Niniveh

Gesetzliche Rente / Rendite

197 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von Juninho

vor 36 Minuten schrieb Der T:

1) das muss aber gelöst werden

2) das schlimmsten an deinen Aussagen ist der pure Egoismus. Die anderen sind dir komplett egal

Übertrag das mal auf medizinische Versorgung. Kannst Du dich nicht selber behandeln? Boah, bist Du dumm. Baust Du deine Lebensmittel selbst an? Wer bezahlt für Schulbildung? Feuerwehr? Polizei? 

Kapitalismus macht nicht alles richtig. Da muss der Staat dann korrigierend eingreifen. Dabei helfen Regeln und Absprachen, die auch eingehalten werden

1) Ja. Ist aber nicht meine Aufgabe.

2) Was ist daran egoistisch?

Übertrag du es doch mal auf zB Alkohol. Nur weil ein paar damit nicht umgehen können, soll man Alkohol allen wegnehmen?

Nur weil ein paar keinen Bock haben, sich mit ihren Finanzen selber zu beschäftigen, nimmt man allen die Freiheit ihr Geld anzulegen wie sie es möchten? Egoistisch sind in diesem Fall doch die, die sich nicht damit beschäftigen und damit dafür sorgen, dass alle verlieren. Egoistisch sind die Menschen, die keine Verantwortung für sich selber tragen. Und unsozial ist es sich an solchen Mensch zu orientieren und eine Gesellschaft auszurichten.

 

Und natürlich scheiß ich auf andere. Das ist doch vollkommen klar. Was kümmert mich wie andere mit ihrem Geld umgehen? Das muss jeder für sich entscheiden. Geht keinen etwas an. Und natürlich möchte ich der größtmögliche Fisch werden, der ich werden kann. Aber ich möchte in einem sauberen Teich schwimmen. Und Menschen, die keine Verantwortung und keine Freiheit sondern umverteilungsromantik wollen, wollen, dass alle kleine Fische bleiben. Und das ist egoistisch.

 

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vor 1 Stunde schrieb Juninho:

Ich .... kenne die Mackenroth-These.

Diese These wird übrigens nicht umsonst als These bezeichnet.

 

Eine These regt zur Diskussion und evtl. zum Nachdenken an. Günstigenfalls formuliert dann jemand eine Gegenthese. Selbst die daraus entwickelte Synthese ist noch keinesfalls die Wahrheit sondern höchstens ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Erkenntnis.

 

Die Mackenroth-These ist mit Sicherheit keine Formulierung abschließender Wahrheit. Schon im Alten Testament ist das Gegenteil belegt. Der Bau von Getreidespeichern in den fetten Jahren ermöglichte, periodenübergreifende Ersparnis für die mageren Jahre zu bilden. Wenn Mackenroths These stimmen würde, dann wäre das nicht möglich gewesen.

 

Dazu kommt: Da das Volkseinkommen zukünftiger Perioden nicht nur vom Produktionsfaktor Arbeit, sondern auch vom Produktionsfaktor Kapital abhängt, wird heutige Kapitalbildung (Ersparnis) zum zukünftigen Volkseinkommen beitragen.

 

Die Mackenroth-These wird zwar von den Anhängern des Umlageverfahrens häufig zu ihrer Rechtfertigung herangezogen, die Häufigkeit des Zitierens ist abe rkein Beleg für die Richtigkeit einer These. Dennoch gilt natürlich, daß es nicht einfach möglich ist, zwischen Umlagevefahren und Kapitaldeckungsverfahren umzuschalten. 

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Geschrieben · bearbeitet von sparfux

vor 17 Minuten schrieb Nachdenklich:

Dazu kommt: Da das Volkseinkommen zukünftiger Perioden nicht nur vom Produktionsfaktor Arbeit, sondern auch vom Produktionsfaktor Kapital abhängt, wird heutige Kapitalbildung (Ersparnis) zum zukünftigen Volkseinkommen beitragen.

