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IRRer-Zins

Diversifikations- und Risikoanalysen für Assetklassen und Brancheninvestments

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finisher
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Das ist nicht William Bernstein, sondern Bill Bernstein, oder ist das der gleiche?

Ist der gleiche.

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Schinzilord
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Sehr interessant mal wieder. Das ist natürlich ein vernichtendes Urteil. William Bernstein kommt zu einem ganz anderen Schluss:

 

Ich beziehe mich ex post auf das Investment von 2003 bis 2014, Bill Bernstein spricht gerade jetzt von Investieren erst recht.

Er spricht ja auch die desolate Performance der Vergangenheit explizit an.

Wahrscheinlich erhofft er sich ex ante eine bisserl bessere Performance als die letzten Jahre bei sehr guten Diversifikationseigenschaften....

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finisher
Posted · Edited by finisher

Wer kann folgende Simulation machen?

 

90% ACWI World IMI

10% Gold Miners Sektor

 

Von 2003 bis 2015. Rebalancing jährlich oder bei einer Abweichung einer Position von > 5%.

 

Das ganze dann auch laufen lassen mit

 

90% ACWI World IMI

10% REITs

 

und

 

90% ACWI World IMI

10% Gold

 

Auf die Ergebnisse wäre ich gespannt (Rendite). Eventl. weiß Schinzilord grob geschätzt, wie es ausgehen wird?

 

Ansonsten kann ich die Simulation auch selbst machen, wenn mir jemand die Daten zur Verfügung stellt (IRR-Zins?). Allerdings werde ich die nächsten Woche nicht so schnell dazu kommen und meine Simulationen spucken nur nackte Zahlen und keine schönen Grafiken aus.

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IRRer-Zins
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Wer kann folgende Simulation machen?

 

90% ACWI World IMI

10% Gold Miners Sektor

 

Von 2003 bis 2015. Rebalancing jährlich oder bei einer Abweichung einer Position von > 5%.

 

Das ganze dann auch laufen lassen mit

 

90% ACWI World IMI

10% REITs

 

und

 

90% ACWI World IMI

10% Gold

 

Auf die Ergebnisse wäre ich gespannt (Rendite). Eventl. weiß Schinzilord grob geschätzt, wie es ausgehen wird?

 

Ansonsten kann ich die Simulation auch selbst machen, wenn mir jemand die Daten zur Verfügung stellt (IRR-Zins?). Allerdings werde ich die nächsten Woche nicht so schnell dazu kommen und meine Simulationen spucken nur nackte Zahlen und keine schönen Grafiken aus.

 

Mich würde interessieren, was der Gedanke hinter der Aufteilung ist (Branchenübergewichtung?), oder ob nur mal Interesse an den Auswirkungen besteht?

Die Rohdaten werde ich dir zur Verfügung stellen. Für die REITs müsstest du selbst nochmal schauen, ob du fündig wirst. Ich habe auf die Schnelle nur Daten für investierbare globale REIT Indizes gefunden, die bis 2009 zurückgehen. US bis 2006.

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IRRer-Zins
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Womöglich müsste ich demnächst mal den Titel der Diskussion anpassen.

 

Da ich heute wieder mal eine Aussage zur guten Korrelation von Ölfirmen und Ölpreis gehört habe, poste ich hier mal ein Ergebnis zu Korrelationen von Ölfirmen und dem Spotpreis (alles in Dollar). Hat mich dann doch interessiert, was wirklich (in der Vergangenheit) rauskommt.

Spotpreis Öl aus der Weltbank-Datenbank, Ölfirmen über ishares Global Energy ETF (US-ETF auf S&P Global 1200 Energy Sector Index) Ticker: SGESNW.

Rollierende Korrelationen aus Monatsdaten ab dem auf der Achse stehenden Datum für die Folgeperiode (1 Jahr, 3 Jahre). Im Gesamtzeitraum: 0,36

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Noch die Performance:

post-27140-0-16532800-1425154610_thumb.png

 

Wenn ich jetzt ein investierbares Ölvehikel nehme (1 Monatsforwarddaten der Bundesbank, gerechnet ebenfalls in Dollar) sieht es leicht besser aus. Im Gesamtzeitraum: 0,44

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Hier fehlen allerdings dann die Rollbewegungen und die daraus entstehenden Gewinne / Verluste. Wenn jemand einen Index kennt, der Brent rollend abbildet und Daten hat die bis 2001 zurückreichen, kann ich diese auch nochmal berechnen.

