Schinzilord

Risk Parity

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Ihr könnt mich ja steinigen oder nicht, aber ich habe auf Wunsch einiger mal die Auseinandersetzung, welche drohte auszuarten ausgeblendet. Unsachliche Diskussionsführung bringt hier niemanden etwas.

Zurück zum eigentlichen Thema oder eine sachliche Auseinandersetzung wäre sehr wünschenswert ...

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Ihr könnt mich ja steinigen oder nicht, aber ich habe auf Wunsch einiger mal die Auseinandersetzung, welche drohte auszuarten ausgeblendet. Unsachliche Diskussionsführung bringt hier niemanden etwas.

Zurück zum eigentlichen Thema oder eine sachliche Auseinandersetzung wäre sehr wünschenswert ...

Die Aussage von lenzelott, dass gilt:

 

Im allgemeinen korreliert niedrige Vola mit höherer Rendite, insofern müsste man da auch ein gewisses Alpha erzeugen können.

 

wird z.B. von Fischer Scholes in Dividend yield on common stock returns" wiederlegt(s. Anhang).

 

Seine Aussage ist somit, solange es keinen Gegenbeweis gibt, falsch.

 

Seine Folgerung:

 

Sortiere alle Aktien eines Universums nach Vola(100 Tage).

Kauf diejenigen 10% mit der niedrigsten Vola.

Dieser Aktienkorb bringt durchschnittlich ca. 7% Überrendite zum Gesamtmarkt in den nächsten 12 Monaten."

 

 

ist somit nichts mehr als Wunschdenken, da man aus falschen Voraussetzungen alles folgern kann. Unter diesen Voraussetzungen eine Prognose über die nächsten 12 Monate zu treffen in unseriöse.

dividendyieldsco00blac.pdf

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Mach doch bitte einen eigenen Thread auf "Korreliert niedrige Vola mit hoher Rendite?" aber lass den Risk Parity Thread damit in Ruhe.

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Posted · Edited by Schinzilord

Hier das neueste Update:

Riskparity 7 vs. InvRiskBalance vs. Naives 25/25/50 Portfolio vs. ERC Backtest rollend 30Tage:

Betrachtungszeitraum komplett 2011. Alle Daten sollten in der Graphik enthalten sein

post-9048-0-55013800-1325339279_thumb.png

 

Kurzes Fazit:

RP7 hat null Daseinsberechtigung, und der InvRB ist nur minimal besser als ein NICHT Rebalanced naives Portfoltio.

Wenn man bei Abweichungen >5 %Punkte rebalanced hätte, wäre man auch noch besser gewesen.

 

Die Investition in RiskParity Fonds bleibt für mich weiterhin zweifelhaft, da augenscheinlich kein wirklicher Mehrwert generiert werden kann.

Und da die meisten wohl neben dem InvRB noch andere Fonds im Depot hatten, verschlechtert sich natürlich die Gesamtperformance.

(Hätte man z.B. nur einmal am 28.07. das naive Depot rebalanced (das erste Datum, als die Abweichung > 5%Punkte betragen hat), hätte man eine Jahresperformance von von 11.6% erwirtschaftet....)

 

Mein Fazit: selber machen, macht mehr Spaß und bringt mehr!

wenn man dann auch noch bedenkt, dass man nur eine Hebelung bei den Renten hat, die Aktien und Rohstoffe aber nur über normale ETFs abgebildet werden, hat man auch noch weniger Risiko im Gepäck.

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Posted · Edited by lpj23

Danke für das Update :thumbsup:

 

Ggf. sollte man den Anteil Bund Future mal auf 60% erhöhen, den MSCI World und den DBCLI auf jeweils 20% erniedrigen - ganz im Sinne von Invesco. Wobei die Hebelung Aktien/Rohstoffe dann natürlich trotzdem fehlen würde.

 

Interessant wäre auch mal ein längerer Zeitraum, in dem sich der USD schwächer gegenüber dem Euro zeigt als in 2011. ;)

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Danke für das Update :thumbsup:

 

Ggf. sollte man den Anteil Bund Future mal auf 60% erhöhen, den MSCI World und den DBCLI auf jeweils 20% erniedrigen - ganz im Sinne von Invesco. Wobei die Hebelung Aktien/Rohstoffe dann natürlich trotzdem fehlen würde.

 

Interessant wäre auch mal ein längerer Zeitraum, in dem sich der USD schwächer gegenüber dem Euro zeigt als in 2011. ;)

Klar, kann man machen: eine 20/20/60 Aufteilung kommt auf 12.2% Jahresperformance.

Auch ist der naive Benchmark nur auf Renten Deutschland beschränkt.

Ältere (und andere) Daten habe ich leider nicht, da kein ETF verfügbar. Aus den Futures rauslesen mit eigenem Hebel wählen ist mir zu viel Aufwand, weil ich mir auch wenig andere Resultate erwarte.

 

Die letzten Jahre waren super für gehebelte Renten (fallendes Zinsumfeld, sicherer Hafen). Davon haben RiskParity Produkte wahnsinnig profitiert.

Bei der guten Performance von RP sind die Medien und Investoren total geblendet.

Eine einfache Replikation hätte das gleiche Ergebnis gebracht :)

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Vielen Dank für das Update und die gute Arbeit, Schinzilord

 

RP7 hat null Daseinsberechtigung, und der InvRB ist nur minimal besser als ein NICHT Rebalanced naives Portfoltio.

