Chemstudent

Kaffee / Coffee

72 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Kaffee steht nun nur noch bei 1,01 USD. Ich habe heute eine spekulative Position aufgebaut.

 

In den letzten 10 Jahren war die 1$-Linie eine sehr zuverlässige Untergrenze wie dieser Chart zeigt:

https://www.finanzen.net/rohstoffe/kaffeepreis

 

Das ist freilich keine Garantie für die Zukunft, aber die Chancen stehen meines Erachtens nicht schlecht, denn erstens können sich Kaffeebauern nicht beliebig tiefe Preise erlauben (der Erntezyklus ist kurz und sie können die Produktion umstellen), zweitens ist die Nachfrage wohl vergleichsweise konstant, drittens war 2018 ein Rekodjahr der Kaffee-Ernte in Brasilien (Hauptproduktionsland) und 2019 soll das schwächere Jahr des Zweijahreszyklus' der Arabica-Bohne folgen. Zudem gab es bei der letzten Ernte quasi keinerlei Wetterprobleme, was bei Kaffee fast schon ungewöhnlich ist.

 

Um Rollverluste zu vermeiden habe ich einen Optionsschein auf den 07/19-Future gewählt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 44 Minuten schrieb ImperatoM:

Kaffee steht nun nur noch bei 1,01 USD. Ich habe heute eine spekulative Position aufgebaut.

 

In den letzten 10 Jahren war die 1$-Linie eine sehr zuverlässige Untergrenze wie dieser Chart zeigt:

https://www.finanzen.net/rohstoffe/kaffeepreis

 

Das ist freilich keine Garantie für die Zukunft, aber die Chancen stehen meines Erachtens nicht schlecht, denn erstens können sich Kaffeebauern nicht beliebig tiefe Preise erlauben (der Erntezyklus ist kurz und sie können die Produktion umstellen), zweitens ist die Nachfrage wohl vergleichsweise konstant, drittens war 2018 ein Rekodjahr der Kaffee-Ernte in Brasilien (Hauptproduktionsland) und 2019 soll das schwächere Jahr des Zweijahreszyklus' der Arabica-Bohne folgen. Zudem gab es bei der letzten Ernte quasi keinerlei Wetterprobleme, was bei Kaffee fast schon ungewöhnlich ist.

 

Um Rollverluste zu vermeiden habe ich einen Optionsschein auf den 07/19-Future gewählt.

Hallo, welchen hast du gewählt? WKN?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von ImperatoM

vor 4 Stunden schrieb huberkone:

Hallo, welchen hast du gewählt? WKN?

 

DD7PTY

Aber Vorsicht, es besteht auch eine absolut realistische Chance, dass der Schein am Laufzeitende wertlos verfällt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Am 20.8.2018 um 11:38 schrieb ImperatoM:

Kaffee steht nun nur noch bei 1,01 USD. Ich habe heute eine spekulative Position aufgebaut.

[...]

Um Rollverluste zu vermeiden habe ich einen Optionsschein auf den 07/19-Future gewählt. (DD7PTY)

 

In der Tat hat sich ein starker Positivtrend im Dezember-Future entwickelt, der auf die weiteren Futures ausstrahlt. Offenbar wird der Dezember-Kaffee gerade ziemlich knapp und Händler versuchen sich einzudecken. Ich hätte nichts dagegen, wenn sich der Trend noch eine Weile fortsetzt. Aktuell liegt der Schein bei + 57%.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 17 Stunden schrieb ImperatoM:

 

In der Tat hat sich ein starker Positivtrend im Dezember-Future entwickelt, der auf die weiteren Futures ausstrahlt. Offenbar wird der Dezember-Kaffee gerade ziemlich knapp und Händler versuchen sich einzudecken. Ich hätte nichts dagegen, wenn sich der Trend noch eine Weile fortsetzt. Aktuell liegt der Schein bei + 57%.

Glückwunsch, schöner Einstieg den ich leider verpasst habe. Kaffee ist zwar ein wesentlicher Bestandteil in meinem "daily business" aber eben nur das Getränk aus der Tasse, in meinem Markt-Screening ist er untergeordnet. 

