ImperatoM

Lokführer verbeamten

677 posts in this topic

Posted

Anlässlich des Bahnstreiks möchte ich mal die Frage aufwerfen, ob es vielleicht früher gar nicht so dumm war, Lokführer (und im übrigen auch Fluglotsen) zu verbeamten.

 

Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass viele der Züge, die jetzt überhaupt noch fahren, nur deshalb fahren, weil in ihnen noch verbeamtete Lokführer sitzen. Während mögliche Nachteile einer solchen Lösung einem schnell in den Kopf schießen (insbesondere Pensionszahlungen), stellt sich nun die Frage, ob das nicht dennoch die bessere Lösung war, angesichts vieler Vorteile verbeamteter Lokführer:

 

- Totale Streikfreiheit eines monopolähnlichen Grundversorgers

 

- Besoldungserhöhungen werden verordnet, Gehaltserhöhungen dagegen verhandelt. Langfristig spart das bei Beamten Geld

 

- Sozialabgabenfreiheit (im Gegenzug Beihilfe und - später - Pension)

 

Rechnet man alles gegeneinander (auch die monetarisierten Streikfolgen), könnte sich die Verbeamtung von Lokführern durchaus lohnen. Mal ganz abgesehen von Folgeeffekten durch das potentiell steigende Vertrauen in die Bahn. Früher war die Bahn jedenfalls zuverlässiger und pünktlicher als heute. Wie seht Ihr das?

Share this post


Link to post

Posted · Edited by Schildkröte

Oh, im WPF wird sich FÜR das Berufsbeamtentum ausgesprochen? :thumbsup: Tja, vielleicht versteht jetzt auch der eine oder andere, warum z. B. Lehrer nach wie vor oft verbeamtet werden. Wenn diese als angestellte Lehrer streiken dürfen und deshalb zahlreiche Eltern(teile) zu Hause bleiben müssen, kann das für die Volkswirtschaft auch durchaus gewisse Folgen haben. Die Deutsche Bahn wurde in den Neunzigern allerdings wie die Deutsche Post und die Deutsche Telekom privatisiert. Zwar ist der Bund immer noch der alleinige Eigentümer der Deutschen Bahn AG, aber es ist halt ein privatrechtliches Unternehmen. Und aus diesem Grunde kann die Deutsche Bahn ihre Mitarbeiter nicht mehr verbeamten. Es haben lediglich noch ältere Mitarbeiter "Bestandsschutz", welche jedoch nach und nach in den Ruhestand eintreten.

 

PS:

Arbeiter und Angestellte werden im Öffentlichen Dienst heutzutage übrigens zusammengefasst "Beschäftigte" genannt. Demnach sind dann Beamte wohl anscheinend "unbeschäftigt"? :P

Share this post


Link to post

Posted · Edited by chaosmaker85

Rechnet man alles gegeneinander (auch die monetarisierten Streikfolgen), könnte sich die Verbeamtung von Lokführern durchaus lohnen. Mal ganz abgesehen von Folgeeffekten durch das potentiell steigende Vertrauen in die Bahn. Früher war die Bahn jedenfalls zuverlässiger und pünktlicher als heute. Wie seht Ihr das?

Die Rolle rückwärts, d.h. Erhöhung der Staatsquote halte ich für einen falschen Weg. Zwar wäre das Thema Streik dann vom Tisch und keiner streitet ab, dass Züge im Depot bzw. Flugzeuge am Boden einen Schaden für die gesamte Volkswirtschaft und nicht nur für die direkt involvierten Unternehmen mit sich ziehen, trotzdem darf es nicht sein dass der Staat regulierend einrschreitet hinsichtlich Löhne, Preise, Marktaufteilung querbeet durch sämtliche Branchen.

 

Sonst herrschen hier imho mittelfristig italienische, anschließend griechische und langfristig venezuelanische Verhältnisse.

Share this post


Link to post

Posted

Bei mir rennst Du damit offene Türen ein.

Ich wäre bspw auch nicht dagegen Ärzte zu verbeamten.

 

Alles was wesentliche und immens wichtige öffentliche Funktionen ausführt, wäre bei mir absolut denkbar.

 

Polizei, Armee, Feuerwehr, Medizin, Bildung, öffentliche Infrastruktur.

Erhöhung der Staatsquote ist da mMn nicht die richtige - weil viel zu ökonomisch betrachtete - Herangehensweise.

Share this post


Link to post

Posted

Erhöhung der Staatsquote ist da mMn nicht die richtige - weil viel zu ökonomisch betrachtete - Herangehensweise.

Sorry, aber welche Herangehensweise schlägst du dann vor wenn keine ökonomische?

