JustLuckNoSkill

JustLucks langfristiges Valuedepot

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Hallo und willkommen,

mein Name ist JustLuck und ich bin seit bereits einiger Zeit hier im Forum unterwegs. Dabei war ich bis jetzt meistens ein ruhiger Zeitgenosse, habe oftmals nur mitgelesen und mich wenig geäußert. Dadurch habe ich im Laufe der letzten Jahre viel lernen und für mich mitnehmen können! Vor einiger Zeit habe ich den Entschluss gefasst meine Strategie und das entsprechende Depot hier im Forum zu veröffentlichen. Auf der einen Seite verspreche ich mir dadurch kritisches Feedback, damit verbundene Anpassungen meiner Strategie und vielleicht sogar neue Anregungen und Ideen. Auf der anderen hoffe ich, dass auch den Lesern ein paar neue Denkanstöße mit auf den Weg geben kann. Ich freue mich auf euren Feedback und interessante Diskussionen!

 

Eigentlich ist es mein Ziel Persönliches im Rahmen dieses Musterdepots möglichst außen vor zu lassen. Allerdings spielt meiner Meinung nach das Alter und die Erfahrung am Aktienmarkt eine wichtige Rolle, sodass ich auf diese Punkte gerne eingehen würde.

 

Zurzeit bin ich 28 Jahre alt und habe inzwischen Rund zehn Jahre Erfahrung am Wertpapiermarkt. Mein Interesse dafür habe ich mit etwa 15 Jahren entwickelt. Im Rahmen des schulischen Wirtschaftsunterrichts nahm unsere Klasse an einem Börsenspiel teil und hatte rund drei Monate Zeit seinen Depotwert möglichst stark zu steigern. Ich war relativ schnell von der Materie fasziniert und habe mich auch nach Abschluss des Börsenspiels weiter damit beschäftigt. Nachdem ich mich zunächst mit der Funktionsweise des Wertpapierhandels auseinandergesetzt habe, interessierte mich im Laufe der Zeit immer mehr, was ein erfolgreiches von einem weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheidet und fing an mich mit verschiedenen Analyse- und Anlagestrategien zu beschäftigen. Nachdem ich etwa drei Jahre verschiedene Strategien mit Hilfe kostenloser Musterdepots probiert hatte, folgte im Alter von 18 Jahren der erste tatsächliche Kauf. Im Laufe der Jahre folgten weitere Käufe, sodass ich mir über die Zeit ein Depot aufgebaut habe.

 

Grundlegend verfolgt das hier veröffentlichte Depot das Ziel seinen Wert langfristig auf Grundlage der Fundamentalanalyse durch Investitionen in Einzelaktien zu steigern. Gegebenenfalls können bestimmte Marktphasen und hohe Cashbestände dazu verwendet werden in Anleihen zu investieren. Andere Anlageklassen werden in diesem Depot nicht berücksichtigt.

Der Ausgangswert wird ein Wikifolio sein, dessen Nennwert 100.000 € beträgt. (Link dazu gerne per Privatnachricht) Mein Anlagehorizont beträgt rund 35 Jahre, sodass Makroökonomische Ereignisse eher nachrangig für mich sind. Zudem sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ich in die Aktien aus dem hier veröffentlichten Musterdepot auch privat investiert bin.

Meine Risikobereitschaft ist relativ hoch bei gleichzeitig langem Anlagehorizont, sodass es mir möglich in Krisenzeiten (Buchwert-)Verluste auszusitzen. Zudem lege ich großen Wert darauf von den Unternehmen, in die ich investiere, überzeugt (nicht verliebt!) zu sein, was meine Bereitschaft erhöht in schwierigen Zeiten an Investments festzuhalten.

 

Im Laufe der Jahre habe ich auf Grundlage von Büchern, Gesprächen und eigenen Erfahrungen eine Strategie entwickelt, mit Hilfe derer ich Kauf- bzw. Verkaufskandidaten für mich bestimmen kann. Grundlegend basiert diese Strategie auf einem Value-Ansatz bei dem eine Unterbewertung von Aktien festgestellt und ausgenutzt werden soll. Im Folgenden habe ich die drei grundlegenden Schritte meiner Strategie skizziert:  

 

1. Der erste Schritt dient dazu einen ersten, kurzen Einblick zu erhalten. Wird ein interessantes Unternehmen entdeckt wird zunächst mit Hilfe einer schnellen Recherche das Geschäftsmodell geprüft. Wichtig dabei ist, dass ich das Geschäftsmodell schnell nachvollziehen kann. Im Anschluss erfolgt ein kurzer Blick in die Zahlen mit Hilfe des Internets. Wenn in diesem Schritt Grundlegende Werte grob stimmen kommt das Unternehmen auf meine To-Do-Liste.

