kleinerfisch

Prämienzahlungen für Depotübertrag

Posted · Edited by kleinerfisch

Bisher war ich davon ausgegangen, dass Prämien, die für einen Depotwechsel oder -übertrag von der empfangenden Bank gezahlt werden, der Abgeltungsteuer unterliegen.

Bei einer Prämie, die 2014 angefallen ist, hat maxblue auch die Steuer gleich einbehalten. Im selben Jahr hat die Commerzbank keine Steuer einbehalten und gerade lese ich auf ihrer Webseite

 

Die Prämienzahlung für einen Übertrag von Depotwerten ist steuerfrei, sofern sämtliche in einem Kalenderjahr bezogenen „sonstigen Einkünfte“ (§ 22 Nr. 3 EStG) weniger als 256 Euro betragen. Andernfalls ist eine Angabe in der persönlichen Einkommensteuererklärung notwendig.

 

Abgeltungsteuer oder persönlicher Steuersatz, was ist nun richtig? Hat sich gegenüber den Vorjahren was geändert?

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Warum sollen Depotübertrag-Prämien Kapitaleinkünfte darstellen ?

Das sind nach meiner Meinung sonstige Einkünfte.

 

Das wird aber von den Banken unterschíedlich gehandhabt - ändert aber nichts daran, dass der persönliche Steuersatz greift.

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§20 Abs.3 käme in Frage, evtl. auch Abs.1 Nr.7, wenn man Überlassung weit auslegt.

Auf jeden Fall glaubt die Deutsche Bank bzw. maxblue eine Rechtsgrundlage für die Einbehaltung der Steuer zu haben.

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Ergebnis einer groben Internetrecherche :

Den Abgeltungssteuerabzug scheint nur die DB / maxblue vorzunehmen, andere Banken überlassen die Versteuerung dem Fachwissen der Depotinhaber.

Eine klare Aussage, wie das steuerlich zu bahndeln ist, habe ich nicht gefunden.

Zitiert wird häufiger :

Steuernetz

aber das ist ja auch nichts amtliches.

 

In den BMF-Schreiben habe ich auch mal geschaut, da habe ich auch nichts gefunden...

 

Ich tippe nach wie vor auf sonstige Einkünfte.

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Ergebnis einer groben Internetrecherche :

Den Abgeltungssteuerabzug scheint nur die DB / maxblue vorzunehmen, andere Banken überlassen die Versteuerung dem Fachwissen der Depotinhaber.

Eine klare Aussage, wie das steuerlich zu bahndeln ist, habe ich nicht gefunden.

Zitiert wird häufiger :

Steuernetz

aber das ist ja auch nichts amtliches.

 

In den BMF-Schreiben habe ich auch mal geschaut, da habe ich auch nichts gefunden...

 

Ich tippe nach wie vor auf sonstige Einkünfte.

 

Kann man das nicht das Finanzamt entscheiden lassen?

 

@Mod. Zu dem Thema gibrts zwei Threats (witzigerweise passen die Überschriften eher zu dem jeweils anderen), kann man die zusammenführen?

 

 

 

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Posted · Edited by domkapitular

Aus dem neuesten Anwendungsschreiben

IV C 1 - S 2252/08/10004 :023 vom 17.01. :

Psalm 129b :

"Wird ein Wertpapierdepot auf ein anderes Kreditinstitut übertragen und zahlt das übernehmende Kreditinstitut dafür eine Geldprämie, so stellt diese Geldprämie Einkünfte aus sonstigen Leistungen im Sinne des § 22 Nummer 3 EStG dar, sofern sie nicht einer anderen Einkunftsart (§§ 13, 15, 18 oder 21 EStG) zugeordnet werden kann. Das übernehmende Kreditinstitut hat den Kunden bei Auszahlung der Geldprämie auf die Steuerpflicht hinzuweisen.
Wird dagegen ein Kontoguthaben auf ein anderes Kreditinstitut übertragen oder erstmalig bei einem Kreditinstitut ein Depot eröffnet und wird dafür eine Geldprämie unter der Bedingung gezahlt, dass Wertpapiere beim übernehmenden / eröffnenden Kreditinstitut erworben werden, so mindert die für die Übertragung des Kontoguthabens gezahlte Geldprämie die Anschaffungskosten dieser Wertpapiere. Die Geldprämie ist mit den Anschaffungskosten der erworbenen Wertpapiere in der Reihenfolge deren Erwerbs zu verrechnen.“

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Posted · Edited by gravity

Commerzbank: Welche steuerlichen Auswirkungen ergeben sich? https://www.commerzbank.de/portal/de/privatkunden/produkte/anlegen-in-wertpapieren/wechselpraemie.html
 

Zitat

Die Prämienzahlung für einen Übertrag von Depotwerten ist steuerfrei, sofern sämtliche in einem Kalenderjahr bezogenen „sonstigen Einkünfte“ (§ 22 Nr. 3 EStG) weniger als 256 Euro betragen. Andernfalls ist eine Angabe in der persönlichen Einkommensteuererklärung notwendig.

