"Chronologisches Rebalancing" per variabler Sparrate

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Moin,

 

mir geistert aktuell die Frage durch den Kopf, ob nicht eine variable Sparrate je nach Depot-Entwicklung die Gesamtrendite am Ende deutlich erhöhen würde. Ein Beispiel:

 

a) Klassischer Fondssparplan

Ich investiere zb. 20% meines Nettos monatlich in Fonds, einmal im Jahr rebalance ich.

 

B) Variable Sparrate

Ich investiere grundsätzlich 20% meines Nettos plus einen variablen Teil, der sich nach einer etwaigen negativen Performance des Depots richtet. Wenn das Depot vom Höchststand 10% einbricht, erhöhe ich die Sparrate um 10% usw. Diese Methodik sollte dafür sorgen dass ich von Crashs überproportional profitiere und grundsätzlich zu niedrigen Preisen mehr Anteile erwerbe, quasi ein "überproportionales Cost-Averaging".

 

Nachteile:

- Hoher Verwaltungsaufwand durch regelmäßige (monatliche?) Anpassung der Sparrate

- Die Liquidität muss entsprechend Spielraum bieten um die Sparrate jederzeit zu erhöhen

 

Was meint ihr dazu?

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Das entspricht ungefähr dem Value-Averaging bzw. Overbalancen in Bernsteins Intelligent Asset Allocator.

 

Ich (als blutiger Anfänger) finde, dass die Idee sinnvoll klingt. Das ganze wird natürlich emotional ziemlich schwierig.

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Ah, man tastet sich heran.

 

Wenn jemand zum Jahresende sein Depot wieder ins Gleichgewicht bringt, dann nutzt er - ob bewusst oder unbewusst - schon die jahreszeitlichen Regelmäßigkeiten, die langfristig bisher auftraten.

Ich weiß, ich weiß - "bisher auftraten". Ich weiß auch, dass "bisher" zwar bei einem gewissen Anlagestil eher belächelt wird, die Lächler aber sich des "Bishers" fleißig bemächtigen, wenn es um die eigene Konzepte geht.

 

Ich startete einmal eine kleine Umfrage, ob denn ein Modell, gemischt mit fundamentalen, korrelierenden und technischen Daten, zumindest eine kleine Anregung und/oder Hilfe sein könnte, um ein Depot bei der Herstellung der Wasserwaagentauglichkeit vielleicht etwas knackiger zu gestalten. Getastet hat da niemand.

 

Also: Überlegungen die den Tastsinn schärfen, können durchaus angebracht sein.

 

Gruß

€-man

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Posted · Edited by severino

Moin,

 

mir geistert aktuell die Frage durch den Kopf, ob nicht eine variable Sparrate je nach Depot-Entwicklung die Gesamtrendite am Ende deutlich erhöhen würde. Ein Beispiel:

 

a) Klassischer Fondssparplan

Ich investiere zb. 20% meines Nettos monatlich in Fonds, einmal im Jahr rebalance ich.

 

B) Variable Sparrate

Ich investiere grundsätzlich 20% meines Nettos plus einen variablen Teil, der sich nach einer etwaigen negativen Performance des Depots richtet. Wenn das Depot vom Höchststand 10% einbricht, erhöhe ich die Sparrate um 10% usw. Diese Methodik sollte dafür sorgen dass ich von Crashs überproportional profitiere und grundsätzlich zu niedrigen Preisen mehr Anteile erwerbe, quasi ein "überproportionales Cost-Averaging".

 

Nachteile:

- Hoher Verwaltungsaufwand durch regelmäßige (monatliche?) Anpassung der Sparrate

- Die Liquidität muss entsprechend Spielraum bieten um die Sparrate jederzeit zu erhöhen

 

Was meint ihr dazu?

 

Moin moin,

 

ich finde diese Art von Rebalancing bei b.) sehr gut. Bedingung: Zu Beginn seines Vermögensaufbaus hat man sich grundsätzliche Gedanken zu seiner Diversifikation gemacht und kann deswegen das dann 20, 30,... Jahre konsequent besparend durchziehen.

 

Rebalncing im Sinne von: "Rebalancing ist die Umschichtung von Geldanlagen zwecks Wiederherstellung einer Ziel-Asset-Allocation. Es findet also kein Buy-and-hold statt." (Quelle: Wikipedia) halte ich für Kaffeesatzleserei und blinden Aktionismus. Außerdem für teuer, weil a.) Transaktionskosten zu zahlen sind und b.) permanent auf realisierte Gewinne Kapitalertragssteuer zu zahlen ist.

