Niniveh

Gesetzliche Rente / Rendite

27 posts in this topic

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Hallo

 

In absehbarer Zeit mache ich mich möglicherweise selbständig und könnte, weil ich Angestellte haben würde, aus der gesetzlichen Rentenversicherung aussteigen.

Bis dahin wäre ich 50 Jahre alt und hätte knapp 35 Jahre Beiträge an die gesetzliche entrichtet. Wenn es gut geht, hätte ich ca. 600 monatlich für meine weitere Rentenabsicherung. Das ist z.Zt. aus bekannten Gründen besonders heikel. Zumal meine Zeit bis zur Rente dann vielleicht nur noch 15 oder 20 Jahre beträgt.

Hier ein Link zur angeblichen Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung. Das sieht, wenn die Angaben stimmen gar nicht so schlecht aus:

Rendite der ges. rente

So 3%, keine geldwerte Anlage, "Wärungskriesen"-sicher und mir scheint das allgemeine Ausfallrisiko relativ gering zu sein.

 

Natürlich habe ich noch etwas private Vorsorge geleistet und werde voraussichtlich mietfrei in der Rente wohnen können.

Alternativ überlege ich mir direkten Aktienkäufe, das hat aber einige Haken wie ich finde, oder einen Rentensparplan von Ottes "PI Global Value Fund" EUR P (WKN A0NE9G).

Was meint ihr dazu?

 

Danke

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Posted · Edited by Fondsanleger1966

Hallo!

 

Die Renditeberechnung der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) ist etwas getunt. Schau Dir dazu mal http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/rentenversicherung-die-rentabilitaet-der-gesetzlichen-rente-laesst-zu-wuenschen-uebrig-1281118.html an oder die alternativen Berechnungen bei Finanztest (z.B. http://www.test.de/G...mmer-1685941-0/ ).

 

Und natürlich sind Eingriffe von Seiten der Politik auf die GRV jederzeit möglich.

 

Ein heikler Punkt ist die Absicherung der Erwerbsunfähigkeit (BU). Der Schutz der GRV geht nach ein paar Jahren verloren. Eine freiwillige Weiterversicherung würde ihn nicht in jedem Fall erhalten. Es gab dafür einen Stichtag beim Alter. Du solltest Dich da nach Details erkundigen.

 

Ansonsten müsstest Du die BU über eine private Versicherung abdecken, was in Deinem Alter je nach Gesundheitszustand teilweise nicht einfach ist. Am besten gehst Du das Thema mglst. frühzeitig mit professioneller Hilfe an (kompetenter Honorarberater oder spezialisierter Makler).

 

Ähnlich sieht es bei dem Thema Hinterbliebenenschutz aus.

 

Die verbleibenden Mittel würde ich vermutlich in einer freien, jederzeit verfügbaren Form anlegen. Dann hättest Du auch einen vorzeitigen Zugriff auf das Geld. Dafür kämen z.B. Fonds- oder ETF-Sparpläne infrage, vorzugsweise mit bewährten, soliden Misch- oder Anleihenfonds oder eine entsprechende ETF-Mischung. Den Otte-Fonds würde ich höchstens beimischen.

 

Allerdings besteht dann kein Pfändungsschutz für diese Anlagen. Und auch Hartz-IV-fest sind sie - über die allgemeinen Freibeträge hinaus - nicht.

 

Eine Alternative könnte eine pfändungsgeschützte Police nach § 851 ZPO sein. Rürrup zählt nur eingeschränkt dazu - siehe z.B.

http://www.fiala.de/...-2012_60-61.pdf

 

Nachteil ist, dass kein vorzeitiger Zugriff auf das aufgebaute Kapital möglich ist. Außerdem nur eingeschränkte Vererbbarkeit usw.

 

Gutes Start in die Selbständigkeit!

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Was meint ihr dazu?

Ich habe mir die Rendite-Berechnung nicht angesehen.

Du solltest aber berücksichtigen, daß die gesetzliche RV noch mehr bietet:

- In deinem Alter kommst du vermutlich ggf. noch in den Genuß einer BU-Rente (oder hat dein Jahrgang die knapp verpasst?)

- die gesetzliche RV zahlt nach einem Unfall ggf. auch Reha-Maßnahmen usw.