 

Wesentlich und immens wichtig - wie definierst Du das? Im nächsten Schritt verstaatlichen wir dann alle Banken (Kreditregulierung immens wichtig), die Telekom (Infrastruktur auch immens wichtig), VW, Siemens, Daimler (Exporte - immens wichtig) :-

Share this post


Link to post

Posted · Edited by Akaman

Im nächsten Schritt verstaatlichen wir dann ... die Telekom (Infrastruktur auch immens wichtig),

Da sitzen sowieso noch genug Beamte aus der Zeit, als die Telekom so richtig gut funktioniert hat. Wer jemanden kennt, der bei der Telekom arbeitet, kann ja mal fragen, wie das bei vielen der Beamten so läuft. Ich kenne einen, und das ist eine wirklich gruselige Geschichte.

Share this post


Link to post

Posted

Ich habe schön mehrmals versucht die Kosten von Beamten und Tarifbeschäftigten gegenüber zu stellen, hierzu gibs viel Literatur im Netz, leider meist veraltet.

Ich glaube, dass auch wenn immer wieder die hohen Pensionen angeführt werden, beide Berufsgruppen etwas gleich viel kosten. Beamte hinken halt mit Besoldungserhöhungen und Beförderungen hinterher, arbeiten länger und dürfen nicht streiken.

 

Rein rechtlich wurde ja schon erwähnt, dass der Bahn die Dienstherrenfähigkeit fehlt, die notwendig wäre Lokführer zu verbeamten, daher stellt sich die Frage kaum. Das Problem ist aber sicher, dass die Bahn sehr dominant im Markt ist. Wenn bei einem quasi Monopolisten gestreikt wird, trifft dies die Menschen bitter. Wenn die Bestandsbeamten unter den Lokführern mit der Zeit ausscheiden würden bei einem Streik dann gar keine Züge mehr fahren....

 

Aus Marktsicht bin ich gegen eine Verbeamtung, aus Versorgersicht dafür.

 

 

Share this post


Link to post

Posted

Gestern Abend konnte man in der ARD Beamte "bewundern", die händeringend auf einen "Befehl von oben" warteten, ohne den sie nicht wagten, etwas zu entscheiden.

("Bornholmer Straße", Untertitel in der FAZ "Wer ist denn dafür zuständig?").

 

Die EU ist scheinbar dabei, auch Beamten ein Streikrecht zuzugestehen.

Share this post


Link to post

Posted

Die Telekom könnte der Bahn ja die überschüssigen Beamten leihen. Auf Lokführer umschulen sollte für Fernmeldetechniker u.ä. durchaus machbar sein :)

 

Im Ernst: Dann streiken eben die Schaffner oder das Gleispersonal, und schon fährt wieder kein Zug. Ich verstehe gar nicht, warum die Lokführer als mächtig angesehen werden. Wenn das Stellwerks- oder das Bahnhofspersonal streikt, fährt auch kein Zug.

Share this post


Link to post

Posted

Wow, was für ein Echo :thumbsup:

 

Praktische Hindernisse (z.B. fehlende Verbeamtungsmöglichkeit innerhalb der AG) ließen sich mit ausreichend politischem Willen lösen, das ist nicht unsere Aufgabe. Wir sollten uns daher auf den politischen Willen konzentrieren, also: Wollen wir das?

 

Dann ergab sich die Frage, wer dann noch alles verbeamtet werden sollte. Für mich ist die Antwort einfach: Jeder, der in einem monopolartigen Betrieb arbeitet, dessen Geschäft auf einem Natürlichen Monopol fußt und deren reibungsloser Betrieb für große Teile der Bevölkerung notwendig ist.

Auf so viele Anwendungsbereiche kommt man da gar nicht. Die Telekom z.B. hat nie ein Natürliches Monopol gehabt, es war künstlich. Gleiches Bild bei der Post. Aber bei der Bahn kann man sich naturgemäß nicht einfach der Konkurrenz zuwenden - und bei Fluglotsen auch nicht. Daher bin ich hier für Verbeamtungen - während ich bei Post und Telekom dagegen bin.

Share this post


Link to post

Posted

Lokführer einfach abschaffen, dann brauchen wir uns darum keinen Kopf zerbrechen :-

Share this post


Link to post

Posted

Lokführer einfach abschaffen, dann brauchen wir uns darum keinen Kopf zerbrechen :-

Bahn ganz abschaffen, wir sprechen hier, egal wie hoch die Bahn immer geredet wird, nur noch über ca. 7% der gesamten Personenbeförderung und 17% des gesamten Güterverkehrs.

Tendenz? stagnierend bis fallend.