 

Wie du richtig schreibst hätte sich ein Rollverlust noch nicht eingestellt, der Spread liegt bei ungefähr 8 Punkten (die blaue Linie ist der Juli-Kontrakt)

 

Kaffee_Oct.png

 

Statt mit einem potenziellen Rollverlust würde mich an dem Instrument aber eher der Zeitwertverfall stören. Der liegt beim 1.15er Juli-Call an der Nybot immer noch bei über -5.3% p.a. (Underlying ist der Juli-Future, der Verfall ist wie beim OS auch im Juni). Beim NYBOT-Call beträgt der Zeitwert aktuell 32.3% (0.1412 bid zu 0.1591 ask am Freitagabend). Bei deinem Schein nimmt sich die DZ Bank nochmal eine Sahnehäubchen und der Zeitwert liegt bei 39.6% - immerhin, ich hab schon wesentlich schlimmere Abzockereien gesehen, für ein Emittenten-Produkt ist das ja beinahe fair.

 

Ich würde zum Long Call noch einen 1.40$ Call verkaufen, dann würde das Konstrukt unterm Strich Zeitwert verdienen. 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 2 Stunden schrieb chaosmaker85:

Statt mit einem potenziellen Rollverlust würde mich an dem Instrument aber eher der Zeitwertverfall stören. Der liegt beim 1.15er Juli-Call an der Nybot immer noch bei über -5.3% p.a. (Underlying ist der Juli-Future, der Verfall ist wie beim OS auch im Juni). Beim NYBOT-Call beträgt der Zeitwert aktuell 32.3% (0.1412 bid zu 0.1591 ask am Freitagabend). Bei deinem Schein nimmt sich die DZ Bank nochmal eine Sahnehäubchen und der Zeitwert liegt bei 39.6% - immerhin, ich hab schon wesentlich schlimmere Abzockereien gesehen, für ein Emittenten-Produkt ist das ja beinahe fair.

 

Einem Rollverlust unterliegt der Schein ja nicht, aber der aktuell laufende Future ist am Kaffemarkt typischerweise sehr preisbestimmend für die Folge-Futures. Und wenn es eine akute Verknappung bei Kaffee gibt, kann das bei einem Februar-Future schon ganz ander aussehen. Deshalb behalte ich den Rolltermin im Auge, auch wenn er den Schein nicht direkt betrifft.

 

Zum Zeitwert: Der hängt bekanntlich insbesondere vom Restwert und der Volatilität ab (aber auch z.B. dem Zins). Es gibt eine größere Formel zur Berechnung des Zeitwertes, an die jeder BWLer "glaubt", aber meines Erachtens zu wenig hinterfragt. Es lässt sich jedoch nur der Zeitwert mit aktuellen Daten zu Zinsen und Volatilität berechnen. Ähnlich wie bei der Bewertung einer Aktie (hier ist weniger das vergangene KGV als das KGVe entscheidend) muss man aber auch beim Zeitwert eines OS die erwartete Volatilität einpreisen. Diesbezüglich nehmen Emittenten einen Risikoaufschlag, aus dem sie am Ende ihren Gewinn ziehen (da der Aufschlag höher als das durchschnittliche tatsächliche Risiko ist). Interessant ist in dem zusammenhang, dass der Zeitwert nicht linear abnimmt. OS haben bspw. am Tag vor ihrem Verfall einen deutlich höheren Zeitrestwert-pro-Tag als andere OS, die noch einen Monat oder gar ein Jahr laufen. Wenn man den OS deutlich vor Laufzeitende verkauft, kann man i.d.R. also einen überproportionalen Anteil des Zeitwertes zurückerhalten. Dementsprechend werde auch ich den OS voraussichtlich nicht bis zum Ende halten.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 10 Stunden schrieb ImperatoM:

 

Einem Rollverlust unterliegt der Schein ja nicht, aber der aktuell laufende Future ist am Kaffemarkt typischerweise sehr preisbestimmend für die Folge-Futures. Und wenn es eine akute Verknappung bei Kaffee gibt, kann das bei einem Februar-Future schon ganz ander aussehen. Deshalb behalte ich den Rolltermin im Auge, auch wenn er den Schein nicht direkt betrifft.

D'accord, es gibt ausgeprägtere Contango-Konstellationen. Von der Seite sollte dir kein Ungemach drohen. 

