsfähigkeit hat (und dann müssen alle Alarmglocken angehen!!!). Neben dem Vergleichen der "Kreditorenlaufzeit T" mit der "Kreditorenlaufzeit T-1" ist es noch wichtig, die "Kreditorenlaufzeit" mit der "Debitorenlaufzeit" zu vergleichen. Daher erstmal die Berechnung der Debiorenlaufzeit:

 

(Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Umsatz) * 360

 

Macht in diesem Fall also 22,41 Tage, was zeigt und das nun also an ? - Genau, es dauert 22,41 Tage bis unsere Rechnungen bezahlt wurden und wir auch das Geld in der Kasse haben. Davor haben wir nur Forderungen von denen wir uns nichts kaufen können. Hier gilt entgegen den Kreditorenlaufzeiten, dass eine Verringerung der Kennzahl stets positiv zu bewerten ist.

 

Man kann sich das auch als Buchungssatz vorstellen:

 

Zuerst Verkaufen wir das Produkt auf Ziel, also:

 

Forderungen 100 an Umsatzerlöse 100

 

Nun haben wir also Umsatz, aber kein Geld in der Kasse/Bank, erst wenn die Forderungen beglichen werden, haben wir auch etwas davon:

 

Bank/Kasse 100 an Forderungen 100

 

Genau das zeigt die Kennzahl also an: Wielange dauert es, bis unsere Forderungen (Rechnungen) beglichen werden.

 

 

So, hier mach ich mal einen Cut und führe das dann morgen weiter.Bisdahin habe ich eine wichtige Aufgabe, die ihr bitte versucht möglichst intuitiv und mit Begründung (!!!) zu lösen:

 

Wie ist das ideale Verhältnis von "Kreditoren-" (K) und "Debitorenlaufzeit" (D) ? Warum ?

 

K > D oder K < D ?

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Geschrieben · bearbeitet von Stairway

So dann wollen wir mal weitermachen, sind ja nun auch schon einige Tage vergangen, auch dieses mal arbeite ich wieder mit dem GB 2007 (http://www.fielmann.de/downloads/fielmann_bericht_2007.pdf) !

 

Heute möchte ich euch die sehr wichtigen Kennzahlen Liq. I, Liq. II und Liq III/WC vorstellen:

 

Anfangen werde ich mit der Liquidität 3. Grades auch bekannt als Working Capital Ratio oder im englischen auch Current Ratio genannt.

 

Die Formel lautet:

 

(Umlaufvermögen / Kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100

 

Als Zielwert sollte ein Wert zwischen 120 und 170 herauskommen.

Warum ? - Ganz einfach, das Umlaufvermögen dient uns dazu unser operatives Geschäft überhaupt durchzuziehen und wird i.d.R. innerhalb eines Jahres verbraucht. Genau diese Laufzeit nämlich weniger als 1 Jahr haben auch die kurzfristigen Verbindlichkeiten, welche somit durch das Umlaufvermögen gedeckt sein sollte. Zudem geht das Spiel auch in die andere Richtung: Das Umlaufvermögen sollte auch (zumindest zum Teil) durch kurzfristige Verb und VLL finanziert werden können, daher sollte die Ratio immer im Zielwert liegen.

 

Wichtig ist, dass die WC Quote zum einen eine Liquiditätskennzahl und zum anderen eine Rentabilitätskennzahl ist, letzteres wird in Fall 3 erklärt. Weiterführend gibt es zur WC-Quote auch einen tollen Beitrag von Wayne im Kennzahlenthread.

 

Spielen wir das ganze an ein paar Werten durch um das genauer zu verstehen:

 

Fall1: Liq3/WC: 70

 

Wenn die Ratio kleiner als 100 ist so bedeutet dies, dass mehr kurzfristige Verbindlichkeiten als Umlaufvermögen in der Bilanz stehen, fällt diese Kennzahl beträchtlich unter 100 so besteht akute Insolvenzgefahr, da das Unternehmen dann ggf. die Verbindlichkeiten nicht bedienen kann oder nur durch erneute Kreditaufnahme liquide bleiben kann. Der Teufelskreis sollte für jeden ersichtlich sein.

 

Fall2: Liq3/WC: 150

 

Mit einer WC Quote im Zielbereich lässt es sich gut schlafen, die kurzfristigen Kredite sind also zu 150 % durch das Umlaufvermögen gedeckt, die zusätzlichen 50 % dienen zum einen als Risikopuffer, zum anderen zeigen diese aber auch an, dass die Vorräte auch aus einem sogenannten eisernen Bestand bestehen, der nie verkauft wird und somit auch nicht sofort veräußerbar wäre.

 

Fall3: Liq3/WC: 340

 

Hier sind die kurzfristigen Kredite also zu 340 % durch das UV gedeckt - komfortabel müsste man meinen - ist es aber nicht! Denn hier wird unnötig Kapital gebunden das sonst arbeiten könnte oder an Aktionäre/Debtholders ausgeschüttet werden könnte. Liegt die WC Quote also zuhoch, so ist das zwar ein gutes Zeichen was die Liquidität angeht, jedoch ein schlechtes Zeichen was die Rentabilität angeht.

 

Nun zur Liquidität 2. Grades:

 

(( Umlaufvermögen - Vorräte ) / Kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100

 

Zielwert liegt bei 90-100 !

 

Hier ist die Berechnung also die gleiche wie oben nur das die Vorräte vom UV abgezogen werden - warum ?

Ganz einfach: Die Vorräte sind oft nicht sofort veräußerbar, Liquide Mittel und FLL (per Factoring) jedoch sehr schnell in Cash wandelbar, wodurch in Notsituationen schnell die Schulden getilgt werden können. Auch hier gilt: Zu nieder = kritisch, zu hoch = weniger kritisch, aber suboptimal.

 

Als letztes noch die Liquidität 1. Grades: (ACHTUNG HATTE MICH HIER VERSCHRIEBEN, DAS IST NATÜRLICH DIE LIQ 1. GRADES!)

 

( Liquide Mittel / Kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100

 

Zielwert bei 10-25 !

 

Die Argumentation ist hier analog zu oben, der Wert kann auch unter Umständen bis zu 50 gut vertretbar sein, da es beim Anteil der liquiden Mittel oft auf die Situation ankommt, ob ein großer Bestand an Cash negativ zu werten ist. Darauf kommen wir aber noch genauer später im Kapital Ausschüttungspolitik zu sprechen.

 

So, das war es schon für heute. Damit ist Teil I.5 fertig und es kommt bald der sehr wichtige 6. Teil!

Habe hier noch ein paar Aufgaben, die sich alle auf den GB 2005 und das Jahr 2005 beziehen:

 

1.) Berechne das Debitorenlaufzeit !

2.) Berechne die Kreditorenlauft !

3.) Wie sind die Zahlen aus 1) und 2) zu bewerten ?

4.) Berechne Liq I,II und III - wie sind diese zu bewerten ?

 

Grüße Stairway

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Geschrieben

I.6: Die Cashflowrechnung im Detail

 

So, weiter geht es mit Teil 6 der ersten Lektion!

 

Dieser Abschnitt ist enorm wichtig! Da ich zur Zeit leider etwas im Stress bin, muss ich dies leider wieder in zwei Schritte aufteilen, heute geht es also um den operativen Cashflow und das nächste Mal dann um Investitions- und Finanzierungscashflow.

 

Ich möchte hierbei auch nochmal kurz auf die ursprüngliche Gliederung dieses Projekts eingehen:

 

Lektion I

 

I.1: Der Jahresabschluss: Aufbau, Bestandteile und Funktion

I.2: Bilanz, GuV und Cashflowrechnung

I.3: Aktiva: Zusammensetzung und Bedeutung

I.4: Passiva: Zusammensetzung und Bedeutung

I.5: Erläuterungen zu wichtigen Bilanz und GuV Positionen

I.6: Die Cashflowrechnung im Detail

 

Anwendung 1: Analyse der Cashflowrechnung 2008

 

I.7: Grundlegende Kennzahlen: Bilanz, GuV und Cashflowrechnung

I.8: Kennzahlen zur Ertragskraft

I.9: Kennzahlen zur finanzielle Stabilität

I.10: Weitere Kennzahlen, insbesondere zur Lagerhaltung

I.11: Bedeutung und Analyse des Anhangs

 

Anwendung 2: GuV- und Bilanzanalyse des Geschäftsjahres 2008

 

 

Lektion II:

 

II.1: Analyse des Geschäftsmodells

II.2: Strategische Ausrichtung anhand einer BCG-Portfolio

II.3: Beurteilung des Managements

 

Anwendung 3: Erstellung von Grafiken / Schreiben einer BCG-Port. Analyse

 

II.4: Director`s Dealings Analyse

II.5: Beurteilung der Aktionärsstruktur

II.6: Aktienrückkauf und Dividendenausschüttung

II.7: Saisonalität

 

Anwendung 4: Fortsetztung der Analyse

 

 

Lektion III

 

III.1: Prognose der Material- und Personalaufwandsquote

III.2: Kunden- und Konkurrenzanalyse

III.3: Umsatzanalyse (Region und Segment)

 

Anwendung 5: GuV Analyse

 

III.4: Bewertungskennzahlen ein Überblick

III.5: KGV

III.6: KBV

III.7: KUV

III.8: KCV

 

Anwendung 6: Bewertungsanalyse schreiben

I.6: Die Cashflowrechnung im Detail

 

Lektion IV

 

IIII.1: Marktanalyse

IIII.2: Hinweise zum Aufbau und Schreiben einer Fundamentalanalyse

 

Anwendung 7: Das Werk zu Ende bringen und formatieren

 

Wie man sieht, sind wir noch nicht wirklich weit, aber das täuscht auch, da die ersten Beiträge einfach das Grundwissen vermitteln sollten und es von nun an sicher etwas zügiger vorangehen kann. Ich hoff das bei den Übungen die Resonanz in Zukunft wieder etwas zunimmt :thumbsup:

 

Here we go:

 

Ich beziehe mich heute auf den Geschäftsbericht 2006, da der 2008er GB Bestandteil der folgenden Anwendung sein soll.

