Schinzilord

Risk Parity

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Naja, die Aktienquote war im Juli viel höher, weshalb der Verlust so stark war (Aktienquote >40%) (sonst hat der Algorithmus die Aktienquote schon stark reduziert).post-9048-0-61060300-1314790340_thumb.png

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Posted · Edited by lpj23

Danke für deine Ausführungen.

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Dass man die Rendite hochfahren kann, indem man das Marktportfolio hebelt stammt ja schon aus dem CAPM.

 

Nehmen wir mal an die Gewichtung 20:80 (Aktien:Renten) wäre ein Marktportfolio, d.h. der Tangentialpunkt der Kapitalmarktlinie auf der Efficient Frontier. Dann kann ich dieses Portfolio einfach hebeln, z.B. mit dem Faktor 2 => 40 Aktien, 160 Renten, 100 Kredit. In diesem Beispiel sieht es zunächst so aus, dass ich das gesamte Portfolio gehebelt hätte. Die selbe Allocation hätte ich aber auch, wenn ich in einem Portfolio aus 40 Aktien und 60 Renten die Renten um den Faktor 8/3 gehebelt hätte.

 

Der Vorteil am Hebeln eines effizienten Portfolios ist schlichtweg, dass man den Diversifikationsvorteil behält und die Rendite erhöht.

 

Also hat man ein risikogleichgewichtetes Portfolio aus Aktien und Bund Leverage x2 im einfachen zweiasset Fall. Nimmt man jetzt an, dass Aktien eine Vola von 25% haben und der Bund Leverage x2 eine Vola von 12%, so hätte man eine 66%ige Gewichtung von Renten und 33%ige Gewichtung von Aktien im RiskParity Portfolio.

Im einfachen zwei Assetfall interessieren die Korrelationen nicht, die Gewichtung ergibt sich durch eine einfache Gewichtung nach Volatilitäten.

 

Warum man die Korrelationen einfach wegwirft ist mir völlig unklar. Wenn ich die Bestandteile des Portfolios mal aufdrösele:

- 33% Aktien

- 133% Bund

- 66% Kredit

 

Das entspricht einem Portfolio von 20% Aktien, 80% Renten, welches um 1,66 gehebelt wurde. Es gibt jetzt zwei Szenarien

1. 20:80 liegt nicht auf der Efficient-Frontier. In dem Fall gibt es ein Portfolio, welches auf der Efficient Frontier liegt, welches höhere Erwartungswerte und/oder geringere Volatilitäten aufweist.

2. 20:80 liegt auf der Effizient-Frontier. In dem Fall gibt es zwei Möglichkeiten

2a) es liegt auf dem Tangentialpunkt zur Kapitalmarktlinie (Tangente durch den Kreditzins an die Efficient Frontier) => in dem Fall ist das Risk-Parity-Portfolio gerade das Marktportfolio gehebelt um 1,66

2b) es liegt irgendwo hinter oder vor dem Tangentialpunkt. In dem Fall hätte man lieber das Marktportfolio gehebelt, weil dessen Rendite-Kurve steiler ist (d.h. mehr Rendite im Vergleich zum eingegangenen Risiko)

 

@Schinzilord:

Nach dieser Analyse kommt mir Risk-Parity gerade vor wie ein Marketing-Gag. Habe ich da einen Fehler in meiner Theorie?

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Posted · Edited by sparfux

Die Frage ist, ob man nicht andere "Effizienzfronten" bekommt, wenn man erst alle Assetklassen auf die gleiche Volatilität hebelt und dann Mean-Variance darauf los lässt. Mathematisch begabte an die Front ... :D

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Dass man die Rendite hochfahren kann, indem man das Marktportfolio hebelt stammt ja schon aus dem CAPM.

Vollkommene Übereinstimmung.

 

Nehmen wir mal an die Gewichtung 20:80 (Aktien:Renten) wäre ein Marktportfolio, d.h. der Tangentialpunkt der Kapitalmarktlinie auf der Efficient Frontier. Dann kann ich dieses Portfolio einfach hebeln, z.B. mit dem Faktor 2 => 40 Aktien, 160 Renten, 100 Kredit. In diesem Beispiel sieht es zunächst so aus, dass ich das gesamte Portfolio gehebelt hätte. Die selbe Allocation hätte ich aber auch, wenn ich in einem Portfolio aus 40 Aktien und 60 Renten die Renten um den Faktor 8/3 gehebelt hätte.

