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eumel

Welche Infos darf die Bank von mir verlangen (bei Geschäftskonto)

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eumel

Hallo,

 

welche Infos darf eine Bank von mir als Kunden verlangen und auf welcher Basis?

 

Folgender Sachverhalt:

 

 

bin selbständig und habe bei einer Volksbank ein Geschäftskonto, ein Privatkonto, einen Hypothekenkredit fürs Haus und einen KFW-Kredit für eine PV-Anlage.

 

Vor 3-4 Jahren habe ich einen Brief bekommen in dem die Bank anforderte: Bilanz, Einkommenssteuerbescheid, Aufstellung der Lebenskosten.

 

Bei den Lebenskosten wollten die z.B. wissen, wieviel ich monatlich für Lebensmittel ausgebe, für Freizeit, etc. - Meiner Meinung nach geht die das nix an.

Ich habe dann nur den Einkommensteuerbescheid abgegeben.

Ein Jahr später dann derselbe Spass. Ich habe gefragt warum und auf welcher Grundlage die das wollten und da hiess es "ist halt so, bräuchte man wegen der Risikoabschätzung".

Habe dann mit dem Sachbearbeiter vereinbart, daß mein Geschäftskonto auf Guthabenbasis geführt wird und seither war gut - ohne daß ich denen irgendwelche Daten angegeben habe.. Anscheinend wollen/brauchen die das für das Geschäftskonto.

Genaueres wozu die das brauchen habe ich aber bisher nicht erfahren und mit "ist halt so" will ich mich nicht abfinden.

 

Einen Kontokorrentkredit aufs Girokonto brauche ich nicht und der Hypothekenkredit wird Ende 2012 abgelöst. Wäre eigentlich bereits geschehen aber die lassen mich nicht vorab raus.

 

 

Jetzt liegt schon wieder ein Brief hier (neuer Kundenbetreuer) und die wollen wieder daß ich die Hosen runterlasse.

Meiner Meinung nach geht die Bank das garnix an.

Aber weil die Bank mir nicht sagen kann, wieso und weshalb die das anfordern die Frage ans Forum:

 

wozu braucht die Bank einen Einkommenssteuerbescheid, eine Aufstellung der Lebenshaltungskosten und eine Bilanz von mir und auf welcher Basis verlangen die das?

 

Für die Hypothek haben die Zugriff aufs Haus, Geschäftskonto wird auf Guthabenbasis geführt, KFW-Kredit ist ebenfalls übers Haus abgesichert, andere Kredite habe ich nicht.

Gut wenn ich Schulden hätte oder wollte könnte ich das verstehen, aber einfach mal so pauschal alle Daten über mich anfordern nur weil ich selbstständig bin?

 

Btw - gibt es andere Banken die für Geschäftskonten taugen und evtl. mit weniger Info zufrieden sind?

 

Danke.

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John Silver

Hallo eumel,

 

wenn ich mich richtig entsinne, verweisen die Banken immer auf §18 KWG. Im Zweifel fordert außerdem eine Bank immer mehr Unterlagen ein.

 

MFG

JS

 

http://www.gesetze-im-internet.de/kredwg/BJNR008810961.html

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Ramstein

wenn ich mich richtig entsinne, verweisen die Banken immer auf §18 KWG. Im Zweifel fordert außerdem eine Bank immer mehr Unterlagen ein.

Da kein Kreditrahmen vereinbart ist, ist §18 KWG weniger treffend. Richtig ist, dass Banken oft mal fragen, weil ihre internen Regeln das einfach so vorsehen. Frage@eumel: Hat die Bank mit irgendwelchen Folgen gedroht, falls sie die Daten nicht bekommen? Sonst -> Tonne.

 

Möglich ist aber auch, dass sie bei dem Geschäftskonto mit dem GwG argumentieren könnten.

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eumel
· bearbeitet von eumel

Hallo,

danke für die Infos, ich finde darin aber keinen Grund weshalb die Bank die Daten benötigen sollte.

Einen Kredit will ich ja nicht. Mir scheint die fordern die Unterlagen einfach mal pauschal an.

 

Durch mein Gewerbe gibt es keine großen Buchungen, nur viele kleine. Die Beträge sind zu 99% unter 10.000 Euro.

Habe eine Mail an die Bank geschrieben, wozu sie das benötigen und auf welcher rechtlichen Grundlage.

 

Wie gesagt - es gibt das Darlehen fürs Haus und für die PV-Anlage. Die sind aber durch das Haus mehr als abgesichert.

 

 

GWG = Geldwäschegesetz? dann sollen sie halt eine Meldung ans Finanzamt machen.

Hier ist alles ordentlich verbucht, das Finanzamt darf gerne alles anschauen.

Die Bank aber nicht, nur wenn es dazu eine gesetzliche Grundlage gibt ohne die z.B. mein Geschäftskonto sonst nicht geführt werden kann.

 

Konsequenzen bei Nichtbeantwortung der Anforderung sind bisher keine angedroht.