Bei deiner Methode b.) sind diese lediglich auf die Dividenden zu zahlen. Bis man da auf seine (beispielhaften) 801 Euro kommt, dauert das ne Weile.

 

Vielleicht kann jemand mal hier aus seiner persönlichen Erfahrung berichten, was ihm Rebalancing durch Umschichten in andere Fonds/ETF/Klassen/Regionen/Branchen... über die letzten Jahre tatsächlich so gebracht hat im Vergleich zum halten und zurücklehnen (und irgendwas Sinnvolles erledigen ;-)).

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Posted · Edited by lurklurk

Rebalncing im Sinne von: "Rebalancing ist die Umschichtung von Geldanlagen zwecks Wiederherstellung einer Ziel-Asset-Allocation. Es findet also kein Buy-and-hold statt." (Quelle: Wikipedia) halte ich für Kaffeesatzleserei und blinden Aktionismus.

Blind natürlich, das ist Sinn und Zweck (keine Prognosen).

 

Dafür spricht: die gewollte Risikoverteilung ist wieder da (Absturzrisiko) + es werden mathematische Effekte ausgenutzt, wenn Korrelationen <1 + eventuell Bewertungen (antizyklisch, Shiller und so, tendenziell gestiegene zu gesunkenen/weniger gestiegenen Assetklassen umschaufeln).

 

Dagegen sprechen die Kosten + dass man positives Momentum bricht, wenn man es zu oft macht + dass tendenziell mehr Geld in den niedrig rentierenden Anlageformen landet.

 

Jemand hat W. Bernsteins alte Rebalancing-Simulation einmal neu aufgelegt (inkl. Octave-Code zum Selbermachen!), mit dem Fazit: sich nicht zuviel davon versprechen, speziell innerhalb des Aktienteils/Risikoteils/RK3 & Co in Zeiten steigender Korrelationen:

  • etwa 1% p.a. möglicher Rebalancingeffekt bei einer Korrelation von 0
  • etwa 0,5% p.a. bei Korrelationen von 0,5
  • und nur noch 0,2% p.a. bei Korrelationen von 0,7.

Zur Einordnung: Die Korrelationen von MSCI World <> EM <> USA <> Europe <> Asia/Pacific ex. Japan liegen zwischen 0,8 und fast 1,0 (Beta in der Grafik). Nur der Sonderfall Japan ist nach wie vor etwas abgekoppelt, mit etwa 0,5-0,7. Dafür hätte man aber auch 20 Jahre lang immer wieder in den lausig rentierenden japanischen Aktienmarkt umgeschichtet.

 

Überspitzt gesagt: Rebalancing zwischen 1/4 Frontier Markets, 1/4 World Small-Value und 1/2 eb.rexx Government -Germany -> gut. Aber so eine Art Depot hat ja keiner hier (außer mir). laugh.gifwink.gif

 

Außerdem für teuer, weil a.) Transaktionskosten zu zahlen sind und b.) permanent auf realisierte Gewinne Kapitalertragssteuer zu zahlen ist.

Bei deiner Methode sind diese lediglich auf die Dividenden zu zahlen. Bis man da auf seine (beispielhaften) 801 Euro kommt, dauert das ne Weile.

Ja, kostet. Die 801/1602 Euro gelten allerdings auch für die Kursgewinne.

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Rebalncing im Sinne von: "Rebalancing ist die Umschichtung von Geldanlagen zwecks Wiederherstellung einer Ziel-Asset-Allocation. Es findet also kein Buy-and-hold statt." (Quelle: Wikipedia) halte ich für Kaffeesatzleserei und blinden Aktionismus.

Blind natürlich, das ist Sinn und Zweck (keine Prognosen).

 

Dafür spricht: die gewollte Risikoverteilung ist wieder da (Absturzrisiko) + es werden mathematische Effekte ausgenutzt, wenn Korrelationen <1 + eventuell Bewertungen (antizyklisch, Shiller und so, tendenziell gestiegene zu gesunkenen/weniger gestiegenen umschaufeln).

 

Dagegen sprechen die Kosten + dass man positives Momentum bricht, wenn man es zu oft macht + dass tendenziell mehr Geld in den niedrig rentierenden Anlageformen landet.