 

Auf Seite 39 findet ihr die Cashflowrechnung, welche euch anzeigt, welche Mittel dem Unternehmen tatsächlich zugeflossen sind, da in der GuV viele Positionen aufgeführt sind, die nicht zahlungswirksam sind, aber dennoch erfasst werden müssen. Zudem gibt es einige Position welche die Liquidität senken ohne dabei die GuV zu tangieren. Stellt euch z.B. vor ihr kauft riesige Mengen an Waren ein bekommt diese aber nicht verkauft. In der GuV sieht man (sogut wie) nichts davon.

 

Wayne hat zu der "Liquiditätsfalle" die man der GuV nicht ansieht mal einen sehr guten Beitrag geschrieben, ich werde diesen hier mal als Aufhänger zweckentfremden:

 

Hiya,

die Sache ist relativ einfach: Wenn du Gewinn machst heißt das ja eigentlich dass dir mehr Geld zugeflossen ist als reingeflossen ist. --> Unternehmen hat mehr Geld zur Verfügung um zu wachsen durch Investitionen oder Übernahmen. Gleichzeitig kann man natürlich auch das Geld an die Aktionäre geben in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen. Im Idealfall eine Mischung aus all diesen Bereichen.

 

In der Realität ist es aber so dass ein steigender Gewinn in der GUV nicht automatisch bedeutet, daß mehr Geld ins Unternehmen geflossen ist. Der operative Cashflow sagt dir genau wieviel Geld mit deiner Geschäftstätigkeit ins Unternehmen rein- und rausgeflossen ist.

 

Einfaches Beispiel natürlich Realitätsfern:

 

Du verkaufst als Autohändler im Jahr 2007 ein Auto für 20,000 USD. Dann buchst du erstmal folgendermassen:

 

1) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Umsatzerlöse 20,000 USD

Du hast also Umsatz gemacht aber noch kein Geld eingenommen da du auf Rechnung verkauft hast. Nehmen wir du hast Overheadkosten von 15,000 USD. Dann ist dein Jahresüberschuß 5,000 USD. Super! Mega Gewinn die Analysten jubeln über die 25% Marge.

 

ABER:

Du hast noch gar kein Geld eingenommen weil die Rechnung noch nicht bezahlt wurde. Nehmen wir an der Käufer geht pleite und kann nicht zahlen dann musst du das wieder als Verlust verbuchen im folgenden Geschäftsjahr. Die Cashflow-Rechnung zeigt dir diese Thematik gleich an. Denn dort hast du einen Jahresüberschuß von 5,000 Euro und deine Forderungen sind um 20,000 USD gestiegen. Der operative Cashflow ist also negativ mit 15,000 Euro. Erst wenn die Rechnung bezahlt wird ist also tatsächlich der verbuchte Gewinn ins Unternehmen geflossen. Solange dies nicht passiert ist der Gewinn vereinfacht gesagt nicht realisiert.

 

Diesen Denkprozeß beherrscht zwar jeder Analyst aber in der Realität kritisieren z.b. viele Analysten die Telekom dass die Dividende fast 80% des Jahresüberschußes entspricht. Damit entzöge man dem Unternehmen die Gewinne die gemacht wurden und man könne nicht investieren wie man wollte. Der Jahresübeschuß ist aber völlig irreleveant bei Betrachtung der Ausschüttungsquote. Diese sollte man eher auf Basis des CF berechnen. Dennoch ist die Dividende der DT aber zu hoch wink.gif

 

Schauen wir uns also diese Cashflowrechnung mal genauer an:

 

Zuerst fällt auf, dass diese aus 4 Position besteht:

 

Cashflow

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

 

To sum it up:

 

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit zeigt an, wieviel Cash mir tatsächlich zugeflossen ist, mit diesem kann ich dann meine Investitionen z.B. in neue Sachanlagen oder Übernahmen durchführen, wieviel dafür draufgeht zeigt der Cashflow aus Investitionstätigkeit an. Zieht man den Investitionscashflow vom operativen Cashflow ab, so erhält man den Free-Cash-Flow, also die Summe, die das Unternehmen zur Verfügung hat um damit Kredite zu tilgen, Dividenden auszuschütten, Aktien zurückkaufen etc. Wenn natürlich der Investitionscashflow schon den operativen Cashflow übersteigt, also der Freecashflow negativ ist, muss für den Finanzierungscashlow (i.e. Dividenden, Aktienrückkäufe) ein Kredit aufgenommen werden, auch dies zeigt uns die Cashflowrechnung an.

 

Nun also zum operativen Cashflow (Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit) im Detail:

 

Im oberen Teil sehen wir das gewohnte Bild aus der GuV-Rechnung, die CF Rechnung beginnt daher eigentlich erst beim Periodenergebnis aka Jahresüberschuss:

 

post-6191-1245439484_thumb.jpg

 

Von diesem ausgehend, werden zuerst alle nicht zahlungswirksamen Positionen der GuV wieder hinzugerechnet, die Abschreibungen bilden hier meistens die größte Position. Warum sind die Abschreibungen "nicht zahlungswirksam?" - ganz einfach: Der Cashoutflow für die Anschaffung von z.B. einer neuen Maschine passiert im Moment wenn wir das Teil kaufen, da der Aufwand aber über die Perioden verteilt wird, taucht dieser auch nur nach und nach in der GuV auf. Es ist also im Sinne der Buchhaltung richtig, dass die Abschreibungen nach und nach auftauchen, allerdings fließt hier kein Geld mehr aus dem Unternehmen. Ergo wird diese Position wieder hinzugezählt.

 

Als nächstes werden die langfristigen Rückstellungen hinzugerechnet, hier ein ähnliches Spiel wie bei den Abschreibungen: Die Rückstellung haben wir gebildet, da ein Aufwand warscheinlich ist, bezahlt haben wir hier aber noch nichts, also muss diese Summe auch rausgerechnet werden. Dazu werden noch andere nicht zahlungswirksame Aufwendungen, wie z.B. eine Aktie aus unserem Portfolio deren Wert gesunken ist, die wir aber nicht verkauft haben, herausgerechnet.

 

Am Ende haben wir den "Cashflow" also das Geld, das dem Unternehmen tatsächlich zugeflossen ist.

 

post-6191-1245439811_thumb.jpg

 

Nun ja, nicht ganz, denn es fehlt noch das "operativer" davor und ohne das Kaufen von Vorräten etc. geht nunmal operativ garnichts.

 

Zuerst werden die kurzfristigen Rückstellungen hinzugerechnet, selbe Erklärung wie oben, dann kommen wir zu den wichtigen gerade angesprochenen Positionen:

 

post-6191-1245439969_thumb.jpg

 

Man könnte es auch einfach "Investition ins Working Capital" nennen. Wenn also die Vorräte zugenommen haben, so wurde hier Geld gebunden, welches dem Unternehmen erstmal nichtmehr zur Verfügung steht, deshalb wird es hier auch abgezogen. Im Jahr 2005 war das hier besonders drastisch, dort flossen satte 45.8 mio. ins Working Capital, d.h. das Geld fehlt dem Unternehmen erstmal für Investitionen und Dividendenzahlungen.

 

Nun besteht dieses Working Capital aber noch aus mehr als nur den Vorräten, auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zählen dazu, wenn sich diese erhöht haben, schulden uns also mehr Leute Geld, ansich eine feine Sache, aber der Punkt ist: Wir haben das Geld noch nicht, es fehlt uns also diese Liquidität. All diese Effekte werden also in dieser Position ausgedrückt. Bei Modeunternehmen ist das Teilweise sehr krass, da diese meist im Q1 die Sommerkollektion einkaufen und dadurch riesige Lagerbestände aufbauen und der operative Cashflow so negativ wird.

 

Wie alles in der doppelten Buchführung, hat natürlich auch diese Position ihren Zwilling, welcher sich eine Position darunter befindet:

 

post-6191-1245440218_thumb.jpg

 

Diese Position wird jedem klar, der die Kreditorenlauftzeit verstanden hat: Sobald wir unserer Rechnungen langsamer bezahlen, steht uns Geld länger zur Verfügung. Nehmen also die Verbindlichkeiten aus LuL (VLL) zu, so wird das hier hinzugerechnet. Haben wir aber gleich alle Rechnugnen beglichen, so würde diese Position negativ werden. Hier zeigt sich die Debitoren- und Kreditorenlaufzeit quasi in monetären Einheiten. Wobei sich die Debitorenlauftzeit natürlich auf den Absatz eins weiter oben bezieht.