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eumel

update:

 

die Bank bezieht sich auf die Darlehensbedingungen für Kredite und Darlehen. Punkt 16

 

http://www.vr-media-online.de/dgverlag/210060.PDF

 

"zur laufenden Bonitätsbeurteilung unserer Kunden"

 

Meiner Meinung nach unverhältnismäßig, die Hypothek ist über das Haus abgesichert.

Aber den Kredit habe ich damals abgeschlossen, muss also wohl Auskunft erteilen.

 

Ich habe nichts zu verstecken, aber Banken traue ich nicht über den Weg, daher mißfällt es mir, denen meine Daten zu liefern.

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WOVA1

update:

 

die Bank bezieht sich auf die Darlehensbedingungen für Kredite und Darlehen. Punkt 16

 

http://www.vr-media-online.de/dgverlag/210060.PDF

 

"zur laufenden Bonitätsbeurteilung unserer Kunden"

 

Meiner Meinung nach unverhältnismäßig, die Hypothek ist über das Haus abgesichert.

Aber den Kredit habe ich damals abgeschlossen, muss also wohl Auskunft erteilen.

 

Ich habe nichts zu verstecken, aber Banken traue ich nicht über den Weg, daher mißfällt es mir, denen meine Daten zu liefern.

 

Wäre natürlich eine interessante Möglichkeit - wenn du schreibst, dass der Kredit eigentlich eh' abgelöst werden soll,

die Bank dich aber nicht rauslässt.

 

Nach deren Bedingungen wäre die Sanktion für die Verweigerung der Auskünfte nach Punkt 10 das ausserordentliche Kündigungsrecht der Bank(!) für den Kredit.

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Nudelesser

Bei den Lebenskosten wollten die z.B. wissen, wieviel ich monatlich für Lebensmittel ausgebe, für Freizeit, etc. -

 

Bei solchen Fragen würde mir auch der Hut hochgehen.

 

Letztlich geht es in solchen Fällen doch weniger um rechtliche Aspekte als die Machtverteilung in der Geschäftsbeziehung. Entweder Du bist auf die Bank angewiesen, dann kann es Sinn machen, brav alle noch so dummen Fragen zu beantworten. Oder Du bist auf die Bank nicht angewiesen, dann lass sie wissen, dass sie Dich von solchem Unsinn verschonen sollen, wenn sie Dich als Kunde behalten wollen.

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eumel

Danke nochmal für die Antworten.

 

@Nudelesser:

das ist ja genau mein Problem.

Andere Menschen würden sagen: "gib ihnen halt die Infos".

Ich vertraue aber Banken nicht weiter als ich sie werfen kann. Allgemein wegen der allgemein bekannten Vorgänge im "großen" und wegen sehr negativer Erfahrungen im speziellen*.

 

Es geht einfach ums Prinzip.

 

Dummerweise habe ich vor 10 Jahren bei Abschluss des Kredits noch eine andere Meinung von Banken gehabt, d.h. da steht meine Unterschrift drunter, theoretisch ist die Bank also im Recht.

 

 

 

Aber wenn die Dinge von mir wollen die sie aus meiner Sicht überflüssig sind, dann läuten bei mir alle Alarmglocken.

Allein die Liste in der ich angeben soll, wieviel ich monatlich für Lebensmittel oder Kino(!) ausgebe ist fast schon erniedrigend.

 

 

Wenn ich so mit meinen Kunden umgehen würde hätte ich vermutlich bald keine mehr.

 

 

Stellt sich die Frage was passieren würde wenn ich mich stur stelle - nach Wova1 würden die dann wohl den Kredit kündigen.

Gut, wäre mir fast recht. Ob heute oder am 30.12. ist mir egal.

 

Aber welche Folgen hätte das noch? Welchen "Schadensersatz" könnten die dann im äussersten Fall von mir fordern? Die ausstehenden Zinsen der Restlaufzeit (bis 12.2012) oder mehr? Oder evtl. sogar weniger, immerhin haben sie ja das Geld zurück.

Mit welcher Frist wird sowas gekündigt? Sofort? mit 30 Tagen Frist?

Laut Vertrag 10.1 müssen die mich wohl erstmal abmahnen.

 

Wie sieht es mit den KFW-Krediten aus? Sind die dann auch betroffen oder kann man die zu einer anderen Bank "umziehen"?

 

 

Ich bin eigentlich mit der Bank an sich zufrieden, will mich aber nicht erpressen lassen.

Es ist aber nichts peinlicher als einen auf Dicke Hose zu machen und nachher nachgeben zu müssen, daher meine laienhafte Frage hier im Forum :-)

 

Ersatzbank fürs Geschäftskonto wäre ärgerlich aber kein Problem.

 

Man soll ja eigentlich keine Daten ins Internet stellen, aber hier mal ein paar Zahlen:

Hypothek: 100.000 Euro (Rest, Laufzeit bis 12.2012, 5,5eff)

KFW-Kredit: 30.000 Euro (aufgeteilt in 2 Stück, 1,86eff, 4,25eff, laufzeit bis 2016)

eingetragene Grundschuld: 125.000 Euro! (kann mir jemand sagen, warum sowas in 100.000+25.000 aufgetrennt wird? Hat der Bankberater hier 2x Provision kassiert oder gibt es wirklich einen Grund "für den Kunden"?)