 

Jemand hat W. Bernsteins alte Rebalancing-Simulation einmal neu aufgelegt (inkl. Octave-Code zum Selbermachen!), mit dem Fazit: sich nicht zuviel davon versprechen, speziell innerhalb des Aktienteils/Risikoteils/RK3 & Co in Zeiten steigender Korrelationen:

  • etwa 1% p.a. möglicher Rebalancingeffekt bei einer Korrelation von 0
  • etwa 0,5% p.a. bei Korrelationen von 0,5
  • und nur noch 0,2% p.a. bei Korrelationen von 0,7.

Zur Einordnung: Die Korrelationen von MSCI World <> EM <> USA <> Europe <> Asia/Pacific ex. Japan liegen bei 0,8-1,0.

 

Überspitzt gesagt: Rebalancing zwischen 1/4 Frontier Markets, 1/4 World Small-Value und 1/2 eb.rexx Government -Germany -> gut. Aber so eine Art Depot hat ja keiner hier (außer mir). laugh.gif

 

Außerdem für teuer, weil a.) Transaktionskosten zu zahlen sind und b.) permanent auf realisierte Gewinne Kapitalertragssteuer zu zahlen ist.

Bei deiner Methode sind diese lediglich auf die Dividenden zu zahlen. Bis man da auf seine (beispielhaften) 801 Euro kommt, dauert das ne Weile.

Ja.

 

Ich denke, dass es letztlich eine Geschmackssache ist.

Für mich ist es einfach wichtig, mich mit dem Kram nicht mehr als nötig zu beschäftigen und permanant noch die allerletzten %-Pünktchen Dividende (vielleicht, wer weiß das schon so genau) herauszuquetschen.

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Posted · Edited by lurklurk

Ich denke, dass es letztlich eine Geschmackssache ist.

Ja. Ich bin auch nicht für häufiges Rebalancen außerhalb von Ansparzahlungen wie der OP es macht. Und wenn, dann zwischen sicheren Anlagen und Risikoteil oder RK1 und RK3, oder wie immer man das nennen will. Wo es noch geringe Korrelationen gibt. Da bin ich bei dir.

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Ich komme ein wenig ins Grübeln ob ich mich richtig ausgedrückt habe ;)

 

Beispiel:

 

Sparplan-Rate: 100 € / Monat

Allokation: Spielt gar keine Rolle, nehmen wir vereinfacht einen einzelnen MSCI World.

 

Monat 1: 100 €

Monat 2: 210 €

Monat 3: 330 €

Monat 4: 200 €

 

In Monat 4 weist unser Depot einen Einbruch auf 50% des Anlagebetrages auf, weshalb wir unsere Sparrate für künftige Einzahlungen um 50% auf 150 € erhöhen - so lange bis die Gesamtrendite wieder positiv ist. Es werden also keine außerplanmäßigen Käufe getätigt und auch nichts verkauft, lediglich antizyklisch überproportional investiert.

 

Auf diese Weise handeln wir stets antizyklisch und investieren in Crash-Phasen hinein, wir fügen gewissermaßen dem passiven Investment einen methodischen Ansatz von "Markettiming" hinzu.

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Posted · Edited by lurklurk

Oh, mein Kommentar bezieht sich nur auf das Rebalancing, da sind wir in der Tat etwas von deiner Strategie abgekommen, sorry.

 

Wo kommt denn ab dem Einbruch das zusätzliche Geld her? Wenn Du in guten Zeiten nicht verkaufst, wird es schon vorher da gewesen sein und als Cash 'rumliegen? Das solltest Du das bei der Rendite-Risikoberechnung deiner Strategie berücksichtigen. Oder kaufst Du dann auf Kredit?

 

Alaba hat es schon angesprochen, google mal zum Thema "Value Averaging" bei Sparplänen; ein Professor namens Michael E. Edelson hat darüber ein Buch geschrieben. Auf Englisch gibt es zum Beispiel hier was. Am Ende der Seite sind noch Links zu weiterführenden Erklärungen und Diskussionen. Ich habe mich bisher nicht groß damit beschäftigt, aber der Kernpunkt im oben verlinkten Artikel ist:

 

Value averaging most often provides a lower average cost per share than does DCA, and also provides for a higher internal rate of return (IRR). This does not, however, mean that value averaging will result in a higher realized profit. [4]

DCA = Dollar-Cost-Averaging = Durchschnittskosteneffekt bei Sparplänen mit immer demselben Betrag wie 100€/Monat

