100 Euro Sparplan Mischfonds

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Der Sparplan dient als Baustein für die private Altersvorsorge und soll ca. 15-20 Jahre laufen. Die Fonds gehören zu den Forumslieblingen und werden beide in ihrem eigenen Faden ausführlich diskutiert:

 

ARERO-Der Weltfonds

 

Carmignac Patrimoine

 

Auf den Patri bin ich erst relativ spät aufmerksam geworden, als er wegen seiner überragenden Performance im Krisenjahr 2008 plötzlich in aller Munde war. Vom Arero habe ich zunächst die theoretische Grundlage durch das Paper von Jacobs / Müller / Weber Wie diversifiziere ich richtig?" kennengelernt und den Fonds selbst erst einmal eine Weile beobachtet.

 

Eine Einmalanlage in ein Portfolio aus 50% Arero und 50% Carmignac Patrimoine hätte seit dem 21.10.2008 (dem Start des Arero) eine Wertsteigerung von. 33,5% erfahren (Stand 12.1.12):

 

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Dazu liefert der Patri seit August 2011 wieder den etwas größeren Beitrag:

 

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Leider habe ich den Sparplan aber erst im Februar 2010 aufgelegt. Da sieht das Ergebnis dann schon weniger berauschend aus:

 

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Die Wertsteigerung seit dem 15.2.10 beträgt 2,82 % und war im Dezember noch negativ:

 

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Aber das wird schon noch :)

Zumindest hat das Monitoring einen gewissen Unterhaltungswert, wenn zwei so gegensätzliche Anlagephilosophien gegeneinander antreten, um für die Rente zu sorgen:

 

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Da die Sparplanausführung immer am 15. eines Monats (oder dem nächsten Börsentag) erfolgt, werde ich die weitere Entwicklung dieses Portfolios immer in der zweiten Woche jedes Monats dokumentieren.

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Hallo Gaston,

 

ich finde den Ansatz gut und man sieht schön, dasssich die aktive Strategie hier teils deutlich vom allgemeinen Marktgeschehen abhebt. Ich verfolge einen ähnlichen Ansatz, allerdings stößt man mE bei nur zwei Fonds schnell an Grenzen, wie viel man nun in einen einzelnen Fonds investieren will. Bei 100 Sparplan wirst Du das Problem so schnell nicht bekommen, das ist auch klar...

 

Planst Du die Sparrate im Sinne des Rebalancing anzupassen oder bleibt es bei 50:50?

 

 

VG Marcise

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Posted · Edited by Gaston

Planst Du die Sparrate im Sinne des Rebalancing anzupassen oder bleibt es bei 50:50?

 

Hallo Marcise,

 

dieser Fragestellung versuche ich mich gerade anzunähern. Grundsätzlich sind aktive Fonds bei kleinen Vermögen ja besonders gut für Rebalancing geeignet, da es nichts kostet. Aber dafür muss ich erst einmal ermitteln, wie die optimale Aufteilung zwischen Patri und Arero aussehen könnte und ob die Kombination dieser beiden Fonds unter Rendite Risiko Aspekten überhaupt sinnvoll ist.

 

Die naive 50:50 Aufteilung hat sich erst einmal aus einem naiven Diversifikationsansatz ergeben, streng nach dem Motto wenn ich nicht alle Eier in einen Korb legen will, brauche ich mindestens zwei". Dabei hatte ich das Gefühl, dass sich die beiden Fonds gut ergänzen würden. Der Arero muss ja aufgrund seiner Aufteilung (60% Aktien, 25% Renten, 15% Rohstoffe) relativ kräftig abschmieren, wenn die Aktienkurse in den Keller gehen. Da ist der Rentenanteil einfach zu klein, um das aufzufangen, insbesondere wenn in einer Rezession dann noch die Rohstoffe den Aktien in den Keller folgen. Der Patri setzt sich in solchen Börsenphasen gerne an die Spitze der Ranglisten, verpasst dafür aber mitunter auch einiges an Performance, wenn Herr Carmignac die Situation skeptischer einschätzt als der Markt. Die letzte Phase dieser Art dauerte ca. ein Jahr (Juni 2010-Juli 2011) und das Murren im Patri-Faden war groß, bis Ede dann doch recht behalten hat.

