Savini

Fuchs Petrolub

  • DE0005790430
444 posts in this topic

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...

@hugolee

Solange das operative Geschäft nicht leidet, kann dir doch der Kurs egal sein. Ich denke du wolltest ja eh nie verkaufen. So hatte ich das verstanden.

 

Ich werde auch nicht verkaufen, aber ein Blick ins Depot würde dann unheimlich schmerzen :'(

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Hier herrscht relativ große Stille, mal schauen, ob noch jemand den Titel verfolgt bzw, im Depot hält.

 

Bin hier heute das erste Mal darauf gestoßen, die Zahlen sehen eigentlich recht vielversprechend aus, vor allem die stabile Entwicklung.

Die sportliche Bewertung steht dem dann allerdings gegenüber...

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Wenn hier über eine Aktie wenig geschrieben wird, ist das ein guter Kontraindikator. Wie Du finde ich: die Aktie ist derzeit zu teuer.

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Am 26.10.2015 um 10:45 schrieb hugolee:

TENBAGGER - FUCHS PETROLUB

 

 

Vor fast genau 7Jahren habe ich die Position gekauft zu einem Einstandspreis von 4,35Euro.

Aufgrund der Abgeltungssteuer-Freiheit habe ich diese Postion behalten (in guten wie in schlechten Zeiten)

Ok, bei der Position gab es eigentlich nur gute Zeiten :D

In dieser Zeit gab es 2 Aktiensplits. Heute habe ich dadurch die 6fache Aktienanzahl im Depot liegen, als zum Kaufzeitpunkt.

 

WPF - FP 2008-2015.png  0   29 kB

Hier mal die Entwicklung seit der letzten sieben Jahre, also fast seit meinem Kauf.

 

WPF - FP 2005-2015.png  0   30 kB

Wenn man sich die letzten 10Jahre anschaut, dann hab ich mit meinem Kauf fast exakt den Tiefpunkt getroffen.

 

Ich bleibe weiterhin investiert :thumbsup:

hugolee

p.s.: Stichwort TENBAGGER - Die Definition ist nicht ganz klar. Es wird geschrieben, von Wert-Verzehnfachung (900%) oder auch Zehnfacher Wertzuwachs (1000%)

Ich liege aktuell ca. 920% im PLUS. Wenn die 100% überschritten sind, werd ich mich nochmal melden...nur zur Vollständigkeit :)

 

Habe eben mal kurz in mein Depot geschaut, was ich bei Fuchs wirklich nur selten mache, obwohl es die größte Position in meinem Depot ist.

Die 1000% lassen noch etwas auf sich warten, aber 950% sind aktuell auch ok. :-)

 

Kurze Beschreibung meiner Einschätzung (nicht fundiert, reines Bauchgefühl).

In einem Monat ist Hauptversammlung, da freue ich mich auf ne nette Zahlung, auch wenn das Unternehmen mehr aus der Ausschüttung machen würde, wenn sie einbehalten würde... egal.

Ich denke, dass es bald wieder etwas gedämpfter weiter geht.

Zwischen dem Bereich 40-50Euro sollte es im nächsten halben Jahr weiter gehen, ob dann nochmal ne kleine Rakete gezündet wird ist fraglich.

 

Ich freue, mich, dass ich in so ein tolles Unternehmen investiert habe und die Anteile zwischenzeitlich nicht veräußert habe.

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Zusammengefasst: Alles richtig gemacht! :thumbsup:

 

Und da sag noch einer, buy & hold lohnt nicht.

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Fuchs Petrolub schraubt Gewinnerwartung zurück.

 

Geringere Wachstumsraten in Aussicht.

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Zitat

Umsatz und Ertrag
FUCHS ist im Geschäftsjahr 2018 erneut stark organisch gewachsen (+7%). Der Konzernumsatz stieg auf 2,6 Mrd. EUR (2,5) und liegt damit 4% bzw. 94 Mio EUR über dem Rekordumsatz des letzten Jahres. Währungseffekte wirkten sich mit -3% negativ auf das Umsatzwachstum aus.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf 383 Mio EUR (373) und enthält einen Sondereffekt in Höhe von 12 Mio EUR aus der Veräußerung einer at Equity Beteiligung. Der im Verhältnis zum Umsatz unterproportionale Ergebniszuwachs ist sowohl auf die planmäßig gestiegene Kostenbasis als auch auf höhere Rohstoffkosten zurückzuführen. Das Ergebnis nach Steuern stieg durch eine niedrigere Steuerlast überproportional um 7% auf 288 Mio EUR (269). Je Stamm- bzw. Vorzugsaktie beträgt das Ergebnis 2,06 EUR (1,93) bzw. 2,07 EUR (1,94).

Umsatz und Ertrag der Regionen
FUCHS ist in allen Weltregionen gewachsen. In Europa legten nahezu alle Gesellschaften zu, so dass die Region ihren Umsatz um 2% auf 1.546 Mio EUR (1.515) steigerte. In Deutschland schwächte sich das Wachstum im Jahresverlauf ab. Das EBIT liegt, auch durch die Veräußerung einer at Equity Beteiligung, mit 192 Mio EUR (175) über Vorjahr.