 

So nach dieser ganzen Prozedur sind wir dann entgültig beim operativen Cashflow von 123.623.000 angekommen, welcher dem Unternehmen also real zugeflossen ist. Damit kann man nun kräftig investieren, wie das genau aussieht, schreib ich das nächste Mal.

 

Grüße

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Geschrieben · bearbeitet von Stairway

Hallo zusammen,

 

tut mir leid, dass ich gerade nicht oft zum schreiben komme, es geht auf die Prüfungen zu, im August kommt dann aber wesentlich mehr, machen wir heute also beim Investitions- und Finanzierungscashflow weiter.

 

Es geht wieder um den GB 2006, hier der Ausschnitt mit dem wir uns beschäftigen werden:

 

post-6191-1246397651_thumb.jpg

 

Zuerst der Investitionscashflow also der obere rote Kasten.

 

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit gibt uns an, wieviel Geld das Unternehmen im Berichtsjahr investiert hat. Dabei handelt es sich grundsätzlich um ein Aktivtausch (Geld raus, Investition rein) daher betreffen Investitionen auch nie direkt die GuV.

 

Wenn das Unternehmen also investiert hat, sehen wir das in der Rechnung mit einem negativen Vorzeichen, hat das Unternehmen desinvestiert, also Assets verkauft, taucht das natürlich mit einem positivem Vorzeichen auf, da dadurch Geld zugeflossen ist. Oft werden solche Verkäufe in der GuV berücksichtig und stellen einen außerordentlichen Ertrag dar, da solche Assetsverkäufe (z.B. Verkauf einer Tochtergesellschaft/alten Maschine/ect.) allerdings nicht ins das normale Geschäft, also das operative Geschäft gehören, werden diese aus dem operativen Cashflow wieder herausgerechnet und erst hier im Investitionscashflow ausgewiesen.

 

post-6191-1246397982_thumb.jpg

 

Wie wir sehen, flossen dem Unternehmen also 1.979 T€ aus Abgängen zu, wirklich interessant ist aber die nächste Zahl:

 

post-6191-1246398090_thumb.jpg

 

Hier sehen wir, wieviel das Unternehmen im Jahr 2006 investiert hat, zusammen macht das rund 46.500 T€ aus, daraus lässt sich nun eine Kennzahl mit weitreichenden Folgen berechnen: (was nun kommt, ist wohl der wichtigste Teil überhaupt!!!)

 

Es geht dabei um die Sachinvestitionsquote, dabei werden die Investitionen (nicht der Investitionscashflow als Ganzen!) ins Verhältnis mit dem operativen Cashflow gesetzt:

 

(Investitionen in Sachanlagen u. Immat. / Operativer Cashflow) * 100

 

Warum ? - Ganz einfach, die Investitionen werden früher oder später mit Cash bezahlt, dieses bekommt das Unternehmen wiederum nur aus dem operativen Geschäft, wenn also die Investitionen langfristig den Operativen Cashflow übersteigen, so muss das Unternehmen insolvent gehen.

 

Die Differenz zwischen Operativem Cashflow und Investitionen in S. u. I. nennt man auch Free-Cashflow der also als absolute Zahl oder wie oben durch die Sachinvestitionsquote (SI-Q) ausgedrückt wird.

 

Man muss sich das wiefolgt vorstellen, angenommen ein Unternehmen hat kein Cashpolster, es lebt also direkt von seinen Cashflows, wenn es nun 100 € an operativen Cashflows hat und 60 € investiert, bleiben noch 40 € übrig um damit Kredite zu bezahlen, Dividenden auzuschütten etc.

 

Wenn nun aber die Investitionen auf 120 € steigen, dann ist der Freecashflow -20 € also negativ. Nun muss das Unternehmen erstmal Kredite aufnehmen um überhaupt Dividenden ausschütten zu können. Ihr seht also: Ein langfristig positiver Freecashflow ist unabdingbar für ein Unternehmen um zu existieren.

 

Je niedriger die SI-Quote ist, desto flexibler wird ein Unternehmen, vorausgesetzt es investiert noch genug. Zur Sachinvestitionsquote möchte ich hier noch ein sehr guten Beitrag von Toni zitieren:

 

@Fenris,

 

die Sachinvestitionsquote kann man sich aus der Kapitalflussrechnung herausholen.

 

Diese ist immer 3-geteilt:

 

1) Cash-Flow aus operativem Geschäft (wieviel Geld wurde "normal" erarbeitet?)

2) Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (wieviel Geld wurde investiert in Anlagen, Fremdfirmen etc..)

3) Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (was wurde gemacht bzgl. Krediten, Dividenden etc..)

 

Teil 2 ist nun wichtig in der folgenden Erklärung.

 

Hier der zweite Teil aus dem Geschäftsbericht 2006 von United Internet:

 

post-834-1197187798_thumb.gif

 

Man sieht unten, dass insgesamt 171.385 investiert wurden, daher negativ,

denn das Geld ist ja weg. Ganz oben stehen normalerweise die Investitionen

in die Sachanlagen, also Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge etc.

 

Es ist hier dummerweise mit den Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte

vermischt, ich würde hier eigentlich eine Fussnote erwarten, die den Leser aufklärt,

wie hoch allein die Sachinvestitionen waren. Naja...

 

Schaut man sich jetzt viele Geschäftsberichte an, wird man feststellen, wieviel

Prozent von den Gesamtinvestitionen in die Sachanlagen fliessen. Das würde ich

mal als die Sachinvestitionsquote ansehen, obwohl ich die exakte Definition

jetzt gar nicht kenne. Wenn die niedrig ist, wie Buffett es z.B. vorzieht, dann

heisst das, dass das Geschäftsmodell eben wenig Cash benötigt, um es jedes

Jahr zu erhalten oder sogar zu expandieren. Und das ist natürlich gut, weil es

sozusagen für wenig Geld lange Zeit aufrecht erhalten werden kann. Das Geschäft

hat sozusagen niedrige "Lebenshaltungskosten".

 

Aber wie Du oben schon zitiert hast, gibt es wahrscheinlich kaum ein

Geschäftsmodell, was feste Quoten hat. Einfache Geschäfte, wie z.B. Coca-Cola

könnten solche aufweisen. Deswegen liebt Buffett einfache Geschäfte, weil

alle Kennzahlen wesentlich prognostizierbarer sind als bei komplizierten.

Was prognostizierbarer ist, ist mehr wert. Da es planbar ist.

 

Gutes Beispiel: AMD und Coca-Cola, ein krasser Vergleich.

 

AMD muss alle Jahre sauteure Anlagen erneuern oder neu kaufen, weil

die saukomplizierte Prozessorherstellung das eben verlangt. Was folgt daraus?

Eine super-hohe Sachinvestitionsquote. Wer will schon eine Firma, die dauernd

viel Geld braucht, um einfach nur zu laufen? Auch ein Aktionär kann so etwas

nicht gut finden, zumindest nicht, wenn er unternehmerisch denkt, so wie Buffett

es tut (und wie es jeder Aktionär tun sollte!).

 

Coca-Cola hingegen verbreitet sich einfach immer weiter, indem Abfüllfirmen

aufgebaut werden, die ganz einfache und daher wahrscheinlich günstige

Abfüllanlagen haben. Zudem wird das Getränk ja als Sirup, also in hochkonzentrierter

Form durch die Gegend gekarrt. Das kostet alles wenig. Coca-Cola könnte sich ja

mal überlegen, Pipelines zu bauen... :D

 

Buffett hat ja sehr viele Firmen aus dem Finanzbereich übernommen oder in diese

investiert, American Express ist seine grösste Position in diesem Bereich.

Finanztitel dürften eine sehr niedrige Sachinvestitionsquote haben.

 

Daher hier noch ein Beispiel aus dem Finanzsektor. Es folgt ein Ausschnitt

aus der Kapitalflussrechnung der Allianz (Geschäftsbericht 2006):

 

post-834-1197190541_thumb.gif

 

Wie man sieht, ist der Anteil der Sachinvestitionen (rot) an den gesamten

Investitionen sehr gering.

(Leider wurden die Grafiken nicht mitzitiert, komplett gibts das Zitat hier: https://www.wertpapier-forum.de/index.php?s...mp;#entry235141

 

Am Ende dieses Beitrags werde ich euch noch am Beispiel von GM zeigen, was passiert, wenn man kein Freecashflow hat.

 

Wir wissen nun also was der operative und investitions Cashflow ist, daher möchte ich kurz auf die CF-Gleichung aufmerksam machen.

 

Operativer Cashflow - Investitions Cashflow - Finanzierungscashflow = Cash Überschuss (Defizit)

 

Cashüberschuss (Defizit) + Cash am Anfang des Jahres = Cash am Ende des Jahres

 

Daher benötigen wir nun noch den Finanzierungscashflow, da hat Fielmann leider nur 2 Positionen zu bieten:

 

post-6191-1246399047_thumb.jpg

 

Hier sieht man, dass rund 42 Mio € als Dividenden ausgeschüttet und für 5 Mio. Kredite getilgt wurden. Da damit der Freecashflow von ca. 78 Mio. € nicht komplett aufgebraucht wurde, nahm der Finanzmittelbestand im Jahr 2006 deutlich zu.

