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Fleisch

Investkredit Bank AG

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Fleisch

Investkredit Bank AG

 

Da wir noch kein Thema zum Papier haben und ich das durchaus interessant finde, zumindest auf den ersten Blick, würde ich gerne das Papier zur Diskussion stellen.

 

Die Investkredit wird dieses Jahr mit der ÖVAG verschmolzen, so dass ab 2012 für die Bank die gemeinsame Bilanz aus 2011 gelten wird. Die ÖVAG bietet ebenfalls interessante Papiere an, die hier im Forum bereits diskutiert werden. Hier erstmal die Bedingungen der Investkredit

 

Fälligkeit unendlich

Kündigungsmöglichkeiten vierteljährlich zum Zinszahlungstermin

Ausgabedatum 28.11.2002

Nominalzinssatz 3M+165 BP

Stückelung 1.000,00

Anleihevolumen 50 Mio.

Kupon-Art Variabel

Zinszahlung 3 Monate

Zinstermin 31.03., 30.06, 30.09, 31.12

Emittent Investkredit Funding

Sitz Emitt. Jersey

Währung EUR

ISIN DE0009576108

WKN 957610

 

Prospekt: IK Funding Ltd._DE0009576108 Prospectus.pdf

 

Der Schein ist nicht kummulativ, wie üblich nachrangig und hat eine (theoretisch) unendliche Laufzeit.

 

Problematisch ist das relativ geringe Emissionsvolumen im Hinblick auf die Liqudität des Papieres. Aufgrund der weiter geplanten Rückkehr zur Profitabilität der ÖVAG und folglich auch der verscmolzenen Investkredit dürfte sich hier eine interessante Möglichkeit ergeben um bei steigenden Zinsen auch dabei zu sein. Bei einer kalkulierten Laufzeit des Papiers bis 31.12.2020 sieht dann so aus:

 

Investkredit 12,50 % p.a.

 

Der Schein ist eine Alternative zum ÖVAG 10 %-Tier. Letzlich bietet sich bei der INvestKredit die Möglichkeit an Leitzinsanpassungen teilzuhaben, jedoch bei deutlich geringerem Kupon als der ÖVAG. Die ÖVAG bietet mit 10 % Kupon bei Wiederaufnahme der Zinszahlung natürlich eine deutlich attraktiveren CY. Was die Renditen bis zur (theoretischen) Fälligkeit angeht, so liegen diese jedoch nicht so weiter auseinander. Ich würde mich über Rückmeldungen von euch freuen

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Nixda

Nachdem lt. BB das Papier heute zu 10 angeboten wurde habe ich mal einen Blick in den Prospekt geworfen.

 

Problematisch scheint mir insbesondere der Bezug auf den Bilanzgewinn anstatt auf den JÜ als Voraussetzung für die Zinszahlung zu sein. Wenn man speziell nach einer Fusion der IK mit der ÖVAG die dann vorhanden Verlustvorträge, anstehende Rückstellungsverpflichtungen, EK Erhöhungen aus Basel III, Partizipationskapitalrückzahlungen usw. usf. mal ausmalt, dann ist gar nicht abzusehen, wann auf das Papier evtl. mal Zinsen gezahlt werden könnten. Und da es auch noch unendlich läuft, ist auch keine Rückzahlung absehbar.

 

Dann doch lieber den 10-Prozenter von der ÖVAG.

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bb_florian
Die ÖVAG bietet mit 10 % Kupon bei Wiederaufnahme der Zinszahlung natürlich eine deutlich attraktiveren CY. Was die Renditen bis zur (theoretischen) Fälligkeit angeht, so liegen diese jedoch nicht so weiter auseinander.

 

Ich halte beide Aussagen für falsch (unter der Annahme, dass 957610 zu einem ÖVAG-Tier1 mutiert und nicht zu einem LT2, wie von NNZ thematisiert):

ÖVAG 10% (WKN A0TUQG) hat bei Kurs 36% eine CY von 27,8%; 957610 gibt bei einem Kurs von 10% die selbe CY bei einem 3M-Euribor 1,13%. Das stimmt jetzt nicht exakt, aber wenn man eine Erwartung an den 3M-Euribor hat, die im Durchschnitt über 1,13% liegt, dann ist die CY von 957610 höher.

Fälligkeit: Der ÖVAG 10% könnte irgendwann gecallt werden, weil 10% doch ziemlich viel sind (Basel III); dagegen ist beim 957610 der Kupon so niedrig, dass dieser Bond ggf. einfach gar nie gecallt wird. Von daher könnte YTM von ÖVAG 10% höher sein.

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Torman

Hier wird es nun wieder spannend. Die Investkredit wird rückwirkend auf die ÖVAG verschmolzen. Dabei müssen auch in Österreich gleichwertige Rechte gewährt werden. Da die Investkredit im Gegensatz zur ÖVAG bis zuletzt profitabel war und ihre T1 Anleihe bedient hat, müsste hier eigentlich eine Speziallösung ala Depfa GS kommen.