IRR = interner Zinsfuß zur Renditeberechnung

 

Für Details müsste jetzt jemand der Fußnote 4 dort nachgehen. whistling.gif

 

Du machst im Ergebnis eine Light-Version davon: ohne Verkäufe in guten Monaten. Und Du erhöhst in schlechten Zeiten nur die Sparrate um 50%, während das Value-Averaging jeden Monat das Vermögen um denselben Betrag erhöhen will, entweder durch Neuanlage (nach schlechten Monaten) oder die Rendite des Anlageprodukts (nach guten). Nach einiger Zeit machen die Sparraten bei dir allerdings einen immer kleineren Anteil am schon investierten Vermögen aus und der Effekt der einzelnen Raten/deiner Strategie sinkt. Das Value-Averaging nutzt für dieses Problem eine Dynamik, ,d.h. erhöht den Betrag in regelmäßigen Abständen um x%.

 

Was dabei herauskommen wird, rendite-risiko-mäßig? Da bin ich dann überfragt. In den ersten Jahren streckst du wie bei allen Sparplänen das Risiko über die Zeit; du nimmst ja viele kleine Einmalanlagen zu unterschiedlichen Zeitpunkten vor. Das führt zur Durchschnittsbildung und mindert die Wahrscheinlichkeit starker Renditeausreißer - nach oben wie nach unten. Ob es sich darüber hinaus lohnt, im Vergleich zu einem "Standardsparplan" - dafür kenne ich mich zu wenig mit dem V.A. aus. Es dürfte von der Stärke der möglichen "Rückkehr zum Mittelwert" (mean reversion) abhängen, und ob die überhaupt auftritt, im Ansparzeitraum. Der interne Zinsfuß scheint jedenfalls als Renditemessung problematisch zu sein.

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Die Mittel zur Erhöhung der Sparrate stammen aus einer vom Start weg geplanten Toleranz zum Einkommen, frei nach dem Motto: Wenn es mal runter geht, verzichte ich lieber auf einen Teil meiner Konsumausgaben und stocke meinen Sparplan auf weil es sich langfristig vermutlich umso mehr lohnt :)

 

Die theoretischen Artikel schaue ich mir in einer ruhigen Minute noch an...

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Posted · Edited by severino

Die Mittel zur Erhöhung der Sparrate stammen aus einer vom Start weg geplanten Toleranz zum Einkommen, frei nach dem Motto: Wenn es mal runter geht, verzichte ich lieber auf einen Teil meiner Konsumausgaben und stocke meinen Sparplan auf weil es sich langfristig vermutlich umso mehr lohnt :)

 

Die theoretischen Artikel schaue ich mir in einer ruhigen Minute noch an...

 

Also, von deinen 2 Vorschlägen a.) und b.)

 

find ich a.) aus genannten Gründen ungünstig (Ich nehme an, dass du mit Rebalancing Umschichten meinst), b.) fand ich "sehr gut", würde hier aber gern nochmal ergänzen.

 

Solltest du, neben deinen normalen Sparraten, mal einen Batzen Geld wirklich frei zur Verfügung haben, dann investiere ihn. Fällt die Prämienzahlung deines Arbeitgebers zufällig auf März 2009, dann hast du einfach mal Glück gehabt. Bedenke: Langfristiger Vermögensaufbau hat nie etwas mit der Börsensituation zu tun, sondern nur mit deiner persönlichen (ob du nämlich Geld zur Verfügung hast oder nicht). D.h., hast du heute Geld zur Verfügung, dann investiere es heute. Warum sollst du bis morgen warten (und dir vielleicht zwischendurch doch irgendwelchen Schnulli davon kaufen)? Weißt du etwa mehr als alle anderen hier? Falls ja, kannst du uns bitte die Lottozahlen vom nächsten Sonnabend verraten? Geh davon aus, dass die Börse eher steigt als fällt; sofort zu investieren ist über mehere Versuche gesehen besser als zu warten, von Ausreißern natürlich abgesehen. Das nennt sich dann aber zocken und nicht investieren. Lurklurk hat ja schon in die gleiche Richtung argumentiert.

PS: Da ich meine Vermögensbildung ausschließlich über Aktien (Fonds, ETF) realisiere, hab ich mich mit Rebalancing zwischen irgendwelchen Anlage- und Risiko-Klassen noch nie beschäftigt. Ich weiß nicht, ob Europa oder Asien die nächsten 25 Jahre übelst abgeht, und es ist mir ehrlich gesagt auch vollkommen egal.