Die Region Asien-Pazifik, Afrika ist organisch um 11% gewachsen. Aufgrund einer verringerten Nachfrage im Automobilsektor schwächte sich die sehr erfreuliche Entwicklung in China in der zweiten Jahreshälfte deutlich ab. Unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte (-4%) bei der Umrechnung in die Konzernwährung Euro stieg der Umsatz der Region um 7% bzw. 50 Mio EUR auf 783 Mio EUR (733). Das EBIT blieb mit 121 Mio EUR (128) unter Vorjahr, insbesondere durch einen Rückgang beim at Equity Ergebnis sowie durch ungünstige Währungseffekte.

In der Region Nord- und Südamerika stieg der Umsatz im Berichtsjahr um 4% auf 409 Mio EUR (393). Dem organischen Wachstum von 13% stand ein negativer Währungseffekt von -9% gegenüber. Das EBIT der Region liegt aufgrund ungünstiger Wechselkurseffekte mit 59 Mio EUR (61) unter Vorjahr.

Cashflow
Die Investitionen stiegen im Jahr 2018 planmäßig weiter auf 121 Mio EUR (105) an und erreichten einen neuen Höchstwert. Trotz deutlich gestiegener Investitionen und weiterhin hoher Mittelbindung aufgrund höherer Vorratsbestände lag der Freie Cashflow vor Akquisitionen mit 147 Mio EUR (142) auf Vorjahresniveau.

Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2018 waren im FUCHS-Konzern 5.446 (5.190) Mitarbeiter beschäftigt. Die Gesamtbelegschaft stieg gegenüber dem Vorjahr um 256 Personen oder 5%.
Die Region Asien-Pazifik, Afrika wuchs um 89 und die Region Europa um 124 Mitarbeiter. In Nord- und Südamerika waren zum Stichtag 43 Mitarbeiter mehr beschäftigt als zum 31. Dezember 2017.

Dividende
Vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats am 19. März 2019 beabsichtigt der Vorstand der FUCHS PETROLUB SE der Hauptversammlung, die am 7. Mai 2019 stattfinden wird, eine Dividende von 0,95 EUR je Vorzugsaktie und 0,94 EUR je Stammaktie für das Geschäftsjahr 2018 vorzuschlagen. Dies entspricht einer Erhöhung um 4%.

Ausblick und vollständige Zahlen
Für das Jahr 2019 erwartet FUCHS weiteres Umsatzwachstum sowie ein EBIT unter dem vergleichbaren Vorjahreswert (371). Der Sonderertrag des Jahres 2018 lässt sich nicht wiederholen und die auch 2019 anhaltend hohen Investitionen in Werke, IT, F&E und nicht zuletzt Mitarbeiter führt zu stärkeren Kosten- als Ertragssteigerungen. Die publizierten Zahlen sind vorläufige Zahlen. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 und den vollständigen Ausblick für das Jahr 2019 wird der FUCHS-Konzern am 20. März 2019 veröffentlichen.

Quelle: finanzen.net

 

Die Aktie ist derweil heute um -7,5% abgesackt.

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Fuchs Petrolub mit weniger starken Gewinnrückgang als befürchtet

 

MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub hat dank seines Sparkurses seinen deutlichen Gewinnrückgang etwas abbremsen können. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank in den ersten neun Monaten um 17 Prozent auf 246 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Mittwoch in Mannheim mitteilte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 176 Millionen Euro. Das war weniger als ein Jahr zuvor. Die Erlöse stagnierten mit 1,95 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Mit seinen Kennziffern übertraf Fuchs Petrolub die Erwartungen der Analysten.

 

"Damit fielen die Rückgänge weniger stark aus als noch im Juli befürchtet", sagte Unternehmenschef Stefan Fuchs laut Mitteilung. Vor diesem Hintergrund konkretisiere Fuchs Petrolub die Ziele für das Gesamtjahr 2019 und erwarte Umsatz und Ebit am oberen Ende der Prognose. Die Ziele für das Gesamtjahr hatte der im MDax notierte Konzern bei Vorlage der Halbjahreszahlen im Sommer zusammengestrichen. Fuchs Petrolub erwartet demnach einen Rückgang beim operativen Ergebnis (Ebit) um 20 bis 30 Prozent. Der Umsatz soll um bis zu drei Prozent zurückgehen

 

:thumbsup:schöner Kurssprung heute.

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Posted · Edited by JustLuckNoSkill

Das nächste Unternehmen von meiner To-Do-Liste mit dem ich mich beschäftigt habe, ist die Fuchs Petrolub.

 

Ich muss zugeben, dass ich seit langem nicht mehr so viele Wortspiele mit „geschmiert“ und „reibungslos“ gelesen habe… aber kommen wir zur Analyse!

 

 

Unternehmensstruktur

 

Die Fuchs Petrolub SE ist eine Holding, die Anteile an insgesamt 58 operativen Gesellschaften hält von denen 53 im Ausland tätig sind. Vor allem über die letzten Jahrzehnte wurde in neue Märkte expandiert und bestehende Produktionsstandorte ausgebaut, sodass inzwischen in 33 verschiedenen Ländern vor Ort produziert wird.

 

Die Struktur der Holding stellt sich wie folgt dar: Die Muttergesellschaft hält 100 Prozent der meisten Gesellschaften, welche wiederum ihre Gewinne per Dividende an den Anteilseigner abführen. Die Muttergesellschaft besteht praktisch nur aus Eigenkapital, welches abermals aus Anteilen an den Beteiligungen, Forderungen gegen Verbundene Unternehmen und Liquiden Mitteln besteht.