 

§220 AktG

 

(2) Der Vertrag oder dessen Entwurf muß mindestens folgenden Inhalt haben:

 

6. die Rechte, welche die übernehmende Gesellschaft einzelnen Aktionären sowie den Inhabern von Vorzugsaktien, Schuldverschreibungen und Genußrechten gewährt, oder die für diese Personen vorgesehenen Maßnahmen;

 

§226 AktG

 

(3) Den Inhabern von Schuldverschreibungen und Genußrechten sind gleichwertige Rechte zu gewähren oder die Änderung der Rechte oder das Recht selbst angemessen abzugelten.

http://www.jusline.at/Aktiengesetz_%28AktG%29_Langversion.html

 

 

 

Österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG), Deutsche Zentral-Genossenschaft, Ergo Versicherung AG, Raiffeisen Zentralbank AG, Österreichische Volksbanken Holding eGen, Volksbanken und Republik Österreich einigten sich auf eine gemeinsame Vereinbarung zur nachhaltigen Stabilisierung der ÖVAG.

 

Die Vereinbarung enthält folgende wesentliche Punkte:

 


  •  
  • Investkredit wird rückwirkend zum 31.12.2011 mit der ÖVAG verschmolzen.
  • Zustandekommen einer Verbundbank nach dem neuen § 30a BWG, der noch vom National- und Bundesrat beschlossen werden muss.
  • Die DZ Bank, die Ergo, die RZB, der Österreichische Genossenschaftsverband, die Volksbanken Holding werden einem Kapitalschnitt mit Wirkung zum 31.12.2011 zustimmen und stellen sicher, dass der Bund mit seinem Partizipationskapital mit nicht mehr als 70% herabgesetzt wird.
  • Mit dieser Kapitalherabsetzung wird gleichzeitig eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von rund 480 Mio. verbunden. Die Kapitalerhöhung wird durch die Republik Österreich in Höhe von EUR 250 Mio. und durch die österreichischen Volksbanken in Höhe von mindestens EUR 230 Mio. vorgenommen. Die Volksbanken werden weiterhin Mehrheitseigentümer der ÖVAG bleiben.
  • Asset-Garantie (Bürgschaft) der Republik Österreich in Höhe von von 100 Mio. Die ÖVAG leistet dafür ein Haftungsentgelt von 10% ab Bedingungseintritt der rechtsverbindlichen Beschlussherstellung der Volksbanken zur Verbundbank nach § 30a BWG und mit Wirksamkeit bis maximal 31.12.2017.
  • Die Volksbanken verpflichten sich zur Sicherstellung und Leistung des Haftungsentgeltes für die vom Bund zu Gunsten der ÖVAG abgegebene Asset-Garantie. Des weiteren stellen die Volksbanken die Rückzahlung des Partizipationskapitals des Bundes aus der Emission 2009 nach Kapitalherabsetzung zum 31.12.2011 sicher.
  • Vorlage eines Restrukturierungs- und Sanierungskonzepts durch den Vorstand der ÖVAG.
  • Zur Kapitalstärkung der ÖVAG ist die RZB AG bemüht, die Veräußerung der von der ÖVAG gehaltenen Anteile bestmöglich zu unterstützen und verpflichtet sich jedenfalls durch Umsetzung geeigneter Maßnahmen adäquate Liquiditäts- und Eigenkapitalwirkungen sicher zu stellen.
  • DZ Bank und ERGO verpflichten sich, ihre im ÖVAG-Konzern gehaltene Liquidität bis auf weiteres zu belassen. Dies betrifft insbesondere die Refinanzierung der VB Romania sowie der VB Leasing International durch die DZ Bank. Zudem übernimmt die DZ Bank ein Portfolio im Ausmaß von EUR 400 Mio. RWA der Filiale Frankfurt der Investkredit.

http://www.volksbank.com/investor_relations/news/ad_hoc_meldungen

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kraftfutter

Hier wird es nun wieder spannend. Die Investkredit wird rückwirkend auf die ÖVAG verschmolzen. Dabei müssen auch in Österreich gleichwertige Rechte gewährt werden. Da die Investkredit im Gegensatz zur ÖVAG bis zuletzt profitabel war und ihre T1 Anleihe bedient hat, müsste hier eigentlich eine Speziallösung ala Depfa GS kommen.

 

 

Gesamtvolumen der WKN 957610: 1 Peanut (50 Mio.).

 

Bleibt die Frage, ob dies die faire Behandlung seitens der ÖVAG fördert

oder

mangels Masse niemand sein Recht einklagen wird.

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Torman

Eventuell spielt auch eine Rolle, wo die Papiere liegen. 2002 war die Investkredit noch eine Gemeinschaftsbank aller Banksektoren in Österreich. Hier die Aktionärsstruktur aus dem GB 2002:

 

BA/CA-Gruppe 26,7 %

BAWAG/P.S.K.-Gruppe 21,3 %

RZB 15,5 %

Erste Bank 11,3 %

Wiener Städtische 7,4 %

ÖVAG 3,4 %

Sonstige Banken 1,3 %

Streubesitz, insbesondere

Industrieunternehmen 13,1 %

 

Das Papier wurde von der HVB wohl komplett an österreichische Kunden der BA/CA verkauft.

 

München, 28.10.2002 - Die HVB bringt als Lead Manager für die Investkredit Funding Ltd, Jersey, Schuldverschreibungen (WKN 957610) mit einem Volumen von bis zu 100 Mio. Euro an den Markt; die Papiere werden über die Bank Austria Creditanstalt hauptsächlich österreichischen Privatanlegern angeboten.

http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&r=107766

 

Damit dürfte bei den Volksbanken und ihren Kunden nichts liegen, was sicher erstmal negativ ist.

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