Niniveh

Gesetzliche Rente / Rendite

Geschrieben

Hallo

 

In absehbarer Zeit mache ich mich möglicherweise selbständig und könnte, weil ich Angestellte haben würde, aus der gesetzlichen Rentenversicherung aussteigen.

Bis dahin wäre ich 50 Jahre alt und hätte knapp 35 Jahre Beiträge an die gesetzliche entrichtet. Wenn es gut geht, hätte ich ca. 600 monatlich für meine weitere Rentenabsicherung. Das ist z.Zt. aus bekannten Gründen besonders heikel. Zumal meine Zeit bis zur Rente dann vielleicht nur noch 15 oder 20 Jahre beträgt.

Hier ein Link zur angeblichen Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung. Das sieht, wenn die Angaben stimmen gar nicht so schlecht aus:

Rendite der ges. rente

So 3%, keine geldwerte Anlage, "Wärungskriesen"-sicher und mir scheint das allgemeine Ausfallrisiko relativ gering zu sein.

 

Natürlich habe ich noch etwas private Vorsorge geleistet und werde voraussichtlich mietfrei in der Rente wohnen können.

Alternativ überlege ich mir direkten Aktienkäufe, das hat aber einige Haken wie ich finde, oder einen Rentensparplan von Ottes "PI Global Value Fund" EUR P (WKN A0NE9G).

Was meint ihr dazu?

 

Danke

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Geschrieben · bearbeitet von Fondsanleger1966

Hallo!

 

Die Renditeberechnung der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) ist etwas getunt. Schau Dir dazu mal http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/rentenversicherung-die-rentabilitaet-der-gesetzlichen-rente-laesst-zu-wuenschen-uebrig-1281118.html an oder die alternativen Berechnungen bei Finanztest (z.B. http://www.test.de/G...mmer-1685941-0/ ).

 

Und natürlich sind Eingriffe von Seiten der Politik auf die GRV jederzeit möglich.

 

Ein heikler Punkt ist die Absicherung der Erwerbsunfähigkeit (BU). Der Schutz der GRV geht nach ein paar Jahren verloren. Eine freiwillige Weiterversicherung würde ihn nicht in jedem Fall erhalten. Es gab dafür einen Stichtag beim Alter. Du solltest Dich da nach Details erkundigen.

 

Ansonsten müsstest Du die BU über eine private Versicherung abdecken, was in Deinem Alter je nach Gesundheitszustand teilweise nicht einfach ist. Am besten gehst Du das Thema mglst. frühzeitig mit professioneller Hilfe an (kompetenter Honorarberater oder spezialisierter Makler).

 

Ähnlich sieht es bei dem Thema Hinterbliebenenschutz aus.

 

Die verbleibenden Mittel würde ich vermutlich in einer freien, jederzeit verfügbaren Form anlegen. Dann hättest Du auch einen vorzeitigen Zugriff auf das Geld. Dafür kämen z.B. Fonds- oder ETF-Sparpläne infrage, vorzugsweise mit bewährten, soliden Misch- oder Anleihenfonds oder eine entsprechende ETF-Mischung. Den Otte-Fonds würde ich höchstens beimischen.

 

Allerdings besteht dann kein Pfändungsschutz für diese Anlagen. Und auch Hartz-IV-fest sind sie - über die allgemeinen Freibeträge hinaus - nicht.

 

Eine Alternative könnte eine pfändungsgeschützte Police nach § 851 ZPO sein. Rürrup zählt nur eingeschränkt dazu - siehe z.B.

http://www.fiala.de/...-2012_60-61.pdf

 

Nachteil ist, dass kein vorzeitiger Zugriff auf das aufgebaute Kapital möglich ist. Außerdem nur eingeschränkte Vererbbarkeit usw.

 

Gutes Start in die Selbständigkeit!

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Geschrieben

Was meint ihr dazu?

Ich habe mir die Rendite-Berechnung nicht angesehen.

Du solltest aber berücksichtigen, daß die gesetzliche RV noch mehr bietet:

- In deinem Alter kommst du vermutlich ggf. noch in den Genuß einer BU-Rente (oder hat dein Jahrgang die knapp verpasst?)

- die gesetzliche RV zahlt nach einem Unfall ggf. auch Reha-Maßnahmen usw.

 

Stattdessen in Aktien zu investieren hat den Nachteil, daß du nicht wissen kannst, wie lange du von dem Geld leben mußt.

Die gesetzliche RV zahlt ja ggf. unendlich lange.

 

Andererseits, wenn ich die aktuelle Diskussion berücksichtige: Wozu dann überhaupt noch groß vorsorgen?

Solange du "lange genug" gearbeitet hast, scheinen doch 850Euro sicher zu sein, egal ob CDU oder SPD ans Ruder kommen bzw. da bleiben.

 

Gruß, Michael

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Geschrieben

Ich habe mir die Rendite-Berechnung nicht angesehen.

Du solltest aber berücksichtigen, daß die gesetzliche RV noch mehr bietet:

- In deinem Alter kommst du vermutlich ggf. noch in den Genuß einer BU-Rente (oder hat dein Jahrgang die knapp verpasst?)

- die gesetzliche RV zahlt nach einem Unfall ggf. auch Reha-Maßnahmen usw.

Das ist in der Zahl oben alles bereits rausgerechnet worden.

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Geschrieben

In deinem Alter kommst du vermutlich ggf. noch in den Genuß einer BU-Rente (oder hat dein Jahrgang die knapp verpasst?)

In den Genuss kommen seit 2001 nur noch die vor 1961 geborenen Jahrgänge.Wenn er in "absehbarer Zeit" 50 wird,ist es damit leider Essig...

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Geschrieben

Bis dahin wäre ich 50 Jahre alt und hätte knapp 35 Jahre Beiträge an die gesetzliche entrichtet.

 

Wie hoch ist Deine bisher erreichte Rentenanwartschaft nach der letzten Renteninformation? Welche Rentenanwartschaft könntest Du mit dem Mindestbeitrag oder dem Regelbeitrag für Selbständige bis zum Renteneintritt erreichen? Rechnest Du mit einer Einheitsrente oder einer Rente in Höhe von 43% des letzten Nettoverdienstes? Welche Versorgungslücke wird nach der aktuellen Rentenanwartschaft vorliegen?

 

Das ist z.Zt. aus bekannten Gründen besonders heikel. Zumal meine Zeit bis zur Rente dann vielleicht nur noch 15 oder 20 Jahre beträgt.

 

Vielleicht stehe ich ja gerade auch dem Schlauch, aber welche Gründe meinst Du?

 

600 Euro pro Monat über 15 bis 20 Jahre könnte je nach Einkommen und Versorgungslücke zu wenig sein.

 

 

So 3%, keine geldwerte Anlage, "Wärungskriesen"-sicher und mir scheint das allgemeine Ausfallrisiko relativ gering zu sein.

 

Bei den 3% fehlt meiner Einschätzung nach noch das Minuszeichen. Zudem sehe ich zwar kein Währungsrisiko, das allgemeine Ausfallrisiko für hohe freiwillige Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung würde ich aber im Vergleich zu einer breit gestreuten AV als wesentlich höher einschätzen.

 

 

Natürlich habe ich noch etwas private Vorsorge geleistet und werde voraussichtlich mietfrei in der Rente wohnen können.

 

Ist die selbstgenutzte Immobilie die einzige "Vorsorge", oder bestehen noch Lebensversicherungen oder eine betriebliche Altersvorsorge? Wie hoch und zu welchem Zinssatz ist die Immobilie belastet, sind Sondertilgungen möglich? Welche Rechtsform ist geplant?

 

 

Alternativ überlege ich mir direkten Aktienkäufe, das hat aber einige Haken wie ich finde, oder einen Rentensparplan von Ottes "PI Global Value Fund" EUR P (WKN A0NE9G).

 

Von dem Fonds würde ich die Finger lassen, da gibt es bessere Möglichkeiten für den diversifizierten Vermögensaufbau zur AV.

 

 

 

Ausgehend von den eingangs genannten Daten würde ich

> maximal den Mindestbeitrag in die GRV einzahlen (Sinnhaftigkeit prüfen mit Rentenberater)

> private BU-/EU-Versicherung abschließen

> vor Einführung der Unisex-Tarife eine kleine kostengünstige klassische Rürup-Versicherung abschließen ohne Fondsgedöns

> die Hypothek möglichst schnell tilgen

> das was dann noch übrig bleibt zur Häflte in einen oder mehrere weltweite Aktienfonds investieren und die andere Hälfte risikolos anlegen

 

 

 

 

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Geschrieben

So ein Mist, seit einer halben Stunde schreibe ich an einer Reaktion auf eure Antworten und mit einem Mausklick ist alles gelöscht. crying.gif

 

Auf jeden Fall bedanke ich mich bei euch.

 

P.s.:

Von Ottes "PI Global Value Fund" (WKN A0NE9G) scheint ihr allgemein nicht so viel zu halten.

Warum eigentlich? Ich finde ihn und seine Ansichten eher subjektiv super, objektiv kann ich seine Anlagegeschäfte nicht wirklich beurteilen.Problematisch sehe ich dabei jedenfalls die relativ hohen Gebühren, welche erst durch eine Wertsteigerung ausgeglichen sein wollen, zusätzlich möglicherweise eine Quellensteuer und möglicherweise nochmals eine Quellensteuer aus dem Land, wo der Fond geführt wird. Das kann man sich zwar zurückerstatten lassen, das soll aber ein erheblicher bürokratischer Aufwand sein und die Rückzahlung dauert angeblich Jahre.

Ob da am Ende etwas übrig bleibt ist die Frage. :(

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Geschrieben · bearbeitet von Fondsanleger1966

Von Ottes "PI Global Value Fund" (WKN A0NE9G) scheint ihr allgemein nicht so viel zu halten.

Warum eigentlich?

Es gibt einen eigenen Thread zu dem Fonds: http://www.wertpapie...max-otte-fonds/ . Da findest Du einige Pro/Contras.

 

Bei Morningstar kannst Du den Fonds mit verschiedenen Indizes vergleichen und das Portfolio analysieren lassen.

 

Bei einem Vergleich mit Indizes muss man natürlich berücksichtigen, dass der Fonds stark in Midcaps, Smallcaps und sogar Microcaps investiert. http://www.morningst...000001ZTX&tab=3

 

Im Vergleich mit einem MSCI World Small Cap verschwindet die Outperformance des Fonds fast vollständig. Das Risiko entspricht sich annäherend.

 

EDIT: Laut http://www.boerse-on...619299.html?p=5 ist der Fonds erst seit dem Frühjahr 2011 zum Vertrieb in Deutschland zugelassen und musste dafür Änderungen in der Anlagestrategie vornehmen (kein physisches Gold mehr, ausreichend starke Streuung der Titel). Seitdem läuft der Fonds unterdurchschnittlich. Zit Max Otte aus dem Interview: "In der Tat kann es zu einer Minderperformance kommen." Das ist wohl eingetreten.

 

Außerdem stellt sich die Frage, bis zu welchem Volumen der Fonds in Microcaps investieren kann, ohne ein zu hohes Liquiditätsrisiko einzugehen.

 

Schließlich ist auch noch die Frage interessant, wie stark und wie dauerhaft Otte mit eigenem Geld im Fonds investiert ist.

 

Problematisch sehe ich dabei jedenfalls die relativ hohen Gebühren, welche erst durch eine Wertsteigerung ausgeglichen sein wollen

Die Charts sind immer nach Abzug der fondsinternen Kosten.

 

Abgesehen davon sind die laufenden Kosten des Fonds für das Produkt eines kleinen Vermögensverwalter zwar nicht wirklich günstig, sie liegen aber auch nicht richtig hoch. Es gibt immerhin keine Performance Fee.

 

zusätzlich möglicherweise eine Quellensteuer und möglicherweise nochmals eine Quellensteuer aus dem Land, wo der Fond geführt wird. Das kann man sich zwar zurückerstatten lassen, das soll aber ein erheblicher bürokratischer Aufwand sein und die Rückzahlung dauert angeblich Jahre.

Quellensteuererstattung aus Liechtenstein? Das solltest Du noch einmal gründlich überprüfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Staaten eine Steueroase wie Liechtenstein über DBAs auch noch fördern.

 

Außerdem ist der Fonds als ausländischer Thesaurierer für deutsche Anleger mit inländischer Verwahrstelle steuerlich umständlich:

1.) mglw. jedes Jahr Anlage KAP erforderlich.

2.) Doppelbesteuerung beim Verkauf.

3.) mglw. sogar Strafbesteuerung beim Verkauf.

 

Wenn man das nicht selbst machen will oder kann, ist auch noch ein Steuerberater erforderlich.

 

Mein Resümee: Kann man beimischen, wenn man es unbedingt will, aber ich würde den Fonds im Depot nicht zu stark gewichten. Und es gibt meiner Meinung nach genügend gute Alternativen.

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Geschrieben · bearbeitet von dev

Ich bin über ein paar Zahlen gestolpert:

 

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https://www.focus.de/finanzen/experten/weber/nachzahlungen-an-die-rentenkasse-so-bessern-sparer-ihre-gesetzliche-rene-auf_id_3550261.html

 

Zitat

Wer freiwillige Beiträge entsprechend einem jährlichen Durchschnittsentgelt von aktuell 37.873 Euro zahlen möchte, ist mit 7044 Euro pro Jahr (587 Euro im Monat) dabei und erhält hierfür einen sogenannten Entgeltpunkt. Ein Entgeltpunkt hat derzeit einen Wert von 31 Euro.

 

Auf der jährlichen Renteninformation steht auf der Rückseite,  was ein Rentenpunkt in dem jeweiligem Jahr wert war oder bei wikipedia.

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