 

Fuchs ist mehrheitlich in Familienbesitz in dritter Generation. Die Familie hält 54 Prozent der Stammaktien. Seit 2004 hat Stefan Fuchs die Rolle Vorstandsvorsitzenden inne. Im Zuge der Analyse konnte ich einige interessante Artikel und Interviews mit Stefan Fuchs entdecken und einen guten ersten Eindruck von ihm Gewinnen. Aus meiner Sicht ist er ein sehr intelligenter und vorausschauend handelnder CEO, der am langfristigen Wohl seines Unternehmens interessiert ist. Unter seiner Führung wurde die Expansion in neue Märkte, der Schuldenabbau und Spezialisierung der Produktpalette erfolgreich fortgesetzt. Der Einfluss der langfristig ausgerichteten Gründerfamilie wird aus meiner Sicht relativ schnell deutlich, wenn man sich die Zielsetzungen und Investitionsprogramme der letzten Jahre anguckt.

 

Neben der Familie als Hauptaktionär befinden sich 5,2 Prozent der Stammaktien seit 2003 im Besitz von DWS-Investment und weitere 5 Prozent seit Januar im Besitz der Mawer Invested Ltd. aus Kanada. Diese haben bis jetzt jedoch nicht (öffentlich) versucht aktiv Einfluss auf die Entscheidungen der Gründerfamilie zu nehmen.

 

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Aktuell ist Fuchs Petrolub in 45 Ländern aktiv und hat weltweit über 100.000 Einzelkunden. Dabei ist es von Vorteil, dass der Anteil einzelner Kunden die Zwei-Prozent-Marke nicht übersteigt. Somit herrscht geringe Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Unternehmen und auch die Verhandlungsmacht des Kunden ist beschränkt. Die Zusammensetzung der Kundensektoren ist wie folgt:

 

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Hier wird die hohe Abhängigkeit von wenigen zyklischen Sektoren deutlich. Verstärkt wird dieses Bild, wenn man sich die Umsatzstruktur des Konzerns nach Produktgruppen anguckt.

 

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Besonders hervorzuheben wäre hier der Umsatz-Anteil von 45 Prozent der Automotive-Branche. Hier ist man zwar auf die verschiedenen Anbieter diversifiziert und dennoch gleichzeitig stark abhängig von den Entwicklungen auf diesem Gebiet. So wird vor allem aufgrund der aktuellen Lage in der Automobilbranche für das laufende Jahr ein EBIT prognostiziert, welches 20 Prozent unter dem des Vorjahres liegt. Hier ist jedoch das Geschäftsmodell von Fuchs Petrolub von Vorteil, da die Automobilindustrie oftmals trotz Schwächephase kaum auf Schmierstoffe verzichten kann.  


Auch regional ist Fuchs Petrolub relativ gut diversifiziert und treibt stetig die weitere Expansion voran. Diese erscheint notwendig, wenn man einen Blick auf die Entwicklung des Schmierstoffbedarfs der einzelnen Regionen wirft.

 

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Auf den ersten Blick wirkt obige Tabelle zunächst ernüchternd, jedoch sollte beachtet werden, dass Fuchs aktuell dabei ist seine Infrastruktur in Asien aufzubauen und darauf abzielt den Marktanteil in Asien zu steigern, sodass mittel- bis langfristig ein Wachstum über Marktniveau zu erreichen sein sollte.

 

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In Europa und vor allem Deutschland, wo Fuchs bereits einen Marktanteil von etwa 15 Prozent hat, fällt das Wachstum schwächer aus. Jedoch sollten auch hier Marktanteile hinzugewonnen und somit das Marktwachstum übertroffen werden.

 

Die langfristig ausgelegte regionale Expansion des Unternehmens wird deutlich, wenn man sich die Entwicklung der Umsätze in Deutschland anschaut: Während im Jahr 2009 noch 41 Prozent der Umsätze in Deutschland erzielt wurden, konnte der Anteil (trotz Wachstums des Heimatmarkts) im Jahr 2018 bis auf 24 Prozent gesenkt werden. Somit konnte zum einen die Abhängigkeit von einem regionalen Markt gesenkt und zum anderen der Anteil an schneller wachsenden Märkten gesteigert werden.

 

 

Wachstum

 

Im Jahr 2018 war Fuchs in der Lage in allen Regionen organisch zu wachsen. Allerdings wird gleichzeitig Ausschau nach interessanten Übernahmemöglichkeiten gehalten um gezielt die Produktpalette erweitern zu können. Aktuell sieht es so aus als würde das organische Wachstum im Jahr 2019 im unteren einstelligen Bereich fortgesetzt werden können, während die Gewinne um etwa 20 Prozent sinken, aber dazu später mehr…

 

Um das langfristige Wachstum des Unternehmens sicher zu stellen wurden in den letzten Jahren mehrere Investitionsprogramme aufgesetzt von denen „Programm Fuchs 2025“ aktuell läuft. Auf diese Weise sollen jährliche Investitionen von mindestens 100 Mio. Euro in Produktion, IT und Infrastruktur fließen. So wurde u.a. der Standort Mannheim ausgebaut und modernisiert. Oftmals werden die Werke im Zuge der Modernisierungen vollautomatisch gestaltet und so zukunftsfähig gemacht.

 

Unter anderem konnte 2018 ein weiteres neues Werk in China in Betrieb genommen werden. Das wurde notwendig, weil die bisherigen an ihre Auslastungsgrenze gestoßen waren. Dadurch wird deutlich, dass man den globalen Ausbau vorantreibt und bedarfsabhängig Kapazitäten aufbaut. Weitere Investitionsschwerpunkte sollen in Zukunft die USA, Deutschland, China und Schweden darstellen.