Da hat wohl das Risikomanagement-Overlay, das Aquila bei seinen RP-Fonds anwendet, voll zugeschlagen. Bin mal so frei, aus dem jüngsten Managerbericht zu zitieren:

 

Die risikogewichtete Multi-Asset-Strategie des AC Risk Parity 7 Fund hat im November einen Verlust von minus 3,43 Prozent hinnehmen müssen. Nach einem positiven Start in den Berichtsmonat kam es ab Monatsmitte zu einer vorübergehenden Korrelation aller vier Anlageklassen miteinander, die sich in der Folge teilweise stark negativ entwickelten. Das durch die Verluste aktivierte Wertsicherungssystem reduzierte das Gesamt-Exposure, weshalb der Fonds von der Markterholung am Monatsende nur in sehr geringem Umfang profitieren konnte. Der monatliche Floor (Verlustuntergrenze) von minus vier Prozent konnte jedoch eingehalten werden. Seit Beginn des Jahres hat der Fonds eine Performance von minus 0,56 Prozent erzielt, im Jahr 2010 steht dem ein Plus von 7,17 Prozent gegenüber.

(Quelle:

Fondsprofessionell)



Wirklich dumm gelaufen. Zeigt aber, wie die Strategie ausgestoppt werden kann, wenn die Assetklassen kurzfristig korrelieren und man (regelbasiert) an den falschen Schrauben dreht. Ruck-zuck sind 4% bzw 7% Verlust im Kursverlauf fixiert, die die Strategie regulär nicht wieder aufholen kann. Das ist dann wohl die Schattenseite einer solchen Absicherung.

 

Kannst du noch einmal die Jahresperformance der in deinem Chart dargestellten Strategien, in Zahlen, zusammenstellen? Und vielleicht auch den AC RP12 irgendwie in den Chart einbauen? Das wäre super.

 

Sieht das nur so aus, oder beginnt die "naive" Kurve im Chart mit einem Offset von +1%?

 

Liebe Grüße, H.

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Posted · Edited by Schinzilord

Kannst du noch einmal die Jahresperformance der in deinem Chart dargestellten Strategien, in Zahlen, zusammenstellen? Und vielleicht auch den AC RP12 irgendwie in den Chart einbauen? Das wäre super.

 

Sieht das nur so aus, oder beginnt die "naive" Kurve im Chart mit einem Offset von +1%?

 

Liebe Grüße, H.[/size][/font]

Klar, lässt sich alles einrichten: Erstmal gut gesehen, da hat sich ein Offset eingeschlichen.

Der ist jetzt korrigiert, dazu ein Vergleich aus Naiv 25/25/50 und dann Naiv 20/20/60 (was der Strategie des InvRB entsprechen würde laut Factsheet):

post-9048-0-86136900-1325437875_thumb.png

 

Den Graphen des RP12 habe ich leider ned zur Hand, aber dafür die Performancedaten: (beim Naiv ohne Rebalancing vor Kosten, also 3x ETF Kaufgebühren)

post-9048-0-32691900-1325445043_thumb.png

 

(Wie fügt man eigentlich html code ein? über codeschnipsel hat es ned funktioniert)

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Posted · Edited by lpj23

Evtl. sollte man das naive Portfolio doch noch etwas anders gestalten:

 

Invesco bildet ja ein Grundportfolio aus 20% Aktien, 20% Rohstoffe und 60% Anleihen - auf alle Anlageklassen wird dann ein Hebel von ca. 1,5 gelegt, um die Zielvolatilität von 8% zu erreichen (ergo ca. 30% Aktien, 30% Rohstoffe und 90% Anleihen).

 

Da im naiven Portfolio der Hebel auf Aktien und Rohstoffe fehlt, könnte man hier die Gewichtung von vornherein auf jeweils 30% setzen, so dass ein Anteil von 40% für den doppelt gehebelten Bund Future Leveraged verbleibt (ergo 30% Aktien, 30% Rohstoffe und 80% Anleihen).

 

Wahrscheinlich käme das dem RP-Fonds näher?

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Ganz interessante Infos zur RP-Strategie:

 

=88&cHash=17c845d49b"]Risk Parity: Krisenfeste Balance

 

Risk-Parity-Konzepte haben in der Krise durch eine gute Performance überzeugt. Die Frage wird sein, ob sie die guten Erträge auch in Zukunft wiederholen können, wenn steigende Zinsen die Seite der risikolosen Assetklassen belasten. Die Anbieter geben sich jedenfalls optimistisch.

 

Wenn man einmal die vergangenen Jahre, die im Wesentlichen von Kredit- und Finanzkrise ­geprägt waren, Revue passieren lässt, dann fällt eines auf: Das Thema Diversifikation in der herkömmlichen Form wird zunehmend auf den Prüfstand gestellt. Daher ­rücken sophistizierte Strategien, die eine von den Investoren nach wie vor als ­notwendig ­erachtete Streuung über verschiedene Assetklassen ermög­lichen, immer mehr in den Vordergrund. Eine nicht erst in letzter Zeit sehr erfolgreiche Strategie sind sogenannte Risk-Parity-Konzepte, die zu den wenigen Anlagestrategien gehören, die es auch während der Krise geschafft haben, positive Returns für ihre Anleger zu generieren.

 