 

Die Prämienzahlung für den Übertrag von neuen Geldern zur unmittelbaren Investition in Depotwerten unterliegt grundsätzlich der Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag hierauf und gegebenenfalls Kirchensteuer, sofern nicht zum Beispiel eine Verrechnung mit einem Freistellungsauftrag bzw. sonstigen Verlusten erfolgen kann.

 

Werden im Rahmen der Aktion von einer Fremdbank sowohl Depotwerte übertragen als auch neu anzulegendes Geld überwiesen, erfolgen aufgrund der unterschiedlichen steuerlichen Behandlung anteilig zwei Prämienzahlungen.

 

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Die Prämie hat mit der Abgeltungssteuer wenig gemeinsam- sie ist aber ein Einkommen in der Steuererklärung.

Sie lässt aber steuerlich geschickt in ein Depot einarbeiten, wenn am Jahresende Bilanz gezogen wird.

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Posted · Edited by gravity

wurde von "domkapitular" bereits am 22.01.2019 hier gepostet ... jetzt aus dem BB kopiert: Das BMF-Schreiben vom 17.01.2019 (Randziffer 129b)

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Abgeltungsteuer/2019-01-17-einzelfragen-zur-abgeltungsteuer.pdf?__blob=publicationFile&v=2

bestätigt die Freigrenze "<256 EUR" gemäß § 22 (3) EStG https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__22.html

bzgl. Prämien für übertragene Wertpapiere. Neu ist die Regelung bzgl. Prämien für übertragene Kontoguthaben zur Finanzierung neuer Wertpapierkäufe (deshalb Anwendung erst ab 2019):

Zitat

Wird dagegen ein Kontoguthaben auf ein anderes Kreditinstitut übertragen oder erstmalig bei einem Kreditinstitut ein Depot eröffnet und wird dafür eine Geldprämie unter der Bedingung gezahlt, dass Wertpapiere beim übernehmenden / eröffnenden Kreditinstitut erworben werden, so mindert die für die Übertragung des Kontoguthabens gezahlte Geldprämie die Anschaffungskosten dieser Wertpapiere. Die Geldprämie ist mit den Anschaffungskosten der erworbenen Wertpapiere in der Reihenfolge deren Erwerbs zu verrechnen.

 

Zitat

Weiterhin wird nicht beanstandet, wenn die Änderung der Randziffern 83, 84 und 129b in der Fassung des BMF-Schreibens vom 17. Januar 2019 für die Kapitalertragsteuererhebung erstmals für Kapitalerträge angewendet wird, die nach dem 31. Dezember 2018 zufließen.

 

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Vlt. könntest das Wort "Freigrenze" noch fett markieren. 

Zudem dürfen Kosten, die in diesem Zusammenhang entstanden sind, abgezogen werden. Z.B. Fahrkosten zu den Geworbenen/Bank etc. Man kann ja weit fahren ;) um kleiner als 256€ zu werden

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@Shong,

erfinde keine Werbungskosten, die du nicht gehabt hast, denn das führt ansonsten zur Steuerhinterziehung, wenn's auffliegt.

 

************

 

Ergänzend zum obigen Gesagtem:

Dumm wäre es, die Prämien als sonst. Einkünfte (§22 EStG) anzugeben, obwohl sie als Minderung der Anschaffungskosten von der Bank qualifiziert werden.

 

Das Problem:

Sonst. Einkünfte sind Prämien im Jahr des Depotumzugs (Zuflussprinzip), aber im Falle der Anschaffungskostenkorrektur erst im Veräußerungsjahr der Wertpapiere (Gewinnrealisierungsprinzip), was u.U. ja Jahre später sein kann. Wer nicht genau hinschaut, der versteuert dann zweimal, weil er im Jahr des Umzugs die Qualifikation der Prämie zu seinen Ungunsten als sonst. Einkünfte betrachtet hat. Später kann er sowas dann nur in wenigen Sonderfällen (Stichwort: Bestandskraft eines Steuerbescheids) beim FA korrigieren, wenn die Bank sie anschaffungskostenmindernd verwurstelt hat.

Fazit: Die richtige Beurteilung geht zu Lasten des Steuerpflichtigen .... wer zu vorsichtig ist, zahlt doppelt. Wer zu nachlässig ist, läuft Gefahr eine Hinterziehung zu begehen. Und wo findet man die notwendige Infos? Irgendwo versteckt in den Abrechnungen der neuen Bank, je nachdem, ob sie eine AK-Korrektur vornimmt oder nicht. Vermutlich wohl kaum im Werbeschreiben, das einem die Prämien verspricht. Am Besten, man lässt sich die rechtliche Einordnung von der neuen Bank "bestätigen".

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Posted · Edited by gravity

vor 21 Stunden schrieb MeinNameIstHase:

Dumm wäre es, die Prämien als sonst. Einkünfte (§22 EStG) anzugeben, obwohl sie als Minderung der Anschaffungskosten von der Bank qualifiziert werden.

Es gibt eine klare Differenzierung:

a) Übertragung von Wertpapieren >>> § 22 (3) EStG mit Freigrenze "<256 EUR"

b) Übertragung von Kontoguthaben (zur Finanzierung neuer Wertpapierkäufe) >>> Minderung der Anschaffungskosten

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