 

Zukünftiges Wachstum soll durch die weitere Expansion, gezielte Akquisitionen und das frühzeitige Erkennen neuer Trends generiert werden. Eine wichtige Rolle spielt hier die Elektromobilität. Diese bringt aufgrund neuer Anwendungsgebiete für Schmierstoffe neue Herausforderungen, aber vor allem auch Chancen mit sich. Hier ist aus meiner Sicht Fuchs sehr gut aufgestellt, da der Trend frühzeitig erkannt und die Forschungsausrichtung entsprechend angepasst wurde.

 

So wird im Geschäftsbericht ausführlich auf die Veränderung der Anforderungen an Schmierstoffe für den Antriebsstrang und das Getriebe von Elektroautos eingegangen. Kleinere Hersteller mit geringeren Forschungskapazitäten dürften hier zunächst das Nachsehen haben.


Zwar dürfte im Laufe der Umstellung auf Elektromobilität der Umsatz mit Motorölen abnehmen, jedoch öffnen sich auf der anderen Seite andere Möglichkeiten, wie z.B. bei der Zentralverriegelung, sonstigen Sensormotoren oder dem Wälzlager im E-Motor.

 

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Laut Einschätzung von Fuchs dürfte der Rückgang des Schmiermittelbedarfs lediglich marginal sein. Da jedoch gleichzeitig die Anforderungen und die Komplexität steigen werden, ergeben sich hieraus Wachstumsmöglichkeiten.

 

In den letzten Jahren wurden Umsatz- und Gewinnsteigerungen hauptsächlich organisch erzielt, auch wenn man beachten sollte, dass 2015 eine größere Übernahme (170 Mio. €) stattgefunden hat. Zwar wurden in den Jahren 2013 und 2014 Aktienrückkäufe durchgeführt, diese fielen jedoch verhältnismäßig gering aus. Somit konnte Fuchs aus eigener Kraft über dem Marktdurchschnitt (!) wachsen und gleichzeitig seine Rentabilität steigern.

 

Während der Umsatz sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr nur sehr gering steigen soll, wird von einem fallenden Gewinn ausgegangen, was auf hohe Rohstoffkosten und einen etwas schwächeren Absatz im hochpreisigen Segment zurück zu führen ist.

 

 

Rentabilität

 

Bei der Betrachtung der Rentabilität wird schnell deutlich, dass Fuchs Petrolub eine besondere Marktstellung hat. So ist es dem Unternehmen in den letzten Jahren aufgrund der Spezialisierungsstrategie und Ausrichtung auf spezifische Kundenwünsche den Preis für ihre Produkte nach oben zu schrauben. Diese Entwicklung wird unter anderem anhand der EBIT-Marge deutlich.

 

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Hier kann man eine sehr gute Entwicklung erkennen wobei gleichzeitig deutlich wird, dass die Marge in den letzten Jahren nicht mehr gesteigert werden konnte. Ein wichtiger Faktor dafür sind die Rohstoffkosten. Diese machen einen Großteil der Kosten der umgesetzten Leistung aus und sind im Gegensatz zu anderen (relevanten) Kostenpunkten, wie z.B. Personalaufwand und Verwaltung relativ volatil. Es ist jedoch nicht so, dass die Rohstoffkosten in direkter Korrelation mit dem Rohölpreis liegen, da für die Herstellung Schmierstoffen eine Reihe von Zwischenerzeugnissen verwendet werden deren Preisentwicklung nicht genau die des Rohöls wiederspiegelt. Für Interessierte zum Thema Schmierstoffherstellung und Rohstoffe: Link1 Link2

 

Auch die Eigenkapitalrendite hat trotz einer Eigenkapitalquote von Rund 75 Prozent einen sehr hohen Wert. So konnte in den letzten zehn Jahren eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von etwa 25 Prozent erzielt werden. Daraus lässt sich u.a. auf eine bestimmte Marktmacht bzw. gute Positionierung schließen. Zwar befindet sich die Rendite aktuell auf einem sehr hohen Wert von etwa 20, kann jedoch nicht an die Werte aus den Jahren 2010 bis 2014 anknüpfen. Dies lässt sich auch auf die immer weiter steigende Eigenkapitalquote und langsam steigende Gewinne zurückführen.

 

Ein weiteres Indiz für die gute Rentabilität von Fuchs Petrolub ist der hohe Free-Cashflow. Dieser konnte über einen längeren Zeitraum mit Ausnahme weniger Jahre stetig gesteigert werden. In den letzten Jahren wurde der Free-Cashflow jedoch von den Investitionsprogrammen geschmälert. Da die Investitionen dazu dienen die Infrastruktur und Kapazitäten auszubauen, dürften Anleger mittel- bis langfristig stärken davon profitieren als von einem höheren FCF und den damit verbundenen höheren Dividendenzahlungen. Zusammenfassend bin ich der Meinung, dass Fuchs sein Geld sehr sinnvoll und perspektivisch investiert, um in Zukunft stärker wachsen zu können.

 

Insgesamt dürfte die Rentabilität in Zukunft jedoch sinken, da das Wachstum hauptsächlich in Asien und Südamerika erreicht wird, wo lediglich geringere Margen erzielt werden können.