Habe nur Daten des S&P GSCI Brent bis 2006 gefunden.

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IRRer-Zins
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Zu den Ölaktieninvestments nun noch eine Multifaktoranalyse mittels multipler Regression.

Vielen Dank an Schinzilord für die Weitergabe seines Regressionsanalysecodes.

Regressionsergebnisse aus Excel, die P-Tests für die Betas aus Schinzilords Skript.

Datengrundlage siehe vorheriger Post.

Rendite Ölaktien = Alpha über risikolosem Zins + Beta 1 * Rendite 1-Monatsölfutures + Beta 2 * Rendite MSCI World

Ergebnis der Regression für den Gesamt:

post-27140-0-44300300-1425485300_thumb.png

Das F krit zeigt, dass das Modell valide ist und von der Nullhypothese abweicht.

Der Koeffizient des Alphas weicht kaum von 0 ab und auch der P-Wert legt nahe, dass das Alpha mit 60% Wahrscheinlichkeit als 0 angenommen werden kann.

Die P-Werte für die Betas betragen 0 bzw. 0,12.

Daraus lässt sich mit absolut sicherer Wahrscheinlichkeit sagen, dass das Ölfuturebeta von 1 verschieden ist und das Aktienbeta mit 88% Wahrscheinlichkeit.

Bei einer Investition in Ölaktien erhält man also ein Beta von ca. 0,9 des Aktienmarktes und zusätzlich bekommt man noch ein 0,2-faches Beta der Ölfutures.

Bei ausschließlicher Betrachtung der näheren Vergangenheit haben ein paar Regressionsanalysen gezeigt, dass das Aktienbeta auf ca. 1 +- 0,2 ansteigt und das Ölfuturebeta noch leicht sinkt auf ca. 0,15 +- 0,08. Dazu kommt ein leicht negatives Alpha von ca. 1%.

 

Um von einem erwarteten steigenden Ölpreis zu profitieren sind Ölaktien deshalb keine gute Wahl, da man im Vergleich zu direkten Investitionen im Rohstofffuturemarkt etwas zu wenig an den Preisänderungen teilnimmt, wie schon bei den Korrelationen zu sehen war.

Auf der anderen Seite nimmt man kein erhöhtes systematisches Risiko ins Depot, da das reine Aktienbeta (Betrachtung ohne Ölfutures) nahezu 1 beträgt.

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IRRer-Zins
Posted · Edited by IRRer-Zins

Als nächste Untersuchung habe ich mir die Eigenschaften von Infrastrukurinvestments im Portfolio vorgenommen.

Die darunter verstandenen Investments zählen wie Immobilieninvestments zu den Real Assets. Teilweise wird in der Literatur empfohlen sie als eigene Assetklasse zu betrachten.

Als Basis für die Untersuchung dient der MSCI ACWI Index. Dazu existiert auch ein Infrastructure Index.

Es gibt bei fast allen ETF-Emittenten ein Produkt, welches einen Indexausschnitt mit Infrastrukturwerten abbildet.

Dazu zählen immer die Branchen Energie, Versorger, Transport, Telekommunikation usw.

Leider ist das wieder mal nur eine indirekte Abbildung, da diese Form der Investitionen auch ein sehr illiquides Feld sind. Hauptinvestoren sind Versicherer und Pensionsfonds, die damit ihre Duration bei den alternativen Investments erhöhen wollen.

Alle Berechnungen erfolgen in Euro auf Basis von Monatsendständen, soweit nicht anderweitig angemerkt.

Hier ein erster Plot der Rohdaten.