 

Der Vorteil am Hebeln eines effizienten Portfolios ist schlichtweg, dass man den Diversifikationsvorteil behält und die Rendite erhöht.

Beim Risk Parity Approach kommt man aber eben nicht von der Seite des effizienten Portfolios:

post-9048-0-11422500-1314879012_thumb.png

Eher durch Zufall (oder weil es einfach so ist) liegt das RPP Portfolio nahe der Tangentenlinie, eben weil man die Rendite nicht betrachtet. Hierin liegt bereits die Aussage, dass man für das Risiko wohl schon adäquat vergütet wird.

 

 

 

Warum man die Korrelationen einfach wegwirft ist mir völlig unklar. Wenn ich die Bestandteile des Portfolios mal aufdrösele:

- 33% Aktien

- 133% Bund

- 66% Kredit

 

 

Das entspricht einem Portfolio von 20% Aktien, 80% Renten, welches um 1,66 gehebelt wurde. Es gibt jetzt zwei Szenarien

1. 20:80 liegt nicht auf der Efficient-Frontier. In dem Fall gibt es ein Portfolio, welches auf der Efficient Frontier liegt, welches höhere Erwartungswerte und/oder geringere Volatilitäten aufweist.

2. 20:80 liegt auf der Effizient-Frontier. In dem Fall gibt es zwei Möglichkeiten

2a) es liegt auf dem Tangentialpunkt zur Kapitalmarktlinie (Tangente durch den Kreditzins an die Efficient Frontier) => in dem Fall ist das Risk-Parity-Portfolio gerade das Marktportfolio gehebelt um 1,66

2b) es liegt irgendwo hinter oder vor dem Tangentialpunkt. In dem Fall hätte man lieber das Marktportfolio gehebelt, weil dessen Rendite-Kurve steiler ist (d.h. mehr Rendite im Vergleich zum eingegangenen Risiko)

Bei 2 Assets "wirft" man die Korrelationen nicht weg, sie fallen einfach aus der mathematischen Gleichung raus. Ab 3 Assets sind sie dann ja auch drinnen und müssen zwingend berücksichtigt werden. Deine Ausführunen gelten nach wie vor für ein Optimales Portfolio nach der MPT.

 

@Schinzilord:

Nach dieser Analyse kommt mir Risk-Parity gerade vor wie ein Marketing-Gag. Habe ich da einen Fehler in meiner Theorie?

Es war eben nicht Risk Parity, was mit deinem obigen Beispiel zu vergleich ist, sondern normal Hebel CAPM.

 

Ein paar Anmerkungen:

- Ich habe in de rLiteratur nicht eindeutig rauslesen können, ob man jetzt schon in den Ansatz ein gehebelt Rentenportfolio (wie den Bund x2) packt, oder erst hinterher nach berechneter AA alles hebelt. In meinen Beispielen habe ich bereits das gehebelte Rentenportfolio genommen.

- RP macht ein paar Annahmen, die in meinen Augen so nicht haltbar sind. Sie behaupten, durch Einstatz von Hebel auf den Rententeil kommt man auf eine Aktienähnliche Rendite bei geringerem Risiko im Backtest.

 

Das "geringere" Risiko stört mich:

- Das wirtschaftliche Umfeld fallender Zinsen hat zu einem Kursanstieg geführt, was in den letzten Jahren als "risikoloser " Profit verbucht wurde, bzw. wo das wirtschaftliche Umfeld daran schuld war. Dies wird nicht so weitergehen.

- Aktienähnliche Rendite ohne Aktien zu haben impliziert für mich, dass der Markt sich die erhöhte Rendite schon mit einem höheren Risiko vergelten lässt. Stichwort: Hebelrisiken (Counterparty, Margin Call, Spreadausweitung, Handelsausetzungen etc.).

Es wäre ja umsonst, Renditen wie Aktien zu bekommen, ohne dafür Risiken äquivaltent wie substantielle Risiken wie Eigenkapitalvergabe in Kauf zu nehmen. Statt das große Eigenkapitalrisiko viele kleiner Risiken.