 

 

Stabilität

 

Die Stabilität und damit potenzielle Anfälligkeit für Krisen hat sich bei Fuchs Petrolub in den letzten Jahren stark verbessert. Die Finanzschulden wurden jedes Jahr ein wenig abgebaut und sind zum aktuellen Zeitpunkt praktisch nicht vorhanden. Gleichzeitig konnte die Nettoliquidität (2018: 191 Mio. €) gesteigert werden, sodass sich zum einen Akquisitionen umsetzen lassen ohne Fremdkapital aufnehmen zu müssen und zum anderen auch konjunkturelle Schwächephasen überstanden werden können. Weiterhin verfügt Fuchs über 183 Mio. Euro in freien Kreditlinien, welche über die bestehende Liquidität hinaus verwendet werden können. Aus aktueller Sicht dürften diese jedoch kurz- bis mittelfristig nicht notwendig werden, da Investitionsprogramme leicht aus dem operativen Cashflow gezahlt werden können und dennoch genug Free-Cashflow bleibt, um Dividenden zu zahlen und sogar noch steigern zu können.

 

An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber kurz erwähnt, dass sowohl das Gearing, als auch der dynamische Verschuldungsgrad der letzten zehn Jahre negativ ist, da die liquiden Mittel die Finanzverbindlichkeiten bei weitem übersteigen.

 

Ein Großteil der Verbindlichkeiten von Fuchs Petrolub setzt sich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Diese Verbindlichkeiten erfordern jedoch keinen Kapitaldienst und sind kurzfristiger Natur.

 

Ein weiterer Punkt ist die Zahlung der Dividende. Diese konnte seit 2001 (Anfang meiner Betrachtung) jedes Jahr gesteigert werden. Auch die Krisenjahre stellten da keine Ausnahme dar. Bis auf zwei Jahre konnte die Dividende aus dem Free-Cashflow gezahlt werden. Dieser dürfte sich nach dem Abschluss des aktuellen Investitionsprogramms nochmal deutlich erhöhen, sodass hier noch Spielraum nach Oben besteht.

 

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Schließlich bleibt festzuhalten, dass es Fuchs Petrolub in den 35 Jahren seit dem Börsengang gelungen ist jedes Jahr mit Gewinn abzuschließen und auch nach größeren Krisen (2009) den Gewinn gegenüber der Vorkrisenzeit schnell wieder zu steigern.

 

 

Zyklik

 

Fuchs Petrolub hat eigentlich ein nicht-zyklisches Geschäftsmodell, was jedoch aufgrund der aktuellen Kundenstruktur nur zum Teil stimmt. Grundsätzlich ist es so, dass Schmierstoffe bei bestehenden Anlagen benötigt werden, auch wenn die Wirtschaft schwächelt. Dennoch sollte man beachten, dass vor allem die Kunden aus der Automotive-Industrie Schwankungen unterliegen, die eine Auswirkung auf den Absatz von Schmierstoffen haben. So kann u.a. das Herunterfahren der Produktion zum Sinken des Schmierstoffbedarfs führen. So wurde hauptsächlich aufgrund der Schwächephase in der Automobilindustrie ein um etwa 20 Prozent verringerter EBIT für das aktuelle Jahr in Aussicht gestellt.

 

Zusätzlich sind die Vorräte 2018 gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent gestiegen. Zum Teil lässt sich das auf Verzögerungen bei Lieferungen zurückführen, weil einige Schmierstoffe von Deutschland nach China aufgrund von Kapazitätsengpässen geschafft werden mussten. Eine andere Ursache liegt tatsächlich in einem geringeren Auftragsbestand. Hier verwendet Fuchs Petrolub die Kennzahl NOWC um die Kapitalbindung in Vorräten zu berechnen (Erklärung siehe Geschäftsbericht 2018, S. 39). Der NOWC beträgt im Moment 42% und die Kapitalbindung 85 Tage, was das Unternehmen unflexibel gegenüber kurzfristigen Abschwächungen am Markt macht.

 

 

Alleinstellungsmerkmal und Burggraben

 

Der Markt für Schmierstoffe ist weltweit hart umkämpft und stark fragmentiert. Laut Angaben von Fuchs Petrolub besteht die Konkurrenz aus etwa 600 Unternehmen, die jedoch größtenteils verhältnismäßig klein sind. Fuchs hat es geschafft der Konkurrenz der großen Mineralölkonzerne aus dem Weg zu gehen in dem sie eine Nische besetzt haben. So werden Schmierstoffe oftmals nicht für den Massenmarkt, sondern in Zusammenarbeit mit dem Kunden speziell auf seine Anforderungen entwickelt. Somit sind die 10.000 unterschiedlichen Produkte von Fuchs individuell an den Kunden angepasst und bilden einen Burggraben gegenüber der Konkurrenz. Gleichzeitig wird auch die Abhängigkeit des Kunden stark gesteigert, da ein Wechsel des Schmierstoffes nicht unproblematisch für bestehende Anlagen sein soll. Dies hat zur Folge, dass Seitens Fuchs Petrolub eine Preissetzungsmacht gegenüber dem Kunden besteht. Zwar konkurriert man lokal oftmals gegen eine Vielzahl kleinerer Mitbewerber, diese können aufgrund geringer Forschungskapazitäten oftmals nicht auf individuelle Kundenwünsche eingehen und stellen bei Schmierstoffen mit speziellen Anforderungen kaum eine Konkurrenz dar.

 

Durch den Ausbau der Infrastruktur und der Schaffung neuer Produktionsstandorte ist es Fuchs Petrolub möglich dem Kunden eine hohe Qualität und schnelle Verfügbarkeit der Schmierstoffe vor Ort zu gewährleisten. So konnten in den letzten Jahren sowohl die durchschnittliche Lieferzeit als auch die Transportkosten gesenkt werden.