 

vor 10 Stunden schrieb ImperatoM:

Zum Zeitwert: Der hängt bekanntlich insbesondere vom Restwert und der Volatilität ab (aber auch z.B. dem Zins). Es gibt eine größere Formel zur Berechnung des Zeitwertes, an die jeder BWLer "glaubt", aber meines Erachtens zu wenig hinterfragt. Es lässt sich jedoch nur der Zeitwert mit aktuellen Daten zu Zinsen und Volatilität berechnen. Ähnlich wie bei der Bewertung einer Aktie (hier ist weniger das vergangene KGV als das KGVe entscheidend) muss man aber auch beim Zeitwert eines OS die erwartete Volatilität einpreisen. Diesbezüglich nehmen Emittenten einen Risikoaufschlag, aus dem sie am Ende ihren Gewinn ziehen (da der Aufschlag höher als das durchschnittliche tatsächliche Risiko ist). Interessant ist in dem zusammenhang, dass der Zeitwert nicht linear abnimmt. OS haben bspw. am Tag vor ihrem Verfall einen deutlich höheren Zeitrestwert-pro-Tag als andere OS, die noch einen Monat oder gar ein Jahr laufen. Wenn man den OS deutlich vor Laufzeitende verkauft, kann man i.d.R. also einen überproportionalen Anteil des Zeitwertes zurückerhalten. Dementsprechend werde auch ich den OS voraussichtlich nicht bis zum Ende halten.

Die Volatilität ist in den reflektierten Optionen eingepreist, die Preisstellung des Emittenten ist dagegen willkürlich. Das kostet die abgebildete KC Future-Option tatsächlich (der Multiplikator ist hier 37.5k$, nicht 10k wie im Schein). 

 

 2018-10-14 10_07_22-Clipboard.png

 

Der Zeitwert nimmt bei einer ITM Option tatsächlich recht linear ab, daher der Vorschlag den bestehenden Long Call (1.15, ITM) mit einem Short Call (OTM) zu ergänzen: der Zeitwert des Short Leg nimmt im Zeitverlauf schneller ab, du bist Theta long und die Spekulation wird an sich deutlich günstiger.

 

2018-10-15 00_02_37-ITM OTM Theta.png

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 26 Minuten schrieb chaosmaker85:

D'accord, es gibt ausgeprägtere Contango-Konstellationen. Von der Seite sollte dir kein Ungemach drohen.

Contango oder Backwardation kommen bei einem Optionsschein ja nur zum Tragen, wenn auf den neuen Future gerollt wird - das passiert aber doch bei diesem OS gar nicht. Es ist absichtlich keiner der Endlos-OS (rollierend), sondern von vornherein einer auf einen festen, entfernteren Future.

 

 

vor 26 Minuten schrieb chaosmaker85:

Der Zeitwert nimmt bei einer ITM Option tatsächlich recht linear ab, daher der Vorschlag den bestehenden Long Call (1.15, ITM) mit einem Short Call (OTM) zu ergänzen: der Zeitwert des Short Leg nimmt im Zeitverlauf schneller ab, du bist Theta long und die Spekulation wird an sich deutlich günstiger.

  0   8 kB

 

Den Teil habe ich noch nicht ganz verstanden. Ich soll einen Call shorten, d.h. leerverkaufen? Dann würde ich dort vom Zeitwertgewinn teilweise profitieren, ja. Aber wo und wie leerverkauft man einen Call? Damit habe ich mich noch nie beschäftigt, aber der Gedanke ist interessant.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 9 Stunden schrieb ImperatoM:

Den Teil habe ich noch nicht ganz verstanden. Ich soll einen Call shorten, d.h. leerverkaufen? Dann würde ich dort vom Zeitwertgewinn teilweise profitieren, ja. Aber wo und wie leerverkauft man einen Call? Damit habe ich mich noch nie beschäftigt, aber der Gedanke ist interessant.

Ja, es ist definitiv interessant. Du kannst Optionen an Terminbörsen wie der CBOE verkaufen, die Optionen auf Kaffee-Futures werden (ebenso wie die Futures selbst) an der ICE gehandelt: https://www.theice.com/products/Futures-Options/Agriculture/Coffee. Für den Marktzugang benötigst du ein Margin-Konto

 

Im skizzierten Fall kannst du einen Short Call sogar risikolos verkaufen, der Long Call gibt dir schließlich das Recht, das Underlying (also in diesem Fall den KC Juli Kontrakt) zu 1.15 zu kaufen. Der Short Call ist dadurch gedeckt: wenn du einen 1.40 Call verkaufen würdest, verzichtest du lediglich auf Preissteigerungen oberhalb des 1.40 Strikes. Da der Zeitwert bei Optionen aus dem Geld schneller verfällt als bei in-the-money, deckt die Shortseite die Haltekosten für deinen Long Call ab.