Das Konzept Risk Parity, das sich am ­besten mit Risikogleichgewichtung oder ­Risikoparität übersetzen lässt, ist vom Grundsatz her kein Anlageprozess, sondern eine Portfoliokonstruktionsmethode, die seit Jahren ebenso verfolgt wird wie die Um­setzung von Minimum-Varianz-Ansätzen oder das Most-Diversified-Portfolio. ­Allen drei gemeinsam ist, dass sie als eine Methode, die rein auf der Risikomessung aufsetzt, den Vorteil haben, auf sogenannte Ertragsschätzer verzichten zu können. Der Risk-Parity-Ansatz im Speziellen folgt dem Grundgedanken, dass in einem diversifizierten Portfolio nicht die prozentuale Gewichtung der Anlagesegmente entscheidend ist, sondern der prozentuale Risikobeitrag. Schon in einem gemischten Portfolio aus 30 Prozent Aktien und 70 Prozent Renten wird das Portfoliorisiko fast vollständig vom Risikobeitrag des Aktiensegments ­dominiert und nicht vom viel stärker gewichteten Rentensegment Die Risikogleichgewichtung über verschiedene Anlage­segmente wiederum unterstellt dabei zunächst, dass die langfristige Entschädigung je Risikoeinheit eines Anlagesegments gleich ist, und zieht daraus den Schluss, dass keine Schwerpunkte im Risikoexpo­sure bei einem Anlagesegment gesetzt werden sollten. Geht man bei dem Aspekt einer langfristig adäquaten Entschädigung für ­Risiko über verschiedene Anlageklassen hinweg von ­effizienten Märkten aus sprich: die Entschädigung für Risiko ist in keinem Segment deutlich höher als in den anderen ­Segmenten , so erscheint die Argumenta­tion für eine risikogleichgewichtete Port­foliokonstruktion durchaus sinnvoll.

 

Wer in unsicheren Zeiten erfolgreich ­investieren will, muss mehr noch als sonst das Portfoliorisiko angemessen berücksichtigen, erklärt dazu Christian Ulrich, der im Investmentteam von Invesco in Atlanta die Geschicke des hauseigenen Invesco Balanced Risk Allocation Fund mitbestimmt. Das gelinge eben insbesondere dann, wenn die Risiko-Allokation die Asset Allocation bestimme und nicht umgekehrt. Grundlage des Investmentprozesses sei dabei ein Risiko-Balance-Modell, das die strategische ­Asset Allocation bestimmt und diese durch eine taktische Asset Allocation ergänzt.

 

Einen sehr wesentlichen Einfluss auf die Performance von Risk-Parity-Ansätzen hat dabei natürlich die strategische Ausrichtung des Portfolios, also die Wahl der einzelnen Anlagesegmente, aus denen das Portfolio konstruiert wird. Die wenigen bisher am Markt angebotenen Risk-Parity-Fonds ­(siehe Tabelle Risk Parity Im Vergleich) setzen dabei auf die vier Anlageklassen ­Aktien, Anleihen, Geldmarkt und Rohstoffe. Aufgrund der Gleichgewichtung des Risikos der jeweiligen Assetklassen ­ergibt sich ein Portfolio, das sich von einem herkömmlich diversifizierten Fonds erheblich unterscheidet. Denn die Gleich­gewichtung des Risikos führt natürlich automatisch dazu, dass Aktien und Rohstoffe nur einen sehr kleinen Anteil erhalten, während das Gesamtportefeuille von Zinsanlagen und Anleihen dominiert wird.

 

Zur taktischen Umsetzung ihrer jeweiligen Strategie setzen die beiden Anbieter Aquila und Wegelin ausschließlich auf ­Futures, beim Invesco-Fonds berücksichtigt Manager Ulrich für den Aktien- und Rentenanteil in seinem Portfolio ebenfalls Fu­tures, Rohstoffe werden über Derivate abgebildet und der Zinsbereich über kurzfris­tige Geldmarktinstrumente wie Tagesgeld oder Geldmarktfonds.

 

Über ihre tatsächlichen Investitionsquoten sprechen die Anbieter natürlich nicht gern. Aber auch wenn die Portfolios regelmäßig angepasst werden, könnte eine typische Aufteilung eines Risk-Parity-Portfolios derzeit aus 70 Prozent Geldmarkt und 25 Prozent Anleihen sowie jeweils 2,5 Prozent Aktien und Rohstoffen bestehen. Historisch betrachtet hat man damit natürlich von ­hohen Geldmarktzinsen sowie hohen ­Kupons auf Renten und Kursgewinne ­profitiert.

 

Positiv zu werten ist bei einer Streuung über Aktien-, Zins- und Rohstoffrisiko, dass Anlagesegmente kombiniert werden, die tendenziell niedrig korreliert sind, daher fällt das Gesamtrisiko des Portfolios deutlich niedriger aus als die ­Volatilität der ­einzelnen Segmente. Außerdem hat ein ­solcher Ansatz gerade in Stressphasen wie dem Jahr 2008 oder im Juli und August des laufenden Jahres jeweils Perioden mit ausgeprägter Risikoaversion an den Kapitalmärkten und deutlichen Bewegungen hin zu sicheren Bonds vergleichsweise positiv performt.

 

Keine Garantie

 

Eine Garantie auf absoluten Ertrag bieten aber auch die Risk-Parity-Konzepte nicht. Wenn die Korrelationen zwischen den eingesetzten Assetklassen zusammenlaufen, dann kann auch ein Risk-Parity-Ansatz ­keine guten Erträge mehr erzielen. Das hat sogar die renommierte amerikanische Gesellschaft Bridgewater Associates erfahren müssen, die mit ihrem All Weather-Fonds als der Erfinder des Risk-Parity-Ansatzes gilt. Der Fonds hat im Jahr 2008 immerhin ein ­Minus von rund 25 Prozent verzeichnen müssen.

 

Das Jahr 2008 war ohnehin so etwas wie die Mutter aller Stresstests und hat zudem noch eins gezeigt: Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen. Mag man in der strategischen Grundauf­stellung der Portfolios noch Gemeinsam­keiten erkennen, so reicht diese allein eben noch lange nicht aus, schwierige Phasen an den Kapitalmärkten zu überstehen. Deshalb setzen alle Risk Parity Manager ausgeklügelte Risikomasse ein, um die eventuelle Gefährdung ihrer Portfolios zu messen und entsprechend reagieren zu können. Bei ­unserem Fonds setzen wir verschiedene Methoden, also nicht nur symmetrische und asymmetrische, sondern auch pfadab­hän­gige Risikomasse ein, um bei Bedarf unsere Positionen anzupassen, erklärt Fabian ­Dori, Fondsmanager des Wegelin Global Diversification.