 

Zusätzlich wurde in den letzten Jahren die Digitalisierung vorangetrieben mit deren Hilfe man andere Stufen der Wertschöpfungskette besetzen könnte, um den Kunden noch näher an sich zu binden. Im Jahr 2018 wurde das Unternehmen Fluid Vision Technology LLC übernommen, die über Kompetenz auf dem Gebiet der drahtlosen Sensortechnik für Industrieflüssigkeiten verfügen. Auf diese Weise ist Fuchs in der Lage dem Kunden frühzeitig mitzuteilen, wann eine weitere Bestellung des Schmierstoffes notwendig wird, um den optimalen Betrieb der Maschinen zu garantieren. Dies schafft eine zusätzliche Abhängigkeit und einen hohen Mehrwert gegenüber reinen Lieferanten von Schmierstoffen.

 

 

Bewertung

 

Die Bewertung von Fuchs Petrolub habe ich zum einen auf Grundlage von Multiplikatoren und zum anderen mit Hilfe eines Forecasts auf Basis der Eigenkapitalrendite vorgenommen. Dabei habe ich festgestellt, dass aus meiner Sicht (!) die Schwächephase der nächsten Jahre noch nicht genügend im Kurs eingepreist wurde. So würde u.a. der KGVe für 2019 bei etwa 24 liegen und damit weit über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre (14,9) bzw. 10 Jahre (19,6).

 

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Auch andere Multiplikatoren (vor allem das KCV) deuten nicht darauf hin, dass der Markt von einer Schwächephase des Unternehmens ausgeht, wie es eigentlich vom Vorstand vorhergesagt wurde.

 

Ähnlich sieht mein Ergebnis der Forecastmethode mit Hilfe der Eigenkapitalrendite aus. Hier habe ich versucht ein Bestcase und ein Worstcase Szenario abzubilden und die Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung und den Kurs zu übertragen. Auf diese Weise lassen sich mit Hilfe von Annahmen zum Wachstum und der Rentabilität die zukünftigen Cashflows prognostizieren. Auch hier komme ich zu dem Schluss, dass Fuchs Petrolub aktuell überbewertet ist. 

 

 

Fazit

 

Ich bin der Meinung, dass Fuchs Petrolub ein sehr solides Unternehmen mit Perspektive ist. Was mir am meisten gefällt ist, dass es sich um ein Familienunternehmen handelt und die Geschäftsführung keinen Wert auf kurzfristige Ziele oder Aktienkurse zu legen scheint. Im Fokus stehen das langfristige Wachstum und die Zukunftsaussichten.

 

Fuchs verfügt über ein großartiges Alleinstellungsmerkmal und einen soliden Burggraben. Zudem ist die finanzielle Lage ausgezeichnet und bringt viel Spielraum für die zukünftige Entwicklung mit sich. Das Wachstum hat sich gegenüber den letzten Jahren abgeschwächt, aber hier muss die Entwicklung der Automobilindustrie und des verarbeitenden Gewerbes abgewartet werden. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Rentabilität des Unternehmens sehr gut. Allerdings sollte man beobachten, ob diese in den nächsten Jahren im Zuge der Expansion auf dem aktuellen Niveau gehalten werden kann.

 

Schließlich bin ich der Meinung, dass die aktuelle Bewertung zu hoch angesetzt ist und sich in Zukunft entweder der Kurs oder die Fundamentaldaten anpassen werden.

 

Auch wenn die Analyse zum Teil etwas kritisch gegenüber dem Unternehmen ausgefallen ist, bin ich dennoch davon überzeugt, dass Fuchs Petrolub in der Lage ist in Zukunft zu wachsen und seinen Anlegern eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Aus diesem Grund werde ich die Fuchs Petrolub auf meine Watchliste setzen und bei entsprechender Kursentwicklung in mein Musterdepot und Wikifolio aufnehmen.

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vor 9 Stunden von JustLuckNoSkill:

Das nächste Unternehmen von meiner To-Do-Liste mit dem ich mich beschäftigt habe, ist die Fuchs Petrolub.

 

Danke für den Beitrag

 

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@JustLuckNoSkill,

 

hervorragende Unternehmensanalyse, die beste, die ich seit Jahren hier im Forum gelesen habe.

 

Vielen Dank!

 

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vor 3 Stunden von Toni:

@JustLuckNoSkill,

 

hervorragende Unternehmensanalyse, die beste, die ich seit Jahren hier im Forum gelesen habe.

 

Vielen Dank!

 

 

vor 3 Stunden von wuwei:

 

Danke für den Beitrag

 

 

Vielen Dank für euer Feedback! 

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Zitat

Dies lässt sich auch auf die immer weiter steigende Eigenkapitalquote und langsam steigende Gewinne zurückführen.

 

Danke für die tolle Analyse! :thumbsup: Hat sich das Management mal zum Sinn der hohen Eigenkapitalquote geäußert?

 

Zitat

Insgesamt dürfte die Rentabilität in Zukunft jedoch sinken, da das Wachstum hauptsächlich in Asien und Südamerika erreicht wird, wo lediglich geringere Margen erzielt werden können.

 

Warum sind die Margen in den EMs niedriger? Solange das Wachstum dort überproportional ist, okay. Wenn es mal einbricht bzw. abebbt... Ggf. besteht Potenzial, um die Marge dort noch zu verbessern?