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Am 15.10.2018 um 10:21 schrieb chaosmaker85:

Ja, es ist definitiv interessant. Du kannst Optionen an Terminbörsen wie der CBOE verkaufen, die Optionen auf Kaffee-Futures werden (ebenso wie die Futures selbst) an der ICE gehandelt: https://www.theice.com/products/Futures-Options/Agriculture/Coffee. Für den Marktzugang benötigst du ein Margin-Konto

 

Im skizzierten Fall kannst du einen Short Call sogar risikolos verkaufen, der Long Call gibt dir schließlich das Recht, das Underlying (also in diesem Fall den KC Juli Kontrakt) zu 1.15 zu kaufen. Der Short Call ist dadurch gedeckt: wenn du einen 1.40 Call verkaufen würdest, verzichtest du lediglich auf Preissteigerungen oberhalb des 1.40 Strikes. Da der Zeitwert bei Optionen aus dem Geld schneller verfällt als bei in-the-money, deckt die Shortseite die Haltekosten für deinen Long Call ab.

 

So ganz problemfrei erscheint mir das aber auch nicht:

1. Benötigt man zusätzliches Kapital, das mitschrumpft, wenn der Kaffeepreis fällt.

2. Entstehen zusätzliche Transaktionskosten

3. (und vielleicht am wichtigsten):

 

Wenn der Preis plötzlich (d.h. es vergeht keine Zeit) auf exakt 1,40 klettern würde und ich hätte mich entsprechend Deines Vorschlages eingedeckt, würde der Zeitwert meines leerverkauften Short Calls ja höher liegen als er jetzt bei 1,20 liegt. Denn der Zeitwert schrumpft zwar mit der Zeit, aber er wächst, wenn er näher an den Basispreis rückt. Dadurch würde meine Rendite sinken. Ob das durch einen durch Zeitablauf steigenden Zeitwert aufgefangen wird, hängt von der Geschwindigkeit des Anstiegs ab. Daher erscheint mir das ganze ein sehr interessantes Gedankenspiel, aber dass es wirklich lohnenswert wäre, da bin ich noch nicht von überzeugt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von chaosmaker85

vor 5 Stunden schrieb ImperatoM:

 

So ganz problemfrei erscheint mir das aber auch nicht:

1. Benötigt man zusätzliches Kapital, das mitschrumpft, wenn der Kaffeepreis fällt.

2. Entstehen zusätzliche Transaktionskosten

3. (und vielleicht am wichtigsten):

 

Wenn der Preis plötzlich (d.h. es vergeht keine Zeit) auf exakt 1,40 klettern würde und ich hätte mich entsprechend Deines Vorschlages eingedeckt, würde der Zeitwert meines leerverkauften Short Calls ja höher liegen als er jetzt bei 1,20 liegt. Denn der Zeitwert schrumpft zwar mit der Zeit, aber er wächst, wenn er näher an den Basispreis rückt. Dadurch würde meine Rendite sinken. Ob das durch einen durch Zeitablauf steigenden Zeitwert aufgefangen wird, hängt von der Geschwindigkeit des Anstiegs ab.

Dein Kapitaleinsatz reduziert sich durch die vereinnahmte Prämie aus dem Short Call. Transaktionskosten sind kein Problem, mich kostet eine Future-Option zwischen 1-2$. Man muss dann eben zwei davon handeln, trotzdem vernachlässigbar.

Der Preisanstieg auf 1.4 stellt übrigens im skizzierten Fall den Maximalertrag dar: der Short Call verfällt wertlos. Wenn dies in einem kurzen Zeitfenster passiert realisierst du den Profit aus dem Call-Spread und positionierst dich mit höheren Strikes damit das Konstrukt wieder Theta long wird.

 

Zitat

Daher erscheint mir das ganze ein sehr interessantes Gedankenspiel, aber dass es wirklich lohnenswert wäre, da bin ich noch nicht von überzeugt.