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IRRer-Zins
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Neben Equity kann man auch über Debt das ganze abbilden. Es gibt in z.B. in Canada und Neuseeland eigene Infrastrukturanleihen. Diese sind ähnlich zu Langläufern und von der Art des Investments nur für institutionelle ausgelegt. Leider habe ich bisher noch keine gute Datenbasis dazu gefunden. In Canada gibt es aber Vermögensverwalter die Indextracker auf diese Anleihen ihren Kunden anbieten. Auch FTSE hat einen speziellen Index dazu.

Nun aber zum Index ACWI Infrastructure. Die Korrelation ist über den Gesamtzeitraum ca. 0,85.

Hier die rollierenden Korrelationen in 1 bzw. 3-Jahresbetrachtungen. Datum im Plot ist immer das Startdatum der Betrachtung.

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IRRer-Zins
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Hier die Risikodaten aus dem Factsheet des Indexsponsors:

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Ich habe mal ein Einfaktormodell mit dem ACWI Index laufen lassen. Ergebnis hier:

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Das Alpha liegt somit bei 0 und das Beta bei ca. 0,75 +-0,04 im Bezug auf den Aktienmarkt.

Das Risiko ist somit geringer als bei einer marktbreiten Investition. Das deckt sich schonmal mit den Ergebnissen aus der Literatur. Wen es interessiert, man findet einige Veröffentlichungen dazu z.B. bei SSRN. Diese führen meist jedoch Multifaktoranalysen durch.

 

Mein Ziel bei einem Investment ist jedoch die Inflation positiv korrelierend ähnlich anderen realen Assets ins Portfolio zu holen.

Hier besteht in der Literatur allerdings kein Konsens. Teilweise wird beschrieben, dass Infrastruktur positiv korreliert. Der hier häufig anzutreffende Ilmanen vertritt diese Meinung, kann aber keine Forschungsergebnisse vorweisen.

In diversen Papers wird dies widerlegt. Diese nutzen TIPS um die Inflation abzubilden.

Ich habe mir es einfacher gemacht und eine Berechnung mit dem HVPI gemacht. Ergebnis der Korrelationen hier:

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Die Gesamtkorrelation liegt bei -0,07.

Bei der Einfaktoranalyse schlägt eindeutig die Nullhypothese für das Beta zu (deshalb keine Auswertung), sodass sehr sicher keine Abhängigkeit von der Inflation bestehen sollte.

 

Es besteht vor allem bei Versorgern eine positive Korrelation und auch eine empirisch bestätigte Abhängigkeit bei Faktormodellen mit der Inflation.

Nach diesem Ergebnis habe ich mir mal die Zusammensetzung des Index genauer angesehen. Hier besteht fast die Hälfte des Index aus Telekommunikation.

Ich werde nun nochmal nach einem anderen Index ausschau halten, um zu sehen, ob das generell der Fall ist. Meist wird aber nach Market Cap gewichtet, sodass da wohl nur geringe Abweichungen zustande kommen.

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Schinzilord
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Top, danke dafür :thumbsup:

Hast du zufällig ein Paper gefunden, welches bei Infrastrukturinvestments (direkte a la public private partnership) auf die Cash-Flow Evaluationsmodelle eingeht?

Meine Suche über Google Scholar und SSRN brachte nur Replacement Cost Analysen und ausgezahlte Cashflows von Funds, nicht aber prognostizierte Cashflows von direkten Beteiligungen / Projekten und deren Risikotreiber.

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Chemstudent
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Womöglich müsste ich demnächst mal den Titel der Diskussion anpassen.

 

Da ich heute wieder mal eine Aussage zur guten Korrelation von Ölfirmen und Ölpreis gehört habe, poste ich hier mal ein Ergebnis zu Korrelationen von Ölfirmen und dem Spotpreis (alles in Dollar). Hat mich dann doch interessiert, was wirklich (in der Vergangenheit) rauskommt.

Spotpreis Öl aus der Weltbank-Datenbank, Ölfirmen über ishares Global Energy ETF (US-ETF auf S&P Global 1200 Energy Sector Index) Ticker: SGESNW.

