Schildkröte

Diskussion zum Leitfaden für Stockpicker

83 Beiträge in diesem Thema

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Nach Aussage von Ken Fisher macht es keinen Sinn, weiter als 30 Monate in die Zukunft zu schauen.

Das sehe ich anders. Auch hier gilt, das kommt darauf an. Wird eine neue Fabrik gebaut, dann dauert das oft mehr als 30 Monate. Zyklische Werte müsste man immer über einen ganzen oder besser mehrere Zyklen betrachten. Es kommt auch darauf an wie die eingegangenen langfristigen Verpflichtungen sind und wie weit die Firma ihren Absatz prognostizieren kann. Das macht die Vergleichbarkeit schwierig, aber zumindest würde ich die Prognosedauer branchenspezifisch wählen.

Grundsätzlich funktioniert die Kennzahlenanalyse nur im steady state vernünftig. Das ist aber meist nicht der Fall.

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Danke für Dein Feedback. Die genannten 30 Monate sind nach Aussage von Ken Fisher der Zeitraum, den "der Markt" maximal vorweg einpreist. Ich kenne einen weiteren Anleger, der versucht die nächsten viereinhalb Jahre abzuschätzen. Ich persönlich würde sagen, dass Prognosen umso weniger präzise sind, desto weiter sie in der Zukunft liegen. Hinzu kommt, dass Analystenschätzungen nicht selten "sehr optimistisch" sind. Deshalb ist zum einen eine gewisse Skepsis angebracht. Zum anderen kann es nicht schaden, dementsprechend einen Sicherheitsabschlag analog zur margin of safety auch bei Prognosen mit einzukalkulieren. 

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Wenn das so wäre, dann bräuchte man nur Aktien suchen, deren Situation sich in >31 Monaten ändert. Beispiele aus der Vergangenheit: K+S Legacy Projekt, Wacker Chemie Werk Tennessee, Gilead HCV Absatz

Das wird IdR schon eingepreist, wenn auch oft falsch.

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Geschrieben · bearbeitet von Schildkröte

Ich habe betont, dass die beiden Zeiträume von 30 bzw. 54 Monaten die Ansicht anderer Leute sind. Natürlich sollte man versuchen, auch darüber hinaus zu blicken. Gerade in Branchen mit Schweinezyklen (etwa Rohstoffe - Vorräte, Förderkosten, Fördermenge etc.) oder beispielsweise in der Pharmaindustrie (Produktpipeline - wann laufen Patente aus usw.). Je weiter entfernt diese Szenarien sind, desto schwerer ist es aber, das in konkreten Zahlen abzubilden bzw. ich halte es für unseriös, Forward-KGVs bzw. EPS schon fünf Jahre im voraus auf zwei Nachkommastellen als gegeben zu erachten. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich der DCF-Methode skeptisch gegenüberstehe. Schon kleine Zinsänderungen können das Ergebnis erheblich beeinflussen. Deshalb sollte ein Sicherheitsabschlag umso größer angesetzt werden, je riskanter ein Investment ist bzw. je weiter der Betrachtungszeitraum ist. 

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Das ist richtig. DCF ist aber die einzige Methode die ich kenne, die mit nichtlinearen Geschäftsverläufen zurechtkommt und die von den Firmen selbst zur Planung ihrer Projekte verwendet wird. Die Discount Rate wird auch üblicherweise an das Risiko angepasst. Ich verwende den Refinanzierungszins der Firma + meine Risikomarge. Weit in der Zukunft liegende Cashflows gehen damit kaum noch in das Ergebnis ein.

 

Letztlich sind alle Prognosen mit mehr oder weniger Unsicherheit verbunden. Hier eine harte Grenze zu ziehen was akzeptabel ist und was nicht ist problematisch. Vermutlich müsste man noch jedes Szenario mit einer individuellen Wahrscheinlichkeit wichten.  Ich muss aber zugeben, dass ich das nicht mehr nummerisch mache. Gerade solch schwierig zu berechnenden Situationen sind oft am profitabelsten. Das ist auch logisch, da hier die Mehrheit der Investoren dort überhaupt nicht investiert oder extreme Sicherheitsmargen haben will.