 

Die letzten Jahre waren auch schwere Jahre für MPT optimierte Portfolios, eben aufgrund des starken Auf und Ab. Nur weil die MPT nicht der Weisheit letzter Schluss die letzten Jahre geliefert hat (was es ja auch nicht muss, ist ja nur eine Möglichkeit unter vielen), muss jetzt doch nicht RPP der Weisheit letzter Schluss sein. Es war im Backtest halt besser als MPT.

 

Mein Fazit:

Lieber gehe ich handfeste Risiken wie Eigenkapitalvergabe ein (ein Unternehmen hebelt ja auch das EK mit FK (Schnitt 1:2), mit allen Nachteilen, als dass ich mein Rentenportfolio hebele und einen ganzen Satz unüberschaubarer Risiken komme). Ich will nicht wissen, wie der Aufschrei ist, wenn der Margin Call kommt, weil sich die Banken nichts mehr leihen und viel mehr Kapital hinterlegt werden muss. Mit meinem Aktienportfolio sitze ich das Problem aus).

 

Wenn man ein risikogleichgewichtestes Portfolio haben will, empfehle ich eher Renten mit extrem langen Durationen ohne Hebel zu nehmen, und dann zu den 50% Renten noch 25% Aktien und 25% Rohstoffe dazuzumischen. Das kann man auch selbst machen.

 

Im Endeffekt hast du schon Recht: RP ist halt ein super Marketinggag, eben weil es so gut durch die letzten Krisen gekommen ist. Evtl. hält das auch an und in Zukunft schwenken immer mehr Leute um, wer weiß was kommt.

Aber wenn sich wer keinen ETF auf den Bund Leverage ins Depot holen will, der braucht sich auf keinen RP Fonds kaufen.

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Beim Risk Parity Approach kommt man aber eben nicht von der Seite des effizienten Portfolios:

 

Das habe ich auch nicht gemeint. Im Grunde wollte ich ausdrücken, was du passender beschreibst mit:

 

Eher durch Zufall (oder weil es einfach so ist) liegt das RPP Portfolio nahe der Tangentenlinie, eben weil man die Rendite nicht betrachtet.

 

Hierin liegt bereits die Aussage, dass man für das Risiko wohl schon adäquat vergütet wird.

 

Verstehe ich jetzt nicht. Das Schaubild zeigt doch eindeutig, dass das Hebeln eines Marktportfolios günstiger ist.

 

- Ich habe in de rLiteratur nicht eindeutig rauslesen können, ob man jetzt schon in den Ansatz ein gehebelt Rentenportfolio (wie den Bund x2) packt, oder erst hinterher nach berechneter AA alles hebelt. In meinen Beispielen habe ich bereits das gehebelte Rentenportfolio genommen.

 

Die Frage hat sparfux sich ja auch schon gestellt. Ich schätze es so ein, dass es mathematisch beides unsinnig ist. Das Beste was man am Ende herausbekommen kann, ist ein gehebeltes Marktportfolio.

 

Ein Punkt, den man sich als Theoretiker gefallen lassen muss, ist dass Kovarianzen sind noch instabiler als die Varianzen (bzw. Volatilitäten) von Assetklassen sind. Durch Ignorieren der Kovarianzen im Zwei-Asset-Fall wird das Rechnen einfacher und ob die historischen Kovarianzen überhaupt etwas bringen ist sowieso fraglich.

 

- RP macht ein paar Annahmen, die in meinen Augen so nicht haltbar sind. Sie behaupten, durch Einstatz von Hebel auf den Rententeil kommt man auf eine Aktienähnliche Rendite bei geringerem Risiko im Backtest.

 

Würde ja auch explizit bedeuten, dass der Markt über Jahre ineffizient war. Tatsächlich besteht das Risiko darin, dass man in den letzten Jahren nie gewusst hat, wann diese Strategie plötzlich versagt. Bisher hat sie das nicht. Daraus zu schließen, dass kein Risiko bestünde ist weder mathematisch noch empirisch korrekt.

 

Wenn Schrödingers Katze einen Backtest machen würde, würde sie feststellen, dass sie die ganze Zeit nicht gestorben ist und daraus schließen, sie hätte kein Risiko.

 

Im Endeffekt hast du schon Recht: RP ist halt ein super Marketinggag, eben weil es so gut durch die letzten Krisen gekommen ist. Evtl. hält das auch an und in Zukunft schwenken immer mehr Leute um, wer weiß was kommt.