 

2. Im zweiten Schritt wird ein Unternehmen von der To-Do-Liste bereits genauer unter die Lupe genommen. Hierbei verwende ich u.a. folgende Datenquellen: die letzten Geschäftsberichte, Seeking Alpha, 4Traders, Morningstar, Financial Times Market, Google Scholar, Macrotrends und Yahoo Finance

In diesem Teil der Analyse werden grundlegende Fragen zu dem Unternehmen in Erfahrung gebracht um die fundamentale Stärke anhand „weicher“ Faktoren zu bestimmen. Dabei spielen u.a. das Geschäftsmodell, die Wettbewerbsstärke (Burggraben/Alleinstellungsmerkmal), mögliche Probleme oder Schwächen des Unternehmens sowie eine Reihe weiterer Fragen eine Rolle. Zudem werden in diesem Schritt mit Hilfe des Geschäftsberichts auch Besonderheiten des Unternehmens bewertet. Das könnten M&A-Tätigkeiten sein, besondere Innovationen oder ähnliches. Also praktisch auch weitere weiche, unternehmensspezifische Faktoren.

 

3. Sollte ich nach Abschluss des zweiten Schrittes noch immer von dem Unternehmen überzeugt sein, erfolgt im dritten und letzten die Bewertung des Unternehmens anhand von Kennzahlen.

3a. Bestimmung einiger Multiples aus den Bereichen: Wachstum, Verschuldung/Stabilität, Rentabilität, Bewertungsniveau (Entwicklung über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren und Vergleich mit Unternehmen aus der Peer-Group)

3b. Bestimmung eines Fair-Values anhand eines Forecast-Modells. Je nach Unternehmen wird dann noch eine Margin-of-Safety abgezogen, um den potenziellen Kaufkurs zu bestimmen.

Die letztliche Entscheidung darüber, ob ich die Anteile an einem Unternehmen kaufe, basiert gleichermaßen aus allen Teilen der Bewertung. Dabei ist die Gewichtung einzelner Faktoren variabel. 

 

Sollte ein Unternehmen als kaufenswert eingestuft und ein potenzieller Kaufkurs bestimmt worden sein, beginnt das Warten, falls der Kaufkurs aktuell noch nicht erreicht ist. Gleichzeitig versuche ich die Entwicklung aller meiner Kaufkandidaten aktiv zu verfolgen, um den Einstiegskurs entsprechend anzupassen.

Nachdem ich mich für den Kauf eines Unternehmens entschlossen habe, hört die Arbeit jedoch keineswegs auf. Regelmäßiges Monitoring des Unternehmens soll dafür sorgen, dass fundamentale Missstände (bestenfalls) frühzeitig erkannt werden können. Unternehmen, die nicht mehr meinen Kriterien entsprechen, müssten dann ggf. verkauft werden. Grundsätzlich ist es jedoch mein Ziel die Unternehmen möglichst lange, optimalerweise für immer, zu halten.  

 

Das Depot hat, wie bereits erwähnt, ein Anfangsvolumen von 100.000 Euro. Ziel ist es mit diesem Kapital ein Depot aus 15 - 20 Einzelwerten zu erstellen. Es besteht jedoch kein Zwang diesen Wert schnell zu erreichen, sodass es eine Weile dauern könnte, bis die gewünschte Anzahl Einzelaktien erreicht wird. Rebalancing ist bei überproportionalem Anstieg einer der Aktien nicht vorgesehen. Die Größe des Unternehmens sollte im Mid- bis Large-Cap Bereich liegen, wobei auch Ausnahmen möglich sind. Eine Diversifikation über Länder spielt für mich kaum eine Rolle, da eine Vielzahl der Unternehmen ihre Umsätze sowieso weltweit erzielen und der Hauptsitz des Unternehmens an Bedeutung verliert.