 

Stattdessen in Aktien zu investieren hat den Nachteil, daß du nicht wissen kannst, wie lange du von dem Geld leben mußt.

Die gesetzliche RV zahlt ja ggf. unendlich lange.

 

Andererseits, wenn ich die aktuelle Diskussion berücksichtige: Wozu dann überhaupt noch groß vorsorgen?

Solange du "lange genug" gearbeitet hast, scheinen doch 850Euro sicher zu sein, egal ob CDU oder SPD ans Ruder kommen bzw. da bleiben.

 

Gruß, Michael

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Ich habe mir die Rendite-Berechnung nicht angesehen.

Du solltest aber berücksichtigen, daß die gesetzliche RV noch mehr bietet:

- In deinem Alter kommst du vermutlich ggf. noch in den Genuß einer BU-Rente (oder hat dein Jahrgang die knapp verpasst?)

- die gesetzliche RV zahlt nach einem Unfall ggf. auch Reha-Maßnahmen usw.

Das ist in der Zahl oben alles bereits rausgerechnet worden.

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In deinem Alter kommst du vermutlich ggf. noch in den Genuß einer BU-Rente (oder hat dein Jahrgang die knapp verpasst?)

In den Genuss kommen seit 2001 nur noch die vor 1961 geborenen Jahrgänge.Wenn er in "absehbarer Zeit" 50 wird,ist es damit leider Essig...

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Bis dahin wäre ich 50 Jahre alt und hätte knapp 35 Jahre Beiträge an die gesetzliche entrichtet.

 

Wie hoch ist Deine bisher erreichte Rentenanwartschaft nach der letzten Renteninformation? Welche Rentenanwartschaft könntest Du mit dem Mindestbeitrag oder dem Regelbeitrag für Selbständige bis zum Renteneintritt erreichen? Rechnest Du mit einer Einheitsrente oder einer Rente in Höhe von 43% des letzten Nettoverdienstes? Welche Versorgungslücke wird nach der aktuellen Rentenanwartschaft vorliegen?

 

Das ist z.Zt. aus bekannten Gründen besonders heikel. Zumal meine Zeit bis zur Rente dann vielleicht nur noch 15 oder 20 Jahre beträgt.

 

Vielleicht stehe ich ja gerade auch dem Schlauch, aber welche Gründe meinst Du?

 

600 Euro pro Monat über 15 bis 20 Jahre könnte je nach Einkommen und Versorgungslücke zu wenig sein.

 

 

So 3%, keine geldwerte Anlage, "Wärungskriesen"-sicher und mir scheint das allgemeine Ausfallrisiko relativ gering zu sein.

 

Bei den 3% fehlt meiner Einschätzung nach noch das Minuszeichen. Zudem sehe ich zwar kein Währungsrisiko, das allgemeine Ausfallrisiko für hohe freiwillige Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung würde ich aber im Vergleich zu einer breit gestreuten AV als wesentlich höher einschätzen.

 

 

Natürlich habe ich noch etwas private Vorsorge geleistet und werde voraussichtlich mietfrei in der Rente wohnen können.

 

Ist die selbstgenutzte Immobilie die einzige "Vorsorge", oder bestehen noch Lebensversicherungen oder eine betriebliche Altersvorsorge? Wie hoch und zu welchem Zinssatz ist die Immobilie belastet, sind Sondertilgungen möglich? Welche Rechtsform ist geplant?

 

 

Alternativ überlege ich mir direkten Aktienkäufe, das hat aber einige Haken wie ich finde, oder einen Rentensparplan von Ottes "PI Global Value Fund" EUR P (WKN A0NE9G).

 

Von dem Fonds würde ich die Finger lassen, da gibt es bessere Möglichkeiten für den diversifizierten Vermögensaufbau zur AV.

 

 

 

Ausgehend von den eingangs genannten Daten würde ich

> maximal den Mindestbeitrag in die GRV einzahlen (Sinnhaftigkeit prüfen mit Rentenberater)

> private BU-/EU-Versicherung abschließen

> vor Einführung der Unisex-Tarife eine kleine kostengünstige klassische Rürup-Versicherung abschließen ohne Fondsgedöns

> die Hypothek möglichst schnell tilgen

> das was dann noch übrig bleibt zur Häflte in einen oder mehrere weltweite Aktienfonds investieren und die andere Hälfte risikolos anlegen

 

 

 

 

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So ein Mist, seit einer halben Stunde schreibe ich an einer Reaktion auf eure Antworten und mit einem Mausklick ist alles gelöscht. crying.gif

 

Auf jeden Fall bedanke ich mich bei euch.

 

P.s.:

Von Ottes "PI Global Value Fund" (WKN A0NE9G) scheint ihr allgemein nicht so viel zu halten.

Warum eigentlich? Ich finde ihn und seine Ansichten eher subjektiv super, objektiv kann ich seine Anlagegeschäfte nicht wirklich beurteilen.Problematisch sehe ich dabei jedenfalls die relativ hohen Gebühren, welche erst durch eine Wertsteigerung ausgeglichen sein wollen, zusätzlich möglicherweise eine Quellensteuer und möglicherweise nochmals eine Quellensteuer aus dem Land, wo der Fond geführt wird. Das kann man sich zwar zurückerstatten lassen, das soll aber ein erheblicher bürokratischer Aufwand sein und die Rückzahlung dauert angeblich Jahre.

Ob da am Ende etwas übrig bleibt ist die Frage. :(

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Posted · Edited by Fondsanleger1966

Von Ottes "PI Global Value Fund" (WKN A0NE9G) scheint ihr allgemein nicht so viel zu halten.

Warum eigentlich?

Es gibt einen eigenen Thread zu dem Fonds: http://www.wertpapie...max-otte-fonds/ . Da findest Du einige Pro/Contras.

 

Bei Morningstar kannst Du den Fonds mit verschiedenen Indizes vergleichen und das Portfolio analysieren lassen.

 

Bei einem Vergleich mit Indizes muss man natürlich berücksichtigen, dass der Fonds stark in Midcaps, Smallcaps und sogar Microcaps investiert. http://www.morningst...000001ZTX&tab=3

 

Im Vergleich mit einem MSCI World Small Cap verschwindet die Outperformance des Fonds fast vollständig. Das Risiko entspricht sich annäherend.

 

EDIT: Laut http://www.boerse-on...619299.html?p=5 ist der Fonds erst seit dem Frühjahr 2011 zum Vertrieb in Deutschland zugelassen und musste dafür Änderungen in der Anlagestrategie vornehmen (kein physisches Gold mehr, ausreichend starke Streuung der Titel). Seitdem läuft der Fonds unterdurchschnittlich. Zit Max Otte aus dem Interview: "In der Tat kann es zu einer Minderperformance kommen." Das ist wohl eingetreten.

 

Außerdem stellt sich die Frage, bis zu welchem Volumen der Fonds in Microcaps investieren kann, ohne ein zu hohes Liquiditätsrisiko einzugehen.

 

Schließlich ist auch noch die Frage interessant, wie stark und wie dauerhaft Otte mit eigenem Geld im Fonds investiert ist.

 

Problematisch sehe ich dabei jedenfalls die relativ hohen Gebühren, welche erst durch eine Wertsteigerung ausgeglichen sein wollen

Die Charts sind immer nach Abzug der fondsinternen Kosten.

 

Abgesehen davon sind die laufenden Kosten des Fonds für das Produkt eines kleinen Vermögensverwalter zwar nicht wirklich günstig, sie liegen aber auch nicht richtig hoch. Es gibt immerhin keine Performance Fee.

 

zusätzlich möglicherweise eine Quellensteuer und möglicherweise nochmals eine Quellensteuer aus dem Land, wo der Fond geführt wird. Das kann man sich zwar zurückerstatten lassen, das soll aber ein erheblicher bürokratischer Aufwand sein und die Rückzahlung dauert angeblich Jahre.

Quellensteuererstattung aus Liechtenstein? Das solltest Du noch einmal gründlich überprüfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Staaten eine Steueroase wie Liechtenstein über DBAs auch noch fördern.

 

Außerdem ist der Fonds als ausländischer Thesaurierer für deutsche Anleger mit inländischer Verwahrstelle steuerlich umständlich:

1.) mglw. jedes Jahr Anlage KAP erforderlich.

2.) Doppelbesteuerung beim Verkauf.

3.) mglw. sogar Strafbesteuerung beim Verkauf.

 

Wenn man das nicht selbst machen will oder kann, ist auch noch ein Steuerberater erforderlich.

 

Mein Resümee: Kann man beimischen, wenn man es unbedingt will, aber ich würde den Fonds im Depot nicht zu stark gewichten. Und es gibt meiner Meinung nach genügend gute Alternativen.

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Posted · Edited by dev

Ich bin über ein paar Zahlen gestolpert:

 

Rentenpunkte kaufen
Mit Nachzahlungen Lücken füllen: So stocken Sie Ihre gesetzliche Rente auf

https://www.focus.de/finanzen/experten/weber/nachzahlungen-an-die-rentenkasse-so-bessern-sparer-ihre-gesetzliche-rene-auf_id_3550261.html

 

Zitat

Wer freiwillige Beiträge entsprechend einem jährlichen Durchschnittsentgelt von aktuell 37.873 Euro zahlen möchte, ist mit 7044 Euro pro Jahr (587 Euro im Monat) dabei und erhält hierfür einen sogenannten Entgeltpunkt. Ein Entgeltpunkt hat derzeit einen Wert von 31 Euro.

 

Auf der jährlichen Renteninformation steht auf der Rückseite,  was ein Rentenpunkt in dem jeweiligem Jahr wert war oder bei wikipedia.

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Posted · Edited by OceanCloud

Ich habe auch noch etwas gefunden:

 

https://www.wiado.de/rentenpunkte-kaufen/

Zitat

So könnte es für junge Menschen, die noch einige Jahrzehnte bis zur Rente haben, viel sinnvoller sein stattdessen Vermögensaufbau über ETFs, Fonds und Aktien zu betreiben. Die hier zu erwartenden Renditen von durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr übertreffen zusätzliche Rentenpunkte deutlich, insbesondere mit Hinblick auf den langfristigen Zinseszinseffekt.

 

Das Beispiel auf der Fokus Seite bringt 5,28% (= 2232 / 42264)

 

Wie stellt sich das nun dar, wenn man kurz vor der Rente ist und z.B. wie ich schwerbehindert ist und eh 2 Jahre eher in Rente gehen kann?

Die 5.28% aus den zusätzllchen Rentenpunkten sind sicher, wie sich ETFs entwickeln ist unsicher.

 

Wenn man beabsichtigt, vorzeitig in Rente zu gehen, macht es dann Sinn, kurz vor der Rente ETFs zu verkaufen (auch um den RK3 Teil zu vermindern) und davon Rentenpunkte zu kaufen?

 

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Posted · Edited by whister

vor 2 Stunden von OceanCloud:

Das Beispiel auf der Fokus Seite bringt 5,28% (= 2232 / 42264)

Wie kommst du auf 5,28% bzw. 2232 / 42264?

 

Generell vergleichst du Äpfel mit Birnen. Die gesetzliche Rente ist eine Langlebigkeitsversicherung und kann nicht vererbt werden (teilweise jedoch Hinterbliebenenrente). Weiterhin werden von der gesetzlichen Rente Sozialversicherungsbeiträge abgezogen - bei einem ETF Sparplan unter Umständen derzeit nicht. Zudem muss die gesetzlichen Rente teilweise versteuert werden - Beträge kannst du evtl. je nach Situation jedoch nicht steuerlich sinnvoll absetzen.

 

EDIT: Derzeit bekommt man übrings für eine Einzahlung von 7.235,59 Euro zum Beginn der Regelaltergrenze eine Rente von 384,36 Euro jährlich - das entspricht 5,31% der Einzahlung (Quelle). Davon gehen dann evtl. jedoch noch Steuern & Sozialversicherung ab. Zusätzlich ist das Geld bei Tod dann komplett weg. Gibt vermutlich wenige Fälle in denen das ein guter Deal ist. Der durchschnittliche Rentenbezug beträgt übrings ~18 Jahre - im Durchschnitt bekommt also gerade mal die Einzahlung wieder raus.

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Posted · Edited by stummlfumml

vor 2 Stunden von OceanCloud:

Die 5.28% aus den zusätzllchen Rentenpunkten sind sicher,

Gewagte Aussage, besonders wenn der Renteneintritt noch Jahrzehnte in der Zukunft liegt.

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Posted · Edited by OceanCloud

Es steht doch da mit anderen Zahlen: wenn man 14508€ einzahlt, bekommt man 64€ Rente pro Monat. Macht 5.29% Rendite pro Jahr für 14508€ (12*64/14508 = 5.29%)

 

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vor 4 Minuten von OceanCloud:

Es steht doch da mit anderen Zahlen: wenn man 14508€ einzahlt, bekommt man 64€ Rente pro Monat. Macht 5.29% Rendite pro Jahr für 14508€ (12*64/14508 = 5.29%)

Nein, das ist eben keine Rendite, da a) davon Steuern abgehen, b) Sozialversicherungsbeiträge von abgezogen werden und c) der Kapitalstock bei Tod weg ist.

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vor 4 Minuten von OceanCloud:

wenn man 14508€ einzahlt, bekommt man 64€ Rente pro Monat. Macht 5.29% Rendite pro Jahr für 14508€ (12*64/14508 = 5.29%)

 

Nicht Rendite. Rendite wäre es, wenn du (oder deine Erben) am Ende das eingezahlte Kapital zurückbekämst.

 

Das hier ist eine Leibrente, die du entsprechend mit Leibrenten gegen Einmalbeitrag von privaten Versicherern vergleichen kannst.

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Ok, stimmt. Ich bin gerne für die Aufklärung von Denkfehlern dankbar.

 

Ich möchte mich noch mal deutlicher ausdrücken.

In dem Artikel wurde angeregt, die RK3 Quote mit Renteneintritt runterzufahren. Ich habe derzeit 75% RK3

Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, sich von "etwas" frei werdendem ETF Geld Rentenpunkte zu kaufen, wenn man die Möglichkeit hat?

Dann hätte man doch selbst mehr davon als bei derzeitigen TG-Zinsen.

(Wer weiß wie die TG-Zinsen sind, wenn ich in Rente gehe in 11-14 Jahren)

 

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Es ist und bleibt eine Rechnung mit einer großen Unbekannten, deiner verbleibenden Lebenszeit. Wenn du das Langlebigkeitsrisiko (blödes Wort) aus finanzieller Sicht absichern willst, kann das durchaus Sinn machen. Grob überschlagen hast du nach 19 Jahren Rente dein Geld wieder raus, welches natürlich sonst aber auch noch über einen längeren Zeitraum eine Rendite erwirtschaftet hätte. Ohne jetzt mit Annahmen eine Rechnung zu erstellen, die im Zweifel sowieso falsch ist, würde ich aus dem Bauch heraus sagen: Wenn du keine 22 - 25 Jahre Rentenzeit schaffst, war es für dich ein schlechter Deal ;)

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vor 22 Minuten von OceanCloud:

Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, sich von "etwas" frei werdendem ETF Geld Rentenpunkte zu kaufen, wenn man die Möglichkeit hat?

Dann hätte man doch selbst mehr davon als bei derzeitigen TG-Zinsen.

(Wer weiß wie die TG-Zinsen sind, wenn ich in Rente gehe in 11-14 Jahren)

Rentenpunkte sind keine frei handelbare Währung. Wenn Du in 11-14 Jahren in Rente gehst, dann hast Du die Möglichkeit abschlagsfrei früher in Rente zu gehen, wenn Du dafür eine Ausgleichszahlung leistest. Des Weiteren kannst Du freiwillige Beiträge leisten, wenn Du aktuell nicht pflichtversichert bist. Wenn Du jetzt Anfang-Mitte 50 und Angestellter bist, dann kannst Du dir nicht einfach zusätzliche Rentenpunkte kaufen. Ob der Barwert der Ausgleichszahlung oder der Rentenabschläge größer ist, hängt von deiner Lebenserwartung, deinem Kalkulationszinssatz und den zukünftigen Rentenerhöhungen ab. 

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Posted · Edited by whister

vor 42 Minuten von OceanCloud:

Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, sich von "etwas" frei werdendem ETF Geld Rentenpunkte zu kaufen, wenn man die Möglichkeit hat?

Das kommt auf deine Gesamtsituation an. Wenn du bspw. schon hohe Ansprüche aus der gesetzlichen Rente hast dann macht es evtl. weniger Sinn zusätzlich einzuzahlen als wenn deine Ansprüche gering sind. Insbesondere dein Grenzsteuersatz wird eine entscheidede Rolle spielen - denn ab 2030 Rentenbeginn ist min. 90% der Rentenzahlung zu versteuern und es gehen ca. 11% Sozialversicherungsbeiträge ab. Dadurch wird es noch schwieriger werden überhaupt die Einzahlung wieder rauszubekommen. Aus einem ETF Depot müsste man vermutlich nur ~4% auszahlen um ungefähr den gleichen Nettobetrag zu haben & hier wäre man viel flexibler (hätte aber das Risiko des Bankrotts). Ich persönlich würde es wie bei der Geldanlage halten: diversifiziere!

 

vor 3 Minuten von stummlfumml:

Wenn Du in 11-14 Jahren in Rente gehst, dann hast Du die Möglichkeit abschlagsfrei früher in Rente zu gehen, wenn Du dafür eine Ausgleichszahlung leistest.

Man kann jedoch die Ausgleichszahlung leisten und dann doch nicht früher in Rente gehen - die Ausgleichszahlung wirkt dann wie eine normale Beitragszahlung.

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vor 16 Minuten von whister:

Man kann jedoch die Ausgleichszahlung leisten und dann doch nicht früher in Rente gehen - die Ausgleichszahlung wirkt dann wie eine normale Beitragszahlung.

Stimmt, da war was. Ich glaube, auf die Möglichkeit hatte damals sogar Die Anstalt in ihren Infos zur Sendung hingewiesen, wo ich von der Möglichkeit zum ersten Mal gehört hatte. War mir inzwischen schon wieder entfallen. Bei dem Modell würden sich die steuerlichen Auswirkungen sogar wieder etwas abschwächen, da man diese dann ja bis zur Höchstgrenze als Vorsorgeaufwendungen gelten machen kann.

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Was bei den ganzen Berechnungen über Rendite der gesetzlichen Rente meist nicht berücksichtigt wird ist zum einen, dass der Beitrag durch Lohnsteigerung (oder Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze) über die Jahre ansteigt, aber dafür auch die Auszahlung pro Rentenpunkt.

 

Da beide Erhöhungen nicht einfach prognostiziert werden können (und teilweise auch der Politik unterliegen) erhöht dies die Unsicherheit deutlich.

 

Beispiel:

Rechnet man bei der oben genannte Rentenauszahlung von 64 Euro/ Rentenpunkt über 20 Jahre mit einer Steigerung von 2 % würde man im letzten Rentenjahr schon 95 Euro/Rentenpunkt erhalten.

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Ich bin zufällig zu diesem Thread geraten und habe einiges gelesen. Mich wundert der Tenor der Antworten: Vorsicht vor dem Kapitalmarkt; ich hätte eigentlich Zuspruch zu Mut hierfür erwartet.

Bei mittlerer 3% Steigerung der Rendite gegenüber 5-7% am Kapitalmarkt würde ich annehmen, dass man auf den Kapitalmarkt setzt. Wie? Das halte ich für die entscheidende Frage und welche minimale Risikoabsicherung man betreiben sollte.  Auf jeden Fall Durchhaltevermögen.

Ich habe es versucht und bin gescheitert. Aus heutiger Sicht musss ich eingestehen, daß aus den vor 2000-2003 getätigten Investitionen in fast 20 Jahrem ich  einen Gewinnzunahme von mehr als 100% im DAX erzielt hätte, also jährlich mehr als die Renten-Steigerungsrate. In dem Zeitraum lagen 2 einschneidende Finanzkrisen und die sollte man nicht vollständig durchmachen müssen und muss es vermutlich auch nicht. Man sollte von den Erfahrungen von Erfolgreichen bereit sein zu lernen; und solche soll es geben.

Spannend fände ich es  zu erfahren, wo der Thread-Initiator heute steht.

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vor 54 Minuten von efuzzy:

Bei mittlerer 3% Steigerung der Rendite gegenüber 5-7% am Kapitalmarkt würde ich annehmen, dass man auf den Kapitalmarkt setzt.

 

Wie kommst du auf die Zahlen ? Threaderöffnung war 2012 und seit dem ist hier so manchem die Luft ausgegangen, kein Wunder bei den Rahmenbedingungen.

 

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