 

Die Performance Charts scheinen die Einschätzung, dass sich die beiden Fonds gut ergänzen, bisher zu bestätigen, aber wirklich sinnvoll ist die Kombi eigentlich nur, wenn mit einem Portfolio aus Patri und Arero ein besseres Rendite Risiko Verhältnis erreicht werden kann, als mit dem besseren" der beiden Fonds. Dazu habe ich ein paar Berechnungen angestellt:

 

Korrelation

 

Für die Korrelation der täglichen Wertänderungen im Zeitraum vom 22.10.2008 15.02.2010 liefert Excel einen Koeffizienten von 0,13. Das heißt, bei Beginn des Sparplans waren die Fonds wirklich nur schwach korreliert. Sicherheitshalber habe ich auch noch die Korrelation der monatlichen Wertänderungen im Zeitraum von November 2008 bis Februar 2010 berechnet. Ergebnis: 0,32. Immer noch ganz gut. Aber der Wert ist mit Vorsicht zu genießen, da für die Berechnung nur 16 Datenpaare zur Verfügung stehen. Es ist zwar üblich, historische Renditen und Korrelationen auf Monatsbasis zu berechnen, aber 36 Monate sollte man schon zur Verfügung haben, um eine Aussage zu treffen. Wenn ich die Daten bis zum 31.1.2012 hinzunehme, ergibt sich für den Zeitraum des Sparplans folgender Verlauf der Korrelation der Monatsrenditen:

 

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Mit einem Wert von 0,12 hat sich der Korrelationskoeffizient der Monatsrenditen dem der Tagesrenditen somit weitgehend angenähert. Der Korrelationskoeffizient der Tagesrenditen bleibt übrigens konstant bei 0,13, wenn ich den Zeitraum bis zum 31.1.12 ausdehne. Daher spare ich mir das entsprechende Chart.

 

Fazit: Ich kann getrost mit Tagesrenditen weiterrechnen und die Fonds sind tatsächlich schwach korreliert. Das heißt aber noch nicht, dass es sinnvoll ist, die Fonds zu kombinieren. Um das zu beurteilen, muss ich im nächsten Schritt Rendite und Vola der Fonds untersuchen.

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Posted · Edited by Gaston

Rendite und Risiko

 

Aus den täglichen Wertänderungen vom 22.10.2008 bis zum 15.2.2010 ergibt sich für den Patri eine Renditeerwartung von 16,57% und eine Vola von 8,36%. Das sind sensationell gute Werte, die aber wohl vor allem dem kurzen Betrachtungszeitraum geschuldet sind. Im Verlauf des Sparplans entwickeln sich Renditeerwartung und Vola dann wie folgt:

 

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Stand 31.1.2012 ergibt sich somit eine Renditeerwartung von 8,9% und eine Vola von 8,88%. Die Renditeerwartung hat sich also auf ein deutlich realistischeres Maß reduziert, die Vola hat sich leicht erhöht, ist aber insgesamt sehr konstant geblieben.

Für den ARERO sieht die Sache so aus: Aus den täglichen Wertänderungen vom 22.10.2008 bis zum 15.2.2010 ergibt sich eine Renditeerwartung von 10,28% und eine Vola von 17,45%. Im Verlauf des Sparplans entwickeln sich Renditeerwartung und Vola dann wie folgt:

 

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Stand 31.1.2012 ergibt sich somit eine Renditeerwartung von 6,92% und eine Vola von 13,42%. Die Vola ist also gesunken, die Renditeerwartung allerdings auch. Insgesamt hat der Arero gegenüber dem Patri eine geringere Renditeerwartung mit mehr Risiko. Hier noch einmal die Ergebnisse im Überblick:

 

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Daraus folgt: Sowohl zu Beginn des Sparplans am 15.2.2010 als auch aktuell Stand 31.1.2012 war eigentlich nicht zu erwarten, dass mit einer Kombination aus Patri und Arero ein besseres Rendite Risiko Verhältnis erreicht werden kann, als mit dem Patri selbst. Ich habe aber trotzdem mal Renditeerwartung und Vola für das Sparplanportfolio berechnet, entsprechend der Aufteilung, die sich aus den Sparplanraten und der Kursentwicklung der Fonds ergeben hat.

 

Dar Sparplanportfolio startet am 15.2.2010 mit einer Aufteilung von 50:50, einer Renditeerwartung von 13,42% und einer Vola von 14,03% und entwickelt sich dann wie folgt:

 

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Stand 31.1.2012 hat das Portfolio eine Renditeerwartung von 7,91% bei einer Vola von 11,7%. Der Anteil des Patri beträgt zu diesem Zeitpunkt immer noch 50%. (genaugenommen: 50,26%). Hier nun alle Ergebnisse im Überblick:

 

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Fazit:

Das Sparplanportfolio hatte von Beginn an ein schlechteres Rendite Risiko Verhältnis als der Patri. Die optimale Aufteilung wäre daher 100% Patri, 0% Arero. Trotzdem werde ich den Sparplan erst einmal so beibehalten. Warum?

 

  • der Betrachtungszeitraum ist nach wie vor sehr kurz. Langfristig würde ich immer noch unterstellen, dass der Arero für das höhere Risiko auch eine höhere Rendite liefern sollte. Und ich bin auch nicht so sicher ob der Patri seine hervorragenden Kennziffern auf Dauer halten kann. Ich ziehe daher erstmal nur den Schluss, dass sich aus den bisher betrachteten Daten keine sinnvolle Aufteilung ableiten lässt.
  • Man darf nicht vergessen, dass die aus den Vergangenheitsdaten ermittelte Renditeerwartung etwas anderes ist, als die tatsächlich erzielte Rendite. Seit der Sparplan läuft, hat sich der Arero ja gar nicht schlechter entwickelt als der Patri, sonst würde sein Anteil nicht immer noch bei 50% liegen. Da heute das zweite Sparplanjahr zu Ende geht, kann ich als nächstes mal berechnen, wie sich im ersten Sparplanjahr die aus den historischen Daten ermittelte Renditeerwartung und Vola gegenüber der dann tatsächlich erzielten Rendite und Volatilität verhalten haben.

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Posted · Edited by Gaston

Es ist wohl relativ unstrittig, dass die Performance eines Fonds in der Vergangenheit kein zuverlässiger Indikator für seine künftige Wertentwicklung ist. Trotzdem kommt man bei den meisten Modellen zur Portfoliooptimierung nicht darum herum, Erwartungswerte hinsichtlich Rendite und Risiko für die Bestandteile des Portfolios anzugeben. Und wer keine Glaskugel hat, leitet diese in der Regel aus den historischen Daten ab.

 

Entsprechend habe ich bei den Betrachtungen bezüglich Rendite und Risiko des Sparplans mit Erwartungswerten gearbeitet, die sich aus den Daten von 21.10.2008 (Start des Arero) bis zum jeweiligen Betrachtungszeitpunkt ergeben haben. Hier noch einmal der Verlauf der Erwartungswerte im Vergleich mit den dann tatsächlich erzielten Werten:

 

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Der Patri startet am 15.2.2010 mit einer Renditeerwartung von 16,57% p.a. (rot). Das ist der Wert, der sich aus der Vergangenheitsperformance vom 21.10.2008 bis zum 15.2.2010 ergibt. Vom 15.2.2010 aus in die Zukunft geblickt erzielt er eine Rendite von 7,18% p.a. (orange). Das ist die Performance vom 15.2.2010 bis zum 14.2.2011. An Ende des Betrachtungszeitraums ist die Renditeerwartung zwar auf 12,54% gesunken (entsprechend der Performance vom 21.10.2008 bis zum 15.2.2011), die tatsächliche Performance vom 15.2.11 bis zum 14.2.12 beträgt aber nur 2,91%.