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Moin,

 

mir geistert aktuell die Frage durch den Kopf, ob nicht eine variable Sparrate je nach Depot-Entwicklung die Gesamtrendite am Ende deutlich erhöhen würde. Ein Beispiel:

 

a) Klassischer Fondssparplan

Ich investiere zb. 20% meines Nettos monatlich in Fonds, einmal im Jahr rebalance ich.

 

B) Variable Sparrate

Ich investiere grundsätzlich 20% meines Nettos plus einen variablen Teil, der sich nach einer etwaigen negativen Performance des Depots richtet. Wenn das Depot vom Höchststand 10% einbricht, erhöhe ich die Sparrate um 10% usw. Diese Methodik sollte dafür sorgen dass ich von Crashs überproportional profitiere und grundsätzlich zu niedrigen Preisen mehr Anteile erwerbe, quasi ein "überproportionales Cost-Averaging".

 

Nachteile:

- Hoher Verwaltungsaufwand durch regelmäßige (monatliche?) Anpassung der Sparrate

- Die Liquidität muss entsprechend Spielraum bieten um die Sparrate jederzeit zu erhöhen

 

Was meint ihr dazu?

 

Moin moin,

 

ich finde diese Art von Rebalancing bei b.) sehr gut. Bedingung: Zu Beginn seines Vermögensaufbaus hat man sich grundsätzliche Gedanken zu seiner Diversifikation gemacht und kann deswegen das dann 20, 30,... Jahre konsequent besparend durchziehen.

 

Rebalncing im Sinne von: "Rebalancing ist die Umschichtung von Geldanlagen zwecks Wiederherstellung einer Ziel-Asset-Allocation. Es findet also kein Buy-and-hold statt." (Quelle: Wikipedia) halte ich für Kaffeesatzleserei und blinden Aktionismus. Außerdem für teuer, weil a.) Transaktionskosten zu zahlen sind und b.) permanent auf realisierte Gewinne Kapitalertragssteuer zu zahlen ist.

Bei deiner Methode b.) sind diese lediglich auf die Dividenden zu zahlen. Bis man da auf seine (beispielhaften) 801 Euro kommt, dauert das ne Weile.

 

Vielleicht kann jemand mal hier aus seiner persönlichen Erfahrung berichten, was ihm Rebalancing durch Umschichten in andere Fonds/ETF/Klassen/Regionen/Branchen... über die letzten Jahre tatsächlich so gebracht hat im Vergleich zum halten und zurücklehnen (und irgendwas Sinnvolles erledigen ;-)).

Ich kann deine Haltung gegen "aktives" Rebalancing nur teilweise nachvollziehen.

 

- Aktionismus? Naja, würde ich mal als Ansichtssache bezeichnen. Wenn man im Kontext von passivem Investieren die bewusste Asset Allocation für sinnvoll erachtet, dann ist Rebalancing halt früher oder später zwangsläufig. Will an dieser Stelle aber nicht unbedingt eine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen ;)

 

- Transaktionskosten? Da stimme ich dir zu - muss man kritisch betrachten, v.a. bei kleinen Depots. Wurde im Forum ja auch schon diskutiert, Stichwort Overbalancing.

 

- Steuern? An der Stelle kann ich dir noch nicht ganz folgen:

Angenommen du hast ein Depot mit Aktien- und Anleihen-ETFs. Jetzt haben die Aktien stärker zugelegt als die Anleihen, also verkaufst du am Rebalancingtermin so viele Aktien, dass das Verhältnis Aktien/Anleihen wieder passt.

Auf den Verkaufsgewinn fällt Abgeltungssteuer an, klar. Aber die muss man ja so oder so zahlen, wenn man den Depotwert irgendwann wieder verflüssigen/konsumieren will.

Es geht also "nur" um verlorene Zinseszinseffekte durch das frühere Zahlen der Steuer - oder habe ich gerade einen Denkfehler drin?

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Genau dieses "nur" summiert sich im Lauf der Jahre. Daher ist es bei ausgeschöpftem Freibetrag günstiger, das Rebalancing über die Sparrate durchzuführen, sofern diese hoch genug ist, um das zu leisten. Ich denke supertobs macht es so aber sicher auch noch viele andere.