 

Die Vermeidung von Risiko dürfte auch bei dem Performanceplus von 11,35 Prozent, mit dem der von Harold Heuschmidt gemanagte AC Risk Parity 12 Fund aus dem Haus Aquila, das Jahr 2008 hervor­ragend überstanden hat, eine Rolle gespielt haben. Dahinter steht der frühere Hochschullehrer an der Londoner Cass Business School, Harry Kat, der seit März vergan­genen Jahres als Head of Quant Research bei Aquila arbeitet. Kat hatte bereits während seiner universitären Laufbahn das ­Risikomanagementsystem FundCreator entwickelt, das von Anfang an bei den ­beiden Aquila-Fonds im Einsatz war. Damit sind Heuschmidt und Kat offenbar in der Lage, den Floor für den AC Risk Parity 12 bei minus sieben Prozent zu halten, beim AC Risk Parity 7 nennt die Gesellschaft ­sogar einen Flor von minus vier Prozent.

 

Dennoch überzeugt das Argument, dass über die Risikogleichgewichtung die bei eventuell steigenden Zinsen potenziellen Verluste des Rentensegments durch andere Anlageklassen wie Aktien oder Rohstoffe ausgeglichen werden können, nur vordergründig. Denn das würde ja eine perfekt ­negative Korrelation von minus eins unterstellen, die so nicht gegeben ist.

 

Weil die Risikogleichgewichtung dazu führt, dass Assetklassen mit ­einer relativ geringen Volatilität deutlich übergewichtet sind gegenüber solchen mit einer höheren ­Volatilität, ist auch die Ertragser­wartung vergleichsweise gering. Ein Portfolio mit einer Volatilität von zwei hat eben auch nur eine vergleichsweise geringe Ertragserwartung. Um nun im Gesamtergebnis auf einen aktienähnlichen Ertrag kommen zu können, bleibt dem Fondsmanager nichts anderes übrig, als sein Portfolio zu hebeln je nachdem, welches Ertragsziel der Fondsmanager verfolgt. Fabian Dori, Fondsmanager des Wegelin Global Diversification, nennt für seinen Fonds ein Leverage, das zwischen dem Drei- und dem Sechsfachen liegt.

 

Kritiker begegnen der Tatsache, dass es bei Risk Parity ohne Hebel nicht geht, mit Argwohn. Leverage ist eine gefähr­­li­che Bestie, warnt James Montier, Mitglied des Asset Allocation Teams beim US-Fonds­manager GMO. Es kann ein schlechtes Investment in ein gutes verwandeln, aber es kann auch aus einem guten Investment ein schlechtes machen. Ein ­Invest­ment mit ­einem relativ geringen Ertrag einfach nur zu hebeln, macht es noch lange nicht zu einer guten Idee. Seiner Ansicht nach sollte man sich als Investor schon sehr bewusst sein, dass man hier niedrige Bondrenditen einfach nur ­hebelt. Niemand könne wissen, ob der Markt nicht vor einer Phase steigender Inflation stehe, auch wenn das sicherlich ein Risiko sei angesichts der lockeren Geld­politik in der Welt. Ich würde mir ohnehin sehr genau überlegen, ob ich ein Investment, das einen 30-jährigen Bullenmarkt hinter sich hat, hebeln würde, so Montier. Natürlich würden die Vergangenheitsergebnisse entsprechend gut aussehen, aber die künftige Performance stehe auf einem anderen Blatt.

 

Die entscheidende Frage bei Risk-Parity-Ansätzen wird also sein, ob sie in den nächs­ten Jahren mit gegebenenfalls steigenden Zinsen noch funktionieren werden, da sie keinerlei Prognosekraft oder Aussagen über mögliche zukünftige Entwicklungen an den Märkten umsetzen. Zumal die Historie der Zinsentwicklung zeigt, dass man in den letzten 30 Jahren im Schnitt zwar langsam sinkende Zinsen beobachten konnte, dass der Prozess steigender Zinsen sich aber immer recht schnell vollzogen hat, zum Beispiel in den schlechten Anleihenjahren 1994 und 1999. Das legt nahe, dass bei den heutigen niedrigen Kupons und einem schnellen Zinsanstieg Verluste zu erwarten sind, die andere Anlageklassen nur mit ­Mühe ausgleichen könnten insbesondere wenn sie niedrig gewichtet sind.

 

Aber was passiert nun eigentlich, wenn die Zinsen steigen? Unsere eigenen Berechnungen zu Risk-Parity-Umsetzungen bestätigen die besonders guten Ergebnisse der letzten zehn Jahre, so ­Florian Schepp von der Münchner Investmentboutique ­Vescore. Allerdings ist zu bemerken, dass dieser Betrachtungszeitraum zu kurz ist. Es habe Phasen Anfang der 90er sowie in den 70er Jahren gegeben, in denen je nach Portfoliokonstruktion auch erheblich Wert vernichtet worden sei. Hieb- und stichfeste Aussagen lassen sich allein deshalb nur schwer treffen, weil in den letzten 30 Jahren die Zinsen im Schnitt eben gesunken sind, pflichtet Schepp GMO-Mann Montier bei.

 

Harold Heuschmidt, Head of Quant Fund Management bei Aquila Capital, hält da­gegen. Auch niedrige Zinsen sind kein Grund zur Trauer, erklärt er denn auch in einer solchen Phase lässt sich Geld verdienen. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Tatsache, dass die Sharpe ­Ratio japanischer Staatsanleihen mit 0,6 über zehn Jahre hinweg genauso hoch gewesen sei wie die deutscher Staatsanleihen. Eine Mehrrendite bei Anleihen ist nicht von der Höhe der Zinsen abhängig, so Heuschmidt, sondern von der Steilheit der Zinskurve. Als Beispiel führt er den Zeitraum von 2004 bis 2006 an, der bei vielen Anlegern bereits wieder in Vergessenheit geraten sei. Der amerikanische Kurzfristzins sei damals um vier Prozentpunkte gestiegen, und US-Staatsanleihen hätten stark gelitten. Unsere Strategie hat dennoch gut performt, so Heuschmidt. Steigende Zinsen allein sind nicht so problematisch, ist auch Fabian Dori überzeugt. Wenn andere Assetklassen eine ausreichende Diversifikation bieten, dann wird unsere Strategie damit zurechtkommen.