 

Im Gegensatz zur Rendite verändert sich die Volatilität kaum. Entsprechend eng liegen auch die erwarteten Werte (dunkelblau) und die dann im Folgejahr erzielten Werte (hellblau) beieinander.

 

Beim Arero ist der Verlauf noch krasser. Er startet mit einer Renditeerwartung von 10,28% p.a. (rot) und die im folgenden Jahr erzielte Rendite liegt sogar bei 13,86% (orange). Bis zum 15.2.11 steigt die Renditeerwartung auf 11,38%. Die dann tatsächlich erzielte Rendite ist aber negativ (-2,1%):

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Posted · Edited by Gaston

Hier nun das reguläre Update. Zwei Jahre sind rum und der Portfoliowert hat sich wieder erkennbar oberhalb des eingezahlten Kapitals etabliert:

 

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Im Wettstreit der Systeme hat nun wieder der ARERO ganz knapp die Nase vorn mit einer Wertsteigerung des eingezahlten Kapitals in Höhe von 4,67% gegenüber 4,64% beim Carmignac Patrimoine:

 

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Die Wertentwicklung des Gesamtportfolios beträgt nach zwei Jahren 4,66%:

 

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Aber was ist das eigentlich für eine Rendite? Wie haben sich die Sparplanraten verzinst? 4,66% ist ja nur die Wertentwicklung per 14.2.12 nach der Formel (Porfoliowert Einzahlungssumme) / Einzahlungssumme. Die Einzahlungssumme beträgt 2400,- Euro. Davon haben sich die ersten 100 Euro 24 Monate lang verzinst, die letzten 100 Euro aber nur einen Monat. Im Mittel waren also in den letzten zwei Jahren nur 1250 Euro eingezahlt. Das ergibt dann eine Kapitalrendite von 8,94% über zwei Jahre ((2.511,73 2.400) / 1250), also eine Rendite von 4,47% 4,374% per annum. (EDIT: Jahresrendite korrigiert, Dank @Ferdinandelonghi)

 

Da die Einzahlungen regelmäßig und zeitlich gleichmäßig verteilt erfolgen (nämlich monatlich) kann ich für jeden Monat im Sparplan die Kapitalverzinsung bis dato erzielte Rendite mit der Formel (Portfoliowert - Summe der bis dato erfolgten Einzahlungen) / Mittelwert des einzahlten Kapitals über die zurückliegenden Monate /Anzahl der Monate * 12 abschätzen, diese dann mit der Formel (1+bis dato erzielte Rendite)^(1/(Anzahl Monate / 12)) -1 annualisieren und die Entwicklung der Rendite per annum somit auch grafisch darstellen (EDIT: musste natürlich auch geometrisch berechnet werden)

 

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Wenn ich es genauer Wissen will, muss ich die Daten nach Excel ausgeben und mit dem internen Zinsfuß rechnen (deutsch XINTZINSFUSS, englisch XIRR). Dazu bilde einen Zahlungsstrom aus den Sparplanraten im Betrachtungszeitraum als Einzahlungen und den Portfoliowert am Ende des Betrachtungszeitraums als Auszahlung:

 

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Im Ergebnis erhalte ich eine Kapitalverzinsung von 4,43% p.a., d.h. der obige Schätzwert lag nur um vier sechs hundertstel Prozent daneben. Den Verlauf der Rendite nach XIRR abzubilden wird dann relativ aufwendig, denn wenn ich jeden Datenpunkt des Charts mit XIRR berechnen will, muss ich dazu auch jeweils einen Zahlungsstrom aus den Sparplanraten bis zu diesem Zeitpunkt und dem Portfoliowert zu diesem Zeitpunkt bilden. Ich habe das trotzdem mal mit einem VBA Skript gemacht, um zu sehen, wie gut die Schätzwerte insgesamt waren:

 

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Man sieht, dass die Abweichungen in den ersten Monaten noch relativ groß sind, da XIRR mit den Datumswerten im Zahlungsstrom viel genauer rechnet. In den letzten Monaten pendeln sich die Abweichungen dann aber im Bereich von hundertstel Prozentpunkten ein. Für künftige Betrachtungen des Renditeverlaufs wird daher die Schätzwertmethodik genügen, - da müssen die Daten nicht extra in Excel weiterbearbeitet werden.

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hallo Gaston,

 

schöne Analyse....gratuliere!

 

 

Muss nicht bei Deiner letzten Berechnung die Jahresrendite geometrisch berechnet werden, das würde dann nicht 4,47% sondern 4,374% p.a. ergeben.

 

lg

ferdinand

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Muss nicht bei Deiner letzten Berechnung die Jahresrendite geometrisch berechnet werden, das würde dann nicht 4,47% sondern 4,374% p.a. ergeben.

 

Da hast Du absolut recht. (1+0,0894)^(1/2)-1 = 0,04374. Danke für den Hinweis!

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Mal wieder ein Update. Unter dem Strich hat sich in den letzten drei Monaten nicht viel getan. Bis Mitte März hat der Arero seinen Vorsprung ausgebaut und dabei auch kurz mal über die 6% Marke geschaut. In den letzten zwei Monaten gings dann zügig abwärts, so dass seit April der Patri wieder vorne liegt:

 

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Entsprechend ist auch die Wertentwicklung des Portfolios wieder in Richtung 3% zurück gefallen, nachdem im März fast schon die Sechs vor dem Komma in Reichweite war. Stand 14.5. sind es wieder 3,26%:

 

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Und die Verzinsung ist nach dem 5 prozentigen Höhenflug im März auch wieder unter 3 % gerutscht. XINTZINSFUSS sagt 2,78% p.a.

 

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Hallo Gaston,

wollte nur kurz sagen: interessanter Thread, interessante Grafiken und nicht zuletzt eine Rendite oberhalb von Tagesgeld.

 

Herz - was willst du mehr.

 

Weiterhin viel Spaß beim Auswerten!!!!

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Seit der letzten Auswertung Mitte Mai gab es viel Bewegung im Portfolio. Der Arero ist zunächst weiter abgestürzt und Anfang Juni wieder in negatives Terrain gerutscht, während der Patri auf dem vorläufigen Höhepunkt der Eurokrise zum Höhenflug ansetzte. Zwei Monate später hat der Arero aber schon wieder die Nase vorne, - dank Dragi und einer überraschend guten Entwicklung der Aktien- und Rohstoffmärkte:

 

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Insgesamt eine recht erfreuliche Entwicklung und ich würde sagen, zumindest in diesem Sommer hat sich die Kombination Arero / Patri bewährt. Die Wertentwicklung liegt jetzt wieder über 6 Prozent:

 

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Und die Verzinsung des angelegten Kapitals ist auch wieder auf 4,5 % p.a. gestiegen (Xintzinsfuss sagt 4,60%):

 

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Wenn die Entwicklung so weitergeht, lohnt es sich zum Jahresende vielleicht sogar noch einmal die Renditeerwartungen auf Basis der Monatsdaten zu berechnen und das Rendite/Risiko Verhältnis des Portfolios zu überprüfen.