Aber wenn sich wer keinen ETF auf den Bund Leverage ins Depot holen will, der braucht sich auf keinen RP Fonds kaufen.

 

Ich finde das Hebeln von Renten gar nicht so abwegig. Gerade vor dem Hintergrund deiner Skizze oben stellt sich mir aber die Frage, warum man Risiken gleich gewichten sollte und nicht einfach das Marktportfolio auf die richtige Rendite hebeln.

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Ich finde das Hebeln von Renten gar nicht so abwegig. Gerade vor dem Hintergrund deiner Skizze oben stellt sich mir aber die Frage, warum man Risiken gleich gewichten sollte und nicht einfach das Marktportfolio auf die richtige Rendite hebeln.

Weil laut RP Anhängern das Marktportfolio (z.B. 60% Aktien / 40% Renten) in sich ungünstige Diversifikationseigenschaften hat, und nur das RP Portfolio (z.b. 80% Renten / 20% Aktien), welches man hebelt, hier zusätzliche Vorteile bietet, wie die gegenläufigen Kursbewegungen durch anteilsmäige gegenläufige Schwankungen von Aktien und Renten).

 

Im 2 Assetfalls fällt analytisch die Korrelation heraus, so dass nur noch die Varianz bleibt. Das kürzt sich einfach weg und wird nicht weggelassen, somit ist es mathematisch gesehen ein Sonderfall gegenüber n-Assets, wird aber vom gleichen Satz Gleichungen beschrieben.

 

Also liegt der Unterschied schon im Portfolio an sich, welches man Hebeln will, als in der Eigenschaft, dass man durch Hebeln jedes beliebige Risiko einstellen kann.

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Posted · Edited by sparfux

Die Frage hat sparfux sich ja auch schon gestellt. Ich schätze es so ein, dass es mathematisch beides unsinnig ist. Das Beste was man am Ende herausbekommen kann, ist ein gehebeltes Marktportfolio.

Ich würde Lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte alle Ausführungen zu dem Risk Parity Ansatz verstanden. Beim Überfliegen ist mir aber intuitiv diese Idee gekommen. So ganz unplausibel ist das ja nicht:

 

Beschränken wir uns mal auf die 2 Assetklassen Aktien und Renten. Beide haben gute (gegenläufige) Korrelationseigenschaften. Allerdings ist die Volatiliät bei Renten ( auch bei längeren Laufzeiten) um einiges niedriger. Dafür ist der Erwartungswert der Rendite bei Aktien höher als bei Renten. Jetzt muss man zwischen Pest und Cholera wählen: Entweder man wichtet Aktien hoch und hat eine höhere erwartete Rendite oder man wichtet Renten höher, spürt den Vorteil der negativen Korrelation, hat aber eine niedrigere erwartete Rendite. Klar kann man diese dann auch wieder hebeln.

 

Es könnte ja aber durchaus sein, dass man ein besseres Ergebnis erhält, wenn man erst die Renten hebelt, dann mit Aktien mischt (Mean-Variance-Optimierung) und schließlich das Risikolevel mit einem Hebel (oder Dämpfung) des gesamten Portfolios auf das gewünschte Level anpasst.

 

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das so gehen kann. Unplausibel klingt es aber auch nicht und mathematisch überlicke ich es leider nicht .

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Im Backtest hatte RP risiskoadjustiert die bessere Rendite (oder einfach das höhere Sharperation) als ein Mean-Variance Portfolio oder ein simples 1/n Portfolio.

 

Auch gibt es einen weiteren Nachteil bei MPT, den RP nicht hat:

Bei n>3 Assetklassen kommt oft vor, dass das optimale Portfolio z.B. 80/15/5/0 oder so ist. MPT ist hier viel extremer, wenn man nicht wieder Randbedingungen einführt, unter denen die Konvergenz nicht erfüllt ist.

 

Bei einem simplen 1/n gleichgewichteten Portfolio hat man somit das andere extrem, eben die Gleichgewichtung.

 

RP liegt hier von der Asset Allocation immer dazwischen (kann man mathematisch zeigen), man hat also annähern mehr gleichgewichtung als mit MPT.