 

Sollte alles nach Plan laufen, würde ich regelmäßig Updates zum Stand des Depots veröffentlichen und die Analysen im jeweiligen Unterforum posten.

Außerdem freue ich mich immer über Hinweise, Tipps und sachliche Kritik.

 

Viele Grüße

JustLuckNoSkill

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Posted · Edited by JustLuckNoSkill

Hier die beiden bereits angesprochenen Listen.

 

Die To-Do-Liste beinhaltet eine Reihe von Unternehmen, die mir auf den erst Blick sehr interessant erschienen. Diese Unternehmen habe ich mir aber noch nicht tiefer gehend angeschaut. Je nachdem wie viel Input ich habe und wie viel Zeit für Analysen bleibt, kann sich diese Liste innerhalb von wenigen Monaten stark verändern. Ich finde es jedoch interessant die To-Do-Liste hier zu veröffentlichen um schon vorab einen ungefilterten Überblick darüber zu geben, welche Unternehmen ich mir überhaupt anschaue und nicht nur die wenigen Unternehmen, die letztlich in mein Depot kommen werden. 

 

20190915 To-Do-Liste.JPG

 

Bei der zweiten Liste handelt es sich um die Watchlist. Die darauf stehenden Unternehmen sind ein kleiner Teil der Unternehmen, die ich mir in den letzten Wochen und Monaten angeschaut habe. Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich um Unternehmen handelt, die aufgrund ihrer Eigenschaften sehr gut in dieses Depot passen. Allerdings haben sie noch nicht den gewünschten Wert (oder Fundamentaldaten) erreicht um eine gewisse Margin-of-Safety vorzuweisen. Daher ist hier einfach ein wenig Geduld gefragt. 

 

20190915 Watchliste.JPG

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STO habe ich auch auf der Watchlist. Was mich immer ein wenig hemmt ist die Tatsache, dass ich auch Steico besitze. Wobei die Entscheidung gegen Sto und für Steico bisher sicherlich richtig war.

Tomra ist für mich mittlerweile mehr als überteuert...

 

 

 

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vor 14 Stunden von PapaPecunia:

STO habe ich auch auf der Watchlist. Was mich immer ein wenig hemmt ist die Tatsache, dass ich auch Steico besitze. Wobei die Entscheidung gegen Sto und für Steico bisher sicherlich richtig war.

Tomra ist für mich mittlerweile mehr als überteuert...

 

 

 

Zu Sto kann ich noch nichts sagen, aber die Analyse wird in nächster Zeit folgen. Steico hatte ich vor einiger Zeit analysiert. Letztlich habe ich mich gegen einen Kauf entschieden, weil mir vor allem zwei Faktoren missfallen haben: 

 

1. Ich habe bei Steico keinen klaren Burggraben gesehen und der intensive Wettbewerb hat sich stark auf die Margen ausgewirkt. Solange der Gesamtmarkt wächst, stellt das noch kein Problem dar und Umsätze sowie Gewinne können gesteigert werden. Sollte jedoch eine Konsolidierung des Marktes einsetzen, könnte die Lage eines Unternehmens ohne klares Alleinstellungsmerkmal schnell kippen.

 

2. Ein sehr hoher Anteil des Umsatzes wird in Deutschland und GBR erzielt. Das schafft eine hohe Abhängigkeit von bestimmten (regulatorischen) Entwicklungen. 

 

 

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Am ‎15‎.‎09‎.‎2019 um 21:57 von JustLuckNoSkill:

Die To-Do-Liste beinhaltet eine Reihe von Unternehmen, die mir auf den erst Blick sehr interessant erschienen....

Da steckt m.E. schon das erste Problem eines jeden Stockpickers.

Diese Unternehmen hast Du Dir natürlich nach rein emotionalen Gesichtspunkten (Liebe) ausgesucht und nicht nach sachlichen Überzeugungen. Also das, was Du vermeiden wolltest. Du hast es nur nicht bemerkt.

Den Großteil der Welt hast Du damit ausgeschlossen, ohne es im geringsten geprüft zu haben.

 

Am ‎15‎.‎09‎.‎2019 um 21:57 von JustLuckNoSkill:

 

Bei der zweiten Liste handelt es sich um die Watchlist. Die darauf stehenden Unternehmen sind ein kleiner Teil der Unternehmen, die ich mir in den letzten Wochen und Monaten angeschaut habe. Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich um Unternehmen handelt, die aufgrund ihrer Eigenschaften sehr gut in dieses Depot passen. Allerdings haben sie noch nicht den gewünschten Wert (oder Fundamentaldaten) erreicht um eine gewisse Margin-of-Safety vorzuweisen. Daher ist hier einfach ein wenig Geduld gefragt. 