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Im letzten Quartal 2012 ist nicht mehr viel passiert. Arereo und Patri sind relativ gleichförmig seitwärts gelaufen, mit leichtem Gefälle und einem kräftigeren Dip im November. Über das gesamte Börsenjahr gesehen hat der Patri seine Performance von 1,3% auf 4,4% gesteigert und der Arero von -1% auf 6,7%

 

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Damit liegt der Arero zum Ende des Jahres klar vorne. Insgesamt scheint sich in 2012 die Ursprungsannahme zu bestätigen, dass der Arero der riskantere Portfolioteil ist, der nicht nur eine höhere Vola, sondern auch eine höhere Renditeerwartung haben sollte. Wenn im Februar das dritte Sparplanjahr zu Ende geht, werde ich mich noch mal an einer Rendite-Risiko-Analyse auf Basis von Monatsdaten versuchen.

 

Was die Gesamtperformance des Portfolios betrifft, hätte das Jahr getrost im Juli zu Ende gehen können. Über das gesamte Börsenjahr gesehen hat sich die Performance immerhin noch von 0,15% auf 5,57% verbessert:

 

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Und die Sparplanrendite hat sich in 2012 von 3% p.a. auf 4% p.a. verbessert:

 

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4% sehen nach einem so guten Börsenjahres wie 2012 natürlich eher mager aus. Aber 2011 war eben ziemlich schlecht und auch in 2012 haben die Sparplanraten ab August kaum noch einen positiven Renditebeitrag leisten können. Trotzdem sieht 2012 für sich allein genommen natürlich besser aus:

 

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Posted · Edited by Gaston

Noch ein kleiner Nachtrag zum Jahresrückblick:

 

Immer, wenn jemand hier im Forum gerade stolz die Performance eines aktiven (Misch)Fonds präsentiert, den er gerade gut findet, kommt Otto03 und stellt fest, dass eine naive Mischung aus Dax und RexP aber besser abgeschnitten hätte.

 

Willkürliches Beispiel aus einem anderen Faden:

 

Möchtest du ernsthaft einen Fonds empfehlen, der seit 5 Jahren (bis auf 2009 knapp) Jahr für Jahr natürlich auch kostenbedingt deutlich schlechter abschneidet als eine homebias fixierte 50/50 Dax/RexP Mischung?

Otto macht sich damit nicht immer Freunde, aber ich bin diesbezüglich ein ganz großer Fan von ihm. Und da er sich vermutlich nicht hier her verirrt, lege ich jetzt mal selbst eine entsprechende Messlatte an den hier vorgestellten Sparplan.

 

Mein Benchmarking Tool ist leider noch nicht fertig (wenn es jemals fertig wird, kann es mit historischen Daten von Rex und Cdax jedes beliebige Mischungsverhältnis für jeden beliebigen Zeitraum ab 1955 darstellen), daher habe ich das Prinzip einer einfachen Gleichgewichtung von deutschen Aktien und Renten für das Jahr 2012 einfach mal mit einem kostenlosen ETF-Sparplan simuliert.

 

Für die Renten muss der IBOXX EUR GERMANY COVERED INDEX (DBX0AX) herhalten, der läuft bei mir seit längerem als kostenloser Sparplan im Rahmen der dbx-tracker Aktion bei Consors und wird da immer brav zum NAV-Wert ins Depot gelegt. Der Index besteht allerdings aus Pfandbriefen und ist daher 2012 etwas besser und schwankungsärmer als der RexP (blau) gelaufen:

 

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Für die Aktien nehme ich den ComStage ETF F.A.Z Index (ETF006), der bei mir im Rahmen der ETF Offensive der Codi seit Anfang 2012 im Programm ist. Der FAZ-Index war bis zur Einführung des DAX der maßgebliche deutsche Aktienindex und ist mit 100 Titeln aus 12 Branchen etwas breiter aufgestellt. Die Performanceunterschiede zum Dax (blau) waren 2012 aber minimal:

 

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Damit haben wir einen gebührenfreien ETF-Sparplan mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,15%. Um die Performance im Jahr 2012 vergleichbar zu machen, nehme ich den Jahresendwert des Themenportfolios zum 30.12.2011 und investiere zu gleichen Teilen in ETF006 und DBX0AX. In 2012 laufen die Sparplanraten dann wie beim Themensparplan. Und so sieht dann die Performance der Portfolio Anteile aus:

 

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Und so die Gesamtperformance des Portfolios:

 

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Und so der Renditevergleich:

 

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Die Frage, ob denn mein Sparplan in 2012 auch besser abgeschnitten hat als eine simple Gleichgewichtung von deutschen Aktien und Renten, lässt sich also ziemlich eindeutig beantworten: Nein!