Die Bahn war ne tolle Einrichtung im 19. und Teilen des 20. Jahrhunderts; inzwischen hat sie sich in meinen Augen überlebt.

 

 

 

Share this post


Link to post

Posted

Naja, ich möchte nicht jeden Tag auf der BAB stehen, wenn sich der Verkehr von einem Tag auf den anderen um 25% erhöht.

Wenn die Bahn wirklich so unnütz wäre, wie Deine Abschaffen-Forderung impliziert: Warum regt sich dann halb Deutschland über den Streik auf? Scheinbar doch nur, weil die Bahn dann doch nicht so unnütz ist, wie es z.B. die Immobilien-Makler sind.

Share this post


Link to post

Posted

Wow, was für ein Echo :thumbsup:

 

Praktische Hindernisse (z.B. fehlende Verbeamtungsmöglichkeit innerhalb der AG) ließen sich mit ausreichend politischem Willen lösen, das ist nicht unsere Aufgabe. Wir sollten uns daher auf den politischen Willen konzentrieren, also: Wollen wir das?

 

Dann ergab sich die Frage, wer dann noch alles verbeamtet werden sollte. Für mich ist die Antwort einfach: Jeder, der in einem monopolartigen Betrieb arbeitet, dessen Geschäft auf einem Natürlichen Monopol fußt und deren reibungsloser Betrieb für große Teile der Bevölkerung notwendig ist.

Auf so viele Anwendungsbereiche kommt man da gar nicht. Die Telekom z.B. hat nie ein Natürliches Monopol gehabt, es war künstlich. Gleiches Bild bei der Post. Aber bei der Bahn kann man sich naturgemäß nicht einfach der Konkurrenz zuwenden - und bei Fluglotsen auch nicht. Daher bin ich hier für Verbeamtungen - während ich bei Post und Telekom dagegen bin.

 

Was heisst natürliches Monopol ?

Wenn, dann liegt ein solches bei der Bahn in der Netzsteuerung.

Züge können auch andere Unternehmen fahren lassen - was es ja durchaus gibt und nicht mal so schlecht ist.

 

PS: Hinter der GDL steckt übrigens der Deutsche Beamten Bund - der unterstützt sie finanziell.

Share this post


Link to post

Posted

Warum regt sich dann halb Deutschland über den Streik auf?

Subjektive Empfindung und objektive Tatsachen müssen nicht das gleiche sein.

Share this post


Link to post

Posted

Subjektive Empfindung und objektive Tatsachen müssen nicht das gleiche sein.

 

Stimmt, Fakt ist aber dass es zumindest ein subjektives Empfinden das dazu reicht einige Minuten Sendezeit in TV & Radio zu füllen.

Share this post


Link to post

Posted · Edited by LagarMat

Lokführer einfach abschaffen, dann brauchen wir uns darum keinen Kopf zerbrechen :-

Genau.

Am besten alles und jeden durch Maschinen ersetzen.

Das wirkt konjunktur- und kaufkraftfördernd.

 

Das passiert ohnehin schon in einem Maß, der unsere westlichen Gesellschaften zu Sachen wie Google zwingt, weil auf anständige Waren produzierende Weise kein Geld mehr für Menschen zu verdienen ist.

(Schonmal das Roboterballett bei bspw. VW gesehen? Ich fand's gruselig. Früher haben das Menschen gemacht. Was machen die heute?)

Share this post


Link to post

Posted

Früher haben das Menschen gemacht. Was machen die heute?

Nach wie vor sich des Lebens freuen und nicht auf jeden Singsang reagieren.

Share this post


Link to post

Posted

Dann ergab sich die Frage, wer dann noch alles verbeamtet werden sollte. Für mich ist die Antwort einfach: Jeder, der in einem monopolartigen Betrieb arbeitet, dessen Geschäft auf einem Natürlichen Monopol fußt und deren reibungsloser Betrieb für große Teile der Bevölkerung notwendig ist.

Auf so viele Anwendungsbereiche kommt man da gar nicht. Die Telekom z.B. hat nie ein Natürliches Monopol gehabt, es war künstlich. Gleiches Bild bei der Post. Aber bei der Bahn kann man sich naturgemäß nicht einfach der Konkurrenz zuwenden - und bei Fluglotsen auch nicht. Daher bin ich hier für Verbeamtungen - während ich bei Post und Telekom dagegen bin.

Was heisst natürliches Monopol ?

Wenn, dann liegt ein solches bei der Bahn in der Netzsteuerung.

Züge können auch andere Unternehmen fahren lassen - was es ja durchaus gibt und nicht mal so schlecht ist.