Wie kommst Du darauf, dass sie den von Dir gewünschten Wert jemals erreichen?

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Posted · Edited by JustLuckNoSkill

vor 4 Stunden von Schwachzocker:

Da steckt m.E. schon das erste Problem eines jeden Stockpickers.

Diese Unternehmen hast Du Dir natürlich nach rein emotionalen Gesichtspunkten (Liebe) ausgesucht und nicht nach sachlichen Überzeugungen. Also das, was Du vermeiden wolltest. Du hast es nur nicht bemerkt.

Den Großteil der Welt hast Du damit ausgeschlossen, ohne es im geringsten geprüft zu haben.

 

Wie kommst Du darauf, dass sie den von Dir gewünschten Wert jemals erreichen?

 

Hallo Schwachzocker,

 

zum ersten Punkt: Da muss ich dir teilweise widersprechen. Auf der einen Seite spielen Emotionen natürlich eine Rolle bei der Frage, ob ich auf ein bestimmtes Unternehmen überhaupt eingehe. Manchmal geht man auf ein Unternehmen ein, weil man bereits den Namen gehört hat oder man das Produkt kennt - hier spielen Gefühle eine Rolle. Oftmals jedoch sagt einem der Name rein gar nichts und man sucht im Internet dennoch nach dem Unternehmen. Egal über welchen weg ich gehe, werden zunächst das Geschäftsmodell und erste Kennzahlen überflogen. Stimmen diese nicht oder ist das Geschäftsmodell (aus meiner Sicht) nicht verständlich oder nachhaltig, entfällt die Aktie. Um auf deine Aussage zurück zu kommen: Emotionen spielen sicherlich eine Rolle und das werde ich nicht komplett ausschließen können, aber ich versuche unabhängig vom Namen und Branche jedes Unternehmen zu berücksichtigen.

 

Zum zweiten Punkt: Da hast du vollkommen recht. Es kann sehr gut sein, dass sie den gewünschten Wert niemals erreichen. Deswegen habe ich auch die Einschränkung vorgenommen, dass ein Unternehmen alternativ in seine Bewertung hineinwachsen kann. An dieser Stelle finde ich das Zitat von Kostolany relativ passend: "Das Verhältnis von Wirtschaft zur Börse ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund. Der Mann geht stetig voran, der Hund rennt vor und zurück." Ob die Bewertung das Unternehmen einholt (Kurs fällt) oder das Unternehmen die Bewertung (Gewinne steigen) ist nicht entscheidend. Sollten beide im Gleichschritt ziemlich schnell laufen (siehe z.B. Monster Beverage: hohe Bewertung, starkes Wachstum) merke ich das spätestens im zweiten Schritt meiner Analyse und kann mich darauf einstellen. 

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Posted · Edited by Schildkröte

Am 14.9.2019 um 12:36 von JustLuckNoSkill:

3. Sollte ich nach Abschluss des zweiten Schrittes noch immer von dem Unternehmen überzeugt sein, erfolgt im dritten und letzten die Bewertung des Unternehmens anhand von Kennzahlen.

3a. Bestimmung einiger Multiples aus den Bereichen: Wachstum, Verschuldung/Stabilität, Rentabilität, Bewertungsniveau (Entwicklung über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren und Vergleich mit Unternehmen aus der Peer-Group)

3b. Bestimmung eines Fair-Values anhand eines Forecast-Modells. Je nach Unternehmen wird dann noch eine Margin-of-Safety abgezogen, um den potenziellen Kaufkurs zu bestimmen.

Die letztliche Entscheidung darüber, ob ich die Anteile an einem Unternehmen kaufe, basiert gleichermaßen aus allen Teilen der Bewertung. Dabei ist die Gewichtung einzelner Faktoren variabel. 

 

Sollte ein Unternehmen als kaufenswert eingestuft und ein potenzieller Kaufkurs bestimmt worden sein, beginnt das Warten, falls der Kaufkurs aktuell noch nicht erreicht ist.