 

Horrorszenario

 

Während die Manager also offenbar ­einen Zinsanstieg nicht fürchten, gibt es dennoch eine Art Horrorszenario für den Risk-Parity-Manager: Wenn die Wirtschaftsentwicklung sich nämlich in Richtung einer Stagflation entwickeln sollte, dann bekommen die Risikogleichgewichter ein Problem. Wenn dann nämlich gleich­zeitig die Zinsen ansteigen und die Aktienkurse fallen, dann würden unter Umständen selbst eventuelle Gewinne im Rohstoff­sektor nicht ausreichen, um einen Wert­verlust des Portfolios auszugleichen.

 

Auf einen ganz anderen Aspekt weist ­Michael Busack, Geschäftsführer der Analysegesellschaft Absolut Research in Hamburg, hin. Die strategische und taktische Asset Allocation im Multi-Asset-Kontext kann mit dem Risk-Parity-Ansatz systematisch neu aufgebaut werden und führt auf lange Sicht zu verbesserten Sharpe Ratios, so der Analyst. Problematisch ist, dass Risk Parity in einer einfachen Form auch nur ,long in den Risikoprämien ist und ­daher signifikantes Betarisiko hat. Steigen die Kurse nicht, kann auch kein Risk-­Parity-Fonds Gewinne erzielen. Fallen die Kurse aller Assetklassen, macht der Fonds Verluste.

 

Deshalb ist am Ende auch der Risk-­Parity-Ansatz nicht der Stein der Weisen. Auch für diese Art der Portfoliokonstruktion gibt es natürlich günstige Szenarien und ­ungünstige Marktbedingungen. Auch wenn die bisherigen Ergebnisse, die damit erzielt werden konnten, mehr als überzeugend sind, sollten In­vestoren nach Ansicht von Busack eines berücksichtigen: Risk Parity ist ein Grundgerüst, das zum Bau individueller Multi-Asset-Ansätze geeignet ist, stellt jedoch per se kein Abso­lute-Return-Konzept dar, obwohl es durch Modifikationen ein asymmetrisches Risk-Return-Profil erzeugen kann.

 

Unterschiedliche Ansätze

 

Es bleibt zudem zu beachten, dass die am Markt verfügbaren Produkte nicht die einfache Umsetzung suchen, sondern unterschiedliche Ansätze für die Allokation ­kombinieren beziehungsweise neben dem reinen Risk-Parity-Ansatz Timing-­Modelle und Overlay-Konzepte einsetzen. Diese ­Ansätze bergen jedoch wieder eigene ­Risiken, die ein Investor kennen sollte, ­bevor er in einen Risk-Parity-Fonds inves­tiert. Keiner der Fonds gleicht dem anderen, weshalb die individuelle Due Diligence ­entscheidend ist. Risk Parity bietet aus ­diesem Grund ein sehr interessantes Konzept für ­institutionelle Investoren, die ­zunehmend die Risiken der einzelnen Assetklassen im Portfoliokontext unter Risiko-Budget-­Restriktionen beurteilen und managen müssen. Der Erfolg des Ansatzes be­siegelt zudem eine weitere Erkenntnis: Die einfachen Konzepte aus der alten Welt der kapitalbasierten Asset Allocation sind mittlerweile so gut wie tot.

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Schöner Artikel.

 

Das hier ...

Kritiker begegnen der Tatsache, dass es bei Risk Parity ohne Hebel nicht geht, mit Argwohn. Leverage ist eine gefähr­­li­che Bestie, warnt James Montier, Mitglied des Asset Allocation Teams beim US-Fonds­manager GMO. Es kann ein schlechtes Investment in ein gutes verwandeln, aber es kann auch aus einem guten Investment ein schlechtes machen. Ein ­Invest­ment mit ­einem relativ geringen Ertrag einfach nur zu hebeln, macht es noch lange nicht zu einer guten Idee. Seiner Ansicht nach sollte man sich als Investor schon sehr bewusst sein, dass man hier niedrige Bondrenditen einfach nur ­hebelt. Niemand könne wissen, ob der Markt nicht vor einer Phase steigender Inflation stehe, auch wenn das sicherlich ein Risiko sei angesichts der lockeren Geld­politik in der Welt. Ich würde mir ohnehin sehr genau überlegen, ob ich ein Investment, das einen 30-jährigen Bullenmarkt hinter sich hat, hebeln würde, so Montier. Natürlich würden die Vergangenheitsergebnisse entsprechend gut aussehen, aber die künftige Performance stehe auf einem anderen Blatt.

 

... kann man gar nicht genug betonen. Zwar finde ich den Risk Parity-Ansatz sehr interessant, da er es schafft die Korrelationseffekte von Assets optimal auszuspielen. Ich bezweifle aber, dass diese Fondform eine gute Langfristanlage sind. Für kurzfristige Anlagen mit Renditekick mag die Anlageform gut geeignet sein. Langfristig kann Sie mMn keine Überperformance bieten, weil Sie schlicht sehr teuer ist.