 

Es ist kein ewiges natürliches Monopol. Aber für die Zeit der Streckenvergabe sind die die fix. Ein Parallelbetrieb lohnt sich in aller Regel nicht, einige Ausnahme im Fernverkehr ist momentan wohl ner HKX - und ´selbst dort gibt es ständig Gerüchte um Unrentabilität. Ein Natürliches Monopol ist genau so definiert: Dass es sich für einen Konkurrenten nicht mehr lohnen kann, sobald ein Anbieter auf dem Markt ist. Das sehe ich hier im Fernverkehr (mit besagter Ausnahme) gegeben. Wichtiger als die Wortklärung ist mir aber eigentlich, worum es geht: Dass eben mangels Verfügbarkeit nicht mal eben ein Konkurrent einspringen. Und daher sollte man die Lokführer meines Erachtens wieder verbeamten.

Share this post


Link to post

Posted

Ein Parallelbetrieb lohnt sich in aller Regel nicht, einige Ausnahme im Fernverkehr ist momentan wohl ner HKX - und ´selbst dort gibt es ständig Gerüchte um Unrentabilität. Ein Natürliches Monopol ist genau so definiert: Dass es sich für einen Konkurrenten nicht mehr lohnen kann, sobald ein Anbieter auf dem Markt ist. Das sehe ich hier im Fernverkehr (mit besagter Ausnahme) gegeben.

Man sollte sich nicht auf die Schiene fixieren: Seit knapp 2 Jahren dürfen Fernbusse der Bahn Konkurrenz machen, und sind damit erfolgreich.

Fernbusse waren vor 2013 zum Schutz der Bahn verboten. Dann wurde das "Monopol" aufgebrochen.

Share this post


Link to post

Posted

Naja, ich möchte nicht jeden Tag auf der BAB stehen, wenn sich der Verkehr von einem Tag auf den anderen um 25% erhöht.

Wenn die Bahn wirklich so unnütz wäre, wie Deine Abschaffen-Forderung impliziert: Warum regt sich dann halb Deutschland über den Streik auf? Scheinbar doch nur, weil die Bahn dann doch nicht so unnütz ist, wie es z.B. die Immobilien-Makler sind.

Die Frage ist doch, wo bietet die Bahn welche Vorteile.

 

 

Im

Personennahverkehr: seh ich keine. Ich wohne in einer ländlichen Gegend, ca. 70km von FFM. Stündlich ist hier eine Bimmelbahn unterwegs. Das Ding ist 3-4 mal am Tag voll.

Morgens die Schüler und Leute, die zum Job pendeln, mittags Schüler zurück, abends Pendler zurück. Ansonsten fahren die Dinger quasi leer. Öko ist das eher nicht.

Personenfernverkehr: Geschwindigkeitsvorteile (zu horrenden Mehrpreisen) nur, wenns eine direkte Verbindung Großstadt-Großstadt ist.

z.B. Berlin-München, Bahn in 6,5h für 130€, Flixbus 7,75h für 35€, wenigstens beides ökologisch auf Augenhöhe. Aber einen riesigen Vorteil der Bahn seh ich da nicht.

Güterverkehr: Jep, das kann die Bahn, hunderte Tonnen von A nach B. Aber irgendwie kommt sie damit nicht weiter, der Anteil am Frachtaufkommen stagniert/sinkt.

Weil eben viel öfter 10 oder 20 Tonnen von Ac nach Bf transportiert werden müssen.

 

 

Um die Bahn so an sich am Laufen zu halten, sind in nächster Zeit mächtige Summen nötig; es gibt viele Brücken aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts.

Die Gleiskapazitäten sind jetzt schon am Limit, neue Trassen bzw. Ausbau der alten Trassen wird auch Summen mit mächtig vielen Nullen schlucken.

 

 

Schon jetzt fliessen (im Verhältnis zur erbrachten Leistung) Unmengen an Steuern in die Bahn. VGL Schiene-Strasse

Wäre es nicht sinniger, endlich unsere Strassen so auszubauen/instandzuhalten, dass sie das bisschen Bahnleistung miterledigen können?

 

 

Share this post


Link to post

Posted

Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass viele der Züge, die jetzt überhaupt noch fahren, nur deshalb fahren, weil in ihnen noch verbeamtete Lokführer sitzen.

 

Das düfte so nicht ganz stimmen, Es gibt auch jede Menge Lokführer, die nicht in der GDL bzw. sogar in überhaupt keiner Gewerkschaft sind und nun fahren.

Share this post


Link to post

Posted

Wir sollten uns darüber bewusst sein, dass viele der Züge, die jetzt überhaupt noch fahren, nur deshalb fahren, weil in ihnen noch verbeamtete Lokführer sitzen.