 

Die Position Finanzierungscashflow besteht sonst noch oft aus den Positionen "Eigene Aktie" also Aktien die das Unternehmen zurückgekauft hat und "Aufgenommene Kredite" mit einem positiven Vorzeichen, da hier natürlich Cash dem Unternehmen zugeflossen ist.

 

 

Diesen Abschnitt sollte man aufjedenfall 2 mal lesen und sich am obigen und folgenden Beispiel vergegenwärtigen! Noch kurz ein paar Bewertungen zur SI-Quote:

 

bis 20 % ==> Sehr gut!

bis 40 % ==> Gut!

bis 60 % ==> Ausreichend!

bis 80 % ==> Kritisch!

ab 100 % ==> Gefährlich!

 

Natürlich muss man hier immer den langjährigen Verlauf anschauen, wenn viel investiert wird, ist die Kennzahl auch mal kurzfristig sehr hoch, was aber bei entsprechendem operativem Cashflow in den Folgejahren nichts macht.

 

Hier nun das GM Beispiel, es ist zu beachten, dass euch das nun nicht erschlagen soll, die CF Rechnung sieht hier deutlich länger aus, wenn entsprechend Nachfrage besteht, mach ich nach diesem Projekt auch gern noch eine Erklärung der englischen Begriffe, uns interessieren hier aber restmal nur die rot eingekasteten Zahlen:

 

post-6191-1246399723_thumb.jpg

 

GM flossen also in 2008 rund 7,7 mrd. $ zu, zuvor verbrannte das Unternehmen rund 11,7 und 16,8 mrd. $.

 

Dem stehen nun aber folgende Investitionen gegenüber:

 

post-6191-1246399916_thumb.jpg

 

(Ihr seht, bei GM ging da sehr viele Geschäfsvorfälle vor sich, deshalb ist das auch etwas unübersichtlich und nach US-Gaap gehören noch andere Dinge zur CF Rechnung)

 

Wesentlich ist aber, dass GM in den Jahren 07-05 p.a. rund 7,7 mrd. $ investieren musste. Das sieht man schon, in zwei der letzten 3 Jahre war der Freecashflow negativ und im besten Jahr gerade mal bei ca. 0 $.

 

Das ganze musste nun aber auch finanziert werden, dafür müssen dann entweder Kredite aufgenommen werden oder eben der Cashbestand angezapft werden, in den letzten Jahren geschah eher letzteres was die Sache etwas unspektakulärer macht:

 

post-6191-1246400136_thumb.jpg

 

Der Ausgang der Geschichte ist ja bekannt ;)

 

 

Was dieses Kapitel also sagen soll: Gewinn ist nicht alles! Ein Unternehmen muss auch genug Cash erwirtschaften um seine Investitionen durchführen zu können.

 

Eine ausführliche Aufgabe folgt dann die nächsten Tage!

 

Grüße Stairway

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Geschrieben

I.7: Grundlegende Kennzahlen: Bilanz, GuV und Cashflowrechnung

 

So, I.7 bis I.11 sind weniger schreibintensiv, da viel mit Formeln gearbeitet wird. Wir wollen nun also unser theoretisches Wissen quantizifieren. Dabei will ich in dieser Lektion auf die Basiskennzahlen die jeder kennen sollte eingehen und in den Folgenden dann etwas mehr ins Detail gehen will.

 

Die Eigenkapitalrendite

 

Eine der wichtigsten Rentabilitätskennzahlen ist die Eigenkapitalrendite (EKR). Die Formel lautet:

 

(Jahresüberschuss / Eigenkapital) * 100, wahlweise könnt ihr auch das gewichtete EK der letzten beiden Jahre nehmen, aber das macht meistens nicht viel aus.

Den Jahresüberschuss und das EK immer nach Minderheistanteilen berechnen!

 

Angewendet auf den Fall des GB 2005 von Fielmann (auf den 2005er bezieht sich die ganze I.7) bedeutet dies eine EKR von (55.045 / 356.485) = 15,44 %

 

Wie ist dies nun zu deuten ? - Zum einen sollte man immer die Entwicklung der letzten Jahre beachten, wie hat sich da die EKR entwickelt und vorallem: Was hat sich verändert: Zählen, Nenner oder beides ?

 

Der Durchschnitt aller Unternehmen liegt bei ca. 12 %, alles darüber ist also überdurschnittlich (im eigentlichen Sinn des Wortes). Ein Wert von über 20 % ist dabei schon als sehr gut anzusehen.

 

Ökonomisch zeigt die EKR an, wie sich das von dein Eigentümern eingebrachte Kapital verzinst. Es ist also klar, dass eine hohe EKR immer eine niedrigen EKR vorzuziehen ist, sofern das Risiko adäquat ist. Langfristig ist das Buchwertwachstum das wichtigste Kriterium zur Bestimmung des Unternehmenswerts. Und eben das gibt ja die EKR an. Das Gewinnwachstum ist zwar auch wichtig, aber ohne eine entsprechende Verzinsung des Eigenkapitals gibt niemand freiwillig sein Geld in eine Unternehmung ein.

 

Schlafmütze hat das hier schön zum Ausdruck gebracht:

 

Beispiel

 

Eigenkapital: 100 Mio. Euro

 

Gewinnreihe:

Jahr 1: 1 TEUR

Jahr 2: 2 TEUR

Jahr 3: 4 TEUR

Jahr 4: 8 TEUR

Jahr 5: 16 TEUR

 

Gewinnwachstum: 100 % p.a.

Eigenkapitalrendite: ~0,00 Prozent

 

Das von den Aktionären eingebrachte Kapital sollte ordentlich Erträge abwerfen. Die separate Betrachtung des Gewinnwachstums besitzt eine geringe Aussagekraft.

 

Als nächstes kommen wir zur Gesamtkapitalrendite, welche also die Verzinsung des Gesamten Kapitals angibt.

 

Formel: (Jahresüberschuss + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital

 

oder eben in Kurzform: (JÜ + FKZ) / Gesamtkapital

 

Warum werden hier die FKZ hinzugezählt ? - Ganz einfach, die Fremdkapitalgeber sind ebenfalls am Unternehmen beteiligt und so verwundert es nicht, dass deren Anteil hier mitdazu gezählt werden muss. In der Anwendung im GB 2005 zeigt sich dann:

 

(55.045 + 1.609) / 501.535 * 100

 

= 11,2 %

 

Es ist wichtig, die EKR immer im Zusammenhang mit der GKR oder der EKQ zusehen, der Grund besteht natürlich darin, dass man durch gezieltes Absenken des Eigenkapitals eine riesige EKR hinbekommen kann.

 

Bsp:

 

Unternehmen 1:

 

Gewinn 5

EK 20

FK 20

 

EKR = 5/20 = 25 %

GKR = 5/40 = 12,5 %

 

 

Unternehmen 2:

 

Gewinn 5

EK 10

FK 30

 

EKR = 5/10 = 50 % (!!!)

GKR = 5/40 = 12,5 %

 

Hier wird also die Renabtiltät auf Kosten der Sicherheit gesteigert, das sollte man immer kritisch hinterfragen, gerade US Unternehmen sind dafür bekannt, so hat zum Bsp. "Yum! Brands" inzwischen kein Eigenkapital mehr, obwohl das Unternehmen immer positive Ergebnisse erzielen.

 

Toni hat das alles noch sehr schön in ein paar Zeilen gefasst:

 

Zusammenhang Rentabilitätskennzahlen / Verschuldung / KGV etc.:

 

Wenn die Gesamtkapitalrendite (GKR) hoch ist, ist auch die Eigenkapitalrendite (EKR)

hoch, zumindest bei niedrig verschuldeten Unternehmen.

 

Eine hohe EKR sorgt also dafür, dass (langfristig) das Eigenkapital (und damit

der "innere Wert" der Aktie, der Buchwert des Unternehmens) überdurchschnittlich

stark steigt, wenn das Unternehmen Gewinn gemacht hat. Die EKR ist sozusagen

der Gradmesser der Steigerung bezogen auf einen gewissen Gewinn.

Natürlich ist es möglich, dass bei einem Unternehmen zwar die GKR niedrig ist, die

EKR aber hoch. Wie kann das sein? Wenn die Eigenkapitalquote (EKQ) niedrig ist,

das Unternehmen also nur 10% Eigenkapital (EK) hat, dann kann dieser Fall eintreten.

 

Beispiel (ohne Währung):

 

EKQ = 10%: EK = 10, FK = 90 => GK = 100

 

Das Unternehmen macht 5 Gewinn => GKR = 5 / 100 = 5%, EKR = 5 / 10 = 50% !!

 

Hier ist also der Hebel sehr gross, das Unternehmen kann mit nur kleinem Gewinn

das EK stark steigern und damit auch den Wert der Aktie. Aber so ein Unternehmen

hat ein anderes Problem: Es ist zu stark verschuldet. Die finanzielle Stabilität ist also

nicht gegeben.

 

Hat ein Unternehmen also eine hohe GKR und eine hohe EKR ist beides gesichert:

Das Unternehmen hat einen hohen Hebel bzgl. der Steigerung des EKs und damit

des inneren Wertes der Aktie und es ist nicht stark verschuldet.

Wenn jetzt auch noch die Umsatzrendite (UR) hoch ist, dann sorgt das dafür, dass

das Unternehmen mit nur wenig Umsatz einen relativ hohen Gewinn erzielen kann.