 

Das ist ja genau der Punkt gewesen, den ich vor ein paar Posts hier anbringen wollte. Die Mackenroth These bestätigt eher kapitalgedeckte Verfahren, weil damit wirklich das gesamte Volkseinkommen erfasst wird (inkl. Unternehmens- und Kapitalgewinne) und nicht nur das Arbeitseinkommen beim Umlageverfahren. Dazu kommt dann noch, was Sisyphos richtigerweise schreibt: Die Kapitalanlagen müssen ja nicht nur im "System" Deutschland erfolgen sondern können weltweit sein und so auch Teile der "Volkseinkommen" aus dem Ausland abschöpfen. Ist jetzt wieder nicht ganz altruistisch aber offensichtlich haben die Norweger mit ihrem Staatsfonds das erkannt und machen es genau so.

 

Ich verstehe gar nicht wieso man diese These als Bestätigung für ein Umlageverfahren, das auf den Arbeitseinkommen basiert, heranziehen kann, da die These, wie geschrieben, genau die Lücke aufzeigt.

 

Die Alternative wäre, das sollte man natürlich ehrlicherweise auch hinzufügen, ein Umlageverfahren, das auch Unternehmens- und Kapitalgewinne erfasst. ... aber das kommt nie im Leben. Was sag' ich - nie in 1000 Leben.

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Geschrieben · bearbeitet von Michalski

Teile des Volkseinkommens anderer Länder abzuschöpfen wird nicht die Lösung sein. Wenn das alle Länder machen, bist Du wieder zurück auf Los und darfst kein Geld einziehen.

Der Norwegische Staatsfonds wurde ja auch nicht als kapitalgedeckte Altersvorsorge erfunden, sondern um die Rohstoffgewinne nicht die eigene Wirtschaft schädigen zu lassen. Deswegen die Anlage im Ausland. Und er ist im Vergleich, was wir bräuchten, winzig klein.

Auch ersetzt in der Praxis das Kapitaldeckungsverfahren  andere Sparformen. Es wird also gar nicht mehr gespart. Siehe z.b. die geringe Sparquote in den USA trotz bedeutender privater Altersvorsorge.

Was das Getreidespeicherbeispiel angeht, das überbrückte vielleicht eine Missernte. Das ist keine Widerlegung der These. Die Vorstellung, dass wir 40 Jahre lang Getreide zurücklegen könnten, um uns daraus im Alter dann Brötchen backen zu können, ist doch absurd.

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Geschrieben · bearbeitet von sparfux

vor 9 Minuten schrieb Michalski:

Teile des Volkseinkommens anderer Länder abzuschöpfen wird nicht die Lösung sein. Wenn das alle Länder machen, bist Du wieder zurück auf Los und darfst kein Geld einziehen.

 

Dass das Abschöpfen aus dem Volkseinkommen anderer Länder eher ein egoistischer (Deutschland zuerst! :D ) Ansatz ist, habe ich ja selber geschrieben.

 

Zu meinem Hauptpunkt, dass das Umlageverfahren eben nur das Arbeitseinkommen und nicht das gesamte Volkseinkommen inklusive Unternehmens- und Kapitalgewinnen erfasst, hast Du jetzt aber keine Stellung bezogen.

 

Im Übrigen lässt sich damit auch der Ansatz des Einbeziehens ausländsicher Volkseinkommen begründen: Kapitalerträge und Unternehmensgewinne deutscher Firmen fliessen in einer globaliserten Welt auch ins Ausland wegen der ausländischen Anteilhaber. Da ist ein Fluss anders herum nur fair.

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vor 4 Stunden schrieb Michalski:

 

Das sehe ich anders. In der Vergangenheit ist die Steigerung der Produktivität über die Lohnsteigerung bei hohem Beschäftigungsstand (teilweise Vollbeschäftigung) eingeflossen. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts lag der Anteil der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen bei 38 Prozent und sank bis zum ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts auf nur noch knapp 2 Prozent. Ein Landwirt erzeugte 1900 Nahrungsmittel in einem Umfang, um etwa 4 Personen ernähren zu können. 1950 ernährte ein Landwirt 10 und 2010 sogar 131 Personen.

 

Zukünftige Produktivitätssteigerungen werden wir vielleicht mit einer Steuer auf Roboter einfliessen lassen. Wer weiß, der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Das Problem ist absolut lösbar und die einzige Antwort lautet nicht "Kapitaldeckung".