Das Haus dürfte weit über 400.000 Euro wert sein.

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slt63

@ Eumel

 

Ich kann Deinen Ärger bestens verstehen. Die versuchen es halt. Im Zweifel würde erstmal gar nix machen; erkundige dich aber, ab welcher "Mahnstufe" Gebühren/Sanktionen anfallen können, damit Du keine Überraschung erlebst.

 

Alternativ kannst Du die Sache aktiv angehen, indem Du einen Termin machst und mit dem Kundenbetreuer sprichst und ihm erklärst, was Du davon hältst und das Du nicht bereit dazu bist....Vielleicht "klärt" sich die Angelegenheit, in welcher Weise auch immer. Letzteres wäre meine Vorgehensweise.Nimm ggf. Deine Frau/einen Zeugen mit.

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Nudelesser
· bearbeitet von Nudelesser

Es geht einfach ums Prinzip.

 

Das Problem ist, dass das moderne Kreditgeschäft meist extrem standardisiert ist und oft alle Kunden vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Lottomilliardär über einen Kamm geschoren werden. Und detaillierte Kundendaten kann man bei der Gelegenheit natürlich auch gut abgreifen.

 

Bei einem Kunden, der an der Privatinsolvenz entlangschrammelt, würde ich als Bank auch gern wissen wollen, ob das Geld für Lebensmittel reicht. Die gleiche Frage wird ein Kunde in geordneten finanziellen Verhältnisse eher für unverschämt und indiskret halten. Wenn eine Bank hier kein Augenmaß beweist und sich strikt an die Vorgaben einer schlecht programmierten Risikosoftware orientiert, dann ist das natürlich ärgerlich. Aber ob es durch einen Bankwechsel besser wird?

 

Die bequemste und nervenschonendste Lösung dürfte es sein, sich einfach ein paar fiktive Zahlen für das Lebensmittel- und Kinobudget auszudenken und möglichst flott alle Kredite abzulösen. Dann sind alle zufrieden. B)

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BondWurzel
· bearbeitet von BondWurzel

Es geht einfach ums Prinzip.

 

Das Problem ist, dass das moderne Kreditgeschäft meist extrem standardisiert ist und oft alle Kunden vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Lottomilliardär über einen Kamm geschoren werden. Und detaillierte Kundendaten kann man bei der Gelegenheit natürlich auch gut abgreifen.

 

Bei einem Kunden, der an der Privatinsolvenz entlangschrammelt, würde ich als Bank auch gern wissen wollen, ob das Geld für Lebensmittel reicht. Die gleiche Frage wird ein Kunde in geordneten finanziellen Verhältnisse eher für unverschämt und indiskret halten. Wenn eine Bank hier kein Augenmaß beweist und sich strickt an die Vorgaben einer schlecht programmierten Risikosoftware orientiert, dann ist das natürlich ärgerlich. Aber ob es durch einen Bankwechsel besser wird?

 

Die bequemste und nervenschonendste Lösung dürfte es sein, sich einfach ein paar fiktive Zahlen für das Lebensmittel- und Kinobudget auszudenken und möglichst flott alle Kredite abzulösen. Dann sind alle zufrieden. B)

 

Exakt.....wenn § 18 nicht in Frage kommt, hat das auch was mit Aushorchen zu tun um finanz. Freiräume zu ermitteln, damit man noch was aufschwatzen kann. Man sollte auch immer 2 Kontoverbindungen haben, damit man vergleichen kann, ist ja heutzutage nicht mehr so teuer.

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35sebastian

eumel,

ich hoffe, du ziehst aus deinen Erfahrungen die richtigen Lehren und Entschlüsse.

Ich habe schon mehrmals die Bank gewechselt.

Jetzt arbeite ich schon länger mit mehreren Banken vertrauensvoll zusammen.

Keine weiß alles über meine finanziellen Verhältnisse, und jede weiß, dass ich auch mit anderen Banken zusammen arbeite und die Bankverbindung löse, wenn die Geschäftsgrundlagen nicht mehr stimmen.

Auch bei Banken gilt: Nicht die Altkunden werden für ihre Treue bezahlt, sondern die Neukunden oder die, die auf "Augenhöhe" mit den Instituten verhandeln.

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Malvolio
· bearbeitet von Malvolio

Man darf sich jetzt aber auch nicht zu viele Gedanken machen. Das sind alles Standardfälle, da setzt sich doch nieman extra hin und arbeitet einen speziellen Fragenkatalog für den Einzelfall aus. Bei Privatkrediten halte ich die Frage nach den privaten Ein- und Ausgaben z.B. durchaus für legitim. In einem anderen Fall spielt es vielleicht keine Rolle. Wenn Du irgendeine Angabe nicht machen willst, würde ich es einfach offen lassen. Bei Bedarf wird sich die Bank dann schon melden. Ggf. kannst Du auch deinen Berater fragen, ob eine bestimme Angabe wirklich notwendig ist, habe ich auch schon mal gemacht.

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