 

Es ist unmöglich das sich der langfristig sinkende Zinstrend wie in den letzten 30 Jahren fortsetzt. Die wirklich eindrucksvollen Überrenditen von Risk Parity Fonds, die sich vor allem aus dem Bond-Hebeln ergeben haben werden somit der Vergangenheit angehören. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich dieser Trend umkehrt und die Fond zu lahmen Enten mit hohen Gebühren verkommen. Ein langfristig steigendes Zinsniveau kombiniert mit Stagflation setzt alle Assetklassen gleichermassen unter Druck. Das Hebeln von Bonds ist dann alles andere als hilfreich und wird einfach nur zu einer schleichenden Kapitalvernichtung führen.

Man darf niemals vergessen, dass Aktien, sofern wirklich langfristig angelegt gar kein so hohes Risiko beeinhalten. Bonds dagegen schon. In Zeiten wie diesen mögen das manche verdrängt haben. Umso wichtiger ist es sich diese Tatsache immer wieder vor Augen zu führen. In meinen Augen sind die Fonds gerade bei Langristanlagern in Mode. Vielleicht setzen hier einige auf das falsche Pferd.

 

Ich gehe allerdings für das nächste Jahr von einem weiter niedrigen Zinsniveau und steigenen Aktien und Rohstoffkursen aus, so dass die Strategie kurzfristig noch sehr lukrativ sein kann. Auf lange Sicht bin ich aber extrem skeptisch.

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Posted · Edited by Licuala

Ich gehe allerdings für das nächste Jahr von einem weiter niedrigen Zinsniveau und steigenen Aktien und Rohstoffkursen aus, so dass die Strategie kurzfristig noch sehr lukrativ sein kann. Auf lange Sicht bin ich aber extrem skeptisch.

 

Deine Skepsis dürfte berechtigt sein - solange die Nullzinspolitik weiterhin Bestand hat, solange dürften auch die RP-Fonds noch ihren Schnitt machen (seitens der FED also bis mindestens Ende 2014, die BoE und die EZB dürften sich hier einreihen, Japan ist ohnehin der Vorreiter). Im Anschluß an eine Nullzinspolitik hängt es wohl sehr stark davon ab, in welcher Geschwindigkeit die Leitzinsen angehoben werden.

 

Bin selbst investiert und werde es wohl auch noch eine Weile bleiben - sehe momentan noch keine Anzeichen einer Stagflation. Löhne steigen nicht, Zinsen steigen nicht, mögliche Konjunkturabkühlung weltweit, ggf. steigt der Ölpreis (speziell vor dem Hintergrund Iran).

 

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Posted · Edited by Bärenbulle

Ich muss allerdings zugeben dass die Konsequenz des Risikomanagement schon viel für sich hat. Ich glaube, dass kaum ein Anleger in der Lage ist so etwas so konsequent und systematisch zu betreiben. In der Vermeidung wirklich großer Draw-Downs im Kurzfristhorizont liegt daher eine echte Stärke dieser Fonds.

 

Im Langfristkontext ist sowas aber völlig egal, da zählt sowieso nur TER und Basis-Risiko.

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Posted · Edited by Bärenbulle

Der informierte Anleger mit Vorliebe für wissentschaftliche Abhandlungen ist konditioniert auf die Aussage, dass sich Hebeln erst lohnt, wenn das Portfolio bereits 100% aus Aktien besteht und der Risikoappetit trotzdem noch größer ist. Soviel ich weiß, lassen sich unterhalb dieses Niveaus durch Hebel keine effizienten Portfolien erzeugen. Die entscheidende Frage ist aber ob das wirklich stimmt. Sofern es stimmt, sind die Risk Parity-Strategien vermutlich ziemlicher Mist und führen vielleicht nur zu asymetrischen Risiken. Aber schliesslich sollte man Paradigmen auch ab und an mal in Frage stellen.

 

Wie kommt es eigentlich zu der Leverage-verpönenden Aussage? Solche Aussagen hängen stark von der Risikodefinition ab. Gibt es überhaut eine wirklich kugelsichere Risiko-Definition? Mir erscheint es schon plausibel, dass ich mit Risk-Parity-Ansätzen Korrelationsvorteile hebeln kann. Der durch die Nichtkorrelation entstehende Freelunch wird folglich ebenfalls gehebelt. Ist doch erstmal plausibel und soweit auch verständlich.

In welchem Fall entfaltet sich nun aber das Risiko dieser Fonds? Einfache Antwort: Wenn alle Assets gleichzeitig abschmieren. In wirklich grossen Krisen tun sie dies ja immer. Aber dann setzt schliesslich die Stop-Loss-Logik mit dem monatlichen Vola-Floor ein. Das hat 2008 ja auch gut funktioniert. Also wann genau manifestiert sich eigentlich das böse Risiko, welches mMn zweifelsohne in den Hebeln schlummert? Wie sieht er aus der böse Ernstfall und auf welchem Pfad verläuft er? Ich vermute eigentlich wie oben bereits angedeutet, dass das Risiko dieser Strategie ein andere Fristigkeit hat, als andere Leverage-Effekte, die ja oft eher kurzfristig wirken. Aber ist das wirklich so? Und wäre eine solche Fristentransformation nicht auch ein positiver Effekt in Kombination mit herkömmlichen Assetklassen. Eure Meinungen würden mich interesieren und vor allem auch wissentschaftlich Auseinandersetzungen mit dem Thema und insbesondere im Kontext der zugrundeliegenden Risikodefinition und der Rolle von "Leverage".

 

Sofern der Risikoappetit des Anleger höher ist als bei einem 100% Aktienportfolio, dann lohnt sich Hebeln und darunter? Klar ist, dass sich die RP-Strategie bei 30% Aktien wohl kaum lohnen dürfte. Aber was ist, wenn ich ein 80%-iges Aktienportfolio haben möchte? Macht es da nicht Sinn ggf. 20% in mehrfach gehebelten Bonds anzulegen? Was sagt eigentlich die Portfoliotheorie dazu?