 

Zitat

Der Markt für Schmierstoffe ist weltweit hart umkämpft und stark fragmentiert. Laut Angaben von Fuchs Petrolub besteht die Konkurrenz aus etwa 600 Unternehmen, die jedoch größtenteils verhältnismäßig klein sind. Fuchs hat es geschafft der Konkurrenz der großen Mineralölkonzerne aus dem Weg zu gehen in dem sie eine Nische besetzt haben.

 

Am bekanntesten ist wohl Castrol, was zu BP gehört. Wie liegen denn global und in den wichtigsten Regionen (etwa Nordamerika, EU, China, Indien etc.) jeweils die Marktanteile von Fuchs und den (jeweils) wichtigsten Konkurrenten?

 

Zitat

Schließlich bin ich der Meinung, dass die aktuelle Bewertung zu hoch angesetzt ist und sich in Zukunft entweder der Kurs oder die Fundamentaldaten anpassen werden.

 

Der Meinung bin ich auch. Daher würde ich die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau nicht kaufen bzw. ggf. überlegen, ob es Sinn machen würde sie weiter zu halten.

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@Schildkröte: Kennst du das Unternehmen Croda International PLC WKN A2PF9D. Das lief mir heute über den Weg als ich mal wieder in einer Börsenzeitung unterwegs war. Dort wird es als "bessere" Alternative zu Fuchs genannt, da es breiter aufgestellt ist mit dem Angebot hauptsächlich im Kosmetik/Gesundheitsbereich und damit weniger von der Autoindustrie abhängig ist. 

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@JustLuckNoSkill: Danke für die klasse Aufbereitung der Unternehmenszahlen.

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vor 34 Minuten von catcat:

@Schildkröte: Kennst du das Unternehmen Croda International PLC WKN A2PF9D. Das lief mir heute über den Weg als ich mal wieder in einer Börsenzeitung unterwegs war. Dort wird es als "bessere" Alternative zu Fuchs genannt, da es breiter aufgestellt ist mit dem Angebot hauptsächlich im Kosmetik/Gesundheitsbereich und damit weniger von der Autoindustrie abhängig ist. 

 

Danke für den Hinweis! Wenn man Fuchs mehr als Zulieferer der Autoindustrie betrachtet, ist der Vergleich wohl nur bedingt sinnvoll. Wer aber ein weniger konjunkturabhängiges Unternehmen sucht, könnte durchaus einen Blick auf Croda werfen. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 15,25 Mrd. € handelt es sich auf jeden Fall um keine Klitsche. Eigenkapital- und Ausschüttungsquote sehen gut aus. Vor ein paar Jahren wurden einmalig (?) Aktien zurückgekauft. Zum selben Zeitpunkt zog das Wachstum an, davor bewegten sich die Ergebnisse eher seitwärts - wegen einer Übernahme? Angesichts des prognostizierten Wachstumes finde ich die Aktie von den Foreward-KGVs her viel zu teuer.

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@Schildkröte: Danke. Das ist bislang auch meine Sicht - sehr teuer und steht auch nicht weit vom Jahreshoch. Deswegen fand ich die Aussagen auch etwas komisch. Ich kann keine "Brexit" Abschlag erkennen. Im April diesen Jahres gab es auch einen Reverse Split. Ich werde mal weiter beobachten und recherchieren.

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Am 1.12.2019 um 16:42 von Schildkröte:

 

Danke für die tolle Analyse! :thumbsup: Hat sich das Management mal zum Sinn der hohen Eigenkapitalquote geäußert?

 


 

 

 

 

 

Der Meinung bin ich auch. Daher würde ich die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau nicht kaufen bzw. ggf. überlegen, ob es Sinn machen würde sie weiter zu halten.

 

Auch dir danke für das Feedback! 

 

In den Geschäftsberichten wird die Hohe EKQ positiv im Zusammenhang mit der Stabilität des Unternehmens erwähnt (siehe u.a. GB 2018, S. 115). Sie wurde über die letzten Jahre hinweg bewusst angestrebt. Nach der Übernahme durch Stefan Fuchs im Jahr 2004 wurden Verbindlichkeiten Stück für Stück reduziert. Aktuell sind Finanzverbindlichkeiten praktisch nicht vorhanden und 49 Prozent der Gesamtverbindlichkeiten setzten sich aus Verb. aus L&L zusammen. 

 

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Zitat

Warum sind die Margen in den EMs niedriger? Solange das Wachstum dort überproportional ist, okay. Wenn es mal einbricht bzw. abebbt... Ggf. besteht Potenzial, um die Marge dort noch zu verbessern?

 

Die Margen sind geringer, weil bei ähnlichen Kosten für Herstellung und gegebenenfalls zzgl. anfallender Transportkosten teilweise nur geringere Preise als in den entwickelten Ländern erzielt werden können. Transportkosten könnten sich im Zuge des Ausbaus neuer Produktionsstandorte verringern. Weiterhin könnten Kunden in den EM an Kaufkraft gewinnen.

 

 

Zitat

Am bekanntesten ist wohl Castrol, was zu BP gehört. Wie liegen denn global und in den wichtigsten Regionen (etwa Nordamerika, EU, China, Indien etc.) jeweils die Marktanteile von Fuchs und den (jeweils) wichtigsten Konkurrenten?