 

Der zweite Vortei: man muss keine Renditen schätzen, die extrem sensitiv ins MPT Portfolio einhergehen.

 

Was ihr, etherial und sparfux, sagt, also ein gehebeltes Mean-Variance-Portfolio ist eben der andere Extremfall. Kann man machen, man hat aber weiterhin die grundlegenden Probleme, dass ein riskantes Asset mit einem hohen Erwartungswert ein hohes Gewicht im Depot bekommt. Selbst wenn man es runterhebelt, bleiben die schlechten Diversifikationseigenschaften innerhalb des riskanten Portfolio erhalten.

 

Beim RP Ansatz hebelt man Renten rauf, gewichtet das riskante Portfolio mehr oder weniger gleich, und dann kann man immer noch weiter rauf hebeln. Die guten Diversifikationseigenschaften bleiben auch erhalten.

 

Mein Hauptkritikpunkt ist aber, dass man zwar auf Klumpenrisiken verzichtet (wie 70% Assets mit hohem Erwartungswert), jedoch zusätzliche viele kleine Risiken mit reinbekommt.

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Was ihr, etherial und sparfux, sagt, also ein gehebeltes Mean-Variance-Portfolio ist eben der andere Extremfall.

 

Nein das habe ich nicht gesagt. Irgendwie reden (bzw. schreiben) wir aneinander vorbei.

 

Kann man machen, man hat aber weiterhin die grundlegenden Probleme, dass ein riskantes Asset mit einem hohen Erwartungswert ein hohes Gewicht im Depot bekommt. Selbst wenn man es runterhebelt, bleiben die schlechten Diversifikationseigenschaften innerhalb des riskanten Portfolio erhalten.

Ja genau zu der Idee war meine Frage, ob man theoretisch zeigen kann, ob die Vorgehensweise erst Renten hebeln, dann Mean-Variance-Optimierung zusammen mit Aktien, dann auf das gewünschte Risikolevel anpassen im Vergleich zur klassischen Mean-Variance-Optimierung zu besseren Ergebnissen führt oder ob das am Ende aufs Gleiche hinausläuft.

 

Hat wahrscheinlich garnichts mit Risk Parity zu tun. Vielleicht verstehen wir uns deshalb hier nicht.

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Ja genau zu der Idee war meine Frage, ob man theoretisch zeigen kann, ob die Vorgehensweise erst Renten hebeln, dann Mean-Variance-Optimierung zusammen mit Aktien, dann auf das gewünschte Risikolevel anpassen im Vergleich zur klassischen Mean-Variance-Optimierung zu besseren Ergebnissen führt oder ob das am Ende aufs Gleiche hinausläuft.

 

Ich hab auch keinen vollständigen Beweis dafür oder dagegen. Ich hab aber mal einen Ansatz zum Beweis den man diskutieren kann.

 

Annahme: Aktien haben Volatilität 24%, Renten haben 6%

=> Wenn ich eine Aktienquote von 30 % wünsche, dann brauche ich eine Rentenquote von 120%

=> Ich brauche einen Kredit über 50%

 

Feststellung: Der Kredit ist nicht an den Aktienanteil oder den Rentenanteil gebunden. D.h. bei dieser Aufteilung kann man gar nicht entscheiden ob Aktien oder Renten gehebelt wurden

 

Das selbe Portfolio ist also gleichermaßen

1. als ein Portfolio mit 30% Aktien und mit 70% gehebelten Renten Faktor 12/7

2. als ein Portfolio mit 20% Aktien und 80% Renten, die beide mit dem Hebel 1,5 gehebelt wurden.

 

Wir entscheiden uns für die Sichtweise 2.: Aus Schinzilords Skizze mit der Effizienten Grenze sehen wir, dass ein Portfolio aus Aktien und Renten genau dann die höchste Hebeleffizienz hat, wenn es auf dem Tangentialpunkt zur Kapitalmarktlinie liegt.

 

Folgerung: Da es zu jedem Portfolio aus Aktien und gehebelten Renten ein äquivalentes Portfolio aus Aktien und Renten mit gleichem Hebel gibt, und da wir wissen, dass jedes Portfolio aus gleichgehebelten Aktien und Renten nur dann optimal ist, wenn es dem Marktportfolio entspricht können wir auch folgern, dass der Hebel auf eine Assetklasse keine Auswirkungen auf die optimale Asset-Allokation haben kann.