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Der informierte Anleger mit Vorliebe für wissentschaftliche Abhandlungen ist konditioniert auf die Aussage, dass sich Hebeln erst lohnt, wenn das Portfolio bereits 100% aus Aktien besteht und der Risikoappetit trotzdem noch größer ist. Soviel ich weiß, lassen sich unterhalb dieses Niveaus durch Hebel keine effizienten Portfolien erzeugen.

 

Nicht 100% Aktien, sondern 100% CAPM-Marktportfolio.

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Der informierte Anleger mit Vorliebe für wissentschaftliche Abhandlungen ist konditioniert auf die Aussage, dass sich Hebeln erst lohnt, wenn das Portfolio bereits 100% aus Aktien besteht und der Risikoappetit trotzdem noch größer ist. Soviel ich weiß, lassen sich unterhalb dieses Niveaus durch Hebel keine effizienten Portfolien erzeugen.

 

Nicht 100% Aktien, sondern 100% CAPM-Marktportfolio.

 

Wie ist dieser Hinweis zu verstehen?

 

Nur bei einem perfekt diversifizierten Portfolio, das ausschließlich Marktrisiko ausweist, ist Hebeln sinnvoll? Und da es das in der Praxis nicht gibt ist Hebeln in der Praxis auch nicht sinvoll?

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Posted · Edited by Bärenbulle

Nicht 100% Aktien, sondern 100% CAPM-Marktportfolio.

:blushing: Ups, ist natürlich korrekt. Von dem CAPM-Marktportfolio ausgehend kann ich den Cashanteil erhöhen und komme dann auf das effiziente Portfolio bei niedrigerer Risikopräferenz. Bei darüberliegender Risikopräferenz erhöhe ich den Leverage.

 

Aber warum verstärkt das Hebeln einer teilweise negativ oder unkorrelierten Assetklasse nicht den wohltuenden Korrelationseffekt? Mit welchem Risikobegriff arbeitet CAPM eigentlich? Nur mit der normalen Volatität / Standardnormalverteilung?

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Posted · Edited by Bärenbulle

Wie sind eigentlich nochmal die globalen Verhältnisse? Ich meine mal gelesen zu haben dass der Bondmarkt fast doppelt so groß ist wie der Aktienmarkt. Kennt da jemand irgendwelche Übersichten. Interessant wäre ggf. auch die historische Entwicklung?

 

Wenn man das Verhältnis Aktien 1/3 zu Bonds 2/3 zugrundelegt, dann müßte ein Anleger der gerne 2/3 in Aktien anlegen will, ja die Bondseite rationalerweise sowieso ordentlich hebeln.

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Posted · Edited by Gaston

Nicht 100% Aktien, sondern 100% CAPM-Marktportfolio.

:blushing: Ups, ist natürlich korrekt. Von dem CAPM-Marktportfolio kann ich dann mit Leverage auf das Zielrisiko kommen, sofern es höher liegt als das ungehebelte CAPM-Marktportfolio. Darunter wird der Cashanteil erhöht. Soweit so gut.

 

Sorry, wenn ich da nochmal unqualifiziert reinquatsche. Ich dachte, das CAPM-Marktportfolio sei ein ideales Portfolio.

 

Zitat Wikipedia:

 

Das Marktportfolio besteht aus der gewichteten Summe einer jeden Anlage des Marktes. Es ist das bestmöglich diversifizierte Portfolio in der Portfoliotheorie bzw. im Capital Asset Pricing Model (CAPM), welches unabhängig von der Risiko-Rendite-Präferenz der Investoren ist. Das Marktportfolio liegt folglich auf der Effizienzgrenze und ist gleichzeitig das Tangentialportfolio an die Kapitalmarktlinie. Mittels einer Kombination aus der risikolosen Anlage und dem Marktportfolio kann dann die Kapitalmarktlinie gebildet werden. Im CAPM hat das Markportfolio definitionsgemäß ein Beta (β) von Eins und weist aufgrund der perfekten Diversifikation über sämtliche Anlagen nur noch systematisches Risiko (Marktrisiko) auf.

Redet Ihr von etwas anderem?

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Posted · Edited by Bärenbulle

Redet Ihr von etwas anderem?

Genau davon reden wir.

 

Wie das in der Praxis aussieht habe ich gerade mal versucht hier darzustellen: Klick mich

 

Interessant ist das aber schon: Wenn fast jeder hier mit mindestens 60% Aktienanteil an den Start gehen will (Kommer und Weber machen es einem ja vor), dazu noch ein paar Immos und Rohstoffe beimischen will, dann muss man in der Bond-Abteilung dramatisch hebeln um auf CAPM zu kommen. So gesehen schliessen die RP-Fond vielleicht einfach nur die Marktlücke für Risiko-Junkies wie Kommer und Weber. :w00t:

 

***Edit: Soll aber gar nicht despektierlich klingen. Der durchschnittliche WPF'ler ist ja auch noch jung und kann daher etwas höher Risiken/Aktienquoten fahren. Aber wenn schon Risiko, dann bitte möglichst intelligent.

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Redet Ihr von etwas anderem?

Genau davon reden wir.

 

Wie das in der Praxis aussieht habe ich gerade mal versucht hier darzustellen: Klick mich

 

Interessant ist das aber schon: Wenn fast jeder hier mit mindestens 60% Aktienanteil an den Start gehen will (Kommer und Weber machen es einem ja vor), dazu noch ein paar Immos und Rohstoffe beimischen will, dann muss man in der Bond-Abteilung dramatisch hebeln um auf CAPM zu kommen. So gesehen schliessen die RP-Fond vielleicht einfach nur die Marktlücke für Risiko-Junkies wie Kommer und Weber. :w00t:

 

***Edit: Soll aber gar nicht despektierlich klingen. Der durchschnittliche WPF'ler ist ja auch noch jung und kann daher etwas höher Risiken/Aktienquoten fahren. Aber wenn schon Risiko, dann bitte möglichst intelligent.