 

Hatte ich schon früher beantwortet. Klar geht es nicht mehr nur durch die Lohnbelastung. Das sieht man ja schon heute. Der notwendige Steuerzuschuss kommt aus dem allgemeinen Staatssäckel, in den z.b. die Besteuerung von Unternehmens- und Kapitalgewinnen fliessen. Oder auch die Verbrauchssteuern. Wurde nicht mal eine Mineralölsteuererhöhung damit auch begründet? Tanken für die Rente?

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vor 8 Minuten schrieb sparfux:

Im Übrigen lässt sich damit auch der Ansatz des Einbeziehens ausländsicher Volkseinkommen begründen: Kapitalerträge und Unternehmensgewinne deutscher Firmen fliessen in einer globaliserten Welt auch ins Ausland wegen der ausländischen Anteilhaber. Da ist ein Fluss anders herum nur fair.

 

Gibt es ja heute auch schon andersherum. Ich kriege Dividenden von Microsoft. Wobei: Woran machst Du fest, dass die Kapitalerträge und Unternehmensgewinne deutscher Unternehme n, die ins Ausland fliessend, nicht auch im Ausland erwirtschaftet wurden? Das lässt sich ja nicht so einfach trennen.

 

Wenn wir allerdings Billionen pro Jahr aus dem Ausland bräuchten, damit es unseren Rentner n gut geht, wie soll das funktionieren? Der staatliche Pensionsfonds Norwegens hält Aktien im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar in 77 Ländern mit einer Realrendite von 3,8%. Ende 2017 hatte er einen Anteil von 2,33 % der gesamten Marktkapitalisierung aller europäischen Aktienmärkte. Wir haben schon weiter oben im Thread gesehen, dass es gar nicht soviele Aktien zu kaufen gibt, wied wir bräuchten.

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vor 8 Stunden schrieb Michalski:

Wir haben schon weiter oben im Thread gesehen, dass es gar nicht soviele Aktien zu kaufen gibt, wied wir bräuchten.

 

Ja,das ist echt ein Problem. Vielleicht kann ja irgendjemand helfen. Wie funktioniert das mit Angebot und Nachfrage?

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Geschrieben · bearbeitet von dev

vor 8 Minuten schrieb Juninho:

Ja,das ist echt ein Problem. Vielleicht kann ja irgendjemand helfen. Wie funktioniert das mit Angebot und Nachfrage?

Bei hoher Nachfrage kommen dann oft zweifelhafte Angebote, das kannst du dir in der Geschichte z.B. 99/2000 anschauen ;-)

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vor 4 Minuten schrieb dev:

Bei hoher Nachfrage kommen dann oft zweifelhafte Angebote, das kannst du dir z.B. 99/2000 anschauen ;-)

Ja, hätten wir bloß ein Wort für verschiedene Wachstumsphasen.

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vor 12 Stunden schrieb sparfux:

Die Alternative wäre, das sollte man natürlich ehrlicherweise auch hinzufügen, ein Umlageverfahren, das auch Unternehmens- und Kapitalgewinne erfasst. ... aber das kommt nie im Leben. Was sag' ich - nie in 1000 Leben.

Und wie siehst du in diesem Zusammenhang die zusätzlichen Mrd. für die GRV aus Steuermitteln? Für mich ist das schon ein "verstecktes" Umlageverfahren, an dem sich Unternehmen beteiligen. Damit wäre auch der Produktivitätsgewinn mit in die GRV eingerechnet.

 

 

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Geschrieben

vor 18 Stunden schrieb sparfux:

Das ist ja genau der Punkt gewesen, den ich vor ein paar Posts hier anbringen wollte. Die Mackenroth These bestätigt eher kapitalgedeckte Verfahren, weil damit wirklich das gesamte Volkseinkommen erfasst wird (inkl. Unternehmens- und Kapitalgewinne) und nicht nur das Arbeitseinkommen beim Umlageverfahren. Dazu kommt dann noch, was Sisyphos richtigerweise schreibt: Die Kapitalanlagen müssen ja nicht nur im "System" Deutschland erfolgen sondern können weltweit sein und so auch Teile der "Volkseinkommen" aus dem Ausland abschöpfen. Ist jetzt wieder nicht ganz altruistisch aber offensichtlich haben die Norweger mit ihrem Staatsfonds das erkannt und machen es genau so.