Rollierende Korrelationen aus Monatsdaten ab dem auf der Achse stehenden Datum für die Folgeperiode (1 Jahr, 3 Jahre). Im Gesamtzeitraum: 0,36

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Noch die Performance:

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Wenn ich jetzt ein investierbares Ölvehikel nehme (1 Monatsforwarddaten der Bundesbank, gerechnet ebenfalls in Dollar) sieht es leicht besser aus. Im Gesamtzeitraum: 0,44

post-27140-0-09626400-1425155684_thumb.png

Hier fehlen allerdings dann die Rollbewegungen und die daraus entstehenden Gewinne / Verluste. Wenn jemand einen Index kennt, der Brent rollend abbildet und Daten hat die bis 2001 zurückreichen, kann ich diese auch nochmal berechnen.

Habe nur Daten des S&P GSCI Brent bis 2006 gefunden.

 

Du kannst dir hier die Daten für den Bloomberg Commodity Index (ehemals DJ-UBS) und seiner Subindizes sowie von Einzelrohstoffen seit 1991 besorgen:

http://www.bloombergindexes.com/content/uploads/sites/9/BCOM_full_hist.xls

 

Das Excelfile enthält sowohl Excess als auch Total Return, daher hat es 2 Reiter.

 

btw: Schön, das auch andere rollierende Betrachtungen anstellen. :thumbsup:

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IRRer-Zins
Posted · Edited by IRRer-Zins

Du kannst dir hier die Daten für den Bloomberg Commodity Index (ehemals DJ-UBS) und seiner Subindizes sowie von Einzelrohstoffen seit 1991 besorgen:

http://www.bloomberg...M_full_hist.xls

 

Das Excelfile enthält sowohl Excess als auch Total Return, daher hat es 2 Reiter.

 

btw: Schön, das auch andere rollierende Betrachtungen anstellen. :thumbsup:

 

So, dann hier nochmal eine Betrachtung der rollierenden Forwards mit dem neuen Index. Dank an Chemstudent für den Link, da ist noch einiges mehr an Daten drinnen, die kann ich sicher auch noch anderweitig gebrauchen.

 

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Dazu die Multifaktoranalyse:

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Nur eine kurze Gegenüberstellung, habe nicht mehr alles überprüft, nur die Daten mit dem Total Return Index auf WTI ausgetauscht.

Man erkennt, dass die Korrelationen stärker außeinanderdriften als zuvor. Die Korrelation insgesamt ist aber höher als beim vorherigen Index ohne Rollen der Forwards. besonders in den letzten Jahren ist sie nochmal ca. 0,1 - 0,2 größer und liegt nun bei der 3-jährigen Betrachtung bei ca. 0,7 in der Gegenwart.

Trotz der höheren Korrelationen ist das Aktienbeta nochmals leicht angestiegen und das Rohstoffbeta hat sich gegenüber der vorherigen Berechnung halbiert. Das sind nun doch schon eine sehr eindeutige Werte, die Ölaktien nicht gerade gemäß der Investmentpropaganda der letzten Zeit darstellen. Zumindest langfristig ist da nicht sehr viel Ölpreisanteil enthalten.

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IRRer-Zins
Posted · Edited by IRRer-Zins

Ich habe für die Infrastrukturgeschichte noch mal die Inflation anders abgebildet. Inflation aus der TIPS-Rendite herausgerechnet und den risikolosen Zins abgezogen. Da hatte ich aber auf die Schnelle nur Daten bis 2012 gefunden, was aber nicht weiter schlimm sein müsste. Das Ergebnis war leider dasselbe wie beim HVPI.

Zu alternativen Indizes:

Neben dem ACWI bietet MSCI für diverse Regionen ebenfalls welche an.

Es gibt den NMX 30, der auch von BNP für einen ETF genutzt wird.

Von Stoxx den Global Broad Infrastructure, der wie MSCI ACWI oder MSCI World Infr. alle sehr stark Telekommunikation gewichten.

Eine andere Gewichtung nehmen neben den NMX 30 auch die Core Index Serien von MSCI oder auch FTSE vor.

 

Beispiele aus den aktuellen Factsheets:

NMX: post-27140-0-65900100-1427486561_thumb.png

MSCI ACWI Infr.: post-27140-0-76420000-1427486589_thumb.png

MSCI World Core Infr.: post-27140-0-74671900-1427487167_thumb.png

FTSE: post-27140-0-10195300-1427487275_thumb.png

 

Die Datenlage ist bei MSCI ganz gut, bei den anderen eher unschön oder nur aus den letzten Jahren verfügbar.