Sorry, aber das CAPM-Marktportfolio ist nach meinem Verständnis ein rein theoretisches Modell und nicht konkret bestimmbar, geschweige denn investierbar.

 

In der Praxis werden Marktportfolios" gerne dazu hergenommen, um das Beta eines Investments zu bestimmen, also das relative Risiko einer Investition im Verhältnis zum Marktrisiko. Dabei kann aus der gewichteten Summe einer jeden Anlage des Marktes" aber auch schon mal ein etwas breiter aufgestellter Aktienindex werden, wenn es darum geht, das Beta einer Aktie zu berechnen.

 

Die Studie von Jacobs/Müller/Weber Wie diversifiziere ich richtig?" kommt zu dem Ergebnis, dass wissenschaftliche Optimierungsmodelle im Sinne von Markowitz dem Privatanleger keinen Vorteil gegenüber einfachen heuristischen Strategien bieten können. Daher besteht das Konzept von Webers Weltportfolio" darin, das Universum aller Anlagemöglichkeiten so zu reduzieren, dass ein Privatanleger mit den für ihn investierbaren Anlageklassen optimal diversifiziert ist. Dem mag man folgen oder nicht, - aber wer dem folgt, hat sicher keinen Anlass, seinen Rentenanteil zu hebeln.

 

Wobei mir persönlich der 25% Rentenanteil, auf den Weber kommt, auch zu wenig ist. Vielleicht ist Risk Parity ja eine gute Ergänzung zum Arero :)

 

Ich bin Deinem Praxislink" mal gefolgt. Willst Du ernsthaft versuchen, mal eben selber ein investierbares CAPM-Marktportfolio zu entwerfen?

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Posted · Edited by Bärenbulle

Ich bin Deinem Praxislink" mal gefolgt. Willst Du ernsthaft versuchen, mal eben selber ein investierbares CAPM-Marktportfolio zu entwerfen?

Wieso mal eben? So schwer ist das doch schliesslich gar nicht. Im Prinzip besagt die Theorie doch nur das die Summe aller globalen Assets das Marktortfolio ist. Daher muss man doch eigentlich nur die Daten kurz zusammentragen. Ob das dann viel bringt lasse ich mal dahingestellt. Orientierung gibt es allemal.

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Aber warum verstärkt das Hebeln einer teilweise negativ oder unkorrelierten Assetklasse nicht den wohltuenden Korrelationseffekt? Mit welchem Risikobegriff arbeitet CAPM eigentlich? Nur mit der normalen Volatität / Standardnormalverteilung?

 

Dazu siehe auch hier im gleichen Thread.

 

Sorry, aber das CAPM-Marktportfolio ist nach meinem Verständnis ein rein theoretisches Modell und nicht konkret bestimmbar, geschweige denn investierbar.

 

Genauso gut oder schlecht wie die Allokation des ARERO bestimmbar ist. Wer die Vergangenheitszahlen hat und ihnen vertraut, kann daraus auch die CAPM-Kurve ermitteln. Wer den risikolosen Zinssatz kennt und dran glaubt, kann auch das Marktportfolio bestimmen.

 

Die Studie von Jacobs/Müller/Weber Wie diversifiziere ich richtig?" kommt zu dem Ergebnis, dass wissenschaftliche Optimierungsmodelle im Sinne von Markowitz dem Privatanleger keinen Vorteil gegenüber einfachen heuristischen Strategien bieten können. Daher besteht das Konzept von Webers Weltportfolio" darin, das Universum aller Anlagemöglichkeiten so zu reduzieren, dass ein Privatanleger mit den für ihn investierbaren Anlageklassen optimal diversifiziert ist.

 

Ich verstehe jetzt nicht unbedingt, was der Unterschied zwischen einem Markowitz-Modell und Webers Weltportfolio ist. Beide sind mittels historischen Renditen, Varianzen, Kovarianzen optimiert worden.

 

Dem mag man folgen oder nicht, - aber wer dem folgt, hat sicher keinen Anlass, seinen Rentenanteil zu hebeln.

Wobei mir persönlich der 25% Rentenanteil, auf den Weber kommt, auch zu wenig ist. Vielleicht ist Risk Parity ja eine gute Ergänzung zum Arero :)

 

Das Problem ist, dass man das CAPM-Marktportfolio nur schwer zuverlässig feststellen kann. Der Risk-Parity-Ansatz zu erzeugt zwar nur ein suboptimales Modell, dieses aber mit deutlich höherer Signifikanz (das ist pure Mutmaßung von mir, würde ich nochmal prüfen, wenn mich der Ansatz wirklich interessieren würde). Risk-Parity ohne Hebel ist eben sehr stark von Renten dominiert und deswegen eher renditeschwach. Mit Hebel wird es mehr.

 

Das Hebeln erst dann Sinn macht, wenn man ungehebelte Investments völlig (bis auf die eiserne Reserve) ausgereizt hat, wurde ja vorher von Bärenbulle und mir bereits erklärt, zumindest in der Theorie. Weil das bei mir nicht der Fall ist, sehe ich auch keinen Anlass zum Renten hebeln.

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Posted · Edited by Licuala

Nur mal interessehalber:

 

Wo würdet ihr die größere Zinssensivitivität sehen, bzw. die höheren Verluste bei zukünftigen Zinsanstiegen sehen:

 

Bei einem RP-Fonds (bspw. Invesco) oder bei einem (häufig empfohlenen) ETF auf beispielsweise dt. Bundesanleihen mit mittlerer Laufzeit (z.B. iShares eb.rexx ® Government Germany 5.5-10.5 (DE) (DE0006289499))?

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