 

Dann ist sozusagen der Motor im Gang... :D

 

Um das KGV mit rein zu bringen: Bei hohem KGV ist die Gewinnrendite (GKV,

Kehrwert des KGV) zu niedrig, als dass die Aktie interessant sein könnte

gegenüber Festgeld. Somit kann das EK (durch den gut geölten Motor :D )

steigen, wie es will: Die Aktie steigt nicht, weil nicht genügend Käufer da sind

(Aber das KBV sinkt dadurch, und das macht die Aktie auch wieder attraktiver...).

Wenn aber das KGV niedrig ist, dann sollte der Kurs stark ansteigen über

die nächsten Jahre...

 

Claro que si?

 

PS:

 

Diese sehr wichtigen Zusammenhänge kann man lernen, indem man das Buch

"Buffettology" von Mary Buffett liest.

 

Den unteren Teil müsst ihr noch nicht verstehen, zu den Auswirkungen dieser Zahlen auf den Wert und Kurs des Unternehmens kommen wir ganz am Ende zu sprechen.

 

Eine weitere wichtige Kennzahl ist die Umsatzrendite, diese zeigt uns wirkungsvoll an, in welchem Markt ein Unternehmen operiert, d.h. ob es sich dabei um einen Konkurrenzmarkt, monopolistische Konkurrenz oder gar ein Monopol handelt. (Natürlich sind auch alle Zwischenstufen vertreten).

 

Zuerst die Formel: Jahresüberschuss bzw. EBT / Umsatz

 

Wenn ein Unternehmen sein Produkt zu einem höheren Preis verkaufen kann als andere, dann bleibt dabei natürlich mehr Gewinn übrig oder ein Unternehmen hat ein Kostenvorteil (im extremsten Fall: natürliches Monopol z.B. ETA SA, eine Swatchtochter), dann bleibt bei gleichem Umsatz mehr Gewinn übrig. Setzt man diese Zahlen dann also ins Verhältnis, erkennt man welche Unternehmen eine herausrangende Marktstellung und damit den von Buffett geforderten Burggraben.

 

Man kann hier wahlweise das EBT also den Gewinn vor Steuern oder den Jahresüberschuss nehmen, im Ländervergleich bietet sich das EBT eher an, da die Steuerunterschiede oft einen großen Unterschied machen.

 

Für Fielmann ergibt das also eine UR von:

 

55045/731331 = 7,52 % bzw. 87016/731313 = 11,89 %

 

Ein Wert von (konstant) über 10 % (gerechnet mit dem JÜ) zeigt meistens schon eine sehr gute Markstellung an, ein Wert von über 15 % kann man schon als Oligopol bzw. Monopol ansehen.

 

Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Hersteller von Massengüter wegen des harten Wettbewerbs eine sehr niedrige UR haben, Aldi soll meines Wissens eine UR von ~1 % haben.

 

Als letzte Kennzahl will ich dann heute noch das Gearing einführen. Früher (und auch heute noch) wird oft mit dem dynamischen Verschuldungsgrad etc. gerechnet, was aber nicht wirklich Sinn macht, da man dort das ganze Fremdkapital zur Berechnung heranzieht und auch kein Bezug zur sonstigen Kapitalstruktur besteht. Es macht nicht wirklich Sinn, dass ganze FK zu betrachten, genauso wenig wie es Sinn macht, die EKQ als Bemessungsgrundlage für die Gesundheit der Bilanz zu nehmen, da das FK oft z.B. aus Lieferantenkredite oder ähnlichem besteht. Dies ist zum einen notwendig und zum anderen billig und daher wünschenswert. Das Gearing schafft bei allen diesen Problemen Abhilfe, da es nur da verzinslichte FK betrachtet, daneben wird noch auf Cash und EK eingegangen, als Formel sieht das dann so aus:

 

Gearing: (verzinslichtes FK - Cash) / EK * 100

 

Wir ziehen also von den Finanzverbindlichkeiten unsere Cashbestande ab (das was wir direkt tilgen könnten) und setzten den Rest ins Verhältnis mit dem EK. Folglich kann diese Zahl auch negativ werden, wobei gilt: Desto kleiner, desto besser - mit der Einschränkung, dass bei einem negativ Gearing womöglich zuviel Geld im Unternehmen gehalten wird (Stichwort Liq. I-III).

 

Für den GB 2005 ergibt sich dann: (22.392 + 4.216 - 81.870) / 356.458 = - 15,5 % ==> Sehr guter Wert!

 

Ein Wert kleiner als 20 ist dabei als sehr gut anzusehen, 21-50 ist gut, 51-80 ist ausreichend und alles über 100 ist bereits kritisch. Ich habe zu diesem Thema bereits selbst eine (IMO) bessere Kennzahl entwickelt, die ich aber leider noch nicht als Formel ausdrücken kann, da dabei sehr viele Variablen interagieren. Sollte das aber noch klappen, werde ich dieser auch an dieser Stelle vorstellen.

 

Das war es für heute, ich habe dann auch noch Aufgaben, die ich nächste Woche veröffentlichen werde, da zur Zeit ja noch die Cashflowaufgabe ansteht!

 

Grüße Stairway

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I.8/9/10: Kennzahlen zur Ertragskraft und Kennzahlen zur finanzielle Stabilität und Lagerhaltung

 

So nach meiner kleinen "Sommerpause" wollen wir nun bei I.8 und direkt auch noch bei I.9 und I.10 weitermachen.

Viele wichtige Kennzahlen haben wir bereits kennen gelernt, deshalb lassen sich diese 3 Bereiche auch schön zusammenfassen.

 

(GB 2007 wird verwendet!)

 

Zuerst will ich auf die Abschreibungsquote eingehen, sie zeigt die durchschnittliche Nutzungsdauer der Anlagegüter an und gibt damit auch Aufschluss über den Investitionsbedarf des Unternehmens, gerade bei Unternehmen die ihr Geschäftsmodell umbauen oder sonstige gravierende Restrukturierungen durchführen ist diese Zahl hilfreich.

 

Zur Berechnung nehmen wir die Abschreibungen auf das Anlagevermögen, dies entnehmen wir der CF Rechnung oder ggf. dem Sachanalagenspiegel.

 

(Abschreibungen auf das Anlagenvermögen) / (Anlagenvermögen) * 100

 

Wobei man für das Anlagevermögen am besten nur die Sachanlagen und Immateriellen Vermögensgegenstände nimmt.

 

= (32002) / (191395+9952) * 100 = 15,89

 

Diese Kennzahl bringt so ohne Bezug auf das Unternehmen natürlich garnix, ist aber eben in einigen Fällen doch sehr hilfreich, für den Anfänger sind solche Unternehmen aber nicht unbedingt zu empfehlen.

 

Dann haben wir gleich noch die Abschreibungsintensität, welche beschreibt wieviel Cent Vermögensverzehr mit jedem Euro Umsatz verbunden ist. Man kann sich das so vorstellen:

 

Eine Firma hat eine Maschine die Schrauben herstellt, nun ist diese Maschine auf 100 Schrauben am Tag ausgerichtet, kann aber auch höher gestellt werden. Wenn nun plötzlich 120 nachgefragt werden, so muss die Firma die Maschine höher drehen und damit steigen natürlich auch die Abschreibungen. In dem simplen Beispiel zeigt sich dann schon, dass das langfristig natürlich nur bedingt gut ist. Auf ganze Konzerne übertragen ist das natürlich schon deutlich schwerer einzuschätzen, aber es zeigt sehr schön, ab wann der Vermögensverzehr schneller als der Umsatz wächst und dann sollte man sich Gedanken machen. Wichtig ist auch, dass hier kein Branchenvergleich möglich ist. Es sollte offensichtlich sein, dass ein Maschinenbauer ein anderen Vermögensverzehr als ein Telekomkonzern hat.

 

Formel ist:

( Abschreibungen / Umsatz ) * 100

 

In Zahlen wären das also: 32002/839185 = 3,81 %

 

Die Zahlen muss man dann immer im Zusammenhang mit denen der letzten Jahre sehen.

 

Nun zur Anlageintensität:

 

Diese Kennzahl zeigt uns an, wie flexibel ein Unternehmen agieren kann, der Sinn dahinter ist klar: Hat ein Unternehmen viel Kapital im Anlagevermögen gebunden so kann es nicht so flexibel auf Marktänderungen reagieren. Dies ist natürlich nur begrenzt aussagekräftig, wenn man sich mal die Formel anschaut:

 

(Anlagevermögen / Aktiva) * 100

 

In Worten: Der Anteil des AV an der Aktiva, wenn nun aber einfach nur das UV weniger wird weil das Unternehmen nicht ins Working Capital investieren will/kann dann steigt auch der Anteil des AV. Was man sich also merken sollte: Bei sich schnell wechselnden Branchen ist es wichtig, dass man flexibel ist und damit eine gerine Anlageintensität aufweist. Die Berechnung spare ich mir, da trivial.