 

Aber das Benchmarkportfolio gefällt mir gut. Nicht nur als Messlatte sondern auch als Sparplanportfolio. Werde ich bei künftigen Auswertungen jedenfalls immer mitführen

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na da bin ich jetzt auf das Feedback einiger gespannt :-)

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Wenn man bedenkt, dass der Dax in 2012 runde 30% zugelegt hat, kann ein Mischfondskonzept garnicht dagegen gewinnen. Aber schau mal ein Jahr weiter zurück und schon relativiert sich das Ganze wieder.

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Wenn man bedenkt, dass der Dax in 2012 runde 30% zugelegt hat, kann ein Mischfondskonzept garnicht dagegen gewinnen.

Wieso nicht? Der ETF-Sparplan hat eine Aktienquote von 50%. Wenn ein Mischfondskonzept eine Aktienquote >= 50% zulässt, kann es dagegen gewinnen. Und auch bei geringeren Aktienquoten ist das möglich, wenn die ausgewählten Aktien besser performen als der Dax oder die übrigen Assets besser als die Pfandbriefe. Der Arero hat z.B. eine Aktienquote von 60% und seine 15% Rohstoffe würde ich auch eher dem riskanten Teil des Portfolios zuordnen. Jedenfalls ist die Rentenquote nur halb so hoch wie beim ETF-Sparplan. Da gibt es überhaupt keine strukturellen Gründe, dass der Arero schlechter abschneiden muss, wenn der Dax gut läuft.

 

Aber Du hast natürlich recht, wenn Du darauf hinweist, dass der Jahresrückblick 2012 nur eine Momentaufnahme ist, - und dass dieser Moment ein sehr günstiger Moment für ein gleichgewichtetes Portfolio aus deutschen Aktien und Renten war.

 

 

Aber schau mal ein Jahr weiter zurück und schon relativiert sich das Ganze wieder.

Ja klar. Genauso wie ich das gute" Ergebnis von 2012 relativieren kann, kann ich auch das schlechte" Ergebnis von 2011 relativieren. Den ComStage ETF F.A.Z Index gibt es noch nicht so lange, aber wenn ich ersatzweise den db x-trackers DAX ETF Acc (DBX1DA) nehme, sieht der Renditevergleich für 2011 so aus:

 

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In 2011 hat eine simple Gleichgewichtung von deutschen Aktien und Renten also doppelt so schlecht abgeschnitten wie mein Themensparplan.

 

Aber egal ob man nun 2011 oder 2012 anschaut, die Gleichgewichtung von Aktien und Renten ist als Messlatte natürlich aus der Luft gegriffen. Im Prinzip müsste man noch mal eine Risikoberechnung machen und untersuchen, welche Aktienquote im ETF-Sparplan eigentlich zum Themensparplan passen würde.

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Am 14. Februar ist das dritte Sparjahr zu Ende gegangen, - Zeit für eine kurze Gesamtauswertung.

 

Der Portfoliowert hat sich inzwischen erkennbar von der Treppe der monatliche Sparraten gelöst:

 

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Die Wertentwicklung im Verhältinis zum eingesetzten Kapital liegt nun bei gut 7%:

 

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Die jährliche Verzinsung des Kapitals liegt laut xintzinsfuss bei 4,5%. Die etwas gröbere Abschätzung des Renditeverlaufs kommt zu dem gleichen Ergebnis:

 

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Und im Wettstreit der Konzepte liegt weiterhin der Arero vorne. Die Wertentwicklung beträgt jetzt 7,94% gegenüber 6,15% beim Patri:

 

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