Fuchs Petrolub macht zu (eigenen) Marktanteilen, soweit ich das gesehen habe, keine Angaben. Aus andren Quellen konnte ich entnehmen, dass der Marktanteil in Deutschland bei etwa 15 Prozent und in China sowie den USA im niedrigen einstelligen Bereich liegen soll. Dabei handelt es sich jedoch um den Gesamtmarkt für Schmierstoffe. Dieser wird jedoch aufgrund der Nischenstrategie von Fuchs gar nicht angepeilt. 

 

Die Konkurrenz lässt sich teilweise nachstehender Grafik entnehmen. Allerdings bedient Fuchs, wie bereits oben beschrieben mit über 10.000 verschiedenen Produkten eine Reihe unterschiedlicher Branchen und arbeitet dabei oftmals individuell mit Kunden zusammen. Aus diesem Grund macht es meiner Meinung nach wenig Sinn den stark fragmentierten Markt im Detail zu betrachten. 

 

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Posted · Edited by Schildkröte

vor 8 Stunden von JustLuckNoSkill:

Auch dir danke für das Feedback! 

 

Sehr gerne. :) Leider werden im öffentlichen Teil des Forums nur recht wenig Analysen geposted und konstruktive Diskussionen geführt. Nicht wenige User tun das jedoch auf PN-Ebene. Wenn sie meinen. So verzichtet man auf potenzielles Feedback Dritter.

 

Zitat

In den Geschäftsberichten wird die Hohe EKQ positiv im Zusammenhang mit der Stabilität des Unternehmens erwähnt (siehe u.a. GB 2018, S. 115). Sie wurde über die letzten Jahre hinweg bewusst angestrebt. Nach der Übernahme durch Stefan Fuchs im Jahr 2004 wurden Verbindlichkeiten Stück für Stück reduziert. Aktuell sind Finanzverbindlichkeiten praktisch nicht vorhanden und 49 Prozent der Gesamtverbindlichkeiten setzten sich aus Verb. aus L&L zusammen.

 

Unmittelbar vor seinem Amtsantritt lag die Eigenkapitalquote bei 20%. Das ist für einen konjunkturabhängigen Industriekonzern schon ein wenig grenzwertig. Je nach Zyklik sind 40 bis 50 Prozent üblich. Aufpassen muss man diesbezüglich bei Unternehmen mit einer eigenen Finanzspartewie (etwa John Deere oder Jungheinrich). Da Finanzkonzerne in der Regel nur eine einstellige Eigenkapitalquote haben, ist die offiziell ausgewiesene Eigenkapitalquote entspr. zu bereinigen (Jungheinrich macht hierzu erfreulicherweise von selbst Angaben im Geschäftsbericht).

 

Von dieser Ausgangsposition aus betrachtet ist es nachvollziehbar, dass Stefan Fuchs die Eigenkapitalquote erhöhen wollte. Mittlerweile liegt die Eigenkapitalquote allerdings bei fast 80%! Was hat das für einen Sinn angesichts anhaltender Niedrigzinsen? Aktienrückkäufe sind mit Blick auf die hohe Bewertung nur bedingt sinnvoll. Ggf. könnte die Ausschüttungsquote von gut 30% auf etwa 50% erhöht werden. Investiert wird ja offenbar auch so und teure Übernahmen nur des übernehmens willen hat sich oft genug später als wenig hilfreich erwiesen.

 

So hohe Eigenkapitalquoten kenne ich sonst eigentlich nur aus der Halbleiter- und der Modebranche. Halbleiter sind allerdings sehr zyklisch und kapitalintensiv. Die Modebranche ist recht schnelllebig, so dass auch dort Puffer für schwierige Zeiten Sinn machen.

 

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Die Margen sind geringer, weil bei ähnlichen Kosten für Herstellung und gegebenenfalls zzgl. anfallender Transportkosten teilweise nur geringere Preise als in den entwickelten Ländern erzielt werden können. Transportkosten könnten sich im Zuge des Ausbaus neuer Produktionsstandorte verringern. Weiterhin könnten Kunden in den EM an Kaufkraft gewinnen.

 

Klingt plausibel. Pro für EMs: Das Wachstum fällt oft hoch aus. Contra für EMs: Die örtlichen Währungen sind meist instabil, so dass vom Wachstum inflationsbereinigt gar nicht so viel über bleibt. Deshalb ist immer zu prüfen, ob und wie Fremdwährungsrisiken abgesichert werden.

 

Zitat

Fuchs Petrolub macht zu (eigenen) Marktanteilen, soweit ich das gesehen habe, keine Angaben. Aus andren Quellen konnte ich entnehmen, dass der Marktanteil in Deutschland bei etwa 15 Prozent und in China sowie den USA im niedrigen einstelligen Bereich liegen soll. Dabei handelt es sich jedoch um den Gesamtmarkt für Schmierstoffe. Dieser wird jedoch aufgrund der Nischenstrategie von Fuchs gar nicht angepeilt. 

 

Die Konkurrenz lässt sich teilweise nachstehender Grafik entnehmen. Allerdings bedient Fuchs, wie bereits oben beschrieben mit über 10.000 verschiedenen Produkten eine Reihe unterschiedlicher Branchen und arbeitet dabei oftmals individuell mit Kunden zusammen. Aus diesem Grund macht es meiner Meinung nach wenig Sinn den stark fragmentierten Markt im Detail zu betrachten.

 

Da es sich um einen Nischenanbieter handelt, sind Marktanteile wohl auch nur schwierig zu ermitteln. Hauptsache, es besteht weiter Aussicht auf Wachstum.

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