 

Nun ein sehr wichtigstes Thema, die Vorratskennzahlen:

 

Die Vorratsintensität sagt aus, dass sofern die Vorratspolitik unverändert bleibt, eine Erhöhung auf Absatzprobleme hinweist. Das ist auch klar wenn man sich die Formel anschaut: Nimmt der Anteil der Halb- und Fertigfabrikate an der Aktiva zu, so bedeutet dies, dass weniger abgesetzt werden konnte. Nur die Vorräte zu nehmen wäre dabei falsch, da ja dort auch die RHB- Stoffe dabei sind, die nur indirekt zum Verkauf bestimmt sind. Auf der anderen Seite muss man aufpassen, sofern Großaufträge oder sonstiges ins Haus stehen, können sich die Fertigfabrikate natürlich auch kurzzeitig erhöhen ohne das Anlass zur Sorge besteht.

 

(Halb-,Fertigfabrikate / Summe Aktiva) * 100

 

Ebenfalls wichtig ist die Erhöhung der Halb-,Fertigfabrikate zum Vorjahr, wenn diese z.B. um 5 % erhöht wurde und die Umsätze um 10 % wuchsen ist alles im Lot, ist es aber umgekehrt kann man sich schon Sorgen machen, wobei auch hier wieder genau geprüft werden muss: Expandiert das Unternehmen ggf. und braucht bald mehr Waren zum Verkaufen ? - Dann sieht die Sache schon wieder anders aus.

 

Ebenfalls wichtig ist die Umschlagshäufigkeit der Vorräte, diese werden mit folgender Formel berechnet:

 

(Materialaufwand / Durschnittliche Vorräte ) * 100

 

Die Durschnittlichen Vorräte entnimmt man der Aktiva bzw. dem Anhang, dabei ist wichtig, dass die Durschnittlichen Vorräte genommen werden. Bei einem Rückgang dieser Kennzahl erkennt man, dass die Lagerhaltung und somit die Kapitalbindung zugenommen hat. Dies belastet die Rentabilität und kann zu Abschreibungen führen.

 

In anderer Form finden wir diese Kennzahl auch oft in Form der Lagerdauer welche sich so berechnet:

 

(360 / Umschlagshäufigkeit der Vorräte)

 

Dies gibt uns nun die Lagerdauer in Tagen an. Desto geringer diese ist, desto besser. (Natürlich kann man das nicht so pauschal sagen)

 

Wann wir gerade beim Umschlagen sind, schauen wir uns gleich noch die Umschlagshäufigkeit des Kapitals an, diese Kennzahl gibt Aufschluss darüber, wie produktiv das Kapital eingesetzt wird. Je höher die Zahl, desto schneller fließt das Kapital wieder ins Unternehmen zurück.

 

(Umsatz / durchschnittliche Bilanzsumme)

 

Hier gilt ganz klar, the bigger - the better.

 

Als letzte Kennzahl für heute stell' ich euch die Kreditstruktur vor, diese zeigt das Verhältnis zwischen lang- und kurzfristigen Schulden an.

 

Kurzfristige Schulden / Langfristige Schulden

 

Hier lässt sich keine pauschale Aussage treffen, welche Finanzierung gut oder schlecht ist, dabei kommt es ganz auf das Unternehmen an.

 

Wie ihr ggf. bemerkt habt, sind die meisten der heute vorgestellten Kennzahlen eher "zweitrangig". Bei einer ersten groben Analyse braucht man auf diese nicht unbedingt eingehen, wenn man sich näher mit einem Unternehmen beschäftigt, würde ich diese aber aufjedenfall in Betracht ziehen.

 

Grüße Stairway

 

AUFGABEN:

 

Berechne für den GB 2007 folgende Kennzahlen und bewerte die Veränderung mit Bezug auf 2006: (in einem Satz jeweils)

 

  • Abschreibungsintensität
  • Vorratsintensität
  • Umschlagshäufigkeit des Kapitals
  • Anlageintensität

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Geschrieben · bearbeitet von Wave XXL

I.11: Auftragseingang und -bestand

 

Stairway hat mich gefragt, ob ich hier einen kleinen Beitrag zum Thema Auftragseingang/-bestand verfassen könnte, was ich natürlich gerne mache.

 

Ich beschäftige mich gerne mit Unternehmen, die einen Auftragseingang/-bestand ausweisen, denn diese Zahlen machen eine Prognose der zukünftigen Umsätze wesentlich einfacher. Die heutigen Auftragseingänge sind die Umsätze von morgen, von daher ist es kein gutes Zeichen, wenn ein Unternehmen unter sinkenden Auftragseingängen zu leiden hat. Es kann dann zwar in vielen Fällen aktuell noch mit Rekordergebnissen glänzen, die Umsätze von morgen werden aber diese Rekordmarken nicht erreichen können, weil die Auftragseingänge eingebrochen sind. Schön zu sehen war dies vor einem halben Jahr, als 2008 noch viele Maschinenbauer wie Krones oder Gildemeister Rekordjahre hatten, und bereits schon im ersten Quartal 2009 in die roten Zahlen gerutscht sind (Krones) oder der Gewinn fast auf null gesunken ist (Gildemeister). Wie ist das möglich, innerhalb von wenigen Monaten vom Rekordjahr zu roten Zahlen zu gelangen?

Ganz einfach: Die beiden Unternehmen hatten keine großen Auftragsbestände, dh schon bestellte Maschinen, die noch gefertigt werden müssen. Der Auftragsbestand ist also somit als wichtiger Puffer anzusehen, der gerade in einer Krise wie jetzt große Wichtigkeit hat. Unternehmen, die über keinen großen Auftragsbestand, also Puffer, verfügen, sind unmittelbar abhängig vom aktuellen Auftragseingang, leben also von der Hand in den Mund. Fällt dieser Auftragseingang schlecht aus, so muss das Unternehmen einen herben Rückgang der Umsätze hinnehmen. Ein kontrolliertes Zurückfahren der Produktionskapazitäten und der damit verbundenen Kosten ist ohne Puffer (Bestand) also nicht möglich. Das Unternehmen hat keinerlei Planungssicherheit es weiß nicht, für wie viel Umsatz es Kapazitäten bereitstellen und in welchem Umfang es die Mitarbeiterzahl reduzieren muss. Die Folgen sind meistens extrem hohe Kosten im Verhältnis zum Umsatz, da der Umsatz nicht kontrolliert heruntergefahren werden kann, sondern innerhalb kurzer Zeit stark nach unten geht. Die Kosten können aber nicht in der gleichen Zeit reduziert werden, in der der Umsatz verhältnismäßig schon längst viel tiefer liegt.

--> Vom Rekordjahr in die roten Zahlen!

 

 

 

Wichtige Kennzahlen in diesem Bereich sind:

 

 

Book-to-Bill-Ratio:

 

BB = Auftragseingang/Umsatz

 

Je höher die BB liegt, desto besser. Eine BB>1 sagt aus, dass der Auftragseingang den gegenwärtigen Umsatz übersteigt es kann also mit einem höheren Umsatz in der Zukunft gerechnet werden, vorausgesetzt, das Unternehmen hat noch Kapazitäten frei oder baut diese aus.

Eine BB<1 deutet dementsprechend auf einen sinkenden Umsatz hin. Mit sinkendem Umsatz gehen im allgemeinen Margenreduzierungen einher, dh das Unternehmen kann nicht mehr so effizient produzieren, die Maschinenstundenkosten steigen weil die Maschinen für eine höhere Produktion ausgelegt sind, als tatsächlich prozuziert wird, usw. Das Ergebnis wird also überproportional von einem Umsatzrückgang getroffen.

 

Beispiel:

 

Auftragseingang: 1200

 

Umsatz: 1000

 

BB = 1200/1000 = 1,2 --> Gutes Ergebnis, der Umsatz wird voraussichtlich anwachsen, im Idealfall auf 1200.

 

 

 

Auftragsrestbestandszeit:

 

ABZ = Auftragsbestand/Umsatz

 

ABZ*Zeitperiode(Umsatz)=Restbestandszeit

 

Diese Kennzahl ist glaub ich keine offizielle Kennzahl, doch für mich ist sie sehr wichtig. Sie gibt an, für welche Zeit der aktuelle Auftragsbestand noch ausreicht, um Umsätze auf aktuellem Niveau zu erzielen. Der Auftragseingang wird dabei nicht berücksichtigt, er wird also = 0 gesetzt. Das Ergebnis der ABZ ist ein Faktor, mit dem man die Zeitperiode, auf welcher der Umsatz bezogen ist, multiplizieren kann, um die Restbestandzeit zu ermitteln.

 

Beispiel:

 

Auftragsbestand: 5000

 

Umsatz des Jahres 2008: 4000

 

ABZ = 5000/4000 = 1,25

 

1,25*12 Monate = 15 Monate --> Solange würde der Auftragsbestand also noch reichen, wenn es keinen Auftragseingang gäbe und der Umsatz gehalten werden sollte.

 

Eine geeignete Richtgröße gibt es hier nicht, das muss jeder selbst entscheiden, was er da als gut oder schlecht betrachtet. Dazu kommt es auf den Unternehmenstyp an. Manche Unternehmen bekommen eher Großaufträge, dort ist ein großer Auftragsbestand wichtig, denn in einer Krise werden gerade da die Auftragseingänge sehr spärlich sein. Andere Unternehmen hingegen bekommen eher kleinere Aufträge, welche sie schnell bearbeiten hier ist der Auftragsbestand und die ABZ naturgemäß klein.