Ich muss dich nicht überzeugen, mir persönlich egal. Nur als kleiner Gedankenanstoß: mit Scheinchen (long Put/long Call) bist zu gezwungen im Casino zu spielen - der statistische Erwartungswert wird nie positiv. Mit Short-Strategien kannst du hingegen selbst Casino-Betreiber werden. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Am 16.10.2018 um 18:11 schrieb chaosmaker85:

Dein Kapitaleinsatz reduziert sich durch die vereinnahmte Prämie aus dem Short Call. Transaktionskosten sind kein Problem, mich kostet eine Future-Option zwischen 1-2$. Man muss dann eben zwei davon handeln, trotzdem vernachlässigbar.

Der Preisanstieg auf 1.4 stellt übrigens im skizzierten Fall den Maximalertrag dar: der Short Call verfällt wertlos. Wenn dies in einem kurzen Zeitfenster passiert realisierst du den Profit aus dem Call-Spread und positionierst dich mit höheren Strikes damit das Konstrukt wieder Theta long wird.

 

Ich muss dich nicht überzeugen, mir persönlich egal. Nur als kleiner Gedankenanstoß: mit Scheinchen (long Put/long Call) bist zu gezwungen im Casino zu spielen - der statistische Erwartungswert wird nie positiv. Mit Short-Strategien kannst du hingegen selbst Casino-Betreiber werden. 

 

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Du weiter versucht, meinen kritischen Fragen zu antworten - die richten sich ja nicht gegen Dich, sondern helfen mir gemeinsam mit Deinen Antworten, die Konstruktion zu analysieren. Ich bin Dir bereits sehr dankbar, mich auf diese neue Idee gebracht zu haben und würde mich freuen, wenn Du meinen Gedankengang noch etwas weiterbegleitest :thumbsup:

 

So ganz durchdrungen habe ich es noch nicht, aber versuche es: Nehmen wir mal Zahlen in die Hand und an, dass ich 1000 Euro in den Kaffee-Call (A) investiert hätte. Vernachlässigen wir Transaktionskosten und Steuern. Steigt der OS um 50%, habe ich 500 Euro verdient.

 

Gemäß Deinem Vorschlag müsste ich einen höheren Call B (Basispreis 1,40) verkaufen, den ich gar nicht besitze. Dabei erhalte ich zusätzliches Kapital, das ich in Call A investieren könnte. Ich würde also bei steigenden Kursen bei Call A umso stärker vom zusätzlichen Wert bei A profitieren (auch wenn der Preis der gleichen Anzahl der billigen B-OS nur einen Bruchteil des A-OS-Preises ausmachen wird, wordurch der Effekt nicht sehr groß ist). Nehmen wir an, die B-OS würden etwa 5% des A-OS-Volumen ausmachen (ohne dass ich weiß, ob die 5% ungefähr realistisch sind, reine Schätzung), dann hätte ich dahingehend erstmal 5% mehr Gewinn. Ist das soweit korrekt? Dann würde ich als nächstes über den Effekt bei den B-OS nachdenken.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor einer Stunde schrieb ImperatoM:

 

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Du weiter versucht, meinen kritischen Fragen zu antworten - die richten sich ja nicht gegen Dich, sondern helfen mir gemeinsam mit Deinen Antworten, die Konstruktion zu analysieren. Ich bin Dir bereits sehr dankbar, mich auf diese neue Idee gebracht zu haben und würde mich freuen, wenn Du meinen Gedankengang noch etwas weiterbegleitest :thumbsup:

Keine Ursache, klar begleite ich den Gedankengang gern weiter.

 

vor einer Stunde schrieb ImperatoM:

So ganz durchdrungen habe ich es noch nicht, aber versuche es: Nehmen wir mal Zahlen in die Hand und an, dass ich 1000 Euro in den Kaffee-Call (A) investiert hätte. Vernachlässigen wir Transaktionskosten und Steuern. Steigt der OS um 50%, habe ich 500 Euro verdient.