 

Auch gibt es einen weiteren Nachteil bei MPT, den RP nicht hat:

Bei n>3 Assetklassen kommt oft vor, dass das optimale Portfolio z.B. 80/15/5/0 oder so ist. MPT ist hier viel extremer, wenn man nicht wieder Randbedingungen einführt, unter denen die Konvergenz nicht erfüllt ist.

 

Wo siehst du den Nachteil. Die MPT optimiert mir die Assets heraus, die eine schlechte Performance haben.

 

Bei einem simplen 1/n gleichgewichteten Portfolio hat man somit das andere extrem, eben die Gleichgewichtung.

 

Ich sehe da überhaupt kein Extrem. Dieses Statement deutet irgendwie an, dass du es als Vorteil ansiehst wenn man bei n verschiedenen Assetklassen auch alle n einsetzt.

 

In der Theorie ist das nicht der Fall:

Die Existenz einer Assetklasse bedeutet aber noch lange nicht, dass sie in einem diversifizierten Portfolio irgendeinen Beitrag liefert. Jede Klasse die in der MPT mit 0 gewichtet wird, würde bei einer Beimischung die Rendite senken oder das Risiko erhöhen - insofern sehe ich das als optimal an, dass sie auf das Minimum reduziert wird.

 

In der Praxis:

 

Der zweite Vortei: man muss keine Renditen schätzen, die extrem sensitiv ins MPT Portfolio einhergehen.

 

Das sehe ich auch so: RP ist eine gute Methode um ein gehebeltes Marktportfolio zu approximieren. Bei den meisten Assetklassen kann man davon ausgehen, dass sie einen Diversifikationsbeitrag leisten. Wenn die MPT-Allokation eine Gewichtung von 0 ermittelt ist üblicherweise eine der Schätzungen falsch, denn in einem effizienten Markt kann es eigentlich nicht Assetklassen geben auf die jeder verzichten kann. Ein solches Asset müsste nur solange verknappt werden, bis der Preis hinreichend hoch ist damit sich eine Beimischung wieder lohnt.

 

Was ihr, etherial und sparfux, sagt, also ein gehebeltes Mean-Variance-Portfolio ist eben der andere Extremfall.

 

Ich hoffe der Diskurs oben zeigt dir, dass jedes Portfolio aus einzeln gehebelten Klassen äquivalent zu einem anderen Portfolio ist, das gesamt gehebelt wird. Das RP-Portfolio kann nur kleiner oder gleich hinsichtlich des Rendite/Risikoverhältnisses sein.

 

Wenn nicht, dann findest vielleicht ein paar Fehler, an denen ich noch feilen kann.

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Feststellung: Der Kredit ist nicht an den Aktienanteil oder den Rentenanteil gebunden. D.h. bei dieser Aufteilung kann man gar nicht entscheiden ob Aktien oder Renten gehebelt wurden

Das klingt äußerst plausibel.

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Als kleinen Nachtrag möchte ich noch etwas anfügen:

 

Oben beschriebener Beweis (ich hoffe es ist einer ...) geht von der Annahme aus, dass die Assets mit einem konstanten Kreditlevel gehebelt werden, nicht mit konstanten Hebeln, wie man sie von ETFs kennt. Bei konstanten Hebeln müssen ja bei steigenden Kursen zusätzlich Kredite aufgenommen (um den durch steigen des Kurses gesunkenen Hebel wieder anzuheben). Wenn man von konstanten Hebel ausgeht, statt von konstanten Kreditleveln, dann stimmt die Aussage oben nicht mehr.

 

Die Annahme von konstanten Hebeln ist aus meiner Sicht aber nicht zielführend, da ein steigender Anleihenkurs (bei gleichbleibendem Aktienkurs zu einem zukauf von Anleihen auf Kredit führen würde. Bei einer gleichgewichtung des Risikos müsste man im konkreten Fall jedoch Anleihen verkaufen, also Rebalancen.

 

Die Annahme von konstantem Kreditlevel beinhaltet auch kein implizites Rebalancing, aber die nötigen Transaktionen sind hinterher geringer.

 

Ggf. kann ich das auch noch mit Beispielen belegen.