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Hallo Gepanzerter,

vielen Dank für deine Übersicht. Obwohl ich eher zu der ETF Fraktion gehöre, habe ich ja immer noch die ein oder andere Einzelaktie und lese bei allen „Stockpickern“ gerne mit.

Vielleicht habe ich es überlesen, aber ich habe dein reales Depot nicht gefunden. Das finde ich schade, da man von realen Transaktionen, ihren Gründen, Zeitpunkt etc. viel lernen kann, besonders von jemand der so aktiv ist wie du. Könntest du es mal reinstellen bzw. mich auf den Thread verweisen wo es steht?

Vielen Dank

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Geschrieben · bearbeitet von Schildkröte

Vielen Dank für die Blumen! Den Leitfaden habe ich in letzter Zeit etwas stiefmütterlich behandelt. Das hat vor allem zeitliche Gründe, da ich beruflich seit einiger Zeit Zeit stark eingespannt bin. Umfangreiche Analysen kann man nur schwer zwischendurch mit dem Smartphone schreiben. Einschlafen soll der Leitfaden aber nicht und ich werde demnächst hier wieder was schreiben. 

 

Ein öffentliches Musterdepot führe ich nicht, wenngleich ich es immer wieder in Erwägung gezogen habe. Allerdings fehlt mir dafür auch etwas die Motivation. Ich denke sehr analytisch sowie strategisch und diskutiere gerne konstruktiv. Vor einiger Zeit hatte ich auf meine Analysen in den Branchenthreads jedoch nur wenig Feedback bekommen. Stattdessen verfangen sich viele User immer wieder in der ewigen aktiv/passiv-Diskussion. Zudem genießen bestimmte User scheinbar Narrenfreiheit. Zumindest aber meine Transaktionen sind in den entsprechenden Threads mit ausführlichen Begründungen dokumentiert. 

 

Mein Anlagestil ist was eigen. Überwiegend amerikanische und französische (ein Novum hier wegen der vermeintlich bösen Quellensteuer) Standartwerte unter Beimischung von deutschen Nebenwerten tummeln sich in meinem Depot. Insbesondere mit Konsumgüterherstellern und Gesundheitswerten fühle ich mich recht wohl. Der Fokus ist vor allem auf Wachstum orientiert, ein gewisser Cashflow durch Ausschüttungen ist allerdings ebenfalls gern gesehen. Seit einiger Zeit mische ich auch (Schwellenländer-, Hochzins- und Wandel-)Anleihen sowie ein wenig Immos bei, Rohstoffe und Edelmetalle bisher noch nicht. Anleihen könnten jedoch wegen der künftigen Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz statt wie bisher über die Abgeltungssteuer weniger attraktiv werden. Die letzten Jahre habe ich jährlich im Schnitt eine Rendite von 12% eingefahren. Wenn es Dich interessiert, kann ich Dir gerne per PN eine Aufstellung zu meinem Depot schicken? 

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Geschrieben

vor 19 Minuten schrieb Schildkröte:

Ein öffentliches Musterdepot führe ich nicht, wenngleich ich es immer wieder in Erwägung gezogen habe. Allerdings fehlt mir dafür auch etwas die Motivation. Ich denke sehr analytisch sowie strategisch und diskutiere gerne konstruktiv. Vor einiger Zeit hatte ich auf meine Analysen in den Branchenthreads jedoch nur wenig Feedback bekommen. Stattdessen verfangen sich viele User immer wieder in der ewigen aktiv/passiv-Diskussion. Zudem genießen bestimmte User scheinbar Narrenfreiheit. Zumindest aber meine Transaktionen sind in den entsprechenden Threads mit ausführlichen Begründungen dokumentiert. 

 

Mein Anlagestil ist was eigen. Überwiegend amerikanische und französische (ein Novum hier wegen der vermeintlich bösen Quellensteuer) Standartwerte unter Beimischung von deutschen Nebenwerten ...

Kann ich nachvollziehen. Es ist sinnvoll dort zu investieren wo man sich auskennt. Die Chancen unterbewertete Aktien zu finden ist bei den Nebenwerten größer.

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