Welcher Index zeigt jetzt die wahre Infrastruktur Asset Klasse?

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IRRer-Zins
Posted · Edited by IRRer-Zins

Nun die Daten für den MSCI World Core Infrastructure. Es wird interessant.

Habe auch den FTSE Macquarie Global Infrastructure 100 und den MSCI World Infrastructure überprüft, die aber keine großartigen Unterschiede zum schon geposteten MSCI ACWI Infrastructure aufweisen.

 

Hier die Daten aus dem Factsheet vom MSCI World Core Infrastructure (USD):

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Meine errechneten Daten, alles in Euro:

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post-27140-0-33577000-1427549577_thumb.png

 

Hier die Regression:

Infrastructure = Alpha + Beta*MSCI World

post-27140-0-40522200-1427551446_thumb.png

 

Es ergibt sich bei hoher Signifikanz ein Alpha von 0,5% +- 0,1 p.m. (per month) und ein Beta von ca. 0,73 +- 0,04 zum MSCI World.

Bei Einbezug der Inflation über HVPI bekomme ich bei einer Einfaktoranalyse wieder die Nullhypothese im F-Test. Diesmal noch deutlicher als beim MSCI ACWI Infrastructure.

Nun stellt sich die Frage, woher dieses Alpha kommt. Ausschließen kann man eigentlich ein Beta aus SCs, da nach MSCI Richtlinien nur LC und MC im Index enthalten sind. Volatiltät könnte in der Vergangenheit eine Rolle spielen und das Alpha erklären, wenn man sich die Factsheetdaten ansieht.

Hätte jemand noch eine andere Betaquelle, die das Alpha teilweise erklären könnte?

Als Nächstes mache ich mal trotz dem SC Ausschluss eine Fama French 3 Faktoranalyse.

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IRRer-Zins
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Hier der 3 Faktoransatz nach Fama French:

Valuefaktor aus MSCI World (Value - Growth)

Smallfaktor aus MSCI World (Small - Standard)

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Da der Smallfaktor und auch das Valuebeta sich in dieser und anderen Berechnungen als nicht signifikant erweisen, kann ich leider momentan nur noch den Marktfaktor berücksichtigen.

Mit einem zugegeben nicht ausreichenden Ansatz, da keine Highvoladaten verfügbar, kommt folgendes Resultat heraus. MinVola aus MSCI World (Minimum Volatility (€) - Standard)

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Damit wäre ein Teil des Alphas schonmal erklärt. Die Signifikanz leidet leicht darunter, ist aber noch mehr als ausreichend gegeben.

Jetzt beträgt das zu erklärende Alpha noch 0,3% p.m. +- 0,1

Wäre für Ideen dankbar, denn sonst wäre dies vorerst die Risikoprämie aus dem Infrastrukturbereich.

 

Eine Erklärung für das hohe Alpha außerhalb der rechnerischen Betrachtung ist, dass die Core Infrastructure Indizes erst frisch auf dem Markt sind; sowohl von MSCI als auch FTSE.

Da kann man durchaus die Indexstatuten an der Outperformance aus der Vergangenheit orientieren, damit auch so ein Ergebnis herauskommt. Das sollte für diese Firmen kein Problem darstellen eine Optimierung in diese Richtung durchzuführen.

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IRRer-Zins
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Habe mir jetzt mal die Indexerstellungsmethodik angesehen. Extrem viel direkte Infrastruktur ist dann doch nicht drinnen, zumindest nach GICS Unterteilung.

60% besteht aus Versorgern aus den Bereichen Wasser, Gas, Strom und Transport der verteilten Güter, z.B. Pipelinebetreiber.

40% sind dann Infrastrukturunternehmen aus Hafen-, Eisenbahn-, Straßen- oder Infrastrukturimmobilienbewirtschaftung.

Außerdem ist der Index noch eine Cappedvariante (Einzelunternehmen max. 5%, jede aufgezählte Branche max. 15%).