 

Ich verstehe gar nicht wieso man diese These als Bestätigung für ein Umlageverfahren, das auf den Arbeitseinkommen basiert, heranziehen kann, da die These, wie geschrieben, genau die Lücke aufzeigt.

 

Die Alternative wäre, das sollte man natürlich ehrlicherweise auch hinzufügen, ein Umlageverfahren, das auch Unternehmens- und Kapitalgewinne erfasst. ... aber das kommt nie im Leben. Was sag' ich - nie in 1000 Leben.

 

Keine Ahnung, ob die Schweizer genetisch anders sind als die Deutschen -

aber da funktioniert eine staatliche Rentenversicherung als Grundversorgung ja als Umlageverfahren. 

Und zwar für alle - egal ob Angestellter oder Selbständiger. Und es werden alle Einkommensarten einbezogen, egal ob Arbeitseinkommen oder Kapitalerträge. Was das Ganze ja dann eigentlich zu einer zweckgebundenen Steuer macht.

 

Was die Zuschüsse aus Steuermitteln zur GRV betrifft : 

 

Man darf ja mal träumen - einen Träger der gesetzlichen Rentenversicherung, der genauso unabhängig ist wie eine Zentralbank. 

Der hätte dann schlicht die Aufgabe, Renten nach den Einzahlungen des Versicherten ( unter Berücksichtigung der Inflation seit der Einzahlung, also realen Werterhalt ) auszuschütten . Die dürfte er über Rentenbeiträge finanzieren.

Alles andere könnte der Bundestag weiterhin beschliessen - aber dieser eine Träger der gesetzlichen Rentenversicherung hätte dann die Pflicht, alle Mehrleistungen inklusiv Verwaltungsaufwänden monatlich dem Finanzminister in Rechnung zu stellen. 

Wäre interessant, was dabei herauskommt.

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vor 9 Minuten schrieb WOVA1:

 

Keine Ahnung, ob die Schweizer genetisch anders sind als die Deutschen -

aber da funktioniert eine staatliche Rentenversicherung als Grundversorgung ja als Umlageverfahren. 

mt.

Ich weiss ja nicht, woher immer die Ansicht kommt, dass bei der Schweiz alles in Butter wäre, aber deren erste Säule ist 2030 pleite, wenn sie nichts ändern: https://m.tagesanzeiger.ch/articles/5b2107a1ab5c372e05000001

 

Und die zweite Säule hat ähnliche Probleme...

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Am 13.6.2018 um 21:25 schrieb Michalski:

„Nun gilt der einfache und klare Satz, daß aller Sozialaufwand immer aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muß.

Das ist nur halb richtig. Natürlich muss der Popo immer zum aktuellen Zeitpunkt abgewischt werden. Trotzdem gibt es da Spielraum.

Z.B. bei Infrastruktur. Gute, effiziente und wartungsarme Infrastruktur zu bauen ist aufwändig und teuer. Ist sie einmal da, kann man sie lange nutzen - und hat damit über lange Zeit zusätzliche Resourcen befreit, die etwas anderes tun können - z.B. Popos abwischen.

 

 

Am 13.6.2018 um 20:00 schrieb Michalski:

Das kommt darauf an. Wir koppeln die Rente derzeit an den Eckrentner. Wenn die Überstunden ausbezahlt werden, dann steigt das Durchschnittseinkommens aller Versicherten und Renter bekommen eine Rentenerhöhung. Wenn alle nur noch halbtags arbeiten bei gleichem Gehalt (was eine Auswirkung der Produktivitätssteigerung sein könnte), dann bekommen die Rentner gleich viel. Wenn alle ohne Gehaltsausgleich weniger arbeiten, also das Durchschnittseinkommens aller Versicherten sinkt, müsste entsprechend auch die Rente sinken. Allerdings ist Dein Beispiel theoretischer Natur.

 

Ob Renter das jetzt "verdient" haben, ist eine ganz andere Frage.