 

Das düfte so nicht ganz stimmen, Es gibt auch jede Menge Lokführer, die nicht in der GDL bzw. sogar in überhaupt keiner Gewerkschaft sind und nun fahren.

 

Letzteres stimmt, hindert aber meinen Satz doch gar nicht daran, vollständig wahr zu sein?! Lies ihn nochmal ;)

Share this post


Link to post

Posted

 

Die Frage ist doch, wo bietet die Bahn welche Vorteile.

Im

Personennahverkehr: seh ich keine. Ich wohne in einer ländlichen Gegend, ca. 70km von FFM. Stündlich ist hier eine Bimmelbahn unterwegs. Das Ding ist 3-4 mal am Tag voll.

Morgens die Schüler und Leute, die zum Job pendeln, mittags Schüler zurück, abends Pendler zurück. Ansonsten fahren die Dinger quasi leer. Öko ist das eher nicht.

Personenfernverkehr: Geschwindigkeitsvorteile (zu horrenden Mehrpreisen) nur, wenns eine direkte Verbindung Großstadt-Großstadt ist.

z.B. Berlin-München, Bahn in 6,5h für 130€, Flixbus 7,75h für 35€, wenigstens beides ökologisch auf Augenhöhe. Aber einen riesigen Vorteil der Bahn seh ich da nicht.

 

Ich sehe im Personenverkehr durchaus mehr Vorteile bei der Bahn.

 

1. Im Fernverkehr: Die Von Dir genannte Strecke Berlin-München wird nach Fertigstellung des laufenden Ausbaus z.B. in rund 4 Stunden von ICEs bewältigt werden. Das ist dann schon eine große Zeitersparnis! Ähnliche Ersparnisse gibt es auf Strecken wie Hamburg - Berlin und Köln - Frankfurt. Für ein Hochgeshwindigkeitsnetz zwischen den Großstädten sehe ich in jedem Fall Bedarf.

 

2. Im REGIONALverkehr (den Du Nahverkehr nanntest, ich möchte hier weiter unterscheiden) sehe ich Busse und Bahnen etwa gleichauf. Bahnen stehen nicht im Stau, Busse fallen seltener aus.

 

3. Im ÖPNV (Nahverkehr / S-Bahnen innerhalb von Städten) sehe ich Bahnen wieder deutlich vorne. Hier ist bei hoher Taktfrequenz das Stauargument deutlich wichtiger gegenüber dem Ausfallargment, weil i.d.R. schnell eine Ersatz-S-Bahn kommt. In Hamburg ärdern sich z.B. alle Leute schwarz, wenn mal ein Gleisabschnitt gesperrt wird und Busse die S-Bahnen ersetzen: Es ist unbequemer (Sitzkomfort sowie Fahrstress) und dauert ganz wesentlich länger. Zudem verursachen Busse schwere lokale Diesel-Emissionen, während S-Bahnen sie in Kraftwerken außerhalb der Städte verursachen (oder im besten Fall durch Ökostrom betrieben werden).

 

Wenn nun aber im Fern- und im Nahverkehr die Bahn im Vorteil ist, dann tendiere ich dazu, dass es auch im Regionalverkehr sinnvoll ist, das System beizubehalten. Da ließe ich mich aber ggf. auch umstimmen. Auf Fern- und Nahverkehr mit der Bahn würde ich jedoch keinesfalls verzichten wollen!

Share this post


Link to post

Posted

Die Bahn hat definitiv ein Monopol. Wenn man die Märkte für Bahn, Telekom und Versorger konsequent liberalisiert hätte, hätte man die (Strecken-)Netze in staatlicher Hand lassen sollen. Zumindest aber hätte sie nicht die Bahn behalten dürfen. Wie soll denn echter Wettbewerb entstehen, wenn sich Konkurrenten beim Marktführer um einzelne Streckenkonzessionen bewerben müssen? Die dürfen dann bestenfalls unattraktive Strecken im Regionalverkehr bedienen. Die Filetstücken (insb. die ICE-Strecken) betreibt die Bahn stattdessen lieber selbst. Wenn bei der Lufthansa gestreikt wird, kann ich z. B. mit der Air France fliegen. Auf der Schiene habe ich so eine Ausweichmöglichkeit jedoch nicht. Von daher muss hier ganz klar eingeschritten werden. Es kann nicht sein, dass eine Splittergewerkschaft dermaßen die Volkswirtschaft lahm legt. Dafür muss man noch gar nicht mal unbedingt Lokführer verbeamten (in welcher Laufbahngruppe eigentlich?).

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now