Deshalb ist es wiederum fraglich, ob man das errechnete Alpha der Infrastruktur zuschreiben kann. Ich tippe hier inzwischen eher auf den Auswahlprozess und damit einhergehende Über- und Untergewichtung.

Leider sind im aktuellen Factsheet falsche Angaben zur Marktkapitalisierung, mal schauen was die Märzausgabe dann hergibt.

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IRRer-Zins
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Auch im aktuellen Factsheet zum MSCI World Core Infrastructure stimmt leider die Marktkapitalisierung nicht.

In der Zwischenzeit habe ich leider keine weiteren Erkenntnisse zum Restalpha gefunden. Deshalb gehe ich jetzt mal davon aus, dass es wirklich der Infrastruktur als Assetklasse zugeschrieben werden kann und den zusätzlichen Indexeinschränkungen geschuldet ist.

Das nächste Problem, das entsteht, ist die Investierbarkeit eines solchen Index.

Investierbar sind bisher über ETFs nur die breiteren Sektorindizes äquivalent zum MSCI World Infrastructure. Diese wären von der Korrelation zum World Index besser geeignet, bieten aber sowohl lang als auch kurzfristig keine erheblich bessere Risikovergütung wie es die Coreindizes haben.

Ein sehr enger Infrastructure ETF basiert auf dem NMX30. Anbieter ist Easyetf, ISIN: LU0315440411.

Diesen werde ich mir als nächstes etwas näher ansehen.

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IRRer-Zins
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Das Factsheet befindet sich im Anhang.

Hier meine Berechnungen basierend auf dem ETF und bei MSCI auf Indexdaten (alles in Euro):

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Dazu die rollierenden Renditen:

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Im Factsheet sieht man leider ganz deutlich, dass der eigene Vergleichsindex, zu dem es leider keine Zahlen gibt, verfehlt wird. Dadurch entstehen letztendlich höhere Kosten bzw. eine TD von 0,8 - 1,5% p.a. je nach Betrachtung.

Das ist schon heftig. Als nächstes folgt eine Risikobetrachtung.

FACTSHEET NMX30.pdf

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IRRer-Zins
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Hier die Risikobetrachtung: Der Einfachheit halber poste ich nur die rollierenden Sharpe-Ratios.

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Durch die enthaltenen Kosten des Produktes, welche mit Indizes ohne Kosten verglichen werden, wird es noch leichte Abweichungen der Indizes nach unten geben. Habe das kurz mit einem ETF auf den MSCI World durchgespielt.

Hier der Spread der Sharpe-Ratios von World Index - World ETF (nur die 3y-Betrachtung, bei den anderen Betrachtungen ein Spread von -0,2 bis 0,6, je nach Zeitpunkt):

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IRRer-Zins
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Für die Infrastrukturinvestition über den ETF sieht es aus Vergangenheitssicht ganz gut aus. Das Risiko wurde langfristig entsprechend oder sogar besser vergütet als bei den Benchmarks.

Leider gibt es nur dieses Produkt auf einen solchen Index oder ähnliche Auswahlkriterien.

Durch die hohen Kosten des Produkts habe ich mich auch im aktiven Lager umgesehen aber keine bessere Alternative finden können. Dafür gibt es einen weiteren Fonds seit Ende Februar auf den gleichen Index.

ISIN: DE000A12GDB9; Kosten eindeutig höher als bei EasyETF.

Bei den geschlossenen Infrastrukurinvestments sind die Kosten ebenfalls erheblich höher und man hat die Illiquidität, welche Infrastruktur nunmal auszeichnet, noch übernommen. Insofern ist die Infrastrukturabdeckung über Aktien ähnlich der von Immobilien über REITs auch sinnvoll. Die Marktkapitalisierung des NMX30 entspricht etwa 2% des MSCI World. Auch habe ich es bisher mit einfachen Mitteln nicht geschafft den Index ansatzweise nachzubauen, was bei den breiteren Infrastrukturindizes wesentlich leichter ist.