 

Vielen Dank für die sehr anschauliche Eröffnung. :thumbsup: Nach welchen Kriterien bzw. nach welcher Rechenformel willst Du denn einen fairen Kurs berechnen? Schwebt Dir ein Modell wie das Hamsterrad Aktienbewertungssystem vor?

 

Da stehen ja einige Unternehmen auf der ToDo-Liste. Überwiegend nicht die üblichen Verdächtigen, was für etwas Abwechslung bei den vielen Musterdepots sorgt. Ich würde die üblichen Verdächtigen allerdings nicht prinzipiell ausschließen.

 

Sto wurde mal eine zeitlang im Forum recht intensiv diskutiert. Das Unternehmen profitierte eine Weile vom Sanierungsboom und geriet dann wegen der Frage nach der Entsorgung von Wärmedammungen unter Druck. Der Markt erwartet hier mit Blick auf die EPS einen Turnaround. Auch charttechnisch deutet sich nach einer W-Formation bzw. einem Doppelboden eine Erholung bzw. der Beginn eines Aufwärtstrendes an. Grundsätzlich ist das Umsatzwachstum ziemlich kontinuierlich. Ich würde daher in den letzten Geschäftsberichten gucken, was genau die Gewinne drückte.

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Hallo JustLuckNoSkills,

 

danke für den schönen Thread. Ich lese gerne mit, da ich auch für einen kleinen Teil meines Depots Stockpicking betreibe. Dein Name "just luck" ist bei mir manchmal Programm - oder zumindest gestehe ich mir ein, dass mein Stockpicking sehr viel mit Glück zu tun hat B-)

Folgende Punkte fallen mir zu deinem Depot bzw. deiner Vorgehensweise auf:

 

1. Beachtest du steuerlich Aspekte? Insbesondere deine italienischen und spanischen Aktien haben meines Wissens Probleme bei der Quellsteuer. Und beide Länder haben ja nun nicht wirklich nicht die weltweit wichtigsten Indizes, von denen man unbedingt Aktien braucht

 

2. Betrachtest du die Aktien einzeln oder als Gesamtkonzept? Ich versuche in meinem Depot zb bewusst verschiedene Länder und Branchen abzudecken. Hast du Zielgewichtungen aller "ich will ca. 20% US Aktien, 20 Deutsche etc"?

 

3. wie gehst du bei deinem Value Ansatz mit Growth Werten um? Typische Value Kriterien wie das KGV helfen hier ja kaum weiter. Blizzard hat zb aktuell ein KGV von satten 25 - sogar nach Kurssturz 2018. Es fällt mir schwer solche Unternehmen zu bewerten und 

 

4. Du meidest die Emerging Markets vollständig. Ist das Absicht? Falls ja, kann ich dies zwar verstehen, da man näher an den Infos von Deutschen oder US Aktien ist, aber ein ergänzender ETF auf EM wäre denkbar. Ich würde die EMs zumindest nicht ganz ignorieren. 1-2 russische oder asiatische Titel wären vielleicht auch eine Idee.

 

Ich freue mich auf deine Update.

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Posted · Edited by Schildkröte

vor 22 Stunden von Andreas900:

Du meidest die Emerging Markets vollständig. Ist das Absicht? Falls ja, kann ich dies zwar verstehen, da man näher an den Infos von Deutschen oder US Aktien ist, aber ein ergänzender ETF auf EM wäre denkbar. Ich würde die EMs zumindest nicht ganz ignorieren. 1-2 russische oder asiatische Titel wären vielleicht auch eine Idee.

 

Ein typischer Irrtum der ETF-Anleger. Schau Dir mal an, wie hoch Dein EM-Anteil (bereits) ist, wenn Du ausschließlich in Unternehmen aus den Industrieländern investierst:

 

EMs.jpg

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Posted · Edited by JustLuckNoSkill

vor 13 Stunden von Schildkröte:

Vielen Dank für die sehr anschauliche Eröffnung. :thumbsup:

Hallo Schildkröte, 

vielen Dank für die netten Worte! 

 

Zitat

Da stehen ja einige Unternehmen auf der ToDo-Liste. Überwiegend nicht die üblichen Verdächtigen, was für etwas Abwechslung bei den vielen Musterdepots sorgt. Ich würde die üblichen Verdächtigen allerdings nicht prinzipiell ausschließen.