 

Eine Unsicherheit kommt beim Auftragsbestand noch hinzu: Stornierungen. Wenn ich einen großen Auftragsbestand habe, ist keineswegs gesagt, dass dieser auch später zu Umsatz wird. Gerade in einer Krise wie jetzt, leiden viele Unternehmen unter Stornierungen von Bestellungen, welche zum Teil erheblichen Einfluss auf den Auftragsbestand haben können. Als Beispiel kann man hier Volvo nennen, welche im 4. Quartal 2008 einen negativen Auftragseingang hatten, wenn man die ganzen Stornierungen von den Bestellungen abzieht. Wenn ein Unternehmen jetzt schon einen kleinen Auftragsbestand hat und dann auch noch eine Flut von Stornierungen dazukommt, dann sieht es sehr schlecht aus für die zukünftige Umsatzentwicklung.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch zu wissen, ob sich der Auftragsbestand nur aus den Aufträgen weniger Kunden oder nur aus Großaufträgen ergibt. Ist dem so, wird das Unternehmen von einer Stornierung oder Insolvenz des Kunden erheblich schwerer getroffen, als solche Unternehmen mit einer breit gestreuten Kundschaft.

 

Sehr wichtig ist es auch, die Auftragseingänge und bestände nach Segmenten zu betrachten.

 

Kleines fiktives Beispiel:

Viele Unternehmen verfügen über verschiedene Sparten, zB Siemens über Industrie, Energie und Medizintechnik.

Nehmen wir an, Siemens würde einen Umsatz von 100 erzielen, homogen über die drei Segmente verteilt.

Wenn Siemens einen fiktiven Auftragseingang von 100 hat und sich dieser auf die drei Bereiche 20:20:60 verteilt, so ist klar zu erkennen, dass sich im Medizintechniksegment ein großer Auftragsbestand ansammelt, während im Industrie- und Energiesegment mit sinkenden Umsätzen gerechnet werden muss. Die Folge wären massive Kostenbelastungen, denn Siemens kann ja nicht einfach die Mitarbeiter der schwachen Segmente in die starke Medizintechniksparte stecken oder in Industriefabriken plötzlich Medizintechnik produzieren, um die Maschinen auszulasten.

Die BB-Ratio des Gesamtkonzerns wäre in diesem Fall 1, man könnte also auf den ersten Blick von einem stagnierenden Umsatz ausgehen. Der Blick auf die Segmentverteilung zeigt dann aber die angesprochene Problematik.

 

Um das ganze mal in die Praxis umzusetzen habe ich hier mal ein Beispiel aus der Realität:

 

PVA Tepla 3-Monatsbericht 2009: http://www.pvatepla.com/fileadmin/pdf/Q_G_...9_PVA_Q1_dt.pdf

 

 

In der Übersicht auf Seite 2 sind schon zum Teil die erforderlichen Daten angegeben:

 

post-7239-1249233312_thumb.jpg

 

 

Die Book-to-Bill-Ratio beträgt 0,42 die Auftragseingänge des ersten Quartals würden also lediglich zur Erzielung von 42% der aktuellen Umsätze ausreichen. Also kein guter Wert hier.

 

Bei der ABZ rechnen wir wieder Auftragsbestand/Umsatz, also 129.785 / 38.634 = 3,36

 

Um die Restbestandszeit auszurechnen multiplizieren wir wieder den Faktor 3,36 mit der zeitlichen Periode, der wir den Umsatz entnommen haben, in diesem Fall 3 Monate, da es ja der Umsatz des 1. Quartals ist.

 

3,36* 3 Monate = 10,1 Monate --> Der Auftragsbestand reicht also noch, um 10 Monate lang Umsätze auf dem aktuellen Niveau zu generieren ein sehr gutes Ergebnis, welches Sicherheit gibt.

 

Auf Seite 13 des Berichts findet man die wichtigen Erläuterungen der Segmentverteilung von Auftragseingängen und beständen:

 

Es gibt die drei Segmente Industrial Systems (IS), Semiconductor Systems (SES) und Solar Systems (SOS).

 

Eine einzelne Betrachtung der drei Segmente ist sehr wichtig, aus den schon oben genannten Gründen (Die Umsätze der einzelnen Segmente stehen auch auf Seite 13):

 

IS: BB-Ratio = 4500/10854 = 0,41

 

SES: BB-Ratio = 8500/10858 = 0,78

 

SOS: BB-Ratio = 3200/16922 = 0,19

 

Während die Auftragseingänge im Segment SES also gar nicht so schlecht für die aktuelle Lage sind, kam im Bereich SOS fast gar nichts rein. Die Frage, die sich jeder Investor stellen muss: Warum? Der Bereich SES und besonders SOS wird bei PVA Tepla von Großkunden und Großaufträgen dominiert. Diese kommen unregelmäßig und machen somit eine quartalsweise Betrachtung sehr schwierig, da diese keine große Aussagekraft hat. Die niedrige BB-Ratio im Bereich IS hat jedoch vor allem konjunkturelle Gründe, da man hier den Maschinenbau beliefert. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, sich Gedanken über die Zahlen zu machen und sie nicht nur auszurechnen.

 

Auftragsbestandrestzeit:

 

IS: 21400/10854 = 1,97 --> 1,97 * 3 Monate = 5,91 Monate

 

SES: 35500/10858 = 3,27 --> 3,27 * 3 Monate = 9,81 Monate

 

SOS: 72800/16922 = 4,30 --> 4,30 * 3 Monate = 12,90 Monate

 

Während der Auftragsbestand im Bereich IS für ungefähr ein halbes Jahr reicht, reicht der Bestand im Bereich SOS für mehr als ein Jahr. Für das Gesamtunternehmen hatten wir eine Bestandszeit von 10 Monaten berechnet, diese ist aber nicht ganz korrekt, da es schon nach einem halben Jahr zu Problemen in der IS-Sparte kommen würde, wenn die Auftragseingänge ausbleiben würden. Außerdem relativiert der hohe Auftragsbestand im Bereich SOS die niedrige BB-Ratio, die es hier in Q1 zu verzeichnen gab. Es ist also ein ausreichender Puffer vorhanden. Wenn man sich vorstellt, dass PVA Tepla keinen Auftragsbestand hätte und die Umsätze laut Auftragseingang um 80% in diesem Bereich zurückgehen würden, ist nicht schwer zu erkennen, dass das Unternehmen dann richtig große Verluste einfahren würde, da die Fix-Kosten noch für annähernd 100% des Umsatz ausgerichtet wären, während man plötzlich nur noch 20% produzieren könnte. Die Fix-Kosten pro Euro Umsatz würden sich also verfünffachen.

Eine der beiden Kennzahlen (BB oder ABZ) sollte also gut sein, um sorgenfrei investieren zu können. Sind beide schlecht, so ist mit massiven Umsatzrückgängen zu rechnen.

 

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig weiterhelfen und euch zeigen, wie wichtig Auftragseingang und bestand sind.

 

Als kleine Hausaufgabe könnt ihr euch mal den 3-Monatsbericht 2009 von MAN anschauen.

Ich werde mir dann eure Lösungen anschauen und ggf verbessern.

 

http://www.man.de/MAN-Downloadgalleries/Al...9/Q1_2009_d.pdf

 

Aufgabe:

Berechne und bewerte die BB-Ratios und die ABZ für den Gesamtkonzern und die drei Segmente Nutzfahrzeuge, Dieselmotoren und Turbomaschinen.

Welche Probleme sind dem berechneten Zahlenmaterial zu entnehmen?

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Geschrieben · bearbeitet von rabie

 

Damit werden wir nun die Kennzahl "Kreditorenlaufzeit" berechnen, die Formel lautet:

 

(Verbindlichkeiten aus LuL / Materialaufwand) * 360

 

Hi Stair,

 

wir haben das Thema grad in der Vorlesung, und unser Prof. beschreibt die Kreditorenlaufzeit anders merke ich gerade... war ein paar mal nicht anwesend, aber in seinem buch beschreibt ers auch wie folgt:

Kreditorenlaufzeit = Durchschnittl. Verbindl. aus LuL. / Jahresumsatz * 360

 

Ich weiß nun nicht was falsch ist, und ehrlich gesagt verwirrt mich das ganze jetzt sehr. Kreditorenlaufzeit stellt doch eine Kennzahl zwecks Lieferanten dar ge?. Materialaufwand beschreibt doch indem fall das was mir die Lieferanten liefern und die Kennzahl beschreibt doch den Zeitraum zwischen Rechnungseingang und Bezahlung, also wie lange wir als Firma x brauchen um unsere rechnung zu zahlen.

Daher check ich nicht wieso er da Umsatz nimmt. Hast du ne Ahnung bzw kannst du mir das nochmal verdeutlichen ob ich mit meiner Ausführung richtig liege?

Ich werde den nächste Woche mal drauf ansprechen.

 

Dank dir. Beste grüße

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Geschrieben

Hi Stair,

 

wir haben das Thema grad in der Vorlesung, und unser Prof. beschreibt die Kreditorenlaufzeit anders merke ich gerade... war ein paar mal nicht anwesend, aber in seinem buch beschreibt ers auch wie folgt:

Kreditorenlaufzeit = Durchschnittl. Verbindl. aus LuL. / Jahresumsatz * 360

 

Ich weiß nun nicht was falsch ist, und ehrlich gesagt verwirrt mich das ganze jetzt sehr. Kreditorenlaufzeit stellt doch eine Kennzahl zwecks Lieferanten dar ge?. Materialaufwand beschreibt doch indem fall das was mir die Lieferanten liefern und die Kennzahl beschreibt doch den Zeitraum zwischen Rechnungseingang und Bezahlung, also wie lange wir als Firma x brauchen um unsere rechnung zu zahlen.