Nochmal eine Korrelationsbetrachtung auf Monatsbasis des NMX30 ETFs zum MSCI World ETF:

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IRRer-Zins
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Aus aktuellem Anlass zur Diskussion der Rohstoffkorrelationen mit Aktien hier eine Vergangenheitsbetrachtung:

Alle Betrachtungen erfolgen in Dollar, da so eine größere Historie vorhanden ist. Datenbasis der Rohstoffe sind Monatswerte aus der Weltbankdatenbank.

Aktien werden durch den MSCI World dargestellt,

Gold / Silber ist der Spotpreis in einer 66%/33% Gewichtung,

Rohstoffe setzt sich aus 60% Energierohstoffen / 40% Nichtenergierohstoffen zusammen (ich nehme an der Bezug ist der Spotpreis) und

Edelmetall ist eine Gleichgewichtung von Platin, Gold, Silber und einem Metall / Mineralkorb.

Zeiträume der Korrelationen stehen im Diagramm:

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Klar erkennbar sind die geringeren Korrelationsschwankung von Gold / Silber gegenüber den anderen Rohstoffinvestments.

Nur aus dieser Perspektive betrachtet, riecht es förmlich danach die Rohstoffe über einen KISS-Ansatz abzudecken.

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IRRer-Zins
Posted · Edited by IRRer-Zins

Ich habe mich nochmal etwas weiter in diverse Infrastrukturinvestitionsmöglichkeiten eingelesen.

Diese Veröffentlichung der citi-Bank ist eine ganz gute Zusammenfassung für den Einstieg.

Fast alle Veröffentlichungen sind für institutionelle Anleger gedacht, die extrem lange Zahlungsverpflichtungen abdecken möchten.

Es wird ersichtlich, dass man als Privatanleger durch die Projektgröße keine großartige Wahl für eine Abdeckung von Infrastruktur hat.

Außerdem kenne ich fast niemanden der eine solch langfristige Planung betreibt, genug Kapital zur Diversifikation besitzt und die damit verbundenen Risiken auch tragen kann.

Da sucht man sich lieber eine Versicherung oder siedelt die Investitionen im Immobilienbereich an.

Durch die extrem langlaufenden Verträge lohnt sich eine direkte Beteiligung nicht. Auch indirekte Beteiligungen sind ungeeignet,da die Kosten extrem hoch ausfallen, wie bei fast allen geschlossenen Beteiligungen.

Offene Beteiligungen können das Schicksal der offenen Immobilienfonds ereilen und sind nicht wirklich auf dem Markt vertreten.

Es bleibt also nur die Möglichkeit über Aktien oder infrastrukturbezogene Anleihen.

Im Aktienbereich gibt es einige neuere Untersuchungen. Details zu einigen davon werde ich noch posten.

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IRRer-Zins
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Das erste Paper, welches ich hier vorstellen will ist aus dem Jahr 2012.

The Risk Profile of Infrastructure Investments: Challenging Conventional Wisdom von Kaserer & Rothballer.

Hier der offizielle Link. Wer eine Suchmaschine bedienen kann, wird auch eine offen zugängliche Version im asiatischen Raum finden.

Hier werden gelistete Infrastrukturunternehmen untersucht.

Die Grobunterteilung ergibt Telekommunikation, Verkehr und Versorger als Branchen, welche nochmals weiter unterteilt werden.

In der Literatursichtung zeigen sie, dass Studien langfristige Ergebnisse zur Korrelation mit Aktien von 0,5 bis 0,7 liefern.

Das deckt sich auch ungefähr mit den bisher hier geposteten Ergebnissen der von mir untersuchten Indizes.

Ihre Untersuchung ergibt, dass die Telekommunikationsbranche ein Beta zu Aktien von ca. 1 aufweist, während Verkehr und Versorger eindeutig geringere Betas besitzen (0,6 - 0,8 bzw. 0,4 - 0,6).

Sie bezeichnen Infrastruktur als "average volatility, low beta" Marktsegment. Jedoch weist Infrastruktur ein erheblich größeres unsystematisches Risiko auf als andere Branchen.

Die Erklärungsversuche für dieses höhere Risiko umfassen Regulationsanfälligkeit, Fremdkapitalhebel, fehlende Produktdiversifikation und Konstruktionsrisiken.