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Ich hoffe der Diskurs oben zeigt dir, dass jedes Portfolio aus einzeln gehebelten Klassen äquivalent zu einem anderen Portfolio ist, das gesamt gehebelt wird. Das RP-Portfolio kann nur kleiner oder gleich hinsichtlich des Rendite/Risikoverhältnisses sein.

 

Wenn nicht, dann findest vielleicht ein paar Fehler, an denen ich noch feilen kann.

Jo, ich kann deine Gedankengänge nachvollziehen und die Schlussfolgerung akzeptieren.

Trotzdem würde es mich, trotz aller Äuqivalenz (auf dem Papier) schon interessieren, wie die Fonds das machen. Hier hat es sehr wohl Auswirkungen, was aber nur die reale Umsetzung betrifft.

Z.B. hebelt es sich leichter über Futures als z.B. Fremdkapital aufzunehmen über einen Lombardokredit (nur als Extrembeispiel). Natürlich könnte man auch "doppelt" über Futures hebeln, indem man einfach nicht 100% Reserve hält.

also 2x Future auf Bund Leverage und nur 50% Reserve in sicheren Anlagen.

Hierin unterscheiden sich in meinen Augen dann die realen Risikoprofile der Fonds.

 

Die ganzen Handelssysteme werden wohl sowieso jeden Tag die AA neu über Futures regeln, da kann man natürlich auch gleich rebalancen.

 

Hier noch eine Zusammenfassung und die Unterscheidung / Abgrenzung zur efficient frontier von Houser2010:

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Das RP Portfolio hat ein schlechteres Risiko/Renditeverhältnis als das optimale Portfolio auf der CML (Bild (a)), jedoch hat man weitere Diversifikationsvorteile (Bild(B)), in meinen Augen teuer erkauft mit zusätzlichen Risiken.

Der Autor sagt, dass das gesamte Portfolio gehebelt wird, als Bondanteil plus Aktienanteil.

 

 

Hier geht der Autor auch darauf ein, ein effizientes Portfolio aus 2x gehebelten Anleihen und 1x Aktien zu optimieren inkl. Rendite/Risikoprofil (wobei er in meinen Augen die zusätzlichen Risiken nicht berücksichtigt).:

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Hallo!

 

Ich habe jetzt mal den Algorithmus im Backtest angewandt auf die 3 Assetklassen Aktien (MSCI World), Rohstoffe (DBLCI) und Renten (comstage Bund Leverage x2).

Leider reichen hier die Daten nur ein Jahr zurück, aber ein paar Aussagen kann man so auch schon treffen:

 

Im Depot liegt einmal der Invesco Balanced Risk, einmal der RP Algorithmus aus eben den 3 Assetklassen und einmal eine naive Gewichtung aus 50% Renten, 25% Aktien und 25% Rohstoffe.

Zum RP Algorithmus: Annahme als Benchmark: tägliches rebalancen. An Ende vom Tag wird mit dem Schlusskurs die neue Gewichtung hergestellt und dann gilt die neue Gewichtung vom Vortrag für die Performance des nächsten Tages (was z.B. über Futurehandel mit dem Berechnungen DAX Schlusskurs von 17:30 Uhr problemlos möglich ist). Als Benchmark wurden keinerlei TA Kosten berücksichtigt.

 

Hier der Chartverlauf und die Korrelationen:

post-9048-0-95754600-1314784788_thumb.png

 

Man sieht schön, dass der Risk Parity Ansatz keine Wundertüte ist (wie er evtl. in den Fondsprospekten suggeriert wird). Die Korrelation zwischen Benchmark und InvBR sind mit 0.27 nicht so hoch, jedoch hält der InvBR z.B. auch noch Renten aus der ganzen Welt etc.

Mit ging es aber nur um eine einfache Nachbildung.

Aber wirklich erstaunlicherweiseliegt ein naives 25/25/50 Portfolio aus 3 ETFs (nach Kosten!) gleichauf mit dem InvRB (auch nach Kosten).

Jedoch sind die Korrelationen zwischen dem Naiven Portfolio und

Aktien 0.42

Rohstoffe 0.65

Renten 0.55

viel höher als beim InvRB.

 

Also ein naives 25/25/50 Portfolio aus 3 ETFs ist somit ein RiskBalance Portfolio für Arme mit ganz ansehnlichen Eigenschaften.

