Schildkröte

Diskussion zum Leitfaden für Stockpicker

80 Beiträge in diesem Thema

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Nach Aussage von Ken Fisher macht es keinen Sinn, weiter als 30 Monate in die Zukunft zu schauen.

Das sehe ich anders. Auch hier gilt, das kommt darauf an. Wird eine neue Fabrik gebaut, dann dauert das oft mehr als 30 Monate. Zyklische Werte müsste man immer über einen ganzen oder besser mehrere Zyklen betrachten. Es kommt auch darauf an wie die eingegangenen langfristigen Verpflichtungen sind und wie weit die Firma ihren Absatz prognostizieren kann. Das macht die Vergleichbarkeit schwierig, aber zumindest würde ich die Prognosedauer branchenspezifisch wählen.

Grundsätzlich funktioniert die Kennzahlenanalyse nur im steady state vernünftig. Das ist aber meist nicht der Fall.

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Danke für Dein Feedback. Die genannten 30 Monate sind nach Aussage von Ken Fisher der Zeitraum, den "der Markt" maximal vorweg einpreist. Ich kenne einen weiteren Anleger, der versucht die nächsten viereinhalb Jahre abzuschätzen. Ich persönlich würde sagen, dass Prognosen umso weniger präzise sind, desto weiter sie in der Zukunft liegen. Hinzu kommt, dass Analystenschätzungen nicht selten "sehr optimistisch" sind. Deshalb ist zum einen eine gewisse Skepsis angebracht. Zum anderen kann es nicht schaden, dementsprechend einen Sicherheitsabschlag analog zur margin of safety auch bei Prognosen mit einzukalkulieren. 

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Wenn das so wäre, dann bräuchte man nur Aktien suchen, deren Situation sich in >31 Monaten ändert. Beispiele aus der Vergangenheit: K+S Legacy Projekt, Wacker Chemie Werk Tennessee, Gilead HCV Absatz

Das wird IdR schon eingepreist, wenn auch oft falsch.

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Geschrieben · bearbeitet von Schildkröte

Ich habe betont, dass die beiden Zeiträume von 30 bzw. 54 Monaten die Ansicht anderer Leute sind. Natürlich sollte man versuchen, auch darüber hinaus zu blicken. Gerade in Branchen mit Schweinezyklen (etwa Rohstoffe - Vorräte, Förderkosten, Fördermenge etc.) oder beispielsweise in der Pharmaindustrie (Produktpipeline - wann laufen Patente aus usw.). Je weiter entfernt diese Szenarien sind, desto schwerer ist es aber, das in konkreten Zahlen abzubilden bzw. ich halte es für unseriös, Forward-KGVs bzw. EPS schon fünf Jahre im voraus auf zwei Nachkommastellen als gegeben zu erachten. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich der DCF-Methode skeptisch gegenüberstehe. Schon kleine Zinsänderungen können das Ergebnis erheblich beeinflussen. Deshalb sollte ein Sicherheitsabschlag umso größer angesetzt werden, je riskanter ein Investment ist bzw. je weiter der Betrachtungszeitraum ist. 

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Das ist richtig. DCF ist aber die einzige Methode die ich kenne, die mit nichtlinearen Geschäftsverläufen zurechtkommt und die von den Firmen selbst zur Planung ihrer Projekte verwendet wird. Die Discount Rate wird auch üblicherweise an das Risiko angepasst. Ich verwende den Refinanzierungszins der Firma + meine Risikomarge. Weit in der Zukunft liegende Cashflows gehen damit kaum noch in das Ergebnis ein.

 

Letztlich sind alle Prognosen mit mehr oder weniger Unsicherheit verbunden. Hier eine harte Grenze zu ziehen was akzeptabel ist und was nicht ist problematisch. Vermutlich müsste man noch jedes Szenario mit einer individuellen Wahrscheinlichkeit wichten.  Ich muss aber zugeben, dass ich das nicht mehr nummerisch mache. Gerade solch schwierig zu berechnenden Situationen sind oft am profitabelsten. Das ist auch logisch, da hier die Mehrheit der Investoren dort überhaupt nicht investiert oder extreme Sicherheitsmargen haben will.

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