Sie führen auf, dass deshalb nur eine diversifizierte Anlage in diese Assetklasse erfolgen sollte. Bei Direktinvestitionen erklärt dies ihrer Meinung nach auch das PPP-Vehikel, um die Risiken an den öffentlichen Partner weiterzureichen.

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IRRer-Zins
Posted · Edited by IRRer-Zins

Aufbauend auf unter anderem dem zuvor vorgestellten Paper beschreiben Ammar & Elling in ihrer Veröffentlichung (aktualisierte Version 2014) die gelisteten Infrastrukturaktien in mehreren Mehrfaktormodellen.

Dazu leiten sie zuerst die Faktoren aus einer allgemeinen Betrachtung einer unterstellten Infrastruktur Assetklasse her.

Als Infrastrukturdefinition halten sie sich an die oben beschriebene dreiteilige Gliederung in Versorger, Telekommunikation und Verkehr.

Ihre Ergebnisse bestätigen die Aussagen von Kaserer & Rothballer, z.B. der Betakoeffizienten.

Die Untersuchung wird mit folgenden Modellen durchgefÜhrt: CAPM, Fama/French 3-Faktor, Carhart 4-Faktor, Infrastructure 6-Faktor, Fung/Hsieh 8-Faktor und einem eigenen 9-Faktormodell.

Ausschließlich ihr 9-Faktormodell ist in ihrer GRS Teststatistik signifikant.

Danach setzt sich Infrastruktur aus folgenden Faktoren zusammen: Marktbeta, Valuebeta, Smallbeta, Leveragebeta, Momentumbeta, Cashflowvolabeta, Defaultbeta, Investmentgrowthbeta und Termbeta.

Genaue Angaben der einzelnen Faktoren und ihre Auswirkungen sind nachlesbar.

Als Gesamtergebnis kommen sie auf eine Reihenfolge des Marktrisikos (aufsteigend): Versorger, Telekommunikation, Verkehr

Versorger besitzen die höchsten Leverage-, Termstructure- und Defaultrisiken.

Telekommunikation dagegen am wenigesten Leverage- und Valuerisiken.

Verkehr hat die größten Value- und die geringsten Termstructurerisiken.

Somit zeigen sich gute Zusammenhänge von Infrastruktur mit Änderungen der Zinsstruktur und Fremdkapitalquote.

Die Sharpe-ratio steigt mit abnehmendem Marktbeta bei einem Minderertrag von 1,44% p.a. auf ca. das Doppelte an.

 

Ein genereller Zusammenhang von Infrastruktur und Inflation kann, wie schon in den meisten anderen Papers, nicht gefunden werden. Versorger könnten eine Ausnahme bilden.

 

Nach dieser Untersuchung ist für eine diversifizierte Infrastrukturinvestition mittels Aktien eine Abdeckung aller Branchen notwendig, außer man wünscht für sein Portfolio einzelne Risikoexposures besonders.

Die Eingliederung in den Portfoliogesamtkontext ist durch die vielen Faktoren des Modells nicht gerade leicht.

 

Kurz zusammengefasst: Infrastruktur ist vorallem für Investoren interessant, die eine geringes Marktrisiko haben möchten, aber bei sehr langem Investmenthorizont einige zusätzliche Risiken tragen können, welche gut vergütet werden.

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IRRer-Zins
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MSCI hat seit kurzem eine neue Homepage. Unter anderem gibt es nun einen neuen Geschäftszweig, der sich nur mit Immobilien beschäftigt. Dies ist sicher dem Fakt geschuldet, dass immer mehr institutionelle Investoren in diesem Bereich aktiv sind.

Interessante Veröffentlichung zum globalen Markt des letzten Jahres. Zwar sind genaue Zahlen aus den Grafiken nur schwer ablesbar, aber es stecken viele Informationen darin. Unter anderem wird genauer auf die boomenden Städte eingegangen. Dort gibt es wahnsinnige Renditeunterschiede.

Für Europa gibt es noch ein Factsheet, welches den deutschen Markt noch etwas besser umschreibt.

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