Ich versuche mir von überall neue Ideen und Anregungen zu holen. Natürlich auch hier aus dem Forum. Allerdings spielt es für meine Bewertung keine Rolle, ob und wie viele User des WPF diese Aktie in ihrem Musterdepot haben. Sollten es jedoch viele sein und es viele Diskussionen zu einem Unternehmen geben, freut es mich umso mehr. Je mehr Meinungen und Sichtweisen ich mir einholen kann, desto besser. 

 

Zitat

Nach welchen Kriterien bzw. nach welcher Rechenformel willst Du denn einen fairen Kurs berechnen? Schwebt Dir ein Modell wie das Hamsterrad Aktienbewertungssystem vor?

Hamsterrads Bewertungssystem ist sehr gut gelungen, aber ich habe für mich eine eigene Methode gefunden. Dabei habe ich nicht DIE eine Formel um den fairen Kurs zu berechnen. Ich passe die Bewertung eher dem Unternehmen und den Gegebenheiten an. Ich würde also z.B. für Siemens nicht die gleiche Bewertungsmethode wie für Technogym wählen und halte das auch nicht für sinnvoll.

 

Eine Möglichkeit ist das Discounted-Cashflow-Modell, das relativ bekannt und weit verbreitet ist. Eine andere (habe keinen Namen dafür) basiert auf dem Forecasten der Gewinne mit Hilfe der Margen (z.B. der Eigenkapitalrendite), woraus sich dann wiederum mehrere Szenarien über den fairen Wert ableiten lassen. Eine dritte mögliche Bewertungsmethode basiert auf der Bewertung eines einzelnen Kunden des Unternehmens und der anschließenden Hochrechnung auf die Gesamtmenge. Diese Methode habe ich mir von Aswath Damodaran abgeguckt. Wer sich dafür interessiert, kann sich gerne sein Video auf Youtube zur Bewertung von Spotify angucken. 

Im Grunde hängt die Bewertungsmethode also immer von dem Geschäftsmodell und der Lage ab in der sich das Unternehmen befindet. 

 

Zitat

Sto wurde mal eine zeitlang im Forum recht intensiv diskutiert. Das Unternehmen profitierte eine Weile vom Sanierungsboom und geriet dann wegen der Frage nach der Entsorgung von Wärmedammungen unter Druck. Der Markt erwartet hier mit Blick auf die EPS einen Turnaround. Auch charttechnisch deutet sich nach einer W-Formation bzw. einem Doppelboden eine Erholung bzw. der Beginn eines Aufwärtstrendes an. Grundsätzlich ist das Umsatzwachstum ziemlich kontinuierlich. Ich würde daher in den letzten Geschäftsberichten gucken, was genau die Gewinne drückte.

Danke für die interessanten Hinweise! Ich habe mich mit Sto noch nicht befasst, werde das aber in den nächsten Wochen in Angriff nehmen und dann im Unterforum berichten. 

 

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vor 11 Stunden von Andreas900:

Hallo JustLuckNoSkills,

 

danke für den schönen Thread. Ich lese gerne mit, da ich auch für einen kleinen Teil meines Depots Stockpicking betreibe. 

Hallo Andreas, 

vielen Dank für dein tolles Feedback! 

 

Zitat

1. Beachtest du steuerlich Aspekte? Insbesondere deine italienischen und spanischen Aktien haben meines Wissens Probleme bei der Quellsteuer. Und beide Länder haben ja nun nicht wirklich nicht die weltweit wichtigsten Indizes, von denen man unbedingt Aktien brauch

Ich beachte steuerliche Aspekte, stelle sie allerdings nicht in den Vordergrund. Würde mich also nicht gegen ein tolles Unternehmen entscheiden, nur weil es seinen Sitz in Italien oder Spanien hat. 

In Italien stellt die Quellensteuer kein Problem dar. Bei Spanien hatte ich noch keine Gelegenheit es auszuprobieren. Vielleicht gibt mir Viscofan in Zukunft Gelegenheit dazu;)

 

Zitat

2. Betrachtest du die Aktien einzeln oder als Gesamtkonzept? Ich versuche in meinem Depot zb bewusst verschiedene Länder und Branchen abzudecken. Hast du Zielgewichtungen aller "ich will ca. 20% US Aktien, 20 Deutsche etc"?