Auch der InvRB operiert nicht in absolut höheren Sphären. (jedoch erreicht er wirklich eine Nullkorrelation zu Aktien, Renten, Rohstoffen).

 

Hallo Schinzilord,

 

verfolgst du diesen Vergleich eigentlich weiter? Wäre interessant... danke :thumbsup:

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Hi lpj,

 

ich würde es tun, wenn es nicht so aufwendig wäre die Daten zu holen.

Leider sind die Fonds als Vergleich nicht in der yahoo Datenbank, so dass ich sie mir umständlich von onvista oder sonstwo holen muss und dann leider einen täglichen Abgleich durchführen muss.

 

Dies hängt nur damit zusammen, dass man bei Octave keine Variablen mittels eines Pointers an eine Hilfsfunktion übergeben kann.

Deswegen muss ich hier einen Workaround über eine Textdatei mit aufbereitenen täglichen Variationsdaten machen, was aufwendiger ist.

 

Evtl. werde ich hier noch was programmieren oder aber in halbjahres Abständen unregelmäßig updates durchführen.

 

Deswegen die Antwort auf eine Frage:

Ja hab ich vor, leider ist es recht zeitintensiv und deshalb erstmal nach hinter raus geschoben.

 

Ausserdem halte ich den Risk Parity Ansatz aufgrund der Vergangenheitsdaten für zu gehypt, als dass ich selbst darin investiert sein möchte (bzw. mit meinem passiven regelmäßig rebalanctem BIP Portfolio FÜR MICH besser fahre).

Natürlich ist das nicht der Weisheit letzter Schluss, weswegen ich auch Deine Einstellung zu RP nachvollziehen kann. Nur will ich deswegen nicht so viel Zeit in dieses Thema investieren :)

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Evtl. werde ich hier noch was programmieren oder aber in halbjahres Abständen unregelmäßig updates durchführen.

 

Deswegen die Antwort auf eine Frage:

Ja hab ich vor, leider ist es recht zeitintensiv und deshalb erstmal nach hinter raus geschoben.

 

Hallo Schinzilord,

 

halbjährliche Updates wären wirklich schon klasse :thumbsup:

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aus dem Fonds Analyst

 

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Übelste Investmentpornographie :)

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Im allgemeinen korreliert niedrige Vola mit höherer Rendite, insofern müsste man da auch ein gewisses Alpha erzeugen können.

Wie kommst du denn auf so eine gewagte These?

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Aber wirklich erstaunlicherweiseliegt ein naives 25/25/50 Portfolio aus 3 ETFs (nach Kosten!) gleichauf mit dem InvRB (auch nach Kosten).

Ist ein naives Depot nicht eins, wo jeder Anteil ein 1/3 groß ist? Also 33/33/33 Portfolio?

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Ist ein naives Depot nicht eins, wo jeder Anteil ein 1/3 groß ist? Also 33/33/33 Portfolio?

Man moege es mir verzeihen. Der geneigte Leser moege bitte naiv durch ein ihm passenderes Wort ersetzen.

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Im allgemeinen korreliert niedrige Vola mit höherer Rendite, insofern müsste man da auch ein gewisses Alpha erzeugen können.

Wie kommst du denn auf so eine gewagte These?

 

Durch umfangreichste Backtests deren Veröffentlichung hier jedoch völlig den Rahmen sprengen würde.

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Wie kommst du denn auf so eine gewagte These?

 

Durch umfangreichste Backtests deren Veröffentlichung hier jedoch völlig den Rahmen sprengen würde.

Ach so.

 

Könntest du denn wenigstens mal ein executive summary hier einstellen?

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Durch umfangreichste Backtests deren Veröffentlichung hier jedoch völlig den Rahmen sprengen würde.

Ach so.

 

Könntest du denn wenigstens mal ein executive summary hier einstellen?

 

Auch viel viel zu umfrangreich (ohne Spass), aber ein Beispiel kann ich mal liefern:

 

Sortiere alle Aktien eines Universums nach Vola(100 Tage).

Kauf diejenigen 10% mit der niedrigsten Vola.

Dieser Aktienkorb bringt durchschnittlich ca. 7% Überrendite zum Gesamtmarkt in den nächsten 12 Monaten.

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