 

Theoretischer Natur? Soll das ein Witz sein? Das ist absolut praktischer Natur. Jede Steueränderung z.B. hat praktische Auswirkungen darauf, ob jemand sich entscheidet, Teilzeit- oder Vollzeit zu arbeiten.

Und das "Verdienen" ist gerade die spannendste Frage überhaupt. Denn je nach Beantwortung dieser Frage unterscheidet sich die Rentenhöhe drastisch. Schade, dass du mit keinem Wort darauf eingangen bist. Hätte mich interessiert, deine Meinung dazu zu hören.

 

Am 13.6.2018 um 20:00 schrieb Michalski:

Du gehst von rationalen Teilnehmern am Welthandel aus. Schau doch nur mal, wie Trump gerade gegen die Globalisierung vorgeht. Willst Du tatsächlich darauf die Altersvorsorge des gesamten Volkes aufbauen?

Nichts bietet 100% Sicherheit. Nein, bei einem Krieg hilft dir auch die GRV nicht, wenn alle jungen Männer gestorben sind. Dann wäre eine kapitalgedeckte Altersvorsorge wahrscheinlich besser gewesen.

Fakt ist: Umlageverfahren und Kapitaldeckung haben unterschiedliche Risiken - aus dem Bauch heraus würde ich zur Zeit dazu tendieren, die Risiken bei der Kapitaldeckung geringer einzuschätzen. Meiner Meinung nach ist aber auch eine Kombination am besten: jeder hat soweit vorzusorgen, dass er dem Staat im Alter nicht auf der Tasche liegt. Sobald er dies erreicht hat, kann er komplett privat vorsorgen. Damit hat man das Risiko gut gestreut.

 

 

Am 13.6.2018 um 20:00 schrieb Michalski:

Frag mal die Japaner. Stell Dir vor, die hätten 1990 beschlossen, die gesamte Altersvorsorge auf dem Nikkei-Index aufzubauen.

Du hast dir so eine Mühe bei deinem Beispiel gegeben, dabei hat es gar nichts mit dem zu tun, was ich und andere hier geschrieben haben. Schade. Versuch es doch nocheinmal mit ein paar extrem breit (d.h. weltweit) gestreuten ETFs (bzw. einfach breit gestreuten Aktien).

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vor 1 Stunde schrieb Okabe:

Versuch es doch nocheinmal mit ein paar extrem breit (d.h. weltweit) gestreuten ETFs (bzw. einfach breit gestreuten Aktien).

Und wenn man sich dann auch noch vorstellt, daß die Einzahlungen nicht alle zum Zeitpunkt der höchsten Kurse erfolgt wären, sondern über einen Zeitraum von 40 Jahren verteilt waren und zu den unterschiedlichsten Kursen erfolgt wären .....

 

Außerdem:

vor 1 Stunde schrieb Okabe:

Frag mal die Japaner. Stell Dir vor, die hätten 1990 beschlossen, die gesamte Altersvorsorge auf dem Nikkei-Index aufzubauen.

Wenn sie tatsächlich 1990 beschlossen hätten, ihre Altersvorsorge auf dem Nikkei-Index aufzubauen, dann wären die Einzahlungen mehrheitlich in den Jahren nach dem Börsencrash erfolgt.

Wo ist da das Problem? 

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vor 16 Stunden schrieb Nachdenklich:

Wenn sie tatsächlich 1990 beschlossen hätten, ihre Altersvorsorge auf dem Nikkei-Index aufzubauen, dann wären die Einzahlungen mehrheitlich in den Jahren nach dem Börsencrash erfolgt.

Wo ist da das Problem? 

 

Dass sie keine Rendite von 6% pro Jahr erreicht hätten. Noch nicht einmal im Ansatz. Und damit wäre das ein Satz mit X mit einem schönen Ruhestand

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vor 48 Minuten schrieb Michalski:

 

Dass sie keine Rendite von 6% pro Jahr erreicht hätten. Noch nicht einmal im Ansatz. Und damit wäre das ein Satz mit X mit einem schönen Ruhestand

 

Gerade 28 Jahre. Wir haben immer von 40 gesprochen. Also melde dich doch in 12 Jahren wieder.

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vor einer Stunde schrieb Juninho:

 

Gerade 28 Jahre. Wir haben immer von 40 gesprochen. Also melde dich doch in 12 Jahren wieder.

Rechne doch mal aus, wieviel Rendite die nächsten 12 Jahre bringen müssen, um von 28 Jahren mit 0,5% pro Jahr auf 6% durchschnittlich über 40 Jahre zu kommen.

 

Wenn Du die Zahl hast und zeigen kannst, wie die Zahl in 12 Jahren erreicht wird, kannst Du Dich ja wieder melden. Bis dahin schöne Träume.

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Am 12/06/2018 um 00:10 schrieb sparfux:

 

... und das absolut Überraschende ist, dass das in Ostdeutschland auch so ist. :lol:

 

Nein, das stimmt nicht. Die Beitragsbemessungsgrenze der RV ist im Osten geringer als im Westen. Besonders absurd ist das in Berlin - dort gelten je nach Ort die Ost- oder Westwerte.

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Am 16.6.2018 um 14:27 schrieb Michalski:

Dass sie keine Rendite von 6% pro Jahr erreicht hätten. Noch nicht einmal im Ansatz. Und damit wäre das ein Satz mit X mit einem schönen Ruhestand

 

Also, ich habe im Moment keinen Fonds gefunden, der bis ins Jahr 1990 zurück geht.

Der iShares MSCI Japan UCITS ETF (Dist) ist bei uns seit Oktober 2004 zu haben und hätte in der Zeit eine Rendite von 6,86 % p.a. erreicht, wenn man seit Oktober 2004 jeden Monat 250 Euro eingezahlt hätte.

https://www.fidelity.de/de/fonds/fonds-detailansicht.page?ISIN=IE00B02KXH56#/

Findest Du einen vergleichbaren Indexfonds, der noch 10 Jahre weiter zurückreicht und bei dem man fortlaufende Einzahlung simulieren kann?

 

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vor einer Stunde schrieb whister:

Nein, das stimmt nicht. Die Beitragsbemessungsgrenze der RV ist im Osten geringer als im Westen. Besonders absurd ist das in Berlin - dort gelten je nach Ort die Ost- oder Westwerte.

 

Dann lies noch mal nach, auf welches Statement sich meine Antwort bezog und dann sage mir, was genau an meiner Antwort nicht stimmt. Ich streite nicht ab, dass es in Ost und West unterschiedliche BBG gibt.

 

Auch in Ostdeutschland "zahlt jemand der 100k verdient genauso viel ein wie jemand der 78k verdient." :P

 

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Geschrieben · bearbeitet von Michalski

Am 15.6.2018 um 19:56 schrieb Okabe:

Das ist nur halb richtig. Natürlich muss der Popo immer zum aktuellen Zeitpunkt abgewischt werden. Trotzdem gibt es da Spielraum.

Z.B. bei Infrastruktur. Gute, effiziente und wartungsarme Infrastruktur zu bauen ist aufwändig und teuer. Ist sie einmal da, kann man sie lange nutzen - und hat damit über lange Zeit zusätzliche Resourcen befreit, die etwas anderes tun können - z.B. Popos abwischen.

Naja, nenn mir doch mal 1 Beispiel dafür. Infrastruktur hält a) nicht ewig, muss daher b) regelmäßig gewartet und erneuert werden und c) wenn Du besonders aufwändig und teuer baust, um später an der Wartung sparen zu können, musst Du ja auch erst einmal das Geld zu Beginn aufbringen und ausgeben. Derartige Investitionen laufen dann gern über eine Kreditaufnahme, für die Du dann wieder in der Zukunft Zinsen zahlst. Infrastruktur halte ich hier für ein schlechtes Beispiel - vor allem auch bei den derzeitigen Vorgaben, wie Ausschreibungen zu laufen haben. Da geht es oft nur darum, dass der billigste den Zuschlag kriegt. Und wie lange unsere Infrastruktur dann hält, sieht man schön an unseren Autobahnen, wo gefühlt permanente Baustelle herrscht.

 

Google z.B. mal nach Betonkrebs. Hier ein schönes Beispiel - die A9 wurde in nur wenigen Jahren nach Fertigstellung wieder zum Sanierungsfall, obwohl die Investition mit 30 Jahren doppelt so lange halten sollte:

 

Bis 2006 wurde die Strecke zwischen Berlin und München als "Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 12" generalsaniert, für stolze 2,9 Milliarden Euro. Jetzt ist sie schon wieder ein Pflegefall: Eine chemische Reaktion, im Volksmund Betonkrebs genannt, lässt die Fahrbahn zerbröseln wie Kekse. Das merkwürdige Phänomen hat sich zu einer Seuche auf deutschen Neubaustrecken entwickelt. Im Bundesverkehrsministerium liegen Verdachtsfälle für zehn Autobahnen in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen mit einer Streckenlänge von 350 Kilometern vor.

Was Verdacht ist und was bewiesen, können die Berliner nicht sagen. Klar ist nur, dass immer mehr Schadensmeldungen bei ihnen eingehen. Vor allem im Osten blühen inzwischen die Fahrbahnen heftiger als die Landschaften.

 

Dabei sollte der Beton der Einheit eingentlich für die Ewigkeit gegossen werden. Bis zu 30 Jahre, so die Prognosen, sollten die Pisten halten, doppelt so lange wie normale Asphaltstrecken.

 

Der Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/a-694100.html

 

Haftbar gemacht werden können dafür übrigens nicht die Baufirmen. Die sind nach max. 5 Jahren fein raus oder im Zweifel insolvent. Wir reden hier mittlerweile über 350km Autobahn, Brücken, etc. Grobe Schätzungen gehen in die Richtung 15 Milliarden Schadensumme. Der Witz daran ist, dass das Problem mit dem mitteldeutschen Kies im Beton schon seit Anfang der 90er Jahre bekannt war und von Fachleuten davor gewarnt wurde. In der DDR sind seit den 70gern die Betonschwellen für tausende Kilometer Bahntrassen der Deutschen Reichsbahn aus dem gleichen Grund zerbröselt. Da kann man schon fast an Vorsatz denken bei den Summen, um die das geht.

 

Soviel zu dem Thema. Investitionen dagegen in die Köpfe, in Bildung ist ein anderer Schnack...

 

Am 15.6.2018 um 19:56 schrieb Okabe:

Theoretischer Natur? Soll das ein Witz sein? Das ist absolut praktischer Natur. Jede Steueränderung z.B. hat praktische Auswirkungen darauf, ob jemand sich entscheidet, Teilzeit- oder Vollzeit zu arbeiten.

Und das "Verdienen" ist gerade die spannendste Frage überhaupt. Denn je nach Beantwortung dieser Frage unterscheidet sich die Rentenhöhe drastisch. Schade, dass du mit keinem Wort darauf eingangen bist. Hätte mich interessiert, deine Meinung dazu zu hören.

Deine Gegenfrage war theoretischer Natur. Es werden sich nicht plötzlich alle Beitragszahler entschließen, jeden Tag 2 Überstunden zu machen oder jeder plötzlich nur noch Lust auf halbtags zu arbeiten haben.

 

Das mit dem Verdienen ist aber wirklich keine leichte Entscheidung. Ich wäre dafür, dass Teile der Produktivitätsgewinne abgeschöpft werden. Die Rente also nicht nur von Lohn- und Gehaltsempfängern getragen wird. Und dass dann auch den Rentnern diese anteilig zur Verfügung stehen würden. Aber erst, nachdem eine steigende Lebenserwartung mit berücksichtigt worden wäre. Dinge wie die Rente mit 63 sind da absolut kontraproduktiv.

 

Am 15.6.2018 um 19:56 schrieb Okabe:

Nichts bietet 100% Sicherheit. Nein, bei einem Krieg hilft dir auch die GRV nicht, wenn alle jungen Männer gestorben sind. Dann wäre eine kapitalgedeckte Altersvorsorge wahrscheinlich besser gewesen.

Deswegen haben ja zum Beispiel kurz nach dem 2. Weltkrieg vor allem Frauen im Arbeitsleben gestanden. BTW: Nach dem Krieg ist in der Regel die Infrastruktur auch im Eimer, Firmen pleite, etc. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge ist dann auch perdu.

 

Es geht auch nicht um 100% Sicherheit. Aber 100% Anlage am Aktienmarkt als das Nonplusultra für die Altersvorsorge für ALLE zu postulieren, ist keine bessere Lösung.

 

Am 15.6.2018 um 19:56 schrieb Okabe:

Fakt ist: Umlageverfahren und Kapitaldeckung haben unterschiedliche Risiken - aus dem Bauch heraus würde ich zur Zeit dazu tendieren, die Risiken bei der Kapitaldeckung geringer einzuschätzen. Meiner Meinung nach ist aber auch eine Kombination am besten: jeder hat soweit vorzusorgen, dass er dem Staat im Alter nicht auf der Tasche liegt. Sobald er dies erreicht hat, kann er komplett privat vorsorgen. Damit hat man das Risiko gut gestreut.

Da bin ich bei Dir. Eine verpflichtende Altersvorsorge für alle, damit niemand auf Kosten der Allgemeinheit im Arbeitsleben alles verjuxt oder so prekär arbeiten muss, dass er keine Altersvorsorge aufbauen kann. Was bei vielen im Mindestlohnsektor der Fall ist. Oder bei Scheinselbstständigen, vielen, die was mit Medien machen, von Startups oder als Leiharbeiter ausgebeutet werden, ... Solidarität mit denen, die unverschuldet keine Altersvorsorge aufbauen können. Und Förderung der privaten Vorsorge, ohne dass sich die Banken und Versicherungen eine goldene Nase dran verdienen und nach Kosten für die Vorsorge nix übrigbleibt. Das würde über einen Deutschlandfonds zum Beispiel gehen.

 

Am 15.6.2018 um 19:56 schrieb Okabe:

Du hast dir so eine Mühe bei deinem Beispiel gegeben, dabei hat es gar nichts mit dem zu tun, was ich und andere hier geschrieben haben. Schade. Versuch es doch nocheinmal mit ein paar extrem breit (d.h. weltweit) gestreuten ETFs (bzw. einfach breit gestreuten Aktien).

Ganz simple Rechenaufgabe. Jährliche Ausgaben der allgemeinen Rentenversicherung waren 282,7 Milliarden Euro in 2016 und 293,2 Milliarden Euro in 2017. Wenn wir von einer sicheren Entnahmerate von 3% ausgehen, brauchst Du für 2017 einen Kapitalstock von knapp 9,8 Billionen Euro. Gehst Du von 4% aus, brauchst Du immer noch 7,4 Billionen. Wie groß ist derzeit der gesamte ETF/ETP-Markt weltweit? 5 Billionen gemäß https://etfgi.com/news/press-releases/2018/06/etfgi-reports-assets-invested-global-etf-industry-extended-lead-over

 

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Versuch es doch mal mit eine paar extrem breit gestreuten ETFs, das notwendige Kapital unterzubringen. Am Besten noch, ohne den Markt zu beeinflussen ;-) Und Du bist dann immer noch nur bei den heutigen Rentenausgaben. Weder die Demografie (die Babyboomer lassen grüssen, die bald in Rente gehen), noch die Förderung nach einer deutlich höheren Rente von juninho wird hier bedacht. Das kommt alles noch oben drauf.

 

vor 5 Stunden schrieb Nachdenklich:

Also, ich habe im Moment keinen Fonds gefunden, der bis ins Jahr 1990 zurück geht.

Der iShares MSCI Japan UCITS ETF (Dist) ist bei uns seit Oktober 2004 zu haben und hätte in der Zeit eine Rendite von 6,86 % p.a. erreicht, wenn man seit Oktober 2004 jeden Monat 250 Euro eingezahlt hätte.

https://www.fidelity.de/de/fonds/fonds-detailansicht.page?ISIN=IE00B02KXH56#/

Findest Du einen vergleichbaren Indexfonds, der noch 10 Jahre weiter zurückreicht und bei dem man fortlaufende Einzahlung simulieren kann?

Nimm einfach historische Nikkei-Daten z.B. von hier: https://fred.stlouisfed.org/graph/?g=kcdz

 

fredgraph.png?g=kcdz

 

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