 

Zur Idee des TO. Die Sparraten in Zeiten gefallener Aktienkurse zu erhöhen ist zwar nicht passiv aber macht für mich absolut Sinn und gleichfalls macht für mich Sinn, das Geld dann bevorzugt in Aktien laufen zu lassen. Die Frage ist, wann genau man damit anfängt, ohne zu oft in ein fallendes Messer zu greifen. Es ist aktives Handeln und wenn die Börse weiter runter geht, kann es passieren, dass Du Dich später über noch günstigere Kurse ärgerst. Die Passivisten stehen auf dem Standpunkt, dass man hier als Privatanleger (fast) nur verlieren kann. Insgesamt wird der Effekt mit wachsendem Depot immer kleiner, da die Sparrate immer weniger ausmacht. Daher kann das passive Rebalancing unter Umständen sogar noch stärker antizyklisch wirken als eine erhöhte Sparrate. Kommt halt immer drauf an.

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Es geht also "nur" um verlorene Zinseszinseffekte durch das frühere Zahlen der Steuer - oder habe ich gerade einen Denkfehler drin?

 

Ach du, kann auch gut sein, dass ich einen drin habe.

 

These: Der Rebalancer zahlt nicht nur früher die Steuern, sondern immer wieder. Und am Ende in 25 Jahren ja auch beim Verkauf, genau so wie ich (der zwischendurch nur Dividenden bekommen, aber keine Gewinne realisiert hat). Und ich nehme ja mal an, dass jemend, der des öfteren umschichtet dies NUR macht, um am Ende bei gleichem eigezahlten Sparbetrag mehr Gewinne bei Verkauf realiseiren kann. Oder was für einen anderen Grund zum Rebalancen durch Umschichten sollte es geben, als am Ende des Tages mehr Knete zu haben?

 

Soweit wie ich das in diesem Forum hier verfolgt habe, gehört Rebalancen ja zum guten Ton und jeder macht es (irgendwie). Was micht ernsthaft interessieren würde: Hat jemand mal für sein Depot ganz real durchgerechnet, was ihm das Umschichten in andere Klassen etc. tatsächlich an Renditeplus gebracht hat? So eine Ex-post-Betrachtung müsste doch nicht der Hit sein, oder? Falls das in irgendeinem Thread schonmal durchgekaut wurde, wäre ich für einen Link sehr dankbar. Danke!

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Posted · Edited by Travis Bickle

Es geht also "nur" um verlorene Zinseszinseffekte durch das frühere Zahlen der Steuer - oder habe ich gerade einen Denkfehler drin?

 

Ach du, kann auch gut sein, dass ich einen drin habe.

 

These: Der Rebalancer zahlt nicht nur früher die Steuern, sondern immer wieder. Und am Ende in 25 Jahren ja auch beim Verkauf, genau so wie ich (der zwischendurch nur Dividenden bekommen, aber keine Gewinne realisiert hat). Und ich nehme ja mal an, dass jemend, der des öfteren umschichtet dies NUR macht, um am Ende bei gleichem eigezahlten Sparbetrag mehr Gewinne bei Verkauf realiseiren kann. Oder was für einen anderen Grund zum Rebalancen durch Umschichten sollte es geben, als am Ende des Tages mehr Knete zu haben?

Das "immer wieder" Steuern zahlen dürfte egal sein, weil man ja dadurch auch schon einen Teil des Gewinns abgilt (oder im Fall von Verlusten den entsprechenden Topf füllt). In anderen Worten: der Gewinn wird durch das Rebalancing früher, aber nicht mehrfach besteuert.

Aber gut zu wissen, dass der Stundungseffekt durchaus relevant ist. Mir ist es durch eure Beiträge jetzt klar geworden (hoffe ich); dahinter steckt ja das gleiche Phänomen wie hinter dem Steuervorteil der swappenden Thesaurierer.

 

 

Soweit wie ich das in diesem Forum hier verfolgt habe, gehört Rebalancen ja zum guten Ton und jeder macht es (irgendwie). Was micht ernsthaft interessieren würde: Hat jemand mal für sein Depot ganz real durchgerechnet, was ihm das Umschichten in andere Klassen etc. tatsächlich an Renditeplus gebracht hat? So eine Ex-post-Betrachtung müsste doch nicht der Hit sein, oder? Falls das in irgendeinem Thread schonmal durchgekaut wurde, wäre ich für einen Link sehr dankbar. Danke!

 

Hier sind ein paar Links: http://www.wertpapie...post__p__635947

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