 

Gemäß Deinem Vorschlag müsste ich einen höheren Call B (Basispreis 1,40) verkaufen, den ich gar nicht besitze. Dabei erhalte ich zusätzliches Kapital, das ich in Call A investieren könnte. Ich würde also bei steigenden Kursen bei Call A umso stärker vom zusätzlichen Wert bei A profitieren (auch wenn der Preis der gleichen Anzahl der billigen B-OS nur einen Bruchteil des A-OS-Preises ausmachen wird, wordurch der Effekt nicht sehr groß ist). Nehmen wir an, die B-OS würden etwa 5% des A-OS-Volumen ausmachen (ohne dass ich weiß, ob die 5% ungefähr realistisch sind, reine Schätzung), dann hätte ich dahingehend erstmal 5% mehr Gewinn. Ist das soweit korrekt? Dann würde ich als nächstes über den Effekt bei den B-OS nachdenken.

Disclaimer vorab, frei nach Sokrates: ich weiß, dass ich nichts weiß :-) Nichtsdestotrotz gehen wir einen kurzen Schritt zurück und schauen auf die ganze bunte Optionsschein- und Zertifikatewelt. Spreads, Aufgeld, kostenlose Marketing-Broschüren mit Börsen-"Wissen", immer noch akzeptable Gehaltsstrukturen und glitzernde Fassaden seitens der Emittenten. Auch wenn wir weniger Schießpulver haben und vielleicht eine 100 MBit Leitung aber keine High-Frequency-Maschinen besitzen fassen wir den Entschluss dass, wenn wir irgendwie mithalten wollen, die selben Handelsinstrumente nutzen sollten. Von daher: wir handeln nie(!) wieder Optionsscheine, Zertifikate. Egal was du an ihnen geschätzt hast, du kannst dir das jeweilige Szenario selbst mit börsengehandelten Instrumenten bauen. Billiger (Spreads + Transaktionskosten + Liquidität), besser (=liquider), fairer. 

 

Der "gängige" Arabica-Kaffee Future (auch der besprochene OS versucht diesen abzubilden) wird an der ICE gehandelt, früher hieß sie mal New York Board of Trade "NYBOT". Symbol KC: Physical Settlement, Handel in US$, Multiplikator 37500 pounds. Minimale Preisdifferenz 5/100 cent/lb., entspricht $18.75 per contract. Wir wollen ein Optionsgeschäft tätigen und handeln daher Optionen auf diesen Future. Käufer einer Option haben das Recht (aber nicht die Pflicht) den Future zum gewählten Strike zu kaufen (Long Call) oder zu verkaufen (Long Put). Verkäufer einer Option haben die Pflicht den Future zum gewählten Strike zu kaufen (Short Put) oder zu verkaufen (Short Call). Jede Option hat einen Zeitwertverfall, der Verkäufer profitiert davon, der Käufer zahlt sie als Carry. 

 

Wenn ich jetzt einen Call kaufe und verkaufe steht noch nicht fest ob ich steigende oder fallende Preise antizipiere: wenn ich den verkaufen Call näher am Geld platziere und einen weiter aus dem Geld liegenden Call kaufe, nehme ich direkt bei Positionseröffnung einen Credit ein. Diesen darf ich behalten wenn der Preis zum Verfall unter dem Strike des verkauften Calls liegt. In unserem Beispiel machen wir das Gegenteil: wir kaufen einen Call im Geld und verkaufen zur Finanzierung einen weiter entfernten Call. Nicht verwirren lassen, das Beispiel hat als Underyling den März Future, aktuell wird der zu 1.26 gehandelt. Der gekaufte Call hat ein Delta von 75, der verkaufte Call ein Delta von 29 (Positionsdelta: 75-29=46). Options-Fetischisten dürfen mich ob der schwammigen Aussage prügeln aber wir sind Pragmatiker und erkennen: ändert sich der Kaffee-Future zum Betrachtungszeitpunkt um 1$, geht unser Konstrukt diese Bewegung um 46 cent mit. Oder auch: die Wahrscheinlichkeit dass der Long Call zur Fälligkeit im Geld liegt (das wollen wir) liegt bei 75%, die Wahrscheinlichkeit dass der Short Call im Geld liegt liegt bei 29%. Der Short Call begrenzt unseren Gewinnraum nach oben, tut aber nicht weiter weh (=Wir haben das Recht den Kaffee Future zu 1.15 zu kaufen und die Pflicht zu 1.40 zu verkaufen). 