Ich betrachte Aktien hauptsächlich einzeln. Eine festgelegte Diversifikation über Branchen à la "10% müssen unbedingt in zyklische Konsumgüter investiert werden" ist nicht vorgesehen. Allerdings will ich es vermeiden eine bestimmte Branche überzugewichten um kein Klumpenrisiko entstehen zu lassen. 

 

Zitat

3. wie gehst du bei deinem Value Ansatz mit Growth Werten um? Typische Value Kriterien wie das KGV helfen hier ja kaum weiter. Blizzard hat zb aktuell ein KGV von satten 25 - sogar nach Kurssturz 2018. Es fällt mir schwer solche Unternehmen zu bewerten.

Ich schaue mir Kennzahlen immer im Gesamtkontext an. Ein KGV von 25 erscheint zunächst als relativ hoch, aber was wäre, wenn das Gewinnwachstum 30% p.a. beträgt? Oder wenn es sich um ein Quasimonopol mit sehr stabilen und gut prognostizierbaren Gewinnen handelt? Ich versuche also für mich aus mehreren Faktoren ein Gesamtbild zu erstellen. 

 

Zitat

4. Du meidest die Emerging Markets vollständig. Ist das Absicht? Falls ja, kann ich dies zwar verstehen, da man näher an den Infos von Deutschen oder US Aktien ist, aber ein ergänzender ETF auf EM wäre denkbar. Ich würde die EMs zumindest nicht ganz ignorieren. 1-2 russische oder asiatische Titel wären vielleicht auch eine Idee.

Heutzutage erzielen die meisten größeren Unternehmen ihre Umsätze sowieso weltweit und somit auch anteilig in den EM. Speziell nach Unternehmen aus diesen Ländern zu suchen, würde ich nicht. Aus eigener Erfahrung kommt man schwieriger an Daten der Unternehmen, die politische Lage ist instabiler und Fehlentwicklungen bzw. Trends fallen (mir) später auf. 

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Posted · Edited by Schildkröte

vor 10 Stunden von JustLuckNoSkill:

Hamsterrads Bewertungssystem ist sehr gut gelungen, aber ich habe für mich eine eigene Methode gefunden. Dabei habe ich nicht DIE eine Formel um den fairen Kurs zu berechnen. Ich passe die Bewertung eher dem Unternehmen und den Gegebenheiten an. Ich würde also z.B. für Siemens nicht die gleiche Bewertungsmethode wie für Technogym wählen und halte das auch nicht für sinnvoll.

 

Eine Möglichkeit ist das Discounted-Cashflow-Modell, das relativ bekannt und weit verbreitet ist. Eine andere (habe keinen Namen dafür) basiert auf dem Forecasten der Gewinne mit Hilfe der Margen (z.B. der Eigenkapitalrendite), woraus sich dann wiederum mehrere Szenarien über den fairen Wert ableiten lassen. Eine dritte mögliche Bewertungsmethode basiert auf der Bewertung eines einzelnen Kunden des Unternehmens und der anschließenden Hochrechnung auf die Gesamtmenge. Diese Methode habe ich mir von Aswath Damodaran abgeguckt. Wer sich dafür interessiert, kann sich gerne sein Video auf Youtube zur Bewertung von Spotify angucken. 

Im Grunde hängt die Bewertungsmethode also immer von dem Geschäftsmodell und der Lage ab in der sich das Unternehmen befindet.

 

Danke für Deine Antwort. Richtig, die eine Bewertungsmethode gibt es nicht. In weniger zyklischen Branchen ist das KGV (aufgrund relativ stabiler EPS) recht aussagekräftig, in (sehr) zyklischen hingegen trügerisch. Das KBV kann bei Banken und Versicherungen sowie Immobilienkonzernen hilfreich sein, woanders spielt es eine untergeordnete Rolle. Von der DCF-Methode halte ich nicht viel. Wenn sich der (angenommene) Zins nur geringfügig ändert, kann das erhebliche Auswirkungen aufs Endergebnis bzw. den (vermeintlich) fairen Kurswert haben. Am besten Du erläuterst, wenn es soweit ist, Dein jeweiliges Berechnungsbeispiel anhand der konkreten Aktie.

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Habe das Wochenende dazu genutzt mir paar Unternehmen von meiner To-Do-Liste anzugucken und zu bet-at-home eine Analyse im entsprechenden Unterforum zu verfassen.

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