Daher check ich nicht wieso er da Umsatz nimmt. Hast du ne Ahnung bzw kannst du mir das nochmal verdeutlichen ob ich mit meiner Ausführung richtig liege?

Ich werde den nächste Woche mal drauf ansprechen.

 

Dank dir. Beste grüße

 

Hi rabie,

 

da hast du dir schon alles völlig richtig selbst erklärt. Die Lieferanten liefern mir das Material für den Materialaufwand. Die Kennzahl macht nach "meiner" Methode also sicher mehr Sinn. Es gibt aber keine klare Definition für Kennzahlen, d.h. der eine macht es so, der andere so. Man kann auch den Umsatz nehmen, da natürlich der Umsatz (in der Regel!) mit dem Materialaufwand schwankt. Aber genauer ist es aufjedenfall mit dem VLL/Materialaufwand.

 

Grüße

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Geschrieben · bearbeitet von Reigning Lorelai

Hi Stair,

 

wir haben das Thema grad in der Vorlesung, und unser Prof. beschreibt die Kreditorenlaufzeit anders merke ich gerade... war ein paar mal nicht anwesend, aber in seinem buch beschreibt ers auch wie folgt:

Kreditorenlaufzeit = Durchschnittl. Verbindl. aus LuL. / Jahresumsatz * 360

 

Ich weiß nun nicht was falsch ist, und ehrlich gesagt verwirrt mich das ganze jetzt sehr. Kreditorenlaufzeit stellt doch eine Kennzahl zwecks Lieferanten dar ge?. Materialaufwand beschreibt doch indem fall das was mir die Lieferanten liefern und die Kennzahl beschreibt doch den Zeitraum zwischen Rechnungseingang und Bezahlung, also wie lange wir als Firma x brauchen um unsere rechnung zu zahlen.

Daher check ich nicht wieso er da Umsatz nimmt. Hast du ne Ahnung bzw kannst du mir das nochmal verdeutlichen ob ich mit meiner Ausführung richtig liege?

Ich werde den nächste Woche mal drauf ansprechen.

 

Dank dir. Beste grüße

Also:

 

Debitorenlaufzeit:

FLL * 360 / Umsatz

Das ganze sagt dir wie lange deine Kunden brauchen um ihre Rechnungen zu bezahlen. Je länger desto schlechter, da dann ein Forderungsmanagement schlecht ist und Abschreibungen auf deine Forderungen drohen und dein Cashflow hier empfindlich gestört wird. Diese Kennzahl unbedingt im Verhältnis zum operativen Cashflow und dem WorkingCapital beobachten. Alleine isoliert ist der Informationsgehalt sehr gering.

 

JAWOHL... TD NEW ENGLAND... wurde auch Zeit! Was für ein schlechtes Spiel heute!

 

Kreditorenlaufzeit:

VLL * 360 / Materialaufwand

Warum Materialaufwand? Ganz einfach. Man geht davon aus, dass deine VLL dadurch entstehen dass du Rohstoffe, Hilfsstoffe etc. kaufst um deine Produkte herstellen zu können. Diesen Materialaufwand musst du logischerweise auch nicht gleich bezahlen. d.h. Die Kennzahl zeigt an wie lange du benötigst um deine Rechnungen zu bezahlen. In der Regel heißt es desto länger desto besser, da dein Cashflow geschont wird, aber auf der anderen Seite hast du irgendwann auch einen schlechten Ruf oder erhälst teurere Konditionen wenn du bei deinen Zahlungen nicht zuverlässig bist. Auch hier gilt dass ein großer Einfluss auf den Cashflow besteht. Auch diesen musst du ins Verhältnis zu der Kennzahl setzen.

 

Generell machen diese beiden Kennzahlen aber nur Sinn, wenn die Branche passt. Für manche Branche wie z.B. Banken oder Versicherungen kann das ganze gar nicht berechnet werden. Aber auch Branchen bei denen es berechnet werden kann macht die Anwendung nicht wirklich Sinn. Generell sollte man immer den operativen Cashflow mit dazu betrachten.

 

Viele Grüße

 

W.Hynes

 

p.s. https://www.wertpapier-forum.de/topic/14587-kennzahlenanalyse/

hier findest du eine Übersicht über wichtige Kennzahlen und entsprechende Diskussionen zu einzelnen Kennzahlen

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Geschrieben · bearbeitet von rabie

Hey,

ganz großen Dank an euch zwei für die rasche und wie immer aufschlussreiche Antwort :thumbsup:

Werd dazu Übermorgen nochmal mitn Prof quatschen.

Wünsche euch noch ein schönen Abend

 

rabie

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Geschrieben

Frage zu den Liquiditätskennzahlen:

 

Bsp. Liquidität 2

 

Die Formel die hier beschrieben wird und die ich auch immer anwende lautet ja UV - Vorräte / kurzf. Fk

 

In anderen Büchern steht zusätzlich folgende Formel:

liquide Mittel + Finanzanlagen + Forderungen bis ein Jahr / kurzf. FK

 

 

Doch, wenn ich mit dieser Formel rechne, komme ich auf ein anderes Ergebnis als wenn ich mit der ersten Formel rechne. Warum?

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Geschrieben

Frage zu den Liquiditätskennzahlen:

 

Bsp. Liquidität 2

 

Die Formel die hier beschrieben wird und die ich auch immer anwende lautet ja UV - Vorräte / kurzf. Fk

 

In anderen Büchern steht zusätzlich folgende Formel:

liquide Mittel + Finanzanlagen + Forderungen bis ein Jahr / kurzf. FK

 

 

Doch, wenn ich mit dieser Formel rechne, komme ich auf ein anderes Ergebnis als wenn ich mit der ersten Formel rechne. Warum?

 

Hi,

 

die Formeln sind de facto genau gleich. Die von mir angegeben ist aber noch etwas präziser :P , da die untere Formel unterstellt, dass das Umlaufvermögen nur aus liquiden Mittel, Wertpapieren und Forderungen besteht. Es gibt jedoch noch - je nach Unternehmen - ein paar andere Positionen im Umlaufvermögen die dann zu den Abweichungen bei dir führen. Ist das so verständlich ?

 

Grüße

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Geschrieben

Ja, danke dir :thumbsup:

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Geschrieben

So, mal noch eine Kennzahlen-Frage:

 

Gesamtkapitalrentabilität: Jahresüberschuss + Steuern + FK Zinsen / Gesamtkapital

 

oder

 

Jahresüberschuss + FK Zinsen / Gesamtkapital

 

Bei solchen Sachen bin ich dann doch immer etwas verwirrt, welche Formel ich denn da am besten hole. Warum werden denn bei der einen Formel die Steuern weggelassen? Welche der beiden Formeln sollte man am besten anwenden?

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Geschrieben

So, mal noch eine Kennzahlen-Frage:

 

Gesamtkapitalrentabilität: Jahresüberschuss + Steuern + FK Zinsen / Gesamtkapital

 

oder

 

Jahresüberschuss + FK Zinsen / Gesamtkapital

 

Bei solchen Sachen bin ich dann doch immer etwas verwirrt, welche Formel ich denn da am besten hole. Warum werden denn bei der einen Formel die Steuern weggelassen? Welche der beiden Formeln sollte man am besten anwenden?

 

Die erste macht meiner Meinung nach mehr Sinn, denn Fremdkapitalzinsen werden ja immer vor Steuern gezahlt. Ist dann eben die Gesamtkapitalrentablität vor Steuern. In der zweiten Formel vermischt du einen Gewinn nach Steuern und eine Zinsabführungen vor Steuern.

 

übrigens was setzt du für das Gesamtkapital ein?

Ich denke Gesamtkapital = Eigenkapital + verzinsliches Fremdkapital - Cash wäre sinnvoll

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übrigens was setzt du für das Gesamtkapital ein?

Ich denke Gesamtkapital = Eigenkapital + verzinsliches Fremdkapital - Cash wäre sinnvoll

 

Das Gesamtkapital ist meiner Meinung nach die Summe der Passiva ;)

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Das Gesamtkapital ist meiner Meinung nach die Summe der Passiva ;)

 

Bzw. Gesamtsumme Aktiva... :- , also ich rechne die ROI Quote: (Jahresgewinn + Zinsaufwendungen)*100/Gesamtkapital

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Das Gesamtkapital ist meiner Meinung nach die Summe der Passiva ;)

 

Bzw. Gesamtsumme Aktiva... :- ,

 

Nein, es muss die Summe der Passiva sein :D:P:lol::lol::narr:

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Das Gesamtkapital ist meiner Meinung nach die Summe der Passiva ;)

 

Bzw. Gesamtsumme Aktiva... :- , also ich rechne die ROI Quote: (Jahresgewinn + Zinsaufwendungen)*100/Gesamtkapital

 

Nicht ROI sondern GKR ;)

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Nicht ROI sondern GKR ;)

Nee, ist doch ROA... ;)

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