 

Aktuell würde das Konstrukt 0.106$ im KC Future kosten, also 0.106*37500$=3975$. Das ist unser Maximalverlust wenn der Future zum Verfall unterhalb des Long Call, also unter 1.15 gehandelt wird. Unser Maximalertrag liegt bei dem Strike-Abstand der beiden Optionen abzüglich der bezahlten Prämie: 1.4-1.15-0.106=0.144=5400$. Okay, der Maximalgewinn ist höher als der Verlust aber das haut uns nicht vom Hocker. Es ist eine Mindestanforderung. Der wesentliche Unterschied zum reinen Long-Trade ist der folgende: der Zeitwert des Short Calls baut sich schneller ab als der des Long Calls. Wir lassen uns für die Wartezeit vom Markt bezahlen und zwar im konkreten Fall mit immerhin 2$ je Tag (-10$ täglicher Zeitwertverlust im Long Call, +12$ täglich aus dem Short-Leg).

Die skizzierte Linie im Diagramm zeigt das G&V Diagramm mit Szenario 8. Februar 2019 (=Fälligkeit der Optionen). 

 

Die impl. Volatilität ist gar nicht schlecht im /KC, allerdings gerade etwas überkauft. Ich warte noch etwas ab und werde den Trade in der Form auch nicht aufsetzen. Ich würde stattdessen einen Put verkaufen und prozyklisch rollen. 

 

2018-10-18 18_01_46-IB Risk Navigator(SM)_ What-If Portfolio _.png

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Vielen Dank für die ausführliche Darstellung, ich will mich unbedingt noch vernünftig damit befassen, komme aber aktuell nicht dazu. An den Börsen geht es ja gerade richtig rund - und im politischen Hintergrund erst recht.

 

Den Kaffee-Call habe ich heute übrigens mit +103% verkauft. Das war ein sehr schönes Geschäft, gerade im aktuellen Umfeld einbrechender Kurse. Am Sonntag sind Wahlen in Brasilien (dem größten Kaffeproduzenten der Welt). Danach kann mit dem Preis so ziemlich alles passieren - und an dieser Spekulation möchte ich nicht teilnehmen.

 

Auch, wenn ich mich sicherlich etwas ärgern werde, wenn der Kurs Montag nochmal deutlich höher stehen würde... ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

 

Am 26.10.2018 um 18:18 schrieb ImperatoM:

 

Den Kaffee-Call habe ich heute übrigens mit +103% verkauft. Das war ein sehr schönes Geschäft, gerade im aktuellen Umfeld einbrechender Kurse. Am Sonntag sind Wahlen in Brasilien (dem größten Kaffeproduzenten der Welt). Danach kann mit dem Preis so ziemlich alles passieren - und an dieser Spekulation möchte ich nicht teilnehmen.

 

Auch, wenn ich mich sicherlich etwas ärgern werde, wenn der Kurs Montag nochmal deutlich höher stehen würde... ;)

Glückwunsch zum realisierten Profit, heute ist der Kaffee Future knapp 4% im Minus:thumbsup:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Am 29.10.2018 um 18:33 schrieb chaosmaker85:

Glückwunsch zum realisierten Profit, heute ist der Kaffee Future knapp 4% im Minus:thumbsup:

 

Danke, kurzfristig war das wirklich ein tolles Geschäft. Mittlerweile hat sich der Preis aber sogar erholt - am besten wäre ich Mittwoch wieder eingestiegen. Diese starken kurzfristigen Schwankungen wirken auf mich allerdings ziemlich irrational und kaum prognostizierbar. Sollte sich mal wieder eine richtig klare Gelegenheit ergeben, nehme ich gerne auch künftig mal einen Verdoppler mit - und bis dahin hab ichs dann hoffentlich auch geschafft, mich mehr mit den Futures zu beschäftigen.

 

Schönen Wochenstart!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von Schildkröte

Ich bin mir nicht sicher, inwieweit das für andere (Industrie-)Länder repräsentativ ist. Aber hier ein Abriss vom manager magazin darüber, dass der Kaffeekonsum in Deutschland (bei jüngeren Leuten) rückläufig ist. Das mm beruft sich dabei auch auf den Kaffee-Report 2018 von Tchibo. Gleichwohl sollte das kein Grund zur Beunruhigung sein. Herkömmlicher Kaffee wird in Deutschland eh überwiegend im Angebot gekauft (ähnlich wie bei Bier). Für Kaffee to go, Kaffeepads, Fair Trade - Kaffee etc. wird hingegen tiefer ins Portemonnaie gegriffen. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 21 Stunden schrieb Schildkröte:

Ich bin mir nicht sicher, inwieweit das für andere (Industrie-)Länder repräsentativ ist. Aber hier ein Abriss vom manager magazin darüber, dass der Kaffeekonsum in Deutschland (bei jüngeren Leuten) rückläufig ist. Das mm beruft sich dabei auch auf den Kaffee-Report 2018 von Tchibo. Gleichwohl sollte das kein Grund zur Beunruhigung sein. Herkömmlicher Kaffee wird in Deutschland eh überwiegend im Angebot gekauft (ähnlich wie bei Bier). Für Kaffee to go, Kaffeepads, Fair Trade - Kaffee etc. wird hingegen tiefer ins Portemonnaie gegriffen. 

Immer diese jungen Leute - kaufen weniger Autos, saufen weniger (angeblich auch Kaffee?) und handeln Cryptos:P Aber keine Sorge, der Weltkaffeekonsum wurde die letzten Jahre konstant gesteigert, siehe Tabelle (Quelle: USDA). Daran sieht man auch dass die (preisbeeinflussende) Action sich weniger auf der Nachfrage- sondern eher auf der Angebotsseite abspielt.  

 

2018-11-06 19_40_07-coffee.pdf.png

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Solange in Indien und China noch so wenige Menschen Kaffee trinken, mache ich mir wegen ein paar máte-trinkenden Hippster auch wenig Sorgen um die Kaffee-Nachfrage ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Nachdem ich über diesen Thread hier drauf aufmerksam geworden bin verfolge ich hin und wieder die Entwicklung des Kaffeepreis. Meist auf ariva

https://www.ariva.de/kaffee_nybot-kurs/chart

Ich gehe davon aus, dass der Chart immer den "aktuellen" Future abbildet, und nach dessen Expiry dann in den nächsten rollt.

Der Dezember Future läuft laut ICE (https://www.theice.com/products/15/Coffee-C-Futures/expiry) am 18. Dez. aus. Allerdings scheint avira schon gestern vom Dez18 auf den März19 Future umgestellt zu haben. Da Kaffee aktuell (vermutlich immer?) im Contango ist, ziegt ariva einen aktuellen Tagesgewinn von ca. 2,5% an, ICE weist aber eine (tatsächliche) Kursentwicklung von ca. -0,3% aus.

 

Gibt es einen Grund weshalb ariva schon heute scheinbar von Dez18 auf Mar19 gewechselt hat?

Was passiert denn mit z.B. Ko-Zertifikaten welche Kaffee (XD0016549160) als underlying haben. Wie verhält sich so ein Zertifikat am Rolltermin?

Am 7.11.2018 um 13:30 schrieb ImperatoM:

Solange in Indien und China noch so wenige Menschen Kaffee trinken, mache ich mir wegen ein paar máte-trinkenden Hippster auch wenig Sorgen um die Kaffee-Nachfrage ;)

Mate trinkende Hipsters? Mag sein, aber Kaffee ist doch ebenso seit einiger Zeit hip as shit. Stichwort 3rd Wave of Coffee: https://en.wikipedia.org/wiki/Third_wave_of_coffee

Aber vermutlich sind diese Mengen an hochqualitativem Kaffee zu klein und eher vom Weltmarktpreis entkoppelt.?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

 

vor 2 Stunden schrieb uang:

Was passiert denn mit z.B. Ko-Zertifikaten welche Kaffee (XD0016549160) als underlying haben. Wie verhält sich so ein Zertifikat am Rolltermin?

 

Das steht im jeweiligen Emissionsprospekt und kann unterschiedlich sein. In Contango-Situationen verlierst Du aber grundsätzlich Geld durchs Rollen.

 

vor 2 Stunden schrieb uang:

Mate trinkende Hipsters? Mag sein, aber Kaffee ist doch ebenso seit einiger Zeit hip as shit. Stichwort 3rd Wave of Coffee: https://en.wikipedia.org/wiki/Third_wave_of_coffee

Aber vermutlich sind diese Mengen an hochqualitativem Kaffee zu klein und eher vom Weltmarktpreis entkoppelt.?

 

Jo, da geht es dann ja eher um Liebhaberpreise und Spezialmärkte, aber weit entkoppelt vom Weltmarktpreis.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden