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Trick17

Bausparen als Zinswette

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Trick17
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Hallo zusammen,

 

ich bin am überlegen, mehrere Bausparverträge als sog. "Zinswetten" abzuschließen. Dabei sehe ich die aktuelle Niedrigzinsphase als Chance, mir später (in 8-10 Jahren) ein niedrig verzinstes Darlehen zum Immobilienkauf/bau zu sichern. Da die aktuellen Guthabenszinsen bei den BSV sehr niedrig sind, plane ich überhaupt keine monatlichen Einzahlungen in den Vertrag zu leisten (Ausnahme: Abschlussgebühren). Statt dessen werde ich das Geld monatlich in ETF-/Fondssparpläne stecken (Annahme: Durchschnittsrendite von 3% bei Rentenfonds - konservative Anlage) und auf diese Weise die Hälfte der Bausparsumme über Jahre hinweg ansparen. Anschließend möchte ich per Einmalzahlung die Hälfte der Bausparsumme (z.B. nach 6 Jahren - 25.000€) in den Vertrag einzahlen, so dass dieser nach ca. 2 Jahren zuteilungsreif wird. Der effektive Darlehenszinssatz liegt bei dem mir vorliegenden Vertrag bei 2,74%.

 

Im Prinzip sehe ich das so; das einzige Risiko besteht darin, dass bei einer länger andauernden Niedrigzinsphase die Zinsen selbst nach 8 Jahren auf ähnlichem Niveau bleiben, so dass sich die "Zinssicherung" nicht gelohnt hat und die Abschlussgebühren (bei 50.000€ dann 500€) natürlich "umsonst" gezahlt wurden. Andererseits, steigt das Zinsniveau um 1% oder mehr, lohnt sich der Abschluss. Die aktuell niedrigen Guthabenszinsen umgehe ich weitestgehend, indem ich keine monatlichen Zahlungen leiste, sondern per Einmalzahlung anspare. Damit ist das Geld 2 Jahre in dem Vertrag "gebunden" bis es zur Zuteilungsreife kommt, was ich okay finde. Weiterer Vorteil: Ich bin flexibel in der Einzahlung und kann auch schon früher oder erst Jahre später das Geld einzahlen, eben 2 Jahre, bevor ich das Darlehen in Anspruch nehmen möchte.

 

Die Daten basieren natürlich auf einem realen Vertrag, Angaben zu Zinsen und Zuteilungszeit passen.

 

Freue mich über Eure Meinungen zu dem Thema!

 

Beste Grüße

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TaurusX
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Du solltest aber auch schauen, in welchem Zeitraum dann das Darlehen zurückgezahlt werden muss, wenn du dir diesen Zins sichern willst.

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whitecobra82
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Um welchen Bausparvertag handelt es sich genau? Bei vollständiger Auffülung nur eine Zuteilungszeit von 2 Jahren klingt interresant...

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andjessi
Posted · Edited by andjessi

In der Theorie hört sich das alles toll an, aber wenn in 2022 die Zinsen bei 6 oder 7% stehen sollten, wollen alle Bauparer plötzlich ihre Darlehen abrufen. Die Bausparkasse kann (und wird) dann nur zuteilen (streng nach Sparleistung und Bewertungszahl), wenn genügend Spargeld (anderer Bausparer) im Topf ist und bereits vergebene Darlehen zurück gezahlt wurden. Sie ist nicht verpflichtet (was heute geschehen mag, weil es sich derzeit rechnet) sich selbst Geld irgendwo (teuer) zu leihen. Als Spätauffüller kannst Du Dich da ganz hinten einreihen. Verklausuliert steht das auch in den jeweiligen Bausparbedingungen.

 

Ein Blick zurück macht übrigens klug. Alles schon mal da gewesen: Anfang der 1980'er Jahre waren die Bauzinsen extrem hoch. Bausparverträge wurden kaum zugeteilt, weil alle ihr Darlehen abrufen wollten. BHW stand damals für Bangen, Hoffen, Warten.

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ZfT
Posted · Edited by ZfT

Der Tarif, der in zwei Jahren (theoretisch) zuteilungsreif ist nach der Einmalzahlung, der würde mich auch interessieren :)

 

Des weiteren solltest Du prüfen, ob der Bauspar-Anbieter nicht regelmäßige Zahlungen bzw. eine Vorab-Zahlung erwartet. In vielen (allen?) Bausparbedingungen steht drin, daß der Anbieter den Vertrag kündigen darf, wenn nicht entspr. der anfangs vereinbarten Sparleistung einbezahlt wird (man also mit der Sparleistung im Rückstand ist).

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Zotti
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da kann ich mich ZfT nur anshcliessen. Die wichtigen Punkte sind:

 

- die Bausparkasse kann den Vertrag kündigen wenn du 3 Monate mit der Regelsparleistung im Rückstand bist

- aktuell werden kaum noch Sonderzahlungen akzeptiert. So ein Einmalzahlung wäre dann wahrscheinlich eine Sonderzahlung

 

Und in den neuen Vertragsbedingungen ist das meist alles schon festgezurrt.

 

Besorg die die Vertragsbedingungen des Anbieters, sollten meist onlineverfügbar sein und schau was da bezüglich Sonderzahlungen und Kündigung bezüglich Zahlungsrückstand drin steht.

Und die Zuteilungsreife nach nur zwei Jahren nach Einmalzahlung würde ich nochmal nachrechnen.

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Kolle
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Es wurde schon alles gesagt nur noch nicht von mir.;) Dein Anliegen ist ein echter Klassiker, so wie du denken sehr viele. Das Bausparkollektiv denkt mit und hat schon alle Lösungen in der Schublade um sich nicht so einfach austricksen zu lassen.

 

Sollten die Zinsen in einem Jahrzehnt tatsächlich mal wieder deutlich höher sein als heute, dann musst du lange auf die Zuteilung warten. Aufgrund der nicht hohen Bewertungszahl wird die Kreditrate auch ziemlich hoch sein, so dass du nur kurze Zeit von dem Zinsvorteil profitieren würdest. Du bringst dein EK dann besser direkt ein um den Bankkredit tiefer zu legen. Eine Begrenzung der Einmalzahlung ist allerdings nicht zu erwarten wenn die Bausparkasse das Geld gut verleihen kann.

 

Abgesehen davon, dass dich die 30.000 € maximal möglichen Kredit ( bei 50.000 € Bausparsumme ) nicht wirklich weiterbringen. Die 500 € Abschlussgebühr sind auf jeden Fall weg, aus denen werden in 10 Jahren auch mehr wenn du sie jetzt anlegst.

 

Bei mir ging das Konzept mit dem BSV auf. Aber anders als gedacht. Für die energetische Sanierung meines Hauses schloss ich 2004 einen Bausparer über 100 T€ ab und zahlte 40 T€ gleich ein. Die Sanierung machte ich dann doch nicht im ursprünglich geplanten Umfang. Die neue Heizung, Fenster und kleinere Dämmmaßnahmen verteilte ich über einige Jahre und dafür brauchte ich keinen Kredit. Der Bausparer bringt nun seinen Nutzen an ganz anderer Stelle, nämlich als gut verzinstes Sparguthaben. Dieser Effekt wird bei dir nicht eintreten.

 

Eine Bausparvariante bringt dir vermutlich wirklich einen Vorteil: Wohnriester. Falls du zu der Gruppe gehörst die ihn machen darf.

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Trick17
Posted

Also, anbei die Eckdaten zum Vertrag:

 

Anbieter/Produkt: Wüstenrot Ideal (C/FX) -> Die Riestervariante dieses Vertrages ist übrigens Testsieger bei Finanztest 12/2013

Bausparsumme: 50.000€

Guthabenszins: 0,25% (und damit uninteressant)

Darlehenszins: 2,45%, 2,74% eff.

Monatliche Tilgung: 300€ (war so von mir gewünscht)

Tilgungsdauer: 7 Jahre, 9 Monate

Abschlussgebühr: 500€

Kontogebühr: 0€

 

Ansparphase:

 

2014: 500€ (damit die Gebühr bezahlt ist)

2015-2019: Nichts (300€ werden monatlich in ETF-Sparpläne u.ä. angelegt - über 6 Jahre hinweg wären wir bei nominal 21.600 bei einer Rendite von ca. 3,5% sind es ca. 24.500€)

31.01.2020: 25.000€

Zuteilung ist erreicht am: 01.12.2021

Dauer bis zur Zuteilung ab Einzahlung: 1 Jahr und 10 Monate. Natürlich ist die Zuteilung aus der Beispielrechnung unverbindlich. Das sollte aber ein guter Richtwert sein. Vereinfachend gesagt, dauert es 2 Jahre ab 50% Einzahlung, bis die Summe zuteilungsreif wird. Ich habe mir die AGBs zu diesem Vertrag durchgelesen, dort ist auch die Formel für die Zuteilung abgedruckt. Ich habe eine solch schnelle Zuteilungsreife auch nur in diesem Vertrag gefunden. Hatte mir andere Angebote angeschaut, dort dauert die Zuteilung deutlich länger, teilweise doppelt so lange.

 

Bzgl. einseitiger Kündigung seitens des Anbieters hatte ich auch zunächst Bedenken, da ich im Prinzip jahrelang nichts einzahle. Der Berater meinte aber dazu, so lange die Gebühr bezahlt ist, ist der Vertrag gültig, selbst wenn (!!) ich doch erst 2022 oder noch später die Einzahlung leiste. Ich hatte mich bei drei verschiedenen Bausparkassen informiert, jedes mal wurde mir dazu das Gleiche gesagt. Außerdem wurde es ja vertraglich fixiert, dass ich keine Zahlungen leiste, sondern eine Einmalzahlung nach Jahren. Insofern werde ich nie im "Rückstand" sein.

 

Ich sehe das übrigens nicht als "austricksen" sondern als einen Alternativweg, um die schwachen Guthabenszinsen bei Bausparverträgen zu umgehen. EIn Guthabenszins von 0,25% ist pure Geldvernichtung. Außerdem wäre mein Geld immehrin knapp 2 Jahre in den Vertrag angelegt und die Gebühr ist auch bezahlt.

 

Beste Grüße

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Cai Shen
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Ich war mir sicher, dass es nicht funktioniert.

Seit der Änderung der ABB vom Oktober 2013 legt die Wüstenrot aber offenbar keinen Wert mehr auf regelmäßige Einzahlungen.

 

In meinem Vertrag von 2012 existiert noch eine diesbezügliche Spaßbremse (§3 (2))

Hat der Bausparer mehr als 6 Regelsparbeiträge [...] nicht geleistet [...] kann die Bausparkasse den Bausparvertrag kündigen.

Inzwischen ersatzlos gestrichen.

 

Zusätzlich wurde der Begriff "Sonderzahlung" genauer spezifiziert:

Zahlungen, die über den Regelsparbeitrag hinausgehen oder nach Erreichen eines Guthabens in Höhe von 50 % der Bausparsumme geleistet werden, sind Sonderzahlungen, deren Annahme die Bausparkasse von ihrer Zustimmung abhängig machen kann.

 

Wurde die Einmalzahlung bereits vertraglich festgelegt, kann vermutlich von der Zustimmung der Wüstenrot ausgegangen werden.

Hauptsache, die Abschlussgebühr wird innerhalb 4 Monaten vollständig gezahlt (§1).

 

Unter welchen Szenarien sich das Vorhaben rentiert, mag ich jetzt nicht ausrechnen.

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ZfT
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klingt ja tatsächlich erstmal besser, als ich mir das gedacht hätte.Es bleibt natürlich noch, wie schon erwähnt die Problematik der Zuteilung. Wenn in 7-8 Jahren die Zinsen tatsächlich wieder gestiegen und Kredite aus Bausparverträgen wieder nachgefragter sind, kann sich die Zuteilung weit nach hinten verschieben. Mit anderen Worten: Es dürfte schwierig werden mit SO konkreten Terminen zu kalkulieren.

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Ravemaster84
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Zuteilung ist erreicht am: 01.12.2021

Dauer bis zur Zuteilung ab Einzahlung: 1 Jahr und 10 Monate. Natürlich ist die Zuteilung aus der Beispielrechnung unverbindlich. Das sollte aber ein guter Richtwert sein. Vereinfachend gesagt, dauert es 2 Jahre ab 50% Einzahlung, bis die Summe zuteilungsreif wird. Ich habe mir die AGBs zu diesem Vertrag durchgelesen, dort ist auch die Formel für die Zuteilung abgedruckt. Ich habe eine solch schnelle Zuteilungsreife auch nur in diesem Vertrag gefunden. Hatte mir andere Angebote angeschaut, dort dauert die Zuteilung deutlich länger, teilweise doppelt so lange.

 

Genau das wird der springende Punkt sein.

Eine Bausparkasse darf vorab keine verbindliche Aussage zu einem Zuteilungstermin machen.

Wenn du dir die Formeln angeschaut und verstanden hast, wirst du feststellen dass nicht nur das vorhandene Bausparguthaben für die Zuteilung entscheidend ist, sondern auch die Zinserträge (in deinem Fall die ersten Jahre nicht vorhanden).

Dann gibt es eine Mindestbewertungszahl (in deinem Fall 200) welche auf jeden Fall erreicht sein muss (aus heutiger Sicht kann man das planen).

Dazu gibt es aber eine Zielbewertungszahl. Diese Zahl ist jedoch nicht fix, sondern sie wird von der Bausparkasse quartalsweise errechnet. Diese Zielbewertungszahl musst du ebenfalls erreichen.

Hier werden dir deine nicht vorhandenen Zinserträge aus den ersten Jahren das Genick brechen.

Sparer welche jetzt brav monatlich füttern und Zinserträge sammeln, werden eine höhere Bewertungszahl erreichen.

Wenn die Bausparkasse dann nur 5 Freibier hat, aber 10 Leute wollen, werden die 5 mit der niedrigsten B-Zahl trocken laufen. Im übertragenen Sinne.

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andjessi
Posted · Edited by andjessi

Es ist für (junge) Menschen im Jahr 2014 (in einer historischen Niedrigzinsphase, in der kaum Bauparkasse überhaupt ein Dalehen an den Mann bringen kann) einfach schwer vorstellbar, dass es mal Zeiten mit Hypothekenzinsen von 7-10% gab. Wer das nicht weiß, der glaubt, dass er in vergleichbaren Zeiten tatsächlich ein Baupsardarlehen zu <3% zugeteilt bekommt, wenn er nur 2 Jahre Geld in einen Bausparvertrag eingezahlt hat.

Die "Zinswette" ist nur für die BSK ohne Risko, denn wenn sie später kein Geld hat, dann teilt sie einfach nicht zu.

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Sebbo1985
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Und in welchem Rahmen darf die Bausparkasse sich da sperren?

 

Wenn man 5 oder sogar 10 Jahre ordnungsgemäß seine Raten eingezahlt hat und irgendwann bei 50 % oder sogar deutlich darüber angekommen ist, müssen sie den Vertrag doch irgendwann zuteilen? Auch wenn das allg. Zinsniveau dann wieder stark gestiegen ist?!

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Ravemaster84
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Wenn man 5 oder sogar 10 Jahre ordnungsgemäß seine Raten eingezahlt hat und irgendwann bei 50 % oder sogar deutlich darüber angekommen ist, müssen sie den Vertrag doch irgendwann zuteilen? Auch wenn das allg. Zinsniveau dann wieder stark gestiegen ist?!

 

Es gibt ja immer mindestens 2 Punkte die erfüllt sein müssen:

- Mindestsparguthaben muss im Vertrag sein

- Bewertungszahl muss passen

 

In deinem Beispiel wäre nur eine Anforderung erfüllt ---> keine Zuteilung.

Ich bin mir aber sicher, dass jede Bausparkasse mit einer Zwischenfinanzierung bis zur Zuteilung überbrücken wird.

Selbstverständlich zu anderen Zinskonditionen wie im BSV vereinbart.

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andjessi
Posted · Edited by andjessi

Und in welchem Rahmen darf die Bausparkasse sich da sperren?

 

Wenn man 5 oder sogar 10 Jahre ordnungsgemäß seine Raten eingezahlt hat und irgendwann bei 50 % oder sogar deutlich darüber angekommen ist, müssen sie den Vertrag doch irgendwann zuteilen? Auch wenn das allg. Zinsniveau dann wieder stark gestiegen ist?!

 

Klar, irgendwann gibt es das Darlehen (unter Berücksichtigung der individuellen Sparleistung und der sich ergebenen Rangfolge im Bausparerkolletiv). Die Zuteilung erfolgt ggf. aber (viel) später als geplant/prognostiziert: Wenn theoretisch alle Bausparer 50% angespart haben und alle ein Darlehen wollen, können in einem geschlossenen System, das Kredite nur aus eigenen Mitteln bereitstellt, auch nur 50% ein Darlehen bekommen. Weitere Darlehen können dann nach und nach nur vergeben werden, wenn Darlehensrückzahlungen erfolgen und/oder andere Sparer weiter sparen.

 

In einer Hochzinsphase gibt es folgende Probleme, die die Zuteilung verzögern, weil es der Bausparkasse an Geldern fehlt:

- viel mehr Bausparer (als üblich) wollen ein Darlehen

- reine Sparer setzen ihre Besparung aus oder kündigen gar ihre Verträge, ziehen Geld ab und stecken es in andere Anlageformen

- Darlehen werden kaum noch vorzeitig getilgt (da stattdessen anderswo sparen rentabler ist, als vorzeitig tilgen)

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Trick17
Posted · Edited by Trick17

Ich stimme euch zu, der Knackpunkt liegt in der Zuteilung, die nicht wirklich prognostizierbar ist. Und das hängt maßgeblich von der Zinssituation in Zukunft ab, bzw. von dem daraus resultierendem Verhalten der Bausparer/Anleger.

 

Lasst uns mal in Szenarien denken (Zinsniveau in 8 Jahren):

 

1) Das Zinsniveau ist unverändert (Niedrigzinsphase): Der heute abgeschlossene Bausparvertrag lohnt sich nicht. Immobilienkredite könnten zu gleichen/ähnlichen Konditionen wie die aus dem BSV aufgenommen werden. Einziger kleiner Vorteil ggü. Klassischen Immobilienkrediten: Das Darlehen gilt als EK.

 

2) Das Zinsniveau ist moderat gestiegen: Der BSV lohnt sich. Die Konditionen sind besser als die eines Immobilienkredites. Die Nachfrage nach Bauspardarlehen wird steigen, die Zielbewertungszahl damit auch. Allerdings moderat.

 

3) Das Zinsniveau steigt rapide (Hochzinsphase): Der BSV lohnt sich theoretisch sehr. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Zielbewertungszahl enorm steigt und sich damit die Zuteilungszeit weit nach hinten verschiebt. Dann allerdings würde sich das warten lohnen. Unter Umständen könnte eine Zwischenfinanzierung notwendig werden.

 

Die Frage ist, welches Szenario ist am wahrscheinlichsten? Ist es wahrscheinlich, dass wir in 8 Jahren eine Hochzinsphase haben? Naja, das weiß sicher niemand.

 

Ein weiterer (Planungs-)Vorteil besteht übrigens darin, dass ich in den ersten 6 Jahren unabhängig anspare. D.h. ich kann nach 6 Jahren, nachdem ich erstmalig in der Lage wäre, den Vertrag mit 50% zu befüllen, auf Basis der dann vorliegenden Situation (persönliche Situation, aber auch dann vorliegendes Zinsniveau) entscheiden, wie es weitergeht. Im schlimmsten Fall wären dann die Abschlussgebühren verloren. Jedenfalls lässt sich dann die mögliche Zuteilung sicher besser einschätzen als heute.

 

 

Man könnte das Zuteilungsproblem näherungsweise simulieren. Dazu müsste man sich die Bewertungszahlen ausrechnen, wenn man über 6 Jahre hinweg 300€ einzahlt vs. 25.000€ auf einmal über 2 Jahre. Das Delta gibt einen Indikator wie weit ein Regelsparer einem Einmalzahler voraus ist.

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Ravemaster84
Posted

1) Das Zinsniveau ist unverändert (Niedrigzinsphase): Der heute abgeschlossene Bausparvertrag lohnt sich nicht. Immobilienkredite könnten zu gleichen/ähnlichen Konditionen wie die aus dem BSV aufgenommen werden. Einziger kleiner Vorteil ggü. Klassischen Immobilienkrediten: Das Darlehen gilt als EK.

 

Nicht ganz korrekt. Darlehen ist und bleibt Fremdkapital. Es ist ja nicht dein Geld, sondern das der Bausparkasse.

Ich verstehe jedoch worauf du hinaus willst , da ich es ähnlich mache. Ein Bauspardarlehen kann bis 30.000 € als Blankodarlehen erteilt werden. Es taucht somit nicht im Grundbuch auf.

Hierfür müssen natürlich Beleihungsausläufe eingehalten werden. Im Prinzip kann ein Bausparvertrag als kleiner "Hebel" deines eingezahlten Kapitals fungieren, da du gegenüber des ersten Ranges mit mehr Geld in der Hand auftreten kannst und dort eventuell bessere Konditionen erhälst.

 

2) Das Zinsniveau ist moderat gestiegen: Der BSV lohnt sich. Die Konditionen sind besser als die eines Immobilienkredites. Die Nachfrage nach Bauspardarlehen wird steigen, die Zielbewertungszahl damit auch. Allerdings moderat.

 

3) Das Zinsniveau steigt rapide (Hochzinsphase): Der BSV lohnt sich theoretisch sehr. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Zielbewertungszahl enorm steigt und sich damit die Zuteilungszeit weit nach hinten verschiebt. Dann allerdings würde sich das warten lohnen. Unter Umständen könnte eine Zwischenfinanzierung notwendig werden.

 

Es hat ja nicht nur was mit dem Zinsniveaus zu tun!

Was passiert wenn kurz vor deiner prognostizierten Zuteilung viele Sparer ihr Geld einfach abziehen, da keine Immobilie mehr gekauft werden soll/kann?

 

Jetzt begib dich mal in folgendes Szenario:

Die Zinsen steigen, du hast einen BSV mit 3% Darlehenszins, jedoch nicht zugeteilt.

Du kaufst/baust ein Haus und finanzierst zu 6%. Wie lange willst du finanzieren? Die BSK sagt: Ihr BSV ist bestimmt bald zuteilungsreif, nehmen Sie 5 Jahre Zinsbindung.

Nach 5 Jahren ist das Teil immer noch nicht zugeteilt und du finanzierst wieder zwischen. Natürlich immer sportlich bei der BSK.

Du bist von der Zuteilung der BSK abhängig, bei der Prolongation deines Darlehens! Willst du das?

Zwischenfinanzierungen sind immer recht teuer im Vergleich zum Marktzins. Wenn du darauf spekulierst, dann nimm keinen BSV und spare Eigenkapital an.

 

Die Frage ist, welches Szenario ist am wahrscheinlichsten? Ist es wahrscheinlich, dass wir in 8 Jahren eine Hochzinsphase haben? Naja, das weiß sicher niemand.

Frage hast du gestellt, Antwort aber auch gleich gegeben. Wahrsagerei.

Ich selbst habe einen BSV welchen ich anfüttere, da ich auf steigendes Niveau wette.

Sollte ich bauen/kaufen, kann er unterstützend wirken. Sollte ich das nicht machen oder das Teil nicht aufgehen, habe ich einige Jahre Rendite+Abschlussgebühr verschenkt. That's it!

 

Ein weiterer (Planungs-)Vorteil besteht übrigens darin, dass ich in den ersten 6 Jahren unabhängig anspare. D.h. ich kann nach 6 Jahren, nachdem ich erstmalig in der Lage wäre, den Vertrag mit 50% zu befüllen, auf Basis der dann vorliegenden Situation (persönliche Situation, aber auch dann vorliegendes Zinsniveau) entscheiden, wie es weitergeht. Im schlimmsten Fall wären dann die Abschlussgebühren verloren. Jedenfalls lässt sich dann die mögliche Zuteilung sicher besser einschätzen als heute.

Vielleicht wirst du dann aber wieder Zweifel bekommen und weitere Berechnungen anstellen und Zweifel hegen. Vielleicht wird es dann keine BSK mehr geben die mit 2 Jahren Wartezeit bis Zuteilung wirbt?

Eventuell hast du durch deine ETFs aber auch 50% verloren, dann kannst nur noch 25% der Bausparsumme einzahlen? Verstehst du was ich meine?

 

Man könnte das Zuteilungsproblem näherungsweise simulieren. Dazu müsste man sich die Bewertungszahlen ausrechnen, wenn man über 6 Jahre hinweg 300€ einzahlt vs. 25.000€ auf einmal über 2 Jahre. Das Delta gibt einen Indikator wie weit ein Regelsparer einem Einmalzahler voraus ist.

Naja, was machst du dann mit dem Ergebnis? Wie bewertest du es?

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tyr
Posted · Edited by tyr

In einer Hochzinsphase gibt es folgende Probleme, die die Zuteilung verzögern, weil es der Bausparkasse an Geldern fehlt:

[...]

- Darlehen werden kaum noch vorzeitig getilgt (da stattdessen anderswo sparen rentabler ist, als vorzeitig tilgen)

Nach meinem Verständnis ist es meistens die beste Geldanlage, bestehende Schulden abzuzahlen. Die Zinsen, die man für Schulden zahlen muss sind üblicherweise deutlich höher als das, was man durch Kapitalanlage nach Kosten und Steuern erzielen kann. Das führt dann wieder dazu, dass man mit hohen Schulden wie z. B. einem abzuzahlenden Immobilienkredit tendenziell ein Klumpenrisiko am Bein hat.

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Trick17
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Also zunächst vielen Dank für Eure Beiträge und Anregungen zu dem Thema. Hier wurden mir einige Zusammenhänge klarer, insbesondere die Thematik der Zuteilung, die ich zwar schon auf dem Schirm hatte, die große Ungewissheit über den künftigen Zuteilungszeitraum bei Einmalzahlung war mir aber in diesem Maße nicht bewusst!

 

Vergleicht man zusammenfassend beide Modelle (direkte monatliche Besparung des BSVs vs. Einmalzahlung nach 6 Jahren alternativer Besparung) zeigen sich folgende Unterschiede:

 

Direkte Besparung:

- Fester, kalkulierbarer Guthabenszins (aber sehr niedrig)

- Generell höhere Chance auf schnelle/termingerechte Zuteilung, da Bewertungszahlen über Jahre hinweg angesammelt werden

 

 

Einmalzahlung nach alternativer Besparung:

- Höhere Ertragschancen (aber auch höheres Risiko)

- Flexibilität in der Ansparphase (Option später zu entscheiden)

- Risiko einer verzögerten Zuteilung (insbesondere Risiko einer teuren Zwischenfinanzierung)

 

 

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Modellen ist das Risikoprofil. Risikoscheue Anleger, denen Planbarkeit wichtig ist, fahren bei der direkten Besparung sicherlich besser. Umgekehrt ist das Modell der Einmalzahlung für all diejenigen geeignet, die bereit sind etwas mehr Risiko auf sich zu nehmen, dafür dann aber auch Chancen auf höhere Erträge haben.

 

Ich werde die Variante der Einmalzahlung wählen, aus folgenden Gründen:

 

1. Wenn ich direkt in den BSV einzahle, sammeln sich über Jahre hinweg ziemlich hohe Opportunitätszinsen an. Im direkten Vergleich wären das:

 

Zinsen bei direkter Besparung (0,25%, 6 Jahre, 300€/Monat): 505€

Zinsen bei alternativer Besparung (Annahme: 3,5%, 6 Jahre, 300€/Monat): ca. 7300€

Delta: 7200€!!

 

Natürlich ist der Zinssatz bei alternativer Besparung nicht fix und theoretisch ist es auch möglich, dass ich falsch anlege und zwischenzeitlich verliere, aber das Risiko halte ich für überschaubar und bei konservativer Anlage sollte es möglich sein 3-3,5% Rendite zu erzielen.

 

 

2. Die höhere Flexibilität ist meiner Meinung nach viel Wert. Es ist letztlich eine Option, die nichts kostet (Gebühren zahle ich in beiden Varianten). Mal angenommen, ich möchte erst später bauen/kaufen und nicht in 6 Jahren einzahlen, kann ich das Geld weiter in Wertpapieren angelegt lassen. Seitens der BSK wurde mir versichert, dass der Vertrag weiterhin gilt, selbst wenn ich erst in 9 Jahren einzahle (Hauptsache die Gebühren sind bezahlt).

 

Beste Grüße

 

 

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Akaman
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bei konservativer Anlage sollte es möglich sein 3-3,5% Rendite zu erzielen.

Hast du schon eine Idee, wie?

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Seb1978
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Wie wäre es mit dem goldenen Mittelweg, für den ich mich gerade letzte Woche entschieden habe?

Habe nen Bausparer abgeschlossen und mir den für jährliche Einzahlungen berechnen lassen.

Zu Beginn jeden Jahres muss ich 2500€ einzahlen.

Den einzelnen Raten habe ich nun jeweils als Festgeld mit den entsprechenden Laufzeiten bei der Renault Bank angelegt. Zinsen liegen je nach Laufzeit zwischen 1,45 und 2,35%

2500€ für die Jahre 1-4 und 7500€ auf 5 Jahre.

Liege natürlich unter Deinen gewünschten 3 - 3,5% (aber wirst Du die auch erreichen?) aber deutlich über den 0,25%, die der Bausparer abwirft.

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Kolle
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Generell sind Bausparverträge sehr komplexe Produkte. Mit der Option des Anspruchs auf ein Darlehen zu vorher festgelegten Zinsen bei Vorliegen bestimmter Merkmale ( Mindestsumme angespart, Bewertungszahl erreicht, vertragskonforme Verwendung, Sicherheiten ) und der Option auf das Darlehen zu verzichten ( Bonus, Laufzeit, Guthabenhöhe ).

 

Was viele nicht berücksichtigen: Bauparkassen kosten Geld ( Gehälter, Provisionen etc. ). Viele sehen nur die Abschlussgebühr. Bausparkassen schöpfen selbst kein Geld. Sie verteilen nur Guthaben auf Darlehen. Über alle Finanzierungen gesehen verdienen Bausparkassen ihren Anteil mit. Auch bei Zinswetten. Sollte man immer im Auge behalten. Der Schnitt aller Finanzierungen ohne Zwischenschaltung einer Bausparkasse ist günstiger als der Schnitt aller Finanzierungen mit Beteiligung von Bausparkassen. Für den einzelnen Bausparer kann es trotzdem vorteilhaft sein, die Masse der Bausparer zahlt entweder drauf oder bekommt kleine Gimmicks dazu wie Riester, WOP oder Arbeitnehmersparzulage.

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andjessi
Posted · Edited by andjessi

Der Schnitt aller Finanzierungen ohne Zwischenschaltung einer Bausparkasse ist günstiger als der Schnitt aller Finanzierungen mit Beteiligung von Bausparkassen.

 

Sehr treffender Satz. Kann man gleich um Forwardfinanzierung ergänzen. Jede Zinsversicherung kostet und rechnet sich nur für eine Minderheit. Nichtsdestotrotz kann beides in bestimmten Situationen ratsam sein.

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mipla
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Ich finde Bausparen hat auch noch steuerliche Aspekte.

 

Wenn jemand bereits einiges an Eigenkapital angespart hat, wird in der weiteren Ansparphase ein Teil der Zinserträge an das Finanzamt abgeführt, da der FSA ja schon ausgefüllt ist.

 

Nachdem die Immobilie gekauft wurde, ist das EK weg und das Immobiliendarlehen wird abgezahlt. Hier sind die Zinsen aber bei Eigennutzung nicht steuerlich absetzbar.

 

Durch einen BSV bekomme ich zwar wenig Zinsen in der Ansparphase (z.B.0,5% p.a.), es werden aber auch kaum Steuern abgezogen.

 

Hierdurch könnte die "Zinswette" etwas besser darstehen.

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ZappBrannigan
Posted

Durch einen BSV bekomme ich zwar wenig Zinsen in der Ansparphase (z.B.0,5% p.a.), es werden aber auch kaum Steuern abgezogen.

Du kannst auch einfach dein Geld auf dem Girokonto bei 0% p.a. lassen - da werden dann gar keine Steuern abgezogen :lol:

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